RETTETDASKIND hilft. Ein Leben lang

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1 Ein Leben lang RETTETDASKIND hilft. Ein Leben lang

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3 Gegründet im Jahr 1956 RETTETDASKIND hilft. Ein Leben lang Wien 2012

4 Inhaltsverzeichnis Editoral... 5 Das Leitbild von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH Die Anfänge von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH vor dem Hintergrund der internationalen Geschichte von RETTET DAS KIND RETTET DAS KIND in Österreich Gründung und Entwicklung Die Arbeit von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH im Burgenland Jugendwohlfahrt und Behindertenbetreuung Förderwerkstätten im Burgenland Eingliederungshilfe Kinderschutzzentrum in Eisenstadt Sozialpädagogische Wohngemeinschaft für Kinder und Jugendliche in Breitenbrunn ( Rosenhof ) Streetwork in Oberwart Der Mobile Heilpädagogische Dienst Die Berufliche Integration Arbeitsassistenz Arbeitsassistenz Jugendliche Jugendcoaching Jobcoaching Berufsausbildungsassistenz Wohnen und Lebensbegleitung Tages- und Wohnheim für schwerstbehinderte Menschen Betreute Wohngemeinschaft für Erwachsene mit Behinderung Einzelfallhilfe von RETTET DAS KIND Österreich Nachmittagsbetreuungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache Interdisziplinäre Frühförderung und Logopädie in Wien Der Fahrschülerhort von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH in Vöcklabruck Das Patenschaftsprogramm von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH Die Arbeit von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH im Ausland RETTET DAS KIND in den Bundesländern RETTETDASKIND hilft.

5 Editoral Mag. Walter Paulhart Generalsekretär RETTET DAS KIND Österreich Die vielseitige und erfolgreiche Tätigkeit von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH im In- und Ausland ist das Ergebnis von verschiedenen zusammenwirkenden Faktoren, die die Qualität unserer Arbeit ausmachen: langjährige, kontinuierliche Arbeit fachkundiger und einsatzbereiter MitarbeiterInnen sowie engagierter, kompetenter und verantwortungsbewusster Vorstandsmitglieder, das große Verständnis und die Unterstützung durch unsere FördererInnen und treuen privaten SpenderInnen und zu guter Letzt die fruchtbare Kooperation mit der Öffentlichen Hand, ohne die die Arbeit unserer Hilfsorganisation wohl unmöglich wäre. Dr. Wilhelm Klocker Präsident RETTET DAS KIND Österreich Die soziale Lage in Österreich hat sich in den letzten Jahrzehnten in Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs deutlich verbessert. Aber die Zeit bleibt nicht stehen und mit ihr tauchen neue Fragestellungen und neue Sorgen auf. Das gilt auch für RETTET DAS KIND ÖSTERREICH: Etliche Fragen konnten gelöst werden, und dennoch bleibt viel zu tun ein Charakteristikum der Sozialarbeit. So wird etwa die Problematik des Wohnens behinderter Menschen drängender werden. Dem Thema Arbeit wird gerade in krisenhaften Zeiten große Bedeutung zukommen. Gerade behinderte Menschen werden es schwer haben, sich in einem schärfer werdenden Konkurrenzkampf durchzusetzen. Aber auch für junge Menschen aus sozial schwachem Umfeld mit oftmals niedrigem Ausbildungsniveau ist die Etablierung auf dem Arbeitsmarkt schwierig und wird es wohl bleiben. Kinderreiche Familien und Familien mit nur einem alleinerziehenden Elternteil sind, das beweisen Statistiken immer wieder eindeutig, massiv gefährdet, in die Armut abzugleiten. Die Frage der Migration und der damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen hat in der Vergangenheit immer wieder Probleme bereitet. Auch in diesem Themenfeld war RETTET DAS KIND ÖSTERREICH in der Vergangenheit aktiv und wird sich wohl auch in Zukunft diesbezüglich auftretenden Problemen stellen, etwa der Sprachprobleme von Kindern und Jugendlichen mit nichtdeutscher Muttersprache. Und selbstverständlich sehen wir auch über den Tellerrand und leisten vor allem mit unserem Patenschaftsprogramm einen solidarischen Beitrag im Ausland. Aber auch sonst wickeln wir ausgewählte und überschaubare Projekte jenseits unserer Grenzen ab. Es gab in den letzten Jahrzehnten enorme gesellschaftliche Fortschritte und für Österreich ist größtenteils Wohlstand zu konstatieren. Das bedeutet aber nicht, dass eine Hilfsorganisation wie RETTET DAS KIND ÖSTERREICH obsolet geworden ist. Denn es wird auch in Zukunft wohl immer Menschen geben, die bedürftig sind, die Probleme haben, mit zum Teil rasanten Entwicklungen Schritt zu halten, die Hilfe brauchen. An dieser Stelle versprechen wir für alle in unserer Organisation Tätigen: Wir werden wie bisher eine Stütze für jene sein, die unseren Beistand brauchen. RETTET DAS KIND ÖSTERREICH kann und wird eine helfende Hand reichen. Abschließend bedanken wir uns bei all jenen, die uns seit Jahrzehnten unterstützen. Wien, Herbst 2012 Mag. Walter Paulhart Generalsekretär Dr. Wilhelm Klocker Präsident 5 Ein Leben lang

6 Das Leitbild von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH Die Richtung und der Inhalt unserer Arbeit wurden gemeinsam erarbeitet und beruhen auf der Basis der Grundsätze der UN-Konvention über die Rechte des Kindes und der UN-Deklaration über die Rechte behinderter Menschen. Sie flossen in das übergeordnete Leitbild von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH ein und werden durch unsere MitarbeiterInnen in ihrer täglichen Arbeit gelebt und transportiert. Vision RETTET DAS KIND ÖSTERREICH arbeitet an einer Welt, in der die Unverletzlichkeit der Menschenwürde und die Rechte auf eine freie Entfaltung der Persönlichkeit eines Individuums, auf Selbstbestimmung eines Individuums sowie auf ein lebenswertes Leben allgemein Gültigkeit hat. Im Mittelpunkt unserer Bemühungen stehen dabei die Verwirklichung der Rechte des Kindes und der Rechte der Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen. Mission Unsere Pflicht ist es, Kinder und Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie deren Familien unsere Unter stützung angedeihen zu lassen: ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, sie entsprechend ihrer Möglichkeiten zu fördern und zu bilden, sie vor Armut, Ausgrenzung, Isolation, Gewalt, Verwahrlosung und Überforderung in unserer Gesellschaft zu schützen. Unsere wichtigen Grundprinzipien bei der Umsetzung unserer Mission: Die KlientInnen als mündige PartnerInnen zu betrachten, d.h. sie anzuhören, sie über die Hilfsangebote zu informieren und soweit wie möglich in Entscheidungsfindungen hinsichtlich einer Lösung ihrer Problemlage einzubinden. KlientInnenzufriedenheit ist uns ein vorrangiges Anliegen. Durch Lobbyingarbeit in der Gesellschaft Verständnis und Unterstützung für die betroffenen Zielgruppen zu schaffen. Der Einsatz von fachlich und persönlich hochqualifizierten MitarbeiterInnen. Das Bekenntnis zu Methodenvielfalt und Multiprofessionalität in unserer Arbeit. Die effiziente Nutzung der zur Verfügung stehenden personellen und finanziellen Ressourcen und entsprechende Transparenz hinsichtlich der angesprochenen Entscheidungsvorgänge. Die Zufriedenheit des Auftraggebers ist ein wichtiges Ziel. Erstellung und Prüfung interner Qualitätsstandards. Die Sicherstellung eines hohen Qualitätsstandards der Arbeit durch Schaffung entsprechender Rahmen bedingungen, durch Bereitstellung der notwendigen Ressourcen, sowie durch laufende Fortbildung. Ein Leben lang RETTETDASKIND hilft. Ein Leben lang 6 RETTETDASKIND hilft.

7 1. Die Anfänge von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH vor dem Hintergrund der internationalen Geschichte von RETTET DAS KIND RETTET DAS KIND ÖSTERREICH wurde im Jahr 1956 unter dem Namen Österreichische Gesellschaft RETTET DAS KIND gegründet. Doch erstmals wirkte eine RETTET DAS KIND-Organisation schon nach dem Ersten Weltkrieg in Österreich: Angesichts von Not und Elend gründete Frau Eglantyne Jebb im Jahr 1919 den British Save The Children Fund, dessen erste Hilfsaktion hungernden Wiener Kindern galt. Diese Genfer Deklaration bildete die Basis für die 1959 von der UNO-Vollversammlung verabschiedeten Rechte des Kindes, die in immer wieder adaptierter Form heute in der Konvention über die Rechte des Kindes ihren Niederschlag gefunden hat. Diese Konvention über die Rechte des Kindes bildet eine zentrale Grundlage der Arbeit von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH ebenso wie für die sonstigen nationalen RETTET DAS KIND-Organisationen und die 1988 gegründete International Save The Children Alliance (ISCA). Lange Zeit in Verbindung mit der ISCA, hat nicht zuletzt das hochgradig auf Österreich konzentrierte Wirken dazu geführt, dass RETTET DAS KIND ÖSTERREICH seit Ende der 1990-er Jahre einen eigenständigen und unabhängigen Weg geht. Eglantyne Jebb Dem britischen Beispiel folgten bald Gründungen von Schwestergesellschaften in anderen Ländern. Die Maxime des Handelns bildete die Genfer Deklaration über die Rechte der Kinder, die fünf Punkte umfasste und die 1924 als erste Kinderrechts-Charta vom Völkerbund angenommen wurde: Es ist menschliche Pflicht, Kindern in Not ohne Ansehen von Nationalität, Religion und Rasse Schutz und Hilfe zu gewähren, Notständen vorzubeugen und die Bevölkerung zu Hilfsmaßnahmen aufzurufen. 7 Ein Leben lang

8 2. RETTET DAS KIND in Österreich Gründung und Entwicklung Auch nach dem Zweiten Weltkrieg waren es zunächst wieder ausländische RETTET DAS KIND-Gesellschaften, die sich notleidender österreichischer Kinder annahmen. Das schwedische RÄDDA BARNEN leistete nicht nur materielle Hilfe, sondern schenkte auch Trost und Hoffnung: Ich habe viele Tief- und Höhepunkte in meinem langen und bewegten Leben erfahren, aber zu den schönsten und trostreichsten Erlebnissen gehörte der Anblick der weißen Hilfsfahrzeuge von RÄDDA BARNEN, die wie Engel aus einer anderen Welt zu uns gekommen sind. (Theodor Körner, Wiener Bürgermeister von 1945 bis 1951) Über Initiative ausländischer RETTET DAS KIND- Organisationen wurde schließlich am 20. Juli 1956 die Österreichische Gesellschaft»RETTET DAS KIND«(das heutige RETTET DAS KIND ÖSTERREICH) als private, überparteiliche und konfessionell nicht gebundene Hilfsorganisation gegründet. Dr. Martha Kyrle (li.) und Dr. Edith Mock (re.) In den folgenden Jahren kam es dann zur Gründung von RETTET DAS KIND-Organisationen in den Bundesländern, womit sich der föderalistische Charakter von RETTET DAS KIND in Österreich etablierte. Wegen der Nähe zu den regional auftretenden sozialen Problemen, hat sich dieses Modell bis heute als zielführend und erfolgreich erwiesen. Die erste Bewährungsprobe für RETTET DAS KIND ÖSTERREICH folgte unmittelbar nach der Gründung im Jahr 1956: Als Folge der Ungarnkrise strömten tausende Familien hilfesuchend nach Österreich. Dank der Unterstützung ausländischer Schwesterorganisationen war es RETTET DAS KIND ÖSTERREICH möglich, eine Reihe von Auffangstellen für Familien mit Kindern und für alleinstehende Jugendliche zu schaffen. Nach Bewältigung dieser ersten Bewährungsprobe ging man bei RETTET DAS KIND ÖSTERREICH daran, sich in der sozialen Landschaft Österreichs zu etablieren. Dabei war es ungemein hilfreich, dass der noch jungen Organisation von den ausländischen Schwesterorganisationen eine Reihe von Einrichtungen gewissermaßen als Startkapital überlassen wurde. Neben vielfältigen anderen Aufgaben kristallisierten sich die noch heute gegebenen Arbeitsschwerpunkte heraus: Jugendwohlfahrt und Behindertenbetreuung. RETTET DAS KIND ÖSTERREICH entwickelte sich zu einer effizienten und an den jeweiligen sozialen Bedürfnissen orientierten Hilfsorganisation, in deren Arbeitsmittelpunkt immer das bedürftige, gefährdete oder behinderte Kind, beziehungsweise der behinderte Mensch steht. 8 RETTETDASKIND hilft.

9 Dabei ist als wesentliches Charakteristikum über Jahrzehnte hinweg die enge Zusammenarbeit mit der Öffentlichen Hand hervorzuheben. Die Arbeit von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH entspricht damit dem erprobten und sehr erfolgreichen österreichischen Modell der Übernahme sozialer Aufgaben durch private Träger. RETTET DAS KIND ÖSTERREICH ist 1956 unter schwierigen Umständen entstanden und kontinuierlich gewachsen. Heute beschäftigt es etwa 350 MitarbeiterInnen. Gerade im Sozialbereich und der damit einhergehenden Verantwortung gegenüber den KlientInnen ist es ungemein wichtig, die Qualität der Arbeit und ihre Rahmenbedingungen ständig zu hinterfragen. Einen erheblichen Teil der Arbeit leistet RETTET DAS KIND ÖSTERREICH in Zusammenarbeit mit dem und finanziert durch das öffentliche Sozialsystem. Daneben wird versucht, zusätzliche finanzielle Mittel durch das Aufbringen von Spenden zu lukrieren, weil vor allem Qualitätssteigerungen oft nur über weitere Geldmittel zu realisieren sind. In diesem Zusammenhang sind vorrangig die Aktion LICHT INS DUNKEL und die ÖSTERREICHISCHE KINDERHILFE zu nennen. RETTET DAS KIND war an der Gründung beider Organisationen beteiligt und gehört regelmäßig zu deren Begünstigten. Der Schwerpunkt der operativen Arbeit von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH liegt im Burgenland. Gemeinsam mit dem Bundessozialamt, Landesstelle Burgenland, vor allem aber in jahrzehntelanger enger Kooperation mit der Sozialabteilung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung gelang es, sowohl im Bereich der Betreuung geistig und mehrfach behinderter Menschen, als auch auf dem Gebiet der Jugendwohlfahrt große Erfolge zu erzielen. RETTET DAS KIND Österreich verfügt über: die Qualitätszertifizierung ISO 9001 : 2008 das Spendengütesiegel die steuerliche Absetzbarkeit der Spenden gemäß 4a Z 3 bzw. EstG (SO 1379) 3. Die Arbeit von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH im Burgenland Wegen der Nähe zu Wien wurde im Burgenland keine selbstständige RETTET DAS KIND-Organisation gegründet, sondern RETTET DAS KIND ÖSTERREICH nimmt mannigfaltige Aufgaben im Sozialbereich dieses Bundeslandes wahr. Die Arbeit im Burgenland ist in vier Bereiche gegliedert: Jugendwohlfahrt und Behindertenbetreuung, Mobiler Heilpädagogischer Dienst, Berufliche Integration sowie Wohnen und Lebensbegleitung Jugendwohlfahrt und Behindertenbetreuung Die Förderwerkstätten von RETTET DAS KIND Die Menschlichkeit einer Gesellschaft zeigt sich nicht zuletzt daran, wie sie mit den schwächsten Mitgliedern umgeht. (Helmut Kohl) Arbeit in der Förderwerkstätte 9 Ein Leben lang

10 Waren behinderte Menschen über Epochen hinweg weitgehend sich selbst oder der Herkunftsfamilie überlassen, so entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr ein institutionelles Netz zur Betreuung von Menschen mit Behinderungen. Im Sinne des obigen Zitates ist dies durchaus als Entwicklung in Richtung zunehmender Menschlichkeit zu interpretieren. Im Burgenland war es die Kooperation zwischen dem Amt der Burgenländischen Landesregierung und RETTET DAS KIND ÖSTERREICH, die ab dem Ende der 1970er-Jahre diesbezüglich geradezu vorbildhafte Fortschritte brachte. Heute führt RETTET DAS KIND ÖSTERREICH im Auftrag der Landesregierung sechs Förderwerkstätten für geistig und mehrfach behinderte Menschen: Eisenstadt, Mattersburg-Walbersdorf, Oberpullendorf, Stegersbach, Großpetersdorf und Jennersdorf. Eine Besonderheit stellt die an die Förderwerkstätte Eisenstadt angeschlossene Arbeitsgruppe Siegendorf dar, an der eine Schnittstelle zur Arbeitswelt angesiedelt ist. Mit den genannten Einrichtungen ist ein nahezu flächendeckender Ausbau gegeben. Die Förderwerkstätten haben beschäftigungstherapeutischen Charakter, wobei den Entwicklungsmöglichkeiten der KlientInnen größte Beachtung geschenkt wird. Vor diesem Hintergrund ist es die alltägliche Herausforderung, die Talente und Fähigkeiten der uns anvertrauten Menschen zu erkennen und bestmöglich zu fördern sei es im handwerklichen, im sportlichen oder im künstlerischkreativen Bereich. Das Bekenntnis zur bestmöglichen Förderung bedingt, dass in den Förderwerkstätten kontinuierlich versucht wird, neue wissenschaftliche und/oder therapeutische Erkenntnisse umzusetzen. Das wiederum erfordert zum einen ständige Adaptierungen etwa in der technischen Ausstattung zum anderen aber auch die kontinuierliche Weiterbildung der MitarbeiterInnen. Ein zweiter ganz wichtiger Aspekt ist die Integration der Förderwerkstätten und ihrer KlientInnen in den Alltag der Umgebungsgesellschaft. Dies wird durch eine verstärkte Öffnung nach außen hin versucht. Tage der offenen Tür, Basare und Ausstellungen sind diesbezüglich zu nennen. Wesentliche Integrationsfortschritte bringt die Übernahme von Aufträgen in der jeweiligen Ortschaft bzw. Stadt: Rasenmähen, Schneeräumung, Grabpflege, Bügel- und Reinigungsarbeiten. Es ist auch all diesen Bemühungen zuzuschreiben, dass heute von einer durchgängig gegebenen Akzeptanz und einer sehr weitgehenden Integration der Förderwerkstätten und ihrer KlientInnen in die Umgebungsgesellschaften, in die Dorf- und Stadtgemeinschaften gesprochen werden kann. Doch in der sozialen Arbeit auch in der Betreuung behinderter Menschen ist nie alles getan, und es erwachsen ständig neue Aufgaben. So ist etwa das Altwerden unserer KlientInnen eine Herausforderung, der es sich zu stellen gilt. Diesbezüglich wurden erste Rückzugs-, Ruhe- und Erholungsmöglichkeiten für ältere KlientInnen eingerichtet. In den Förderwerkstätten von RETTET DAS KIND werden laufend zirka 150 Menschen mit Behinderungen betreut. Finanziert werden diese so wichtigen Einrichtungen von der Sozialabteilung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung. Zum Bau und zur Einrichtung der Förderwerkstätten werden aber auch immer wieder Spendenmittel von RETTET DAS KIND eingebracht. 10 RETTETDASKIND hilft.

11 Eingliederungshilfe Seit dem Schuljahr 2009/2010 verwaltet und koordiniert RETTET DAS KIND ÖSTERREICH im Auftrag des Landes Burgenland flächendeckend die Begleitung von körperlich, geistig und mehrfach behinderten Kindern durch EingliederungshelferInnen im Pflichtschulbereich und vereinzelt in den Kindergärten. Diese begleitende Betreuung ermöglicht Kindern mit Defiziten die sichere Teilnahme am Unterricht und wahrt so die Chance auf einen regulären Schulabschluss. Schulen, Kindergärten, stationäre Einrichtungen etc. Die Informations- und Aufklärungsarbeit durch Vorträge und Workshops in Schulen und Kindergärten hat einerseits Präventionsfunktion, andererseits soll sie der Sensibilisierung einer breiteren Öffentlichkeit in dieser sehr heiklen Thematik dienen. Trotz der Wichtigkeit der Einrichtung gestaltet sich die Finanzierung des Kinderschutzzentrums konstant schwierig. Es war in der Vergangenheit durchgehend notwendig, jährlich Spendenmittel einzubringen. Im Sinne der bestmöglichen Förderung junger Menschen mit Behinderungen und der nachfolgenden Integration in das Gesellschafts- und Arbeitsleben ist diese Arbeit eine im Schulwesen des Burgenlandes enorm wichtige Ergänzung. In diesem Bereich ist RETTET DAS KIND Dienstgeber von etwa 150 MitarbeiterInnen Kinderschutzzentrum in Eisenstadt Im November 2003 hat RETTET DAS KIND ÖSTER- REICH die Verantwortung für das Kinderschutzzentrum in Eisenstadt übernommen. Die Hauptaufgabe der MitarbeiterInnen dieser an Bedeutung leider zunehmenden Einrichtung ist es, in Fällen von (drohender) Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zu beraten, zu begleiten und bei Krisen zu intervenieren. Das Kinderschutzzentrum bietet Hilfe bei Trennungs- und Scheidungsproblemen, verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen, stellt Besuchskontakte zu nichterziehenden Elternteilen her. Eine Kernaufgabe ist die Betreuung bzw. der Schutz von Kindern und Jugendlichen, wenn Gewalt und/ oder Missbrauch gegeben sind oder drohen. Die Betreuung ist vielfältig. Sie kann bis zu mehrmonatigen Therapien reichen, um Kindern die Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen zu ermöglichen. Ebenso ist die psychosoziale Prozessbegleitung von Missbrauchsopfern möglich. Für die Betroffenen sind alle Leistungen kostenlos. Einen wesentlichen Teil der Arbeit des Kinderschutzzentrums stellt dessen Vernetzungsfunktion dar. Dazu zählt die Kooperation und Koordination verschiedener Institutionen wie etwa Exekutive, Justiz, Beratungsstellen, Jugendwohlfahrtsreferate, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Sozialpädagogische Wohngemeinschaft für Kinder und Jugendliche in Breitenbrunn ( Rosenhof ) Im September 2005 öffnete die Sozialpädagogische Wohngemeinschaft Rosenhof in Breitenbrunn für zwölf Kinder und Jugendliche ihre Pforten. Die Einrichtung dient zur Unterbringung, Betreuung und Förderung von Minderjährigen, bei denen ein Verbleib in der Familie nicht mehr zu verantworten ist. Die Unterbringung erfolgt so weit wie möglich unter aktiver Miteinbeziehung der Herkunftsfamilie, um die eventuelle Rückkehr in die Familie zu ermöglichen sofern die soziale Situation dies erlaubt. 11 Ein Leben lang

12 Die Wohngemeinschaft wird als unterstützende und ergänzende Einrichtung für Familien mit Problemen gesehen, bei denen ambulante Familienunterstützung nicht mehr ausreicht, um die Kinder entsprechend versorgen, erziehen und fördern zu können. Die Aufnahme von Kindern in der Einrichtung erfolgt grundsätzlich unter dem Aspekt der vorübergehenden Begleitung mit der Absicht, die Kinder wieder in ihr ursprüngliches Familiensystem rückzuführen. Der Kontakt zur Familie ist somit ein wichtiger Bestandteil. Sollte jedoch eine Rückführung nicht möglich sein, so ist ein Verbleib bis zur Volljährigkeit unter Einbeziehung von Schulabschluss und Berufsausbildung möglich. Die langfristige Finanzierung des gesamten Projektes wurde mit der Sozialabteilung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung vereinbart, wobei auch bei diesem Projekt RETTET DAS KIND je nach Verfügbarkeit ergänzende Spendenmittel einbringt Streetwork Oberwart Streetwork Oberwart wurde 2004 zunächst als Pilotprojekt installiert und wird seither von RETTET DAS KIND in Zusammenarbeit mit dem Land Burgenland und der Gemeinde Oberwart geführt. Ziel des Projektes ist es, gefährdete Jugendliche von den schädlichen Einflüssen der Straße Alkohol, sonstige Drogen, Gewaltszenerien etc. fernzuhalten. Darüber hinaus wird mit dem Streetwork-Haus ein Platz angeboten, in dem die Jugendlichen ihre Freizeit ohne Konsumationszwang verbringen können. So erfreut sich etwa der kostenlose (beaufsichtigte) Internetzugang bei den Jugendlichen größter Beliebtheit. Das Streetwork-Haus dient den Jugendlichen aber auch als Platz für beratende Gespräche mit den StreetworkerInnen. Zentralen Stellenwert nimmt dabei freilich der Themenkreis Ausbildung und Arbeit ein. Aber auch sonstige Fragestellungen wie Probleme mit den Eltern, Partnerschaft und Sexualität haben ihren Platz. Aufgabe der StreetworkerInnen ist es, gemeinsam mit den Jugendlichen Perspektiven zu entwickeln. Durch den auch aufsuchenden Charakter ist Streetwork ein besonders niederschwelliges Beratungs- und Betreuungsangebot. Die StreetworkerInnen gehen auf Jugendliche zu, die das Angebot anderer sozialer Einrichtungen nicht nutzen können oder wollen, knüpfen Kontakte, um ihr Vertrauen zu gewinnen und sie ein Stück weit in ihrem Lebensumfeld zu begleiten sowie Ansprechpartner in den verschiedensten Problemlagen zu sein. Von Beginn an wurde das Projekt Streetwork Oberwart von den Jugendlichen als überaus willkommen angenommen. Die gute Kooperation zwischen dem Land Burgenland, Stadt Oberwart und RETTET DAS KIND hat in der Vergangenheit mit sich gebracht, dass das Projekt immer wieder finanziert werden konnte. Allerdings ist die zukünftige Finanzierung von jährlich befristeten Verträgen abhängig Der Mobile Heilpädagogische Dienst 1967 wurde erstmals im Burgenland die Idee realisiert, für vorschulaltrige Kinder mit besonderem Förderbedarf eine mobile Betreuung anzubieten. Zunächst wurden im Bezirk Eisenstadt Kinder in Kleingruppen logopädisch beziehungsweise rhythmisch-musikalisch betreut erhielt RETTET DAS KIND die Genehmigung, in Kindergärten zu arbeiten kam es zur Gründung des Mobilen Beratungsdienstes des Bundessozialamtes, der eng mit RETTET DAS KIND zusammenarbeitete. Damals bestand das Team aus zwei Logopädinnen und einer Physiotherapeutin. Aus diesen Anfängen heraus entwickelte sich der Mobile Heilpädagogische Dienst (MHD) von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH. Heute umfasst der MHD Sonderkindergartenpädagoginnen, Dipl. PhysiotherapeutInnen, Musiktherapeutinnen, Logopädinnen und interdisziplinäre Frühförderinnen. Es werden jährlich über Kinder betreut. Dabei reicht das Alter der Kinder in der Regel von der Geburt bis zum Schulalter. Die Betreuung findet entweder in Kindergärten oder in Einrichtungen von RETTET DAS KIND oder direkt in den betroffenen Familien statt. 12 RETTETDASKIND hilft.

13 Es ist von zentraler Bedeutung, dass die Leistungen unseres mobilen TherapeutInnenteams für die Familien unentgeltlich angeboten werden. Das Gros der Kosten (Gehalts- und Reisekosten der TherapeutInnen, Verwaltungskostenanteile etc.) wird von der Sozialabteilung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung getragen, während RETTET DAS KIND Anteile der Administration und den Sachaufwand, vor allem die Therapiematerialien, finanziert. RETTET DAS KIND ÖSTERREICH führt die Projekte der Beruflichen Integration seit dem Jahr 1995 und war damit sehr früh in diesem sozialpolitisch sehr wichtigen und zukunftsweisenden Feld tätig. Als Auftraggeber und Financier fungiert das Bundessozialamt, Landesstelle Burgenland. Die Berufliche Integration gliedert sich mittlerweile in fünf Maßnahmen: Arbeitsassistenz Erwachsene, Arbeitsassistenz Jugendliche, Jugendcoaching, Jobcoaching sowie Berufsausbildungsassistenz. Gerade in Zeiten, in denen in ganz Europa dem Kampf gegen Arbeitslosigkeit und damit der Arbeitsmarktpolitik höchste Priorität zukommt, sind Maßnahmen für die Beschäftigung behinderter Menschen von nicht zu überschätzender Wichtigkeit. Vor diesem Hintergrund ist auch die nach wie vor gegebene Dynamik des Bereiches nicht überraschend. Die zunehmende Bedeutung der Maßnahmen resultiert aber auch aus den Erfolgen der Vergangenheit: Höchste Kompetenz, gepaart mit unermüdlichem Einsatz und einem auch emphatisch geprägten Zugang der MitarbeiterInnen zur Arbeit haben dazu geführt, dass zahlreiche Arbeitsplätze gefunden, Ausbildungsplätze vermittelt und gefährdete Dienstverhältnisse gesichert werden konnten Die Berufliche Integration Die berufliche Integration zielt auf die Integration von Menschen mit Behinderungen Jugendliche und Erwachsene in den Arbeitsmarkt ab. Ziel ist es, die KlientInnen in der Arbeitswelt zu etablieren und ihnen so zu einer erfüllenden Aufgabe und einem regelmäßigen Einkommen zu verhelfen. Es braucht an dieser Stelle nicht näher ausgeführt zu werden, dass damit meist ein großer Schritt in Richtung eines selbstständigen, unabhängigen Lebens gemacht wird, der auch das Selbstwertgefühl der Menschen enorm steigert. 13 Ein Leben lang

14 Die Berufliche Integration steht aber nicht nur im Dienste der Menschen mit Behinderungen, sondern sie versteht sich auch als Dienstleister für die Wirtschafts- und Gewerbetreibenden des Burgenlandes. Etlichen Betrieben wurden im Laufe von eineinhalb Jahrzehnten wertvolle, fleißige und höchst loyale MitarbeiterInnen vermittelt. Somit hat die Berufliche Integration nunmehr einen nicht zu unterschätzenden gesamtgesellschaftlichen Wert für das Burgenland. Besonders schwierig stellt sich die Arbeit der Beruflichen Integration im Umfeld konstant hoher Arbeitslosenzahlen, wirtschaftspolitisch höchst krisenhafter Zeiten und sozialpolitischer Einsparungsmaßnahmen dar. Und es wurde schon angesprochen gerade in solch schwierigen Zeiten brauchen Menschen mit sozialemotionalen Benachteiligungen, mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen massive Unterstützung auf dem Weg in ein eigenständiges, erfülltes Leben Arbeitsassistenz Erwachsene Die Arbeitsassistenz berät und begleitet Personen mit Behinderungen bei der Suche nach einem geeigneten Arbeitsplatz. Doch auch dort, wo ein bereits bestehendes Dienstverhältnis gefährdet ist, vermittelt die Arbeitsassistenz und trägt so zum Erhalt des Arbeitsplatzes bei. Die MitarbeiterInnen dieses Projektes betreuen Hunderte von Personen, von denen durchschnittlich jeder Dritte an einen Arbeitsplatz vermittelt werden kann. Doppelt so viele Personen nehmen darüber hinaus unterstützende Beratung in Anspruch. Die meisten Kontakte werden über das Arbeitsmarktservice geknüpft Arbeitsassistenz Jugendliche Bei diesem Projekt stellen Jugendliche im Alter zwischen 14 und 24 Jahren die klar definierte Zielgruppe dar. Nach einer erfolgreichen Orientierung stehen bei den jungen Arbeitssuchenden verstärkt die Lehrstellensuche bzw. erste berufliche Erfahrungen im Rahmen von Praktika im Vordergrund Jugendcoaching Die Maßnahme Jugendcoaching setzt beim Übergang Schule/Beruf an. Das Angebot richtet sich an alle ausgrenzungsgefährdeten Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren. Neben den Pflichtschulen werden auch die höheren und berufsbildenden Schulen von den Jugendcoaches betreut. Es geht darum, die beruflichen Möglichkeiten von jungen Menschen mit Beratungsbedarf auszuloten. Mehr und mehr wenden sich auch Eltern von betroffenen Jugendlichen an die MitarbeiterInnen des Projektes. Denn letztendlich hat die oder der Jugendliche nur dann eine Chance auf ein weitgehend selbstbestimmtes Leben, wenn es gelingt, sie oder ihn auf dem Arbeitsmarkt geeignet zu platzieren. Oder es gilt, die Betroffenen in eine Ausbildung zu bringen und damit deren persönliche Entwicklungschancen zu wahren Jobcoaching Jobcoaching bietet seine Dienstleistung direkt in den Unternehmen an. Dabei geht es um die Begleitung von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz vor allem in der ersten, extrem schwierigen Phase nach dem Erlangen der Beschäftigung. Die professionelle, begleitende Einschulung dient sowohl der fachlichen, als auch sozialen Integration am Arbeitsplatz. Neben der Aufgabe, die Umgebung der KlientInnen mit der neuen Situation vertraut zu machen, stellt die Erprobung der Arbeitsabläufe eine zentrale Aufgabe dar Berufsausbildungsassistenz Die Berufsausbildungsassistenz begleitet Jugendliche einer Integrativen Lehrausbildung durch die gesamte Lehrzeit. Grundsätzlich sind zwei Möglichkeiten vorgesehen, Auch hier kann für etwa ein Drittel der Jugendlichen eine Erwerbstätigkeit erreicht werden. Die Jugendlichen werden in erster Linie von den Jugendcoaches an die Arbeitsassistenz für Jugendliche verwiesen, oder sie kommen aus eigenem Antrieb. 14 RETTETDASKIND hilft.

15 nämlich die verlängerte Lehre oder die Teilqualifizierung. Die Betreuungen, die in den Ausbildungsbetrieben, in den Berufsschulen und im Bedarfsfall auch in der Freizeit stattfinden, sind in der Regel sehr individuell gestaltet. Dies bringt freilich enormen motivatorischen und zeitlichen Einsatz mit sich Wohnen und Lebensbegleitung Tages- und Wohnheim für schwerstbehinderte Menschen 2009 übernahm RETTET DAS KIND ÖSTERREICH von der vormaligen Trägerorganisation die Führung des Tages- und Wohnheimes (TWH) für schwerstbehinderte Menschen in St. Margarethen. Zunächst musste die schon erfolgte Übersiedelung in ein völlig neu errichtetes Haus, das 12 Wohn- und 16 Tagesunterbringungsplätze bietet, abgeschlossen und etabliert werden. Aufgrund der Schwere der Behinderungen der KlientInnen ist von ganz anderen Bedingungen als etwa in den Förderwerkstätten auszugehen. Sind dort die Entwicklungsmöglichkeiten der KientInnen doch vielschichtig, so kommt im Tages- und Wohnheim für schwerstbehinderte Menschen auch dem medizinisch-pflegerischen Betreuungselement verstärkte Bedeutung zu. Dies erfordert die Präsenz diesbezüglich ausgebildeten Betreuungspersonals neben der notwendigen pädagogischen Kompetenz des Teams. Und gerade die Komplexität der Behinderungen der KlientInnen erfordert ein laufend aktualisiertes Fachwissen der MitarbeiterInnen und somit ständige Fortbildung. Auch bei dieser finanziell besonders aufwendigen Maßnahme gibt es eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen RETTET DAS KIND ÖSTERREICH und der Sozialabteilung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung, die vor allem als Financier der Maßnahme fungiert. Nach relativ kurzer Zeit kann auch für das TWH St. Marga rethen festgehalten werden, dass sich die Kooperation zwischen öffentlicher Verwaltung und privatem Träger als erfolgreich und fruchtbar erweist Betreute Wohngemeinschaft für Erwachsene mit Behinderung 2005 wurden in einem Wohnbau in Eisenstadt die Nutzungsrechte an fünf Wohneinheiten mit einer Gesamtnutzfläche von zirka 500 m 2 erworben. Im Frühsommer 2006 nahm die Wohngemeinschaft für Erwachsene behinderte Menschen den Betrieb auf. 12 KlientInnen haben dort ihr neues Zuhause und werden bestmöglich betreut rund um die Uhr, das ganze Jahr über. Mit diesem Engagement trägt RETTET DAS KIND der wachsenden Sorge von betagter werdenden Eltern behinderter Menschen Rechnung, für die die Frage nach der Zukunft ihrer Nachkommen über das eigene Leben hinaus drängend ist. 15 Ein Leben lang

16 Das betreute Wohnen ist eine zeitgemäße, unumgängliche Lebensform, die den KlientInnen einerseits die gewünschte Selbständigkeit und andererseits das nötige Maß an Betreuung ermöglicht. Und die höchst gelungene Integration der Wohngemeinschaft in die soziale Umgebung ist als besonders erfreulich hervorzuheben. Auch bei diesem Projekt hat die Sozialabteilung des Amtes der Burgenländischen Landesregierung die langfristige Finanzierung übernommen. 4. Einzelfallhilfe von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH Im Bereich der Einzelfallhilfe ist RETTET DAS KIND in verschiedenen Aktionen tätig. Gemeinsam ist den Arbeitsbereichen, dass sie einen karitativen Charakter im herkömmlichen Sinn haben und aus Spenden finanziert werden. In Zusammenarbeit mit den Referaten für Jugendwohlfahrt und Sozialarbeit gewähren wir Unterstützungen durch unseren Soforthilfe-Fonds für Familien in Not. Dabei soll durch schnelle und vor allem unbürokratische Hilfe dazu beigetragen werden, Familien aus prekären finanziellen Situationen zu helfen. Nicht selten gelingt es mit einer solchen einmaligen Unterstützung, Familien vor Delogierung oder der Abschaltung der Energiezufuhr zu bewahren. Vor allem Kinder sollen vor manifester Armut und Existenzbedrohung geschützt werden. Durch die Aktion zu Schulbeginn, die im Regelfall auf das Burgenland begrenzt ist, erhalten bedürftige Familien Unterstützung in der Zeit des Schulbeginns. Vor allem kinderreiche Familien können den massiv auftretenden finanziellen Anforderungen des Schulbetriebs häufig nicht gerecht werden. Die rechtzeitige Hilfe bewahrt die betroffenen Kinder auch vor sozialer Ausgrenzung. Die Weihnachtsaktion von RETTET DAS KIND ist Kindern aus armen Familien im ländlichen Raum gewidmet. Sie stellt sicher, dass Kinder der uns bekanntgegebenen Familien ein von den Eltern ausgesuchtes bescheidenes Weihnachtsgeschenk erhalten. Gerade mit dieser Aktion wird eine Aufgabe mit einem traditionell karitativen Charakter wahrgenommen. Ebenfalls als Einzelfallhilfe in Österreich ist die in der Vergangenheit immer wieder geleistete Katastrophenhilfe anzusehen. Diese wird im Anlassfall und nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel geleistet. 16 RETTETDASKIND hilft.

17 5. Nachmittagsbetreuungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache Schon vor Jahrzehnten wurde bei RETTET DAS KIND die Notwendigkeit zur außerschulischen zusätzlichen Förderung von Kindern und Jugendlichen mit nichtdeutscher Muttersprache erkannt. Dabei geht es auch um die Attraktivierung der Freizeitaktivitäten der TeilnehmerInnen. Es soll freilich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten ein Beitrag zum Abbau von Defiziten, die aus sozialer Benachteiligung resultieren, geleistet werden. Das Nachmittagsbetreuungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Mutter sprache leistet auch insgesamt einen Beitrag zum schulischen Fortkommen der TeilnehmerInnen. Die Erfahrungen zeigen, dass sich diesbezügliche Fortschritte sehr positiv auf die Integration der Kinder und Jugendlichen auswirken. Nicht zuletzt stellen verbesserte schulische Leistungen von Kindern und Jugendlichen mit nichtdeutscher Muttersprache eine Möglichkeit zum Abbau von gesamtgesellschaftlichen Vorurteilen dar. Die immer wieder vehement geführte Debatte hinsichtlich der Integration von Migrantenfamilien und deren Kindern bestätigt dies eindringlich. Die Finanzierung dieses Programmes erfolgt fast ausschließlich aus Eigen- bzw. Spendenmittel von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH. Schon damals war man sich bewusst, dass vor allem die Aneignung und tägliche Anwendung der deutschen Sprache eine wesentliche Voraussetzung für die Integration der Kinder und auch für deren schulisches Fortkommen darstellt. Das 1978 gestartete Nachmittagsbetreuungsprogramm für Kinder und Jugendliche mit nichtdeutscher Muttersprache hatte in seinem Bestehen einen wechselnden Umfang, der von den jeweils zur Verfügung stehenden Mitteln abhängig war. Derzeit wird es vor allem in Wien an Schulen und Jugendzentren durchgeführt. Die inhaltliche Ausrichtung schwankt und reicht von Schulnach- und Hausaufgabenhilfe bis hin zu freizeitpädagogisch orientierten Kursen. 17 Ein Leben lang

18 6. Interdisziplinäre Frühförderung und Logopädie in Wien Seit 1993 arbeitet RETTET DAS KIND ÖSTERREICH in Wien Simmering auf dem Gebiet der Frühförderung. Die beiden Frühförderinnen sind eingebunden in das Team der Beratung und Diagnostik für Kinder und Jugendliche des Bundessozialamtes, Landesstelle Wien. Die Aufgabe der Interdisziplinären Frühförderung besteht darin, Hilfe und Unterstützung in mehrfacher Hinsicht zu geben. Zum einen soll in Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen (Medizin, Psychologie, Psychotherapie, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie etc.) therapeutisch mit dem Kind gearbeitet werden. Durch eine möglichst früh einsetzende Betreuung gelingt es in vielen Fällen, Behinderungen, Einschränkungen, Entwicklungsverzögerungen etc. zu verbessern oder gar zu beseitigen. Frühförderung ist eine Disziplin, die schon unmittelbar nach der Geburt zum Einsatz kommen kann. Und gerade diese sehr frühe Intervention ist nicht selten eine Grundvoraussetzung für den Erfolg der therapeutischen Maßnahme. Bei der Frühförderung soll aber auch mit den Eltern und dem sonstigen sozialen Umfeld des Kindes gearbeitet werden. So manche problematische Kindesentwicklung ist darin begründet. Hier soll der adäquate Umgang mit der Situation vermittelt werden, damit entsprechend mit und für das Kind agiert werden kann. Und darüber hinaus soll vor allem auch den Eltern selbst in der Situation geholfen werden durch verständnisvolle Gespräche, durch Beratung und Weitervermittlung. Finanziert wird diese Maßnahme zur Gänze vom Fonds Soziales Wien. Die Honorierung der oben genannten Logopädin wird ebenfalls von RETTET DAS KIND organisiert, wobei Mittel aus der Aktion LICHT INS DUNKEL und von verschiedenen Krankenkassen einfließen. Bildtext. 18 RETTETDASKIND hilft.

19 7. Der Fahrschülerhort von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH in Vöcklabruck Der Bahnhof Vöcklabruck ist für die Kinder der Region eine zentrale Anlaufstelle, um in die Schule bzw. von dort mit Bus oder Bahn wieder nach Hause zu kommen. Seit vielen Jahren betreibt RETTET DAS KIND ÖSTERREICH dort einen Fahrschülerhort, in dem Kinder und Jugendliche die Wartezeit verbringen können. Es werden täglich, vor allem in den Wintermonaten, zirka 60 SchülerInnen von einer Hortnerin betreut. Die jungen Menschen, die hier in einem geschützten Raum die Zeit bis zu ihrem Bus- oder Zugsanschluss verbleiben können, schätzen, ebenso wie ihre Eltern, diese Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitgestaltung abseits der Straße. Es können sowohl Hausaufgaben gemacht werden, oder aber andere, spielerische Angebote genützt werden. Es gibt auch keinerlei Konsumationsdruck oder -zwang. Die Kosten sind zum größten Teil von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH aufzubringen unterstützt vom Land Oberösterreich durch eine Subventionierung. 8. Das Patenschaftsprogramm von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH Das Patenschaftsprogramm stellt gewissermaßen die Schnittstelle zwischen der Inlands- und der Auslandsarbeit von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH dar. Es reicht zurück bis in die Anfänge der Organisation, wobei ursprünglich in erster Linie PatInnen für notleidende österreichische Kinder gesucht wurden. Im Laufe der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt des Programmes ins Ausland: Indien, Kenya, Kroatien, Mexiko, Portugal, Rumänien, Südafrika, Thailand und Türkei. Darüber hinaus werden Patenschaften für tibetische Kinder, die in einem Flüchtlingslager in Indien leben, vermittelt. Die Übernahme einer Patenschaft bedeutet direkte finanzielle Hilfe für ein bestimmtes Kind und stellt damit eine sehr individuelle Form von Hilfe dar. Aber in der Regel geht eine Patenschaft über die materielle Ebene hinaus und erreicht mitunter eine intensive persönliche Dimension. Der Pate oder die Patin verfolgen die persönliche Entwicklung oder den Lebensweg ihres Kindes mit und nehmen mittels Briefverkehr daran Anteil. Gerade dieser Brückenschlag zwischen Menschen verschiedener Kulturen macht diese Hilfsmaßnahme von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH so berührend. 19 Ein Leben lang

20 9. Die Arbeit von RETTET DAS KIND ÖSTERREICH im Ausland Ungeachtet des deutlichen Schwerpunktes der Arbeit in Österreich, ist RETTET DAS KIND ÖSTERREICH seit seinem Bestehen auch im Ausland immer wieder mit ausgewählten einzelnen Projekten tätig. Dabei ist vor allem nochmals das schon vorgestellte Patenschaftsprogramm zu nennen. Das Engagement im Ausland entspricht dem Leitmotiv, wonach es menschliche Pflicht (ist), Kindern in Not ohne Ansehen von Nationalität, Religion und Rasse Schutz und Hilfe zu gewähren, Notständen vorzubeugen und die Bevölkerung zu Hilfsmaßnahmen aufzurufen. Die Auslandsarbeit wird auch in Erinnerung an jene Unterstützung geleistet, die österreichischen Kindern in der Vergangenheit durch ausländische RETTET DAS KIND-Organisationen zuteil geworden ist. Um eine möglichst effiziente Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel gewährleisten zu können, arbeitet RETTET DAS KIND ÖSTERREICH im Ausland bevorzugt mit Schwestergesellschaften oder mit bewährten österreichischen Organisationen, die schon vor Ort tätig sind, zusammen. Es werden überschaubare und finanziell vertretbare Projekte ausgesucht. Ugandischen Freundschaftsgesellschaft zusammen und haben so die Möglichkeit, auf deren Infrastruktur vor Ort zurückgreifen zu können. In Äthiopien kooperiert RETTET DAS KIND ÖSTERREICH mit den Salesianern Don Bosco und bringt so Mittel in das Mekanassa-Jugendzentrum in Adis Abeba ein. Finanziert wird vor allem eine tägliche warme Mahlzeit für etwa 50 Kinder durch 10 Monate hindurch, sowie die Anschaffung von Lernmaterial im Rahmen eines Schulbetriebes. Seit vielen Jahren wird in Mexiko ein Schul- und Landwirtschaftsprogramm unterstützt, das Kindern im ländlichen Raum den Schulbesuch ermöglicht und grundlegende Kenntnisse in Hygienestandards und rationellen Anbaumethoden vemittelt. RETTET DAS KIND Österreich hat sich beispielsweise bei der Errichtung von Kindergärten nach dem Balkankrieg beteiligt, an der Tsunamihilfe 2004 teilgenommen, in Ägypten ein Projekt für behinderte Kinder und in Äthiopien ein Dorfprojekt gefördert. Derzeit wird in Uganda ein Resozialisierungsprogramm für ehemalige Kindersoldaten unterstützt. Ziel des Projektes ist die Rückführung und Integration der im Bürgerkrieg missbrauchten Kindersoldaten durch schulische und soziale Maßnahmen, z.b. in der Landwirtschaft. Ebenfalls in Uganda wird im Rahmen eines Schulprojektes in Fort Portal der Ankauf von Lehrmitteln finanziert. Bei beiden Projekten arbeiten wir mit der Österreichisch- Die Auslandsarbeit von RETTET DAS KIND ÖSTER- REICH wurde und wird vollständig aus Spenden- bzw. Eigenmittel finanziert. 20 RETTETDASKIND hilft.

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