Man soll dort etwas erfahren können. Etwas, das den Augen des Touristen und sowieso des Schülers sonst verborgen bliebe:

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1 1. Begrüßung durch Deutsches Museum 127 Achtklässler des Pestalozzi-Gymnasiums Gäste 2. Vorstellung des Liberia-Ak Tete: Afrika nach München zu holen, damit wir es besser verstehen! Das ist unser zentrales Anliegen im Liberiaprojekt. Unser Afrikatag ist ein Informationstag. Man soll dort etwas erfahren können. Etwas, das den Augen des Touristen und sowieso des Schülers sonst verborgen bliebe: Wir wollen wissen: was macht die Leute in Liberia glücklich, was denken sie über ihr Land, wie gehen sie miteinander um, wenn es schwierig wird? Konflikte mit Eltern, Lehrern und Mitschülern wie werden die gelöst? Wie plant man seine Zukunft bei 80% Arbeitslosigkeit? Anna: Unseren Brieffreunden haben wir solche Fragen schon gestellt. Und keine Antwort erhalten. Warum? Das ist wichtig und damit ihr alle unsere Erklärung wirklich gut versteht, erzählen wir euch jetzt eine kleine Geschichte. Es ist die Geschichte von der kulturellen Brille. (hochhalten) Sie beginnt damit, dass wir alle nur deshalb so munter drauflos leben können, weil vertrauenswürdige Leute um uns herum haben. Wir müssen einfach nicht ganz genau wissen, wie eine Waschmaschine funktioniert,

2 denn wir brauchen sie ja nur zu bedienen. Wir öffnen den Wasserhahn was rauskommt ist Trinkwasser. Das glauben wir einfach, weil wir ja sehen, dass keiner krank wird, wenn er das Wasser trinkt. Uns so geht es immer weiter. In Deutsch muss ich wirklich nicht wissen, wie die Sprache funktioniert, um eine schöne Geschichte zu schreiben. Es wird schon stimmen, dass ich gut Violine spiele, wenn mein Lehrer mir das sagt, denke ich. Einer weiß immer mehr als ich und so liegt Vieles in meinem Leben in den Händen anderer. (Brille übergeben) Eric (setzt sich die Brille auf. Pause.): Mit meiner kulturellen Brille mache ich mich jetzt auf den Weg in eine andere Kultur. Wo man sich vielleicht nicht darauf verlassen kann, dass das Wasser aus dem Hahn trinkbar ist aber wo die Menschen natürlich andere Quellen nutzen, um sich Sicherheit zu verschaffen. Wir hier drehn uns mit ca 1500 km in der Stunde um die Erdachse, merken wir s? Könnt ihr s glauben? Ja natürlich, weil eure Physiklehrer es euch erklären und keiner mit Einfluss und guten Argumenten widerspricht. (Brille absetzen) In Liberia, auf dem Land, gibt es ein Handy, irgendwo auch einen Internet-Anschluss, aber keinen Physiklehrer, dem man persönlich vertraut und dem keiner widerspricht. Jakob (Brille in der Hand): In einem Land, das ich kennen lernen will, muss ich deshalb meine Brille erst einmal absetzen. Schnell merke ich, dass die meisten Fragen, die ich mir ausgedacht habe, hier keine müde Seele interessieren. Es ist alles ganz anders. Und alles ist ungeheuer spannend. Kennt ihr das auch, wenn man nach dem Urlaub noch ganz lange den Tisch so deckt, wie es im Ausland üblich war, wenn man den Rhythmus der Mahlzeiten mit nach Hause bringt und eigentlich findet, dass ziemlich viel dort ziemlich viel besser ist als zu Hause.

3 Korbinian (übernimmt die Brille) : Bleiben wir mal in Gedanken 6 Wochen dort. Was passiert dann? Richtig: ihr fangt an den Leuten zu erklären, dass es doch optimal wäre, wenn sie alles, was bei ihnen super läuft, beibehalten würden und nur noch dazu verschiedene Tipps von euch übernehmen würden. Dann setzt eure alte, kulturelle Brille wieder auf (Brille aufsetzen) und teilt ihnen mit, was sie besser machen könnten. Und schwupp seid ihr in die Missionarsfalle geraten. Was auch immer ihr denen beibringen wollt, wie schlau ihr auch seid, es ist, als wolltet ihr einer Fledermaus beibringen Eier zu legen. (Behält die Brille auf) Nora: Es ist schon in Ordnung sie fliegt ja wie ein Vogel und hat auch sonst einiges mit Vögeln gemeinsam aber beim Entscheidenden, da macht sie nicht mit. Da hakt es aus bei eurer Fledermaus. Sie begreift gar nichts! Amelie: Gut, denkt sich die Fledermaus, wenn die das unbedingt wollen, dann mache ich da halt mit. Sie wird brav herumfliegen, sich auf Eier setzen lassen, vielleicht zu picken beginnen nur damit du glücklich bist. (holt sich die Brille und setzt sie sich auf) Nora: Wir, vom Liberia- Ak, haben gemerkt, dass es so

4 nicht gehen kann. Wenn einer zahlt und sagt, wie alles funktionieren muss, dann entstehen vielleicht tolle Sachen! Aber viele der tollen Sachen sind hohl. Alles ist wie beim Scheinriesen in Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Wenn man genau hinschaut, ist gar nichts zwischen den beiden, der Fledermaus und ihrem Lehrmeister. Alles war die reine Zeit- und Geldverschwendung Anna: Deshalb geht es bei diesem Afrikatag um das Erleben von Kultur. Zuerst dürft ihr miterleben, wie es jemandem ergeht, der sich entschlossen hat, zwischen den Welten hin und her zu wandern Tete: Im zweiten Teil macht ihr euch in euren Workshops daran, von euch selbst zu erzählen. Sagt den Leuten in Liberia, wie ihr denkt, was ihr wichtig findet, was euch Spaß macht! Unser Afrikatag in diesem Jahr trägt deshalb den Untertitel Schül[er]erleben (Plakat: Eric) Viel Vergnügen!

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