Senfkorn. November 2011 bis Februar Aktuelles Thema Warum? - Die Frage nach dem Leid

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1 Senfkorn November 2011 bis Februar 2012 Aktuelles Thema Warum? - Die Frage nach dem Leid FOTO: Wikimedia Commons Evangelischer Gemeindebrief für Asbach, Mörtelstein und Obrigheim

2 2 BESINNUNG Der Wert des Menschen Burnout-Erscheinungen im Sport, brennende Autos in Berlin, rumänische Armutsflüchtlinge, die auf deutschen Autobahnrastplätzen campieren, Exzesse nach Alkoholund Drogenmissbrauch, eine Forschung, die versucht das menschliche Erbgut zu beeinflussen. Was ist der Wert des Menschen? In einem Interview im Spiegel war zu lesen, dass ein Straßenverkehrsopfer in Deutschland ziemlich genau 1,2 Millionen Euro wert ist. Dieser Wert errechnet sich u.a. aus der durchschnittlichen Summe, die die deutsche Volkswirtschaft angeblich mit dem Tod eines Menschen im Straßenverkehr verliert. Ist ein Menschenleben nicht mehr wert, als die Addition von nackten Zahlen? Der Psalmbeter aus Psalm 8 ringt in ähnlicher Weise mit dieser Frage. Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? (Vers 5) David staunt über Gott und vor allem über das Wunder der Natur. Wie gewaltig das alles doch ist und doch, wir sind als Menschen nicht von Gott vergessen! Ganz im Gegenteil: Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. (Vers 6) zur Verantwortung ruft, für unser Leben und nicht zuletzt gegenüber den anderen Geschöpfen und der Schöpfung. Als Geschöpfe Gottes sind wir nicht allein, sondern leben eingebettet in ein größeres Ganzes. Daher ist es gut zu wissen, dass wir Gott am Herzen liegen. Ich wünsche uns, dass uns diese Zusage Gottes in den Herbst- und Wintermonaten durch die Schönheit der Natur mit all ihren Tieren und Pflanzen oder durch einen nächtlichen Sternenhimmel bewusst wird. Wolfgang Müller, Pfarrer Doch dies ist kein Wert an sich, sondern eine Voraussetzung, die

3 WARUM? - DIE FRAGE NACH DEM LEID Juli 2011: Ausnahmezustand in Norwegen Nach dem Bomben-Terror in der Osloer Innenstadt ist ein in Uniform gekleideter Mann in ein Jugendlager nahe Oslo gestürmt und hat das Feuer eröffnet. Er tötet 77 Menschen. (jt) Obrigheim, 28. Juli 2011: Gerade mal sechs Tage nach den fürchterlichen Ereignissen von Oslo müssen wir uns in der Redaktionssitzung nicht lange Gedanken über ein Schwerpunktthema für unseren nächsten Gemeindebrief machen. Sicher sind Ihnen der Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt 2002 und der Amoklauf von Winnenden 2009 unvergessen und jetzt die Schreckenstat von Oslo. Warum mussten 77 Menschen sterben, ja sogar auf grausame Weise hingerichtet werden? Von einem einzelnen Täter? Den Angehörigen und Freunden der Opfer steht das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Ihre Fassungslosigkeit und Entsetzen ist groß. Und sie haben vor allem eine Frage: Warum? wie wir ebenso. Auch wenn eine Antwort die Toten nicht mehr lebendig machen wird - die Suche nach den Gründen ist enorm wichtig: Denn wir wollen verstehen, was unverständlich ist. Wir wollen begreifen, was sich nicht greifen lässt. Wir wollen erklärt bekommen, was nicht zu erklären ist. In einer Mitteilung des Fernsehsenders N24 ist als Ratschlag für uns Unbeteiligte zu lesen: Souverän also wäre der Mensch, der sich erschüttern, bewegen, aufrütteln lässt und wachsam bleibt, der aber nicht die Sinnfrage ( ) wieder und wieder stellt. Jedes Warum ist hier ein Warum zu viel. Das Böse war und ist und wird sein. Das Leid kann also nicht verhindert werden, weil das Böse immer bleiben wird? Wo ist dann Gott? Warum lässt er dies alles zu? In den folgenden Beiträgen Warum lässt Gott das zu? (Stefan Klautke) und Notfallseelsorge warum tue ich das und wie kann Gott so ein Leid überhaupt zulassen? (Pfarrer Ihrig, Hüffenhardt) wollen wir diesen Fragen nachgehen und versuchen, Antworten zu finden. Antworten vielleicht, die uns nicht zufrieden stellen, aber die uns nicht ganz fassungslos vor diesem Schrecken stehen lassen.

4 4 WARUM? - DIE FRAGE NACH DEM LEID Es ist eine uralte Frage von uns Menschen, und sie tritt immer wieder dann neu auf, wenn etwas sehr Schlimmes passiert. Wie zum Beispiel das furchtbare Erdbeben auf Haiti Anfang des letzten Jahres, die Flutkatastrophe in Pakistan, oder die unermessliche Hungersnot, die gerade Ostafrika heimsucht. Die schrecklichen Anschläge vom 11. September vor zehn Jahren, deren wir erst vor kurzem gedacht haben, oder der Tsunami Weihnachten 2004 mit Hunderttausenden von Opfern. Aber auch in unserer näheren Umgebung, wenn zum Beispiel ein junger Mensch durch einen schrecklichen Unfall oder eine schlimme Krankheit viel zu früh sein Leben verliert. Oder eben auch nach den brutalen hinterhältigen Anschlägen von Oslo: Wo war Gott? Wie konnte er das nur zulassen?? Sicherlich gab und gibt es auf diese Fragen ebenso viele vorschnelle Antworten wie ernsthafte Erklärungsversuche, und es wäre eine reizvolle und interessante Herausforderung, sich mit den einschlägigen Lösungsansätzen ausführlicher auseinanderzusetzen. Freilich wird man dabei schließlich zu dem Ergebnis kommen, dass es die hundertprozentig befriedigende Antwort auf die Theodizee-Frage (so lautet die Fachbezeichnung für die Fragen rund um Gott und das Leiden in der Warum lässt Gott das zu? Welt) einfach nicht gibt. Deshalb erhebt auch dieser Artikel nicht den Anspruch, das Problem endgültig zu lösen. Er möchte aber zumindest ein paar Impulse geben und Sie dazu einladen, diesen Anstößen in einer ruhigen Stunde nachzuspüren und eigene Gedanken hinzuzufügen. Wir betrachten unser Thema dazu aus drei verschiedenen Perspektiven: 1) Die Frage nach dem Leiden und Gott Hier nehmen wir die Rolle eines neutralen Beobachters ein und versuchen, das Problem intellektuell zu lösen. Wie kann es sein, dass ein liebender Gott so viel Leid in der Welt zulässt? Einige gängige Antwortversuche: Gott ist nicht verantwortlich für das Leid, das wir Menschen uns gegenseitig zufügen. So ist auch der Schrecken von Oslo das Ergebnis der Verdorbenheit eines Menschen. Wenn die Menschen nach Gottes Geboten leben würden, könnte so etwas niemals geschehen. Gott hat die Welt einst gut geschaffen (1. Mose 1). Durch die Auflehnung der ersten Menschen kamen erst das Böse und die Vergänglichkeit in die Welt (1. Mose 3). Diese Folgen des Sündenfalls betreffen die ganze

5 WARUM? - DIE FRAGE NACH DEM LEID 5 Schöpfung sind so ursächlich für alles Leid in der Welt. Gottes Liebe steht nicht im Widerspruch zum Leiden. Denn Gott hat dafür gesorgt, dass Leid und Vergänglichkeit nicht das letzte Wort haben werden. Es sind nur vorübergehende Erscheinungen dieser Weltzeit. Gott wird einmal allen Schmerz, alle Not und Vergänglichkeit abschaffen, auch den Tod (Römer 8,18ff., Offenbarung 21). Gottes Liebe wird über alles Leid siegen. 2) Die Frage im Leiden nach Gott Hier sind wir selbst vom Leiden betroffen, vielleicht durch eine schwere Krankheit oder durch einen Trauerfall. Jetzt verhalten wir uns nicht mehr neutral und intellektuell, sondern wir fragen existenziell und emotional: Gott, wie kannst DU zulassen, dass MIR das geschehen ist? Interessant ist, dass wir damit nicht mehr quasi von einer höheren Warte aus über Gott nachdenken, sondern dass wir nun intuitiv mit Gott reden und damit in Beziehung zu ihm treten. Daraus ergibt sich die provokante Frage: Könnte es sein, dass wir Menschen ein gewisses Maß an Leiden brauchen, damit wir überhaupt auf die Idee kommen nach Gott zu fragen? Ist es nicht so, dass die Kirchen umso leerer werden, je besser es den Menschen in einer Gesellschaft geht? Nach Schicksalsschlägen und Katastrophen hingegen, wenn die Leute sich ausgeliefert fühlen und nicht mehr weiter wissen, dann kommen sie zusammen, um Trost und Halt im Glauben zu finden und um sich überdies auch gegenseitig beizustehen. Hat das Leiden somit vielleicht die (gottgewollte) Funktion, dass es uns Menschen dazu führen soll Gott zu suchen, ihn anzurufen und seinen Trost und seine Hilfe zu erfahren? Und weist es uns darüber hinaus nicht auch den Weg zu zwischenmenschlicher Hilfe und Solidarität? Wie viel Gutes geschieht allein deshalb, weil Menschen anderen Menschen, die in Not sind, helfen! 3) Die Frage nach dem leidenden Gott Lassen Sie uns schließlich noch versuchen, das Leid in der Welt aus der Perspektive Gottes zu betrachten. Gott ist nicht ferne von einem jeden von uns, heißt es in der Bibel. Unser Leiden ist ihm alles andere als egal. Eine immer wieder betonte Eigenschaft Gottes ist seine Barmherzigkeit (Psalm 103, 8). Das heißt: Gott fühlt mit jedem seiner leidenden Geschöpfe, er leidet selbst so mit uns, wie es eine Mutter mit ihren Kindern tut (Jesaja 49, 15). Als solch ein mitfühlender Gott lädt er uns ein, dass wir uns mit allen unseren Nöten an ihn wenden dürfen (Psalm 51, 15). In seiner grenzenlosen Liebe zu uns ist Gott sogar noch weiter gegangen und hat schließlich den ultimativen

6 6 WARUM? - DIE FRAGE NACH DEM LEID Schritt getan: In Jesus Christus ist er selbst ein Mensch wie wir geworden, von Anfang an mit allen Nöten des menschlichen Daseins denken wir nur an die armselige Geburt in einem Stall! In den Evangelien lesen wir, wie Jesus Christus als Sohn Gottes den leidenden Menschen begegnet ist. Wo immer er konnte, hat er zugesprochen, getröstet und geheilt. Niemanden ließ er mit seiner Not alleine zurück. Und er war schließlich auch selbst bereit, die Leiden auf sich zu nehmen, die seine göttliche Mission mit sich brachte, bis zu seinem Tod am Kreuz. Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. (Johannes 12,24) Der qualvolle Tod Jesu war nicht sinnlos, sondern er ist die Voraussetzung für die Erlösung der Welt. Denn nach dem Sterben kam die Auferstehung. Im Glauben an den auferstandenen Herrn dürfen wir die feste Hoffnung auf ein Ende alles Leids und das ewige Leben bei Gott haben. Diese frohmachende Botschaft konnten die Jünger Jesu damals natürlich erst im Rückblick begreifen. Und ebenso werden wir Menschen manches Leid, das uns begegnet, wohl auch erst dann richtig verstehen können, wenn wir dereinst bei unserem Herrn im Himmel sind. (Stefan Klautke, Prädikant) Notfallseelsorge warum tue ich das und wie kann Gott so ein Leid überhaupt zulassen? Donnerstag Nachmittag, das Telefon klingelt: Ein Einsatz der Notfallseelsorge. Ein Mann ist verunglückt ein Überholmanöver in einer Kurve endete tödlich. Schnell bekomme ich einige Informationen: Was ist bekannt über den Unfall, wen werde ich antreffen, mit wem bin ich im Einsatz? Am vereinbarten Treffpunkt muss ich auf die Einsatzpartnerin vom Deutschen Roten Kreuz warten. Gedanken kommen mir: Warum tue ich das? Die nächsten Stunden werden nicht einfach werden. Wir werden von zerplatzten Lebensträumen hören und höchstwahrscheinlich auch mit der Frage konfrontiert: Warum kann Gott das zulassen? Für uns evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer ist die Frage nach dem Warum tun wir das? leicht zu beantworten: Seit nun bald 5 Jahren besagt ein kirchliches Gesetz, dass Notfallseelsorge eine direkte Aufgabe jeder evangelischen Gemeinde ist wie die Feier von Gottesdiensten oder der Schulunterricht. Stellvertretend leisten dies Pfarrerinnen und Pfarrer. Also mache ich in der Notfallseelsorge mit, weil ich muss? Nein; das ist mir zu wenig. Als Pfarrer geht es mir um

7 WARUM? - DIE FRAGE NACH DEM LEID 7 die Menschen und darüber hinaus um Gott. Doch da fällt mir ein: Die Mitarbeitenden der Rettungskräfte, vom Roten Kreuz und der Feuerwehr, haben vielleicht ganz andere Gründe, dabei zu sein. Im Einsatz kommt wie erwartet bald die Frage: Warum konnte Gott das zulassen? Spontan kommt mir der Gedanke: Gott hat in der unübersichtlichen Kurve weder Gas gegeben noch überholt. Das war der Verstorbene alleine. Gott sei Dank ist wenigstens nicht noch ein Unbeteiligter hier zu Tode gekommen! Gleichzeitig weiß ich: Aussprechen darf ich das jetzt nicht. Eine gültige, druckreife Antwort kann ich auch nicht geben. Jedoch sage ich: Gott hat uns Freiheit für viele Entscheidungen geschenkt. Wir sind keine Marionetten; weder die Gottes noch von sonst irgendjemand. Gott weiß, was Leid ist. Sein eigener Sohn, der uns Gottes Liebe ganz nahe brachte, ist von Menschen getötet worden. Gott weiß, was der Tod nimmt. Deshalb kann er uns Trost schenken. Deshalb ist auch, davon bin ich fest überzeugt, der Tod kein Endpunkt, kein Schwarzes Loch, das alles verschlingt und nichts und niemanden mehr frei gibt. Wir werden uns einmal bei Gott wiedersehen, wenn wir dies glauben können. Nach dem Einsatz besprechen die Teampartnerin vom DRK und ich das, was wir in den vergangenen 4 Stunden erlebt haben. Denn: Sich etwas von der Seele reden tut auch uns gut! Hier kommen wir auch auf das Thema Motivation : Ich mache hier mit, weil ich das selbst unverhofft brauchen kann. Außerdem bin ich sicher, dass ich hier etwas ganz Wichtiges mache. Die Reaktionen der Besuchten zeigen mir das! erfahre ich. Dann, auf dem Heimweg, fällt mir ein Leserbrief ein, den ich vor längerem in der Zeitung las. Er besagte: Ich bin schon lange aus der Kirche ausgetreten. Jetzt aber traf ein Unglück unsere Familie, die Notfallseelsorge kam zum Einsatz: Endlich weiß ich, warum es Kirche gibt! Und schon komme ich meiner endgültigen Antwort näher: Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott uns liebt. Und so will Gott uns gerade dann begleiten, wenn um uns alles nur noch dunkel zu sein scheint. Das weitergeben muss ich als Christ. Dasein, Hören, Begleiten, vielleicht auch einen praktischen Rat geben das kann ich tun. Als Christ ist das meine Aufgabe gegenüber meinen Mitmenschen; und nicht nur meine. Denn dies tun laut Satzung der Notfallseelsorge im Neckar-Odenwald-Kreis normale Menschen für normale Menschen in Notsituationen. Deshalb wirke ich in der Notfallseelsorge mit. Christian Ihrig, Pfarrer in Hüffenhardt und Kälbertshausen Evangelischer Leitender Notfallseelsorger des Neckar-Odenwald-Kreises

8 8 MITARBEITER IM GESPRÄCH Sterbende begleiten - Interview mit Erika Wagenbach zum Hospizdienst Erika Wagenbach hat eine einjährige Ausbildung zur Hospizbegleiterin gemacht und begleitet seitdem alte und unheilbar kranke Menschen in ihren letzten Tagen und Stunden. Marco Friedrich interviewte sie für die aktuelle Ausgabe des Senfkorns. Was waren die Inhalte der Ausbildung zur Hospizbegleiterin? Die einjährige Ausbildung zur Hospizbegleiterin war gegliedert in einen Grundkurs von 10 Unterrichtseinheiten mit jeweils 3 Stunden, eine Praktikumsphase, bestehend aus 10 Besuchen bei Kranken im Krankenhaus, Pflegeheim oder zu Hause, einen Vertiefungskurs von 8 x 4 Unterrichtsstunden und ein Wochenendseminar, einen ökumenischen Abschlussgottesdienst mit Beauftragung und Sendung in die Hospizbegleitung. Im Grundkurs wurde entlang der Emmaus-Geschichte aufgezeigt, wie Jesus mit Menschen in Trauersituationen umgeht, sie wahrnimmt, mitgeht, zuhört, sie versteht, bleibt und anhält, loslässt, aufsteht und zum Weitergehen ermutigt. Aus der Heilungsgeschichte des Gelähmten lernten wir, wie wichtig es ist, dass Schwerkranke Begleiter haben. In der Praxisphase konnten wir das Erlernte versuchen umzusetzen. Im Vertiefungskurs ging es vor allem um unsere Aufgaben und unser Verhalten als Hospizbegleiterinnen, nämlich Sterbende und ihre Angehörigen zu begleiten und die dabei notwendig einzusetzende Kraft, die bis zur eigenen Leistungsgrenze führen kann. Warum hast du diese Ausbildung gemacht? Was war deine Motivation hierzu? Im Jahr 2012 feiert der Besuchsdienstkreis unserer Kirchengemeinde sein 30-jähriges Bestehen. Ich bin seit der ersten Stunde dabei. In dieser Zeit habe ich viele Menschen besucht und begleitet, manche auch auf ihrer letzten Wegstrecke. Danach habe ich mich oft gefragt: Was hätte ich anders, besser machen können? Was habe ich versäumt? Was bin ich dem Sterbenden bzw. seinen Angehörigen schuldig geblieben? Ich habe diese Ausbildung zur Hospizbegleiterin gemacht, um mehr Sicherheit und Kompetenz zu haben. Für die Begleitung Sterbender gibt es weder ein Patentrezept noch ein Raster, das abgehakt werden könnte. Jedes Sterben ist individuell und

9 MITARBEITER IM GESPRÄCH 9 einzigartig, wie auch jeder Mensch einzigartig ist. Doch die Ausbildung als Hospizbegleiterin ist mir auf diesem Weg eine große Hilfe. Was genau sind deine Aufgaben als Hospizbegleiterin? Wie sieht die Begleitung Sterbender aus? Ich bin ehrenamtliche Mitarbeiterin des ambulanten ökumenischen Hospizdienstes Mosbach. Das heißt, dass wir ohne Entgelt unseren Dienst tun. Ambulant steht dafür, dass wir dazu beitragen wollen, damit Schwerkranke auch in ihrer letzten Lebensphase zu Hause sein können. Inzwischen begleiten wir auch in Krankenhäusern und in Pflegeheimen. Ökumenisch bedeutet: Wir begleiten Sterbende und ihre Angehörigen jeder Glaubensrichtung auf ihrem schweren Weg. Hospiz meint Herberge, geborgen sein in guten und schweren Zeiten. Wenn ich als Hospizbegleiterin gerufen werde, ist klar, dass ich nicht einfach nur einen Besuch mache. Ich gehe auf unbestimmte Zeit eine Beziehung ein, die sehr kurz, aber auch über Monate dauern kann. Meine Aufgaben orientieren sich an dem, was der Sterbende bzw. seine Angehörigen zulassen oder wünschen. Ich habe Zeit für Gespräche, still am Bett zu sitzen, um dem Sterbenden das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein, mit ihm nach Verlangen, über seine Ängste und über die Auferstehungshoffnung zu sprechen, mit ihm zu beten, zu singen, vorzulesen. Ich kann eine Brücke sein zwischen dem Sterbenden und seinen Angehörigen. Ich kann auch die Angehörigen entlasten, ihnen Freiraum geben zur Erholung. Hospizbegleiter übernehmen keine Pflegedienste; sie kooperieren aber mit der Sozialstation, mit der Caritas und anderen pflegerischen Einrichtungen. Nach dem Eintritt des Todes werden die Trauernden von uns nach Absprache begleitet. Ist eine solche Sterbebegleitung nicht emotional schwer zu verkraften? Was hilft dabei, die Erlebnisse zu verarbeiten? Abschiednehmen, Loslassen ist immer ein schmerzlicher Prozess, auch für mich als Hospizbegleiterin. Ich bin dankbar, dass ich mit meiner Trauer dann zu Jesus Christus, meinem Heiland und Erlöser, gehen kann, der Trauernde tröstet, Kraftlose stärkt. Im Gebet lege ich ihm die Begleitung hin, bin dankbar für das, was gelungen ist, bitte um Vergebung für das, was ich versäumt habe und bitte für die, die als Trauernde zurückbleiben. Eine weitere Stärkung sind die monatlichen Hospiztreffen, wo wir als Mitarbeiter einander ermutigend begleiten und bei Supervisionen schwierige Situationen unter Beachtung der Schweigepflicht beleuchten und aufarbeiten. Patientenverfügungen, in denen ja z. B. auch das Unterlassen medizinischer Leistungen und Eingriffe

10 10 MITARBEITER IM GESPRÄCH/GEMEINDE INTERN von Patienten gefordert wird, werden von manchen Menschen schon als Form der Sterbehilfe angesehen. Wie denkst du darüber? In der Patientenverfügung bringen Menschen zum Ausdruck, was sie sich in einer unheilbaren Krankheit als Behandlung wünschen bzw. was im hoffnungslosen Fall unterlassen werden soll. Kann sich der Schwerkranke bzw. der Sterbende in der konkreten Situation dazu nicht mehr äußern, dann kann eine Patientenverfügung für die Angehörigen hilfreich sein. In akuten Fällen habe ich schon erlebt, wie schwer sich Angehörige damit tun. Kann ich meinen Mann verhungern lassen? Ich kann doch nicht über Leben und Tod entscheiden! Ich halte es für äußerst wichtig, dass man sich in gesunden Zeiten immer wieder miteinander unterhält und sich den Auftrag gibt, nach den Festlegungen in der Patientenverfügung zu handeln. Ich persönlich meine, wenn ein Leben nur noch durch Apparate und Technik erhalten bzw. dadurch das Sterben und das Leiden verlängert werden, sollte aus Respekt vor der Würde des Sterbenden auf solche Maßnahmen verzichtet werden. Für mich ist das Einhalten gegenseitiger Vereinbarungen einer Patientenverfügung nicht als akute Sterbehilfe anzusehen. Die Hospizidee orientiert sich an christlichen Wertvorstellungen. Sie lehnt aktive Sterbehilfe ab! Internet-Auftritt unserer Kirchengemeinde Informationen zu den Angeboten unserer Kirchengemeinde, aktuelle Nachrichten und Veranstaltungshinweise finden Sie im Internet unter

11 TREFFPUNKT GEMEINDE - NOVEMBER 11 Adventsbasar im Kindergarten Asbach am 25. November Auch dieses Jahr veranstaltet der Asbacher Kindergarten wieder seinen Adventsbasar. Ab Uhr sind alle Senioren der Gesamtgemeinde zum Seniorenkaffee eingeladen. Um Uhr eröffnen die Kinder des Kindergartens den Adventsbasar. Danach findet der Verkauf unserer selbst gebastelten Adventskränze, Türkränze und Verschiedenes für die Vorweihnachtszeit statt. Vorbestellungen nimmt der Elternbeirat gerne bis 22. November entgegen. Bitte wenden Sie sich an Frau Weixler, Tel.: Bestellte Kränze und Gestecke werden am Donnerstag, den 24. November ausgeliefert oder sie können direkt am Adventsbasar abgeholt werden. Wie jedes Jahr unterstützen uns die Asbacher Vereine mit ihren Lied und Musikvorträgen bis in den Abend hinein. Die Kinder, Erzieherinnen und Eltern würden sich sehr freuen, viele Obrigheimer, Mörtelsteiner und Asbacher Gäste begrüßen zu dürfen. in Mörtelstein am 26. November Wir laden herzlich zu unserem diesjährigen Adventsbasar ein! Der Verkauf findet ab Uhr im Gemeindehaus in Mörtelstein statt. Sie finden bei uns weihnachtliche Gestecke, Advents- und Türkränze, sowie Allerlei für die Adventszeit. Für Kaffee und Kuchen in vorweihnachtlicher Atmosphäre ist bestens gesorgt. Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste aus Asbach, Obrigheim und Mörtelstein. in Obrigheim am 27. November Am Sonntag, den 27. November, sind alle Gemeindeglieder herzlich zu einem Gemeindenachmittag mit Adventsbasar in den Gemeindesaal (ev. Kindergarten) in Obrigheim eingeladen. Sie können dort ab Uhr Advents- und Türkränze, weihnachtliche Dekoration, Gestecke, und Christbaumschmuck sowie Weihnachts- oder Geburtstagskarten kaufen, die von den Frauen des Bastelkreises in den letzten Wochen und Monaten liebevoll gebastelt worden sind. Nebenan können Sie bei Kaffee und Kuchen einen gemütlichen Adventsnachmittag verbringen. Herzliche Einladung zu Gemeindenachmittag und Adventsbasar!

12 12 TREFFPUNKT GEMEINDE - DEZEMBER Adventskalender sucht Türchen Ökumenischer, lebendiger Adventskalender 2011 in Obrigheim In der kommenden Adventszeit soll es wieder in Obrigheim einen Ökumenischen, lebendigen Adventskalender geben. Jeden Tag soll dann um Uhr an einem anderen Haus ein Fenster geöffnet werden. Die Zuhörer versammeln sich vor dem Haus. Der Adventskalender will Menschen zusammenbringen. Die Teilnehmer sollen eingeladen werden, sich miteinander der Vorbereitung auf Weihnachten zuzuwenden. Gemeinschaft und Begegnung sollen dabei angeboten, aber nirgends aufgedrängt werden. Es besteht auch keine Verpflichtung, an allen Tagen dabei zu sein. Die einzelnen Fenster können ein erkennbares Thema haben oder auch einfach eine allgemeine Besinnung zum Advent zur Hinführung auf Weihnachten sein. Stille und Nachdenken sollen dabei wichtiger sein, als eine zielgerichtete Vermittlung von Inhalten. Einladung zum miteinander Singen ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Fenster. Info: Weitere Auskünfte erteilen gerne Gudrun Müller (Tel ), Annelies Lukas (Tel ) oder Gabi Roidl (Tel ). Da eine gewisse Planung notwendig ist, bitten wir alle Interessenten sich bis zum zu melden. Asbacher Adventskalender Am 1. Dezember 2011 startet in Asbach der neunte ökumenische Adventskalender. Jeden Abend läuten um Uhr die Glocken der beiden Kirchen gemeinsam den Adventskalender ein. Die Menschen, die sich jeden Abend vor einem anderen Haus einfinden, hören schweigend dem Läuten zu, dann wird gemeinsam gesungen und einer Adventsgeschichte gelauscht. Nach einem Schlusslied bleiben die meisten noch zusammen, um bei einer Tasse Glühwein oder Kinderpunsch ins Gespräch zu kommen (bitte Tasse mitbringen). Der Erlös des Adventskalenders wird für folgende Zwecke verwendet: Geschenke für die Kinder des Krippenspiels 2011 Patenkind aus Indien Diverse Spielgeräte im Kindergarten Asbach Wir freuen uns auf eine gemeinsame besinnliche Adventszeit. Der Asbacher Kindergarten beteiligt sich am Donnerstag, den 8. Dezember 2011 am diesjährigen Adventskalender und wird entsprechend ein Adventsfenster gestalten. Wir würden uns über viele Besucher freuen.

13 TREFFPUNKT GEMEINDE - DEZEMBER 13 Ökumenisches Hausgebet im Advent "Sterne weisen den Weg" Am Montag, den 5. Dezember 2011 wird das diesjährige Ökumenische Hausgebet im Advent unter dem Motto "Sterne weisen den Weg" stattfinden. Die Glocken der christlichen Kirchen in Baden-Württemberg laden am Abend des 5. Dezember 2011 um Uhr wieder zum Ökumenischen Hausgebet im Advent ein. Dieses Hausgebet ist für viele Menschen inzwischen zu einer wertvollen Tradition in der Adventszeit geworden. Sie feiern gemeinsam als Familie, unter Freunden und Bekannten, als Nachbarschaft, in Gruppen und Kreisen auch über die Konfessionsgrenzen hinweg und vielleicht sogar als einander noch Fremde. Die Hefte zum Hausgebet können bei Interesse ab sofort zu den Bürozeiten im Pfarrbüro Obrigheim abgeholt werden.

14 14 JAHRESLOSUNG Gedanken zur Jahreslosung 2012 Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. (2. Korinther 12,9) Die Losung für das neue Jahr 2012 ist zweifelsohne von einer inneren Spannung geprägt, die sich aus den beiden gegensätzlichen Begriffen Kraft und Schwache ergibt. Und damit versetzt sie uns, die Leser und Hörer, sogleich in einen inneren Zwiespalt, denn ersteres hätten wir wohl gerne zuhauf, während wir letzteres lieber entschwinden lassen würden. Kraft ja, die brauchen wir tagtäglich aufs Neue, für unsere Familie, im Beruf und bei der Arbeit zuhause. In der Leistungsgesellschaft ist Stärke gefordert, wer den Anforderungen nicht mehr gewach-

15 JAHRESLOSUNG 15 sen ist, wird schnell ausgemustert und aufs Abstellgleis gestellt. Jung, stark und flexibel sein, sich durchsetzen und etwas bewegen können, sich nicht unterkriegen lassen, das ist das Ideal, das die Medien uns widerspiegeln und das die Werbung uns verspricht, wenn wir die entsprechenden Produkte kaufen. Die schwache Seite dagegen wird oft verdrängt und verschwiegen. Und doch gehört sie genauso zu unserem Leben dazu: Krank sein, niedergeschlagen sein, behindert sein, trauern. Oder einfach nur mal wieder mit dem falschen Fuß aufstehen oder ins nächste Fettnäpfchen treten. Die gesetzten Ziele nicht erreichen, die Erwartungen nicht erfüllen, verlieren und versagen. Schwachheit wer von uns ist frei davon? Der Apostel Paulus war zweifelsohne einer der brilliantesten Theologen und wohl der erfolgreichste Missionar und Gemeindegründer seiner Zeit ein Mann mit starkem Willen und kraftvollem Auftreten. Ein Mensch, dessen Wirken von Gott sichtlich gesegnet war. Und doch belastete ihn ein gesundheitliches Problem, mit dem er einfach nicht fertig wurde. Paulus nannte es den Pfahl im Fleisch, vielleicht ein Augenleiden oder ein anderes Gebrechen. Es machte ihm so zu schaffen, dass er Gott immer wieder darum anflehte, er möge es doch von ihm nehmen. Und schließlich bekam er von seinem Herrn die Antwort: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Da erkannte Paulus: Unsere menschlichen Schwachheiten sind für Gott kein Hindernis, sondern oft sogar eine Voraussetzung dafür, dass er eingreifen und wirken kann. Denn wo unsere menschliche Kraft am Ende ist, da fängt Gott an uns zu tragen und durch uns zu handeln. Da fangen wir Menschen auch endlich an uns an Gott zu wenden und uns auf ihn zu verlassen. Gerade in der Schwachheit erfahren wir so Gott. Unser allmächtiger Vater im Himmel möchte mit uns als schwachen Geschöpfen Geschichte schreiben. So verdanken wir dem Ringen des Apostels Paulus mit seinem körperlichen Handicap unsere neue Jahreslosung. Und wer weiß, wie Gott auch all die Schwächen von uns zu seiner Ehre und zum Segen für die Welt gebrauchen will!

16 16 GEMEINDE INTERN Partnerschaft der Kirchengemeinden Meyenburg und Obrigheim Am nördlichen Rand von Brandenburg, südlich der mecklenburgischen Seenplatte und ca. 700 km nordöstlich von Obrigheim entfernt liegt Meyenburg. Im Rahmen der Patenschaft zwischen dem Kirchenbezirk Pritzwalk und dem Kirchenbezirk Mosbach bestand auch zwischen den beiden Kirchengemeinden Meyenburg und Obrigheim eine Patenschaft. Die ersten Kontakte gab es in Form von Briefen in den 70er Jahren. Dies konnte aber nur von privat zu privat erfolgen. Auch Pakete wurden bald zu Weihnachten an Meyenburger von privaten Adressen aus versendet. Anfang der 80er Jahre wurde das Reisen in die damalige DDR erleichtert. So kam es zu ersten persönlichen Treffen in den Jahren 1982/83. Hierzu musste zuvor ein Visum für die Einreise beantragt werden. Da für jeden Tag einen Mindestumtausch in Höhe von 25 DM fällig war, richtete man es so ein, dass der Grenzübertritt nach 0 Uhr erfolgte. Dieses Vorgehen mißfiel manchem Grenzbeamten, der sich um 2 Uhr seiner Nachtruhe beraubt fühlte. Besonders scharfe Kontrollen waren die Folge. Das machte der lustigen, manchmal übermütigen Reisegruppe jedoch nichts aus. Trotzdem waren die Grenzkontrollen immer wieder leicht beklemmend. Nach dem Grenzübertritt musste man sich innerhalb von 12 Stunden bei der örtlichen Polizeibehörde des Aufenthaltsortes melden. Trotz dieser vielen Vorschriften war es wichtig, die damalige Gemeinde, die hauptsächlich aus älteren Menschen bestand, durch die Besuche zu unterstützen. Jüngere Christen gab es kaum, da die Zugehörigkeit zu einer Kirche das alltägliche Leben erschweren konnte. Somit drohte jede Kirchengemeinde auszusterben. Deshalb wirkten die Besuche für die älteren Meyenburger glaubensstärkend. Auch durch sichtbare Zeichen, wie das Mitwirken an der Renovierung des Kindergartens 1987 wurden die Meyenburger unterstützt. Im Gegenzug waren die Obrigheimer Besucher immer wieder von der herzlichen Aufnahme beeindruckt und erfreut. Gemeinsam wurde z. B. das Schloß Sanssouci besucht und Rundfahrten über die mecklenburgischen Seenplatte oder ein Konzertbesuch in Heiligengrabe organisiert. Eine Folge der Patenschaft ist auch das heutige Café Kirchplatz am Kiliansmarkt. Angefangen hat es 1980 mit einer Mohrenkopf-Wurfmaschine und dem Motto Kinder helfen Kindern. Der Erlös dieser Aktion ging an den Kindergarten in Meyenburg. Es folgte eine Spielstraße bis das Café Meyenburg an der Kirche eröffnet wurde. Nach der Wende wurde daraus das Café Kirchplatz, das bis heute bei Jung und Alt sehr beliebt ist. Der Kontakt ist über die Jahre hinweg weniger geworden, jedoch nie abgebrochen, was auch der gegenüberliegende Brief zeigt.

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18 18 KIRCHENMUSIK Blechbläserensemble des evangelischen Kirchenbezirks zu Gast in Obrigheim Festlich bis fetzig überschrieb Bezirkskantor Bernhard Monninger das Konzert des Blechbläserensembles des evangelischen Kirchenbezirks Mosbach, dem am 10. Juli an die 100 Zuhörer in der Obrigheimer Friedenskirche lauschten. Mal getragen, mal leichtfüßig, aber immer mit Tiefgang, musizierten die 15 Bläser aus den Posaunenchören des Kirchenbezirks nicht nur Daniel Speers ( ) Sonata. Sehr homogenes Ensemblespiel kennzeichnete das gesamte Konzert. Introvertiert erklang Herr Jesu, Gnadensonne, ein von Johannes Eccard ( ) vertonter Choralsatz. Weiter ausufernd in der Anlage und komplexer in der Melodieführung hatte der Komponist Allein Gott in der Höh sei Ehr umgesetzt. Echogleich flutete vom anderen Ende des Kirchenraums Andreas Hantschels Orgel. Mitreißend, energiegeladen und voller Verve sprang der junge Organist einige Jahrhunderte weiter, spielte Christian Finks ( ) Solostück Allegretto risoluto op. 71, Nr. 1. Bläser, Organist und Gemeinde zogen bei Ein feste Burg ist unser Gott an einem Strang. Den Auftakt machte Johannes Matthias Michels (*1962) Choralbearbeitung. Mit Michels Intrade in Jazz hatten die Musiker auch das Konzert begonnen. Den fest aufeinander gefügten Mauern und den auf Hochglanz

19 KIRCHENMUSIK 19 polierten Ritterrüstungen folgte die bekannte Vertonung von Johann Sebastian Bach ( ). Wie das ganze mit einer Prise Big-Band- Sound schmeckte, demonstrierten die Bläser eindrücklich anhand von Christoph Georgiis (*1977) Version. Breitangelegte Klanglandschaften schuf das Ensemble aus Vytautas Miskinis (*1954) Cantate Domino. Das hatte Tiefgang und stieg hinab in tiefe Register. Auf Kontraste setzten die locker darüber getupften Fanfarenwimpel, die immer wieder im Wind flatterten. Dizzy Stratfords (*1959) Friends for Life boten ein harmonisch abgerundetes Klangerlebnis mit hohem Gänsehaut- Faktor. Ein überraschendes Tribut zollte Andreas Hantschel Phil Collins (*1951). Dessen Megahit In the Air Tonight übertrug er kongenial auf seine Kirchenorgel und bot damit ein starkes Stück Klassik-Rock. So habe ich Phil Collins noch nie gehört, gestand Rainer Knapp, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats. Dieser bedankte sich bei den Musikern für deren Einsatz. Kämen die Spenden der Zuhörer doch der Kirchenmusik vor Ort zugute. Jetzt aber ABBA, sagten sich die Bläser und zeigten unschwer, dass sie auch andere Genres auf dem Kasten haben. Knackig kamen die Einsätze auf den Punkt und Waterloo swingte mächtig. Wieder sakral wurde es mit Chris Woods (*1951) Choralbearbeitung zu Bleib bei mir, Herr. Den Musikern gelang eine hochemotionale Hymne, präsentiert mit zartem Schmelz. Nach dem Gebet und Segen von Prädikant Walter Knapp ging die musikalische Reise Richtung Gospel. He s real von Manuel Kolb (*1983) brachte das Blech noch einmal zum Glühen, bot Synkopen voller Drive und Spirit. Schön, dass Sie auf den Bänken standen, bedankte sich Dirigent Bernhard Monninger humorvoll für den langanhaltenden Applaus, dem stehende Ovationen folgten. Als Zugabe gab es Auf Gott allein will hoffen ich von Felix Mendelssohn- Bartholdy ( ). Das könne auch als Abendlied durchgehen, meinte der Dirigent. (Peter Lahr, für die Rhein-Neckar-Zeitung) Abendmusik des Evangelischen Posaunenchors Asbach Am Sonntag, den 6. Mai 2012 findet anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Evangelischen Posaunenchors Asbach um Uhr eine Geistliche Abendmusik mit Ehrungen in der Asbacher Kirche statt. Herzliche Einladung schon heute zur Abendmusik mit dem Thema: Musikalische Reise durch Europa.

20 20 GEMEINDE INTERN Rückblick: Gemeindefest der evangelischen Pfarrgemeinde Mörtelstein am Sonntag, den Die kleinste der drei Pfarrgemeinden hatte Jung und Alt, Groß und Klein nach Mörtelstein eingeladen. Unser diesjähriges Gemeindefest stand unter dem Motto Fußball ist unser Leben - Fußball verbindet. Zu Beginn fand um Uhr ein Familiengottesdienst statt, der bei herrlichem Wetter im Freien vor dem Gemeindehaus gefeiert wurde. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Herr Gerhard Senk, begrüßte zunächst die Gottesdienstbesucher und dankte im Namen des gesamten Pfarrgemeinderates allen, die durch freiwillige Hilfe oder Kuchenspende zum guten Gelingen des Gemeindefestes beigetragen haben. Danach eröffnete Pfarrer Müller den Gottesdienst, der vom Posaunenchor Asbach und vom Kirchenchor Mörtelstein unter der Leitung von Michaela Haag und Kendra Diemer musikalisch umrahmt wurde. Die Predigt von Herrn Pfarrer Müller zeigte die Gemeinsamkeiten des Fußballs und unseres Glaubens an Gott in treffender Weise. Im Rahmen des Gottesdienstes wurden außerdem vier Sängerinnen des Kirchenchors Mörtelstein geehrt. Die Einladung zum Mittagessen sowie zu Kaffee und Kuchen, im Anschluss an den Gottesdienst fand großen Anklang. Für die weitere musikalische Unterhaltung sorgte ab Uhr der MGV Mörtelstein und im Anschluss rundete der Kirchenchor Mörtelstein das musikalische Programm ab. Erstmals in diesem Jahr gab es für die kleinen Kinder eine Malecke und für die älteren einen Tischkicker und eine Torwand, wo sie ihr Fußballkönnen demonstrieren konnten. Bei dem angebotenen Schätzspiel gab es 3 Gewinner. Auflösung des Schätzspiels: Es waren 1142 Nüsse 1. Preis: Büchergutschein ging an Horst Keller Mörtelstein (1111) 2. Preis: Gutschein vom Papier u. Tabak Shop Obrigheim an Lea Dotter-weich (1238) 3. Preis: Gutschein der Eisdiele Crocco ebenfalls an Fam. Dotterweich (998) Die Pfarrgemeinderäte bedanken sich bei allen Besuchern und Helfern für den schönen Tag. Mit Ausblick auf das Jahr 2012 laden wir schon jetzt zum nächsten Gemeindefest unter dem Motto Erntedank ein.

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