DURCH DICK UND DÜNN: LERNEN FÜRS LEBEN

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1 MAGAZIN PARTNER- SCHAFT Nr. 209/August 2012 DURCH DICK UND DÜNN: LERNEN FÜRS LEBEN FOKUS Bedrohte Kindheit: Arbeitslast auf Kinderschultern STARTCHANCE Zukunft schenken mit einer Lehrlings-Patenschaft HERZENSSACHE Vermächtnis für eine bessere Welt WETTBEWERB 2 Nächte in der Casa Santo Stefano im Malcantone

2 INHALT PERSPEKTIVEN Aufgescheucht...04 KLARTEXT Kinder vor Ausbeutung schützen...05 REPORTAGE Möbelschreinerinnen in Nepal...06 FOKUS «BEDROHTE KINDHEIT: ARBEITSLAST AUF KINDERSCHULTERN» Vorwurf Kinderarbeit in Bio-Feldern Was steckt dahinter?...12 Zum Schuften verdammt: Gamaniel, ein «Verdingkind» in Haiti...14 Fairplay beim Fussballnähen: Lichtblicke in der «Fussballstadt» Sialkot...15 Gastkommentar: Nadja Lang, Geschäftsleiterin Max Havelaar...15 Ist Kinderarbeit immer missbräuchlich? Ein Phänomen mit vielen Gesichtern...16 Wie die Grossen: Erfahrungen eines Bergbauernbuben...18 Erfindung der Kindheit: Vom Ende der Kinderarbeit in der Schweiz...19 Mehr erfahren SCHWEIZ Max Havelaar feiert 20 Jahre Fair Trade...22 Zukunft schenken mit einer Lehrlings-Patenschaft...23 Vermächtnis für Helvetas...25 AKTUELL Sensationeller Erfolg am Sponsorenlauf Uster...26 Stimmungsbarometer...26 GV 2012 im Zeichen des Präsidentenwechsels...27 Neues Leitbild...27 Einladung zum Regionalgruppentag...27 Agenda aus dem Feld: Kosovo...28 Do it yourself: Wildheuerweg am Rophaien...28 Impressum...28 Guatemala erleben: Helvetas-Reise von Globotrek...29 Wettbewerb: Zwei Nächte in der Casa Santo Stefano...29 FAIRER HANDEL Der Helvetas-Kalender macht Schule...30 Titelbild: Flurina Rothenberger Seite 06 REPORTAGE Fachfrauen So viele Kinder arbeiten weltweit unter ausbeuterischen Bedingungen. Seite 16 FOKUS Tanja Demarmels Flurina Rothenberger HELVETAS Handeln für eine bessere Welt VISION: Wir wollen eine Welt, in der alle Menschen in Würde und Sicherheit selbstbestimmt leben und der Umwelt Sorge tragen. AUFTRAG: Wir engagieren uns für benachteiligte Menschen und Gemeinschaften in Entwicklungsländern, die ihre Lebensbedingungen aktiv verbessern wollen. 2 INHALT

3 Editorial 209 /12 Partnerschaft «Ich vertraue darauf, dass es immer wieder Menschen gibt, die in meinem Sinne handeln.» Balance Franz-Xaver Süess 20 Jahre Seite 25 SCHWEIZ Der pensionierte lpfarrer Franz-Xaver Süess über sein Engagement im Süden, sein Vertrauen in die Welt von morgen und sein Vermächtnis für Helvetas. Max Havelaar Seite 22 FAIRER HANDEL Seit 1992 setzt sich Max Havelaar für Fairen Handel ein. Eine Erfolgsgeschichte in fünf Stationen. Hartes Arbeits-Los Nicht alle Jugendlichen in der Schweiz finden ihre Traumstelle, und doch kann sich so gut wie jeder eine Lehrstelle sichern. Für junge Menschen in Entwicklungsländern ist es ungleich schwieriger Arbeit zu finden, von einer Ausbildung ganz zu schweigen. Die Situation scheint paradox: Während zahllose junge Erwachsene auf der Strasse stehen, werden gleichzeitig Millionen von Kindern zur Arbeit gezwungen (siehe «Fokus»). Warum? Weil Kinderarbeit (fast) nichts kostet und Kinder sich kaum gegen Ausbeutung wehren können. Helvetas setzt sich in vielen Projekten und mit Fair Trade dafür ein, dass das Arbeitsleben wieder ins Lot kommt: dass Kinder ihr Recht auf Kindsein und Schulbildung bekommen, dass junge Menschen eine Ausbildung erhalten und dass Erwachsene ein anständiges Auskommen finden. Jetzt nach den Sommerferien haben viele Jugendliche in der Schweiz ihre Lehre angefangen. Wie Sie persönlich einem jungen Menschen im Süden die gleiche Chance auf einen guten Start ins Berufsleben geben können, erfahren Sie auf Seite 23. Susanne Strässle, Redaktorin «Partnerschaft» Vera Hartmann 3 EDITORIAL HELVETAS Swiss Intercooperation Weinbergstrasse 22a, Postfach, CH-8021 Zürich Tel +41 (0) Fax +41 (0) PC

4 AUFGESCHEUCHT Alice Stöcklin Salil Subedi Gefrässige Vögel können auf den Feldern ganz schön zur Last werden. Da sind sich die Bauern in Nepal und der Schweiz einig. Ihrem Kampf gegen die ungebetenen Gäste verdanken wir manch kreative Freiluftausstellung. Im Gomser Obergesteln (u.) hütet eine Schönheit das Kartoffel- und Getreidefeld, die auch im Fastnachtsumzug mitmarschieren könnte. Ihr nepalesischer Berufskollege in Kailali postiert sich mit tief ins Gesicht gezogener Dächlikappe im Feld. Ob das die Vögel fernhält oder doch der Respekt vor den Chilischoten, die er bewacht, ist nicht in Erfahrung zu bringen. 4 PERSPEKTIVEN

5 RUNDUM RUND: EIN GUTER BALL IST NICHT VON KINDERN GEMACHT Damit ein Fussball rund ist, müssen die Ledersegmente akkurat geschnitten und zusammengenäht sein. In Pakistan wurde diese knifflige und schlecht bezahlte Arbeit oft von Kindern erledigt. NGOs haben auf den Skandal aufmerksam gemacht. Die FIFA und die grossen Sportartikelhersteller reagierten, offiziell ist Kinderarbeit in der Branche heute verboten (S. 15). Doch in Hinterhöfen, auf Plantagen, auf Abfallhalden, in Fabriken oder auf der Strasse werden weiterhin weltweit Kinder ausgebeutet und zur Arbeit gezwungen. Es ist nicht immer «Wer die Preise für Importprodukte aus Entwicklungsländern drückt, nimmt Kinderarbeit in Kauf.» auf Kakaoplantagen durch die Medien prangerten Entwicklungsorganisationen die Kinderarbeit in Minen an, bei denen auch Schweizer Konzerne involviert sind. Auf Druck von NGOs und Konsumentinnen sind zwar einige Missstände korrigiert worden. Doch um sie wirksam und breitflächig zu bekämpfen, gibt es nur einen Weg: Die soziale Situation von Eltern und Familien muss besser werden, denn Kinder werden zu Lohnarbeit gezwungen sein, solange das Einkommen der Eltern die Existenz der Familie nicht sichern kann. Helvetas setzt sich dafür ein: Mit der Verbes - serung von Anbau und Vermarktung in der Landwirtschaft. Durch Schul- und Berufsbildung. Durch Einflussnahme auf die Gesetzgebung in verschiedenen Ländern. Auch als Konsumentinnen und Konsumenten können wir Kinderarbeit bekämpfen: Indem wir beim Kauf auf das Fair-Trade-Siegel von Max Havelaar achten. Wo dieses Siegel drauf ist, ist keine ausbeuterische Kinderarbeit drin. Bei Bananen ebensowenig wie bei Fussbällen. Im Helvetas FairShop ebenso wie beim Grossverteiler. Und so können meine Kinder und ich mit einem rundum runden Fussball spielen. Mit einem, der garantiert nicht von anderen Kindern genäht wurde. Melchior Lengsfeld, Geschäftsleiter von HELVETAS Swiss Intercooperation, im Bild mit seiner achtjährigen Tochter Clara. einfach, zwischen zulässiger Mitarbeit von Kindern in Familienbetrieben und unzulässiger Ausbeutung zu unterscheiden (S. 16). Doch es gibt ein wichtiges Kriterium: Haben die Kinder neben ihrer Arbeit Zeit und Gelegenheit, in die Schule zu gehen und zu spielen, so, wie es ihrem Alter entspricht? In der Schweiz ist ausbeuterische Kinderarbeit kein Thema. Man könnte auch sagen: Die Schweiz hat sie ausgelagert, denn wer die Preise für Importprodukte aus Entwicklungsländern immer weiter nach unten drückt, nimmt Lohndumping und damit Kinderarbeit in Kauf. Entwicklungsorganisationen und Medien decken immer wieder Fälle auf: 2008, aus Anlass der Fussball-EM in der Schweiz, verteilte eine Schweizer Grossbank rotweisse von pakistanischen Kindern genähte Fussbälle berichtete der Kassensturz über Kinder, die bei der Tabakernte in Brasilien Nikotinvergiftungen riskieren. Seit 2009 gehen Berichte von Kinderarbeit 5 KLARTEXT Maurice K. Grünig

6 In der Werkstatt von Schreinermeister Sundar können Asmita (l.) und Nirmala nach ihrer Ausbildung weiterlernen.

7 209/12 Partnerschaft KÖNNERINNEN Asmita und Nirmala. Der bisherige Weg der beiden jungen Frauen war von Schicksalsschlägen und Hindernissen gesäumt. Doch nun sind sie zu kompetenten Möbelschreinerinnen geworden. Und sie haben in der Berufsausbildung eine Freundschaft fürs Leben geschlossen. Von Liliane Eggli (Text) und Flurina Rothenberger (Fotos) Erbost stürmte Asmita Chaudharys Vater vor einem Jahr in den Unterrichtsraum, in dem 22 junge Männer und Frauen von Schreiner Sundar Dangaura in die Geheimnisse der Möbelproduktion eingeführt wurden. Es war der dritte Tag des Kurses in der westnepalesischen Kleinstadt Pahalmanpur. Die damals 17-jährige Asmita war eine der jüngsten Teilnehmerinnen. Und ganz sicher die stillste von allen. Ihr Vater zerrte den Lehrer zur Seite und beschimpfte ihn lautstark. Sundar habe Asmita zu einem nutzlosen Kurs überredet, und er hindere sie daran, ihre Aufgaben im Haushalt wahrzunehmen. Während Sundar beruhigend auf den Vater einredete, versuchte Asmita sich zu verstecken und begann zu weinen. Die 20-jährige Nirmala Chaudhary ging zu ihr hin, nahm sie in den Arm und tröstete sie. So hat die Freundschaft zwischen den beiden jungen Frauen angefangen. 7 REPORTAGE Schreinerinnen, eine kleine Sensation Heute, ein gutes Jahr später, sitzen die zwei in der Möbelschreinerei auf der Werkbank, trinken einen gewürzten Milchtee und erzählen von ihrer Arbeit. Schreinerlehrer Sundar hat die beiden jungen Frauen am Ende des dreimonatigen Kurses gefragt, ob sie in seiner Schreinerei arbeiten möchten. Der Einsteigerlohn ist zwar niedrig, wie in allen Schreinereien der Region: 150 nepalische Rupien pro Tag, das sind knapp zwei Franken. Aber er kann ihnen eine feste Anstellung bieten und die Möglichkeit, weitere Fähigkeiten zu erlernen. Für Asmita und Nirmala war dies ein hochwillkommenes Angebot. Und die einzige Chance, die sie bekamen. «Frauen in diesem Beruf sind noch etwas sehr Neues. Anfangs haben die Leute neugierig geguckt», erzählt Sundar, «aber solche Reaktionen kümmern mich nicht. Die Arbeit von Asmita und Nirmala ist sehr gut.» Dank seiner weiblichen Angestellten kommen jetzt häufiger Frauen in den Laden, um spezielle Möbel wie Kleiderkisten und Ständer für Armreifen in Auftrag zu geben. Überzeugt vom Einsatz der beiden jungen Frauen ist auch Ram Prasad Dahit, der in Pahalmanpur ein Internetcafé und Computer Training Center eröffnet hat. Die ganze Innenausstattung wurde von Asmita und Nirmala gefertigt. «Natürlich ist es unüblich, Frauen als Möbelschreinerinnen zu haben, aber die beiden machen das hervorragend», betont er. Die Möbelschreinerei von Sundar besteht aus einem niedrigen, fensterlosen Schuppen, in dem die Werkzeuge ver-

8 Feinarbeit: Auch Schnitzen will gelernt sein. Unzertrennlich: Nirmala und Asmita sind bei der Arbeit enge Freundinnen geworden. Bestanden: Fähigkeitszeugnisse der beiden. räumt sind. Gearbeitet wird unter freiem Himmel im Hinterhof, zumeist auf dem Boden. Im Moment ist das sechsköpfige Team daran, ein Bett herzustellen. Jedes Holzstück wird einzeln zugesägt, die Rückwand aufwändig mit Schnitzereien verziert. Alles ist Handarbeit. Asmita hat sich auf den Boden gesetzt, ist aus ihren Flipflops geschlüpft und hält mit den Zehen ein Holzstück fest, das sie hochkonzentriert zu einer Halterung für die Liegefläche zurechtsägt. Diese Liegefläche ist ein Brett, in das Nirmala unter der Anleitung von Sundar Löcher bohrt. Mit Strom zu arbeiten, ist nur zeitweise möglich, jeden Tag fällt er bis zu zehn Stunden aus. Also nutzt Nirmala die Gunst der Stunde. «Wenn Asmita so weitermacht, wird sie eine hervorragende Handwerkerin.» Sundar Dangaura, Schreiner und Lehrmeister 8 AKTUELL REPORTAGE Aus der Leibeigenschaft befreit Beide Frauen haben keine Schule abgeschlossen. Nirmala hat sie vorzeitig abgebrochen, weil sie arbeiten gehen musste, um ihre Familie mitzuversorgen. Für Asmita ist die Anstellung als Möbelschreinerin der letzte Strohhalm. Vor drei Wochen ist ihr Vater an einer langwierigen Herzkrankheit gestorben. «Jetzt habe ich die ganze Verantwortung für meine Familie», sagt Asmita mit Tränen in den Augen. Nicht nur ihre jüngeren Geschwister, die sechsjährige Binta und der zwölfjährige Tika Ram, sind von ihrem Einkommen abhängig. Sie kümmert sich auch um ihre stumme Mutter, die keine Arbeit hat. Asmita sagt: «Manchmal weiss ich nicht mehr weiter und möchte einfach nur noch ster-

9 209/12 Partnerschaft Letzter Schliff: Die Frauen fertigen die Möbel von A bis Z selber an. Engagiert: Schreiner Sundar erklärt Asmita die Arbeitsschritte. Auftrag erfüllt: Ram Prasad Dahit hat sich von den beiden Frauen.die gesamte Einrichtung seines Internetcafés fertigen lassen. ben.» Sie ist scheu und steht nicht gern im Zentrum. Lieber lässt sie Sundar und ihre Freundin Nirmala erzählen. Hinter der stillen Fassade versteckt sich eine tiefe Traurigkeit. Aber auch der Wille, nicht aufzugeben und trotz allem weiterzukämpfen. Asmitas Familie besitzt kein Land, das sie bebauen könnte. Asmita, ihr Chef Sundar und ihre Freundin Nirmala gehören der ethnischen Gruppe der Tharus an, von denen viele bis vor wenigen Jahren noch als quasi Leibeigene im Dienst wohlhabender Landbesitzer standen. Asmita und ihre Eltern arbeiteten für drei verschiedene Familien. Selber noch ein Kind, betreute Asmita die Kleinkinder und kümmerte sich um den Haushalt ihres Landherren. Dafür bekam sie Essen, Unterkunft und Kleidung und durfte die Schule wenigstens die ersten sieben Jahre besuchen. Als diese Form der Leibeigenschaft abgeschafft wurde, verlor die Familie ihre Arbeit und ihr kümmerliches Auskommen, der Vater war damals bereits schwer krank. 9 REPORTAGE Der Beruf als Berufung Dass Asmita schon als junges Mädchen sehr viel Verantwortung tragen musste, fiel auch Schreiner Sundar auf. Er lebt mit seiner Frau und dem fünfjährigen Sohn direkt neben Asmitas Familie. Er war es auch, der Asmita aufforderte, sich für den Kurs einzuschreiben. Nach anfänglichem Zögern und gegen den Willen ihres Vaters meldete sie sich an. «Ich habe Nirmala und Asmita angestellt, weil sie Talent für die Arbeit haben, ehrlich sind und Arbeitseinsatz zeigen», erklärt Sundar. «Bei der Auswahl der Mitarbeitenden ist mir aber auch wichtig, diejenigen zu unterstützen, die sonst keine Hilfe bekommen.» Einige Lernende hätten eine Anstellung bei einem Verwandten bekommen, andere selber etwas gefunden. Fünf ehemalige Schülerinnen und Schüler hat er selber eingestellt, andere an Berufskollegen in der Gegend vermittelt. Sundar ist vor vier Jahren von der lokalen Organisation TRACE angefragt worden, ob er einen Kurs als Mö-

10 Alle Hände voll zu tun: Zuhause sorgt Asmita nach dem Tod ihres Vaters für die jüngeren Geschwister und die stumme Mutter. Vom Schuhputzer zum Schuhhändler Das ständige Hupen der Busse vom nahen Busbahnhof macht ein Gespräch zwischen Kishan Acchami und seinen Kunden fast unmöglich. Nichtsdestotrotz kommen die Leute immer wieder hierher, um sich bei dem 32-jährigen Schuhmacher Schuhe zu kaufen. Inzwischen verdient Kishan in den besten Monaten bis zu Rupien (600 Franken) und hat fünf Angestellte. bisher gearbeitet hat, glaubt man ihm, dass dies kein Traum bleiben muss. Ebenso wichtig ist ihm aber, dass seine vier Kinder eine gute Ausbildung erhalten. «Sie sollen studieren dürfen, was sie wollen», betont er keine Selbstverständlichkeit in einem Land, in dem oft immer noch die Herkunft und die Familie bestimmen, was aus jemandem werden soll. Eine ordentliche Leistung für einen Schulabbrecher, der im Alter von zwölf Jahren nach Indien auswandern musste. Nach dem Tod seiner Eltern blieb dem jungen Dalit, dem «Unberührbaren», keine andere Überlebensmöglichkeit. Acht Jahre schlug er sich als Laufbursche und Küchengehilfe durch. Mit zwanzig kehrte er in seine Geburtsstadt Dhanghadi im Westen Nepals zurück und begann als Schuhputzer zu arbeiten. «Eines Tages fragte mich ein Kunde, ob ich nicht einen Kurs als Schuhmacher machen wolle», erzählt Kishan. Das war der Anfang seines Aufstiegs. In einem dreimonatigen Kurs, den eine lokale Organisation im Auftrag von Helvetas anbot, lernte er alles über die Herstellung von Schuhen. Danach erhielt er auch Unterstützung, um seine erste Schusternähmaschine zu kaufen. Vor drei Jahren konnte er sich den kleinen Laden leisten. Auf zwölf Quadratmetern sitzen Kishan und seine Angestellten barfuss, wie sich das in einem nepalischen Haus gehört inmitten von Schuhen. «Viele Modelle habe ich selber entworfen. Aber wenn ein Kunde mit einem alten Schuh kommt, kann ich diesen auch kopieren», sagt Kishan. Er will zum grössten Schuhhändler der Stadt werden. Zielstrebig wie er 10 REPORTAGE

11 209/12 Partnerschaft belschreiner leiten würde. Diese Kurse werden durch einen Ausbildungsfonds von Helvetas ermöglicht, der u.a. von der DEZA alimentiert wird. Inzwischen hat Sundar in drei Kursen bereits 65 junge Frauen und Männer angelernt. Die Aufgabe der durchführenden Organisation gilt erst als erfüllt, wenn die Absolventinnen und Absolventen eine Anstellung gefunden oder einen eigenen Betrieb aufgebaut haben. Um drei Uhr früh auf den Beinen Am nächsten Tag kommt Nirmala erst gegen Mittag zur Arbeit. Sie steckt mitten in Prüfungen. Gestern stand Englisch auf dem Plan, heute ist Nepali und morgen Mathematik an der Reihe. Nirmala will die Schule, die sie einst vorzeitig abbrechen musste, unbedingt abschliessen,. «Zum Glück habe ich diese Arbeit hier. Sonst könnte ich die Nachhilfestunden und die Schulbücher niemals bezahlen», erzählt sie. Im Gegensatz zu Asmita wurde Nirmala von ihrer Familie aktiv ermuntert, den Möbelschreinerkurs zu besuchen. Schreinern ist zwar nicht ihr Traumberuf, aber die einzige Alternative wäre gewesen, wie ihre Mutter als Bauarbeiterin in einem Traktorteam mitzuarbeiten. Ihre Mutter macht diese Arbeit seit Jahren. Sie zieht von Baustelle zu Baustelle, hilft Sand, Kies und Steine auf den Traktoranhänger zu laden. Sie ist selten zuhause, die Arbeit ist anstrengend, und es besteht die Gefahr von Männern im Team sexuell missbraucht zu werden. Auch Nirmalas Vater arbeitet auf dem Bau, wenn er nicht in der Regenzeit ein kleines Feld pachtet. Ihm war klar, dass seine Tochter eine andere Zukunft haben sollte. Noch bis zu ihrem Schulabschluss in zwei Jahren wird Nirmala jeden Morgen um drei Uhr aufstehen, um von vier bis acht Uhr den Nachhilfekurs besuchen zu können. Danach arbeitet sie bis 18 Uhr in der Möbelschreinerei. Wenn sie abends heimkommt, macht sie das Essen für die zwei jüngeren Geschwister und erledigt die Hausarbeit, da ihre Eltern meist noch bei der Arbeit sind. «Zum Lernen habe ich am Abend keine Zeit und bin sowieso viel zu müde. Am frühen morgen dagegen kann ich mich konzentrieren», sagt sie. Nirmala ist dankbar für die Anstellung als Möbelschreinerin, denn es sei ihr Ticket in eine bessere Zukunft. Sie möchte auch nach dem Abschluss weiterlernen. Eine Stelle in einer Schule oder einem Büro wäre ihr Traum. «Ich hoffe, dass ich das schaffe. Ich fühle mich ständig überlastet und am Ende meiner Kräfte», gesteht sie. spürt, wie nahe sie sich stehen. Wenn sie mit Nirmala zusammen ist, öffnet sich die stille Asmita, ab und zu huscht sogar ein Lächeln über ihr Gesicht. «Ich mache mir Sorgen um sie», sagt Nirmala. «Sie trägt die ganze Verantwortung für ihre Familie, und ich sehe, dass es ihr nicht gut geht.» Dank der Arbeit in der Schreinerei und der gegenseitigen Unterstützung haben die beiden die Chance, einen Schritt in die gewünschte Zukunft zu machen. Bis sie dort angelangt sind, werden sie aber noch Jahre weiterkämpfen müssen. Auf können Sie Asmita und Nirmala auch in einem Videobeitrag kennenlernen. Liliane Eggli ist Fundraiserin bei Helvetas. 3 Fragen an Dilli Raj Bhatt, Koordinator des Ausbildungsfonds im Westen Nepals Wer entscheidet, welche Kurse in einer Region angeboten werden? Zusammen mit den lokalen Behörden suchen wir das Gespräch mit regionalen Unternehmen und klären ab, in welchen Berufen eine Nachfrage nach Arbeitskräften besteht. Wir bieten nur Kurse an, von denen wir wissen, dass die Leute danach eine Anstellung finden. Haben Sie Erfolg damit? 86 Prozent der Absolventen haben nach einem halben Jahr tatsächlich ein regelmässiges Einkommen. Manche als Angestellte, andere machen sich selbständig. Seit wir Kurse anbieten, müssen die Unternehmen in der Region keine qualifizierten Arbeitskräfte mehr aus Indien holen, sondern finden Leute auf dem lokalen Arbeitsmarkt. Freundinnen fürs Leben Im Gegensatz zu Nirmala will Asmita auch in Zukunft als Möbelschreinerin arbeiten. «Asmita ist die Talentiertere von den beiden», sagt Sundar. «Wenn sie so weitermacht, wird sie eine hervorragende Handwerkerin.» Am liebsten möchte Asmita eines Tages eine eigene Schreinerei aufmachen und selbständig arbeiten. Vorerst wird sie sich aber darauf konzentrieren, so viel wie möglich von ihrem Lehrmeister zu lernen. Wer die beiden jungen Frauen gemeinsam im Gespräch erlebt, 11 REPORTAGE Wo sehen Sie Herausforderungen? Wir haben mittlerweile schon so viele Leute ausgebildet, dass nicht alle in den bestehenden Betrieben eine Anstellung finden können. Deswegen werden wir Männer und Frauen, die sich selbständig machen wollen, in Zukunft stärker unterstützen. Sie brauchen Beratung für den Aufbau eines eigenen Betriebs, sie müssen lernen, Businesspläne zu erstellen und ihre Produkte zu verkaufen.

12 FOKUS Bedrohte Kindheit: Arbeitslast auf Kinderschultern KINDER AM WERK? Arbeiten Kinder in den Bio-Baumwollfeldern von Burkina Faso? Eine «Enthüllungsgeschichte» des «Blick» schürte diesen Verdacht. Helvetas ist der Sache auf den Grund gegangen. Der konkrete Vorwurf war rasch entkräftet, und doch ist das komplexe Thema Kinderarbeit auch für Helvetas eine Herausforderung. Von Matthias Herfeldt «Mussten dafür Kinder schuften?», titelte der «Blick» im letzten Dezember, mitten im Weihnachtsgeschäft, über dem Bild eines Models in feiner Unterwäsche. Dass in der Produktion von Kleidern mitunter Kinderarbeit im Spiel ist, ist nichts Neues und kaum mehr eine Schlagzeile wert. Doch in diesem Fall ging es um die Bio-/Fair-Trade-Kollektion des amerikanischen Dessous- Herstellers «Victoria s Secret». Das geht unter die Haut. Unterwäsche mit vermeintlicher Kinderarbeit fühlt sich besonders unangenehm an definitiv kein ideales Weihnachtsgeschenk. Happige Vorwürfe Unangenehm war der «Blick»-Artikel auch für Helvetas: Denn die Baumwolle stammt aus einem unserer Projekte, das armen Kleinbauern in Burkina Faso ermöglicht, ihre Bio-Baumwolle zu besseren Preisen zu verkaufen auch an «Victoria s Secret». Arbeiten auf den Feldern dieser Bauernfamilien, die wir bei der Umstellung auf Bio-Landbau unterstützen, tatsächlich Kinder? Tatsache ist, dass Kinderarbeit in der Baumwollproduktion in ganz Westafrika verbreitet ist. Dabei ist zu unterscheiden zwischen arbeitenden Kindern und ausgebeuteten Kinderarbeitern. Dass Kinder den Eltern bei der Feldarbeit helfen, ist weit verbreitet notabene auch in Landwirtschaftsbetrieben bei uns in der Schweiz. Und im Normalfall ist das auch nicht schädlich für die Kinder. Es dient nicht nur dem Familienauskommen, sondern hat auch Ausbildungscharakter zumal Kinder von armen Selbstversorgern kaum andere Zukunftsperspektiven haben als ihre Eltern. Unbedingt gestoppt werden muss dagegen die ausbeuterische oder missbräuchliche Kinderarbeit. Als solche wird Arbeit bezeichnet, die gefährlich ist, die Schulbildung und die seelische und körperliche Gesundheit der Kinder 12 FOKUS FOKUS beeinträchtigt (vgl. S. 16). Ein erhöhtes Risiko für missbräuchliche Kinderarbeit besteht in Westafrika insbesondere bei den so genannten «enfants confiés». Dabei handelt es sich um eine Art Pflegekinder, die von den Eltern aus materieller Not in die Obhut anderer Familien, meist Verwandten, gegeben werden. Leider ist auch der Bio-/Fair- Trade-Sektor nicht gefeit vor einzelnen Fällen missbräuchlicher Kinderarbeit. Trotz regelmässigen Kontrollen durch die internationale Fair Trade Labelling Organisation FLO-Cert, die das Fair- Dank fairen Preisen können die Bio-Bauern ihre Kinder zur Schule schicken. Jörg Böthling

13 Simon B. Opladen Trade-Label vergibt. «Kein Zertifizierungssystem kann hundertprozentige Gewähr dafür leisten, dass ein Produkt frei von missbräuchlicher Kinderarbeit ist. FLO garantiert jedoch, dass sie immer dann, wenn sie Verstösse entdeckt, sofort Massnahmen ergreift, um die betroffenen Kinder zu schützen», schreibt die Organisation auf ihrer Website. Falscher Verdacht reale Herausforderung FLO hat denn auch zusammen mit der burkinischen Baumwoll-Produzentenorganisation UNPCB und Helvetas sofort Untersuchungen eingeleitet. Dabei erwiesen sich die ursprünglich von der amerikanischen Online-Zeitung Bloomberg erhobenen und vom «Blick» übernommenen Vorwürfe als falsch. Die zitierten Fälle betrafen nämlich Bauern, die konventionelle Baumwolle anbauen, und nicht solche aus dem Bio-/Fair- Trade-Programm, die «Victoria s Secret» beliefern. Trotzdem haben die Partner in der Folge die Sensibilisierung der Bio- Bauern in Sachen Kinderarbeit ohnehin ein fester Bestandteil aller Helvetas- Projekte in Burkina Faso intensiviert. Wo die Grenze zwischen gesunder Mit- hilfe und Ausbeutung liegt, ist für die Bauernfamilien nicht ohne Weiteres klar, zumal sie unter zum Teil prekären Bedingungen leben. Deshalb geht es ganz praktisch darum aufzuzeigen, dass Kinder beispielsweise mehr Ruhezeiten brauchen und keine schweren Lasten Wo die Grenze zwischen gesunder Mithilfe und Ausbeutung liegt, ist für Bauernfamilien nicht ohne Weiteres klar. tragen sollen. Ebenso wird auf die Wichtigkeit des Schulbesuchs hingewiesen. Die Mitarbeit im Feld sollte den Schulbesuch nicht verunmöglichen, da die langen Ferien von Juni bis Oktober in die Pflanz- und Ernteperiode fallen. Im Schulsystem ist die Mithilfe der Kinder also vorgesehen Heuferien sozusagen. Die Aufklärung geschieht in Workshops, aber auch über Radiosendungen und Informationstafeln in den Dörfern. Die Bekämpfung der Kinderarbeit ist letztlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb engagiert sich Helvetas neuerdings auch in einer Arbeitsgruppe von Kinderschutzorganisationen, die in Zusammenarbeit mit Produzenten und dem Arbeitsministerium die Ausarbeitung eines nationalen Aktionsplans zur Bekämpfung der missbräuchlichen Kinderarbeit im gesamten Baumwollsektor in Angriff nimmt. Eines ist klar: Das Problem der Kinderarbeit lässt sich in Burkina Faso nicht von heute auf morgen lösen. Es ist letztlich Ausdruck der extremen Armut, in der 80 Prozent der Menschen leben. Gemäss dem UNO-Index für menschliche Entwicklung steht Burkina Faso auf Platz 181 von 187 Ländern. Gerade das Recht auf Bildung kann unter diesen Bedingungen längst nicht für alle Kinder gewährleistet werden. In ländlichen Gebieten fehlen Schulen und ausgebildete Lehrpersonen. Gemäss aktuellen Untersuchungen haben zwei Drittel aller auf Baumwollfeldern arbeitenden Kinder keine Schule besucht oder den Schulbesuch abgebrochen. Genau hier setzt das Bio-Baumwollprojekt von Helvetas an: Oftmals können die Familien erst dank den bis zu 70 Prozent höheren Erlösen für Bio- Baumwolle ihre Kinder in die Schule schicken und erst die Fair-Trade-Prämie ermöglicht den Dorfgemeinschaften beispielsweise den Bau einer Schule. Eine durch die Universität Bern Ende 2008 durchgeführte Wirkungsstudie belegt, dass die Bio- und Fair-Trade-Baumwollprojekte von Helvetas einen deutlich positiven Einfluss auf das Einkommen, die Ernährungssituation, die Gesundheit und die Schulbildung der Kleinbauern und ihrer Kinder haben. Dass die unsorgfältige Berichterstattung der Reputation und dem Weihnachtsgeschäft von «Victoria s Secret» geschadet hat, war daher nicht im Sinn der Kinder und ihrer Familien in den Bio-Baumwollprojekten. Die Kinder der Bio-Bauernfamilien helfen nur in den Schulferien vermehrt auf dem Feld mit. 13 FOKUS Matthias Herfeldt ist Ko-Teamleiter Kommunikation.

14 GESTOHLENE ZUKUNFT Restavek. Das ist in Haiti die Bezeichnung für Kinder wie Gamaniel, die von armen Familien in andere Haushalte weggegeben werden. Oft werden sie wie kleine Sklaven gehalten. Flurina Rothenberger Gamaniel ist ein Restavek, eines von einer Viertelmillion Kindern in Haiti, die bei einer fremden Familie wohnen und für sie arbeiten. Restavek kommt vom französischen «reste avec» «bleib bei». Arme Bauernfamilien geben ihre Kinder in städtische Haushalte, um einen Esser weniger zu haben und auch, um den Kindern eine Chance auf ein besseres Leben zu geben. Doch die Realität ist anders, trauriger. Die Restaveks werden als Arbeitskräfte missbraucht. Die Mädchen hüten Kinder, arbeiten im Haushalt oder sitzen hinter Verkaufsständen. Die Buben helfen beim Abwracken von Autos, tragen Lasten oder verrichten Gelegenheitsarbeiten. Vor noch nicht allzu langer Zeit gab es diese Restaveks auch in der Schweiz. Verdingkinder wurden sie genannt, und oft waren es die Behörden, die sie als billige Arbeitskräfte in fremden Haushalten platzierten. Von Hanspeter Bundi Eigentlich ist heute der «Tag der Fahne», ein Feiertag für Haiti, doch Gamaniel kann sich Feiertage nicht leisten. Er macht, was er die ganze Woche über macht: Er versucht, die am Strassenrand stehenden Autos zu putzen. Die meisten Fahrer winken entnervt ab, wenn er sich ihnen mit seinem staubigen Lappen nähert. Oder sie sehen durch ihn hindurch, während er über Fensterscheiben wischt, Stossstangen poliert, Handgriffe zum Glänzen bringt. Selbstverständlich übersehen sie auch seine ausgestreckte Hand. Nur hin und wieder gibt ihm jemand eine rostige Fünfer-Münze, einen schmutzigen Zehnerlappen oder wenn es hoch kommt eine 25er-Note. Das wären dann fünfzig Rappen. In den heissesten Stunden des Tages, wenn die Autofahrer gar nichts geben, geht Gamaniel bettelnd durch die staubigen Strassen von Petit- Goave zwei Fahrstunden östlich der Hauptstadt. Das Geld liefert er seiner Maamun ab. So nennt er die Frau, bei der er wohnt und etwas zu essen kriegt. Als Gegenleistung will Maamun Geld sehen. Gamaniel imitiert ihren Tonfall, ihre Körperhaltung: «Hast du Geld? Hast du Geld?» Wenn er heimkommt, schüttelt sie ihn und durchwühlt seine Hosentaschen. Manchmal muss Gamaniel für den Haushalt seiner Maamun Wasser holen. Eine Viertelstunde lang trägt er den 20-Liter Kübel jedes Mal durch die Hitze. Oder er geht einer alten Nachbarin zur Hand. Das Geld für die Dienstleistung streicht Maamun ein. 14 FOKUS Gamaniel muss lange studieren, bis er sein Alter sagen kann, und sein Nachname Jacques fällt ihm erst auf Nachfragen ein. Er stottert. Er stochert in seinen unsicheren Erinnerungen. Wenn seine Rede schliesslich doch an Fahrt gewinnt, werden die Gesten gross und heftig. Gamaniel klatscht in die Hände, schnippt mit den Fingern, lässt seinen Oberkörper pendeln. Gamaniel ist Epileptiker. Die Haitianer haben einen eigenen Namen für seine Krankheit: Malkadí. «Ohne die Malkadí würde ich noch immer bei meiner Mutter leben», sagt Gamaniel. «Ich würde nicht Autos putzen, sondern ich würde zur Schule gehen.» Und später würde er arbeiten. «Irgendetwas. Einfach irgendeine Arbeit.» Andere Träume habe er nicht, sagt er. Vielleicht hat er auch nur gelernt, sie für sich zu behalten.

15 FAIR AM BALL Im pakistanischen Sialkot, der Stadt der Fussballnäher, wurde Kinderarbeit verboten. Aber diese gut gemeinte Massnahme hat die Menschen noch mehr in Not gebracht. Ein Lehrstück darüber, warum es für fairen Handel weit mehr als nur Verbote braucht. Von Susanne Strässle Die Welthauptstadt des Fussballs? Das ist weder Barcelona noch München oder Manchester. Im pakistanischen Sialkot werden jährlich 40 Millionen Fussbälle genäht, so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt. Bis 2006 maschinell geklebte Bälle auf den Markt kamen, wurde jeder WM-Final stets mit einem Ball aus Sialkot bestritten und noch heute kicken Klubs von Glasgow bis Grenchen mit Bällen «hand made in Sialkot». Doch das Fussballnähen ist für viele geradezu zu zum Synonym für Kinderarbeit geworden. Nachdem verschiedene Kampagnen und Medienartikel sie unter Druck gesetzt hatten, setzten die grossen Sportartikelhersteller in Sialkot durch, dass Kinderarbeit in der Branche verboten wurde. Damit die Einhaltung besser kontrolliert werden konnte, wurde auch die Heimarbeit untersagt. Genäht wird seither in grossen Fabrikhallen in der Stadt. Diese Massnahme aber brachte mittellose Familien an den Rand des Existenzminimums. Denn nicht nur viele Kinder hörten auf, Bälle zu nähen. Auch die Frauen aus den Dörfern können Haushalt und Erwerbsarbeit nicht mehr unter einen Hut bringen. Mit dem Resultat, dass nun zahlreiche Kinder einfach in den Ziegeleien und Metallwerkstätten schuften, oder in Zulieferbetrieben und Hinterhofnähereien. Das Nähzentrum von Talon Sports, dem ersten Lieferanten fair gehandelter Bälle, liegt nicht in der City, sondern im Dorf Chak Gillan. Hier können die Frauen weiterhin arbeiten, weil sie gleich nebenan leben. Wie die 18-jährige Sameena Nyaz, die keine 200 Meter entfernt lebt. Ihr Vater betreibt im Frauen, nicht Kinder, nähen die fairen Bälle im Dorf Chak Gillan. Zentrum eine kleine Kantine und auch ihre Geschwister arbeiten in der Näherei mit den fairen Arbeitsbedingungen. Sameena, die nie eine Schule besuchen konnte und von klein auf arbeiten musste, erhält bei Talon Sports für ihre Arbeit einen besseren Lohn. Und als sie kürzlich die Schilddrüse operieren musste, kam die «Talon Fair Trade Welfare Society» dafür auf: eine Gesundheitsinitiative, die durch die Fair-Trade-Prämien ermöglicht wurde. Helvetas arbeitet mit Talon Sports zusammen und verkauft die Max Havelaar zertifizierten Bälle im FairShop an Schweizer Fussballfans, während die Menschen in Sialkot nach Feierabend lieber beim Cricket mitfiebern. 15 FOKUS James Lloyd Gastkommentar 209 /12 Partnerschaft Kinderarbeit an der Wurzel bekämpfen Es ist einfach, ein Verbot von Kinderarbeit zu fordern. Wenn es aber keine Schule gibt oder das Wasser so weit entfernt ist, dass auch Kinder mithelfen müssen, es heranzuschaffen, bleibt jeder Verhaltenskodex leerer Buchstabe. Kinderarbeit kann nur dann systematisch bekämpft werden, wenn sich die Lebenssituation der Kleinbauern verbessert. Fairtrade Max Havelaar macht dies über direkte Handelswege, gestärkte demokratische Organisationsstrukturen sowie finanzielle Mittel. Dadurch werden die Kleinbauernorganisationen wettbewerbsfähig. Die internationalen Standards des fairen Handels verbieten jede Form von ausbeuterischer Kinderarbeit, das heisst Arbeit, die gefährlich ist, die Schulbildung oder die seelische und körperliche Verfassung von Kindern beeinträchtigt. Fairtrade verpflichtet sich, die Ursachen von Kinderarbeit zu bekämpfen und Missbrauch aktiv zu verhindern. Verschleppte Kinder, die unter Zwang auf Plantagen arbeiten, sind der Extremfall. Es gibt aber auch Kleinbauern, die aus Not Kinder aufs Feld statt in die Schule schicken. Fairtrade zertifizierte Produzentenorganisationen sind verpflichtet, ein Kontrollsystem zu haben, um Kinderarbeit zu identifizieren und zu eliminieren. Sie werden regelmässig von Inspektoren kontrolliert. Falls dennoch ein Fall von ausbeuterischer Kinderarbeit entdeckt wird, leitet Fairtrade umgehend Massnahmen ein, um in erster Priorität die betroffenen Kinder zu schützen und die Einhaltung der Standards wieder zu gewährleisten. Nadja Lang, Geschäftsleiterin Max Havelaar-Stiftung

16 ALLES AUSBEUTUNG? Nicht jede Form von Arbeit und Mithilfe ist für Kinder schlecht, wie Remo Gesù, Ko-Leiter Internationale Programme, erklärt. Auch Fair-Trade-Organisationen unterscheiden zwischen tolerierbarer und missbräuchlicher Arbeit. Doch noch immer werden weltweit 215 Millionen Kinder ausgebeutet. Interview: Noémi Weber und Matthias Herfeldt Das Kind eines Restaurantbesitzers in der Schweiz hilft mehrmals pro Woche im Betrieb aus. Ist das Kinderarbeit? Remo Gesù: Das ist eine Frage des Masses. Wenn ein Kind stundenweise im elterlichen Betrieb mithilft, muss dies nicht negativ sein. Aber vermutlich gibt es selbst in der Schweiz Fälle, wo Kinder ausgenützt werden, etwa wenn das Geld für Angestellte fehlt. Wie wird Kinderarbeit definiert? Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) unterscheidet zwischen «Child Work» und «Child Labour». Der erste Begriff bezeichnet nicht-missbräuchliche, der letztere missbräuchliche Kinderarbeit. Wenn die Arbeit die Entwicklung der Kinder und die Schulbildung behindert, gilt sie als missbräuchlich. Zudem werden vier besonders schlimme Formen definiert: sexuelle Ausbeutung, illegale Aktivitäten und Arbeiten, die sich schädlich auf die Sicherheit und die körperliche und seelische Gesundheit auswirken können. Dies ist zum Beispiel in einer Mine der Fall. Und schliesslich Formen von Menschenhandel und Schuldknechtschaft. In Indien etwa kommt es vor, dass Eltern, die ihre Schulden nicht bezahlen können, dem Gläubiger ein Kind als Arbeitskraft schicken. Wie sieht denn nicht-missbräuchliche Kinderarbeit aus? In vielen Entwicklungsländern leben die Menschen als kleinbäuerliche Selbstversorger. Wenn die Kinder im Landwirtschaftsbetrieb mitarbeiten, geht es nicht nur um die wirtschaftliche Notwendigkeit. Beim Helfen lernen die Kinder das Handwerk, sie erhalten quasi ihre Ausbildung. Wenn die Kinder zum Familienunterhalt beitragen, stärkt dies ausserdem ihr Selbstwertgefühl. Und es ermöglicht der Familie häufig erst, etwa das Schulgeld zu bezahlen. Wichtig ist jedoch, dass Kinder die Schule besuchen können und auch Freizeit haben. UNICEF richtet sich nach der Anzahl Arbeitsstunden. Für Fünf- bis Elfjährige gelten mehr als eine Stunde bezahlte Arbeit pro Tag oder 28 Stunden Hausarbeit pro Woche als missbräuchlich. Für ältere Kinder gelten stufenweise höhere Richtwerte. Ein generelles Verbot jeder Arbeit von Kindern ist also nicht erstrebenswert? Ein undifferenziertes Verbot kann tatsächlich kontraproduktiv sein. Einerseits kann es kaum durchgesetzt werden, andererseits kann es die Kinder in die Illegalität treiben. Viele Formen akzeptabler Kinderarbeit würden durch ein Verbot verhindert, wichtige Einkommen würden fehlen und ein zentraler Teil ausserschulischer Berufsbildung würde verhindert. Es hat keinen Sinn, mit unrealistischen Forderungen übers Ziel hinauszuschiessen. Übrigens gibt es sogar Kinderlobbyorganisationen, die ausdrücklich das Recht auf selbstverständlich nicht-missbräuchliche Kinderarbeit fordern. «Ein undifferenziertes Verbot der Kinderarbeit kann kontraproduktiv sein.» Können Sie ein Beispiel für so eine Kinderlobbyorganisation geben? Eine der ersten Organisationen arbeitender Kinder und Jugendlicher ist MANTHOC, entstanden in den 1970er Jahren in Peru, heute sind sie international gut vernetzt. Mitglieder der Organisationen sind hauptsächlich Kinder, die unter anderem von Juristen unterstützt werden. Sie fordern einerseits global gültige und andererseits kontextabhängige Standards betreffend Kinderarbeit. Keystone/Epa/Rolex de la Pena Reuters/Athar Hussain Keystone/Nick Gordon Auf dem Müllplatz in Paraguay. Fleisch schneiden in Pakistan. 16 FOKUS Diamantmine in Sierra Leone.

17 Nicht nur in Paraguay (l.) und Bolivien (r.) kämpfen Kinderorganisationen für das Recht auf faire Arbeit. Welche Rolle kommt Entwicklungsorganisationen wie Helvetas in der Bekämpfung der Kinderarbeit zu? Unser Grundauftrag, die Lebensbedingungen für benachteiligte Menschen im Süden zu verbessern, ist immer auch ein Engagement gegen missbräuchliche Kinderarbeit. Denn diese gedeiht auf dem Nährboden extremer Armut (vgl. S. 5 und 12). Ausserdem engagieren wir uns in einigen Ländern auf politischer Ebene für strengere Regeln und Massnahmen gegen missbräuchliche Kinderarbeit. Was können Konsumenten zur Lösung der Kinderarbeitsproblematik beitragen? Bei Produkten aus dem Süden unbedingt auf das Max Havelaar-Label achten, denn die Fair-Trade-Standards verbieten missbräuchliche Kinderarbeit. Und wenn ein nepalischer Kleinbauer für seinen Kaffee fairere Preise erhält, sinkt der wirtschaftliche Druck, die Kinder über Gebühr einzuspannen. Die Jagd nach billigen Produkten kann die Ausbeutung von Kindern anheizen. Konsumentinnen und Unternehmen im Norden stehen mit in der Pflicht. Und wie steht es um die Verantwortung der Regierungen? Die Schweiz sollte eine Vorreiterrolle übernehmen. Im öffentlichen Beschaffungswesen könnten Bund, Kantone und Gemeinden vermehrt auf Fair Trade achten. Sei es beim Orangensaft in der Kantine oder bei den Uniformen der Polizei. Die Stadt Zürich beispielsweise setzt bei der Bekleidung im öffentlichen Dienst seit Kurzem vermehrt auf Fair Trade und arbeitet dabei mit Helvetas zusammen. In Entwicklungsländern geht es ebenfalls um die gesetzgeberische Rolle des Staates. Auch wenn fast alle Staaten ausser Somalia und die USA die Kinderrechtskonvention unterschrieben haben, fehlen oftmals Ausführungsgesetze oder es hapert beim Vollzug, ganz zu Schweigen von der Aufklärungsarbeit. War der Kampf der letzten Jahre gegen missbräuchliche Kinderarbeit erfolgreich? Der letzte Bericht der ILO zur Kinderarbeit von 2010 zeigt, dass Kinderarbeit zwar rückläufig ist, nicht zuletzt die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 haben aber zu Rückschlägen geführt. So zum Beispiel in Afrika südlich der Sahara, wo heute jedes vierte Kind betroffen ist. Weltweit sind es noch immer 215 Millionen Kinder, die unter missbräuchlicher Kinderarbeit leiden, mehr als die Hälfte davon unter ihren schlimmsten Formen. Fachkreise stellen heute eine gewisse «Kinderarbeitsmüdigkeit» fest: In der internationalen Gemeinschaft sind der politische Wille und die Bereitschaft Projekte zu finanzieren abgeflaut. Es braucht also weiterhin das Engagement von wachsamen NGOs und Konsumentinnen, damit das Thema nicht einschläft. Noémi Weber ist freie Journalistin. Matthias Herfeldt ist Ko-Teamleiter Kommunikation. Keystone/Laif/Tobias Gerber Fahim Siddial Reuters/Andrew Biraj CONNATS, Paraguay Antje Bretschneider Feldarbeit in Nepal. Haushalthilfe in Pakistan. 17 FOKUS Alufabrik in Bangladesch.

18 FRÜH ERWACHSEN Im Bergdorf Curaglia an der Nordrampe des Lukmaniers war es noch vor 50 Jahren üblich, dass Kinder im Bergbauernbetrieb ihrer Eltern mithalfen. Kinder ärmerer Familien mussten bei fremden Bauern oder auf einer Alp Geld dazuverdienen. Der Schulbesuch beschränkte sich auf das Winterhalbjahr. Gion Bundi erinnert sich. Von Gion Bundi Nach der ersten Klasse ging ich 1933 zum ersten Mal z Alp. Es war die Kuhalp Soliva. Voller Stolz stieg ich hinauf, meine wenigen Kleider in einem Jutesack. Ich war «Mädchen für alles». Wasser holen, abwaschen, die Schweine füttern, während der Melkzeit die Kühe im Stafel zusammenhalten. Dem Gehilfen des Senns konnte ich nichts recht machen, er schrie mich ständig an, und so wurde das Heimweh immer stärker. Ich floh nach drei Wochen, von den anderen unbemerkt, nach Hause. Meine Eltern hatten zwar Verständnis für den Kleinen, schickten ihn aber zurück. Aber der Senn hatte ein weiches Herz und liess mich zwei Wochen später heimgehen. Lohn für den ganzen Sommer: Zehn Franken, die ich daheim abgab. Sackgeld kannten wir nicht. Ein Jahr später, also mit neun Jahren, hatte ich die Aufgabe, auf dem Maiensäss unsere zwei Kälber zu hüten, und der Christofel, ein Nachbarbub, hütete die zwei Kälber seines Vaters. Unser Essen bestand aus Brot, Käse und vielleicht noch einem Stück Kartoffelwurst. Am Mittag kochten wir Kakao. Ein schönes Leben; zwei Knaben und vier Kälber. Wir hatten sehr viel Zeit zum Spielen, Beobachten und Forschen. Wie oft haben wir zugeschaut, wie die jungen Murmeltiere spielten oder wie der Steinadler über unseren Köpfen kreiste. Nachdem ich einige Zeit bei einer Familie als Knecht gewesen war, musste ich, wieder zusammen mit Christofel, unsere Tiere weit hinter dem Maiensäss hüten. Ob wir zu wenig aufgepasst hatten, weiss ich nicht. Auf alle Fälle stürzte ein Kalb über die Felsen hinunter und war tot. Ich schickte Christofel, im Dorf den Metzger zu holen. Ich wusste, wenn das tote Kalb noch lange hier an der Sonne lag, war das Fleisch unbrauchbar. Mit meinem Sackmesser stach ich das Kalb, genau so, wie ich es schon einige Male gesehen hatte. Als kein Blut mehr kam, deckte ich es mit Stauden zu, so lag es nicht mehr an der Sonne. Als der Metzger nach langer Zeit kam, lobte er mich: «Bub, das hast du gut gemacht.» Ich war damals elf Jahre alt. Im September 1939 musste der Vater ins Militär einrücken. Ich war der Älteste und musste sehr viel Verantwor- zvg Auf dem Maiensäss oberhalb von Curaglia hütet der sechsjährige Gion die Schweine seiner Eltern. 18 FOKUS

19 Erfindung der Kindheit tung übernehmen. Es lag eine grosse Last auf meinen 13-jährigen Schultern. Ich musste den Vater ersetzen. Ich tat es gerne und war glücklich dabei. Ich wurde von den erwachsenen Nachbarn ernstgenommen. Es kam auch sogar vor, dass sie mich um Mithilfe anfragten. Das waren für mich natürlich richtige Aufsteller. Weil der Vater wieder im Militärdienst war, wollte er, dass ich der 15-Jährige eine Kuh zum Viehmarkt nach Disentis bringe und verkaufe. So etwas hatte man noch nie gehört, ein Knabe sollte machen, was sonst den Erwachsenen vorbehalten war. Der Vater hatte für diese Kuh 400 Franken bezahlt, also verlangte ich 420. Ich wurde mit einem Händler handelseinig, und er gab mir fünf Franken Handgeld, das war üblich so, Handschlag und Handgeld. Den Kaufbetrag bezahlte er später dem Vater. Ich war mächtig stolz, denn da war ich den anderen Medelser Knaben doch um einiges voraus. Den Sommer über arbeitete ich auf einer Geissenalp. Um fünf Uhr aufstehen, Nachtruhe um 23 Uhr. Die mir zugeteilten 100 Ziegen melken, die Kälber zusammensuchen und auf die Weide treiben, Holz spalten, dem Senn helfen, am Abend nochmals die Ziegen melken, dann die ganze Herde zur Abendweide treiben. Nein, das war kein Herrenleben, und doch, mir gefiel es auf der Alp, ich hatte kein Heimweh mehr. Lohn für den ganzen Sommer: 175 Franken, die ich wie immer daheim abgab. Eigentlich wäre ich auch nächstes Jahr gerne z Alp. Aber die Eltern waren der Auffassung, ich solle das Lehrerseminar besuchen. Der Lehrerberuf sei doch besser, als im Sommer auf der Alp und im Winter im Wald zu arbeiten. Wie recht hatten sie doch, meine Eltern. Gion Bundi, 86, ist der Vater von Hanspeter Bundi, Reporter und Texter bei Helvetas. Erst im späten 19. Jahrhundert wurde in Schweizer Fabriken die Kinderarbeit verboten. Wie lange ein Kind Kind sein durfte, blieb aber auch danach davon abhängig, ob man als Bürgeroder Bauernkind geboren wurde. Von Susanne Strässle Bis in die frühe Neuzeit galten Kinder schon ab sieben oder acht Jahren als fähig, bei fremden Familien ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Erst mit dem Aufkommen des Bürgertums entstand überhaupt die Vorstellung von Kindheit als spezifischer Lebensphase mit eigenen Bedürfnissen. Bürgerkindern wurde ab dem 18. Jahrhundert ein Schonraum zugestanden, um behütet aufwachsen zu können. Ziel war allerdings nicht freie Entfaltung, sondern die Entwicklung von Charaktertugenden wie Selbstkontrolle und Selbstüberwindung, auf denen die bürgerliche Gesellschaft beruhte. Allmählich entstand auch eine eigene Kinderkultur mit entsprechenden Büchern, Spiel- und Esswaren. In bäuerlichen und gewerblichen Haushalten dagegen war die Familie noch bis Anfang 20. Jahrhundert vor allem eine Arbeitsgemeinschaft, in der auch Kinder ihre Rolle zu erfüllen hatten. Kinder aus ländlichen Grossfamilien wurden häufig als Hilfskräfte zu bessergestellten Verwandten geschickt. Andere gingen als saisonale Arbeiter nach Deutschland («Schwabengängerei») und Buben aus Tessiner Bergtälern wanderten als Kaminfegerjungen in die Lombardei aus, wie es der Roman «Die Schwarzen Brüder» schildert. Kindheit definierte sich damals noch weniger über das effektive Alter, als über die Unfähigkeit, für sich selber sorgen zu können. Sie dauerte deshalb bei Bürgerkindern, die zur Schule gingen, länger als bei Handwerkerkindern, die früh als vollwertige Arbeitskräfte eingesetzt wurden. Schliesslich schränkte aber der Staat die Verfügungsgewalt der Eltern ein: Manche 19 FOKUS Die Einführung der Schulpflicht war ein wichtiger Schritt zur Eindämmung der Kinderarbeit: Primarschule im Thurgau Kantone setzten schon vor 1848 das Schulobligatorium durch, die Volksschule entstand verbot das Fabrikgesetz die Kinderarbeit. Die Haltung gegenüber der Schulpflicht war aber gerade bei ärmeren Eltern zwiespältig, fehlte doch die Arbeitskraft der Kinder auf dem Feld und in den Werkstätten. Erst das 20. Jahrhundert wurde zum eigentlichen Jahrhundert des Kindes, genährt von entwicklungspsychologischen Erkenntnissen, wonach Kinder eigenständige Wesen sind, deren Persönlichkeit pädagogisch gefördert werden muss. An der Schwelle des 21. Jahrhunderts wiederum ist die Debatte entbrannt, ob die Kindheit wieder am Verschwinden sei. Denn Kinder sind immer früher Reizen und Herausforderungen ausgesetzt, die sich kaum mehr von denen des Erwachsenenlebens unterscheiden. Keystone/Fotostiftung Schweiz/Hans Baumgartner

20 MEHR ERFAHREN Medientipps zum Fokus-Thema «Bedrohte Kindheit: Arbeitslast auf Kinderschultern» Bücher Links Kinder: ausgegrenzt und ausgebeutet Reiner Engelmann. Horlemann 2008 CHF Weltweit werden Kinder als Arbeitssklaven in Fabriken und Minen ausgebeutet, als Kindersoldaten rekrutiert, in die Prostitution gezwungen, für den Drogenhandel missbraucht, oder sie schlagen sich auf der Strasse durch. Zwei Geschichten erzählen vom harten Überlebenskampf ausgebeuteter Kinder. Ein Sachteil liefert Hintergrundwissen. Kinder der Welt für uns erzählt Philippe Godard. Knesebeck 2008, J. CHF Philippe Godard erzählt, wie Mädchen und Jungen in allen Teilen der Erde, in reichen und armen Ländern, in der Stadt und auf dem Land, ihre Kindheit verbringen. Eine Reise rund um den Globus. Sollen Kinder arbeiten dürfen? Wieso arbeiten Kinder? Welche Rechte haben (arbeitende) Kinder? Wieso organisieren sie sich? ProNATs, ein Verein zur Unterstützung arbeitender Kinder und Jugendlicher, erklärt verständlich die Zusammenhänge. «Sklavin für vier Jahre», Die Zeit, 12. März Reportage über ein Mädchen im indischen Tamil Nadu, das über Jahre in einer Textilfabrik, die einem Gefängnis gleicht, schuften muss. Weil Familien in Südindien hohe Mitgift zahlen müssen, um ihre Töchter verheiraten zu können, werden Mädchen als so genannte Sumangali («glückliche Braut») an Fabriken «verpachtet». Die Kampagne führt auf ihrer Website unter «Aktuelles» einen Ticker, wo Nachrichten aus aller Welt zum Thema Kinderarbeit aufgeschaltet werden. www. fairshop.helvetas.ch Für Produkte aus dem Süden, die ohne missbräuchliche Kinderarbeit gefertigt wurden. Filme Alles über Fair Trade und welche Bedingungen Produzenten und Waren erfüllen müssen, um das Max Havelaar-Siegel zu bekommen. (vgl. S. 22) Fremde Kinder. Lissandro will arbeiten Manuel Fenn. D/Peru 2005, Dokfilm 30 Min, ab 12 J. Einer von fünf Filmen auf der DVD «América Latina» CHF 60 Der 14-jährige Lissandro lebt im Armenviertel von Lima und kämpft in einer Organisation arbeitender Kinder dafür, legal und unter fairen Bedingungen arbeiten zu dürfen. Erhältlich bei www. filmeeinewelt.ch Kinder dieser Welt erzählen. Im Fokus: Kinderrechte CH/A 2009, sieben Dokfilme 200 Min., ab 10 J. CHF 60 Sieben Kinder zwischen neun und 14 aus aller Welt im Porträt. Sie erzählen von ihrem Leben in Armut und Krieg oder auf der Strasse. Und auch von ihrer Arbeit als Armreifmacherin, Autowäscher, Altpapiersammler und Schneider von Haiti bis Indien und Kolumbien. Erhältlich bei www. filmeeinewelt.ch Der Verdingbub Markus Imboden. Schweiz 2011, Spielfilm 110 Min. CHF Nicht jedes Verdingkindschicksal mag so hart gewesen sein. Doch der Film von Markus Imboden zeigt eindringlich, dass Kinderarbeit auch in der Schweiz noch nicht allzu weit zurück liegt und mit wie viel Leid sie verbunden sein konnte. Im DVD-Fachhandel 20 FOKUS

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