Lychen, den Liebe Freunde unseres Vereins, liebe Sponsoren und Paten,

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1 Lychen, den Liebe Freunde unseres Vereins, liebe Sponsoren und Paten, einige von Ihnen werden schon auf eine Nachricht von uns warten. In diesem Jahr waren wir jedoch nur einmal in der Ukraine und zwar vom 9. September bis 20. Oktober Über diese Fahrt werde ich Ihnen jetzt berichten, Zunächst einmal etwas über die Suppenküche, die schon seit 1996 besteht. Es essen im Moment täglich ca. 30 Leute dort. 30 Personen oder Familien bekommen jeden Monat ein Lebensmittelpaket. Alles ist natürlich kostenlos. Die Küche kostet uns monatlich ca Euro. Für mich ist es immer ein Rätsel, wie wir das bisher geschafft haben und noch weiter schaffen werden. Allen Spendern ein herzliches Dankeschön!!!! Sweta, die Köchin, ist sehr, sehr fleißig. Sie kauft ein, weckt ein, macht sauber und kocht natürlich auch leckeres Essen. Und alles in einer ganz kleinen Küche, mit einem ganz normalen Herd. Sweta ist wirklich zu bewundern. Besuch bei Schenja: Schenja ist eine 62-jährige, sehr zierliche Frau, die häufig epileptische Anfälle bekommt und mit ihrer Zwillingsschwester zusammenlebt. Die Schwester ist häufig sehr lange Zeit in einer psychiatrischen Klinik. Schenja kommt täglich in die Suppenküche und nimmt für ihre Schwester Essen mit nach Hause. Da wir häufig Leute besuchen, wollten wir uns auch diese Lebensverhältnisse einmal ansehen. Sie wohnen in einem kleinen Haus am Rande der Stadt. Es sieht aus, als würde da schon 50 Jahre niemand mehr wohnen. Das Haus ist aber erst 50 Jahre alt. Seit 11 Jahren haben die beiden Damen kein Licht, kein Wasser und kein Gas. Sie schlafen beide zusammen auf einem Sofa. Na, wie die Bettwäsche aussah, wenn sie schon 11 Jahre kein Wasser haben, kann sich jeder vorstellen. Eigentlich sind wir hingefahren, weil wir ihnen helfen wollten, wir standen aber nur vor einem großen Fragezeichen und hätten am liebsten im Haus nicht geatmet. Es gibt keine Kochstelle. In der Küche eine Decke, die schon total durchhängt und bald den Fußboden schmücken wird. Die Frauen sind so hilflos und willenlos. Alleine werden sie mit ihrer Situation nicht fertig werden. Vielleicht (hoffentlich) kann ich Ihnen im nächsten Brief etwas Besseres über diese Wohnung berichten. Wir arbeiten dran. Besuch bei Familie Lokotosch in Radjanska: Im vorigen Jahr hatte ich geschrieben, dass wir u.a. für die 5 Monate alte Diana dieser Familie eine Kopfoperation bezahlt haben. Diese Familie lebt von umgerechnet 100,-Euro im Monat. Im Haus haben sie ebenfalls kein Wasser, keine Toilette, keine Küchenmöbel. Da Dianas Mutter, Oxana, sehr körperbehindert ist, bleiben alle Arbeiten für den Mann. Er trägt seine Frau geduldig von einem Platz zum anderen. Wir waren im vorigen Jahr sehr froh, dass uns Frau B. für diese Familie Euro gespendet hat. Freudestrahlend und mit einem guten Plan haben wir nun diese Familie (70 km entfernt) besucht. Aus der kleinen Diana ist ein ganz süßes, lebendiges Kind geworden. Das Problem war nur die Mutter Oxana. Sie hatten ihre Küche gerade frisch renoviert. Überall sahen einem große Löwenköpfe an. Sie hatte Angst, die Tapete würde beim Bau der Wasserleitung leiden und war richtig böse. Unsere Dolmetscherin hat alles ganz genau erklärt. Wir hatten auch schon einen Handwerker, der zusammen mit meinem Dieter-Mann die Arbeiten ausgeführt hätte. Oxanas Mann hätte gerne Wasser, Waschbecken und Küchenmöbel gehabt. Seine Frau, die sich selbst kein Wasser holen kann, wollte es durchaus nicht Sie wissen, sie leben auf dem Dorf und da ist es eben so. Diese kranke Frau hatte ihren Mann vollkommen im Griff. Sie ist nicht nur körperbehindert.

2 Draußen fragte uns der Mann, ob wir ihm Geld für seinen kaputten, aber frisch gestrichenen Zaun geben könnten. Das haben wir natürlich abgelehnt. Es gibt also Leute, sie wollen so leben, wie sie leben. Da können wir dann auch nichts machen. Diese 1.000,- Euro wollten wir dann bei den o.g. Schwestern einsetzen. Auch das ist uns bisher nicht gelungen, aber vielleicht wird es ja noch. Besuch im Tuberkulose-Sanatorium. Dieses Haus befindet sich in Zyrupinsk. 60 Kinder werden dort behandelt und bleiben ca. 1 Jahr dort. Alle kommen aus sehr armen Familien und bringen nur das mit, was sie am Körper tragen. In diesem Sanatorium ist es zwar sehr sauber, es fehlt aber an allem. Für Verpflegung z.b. haben sie pro Tag für ein Kind 1,- Euro (ich habe keine Null vergessen). Unser Kinderheim bekommt für jedes Kind 2,10 Euro. Obwohl ja gerade für Kinder mit Tuberkulose gute Ernährung gesichert sein müsste, bekommen die Kinder weder Äpfel noch anderes Obst. Wurst oder Würstchen wollten wir kaufen. Wahrscheinlich haben diese Kinder eine besondere Tuberkulose, denn Wurst ist streng verboten. Also haben wir Käse gekauft und dafür sogar aus dem Supermarkt die gewünschten Zertifikate bekommen. Ohne Zertifikat vom Hersteller und vom Veterinär dürfen die Kinder keine Lebensmittel essen. Das ist auch in anderen Einrichtungen so. Schon im vorigen Jahr haben wir uns die Betten angesehen, in denen die Kinder schlafen. Federböden oder Lattenroste waren nicht darin sondern nur so ganz labiler Draht. Die Kinder lagen wie in einer Badewanne. Für 25 Betten haben wir nun Lattenroste anfertigen lassen. Bei unserer nächsten Fahrt werden weitere folgen Besuch im Altersheim Kachowka In diesem Heim leben viele unserer ehemaligen Kinderheim-Kinder, die wegen ihrer Behinderung mit 18 Jahren gleich in ein Altersheim kommen. In diesem Jahr musste der Direktor gehen und zu der neuen Direktorin konnten wir noch kein Vertrauen aufbauen. Vielleicht kommt es ja noch.. Eigentlich wollen wir den jungen Behinderten nur direkt helfen. Geld, außer Patenschaftsgeld, geben wir nicht so schnell aus der Hand. Da will ich auch gleich einmal auf das Altenheim in Zyrupinsk kommen. Es leben nur Bewohner dort. Für unsere Begriffe alles alt und fürchterlich. 3 unserer ehemaligen Heimkinder sind ebenfalls dort untergebracht. Natascha ist ca. 28 Jahre. Sie lebt mit 3 alten Omis in einem dunklen Zimmer. Im März bekommt sie ein Baby. Niemand wusste, wo Natascha dann mit ihrem Baby bleiben kann. Mutter-Kind-Heim in Cherson In diesem Haus gibt es 10 Plätze für obdachlose Mütter, die ein Baby bekommen. Es ist ein sehr beeindruckendes Projekt, das vor einigen Jahren von der Frau des Präsidenten Juschtschenko eingerichtet wurde. Die Mütter haben für sich und ihr Baby ein Zimmer, versorgen das Baby selbst, lernen alles, was zur Hauswirtschaft gehört. Bis das Kind 18 Monate ist, können die Mütter dort bleiben. Dann bemüht man sich um eine Unterkunft. Nataschas Glück ist, dass wir diese Einrichtung gekannt haben. Wir sind hingefahren und haben alles abgesprochen. Einige Tage später hat sich Natascha vorgestellt und wir hoffen, dass sie im Februar nächsten Jahres dort einziehen kann. Seit einiger Zeit unterstützen wir diese Einrichtung häufig. In diesem Jahr bekamen sie von uns u.a. für jedes Baby eine schöne handgestrickte Wolldecke. Die Frauen einer Kirchengemeinde.in Unteropfingen in Bayern haben für unseren Verein 20 wunderschöne Decken gestrickt. In dieser Einrichtung haben sie sich besonders darüber gefreut. Im Winter ist es in den Räumen sehr kalt. Da können sie ihre Kinder darin einwickeln. Herzlichen Dank, liebe Strickfrauen. Die Direktorin hat uns erzählt, dass sie für die Mütter nicht mehr 5,- Gr.(o,5oEuro) pro Tag wie im vorigen Jahr bekommen, sondern jetzt 10,- Gr. (1 Euro). Beim nächsten Treffen hat sie uns dann erzählt, dass sie seit August schon gar kein Geld mehr für die Ernährung haben. Das ist also unser großes Problem

3 in der Ukraine. Wir können schlecht erkennen, ob wir abgezockt werden sollen oder nicht und sind da lieber zurückhaltend. Die gewünschten Reinigungsmittel und Waschpulver haben wir selbst gekauft und ihnen übergeben. Schön wäre, wenn alle beim Lügen eine krumme Nase bekämen. Dann wüssten wir wenigsten, woran wir wären. Operation Anfisa Anfisa ist eine 31-jährige Frau, die in unserem Kinderheim aufgewachsen ist. Sie ist sehr körperbehindert und läuft schon immer mit 2 Gehhilfen. Sie lebt in einem Wohnheim im 4. Stock. Natürlich ohne Fahrstuhl. So ein Wohnheim muss ich unbedingt beschreiben. Man kommt durch die Eingangstück in einen großen, dunklen Raum, von dem ca. 5 Türen Abgehen. Hinter jeder Tür wohnt in einem Zimmer eine Familie, manchmal mit 4 erwachsenen Personen. Alle zusammen haben eine kleine Gemeinschaftsküche. Nun aber wieder zu Anfisa. Im Juli und August war sie wegen großer Schmerzen bereits in Cherson in der Klinik. Jeder Patient muss jede Spritze, jede Tablette und alles selber bezahlen. Anfisa bekommt 100;- Euro Rente im Monat. Nach 6 Wochen Behandlung war ihr erspartes Geld aufgebraucht. Die anstehende Operation konnte sie nicht bezahlen und wurde nach Hause geschickt. Als wir sie besuchten, saß sie wie ein Häufchen Unglück auf ihrem uralten Sofa und konnte nicht laufen. Wir wollten ihr helfen und die Operation bezahlen. 2 Tage später wurde sie geröntgt. Die Operation sollte entweder 250,- Euro oder 1.400,- Euro kosten ,- für den Fall, dass sie ein neues Kniegelenk braucht. Als wir sie dann zur Operation brachten, haben wir zunächst einmal 24,- Euro für 10 Tage Verpflegung, 50,- für Verbandmaterial und 30,- Euro für die Narkose bezahlt. Für uns hört es sich alles wenig an, wenn man aber kein Geld hat, ist es viel. Zum Glück stellte sich bei der Operation heraus, dass nur die kleine Operation nötig war. Wir bezahlten insgesamt 260,- Euro. Leider ist Anfisa immer noch nicht zu Hause, weil sich Komplikationen eingestellt haben. Das Geld, das sie für die weitere Behandlung gespart hatte, war längst aufgebraucht, so dass wir uns von Viktor, (ebenfalls ein ehemaliges Heimkind) 600,- Gr. geliehen haben (telefonisch). Viktor hat Anfisa dann das Geld ins Krankenhaus gebracht. Da fällt mir gerade etwas Lustiges ein. Ein Bekannter dort hat einmal zu mir gesagt: Inge, Du bist Hexe, Du alles weißt. Eine Hexe bin ich zwar nicht, aber wenn man es möchte und nicht nur an sich denkt, kann man viele Probleme lösen. Übrigens möchte Anfisa unbedingt nach Hause und sich mit warmem Wasser waschen. So etwas gibt es in dem riesigen Krankenhaus nicht. Alona Alona ist ebenfalls im Kinderheim aufgewachsen und wohnt mit Anfisa in einem Aufgang, also auch im Wohnheim. Sie hat eine 4-jährige Tochter.- Ihr Geschirr hatte sie in ihrem einzigen Zimmer auf dem Tisch. Auf dem Fußboden stand alles kreuz und quer. Kocher, Kochtopf, Nachttopf, alles stand nebeneinander. In der Gemeinschaftsküche stand ihr ein Platz von 0,45 m x 1 m zu. Dafür hatte sie aber keinen Schrank. Den haben wir ihr dann gekauft und auch einen Kleiderschrank sowie 2 Küchenteile für ihr Zimmer, damit das Zeug vom Fußboden wegkommt. Leid tun können einem immer die Kinder. Sie wachsen in solchen Verhältnissen auf und werden später genau so leben. Eine alte Dame saß in der Küche dieser Wohngemeinschaft und hat geweint und sich dafür bedankt, dass wir Alona helfen. Mit 100,- Euro monatlich für sich und ihr Kind ist es schon beachtlich, dass sie ihr Zimmer renovieren lassen hat. Es ist ein Fass ohne Boden. Zum Glück können wir immer noch hinfahren und alles selbst ansehen. Es gibt auch Beispiele, wo wir keinen Cent investieren würden. Bei einem Besuch im Atersheim in Zyrupinsk lernten wir die neue Direktorin kennen. Dieses Heim besuchten wir in den letzten Jahren nur abends oder an Wochenenden, weil man uns dort über den Tisch ziehen wollte. Nun ist eine neue Direktorin da. Als ich mich erkundigte, ob sie mit ihren 20,- Gr. (2.-- Euro) pro Tag für Verpflegung auskommen, hat sie gesagt, dass es reicht, wenn nicht gestohlen wird. Sie wohnt in der Nachbarschaft und macht häufig

4 Kontrollen. Da denke ich wieder an unser Misstrauen. Für unser Kinderheim tun wir jetzt nicht mehr viel. Sie haben viele Sponsoren. Amerikaner stehen dort hoch im Kurs. Wenn wir dann allerdings erfahren, dass die Kinder gerne Bouletten essen und sie vorläufig kein Fleisch kaufen können, kaufen wir dann schon mal Fleisch oder Würstchen. Das ist etwas Besonderes für die Kinder. Wenn sie mir dann aber sagen, dass sie für Bouletten 15 kg Fleisch für 160 Kinder benötigen, kommt mein Misstrauen wieder hervor. Das sind dann nämlich 100 g Fleisch pro Kind. Ungefähr 100 Kinder sind in den Liegegruppen und bekommen püriertes Essen. Die bekommen ganz sicher keine Boulette von 100 g Fleisch. Wenn ich nicht so misstrauisch wäre, würde es mir viel besser gehen. Neue Freiwillige Wie in jedem Jahr, so kamen auch in diesem Jahr am 15. September wieder 2 junge Mädchen aus Deutschland in die Ukraine, die in unserem Kinderheim ein Freiwilliges Soziales Jahr machen. Es sind in diesem Jahr Mareike aus Kassel (20 J.) und Theresia aus Dresden (18 J.). Die erste Woche haben wir sie erst einmal überall hin mitgenommen. Es ist für so junge Mädchen sehr schwer, sich an so ein fremdes Land zu gewöhnen und die Sprache nicht zu verstehen. Gleich in der zweiten Woche haben sie angefangen, ihre Zimmer gründlichst zu renovieren. Renovierungsbedürftig waren die Zimmer schon viele Jahre. Diese beiden Mädchen sind an die Sache gegangen, als wären sie Maler von Beruf. Im Kinderheim haben sie sich auch schnell eingewöhnt, obwohl es sicher sehr schwer ist, mit schwerstbehinderten Kindern umzugehen. Das haben bisher alle Freiweilligen sehr gut gepackt. Besuch hatten wir auch im September von einer ehemaligen Freiwilligen, von Elisabeth Dimitrow. Sie studiert in Heidelberg und hat in der Blindenschule in Odessa, in die wir vor einigen Jahren die Vika ohne Augäpfel gebracht haben, ein Praktikum gemacht. Danke, Elisabeth. Vika geht es dort sehr gut. Sie hat jetzt eine Perspektive. Sie ist jetzt 14 Jahre alt. Wäre sie in unserem Kinderheim geblieben, wäre sie mit 18 in ein Heim für geistig behinderte Frauen gekommen. In Odessa lebt sie in einer Blindenschule, die wir auch ein wenig unterstützen. Es gibt in Odessa einen deutschen Verein aus Annaberg, der sich um Kinder aus sozialschwachen Familien kümmert. Nicole Borisuk lebt dort mit ihrer Familie und kümmert sich in unserem Auftrag auch um die Blindenschule. Danke, Nicole!!! Außer Elisabeth aus Heidelberg hatten wir natürlich noch viele andere Besucher aus der ganzen Ukraine. Es bleibt den ehemaligen Heimbewohnern, die längst aus dem Heim entlassen sind und teilweise 800 km entfernt wohnen nicht verborgen, dass Inge und Dieter in der Ukraine sind. Sie treffen sich dann gerne bei uns und wissen, sie bekommen etwas Gutes zu essen. Familie oder ein richtiges Zuhause hat ja keiner von ihnen kennen gelernt. Operationen Seit dem vorigen Jahr haben wir schon 6 Operationen für Kinder mit einem Wasserkopf bezahlt, wo die Eltern dazu nicht in der Lage gewesen wären. Bisher haben die Operationen Zwischen 500,- und 1.400,- Euro gekostet. Der unterschiedliche Preis hängt von dem Shunt ab, der eingesetzt wird. Bei der letzten Op. im September hat uns der Neurochirurg, zu dem wir großes Vertrauen haben, einen Katalog gezeigt, in dem für diese Operation 2 Shunts infrage kamen, einer kostete 690,- Euro und der bessere 1.400,- Euro. Mit dem billigeren hätte man keine Garantie. Wir haben uns für 1.400,- entschieden, denn wir wollten ja, dass es dem Kind gut gehen sollte. Leider haben wir vom Medizinischen überhaupt keine Ahnung und müssen das glauben, was uns der Arzt sagt. Wie in vielen Fällen, so wollten wir auch in diesem die familiären Verhältnisse beleuchten. Wir fuhren fast bis zum Schwarzen Meer, nach Kalantschak. Die Familie lebt mit mehreren Generationen in einem kleinen Haus am Rande der Stadt. Niemand war zu Hause. Die Mutter war im Krankenhaus bei ihrem Kind. Es ist so, dass ein Familienangehöriger während des gesamten Aufenthaltes des kleinen Patienten im Krankenhaus bleibt und das Kind pflegt. Alle anderen Familienangehörigen

5 waren auf dem Acker und arbeiten bei einem Farmer. Sie arbeiten in der Saison von morgens um 8.oo Uhr bis abends um 19.oo Uhr und bekommen dafür täglich 100,- Gr., das sind 10,- Euro. So haben es uns zwei herbeigeeilte Nachbarinnen erzählt. Uns war natürlich klar, dass sie sich von dem wenigen Geld keine 1.400,- Euro für eine Operation absparen können. So war es auch in anderen Familien, die wir besucht haben. Das soll erst einmal alles über unsere Reise gewesen sein. Vielleicht noch etwas über die polnisch-ukrainische Grenze. Da haben wir nur sieben Stunden gestanden. Am längsten dauert es bei den Polen. Wenn man dann 7 Stunden der Korruption zusehen muss, steigt der Blutdruck auf 350. Diesmal mussten wir mit unserem Sharan fahren, weil unser alter VW-Bus das nicht mehr überstanden hätte. Unser Sharan ist auch schon 11 Jahre alt. Eine Plakette bekommen wir dafür nicht mehr, also dürfen wir auch nicht nach Berlin. Wenn man aber an der polnischen Grenze sieht, welche ukrainische Klapperbusse nach Polen (Europa) dürfen, dann versteht man die Welt nicht mehr. Wegen der katastrophalen Grenzabfertigung hat mein Mann schon einmal an einen Europaabgeordneten geschrieben. Eine Antwort hat er nicht erhalten. Nun möchte ich noch kurz mitteilen, dass wir im August Besuch aus der Ukraine hatten. Und zwar hatten wir Vitja Semerenko aus Tschernigow und einen Betreuer, der auch in unserem Kinderheim aufgewachsen ist, eingeladen. Vitja wurde vor 24 Jahren 78 km von Tschernobyl entfernt geboren. Er hat keine Arme, nicht einmal einen Ansatz. Die Beine sind unterschiedlich lang und vollkommen verkrüppelt Seine Mutter hat er erst mit 19 Jahren kennen gelernt. Jetzt lebt er im Altersheim. Es ist ein wirklich liebenswerter und bewundernswerter Junge. Im Alltag braucht er kaum Hilfe. Mit den Füßen wäscht er seine Wäsche selbst. Ein herzliches Dankeschön an Familie Alpermann aus Gerswalde, die die beiden Jungen zwei Wochen bei sich aufgenommen hat. Anschließend waren sie dann noch bei uns. So sehr würde ich mir wünschen, dass Vitja noch einmal die Möglichkeit hätte, in Deutschland verwöhnt zu werden. Er ist sehr pflegeleicht Vitja wurde zwar nur 78 km von Tschernobyl entfernt geboren, bekommt aber keine Tschernobylrente da die Zone nur im Umkreis von 20 km zählt.

6 Da wir ja nicht weit von der polnischen Grenze entfernt wohnen, versuchen wir auch dort schon seit einigen Jahren Hilfe zu leisten. Darauf will ich aber jetzt nicht näher eingehen Nur das möchte ich Ihnen mitteilen: Am machen wir mit ca. 200 Obdachlosen in Stettin eine Kaffeetafel. Und zwar bringen wir seit einem guten Jahr ständig Textilien, hauptsächlich für Männer, in ein Mutter- Therese Haus nach Stettin. In diesem Haus bekommen an 6 Tagen in der Woche Obdachlose Mittagessen. Morgens können sie dort duschen und im Winter nachts dort schlafen. 18 von ihnen sind krank und wohnen ständig da. 7 Schwestern (meist aus Indien) arbeiten dort. Wir sind von dem Haus sehr beeindruckt. 18 Blechkuchen sind uns schon zugesagt. Wir freuen uns sehr, dass sich auch Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Gerswalde daran beteiligen. Nun ist mein kurzer Brief zu Ende. Allen, die uns bisher unterstützt haben, danken wir recht herzlich. Wir danken auch für das Vertrauen. Weihnachten steht vor der Tür. Wir wünschen Ihnen allen eine besinnliche Adventszeit sowie frohe und gesegnete Weihnachten im Kreise Ihrer Lieben. Dieter und Ingrid Sommerfeld Sollte irgendwo ein Kleinbus herumstehen, der gerne für wenig Geld zu uns möchte, würden wir ihn herzlich empfangen. Im Januar verschicke ich wieder die Spendenquittungen für 2011

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