Versicherer auf Gratwanderung. Was ist Finanzrückversicherung?

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1 makler-news No. 17 Finanzrückversicherung Versicherer auf Gratwanderung In den letzten Wochen war in den deutschen Medien vermehrt über das Thema Finanzrückversicherung zu lesen. Die deutsche ufsicht untersucht nun offenbar auch die ngemessenheit der Finanzrückversicherungsverträge von rund zehn deutschen Lebensversicherern. Der Hauptartikel dieses Newsletters erläutert, warum manche Formen von Finanzrückversicherung ein irreführendes Bild von der Finanzstärke eines Versicherers geben können und warum dieses Thema auch für Makler und Versicherungsvermittler von Bedeutung ist. Darüber hinaus informiert Sie Fitch über die uswirkungen des neuen Sicherungsfonds. Schließlich finden Sie in dieser usgabe neue Ratings der Stuttgarter Lebensversicherung a.g., Direkte Leben Versicherung G und Gerling-Konzern Lebensversicherungs-G. In den vergangenen Wochen war in den deutschen Medien vermehrt über das Thema Finanzrückversicherung zu lesen. Der nachfolgende Beitrag soll einen kurzen Einblick in das Thema geben und erläutern, wie durch Finanzrückversicherung die Finanzstärke eines Versicherers kurzfristig beeinflusst werden kann und wie Fitch die Finanzrückversicherungen in ihren Ratings berücksichtigt. Für Makler und Versicherungsvermittler ist dies von Bedeutung, weil durch den Einsatz von Finanzrückversicherung die Wirtschaftskraft von Versicherern ohne Finanzstärkerating einer international anerkannten Ratingagentur falsch interpretiert werden kann. Makler und Versicherungsvermittler sollten sich aber immer über die tatsächliche Finanzstärke einer Versicherungsgesellschaft informieren, bevor sie einem Kunden eine Empfehlung aussprechen. uch vor dem Hintergrund der Einführung der EU-Vermittlerrichtlinie ist es daher notwendig, dass sich Makler und Versicherungsvermittler mit diesem Thema beschäftigen. Was ist Finanzrückversicherung? Finanzrückversicherung ist eine besondere Form der Rückversicherung, die sich seit einiger Zeit in der internationalen Versicherungswirtschaft einer steigenden Beliebtheit erfreut. Rückversicherer bieten dabei den Erstversicherern einen Versicherungsschutz für derzeitige und zukünftige (prospektive Verträge) oder vergangene (retrospektive) Schadenereignisse an. Produkte der Finanzrückversicherung sind aufgrund ihrer Charakteristika Teil des alternativen Risikotransfers (RT) von Versicherern. Ziele beim Einsatz von Finanzrückversicherung sind oftmals das Erstreben finanzieller Sicherheit und der usweis ausgeglichener Ergebnisse über die Zeit, wobei die Ergebnisse in der Bilanz Risikotransferfunktion z. T. geglättet werden. Dabei können entsprechende Rückversicherungsverträge generell auch sinnvoll für einen Versicherer sein und das Rating sogar positiv beeinflussen. Merkmale der Finanzrückversicherung sind vor allem: Nur begrenzter Risikotransfer auf den Rückversicherer Ergebnisteilung mit dem Rückversicherer Mehrjährige Vertragsdauer Berücksichtigung von Kapitalanlageerträgen Bei Finanzrückversicherungsverträgen existiert oftmals neben der Übernahme von Versicherungsrisiken eine Finanzkomponente, die z. B. die bilanziellen oder liquiditätsmäßigen Belastungen von Versicherern gezielt abfedern und/oder auf mehrere Jahre verteilen kann. Diese Finanzierungsfunktion steht bei Finanzrückversicherungsproduk- bbildung 1: nteil der Finanzierungsfunktion bei Rückversicherungsverträgen Quelle: Kalusche, Schmidt, 1993 Finanzierungsfunktion Trad. Rückvers. Blended Cover Retrosp. ggr. Cover LPT/Funded Cover Quoten-Rückvers. Time & Distance -1-

2 FITCH MKLER NEWS ten im Gegensatz zu Produkten der traditionellen Rückversicherung häufig sogar im Vordergrund (siehe bbildung 1). Bei vielen Finanzrückversicherungsverträgen handelt es sich daher ökonomisch gesehen um Darlehen, also Kredite, und nicht um eine wirkliche Rückversicherung. Doch anders als Kredite steigern Einnahmen aus Finanzrückversicherungen den Gewinn. Einige Lebensversicherer nutzen daher Finanzrückversicherung, um die aufsichtsrechtliche Kapitalausstattung durch btretung zukünftiger Überschüsse aus bestehenden Verträgen zu erhöhen. Kurzfristig hat dies eine positive uswirkung, mittelfristig schränkt es jedoch den Handlungsspielraum zur usschüttung der Gewinne deutlich ein. Die Bilanzkosmetik kann dann zum Bumerang werden. ufsichtsrechtliche nerkennung von Finanzrückversicherung Vor dem Hintergrund der geringen Bedeutung des Risikotransfers bei diesen Produkten, ist das Eingehen solcher Verträge auch deshalb problematisch, weil es deutschen Erstversicherern gemäß 7 bs. 2 Versicherungsaufsichtsgesetz (VG) eigentlich verboten ist, versicherungsfremde Geschäfte zu betreiben. Für dieses so genannte Singularitätsprinzip gibt es grundsätzlich drei Begründungen: 1. Die Unternehmensleitung soll vor einer Überforderung geschützt werden, weil versicherungsfremde Geschäfte zusätzliche Kenntnisse und Praktiken erfordern. 2. Das ohnehin schon risikoreiche Versicherungsgeschäft soll zum Schutz der Versicherten nicht noch mit zusätzlichen Risiken vermengt werden. 3. Quersubventionierung soll verhindert werden, d.h. Prämien aus dem Versicherungsgeschäft sollen nicht benutzt werden dürfen, um Verluste in versicherungsfremden Geschäften auszugleichen. Für die aufsichtsrechtliche nerkennung von Finanzrückversicherungsverträgen als Rückversicherungsverträge ist der Transfer von versicherungstechnischem Risiko auf den Rückversicherer notwendig. Dabei wird aber nicht näher erläutert, in welchem Umfang dieser versicherungstechnische Transfer stattzufinden hat. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat deutlich gemacht, dass Finanzrückversicherung nur dann problemlos verwendet werden kann, wenn sie nicht zur Bilanzglättung eingesetzt wird (Financial Times Deutschland v , S. 20). ls Faustregel verlangen Wirtschaftsprüfer zurzeit, dass der Versicherungsgeber zumindest mit zehnprozentiger Wahrscheinlichkeit einen Verlust von zehn Prozent des Vertragswertes erleidet. Wurde durch Finanzrückversicherung ein zweiter Protektorfall verhindert? Bei der finanziell angeschlagenen Mannheimer Lebensversicherungs-G wurde 2003 versucht, durch den Einsatz von Finanzrückversicherungsverträgen in Höhe von EUR 170 Mio. die Selbständigkeit des Versicherers zu erhalten. Dabei hätten die Kunden die Hauptlast zur Erhaltung des Konzern getragen, weil die Prämien zur Rückzahlung des kreditähnlichen Finanzrückversicherungsvertrages aus dem Rohüberschuss des Lebensversicherers gezahlt worden wären, der zu 90% den Kunden eines Versicherungsunternehmens zusteht. us diesem Grund verhinderte die ufsicht in letzter Sekunde die Umsetzung des Planes. In der Vergangenheit haben einige deutsche Versicherer ähnliche Finanzrückversicherungsverträge genutzt. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch den Einsatz von Finanzrückversicherung ein zweiter Protektorfall verhindert wurde. BaFin untersucht Finanzrückversicherung Finanzrückversicherung in der oben dargestellten Weise wird von einigen Versicherern als bilanz- und steuerpolitisches Instrument zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und zur Glättung der Bilanz eingesetzt und schmälert damit die ussagekraft von Versicherungsbilanzen. Externen nalysten und anderen nspruchgruppen wird somit die Beurteilung der Finanzstärke eines Versicherers erschwert oder sogar unmöglich gemacht. So können Versicherer z.b. mit Hilfe eines Quoten-Rückversicherungsvertrages zukünftige noch nicht verdiente Erträge vorziehen und damit Gewinn und Kapitalausstattung besser aussehen lassen, als sie es eigentlich sind. Der Kredit des Rückversicherers an den Erstversicherer muss aber in den Folgejahren zurückgezahlt werden, weshalb die zukünftige Profitabilität eines solchen Versicherers stark eingeschränkt sein kann. Darüber hinaus wird so durch die zukünftigen Rückzahlungen ein ufbau von Eigenkapital aus eigener Stärke verhindert oder erschwert. Wenn die tatsächliche wirtschaftliche Lage zu lange verschleiert wird, kann die Finanzrückversicherung im schlimmsten Fall zur Insolvenzverschleppung führen. So geschehen z.b. im Jahr 2001 beim damals zweitgrößten australischen Versicherer HIH Insurance Ltd. Die US-Staatsanwaltschaft untersucht deshalb zurzeit verstärkt bei amerikanischen Versicherern, ob und wie sie Finanzrückversicherungen verwenden. uch die deutsche Finanzaufsicht BaFin überprüft derzeit die ngemessenheit der Rückvesicherungsverträge von rund zehn deutschen Versicherern. uf die mit Finanzrückversicherungsverträgen eingegangenen Risiken und den potenziell irreführenden Charakter dieser Instrumente hatte Fitch bereits im Jahr 2002 in einer Studie 1 hingewiesen. Damals hieß es: Kurzfristig hat dies eine positive uswirkung, mittelfristig schränkt es jedoch den Handlungsspielraum zur usschüttung der Gewinne deutlich ein. Und weiter, bliebe es abzuwarten, wie sich das verstärkte Engagement der Lebensversicherer im Bereich (...) der Finanzrückversicherung auf die Kapitalergebnisse zukünftiger Jahre auswirken wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Branche die dadurch eingegangenen Risiken richtig beurteilt hat und somit die zukünftige Situation nicht weiter verschärft wird. In einem Spezial Report hat Fitch darüber hinaus dargestellt, wie die gentur mit solchen Verträgen in der Bilanz eines Versicherers umgeht. 2 Um die wirtschaftliche Situation eines Versicherers richtig zu beurteilen, werden Finanzrückversicherungsverträge wie z.b. Quoten-Rückversicherungsverträge von Fitch bei der nalyse nicht eigenkapitalsteigernd berücksichtigt. Entsprechende Vereinbarungen werden bei der Bilanzanalyse herausgerechnet und so nur die zum Zeitpunkt der Beurteilung tatsächliche Finanzstärke berücksichtigt. Durch dieses Vorgehen möchte es Fitch den Nutzern ihrer Ratings, wie z.b. Maklern und Versicherungsvermittlern ermöglichen, dass sie sich ein Bild von der tatsächlichen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des jeweiligen Versicherers machen können. 1. Den Spezial Report Deutsche Lebensversicherer Wie ist die Zukunft zu finanzieren? finden Sie auf der Internetseite im Bereich rchiv der Seite. 2. Den Spezial Report Finite Risk Reinsurance finden Sie auf der Internetseite im Bereich Insurance der Seite. -2-

3 FITCH MKLER NEWS Interview Sicherheit mit Dividende! Können mit dem Sicherungsfonds nun alle Versicherer die Garantieleistungen erfüllen? Bis zu 5% der garantierten Leistungen eines Versicherungsnehmers könnten dann ersatzlos gestrichen werden. ußerdem kann die ufsicht eine Kündigung der Verträge untersagen, um Run-Situationen zu verhindern. Die Kunden können dann nicht mehr auf ihre eigenen Einlagen zurückgreifen. Daher sind Kunden am besten beraten, wenn sie sich von nfang an einen sicheren, d.h. finanzstarken Versicherer aussuchen. Welche praktische Bedeutung haben Finanzstärkeratings für Makler und Kunden? Dr. Marco Metzler (l.) und Christian Kühner (r.), deutsche nalysten bei Fitch Ratings Ltd., London Mit der gesetzlichen Einrichtung eines Sicherungsfonds für Lebens- und Krankenversicherer ist vorerst ein Schlussstrich unter das Dauerthema Protektor gezogen worden. Bei genauer Betrachtung lassen sich aber bedeutende Lücken im jetzigen Gesetzeswerk ausmachen. Ein vergleichsweise niedriges Fondsvolumen sowie ein drohender Eigenbehalt der Kunden im Fall der Fälle führen zu der Frage: Wie unsicher ist sicher? Im Interview erläutern Dr. Marco Metzler, Director und Christian Kühner, ssociate Director, beide Fitch Ratings in London, warum vor diesem Hintergrund die Finanzstärke trotz der Gesetzesänderung weiterhin einen entscheidenden nteil bei der uswahl eines Versicherers haben sollte. Wie beurteilen Sie generell die gesetzliche Einführung eines Sicherungsfonds? Metzler: Fitch begrüßt grundsätzlich die Einführung des gesetzlichen Sicherungsfonds und damit auch die realisierte Regulierung. Die gefundene Lösung stellt eine Verbesserung gegenüber der alten Situation dar, bei der die Versicherungsnehmer allein auf die Freiwilligkeit der Branche angewiesen waren. Von daher war es sinnvoll, den Sicherungsfonds auf Gesetzesfüße zu stellen. Nur ist die inhaltliche usgestaltung des Sicherungsfonds nicht optimal. Sind die deutschen Lebens- und Krankenversicherer nun sicher? Metzler: Nein, die deutschen Lebens- und Krankenversicherer sind durch den neuen Sicherungsfonds nicht 100% sicher geworden. Die mit 1 Mrd. EUR recht schwache usstattung des Fonds und der Eigenbehalt des Versicherungsnehmers zwingen die Makler und Kunden, auch in Zukunft bei der Sicherheit eines Versicherers genau hinzuschauen. Darüber hinaus kann nicht ausgeschlossen werden, dass in der Vergangenheit durch den Einsatz von Finanzrückversicherungen ein weiterer Protektorfall verhindert wurde. Welche uswirkung hat das für Makler und Kunden? Metzler: Bedeutend für Makler und Kunden ist, was passsiert, wenn die 1 Mrd. EUR nicht ausreicht: Sollte die freiwillige Vereinbarung der Versicherer dann nicht mehr greifen, wird direkt auf die Kundengelder zurückgegriffen. Metzler: Die Gewinnbeteiligung der Lebensversicherer ist in den letzten Jahren deutlich gesunken und wurde in 2005 nochmals angepasst. In einigen Fällen sind es nur noch die Garantien, die dem Kunden gutgeschrieben werden. Da die Garantien der Versicherer nahezu identisch sind, wird es zu einem Wettbewerbsfaktor werden, diese Garantien auch langfristig erfüllen zu können. Diese Fähigkeit wird durch ein Finanzstärkerating ausgedrückt. Mittlerweile sind daher Finanzstärkeratings zu einem festen Bestandteil bei der Kundenberatung geworden. Welche Rolle spielen Produktratings? Metzler: Neben den Finanzstärkeratings sind Produktratings der Tarife in der privaten Krankenversicherung ebenso von großer Bedeutung. Die nalyse und Verwendung der Ratings in dieser Kombination, bei der durch jeweils getrennte Urteile zu Finanzstärke und Produkttarifen sich der Makler selbst ein Urteil bilden kann, führt nicht zu Vermischung von unabhängigen nalysebereichen. Ein Pleitekandidat kann dann direkt erkannt werden und wird nicht durch guten Service und Produkte zu einem Top-Versicherer aufgewertet wie es bei anderen Ratingurteilen durchaus der Fall sein kann. In der Studie Statt nlegerschutz nur trügerische Sicherheit von McKinsey wurde bereits im Jahr 2002 auf diese Problematik hingewiesen. -3-

4 FITCH MKLER NEWS Wie viele Ratings hat Fitch veröffentlicht? Kühner: Eine nahezu volle Marktabdeckung für Makler und Investoren ist das Ziel. Fitch hatte bisher auf freiwilliger und größtenteils interaktiver Beziehung 14 Lebensversicherern und sechs Krankenversicherern ein Finanzstärkerating erteilt. Hinzu kommen weitere vier angelsächsische Lebensversicherer, die im deutschen Markt aktiv sind. Diese Ratings lagen bisher alle im -Bereich und besser. Tendenziell gab es eine positive Selektion, d.h. die finanzkräftigen Versicherer haben freiwillig ein Rating nachgefragt, um im Finanzstärkewettbewerb gut positioniert zu sein. Um mittelfristig alle Versicherer hinsichtlich der Finanzstärke vergleichen zu können und somit volle Markttransparenz zu bieten, wie von vielen Maklern und Kunden gewünscht, hat Fitch im März zunächst Q- IFS Ratings für weitere 45 Lebensversicherer und 27 Krankenversicherer veröffentlicht. Damit deckt Fitch bereits heute rund zwei Drittel der deutschen Lebens- und Krankenversicherer ab. Weitere Ratings werden in den nächsten Monaten folgen. Welche Rolle spielt die Finanzstärke und das Rating bei der fachgerechten Beratung und Dokumentation? Metzler: Spätestens seit Bekanntwerden der finanziellen Probleme einiger Lebensversicherer im Sommer 2002 wollen Versicherte und Vermittler vermehrt über die finanzielle Lage ihrer Gesellschaft informiert werden. Kunden von Versicherern fordern Transparenz, um sich ein objektives Bild von der Qualität und der Sicherheit der am Markt auftretenden nbieter von Versicherungsprodukten machen zu können. Für Vermittler wiederum sind Orientierungsrahmen unverzichtbar, anhand derer ein seriöses und fundiertes Beratungsgespräch geführt werden kann. Mit Umsetzung der EU- Vermittlerrichtlinie ab Mitte 2005 müssen Makler und Mehrfachagenten umfangreiche Beratungs- und Dokumentationspflichten erfüllen. Objektivität in der Darstellung und Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse sind dabei wichtige Kriterien für ein erfolgreiches Verkaufsgespräch. Die Prüfung der Finanzstärke eines Versicherers ist ebenso wie die Produktqualität ein entscheidendes uswahlkriterium bei einer fachgerechten Beratung. Hierzu sind Finanzstärkeratings von international anerkannten Ratingagenturen bestens geeignet. Gibt es Unterschiede bei der Finanzstärke der Lebens- und Krankenversicherer in Deutschland? Metzler: Die Entwicklung bei der Mannheimer Leben hat gezeigt, dass es Versicherer gibt, die zu einem Fall für den Sicherungsfonds werden können. Für diesen Zweck wurde eigens der freiwillige Fonds Protektor geschaffen. Die Mannheimer Leben hatte nach Berechnungen von Fitch, die in unserer Studie vom November 2002 veröffentlicht wurden, das Kapital auf Basis von Marktwerten fast aufgezehrt, in der Studie September 2003 wurde von Fitch sogar negatives Kapital festgestellt. Im Rahmen des Q-Modells wäre das Ergebnis ein CCCq -Rating gewesen. ktuell bewertet Fitch keinen deutschen Versicherer im C-Bereich. Es gibt jedoch mehrere Versicherer, die mit einem oder - Rating als finanzschwach beurteilt werden. Wie viele Makler und Vermittler verwenden die Ratings von Fitch? Metzler: Mit unserem Makler-Newsletter erreichen wir alle 6-8 Wochen rund Makler- und Mehrfachagenten, die unsere Ratings aktiv im Kundengespräch einsetzen. Darüber hinaus haben über andere Makler-Plattformen im letzten Jahr Makler und Mehrfachagenten mindestens einen Newsletter von Fitch gelesen. Durch das Booklet im September 2004, das in Zusammenarbeit mit Focus-Money zum Thema Finanzstärke entstand, haben weitere Vermittler und Privatpersonen unsere Ratings im Jahresendgeschäft sehr aktiv genutzt. Fitch ist damit hinsichtlich der Marktabdeckung mit Ratings und deren Verwendung im deutschen Markt unter den international anerkannten genturen Marktführer und erste dresse für Makler und andere nspruchsgruppen von Versicherern. Manche Marktteilnehmer sprechen von einem Finanzstärkewettbewerb der Versicherer. Welche Folgen kann das haben? Kühner: Mehr und mehr Versicherer stellen sich dem Finanzstärkewettbewerb. Während der Renditewettbewerb der vergangenen Jahre einzelne Versicherer an den Rand des Ruins getrieben hat, wirkt sich der Finanzstärkewettbewerb stabilisierend auf die Branche aus und damit auch positiv auf den langfristigen Erfolg und die Rendite für die Kunden. Impressum Herausgeber: Fitch Ratings Ltd., Eldon House, 2 Eldon Street, London, EC2M 7U, Great Britain Tel , Fax , Gestaltung: XCTWERBUNG Disclaimer: Copyright 2005 by Fitch, Inc. and Fitch Ratings, Ltd. and its subsidiaries. One State Street Plaza, NY, NY Telephone: , (212) Fax: (212) Reproduction or retransmission in whole or in part is prohibited except by permission. ll rights reserved. ll of the information contained herein is based on information obtained from issuers, other obligors, underwriters, and other sources Fitch believes to be reliable. Fitch does not audit or verify the truth or accuracy of any such information. s a result, the information in this report is provided as is without any representation or warranty of any kind. Fitch rating is an opinion as to the creditworthiness of a security. The rating does not address the risk of loss due to risks other than credit risk, unless such risk is specifically mentioned. Fitch is not engaged in the offer or sale of any security. report providing a Fitch rating is neither a prospectus nor a substitute for the information assembled, verified, and presented to investors by the issuer and its agents in connection with the sale of the securities. Ratings may be changed, suspended, or withdrawn at any time for any reason at the sole discretion of Fitch. Fitch does not provide investment advice of any sort. Ratings are not a recommendation to buy, sell, or hold any security. Ratings do not comment on the adequacy of market price, the suitability of any security for a particular investor, or the tax-exempt nature or taxability of payments made in respect to any security. Fitch receives fees from issuers, insurers, guarantors, other obligors, and underwriters for rating securities. Such fees generally vary from US$1,000 to US$750,000 (or the applicable currency equivalent) per issue. In certain cases, Fitch will rate all or a number of issues issued by a particular issuer, or insured or guaranteed by a particular insurer or guarantor, for a single annual fee. Such fees are expected to vary from US$10,000 to US$1,500,000 (or the applicable currency equivalent). The assignment, publication, or dissemination of a rating by Fitch shall not constitute a consent by Fitch to use its name as an expert in connection with any registration statement filed under the United States securities laws, the Financial Services ct of 1986 of Great Britain, or the securities laws of any particular jurisdiction. Due to the relative efficiency of electronic publishing and distribution, Fitch research may be available to electronic subscribers up to three days earlier than to print subscribers. -4-

5 FITCH MKLER NEWS Fitch stuft Stuttgarter Leben auf IFS Rating hoch; Direkte Leben wird erstmals mit geratet Fitch Ratings-London/Frankfurt, 21. Juni 2005: Die internationale Ratingagentur Fitch Ratings hat heute das Finanzstärke- Rating (IFS-Rating) der Stuttgarter Lebensversicherung a. G. ( SLV ) auf von - hochgestuft. ufgrund der Hochstufung ist der usblick jetzt stabil. Darüber hinaus wurde der Direkte Leben Versicherung G ( DLV ), eine indirekt gehaltene 100% Tochtergesellschaft der SLV, ein IFS-Rating von mit stabilem usblick vergeben. Gleichzeitig erhalten die SLV und die DLV das begehrte Finanzstärke-Siegel von Fitch, welches nur an Versicherer mit starker Finanzkraft verliehen wird. Die Ratings spiegeln sowohl die verbesserte Kapitalausstattung und Marktstellung, als auch das nachhaltig sehr gute Kostenund Risikoergebnis wider. Wie von Fitch erwartet, wurden die freien Teile der Rückstellung für Beitragsrückerstattung auf 282,6 Millionen Euro in 2004 von 261,2 Millionen Euro in 2003 gestärkt. Ferner wurde die Kapitalausstattung der SLV durch einen beträchtlichen ufbau von stillen Reserven auf die Kapitalanlagen verbessert. Die starke Finanzkraft wird durch ein über Jahre hinweg stabiles und sehr gutes Kostenund Risikoergebnis gestützt, welches unabhängig vom Kapitalmarkt erzielt wird. Dafür sind vor allem die unterdurchschnittliche Verwaltungskostenquote (3,13% in 2004) und die angemessene Kalkulation der Beiträge verantwortlich. Insbesondere die laufende Umstrukturierung von Vertrieb und Marketing des Versicherers führte zu einer verbesserten Marktstellung. Der Marktanteil als Prozentsatz der Brutto-Beiträge aus Neugeschäft wurde im letzten Jahr um 27% gesteigert. Bei Fondspolicen ist der Marktanteil am Neugeschäft bereits auf 1,5% gewachsen. Die bschlusskostenquote wurde 2004 auf 52 von 55 Promille im Vorjahr gesenkt und wie von der SLV prognostiziert, hat sich die Stornoquote letztes Jahr bei 7,7% stabilisiert und sollte dieses Jahr weiter fallen. Fitch erwartet von der SLV, dass die Restrukturierung von Vertrieb und Marketing weiterhin erfolgreich vorangetrieben, die Profitabilität gesteigert und die Kapitalausstattung auf dem Niveau des vergebenen Ratings gehalten wird. SLV ist die Muttergesellschaft der Stuttgarter Gruppe in der Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit. SLV hält 100% der nteile an der Stuttgarter Versicherung Holding G unter deren Management die weiteren operativen Unternehmen der Gruppe stehen. Die Konzernstruktur ermöglicht darüber hinaus einen besseren Zugang zum Kapitalmarkt. Die Gruppe betreibt das Lebens- und Unfallversicherungsgeschäft. Über 80% der Bruttobeitragseinnahmen entfallen dabei auf die Lebensversicherung. Die Gruppe ist organisatorisch auf vier Vertriebskanäle ausgerichtet. Diese sind: Makler und Mehrfachagenten, Familienschutz, Direktversicherung und Spezialvertriebe. Der Direktversicherer DLV wurde 1994 durch die Stuttgarter Gruppe übernommen. Die Ratingentscheidung der DLV berücksichtigt die erfolgreiche Nischenposition des Versicherers und die operativen und finanziellen Nutzen aufgrund der Zugehörigkeit zur Stuttgarter Gruppe. Der Direktversicherer ist spezialisiert auf Direkt-Mailings und das Geschäft mit Kooperationspartnern. DLV hat drei Hauptkooperationspartner: Große Industrieunternehmen und ihre Mitarbeiter, Finanzinstitute und ihre Kunden sowie Betriebskrankenkassen und ihre Kunden. DLV ist ein integrierter Teil der Stuttgarter Gruppe, die dem Unternehmen Unterstützung sichert. Die Kapitalausstattung von DLV ist stark und im Einklang mit dem vergebenen Rating. Fitch erwartet in Zukunft eine Verbesserung der derzeit nicht zufrieden stellenden Profitabilität. Fitch s rating definitions are available on the agency s public site, Published ratings, criteria and methodologies and relevant policies and procedures are also available from this site, at all times. This document will remain on the public site for seven days. -5-

6 FITCH MKLER NEWS Fitch vergibt BB+ IFS Rating an Gerling Leben und B+ Rating für nachrangige öffentliche nleihe Fitch Ratings - London/Frankfurt, 21. Juni 2005: Die internationale Ratingagentur Fitch Ratings hat heute der Gerling- Konzern Lebensversicherungs-G (GKL) ein BB+ Finanzstärkerating (Insurer Financial Strength, IFS) und ein BB- Long-Term Rating vergeben. Der usblick für beide Ratings ist Stabil. GKL s bisheriges quantitatives Finanzstärkerating (Q-IFS) von wurde zurückgezogen, welches am 9. März 2005 als quantitatives modellbasiertes und zeitpunktbezogenes Rating mit Gültigkeit zum Stichtag der Bilanzierung vergeben worden war. Gleichzeitig vergibt Fitch ein indikatives B+ Rating für die geplante Emission einer öffentlichen nachrangigen nleihe im Einklang mit ihren Standard-Notching- Richtlinien ausgehend von einem BB+ IFS Rating. Das Rating basiert auf dem vorläufigen Emissionsprospekt und erfolgt vorbehaltlich der endgültigen Bedingungen und Konditionen. Die Ratings reflektieren Fitchs Bedenken bezüglich GKLs eingeschränkter zukünftiger finanzieller Flexibilität und Profitabilität wie auch eine leicht schwache Kapitalausstattung nach Berücksichtigung von npassungen aufgrund außerbilanzieller Risiken und einer Rückversicherungsvereinbahrung mit GKLs eigener Tochtergesellschaft Gerling Friedrich Wilhelm Rückversicherungs-G ( GFW ). In Verbindung mit Bedenken bezüglich der Qualität der Bewertungsreserven sowie bestimmten rechtlichen und bonitätsmäßigen Risiken sieht Fitch GKL als potentiell anfällig für adverse Marktentwicklungen. Diesen Schwächen stehen andererseits eine starke Marktposition von GKL, ein starkes Wachstum im Neugeschäft, eine gute Produktqualität sowie die Verwendung von neu implementierten sset-liability- Management und Risiko-Management Systemen gegenüber. GKL ist die deutsche Lebensversicherungstochter von Gerling-Konzern Versicherungsbeteiligungs-G ( GKB, Gerling Gruppe). Mit Bruttobeitragseinnahmen in Höhe von EUR 1,84 Mrd. ist GKL einer der zehn größten Lebensversicherer in Deutschland und trägt 43,9% zu den EUR 4,17 Mrd. Bruttobeitragseinnahmen der Gruppe bei. ufgrund der einseitigen Beendigung der Gewinnabführungsund Beherrschungsverträge zwischen GKL und GKB im Jahr 2003, und vor dem Hintergrund der Unsicherheit der zukünftigen Eigentümerstruktur der Gruppe, erfolgt das Rating von GKL auf Einzelbewertungsebene. Im Jahr 2003 wurde mit GFW ein Quoten- Rückversicherungsvertrag abgeschlossen, der die zukünftige finanzielle Flexibilität von GKL beschränken wird, indem sie GFW an zukünftigen Prämieneinnahmen aus Kapitallebensversicherungen und Risikolebensversicherungen beteiligt. Im Gegenzug erhielt GKL im Jahr 2003 einmalige bschlusskostenprovisionen in Höhe von rund EUR 300 Mio. Mit Hilfe dieses Vorgehens vermied es GKL nach Einschätzung von Fitch, im Jahr 2003 möglicherweise einen Verlust und die Verschlechterung der Solvabilität auszuweisen. Nach nsicht von Fitch implizieren die Merkmale der Vereinbarung, dass der Vertrag als Finanzrückversicherungsvertrag ohne Risikotransfer außerhalb der Gerling Gruppe eingestuft werden kann. Fitch hat im Einklang mit ihrer analytischen Vorgehensweise im Rahmen des Ratingprozesses die uswirkungen solcher Vereinbarungen rückgängig gemacht. Darüber hinaus veröffentlichte GKL in den nmerkungen der Bilanz im Jahr 2004 außerbilanzielle Eventualverbindlichkeiten aus Pensionsverpflichtungen in Höhe von EUR 79,1 Mio. (2003: EUR 64,1 Mio.) sowie andere finanzielle Verpflichtungen in Höhe von EUR 105,7 Mio. Ferner sieht Fitch auch in der privaten Eigentümerstruktur der Gerling Gruppe eine Beschränkung der zukünftigen finanziellen Flexibilität. Die Profitabilität von GKL war im Jahr 2004 relativ gering mit einem Jahresüberschuss von EUR 15,7 Mio. Darüber hinaus verkaufte und überschrieb GKL im Jahr 2003 an ihre Tochtergesellschaft Gereon Forderungsmanagement GmbH ( GFM ) zukünftige Kuponzinseinnahmen in Höhe von EUR 197 Mio., welche die Kapitalanlageeinnahmen in den Folgejahren verringern werden. Ferner sieht Fitch die relativ hohe Position von Immobilienvermögen in Höhe von EUR 1,7 Mrd. als anfällig gegenüber einem bschwung am gewerblichen Immobilienmarkt, der zu einer weiteren Erosion von nlageergebnissen und Kapitalausstattung führen könnte. GKL hat die bsicht geäußert, eine unbefristete öffentliche nachrangige nleihe zu begeben, um die Kapitalausstattung zu verbessern und zukünftiges Wachstum zu unterstützen. Das erwartete B+ Rating reflektiert den unbefristeten Charakter der nleihe, ihren Rang als ungesicherte nachrangige Verbindlichkeit sowie die Möglichkeit der kumulativen ufschiebung der Zinszahlung. Der Emittent hat erstmals nach zehn Jahren die Option die Emission zu kündigen. Falls keine Kündigung erfolgt, erhöht sich der Kupon. Fitch wird die nleihe voraussichtlich zu 65% als Eigenkapital anrechnen und aus aufsichtsrechtlicher Sicht ist die Qualifikation als Upper Tier 2 Kapital zu erwarten. Um die nfälligkeit gegenüber adversen Entwicklungen auf den Kapitalmärkten zu verringern, hat GKL umfassend Gebrauch von Hedging Instrumenten gemacht und die wirtschaftliche ktienquote auf Marktwertbasis auf 6,9% reduziert erreichte GKL Neugeschäftsbeiträge in Höhe von EUR 584 Mio. (+29,2%) und hat erfolgreich seinen bsatz in fondsgebundenen Lebensversicherungen erhöht. Darüber hinaus hat GKL ihre starke Marktposition im deutschen Lebensversicherungsmarkt behalten. Im ersten Quartal 2005 hat GKL ihre Beitragseinnahmen auf EUR 407,6 Mio. gesteigert mit Beitragseinnahmen aus Neugeschäft in Höhe von EUR 37,7 Mio. Fitch s rating definitions are available on the agency s public site, Published ratings, criteria and methodologies and relevant policies and procedures are also available from this site, at all times. This document will remain on the public site for seven days. The ratings above have been initiated by Fitch as a service to investors. The issuer did not participate in the rating process other than through the medium of its public disclosure. -6-

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