Bericht über das Geschäftsjahr 2014

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1 Bericht über das Geschäftsjahr 2014 vorgelegt in der ordentlichen Hauptversammlung am 14. Juni 2015 EUROPA Lebensversicherung AG Piusstraße Köln

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3 Inhaltsverzeichnis Seite Unternehmensorgane 5 Lagebericht 7 1. Grundlagen des Unternehmens 7 2. Wirtschaftsbericht 8 Rahmenbedingungen 8 Geschäftsverlauf 10 Personalbericht Nachtragsbericht Prognose-, Chancen- und Risikobericht Dank an die Mitarbeiter 20 Bestandsbewegung 22 Gewinnverwendungsvorschlag 25 Jahresabschluss Bilanz zum 31. Dezember Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember Anhang 32 Erläuterungen zur Bilanz zum 31. Dezember Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember Entwicklung der Aktivposten A, B I und II im Geschäftsjahr Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer im Geschäftsjahr Sonstige Angaben 81 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 83 Bericht des Aufsichtsrats 84 3

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5 Unternehmensorgane Aufsichtsrat Lutz Duvernell, Dortmund, Rechtsanwalt, Vorsitzender Dipl.-Math. Rolf Bauer, Haltern am See, Vorstandsvorsitzender i. R., stellv. Vorsitzender Bianca Breuer*, Euskirchen, Versicherungskauffrau Vorstand Helmut Posch, Witten, Vorsitzender lic. oec. HSG Stefan Andersch, Köln Dr. Dr. Michael Fauser, Berg Dipl.-Ök. Dr. Gerhard Schmitz, Castrop-Rauxel, Prof. Dr. Gerd Geib, Kerpen, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Werner Hachen*, Leverkusen, Versicherungsangestellter Dipl.-Math. Heinz Jürgen Scholz, Zirndorf, Vorstandsmitglied i. R. * von den Arbeitnehmern gewählt (Angaben zum Anhang gem. 285 Nr. 10 HGB) 5

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7 Lagebericht 1. Grundlagen des Unternehmens EUROPA ist Versicherung pur. Daraus resultieren ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für ein attraktives Produktangebot aus privater Absicherung, Vorsorge und Geldanlage, sowie hervorragender Service und ausgezeichnete Beratung. In zahlreichen unabhängigen Tests und Rankings wird die EUROPA immer wieder ausgezeichnet für ihre Produkte, ihre außerordentliche Beratungsqualität und die im Vergleich aller deutschen Lebensversicherer sehr niedrige Verwaltungskostenquote. Versicherungsangebot Im Geschäftsjahr wurden im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft folgende Lebensversicherungsarten betrieben: ý Einzelversicherung mit Überschussbeteiligung, bei der das Anlagerisiko vom Versicherungsunternehmen getragen wird: Kapitalbildende Lebensversicherung mit überwiegendem Todesfallcharakter (einschließlich vermögens bildender Lebensversicherung für den Neuzugang geschlossen) Risikoversicherung Kapitalbildende Versicherung mit überwiegendem Erlebensfallcharakter (Rentenversicherung) Rentenversicherung zur Basisversorgung Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung ý Kollektivversicherung mit Überschussbeteiligung, bei der das Anlagerisiko vom Versicherungsunternehmen getragen wird: Kapitalbildende Lebensversicherung mit überwiegendem Todesfallcharakter Risikoversicherung Kapitalbildende Versicherung mit überwiegendem Erlebensfallcharakter (Rentenversicherung) Rentenversicherung zur Basisversorgung ý Zusatzversicherung: Unfall-Zusatzversicherung (für den Neuzugang geschlossen) Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeits- Zusatzversicherung Renten-Zusatzversicherung ý Lebensversicherung, bei der das Anlagerisiko vom Versicherungsnehmer getragen wird: Fondsgebundene Lebensversicherung (für den Neuzugang geschlossen) Fondsgebundene Rentenversicherung Fondsgebundene Rentenversicherung mit staatlicher Förderung (für den Neuzugang geschlossen) Fondsgebundene Rentenversicherung zur Basis versorgung ý Lebensversicherung ohne Überschussbeteiligung, bei der das Anlagerisiko vom Versicherungsunternehmen getragen wird: Risikoversicherung Diese Versicherungsarten wurden im Berichtsjahr im freien Dienstleistungsverkehr auch in Österreich angeboten. Rückversicherung wurde nicht betrieben. 7

8 2. Wirtschaftsbericht Rahmenbedingungen Allgemein In einem schwierigen Umfeld erwies sich die deutsche Wirtschaft 2014 als robust. Ungeachtet globaler Krisen und Konflikte wurde ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,5 % erzielt. Dieser Wert übertrifft deutlich die mageren Steigerungen in den beiden Vorjahren und liegt auch über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Entscheidende Antriebskraft für die starke Wirtschaftsleistung war erneut der Konsum. Die privaten Haushalte gaben 2,1 % mehr aus. Ihr verfügbares Einkommen erhöhte sich um 2,2 %. Nach vorläufigen Berechnungen wurden nur 9,2 % dieses Einkommens gespart, fast genauso wenig wie 2013, was angesichts anhaltend niedriger Zinsen nicht verwundert. Infolge historisch günstiger Hypothekendarlehen droht in manchen Städten bereits die Gefahr, dass sich der Markt für Wohnimmobilien überhitzt. Unternehmen und Staat investierten trotz der sehr ungewissen Konjunkturaussichten kräftig. Die Ausrüstungsinvestitionen erhöhten sich um 3,7 %, nachdem sie im Vorjahr noch um 2,4 % geschrumpft waren. Darüber hinaus ist die stabile Wirtschaftslage auf die positive Bilanz im Außenhandel zurückzuführen. Die Exporte stiegen um 3,7 % und die Importe um 3,3 %, was einen positiven Außenbeitrag zum BIP-Wachstum von 0,4 %-Punkten bedeutet. Die Beschäftigung entwickelte sich weiter aufwärts. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm um 0,9 % zu. Damit ist 2014 das achte Jahr in Folge mit einem neuen Höchststand. Die von der Bundesagentur für Arbeit ermittelte Arbeitslosenquote reduzierte sich im Jahresdurchschnitt 2014 voraussichtlich geringfügig auf 6,7 %. Lebensversicherung Nach den vorläufigen Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erhöhten sich die gebuchten Bruttobeiträge in der Lebensversicherung im Jahr 2014 um 3,1 %. Dies ist auf einen starken Zuwachs im Einmalbeitragsgeschäft von 12,9 % zurückzuführen, während die gebuchten Bruttobeiträge gegen laufenden Beitrag leicht um 0,9 % abnahmen. Der eingelöste Neuzugang mit laufender Beitragszahlung stieg um 3,4 % und gegen Einmalbeitrag um 12,1 %. Bei den klassischen und fondsgebundenen Rentenversicherungen sowie bei den Berufsunfähigkeitsversicherungen entwickelte sich das Neugeschäft positiv. Im Bereich der klassischen Rentenversicherungen nahm der Neuzugang gegen Einmalbeitrag ausgehend von einem bereits sehr hohen Vorjahresniveau erneut zu. Im Bereich der Risikoversicherungen verminderte sich das Neugeschäft mit laufender Beitragszahlung, so dass hier insgesamt ein Rückgang zu verzeichnen ist. Insgesamt liegt ein ereignisreiches Geschäftsjahr hinter den Lebensversicherern in Deutschland. Zum einen mussten sie weiterhin in einem künstlich erzeugten Niedrigzinsumfeld agieren. Zum anderen sahen sie sich umfassenden regulatorischen Änderungen gegenüber. Besonders das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG), das im August 2014 in Kraft trat, hat weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Branche. Die Europäische Zentralbank senkte den Leitzins im Juni von 0,25 % auf 0,15 % und im November auf 0,05 %, was die Niedrigzinsproblematik zusätzlich verschärfte. So sank das Zinsniveau zehnjähriger Bundesanleihen seit Jahresbeginn von 1,95 % auf nur noch 0,55 % zum Jahresende. Aufgrund dieser Entwicklung mussten die Lebensversicherer erneut Beträge von mehreren Milliarden Euro für die Zinszusatzreserve binden. Trotz der rückläufigen Kapitalmarktzinsen konnten sie ihren Kunden aber immer noch eine attraktive laufende Verzinsung von durchschnittlich 3,4 % für das Jahr 2014 gutschreiben. Um die finanzielle Stabilität der Lebensversicherungen zu erhöhen, verabschiedete der Gesetzgeber mit dem LVRG ein umfangreiches Maßnahmenpaket. Der knappe Umsetzungszeitraum bedeutete einen hohen Termindruck für die Unternehmen. Eine große Medienresonanz erzeugte vor allem die von der Branche lange erwartete Neuregelung zu den Bewertungsreserven. Der Gesetzgeber korrigierte damit die bisherige Vorgabe, Versicherungsnehmer mit auslaufenden und gekündigten Verträgen zur Hälfte an den vorhandenen Bewertungs- 8

9 reserven zu beteiligen. Versicherungsunternehmen und Verbände begrüßten diesen längst überfälligen Schritt, der für deutlich mehr Gerechtigkeit im Versichertenkollektiv sorgt. Eine erhebliche Auswirkung auf die Branche hat die Absenkung des Höchstzillmersatzes um 15 -Punkte auf 25 zum Infolgedessen dürfen die Lebensversicherer weniger Abschlusskosten in die gezillmerten Verträge einrechnen und bilanziell aktivieren. Dies schlägt sich wiederum deutlich in der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Wird die Abschlussprovision nicht analog abgesenkt, entsteht ein hoher Vorfinanzierungsbedarf, der aus anderen Quellen zu speisen ist. Das LVRG sieht zudem eine Absenkung des Garantiezinses zum auf 1,25 % vor. Weitere wesentliche Änderungen sind eine höhere Mindestbeteiligung der Versicherungsnehmer an den Risikoüberschüssen und eine Ausschüttungssperre an Aktionäre, wenn die dauerhafte Erfüllbarkeit der Verpflichtungen gefährdet ist. Darüber hinaus müssen die Unternehmen bei Versicherungen mit Sparcharakter die Auswirkungen der Kosten auf die Wertentwicklung in der Ansparphase angeben, also die Effektivkosten. Die europäische Versicherungsaufsicht EIOPA nahm keine Änderungen am Zeitplan für Solvency II vor. Danach sind die Solvency II-Bestimmungen bis zum in das Versicherungsaufsichtsgesetz umzusetzen und von den Versicherungsunternehmen ab dem anzuwenden. Im ersten Quartal 2014 einigten sich die Trilog-Parteien, bestehend aus Europäischer Kommission, Europäischem Parlament und Europäischem Rat, auf eine Neufassung der Finanzmarktrichtlinie MiFID II. Das Europaparlament beschloss außerdem den Richtlinienvorschlag zur Versicherungsvermittlung (IMD II) mit einigen Änderungen im Vergleich zum Entwurf der EU-Kommission. Das Ende der Beratung sowie die Verabschiedung der IMD II/IDD-Richtlinie ist für frühestens Anfang 2015 vorgesehen. Danach haben die EU-Mitgliedsstaaten zwei Jahre Zeit, die neu geregelte Vermittlerrichtlinie in nationales Recht umzusetzen. Im Dezember wurde die PRIIPs-Verordnung im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die Verordnung gilt ab dem Ziel ist es, dass die Unternehmen ihren Kunden bei der Beratung ein standardisiertes Basisinformationsblatt aushändigen. Dieses soll es den Kunden erleichtern, Produkte zu verstehen und zu vergleichen. Das Bundesministerium für Finanzen veröffentlichte im Juni einen neuen Entwurf zur Altersvorsorge-Produktinformationsblatt-Verordnung (AltvPIBV). In einem nächsten Schritt soll eine Produktinformationsstelle Altersvorsorge (PiA) eingerichtet werden. Zu den Aufgaben der PiA gehört es, Verfahren und Kriterien für die Einordnung von Tarifen in Chancen-Risiko-Klassen sowie für die Berechnung der Effektivkosten (siehe Ausführungen zum LVRG) festzulegen. Des Weiteren soll die PiA die Verfahren weiterentwickeln, falls neue Erkenntnisse oder Marktveränderungen dies erfordern. 9

10 Geschäftsverlauf Prognose aus dem Geschäftsbericht des Vorjahres Die Prognosen aus dem Geschäftsbericht 2013 hinsichtlich des Neugeschäfts, des Abgangs, des Bestands, des Kapitalanlagevolumens, der laufenden Durchschnitts verzinsung, der Gesamtkosten und des Geschäftsergebnisses erwiesen sich als zutreffend. Nur bei den gesamten Versicherungsleistungen (ohne nicht realisierte Gewinne und Verluste) und bei den gebuchten Bruttobeiträgen ergaben sich Abweichungen zur Prognose. Anders als erwartet lag der Anstieg bei den Einmalbeiträgen deutlich über den Erwartungen. Dies war auch eine wesentliche Ursache dafür, dass die Veränderung der Deckungsrückstellung und damit die gesamten Versicherungsleistungen höher ausfielen als prognostiziert. Geschäftsergebnis Im Berichtsjahr lag das Bruttoergebnis mit TEUR (Vj TEUR) etwas unter dem Vorjahreswert, aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Nach Abzug der ergebnisabhängigen Steuern von TEUR (Vj TEUR) verblieben TEUR (Vj TEUR), was einem Anteil von 53,8 % an den gebuchten Brutto beiträgen entspricht. Davon erhielten die Versicherungsnehmer vorab insgesamt TEUR (Vj TEUR) als Direktgutschrift. Für die Kunden insgesamt erwirtschafteter Überschuss in TEUR Der mit TEUR weitaus größte Teil dieser Direktgutschrift setzt sich aus den unternehmenstypischen Risikoüberschüssen und Kostenersparnissen zusammen. Im Gegensatz zur Branche, bei der kapitalbildende Verträge und damit die Zinsüberschüsse dominieren, sind bei unserer Gesellschaft mit überwiegendem Risikobestand die Risikoüberschüsse entscheidend. Weiterhin wurde eine Zinsdirektgutschrift gewährt. Nach Zuteilung der Direktgutschrift verblieb ein Geschäftsergebnis von TEUR (Vj TEUR). Aus diesem Geschäftsergebnis wurden der Rückstellung für Beitragsrückerstattung (RfB) TEUR (Vj TEUR) für die künftige Überschussbeteiligung zugeführt. Insgesamt wurden den Kunden damit TEUR (Vj TEUR) zur Verfügung gestellt. Die Überschussbeteiligungsquote betrug 96,1 % (Vj. 96,2 %). Sie wird damit voraussichtlich deutlich über dem Wert der Branche liegen (Vj. 88,1 %). Für laufende Überschussanteile und Schlussüberschussanteile wurden den Versicherten Mittel aus der RfB in Höhe von TEUR (Vj TEUR) zugeteilt. Die RfB hat damit am Jahresende 2014 einen Stand von TEUR (Vj TEUR) erreicht. Die Zuführung zur RfB war erneut deutlich höher als die Entnahmen aus dieser Rückstellung. Die ungebundene RfB nach Abzug der Festlegungen für Jahres- und Schlussgewinne in 2015 erhöhte sich von 229,6 Mio. EUR auf 232,4 Mio. EUR. Einzelheiten der Überschussbeteiligung sind auf den Seiten 52 bis 80 dargestellt. Fast drei Viertel des Bruttoergebnisses resultieren aus dem Risikoüberschuss, der sich insbesondere daraus ergibt, dass die für Todesfälle vorsichtig einkalkulierten Beitragsteile nur teilweise gebraucht wurden. Der Zinsüberschuss bleibt unverändert die zweitstärkste Überschussquelle. Denn auch in diesem Jahr lagen die tatsächlich erwirtschafteten Kapitalerträge wieder erheblich über dem in die Beiträge einkalkulierten Rechnungszins

11 Leicht erhöht hat sich der Überschuss im Kostenergebnis, das sich aus dem Vergleich der rechnungsmäßig zur Verfügung stehenden Beträge mit den tatsächlich angefallenen Kosten ergibt. Der erneut beachtliche Überschuss im Verwaltungsbereich hat sich noch einmal erhöht. Das negative Rückversicherungsergebnis im Vorjahr hat sich im Berichtsjahr halbiert. Insgesamt verbleiben als Jahresüberschuss TEUR (Vj TEUR). Unter Einbeziehung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr in Höhe von TEUR beträgt der Bilanzgewinn TEUR. Versicherungsbestand Der Bestand an Versicherungssumme betrug am Ende des Geschäftsjahres 56,8 Mrd. EUR (Vj. 54,7 Mrd. EUR) und wuchs damit um 3,9 %. Das Marktwachstum betrug im Berichtsjahr 2,3 %. Dem gesamten Zugang von 5,3 Mrd. EUR (Vj. 5,4 Mrd. EUR) Versicherungssumme standen Abgänge in Höhe von 3,1 Mrd. EUR (Vj. 2,9 Mrd. EUR) Versicherungssumme gegenüber. Die Zahl der Versicherungsverträge stieg von um 0,5 % auf Der Zugang nach laufendem Beitrag für ein Jahr lag mit einem Volumen von TEUR (Vj TEUR) über dem Abgangsvolumen von TEUR (Vj TEUR). Daraus resultiert für den Bestand eine Erhöhung um 2,1 % auf TEUR (Vj TEUR). Der vorzeitige Abgang des laufenden Beitrags lag mit TEUR um 9,7 % über dem Vorjahreswert (Vj TEUR). Die Stornoquote erhöhte sich zwar von 2,0 % auf 2,2 %, verblieb damit aber weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau und entspricht weniger als 50 % des Branchenwertes, der von 5,0 % auf 4,8 % zurückging. Weitere Einzelheiten zur Entwicklung des Bestands und seiner Zusammensetzung sind aus der ab Seite 22 ausgewiesenen Bewegung des Bestands an selbst abgeschlossenen Lebensversicherungen zu ersehen. Bruttobeiträge Im Geschäftsjahr stiegen die gebuchten Bruttobeiträge auf TEUR (Vj TEUR) und erhöhten sich damit um 7,4 %. Entwicklung des Versicherungsbestands in Mio. EUR Versicherungssumme Entwicklung der Beitragseinnahmen in TEUR

12 Versicherungsleistungen Im Geschäftsjahr 2014 erhöhten sich die für die Kunden erbrachten Versicherungsleistungen einschließlich der Direktgutschriften zur Sofortverrechnung mit Beiträgen und zur Mindestbeteiligungen an den Bewertungsreserven von TEUR auf TEUR. Dies bedeutet einen Anstieg um 4,9 %. Während sich dabei die direkt im Geschäftsjahr fällig gewordenen Leistungen auf TEUR (Vj TEUR) erhöhten, reduzierte sich im Gegensatz dazu der Zuwachs der Leistungsverpflichtungen leicht auf TEUR (Vj TEUR). Bei den direkt im Geschäftsjahr fällig gewordenen Leistungen sind die unmittelbaren Überschussgutschriften, also die mit Beiträgen verrechneten und ausgezahlten Überschussanteile und die Mindestbeteiligungen an den stillen Reserven, angestiegen. Zusammen erhöhten sie sich auf TEUR (Vj TEUR). Die mit Beiträgen verrechneten und ausgezahlten Überschussanteile betragen unverändert mehr als ein Drittel der Beitragseinnahmen. Um mehr als ein Viertel erhöhten sich die Ablaufleistungen, die von TEUR auf TEUR angestiegen sind. Ebenfalls erhöht haben sich die Aufwendungen für Rückkäufe und zwar von TEUR auf TEUR. Von TEUR auf TEUR zurückgegangen sind im Gegensatz dazu die ausgezahlten Leistungen für Todesfälle, Renten, Heirat etc. Kosten Die Abschlussaufwendungen ermäßigten sich um 2,0 % auf TEUR (Vj TEUR). Bezogen auf die Beitragssumme des Neugeschäfts reduzierte sich der Kostensatz für den Abschlussbereich gegenüber dem Vorjahr auf 3,2 % (Vj. 3,6 %). Für die Verwaltung der Verträge wurden TEUR (Vj TEUR) aufgewendet. Begleitet von der positiven Beitragsentwicklung verblieb der Verwaltungskostensatz weiterhin auf dem außerordentlich günstigen Niveau von 0,8 %. Kapitalanlagen Der Bestand an Kapitalanlagen (ohne Kapitalanlagen für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen) erhöhte sich um 6,8 % (Vj. 6,9 %) von 2.191,0 Mio. EUR auf 2.339,2 Mio. EUR. Für Neuanlagen standen unter Einbeziehung der Rückflüsse und Umschichtungen insgesamt 404,8 Mio. EUR (Vj. 368,5 Mio. EUR) zur Verfügung. Die Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und Darlehen sowie übrigen Ausleihungen bildeten mit 244,0 Mio. EUR (Vj. 232,8 Mio. EUR) den Schwerpunkt der Neuanlagen. Ihr Anteil an den gesamten Kapitalanlagen ging dennoch von 73,4 % auf 68,9 % zurück. In Wertpapiere und Investmentanteile wurden insgesamt 152,3 Mio. EUR (Vj. 128,0 Mio. EUR) investiert. Ihr Bestandsanteil erhöhte sich damit auf 30,0 % (Vj. 25,0 %). Entwicklung der Versicherungsleistungen in Mio. EUR Entwicklung des Verwaltungskostensatzes in % 338,9 335,5 357,8 380,6 399,3 0,8 0,8 0,8 0,8 0,

13 Die Übersicht auf den Seiten 50 und 51 gibt die Entwicklung der Kapitalanlagen im Einzelnen wieder. Kapitalanlageergebnis Das Kapitalanlageergebnis (ohne Kapitalanlagen für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen) bewegte sich mit 96,3 Mio. EUR auf dem Niveau des Vorjahres (96,6 Mio. EUR). Den Erträgen in Höhe von 98,3 Mio. EUR (Vj. 97,0 Mio. EUR) standen Aufwendungen in Höhe von 2,0 Mio. EUR (Vj. 0,4 Mio. EUR) gegenüber. Die Nettoverzinsung, die das gesamte Kapitalanlageergebnis einschließlich der außerordentlichen Ertragsund Aufwandspositionen auf den mittleren Kapitalanlagebestand bezieht, ging von 4,6 % auf 4,3 % zurück. Der Dreijahresdurchschnitt der Nettoverzinsung erhöhte sich von 4,3 % auf 4,4 %. Auf der Grundlage des Bewertungswahlrechts gem. 341b HGB wurden bis auf einen kleineren Bestand an Publikumsfondsanteilen Aktien, Anteile oder Aktien an Investmentvermögen und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere sowie Inhaberschuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere nach dem für das Anlagevermögen geltenden gemilderten Niederstwertprinzip bewertet. Die Bewertungsreserven aller Kapitalanlagen betrugen per saldo 212,7 Mio. EUR (Vj. 84,3 Mio. EUR). Konzernunternehmen Im Jahr 2014 ergab sich eine Änderung im Kreis der Konzernunternehmen des Continentale Versicherungsverbunds. Die mamax Lebensversicherung AG, Mannheim, wurde auf die Continentale Lebensversicherung AG, München, verschmolzen. Die Continentale Krankenversicherung a.g., Dortmund, bildete am zusammen mit der EUROPA Lebensversicherung AG, Köln, und den folgenden Gesellschaften einen Konzern: Entwicklung der Kapitalanlagen in Mio. EUR Entwicklung des Kapitalanlageergebnisses in Mio. EUR ,3 75,6 87,2 96,6 96,3 4,5 4,0 4,4 4,6 4, Nettoverzinsung in % 13

14 Continentale Lebensversicherung AG, München, Continentale Holding AG, Dortmund, Continentale Sachversicherung AG, Dortmund, Continentale Rechtsschutz Service GmbH, Dortmund, EUROPA Versicherung AG, Köln, EUROPA-Versicherungen Datenverarbeitung GmbH, Köln, Continentale Assekuranz Service GmbH, München, Continentale Business Services GmbH in Liquidation, Wien, Dortmunder Allfinanz Versicherungsvermittlungs- GmbH, Dortmund, CFD Finanzdienstleistungs-Vermittlungs-GmbH, Frankfurt/Main, Mannheimer AG Holding, Dortmund, Mannheimer Versicherung AG, Mannheim, Mannheimer Krankenversicherung AG, Mannheim, Mannheimer Service und Vermögensverwaltungs GmbH, Mannheim, IMD Gesellschaft für Informatik und Datenverarbeitung mbh, Mannheim, verscon GmbH Versicherungs- und Finanzmakler, Mannheim, Carl C. Peiner GmbH, Hamburg, Wehring & Wolfes GmbH, Hamburg, GSM Gesellschaft für Service-Management mbh, Hamburg, GGM Gesellschaft für Garantie-Management mbh, Mannheim, Grupo Borona Advisors Administración de Inmuebles, S.A., Madrid, ML-Sicherheitszentrale GmbH, Mannheim, MV Augustaanlage GmbH & Co. KG, Mannheim, MV Augustaanlage Verwaltungs-GmbH, Mannheim, und der Continentale Beteiligungs GmbH & Co. KG, Dortmund. Der Konzernabschluss wird von der Continentale Krankenversicherung a.g., Dortmund, unter Anwendung des 296 Abs. 2 HGB aufgrund des 341i HGB erstellt. In den Organen der Konzernunternehmen besteht weitgehend Personalunion. Erklärung gem. 312 Abs. 3 AktG Der Vorstand hat den gem. 312 AktG vorgeschriebenen Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt. Am Schluss des Berichts hat er ausgeführt: In Hinsicht auf unsere Beziehungen zur Continentale Krankenversicherung a.g. und den mit dieser verbundenen Unternehmen erklären wir hiermit, dass unsere Gesellschaft nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem das Rechtsgeschäft vorgenommen wurde, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielt. Funktionsausgliederung Zwischen den Unternehmen bestehen Organisationsabkommen bzw. Dienstleistungsverträge. Im Continentale Versicherungsverbund werden aus Wirtschaftlichkeitsgründen bestimmte Funktionen zentral von einem Unternehmen wahrgenommen. So übernimmt die Continentale Lebensversicherung AG für das Unternehmen die Vermögensanlage und -verwaltung und die Continentale Krankenversicherung a.g. das Inkasso, das Rechnungswesen, den Vertrieb und die Verwaltung der Anlagen in Immobilienfonds sowie der alternativen Kapitalanlagen. Geschäftliche Beziehungen bestehen darüber hinaus im üblichen Rahmen auf dem Gebiet der betriebenen Versicherungszweige und im Mietbereich. Personalbericht Bei der EUROPA Lebensversicherung waren am (Vj. 51) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Flexible Arbeitszeitregelungen unterstützen die Mitarbeiter dabei, Privatleben, Familie und Beruf zu vereinbaren. Für viele ist die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit von besonderer Bedeutung, da sie auf diese Weise Kinderbetreuung und Berufstätigkeit besser in Einklang bringen können. 28,0 % der Beschäftigten arbeiten weniger als 38 Stunden pro Woche (tarifliche Wochenarbeitszeit). Die Telearbeit wird von 12 Mitarbeiterinnen genutzt. 14

15 Die Mitarbeiter der EUROPA Lebensversicherung fühlen sich mit dem Unternehmen sehr verbunden. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 15,7 Jahren. Die Fluktuation lag bei 4 %. Mit einem Durchschnittsalter von 43,1 Jahren verfügt die EUROPA Lebensversicherung über eine ausgewogene Altersstruktur, zu der auch das Engagement für die betriebliche Erstausbildung beiträgt. Den Mitarbeitern bietet das Unternehmen ein breites Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten. Neben Angeboten für alle Beschäftigten gewinnen vor allem Qualifizierungsmaßnahmen für einzelne Mitarbeiter, Teams und Organisationseinheiten weiter an Bedeutung. Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource der EUROPA Lebensversicherung. Sie gilt es zu fördern und zu entwickeln gerade in Zeiten rapiden Wandels. Eine zielgerichtete Personalentwicklung, professionelle Unternehmenskommunikation und betriebliches Gesundheitsmanagement tragen zu einer erfolgreichen Zukunft des Unternehmens bei. 3. Nachtragsbericht Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Ablauf des Berichtsjahrs nicht zu verzeichnen. 4. Prognose-, Chancen- und Risikobericht Prognosebericht Allgemein Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten im Jahr 2015 weiter wachsen. Wie üblich gehen hierbei die Vorhersagen auseinander; die Werte stimmen aber insofern überein, als sie leicht über der erwarteten Inflationsrate liegen. So prognostiziert der Sachverständigenrat der Bundesregierung nur eine moderate Steigerung des realen Bruttoinlandsprodukts von 1,0 % und führt dies in erster Linie zurück auf die voraussichtlich verhaltene konjunkturelle Entwicklung im Euro-Raum und die geopolitischen Risiken. Dagegen rechnen die Konjunkturforscher des ifo-instituts mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von 1,5 %. Insbesondere die stark gesunkenen Rohölpreise sowie der schwache Euro werden zu einem deutlicheren Aufschwung führen als zuletzt angenommen. Für Auftrieb wird laut ifo-institut vor allem der private Konsum sorgen. Die steigenden Realeinkommen werden die Konsumneigung der Privathaushalte beflügeln. Darauf deutet auch der zum Jahresanfang 2015 leicht gestiegene GfK-Konsumklima-Index hin. Durch den Sturz der Ölpreise, aber auch den Kursverfall des Euro verbessern sich zudem die Geschäftsaussichten der Unternehmen, wie auch der ifo-geschäftsklima-index nahelegt. Die günstigen Finanzierungsbedingungen tragen zu einem positiven Investitionsklima bei. Auch wenn die Exporte im Jahresverlauf etwas dynamischer steigen sollen als 2014, erwarten die Wirtschaftsforscher eine noch kräftigere Zunahme der Importe. Die Arbeitslosenquote könnte leicht um 0,1 %-Punkt auf 6,6 % abnehmen. Die Beschäftigung wird sich dank der konjunkturellen Aufhellung voraussichtlich moderat erhöhen. Mit einem Anstieg von auf 42,84 Millionen soll es nach den offiziellen Statistiken im Jahr 2015 in Deutschland so viele Erwerbstätige geben wie nie zuvor. Lebensversicherung Auch das Jahr 2015 dürfte von der lang anhaltenden Niedrigzinsphase geprägt sein. Angesichts der nach wie vor schwachen konjunkturellen Daten in der europäischen Wirtschaft und der niedrigen Inflation in der Euro-Zone ist momentan nicht davon auszugehen, dass die Leitzinsen in absehbarer Zeit angehoben werden. Eine von der Europäischen Zentralbank diskutierte weitere Lockerung der Geldpolitik würde die Niedrigzinsproblematik noch verschlimmern. Es ist zu erwarten, dass sich das Neugeschäft der Lebensversicherer 2015 im Zuge der Neureglungen des LVRG abschwächen wird. Vor allem der niedrigere 15

16 Garantiezins dürfte zu einer Verringerung des Neugeschäfts führen, zumal dadurch Abschlüsse bereits in das Jahr 2014 vorgezogen wurden. Dies trifft insbesondere auf die klassischen Rentenversicherungen gegen laufende Beitragszahlung zu. Bei Versicherungen gegen Einmalbeitrag dürfte zwar ein Rückgang gegenüber dem sehr hohen Vorjahresniveau zu verzeichnen sein. Jedoch wird sich die Nachfrage nach solchen Produkten aufgrund der demographischen Entwicklungen und mangels Alternativen mit hoher Sicherheit bei vergleichsweise attraktiven Renditen vermutlich nicht wesentlich reduzieren. Mit einer durchschnittlichen laufenden Verzinsung von rund 3,16 % ist die Wettbewerbsfähigkeit der klassischen Lebensversicherung im Vergleich zu Konkurrenzprodukten aus anderen Branchen nach wie vor sehr hoch. Das allgemein niedrige Zinsniveau sowie die Absenkung des Garantiezinses dürften dazu führen, dass die Stornoquoten weiterhin historisch niedrig sein werden. Aus regulatorischer Sicht wird das Jahr 2015 durch die Vorbereitungen auf Solvency II bestimmt sein, da die Versicherungsunternehmen die Bestimmungen ab dem anwenden müssen. Für die neu geschaffene Produktinformationsstelle Altersvorsorge im Rahmen des AltvPIBV soll im April 2015 der Zuschlag erteilt werden. Diese soll sieben bis acht Monate später die vorgesehenen Aufgaben übernehmen und insbesondere die Vorgaben für die Einordnung von Tarifen in Chancen-Risiko-Klassen-Einteilungen und für die Berechnung der Effektivkosten festlegen. EUROPA Lebensversicherung Die EUROPA Lebensversicherung investierte im Geschäftsjahr 2014, mit Blick auf das zukünftige ertragsorientierte Wachstum, in den weiteren Ausbau der Marke und konnte die Markenbekanntheit kontinuierlich ausbauen. Diesen Kurs wird die EUROPA Lebensversicherung 2015 fortsetzen. Damit werden entscheidende Grundlagen für eine erfolgreiche Entwicklung, auch in den kommenden Jahren, gelegt. Der Fokus der strategischen Ausrichtung wird dabei auf einer klaren Positionierung als Versicherung pur liegen. Die Weiterentwicklung des Online-Services mit flankierender persönlicher Beratung sowie das herausragende Preis-Leistungs-Verhältnis und die hohe Solidität der EUROPA Lebensversicherung sind überzeugende Argumente im Wettbewerb. Die EUROPA Lebensversicherung will weiter Maßstäbe in der Risiko-Lebensversicherung setzen. Nach der Einführung des Pflege-Bausteins als erster deutscher Risiko-Lebensversicherer im Jahr 2014 wird die EUROPA Lebensversicherung mit innovativen Marketing-Initiativen den Markt auch 2015 beleben. Für 2015 wird mit einem Neugeschäft gerechnet, das in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegt. Damit ergibt sich, bei unveränderten Abgängen, im Unterschied zu den Erwartungen der Branche insgesamt ein Bestandszuwachs. Die gebuchten Bruttobeiträge werden im Jahr 2015 leicht unter dem Niveau des Vorjahres liegen, da sich die Höhe der Einmalbeiträge voraussichtlich deutlich unter dem Vorjahreswert bewegen wird. Das Kapitalanlagevolumen wird sich auch 2015 weiter erhöhen. Aufgrund der fortdauernden Niedrigzinsphase werden sich die Erträge aus Zinsträgern vermindern; die laufende Durchschnittsverzinsung wird sich dadurch leicht ermäßigen. Die gesamten Versicherungsleistungen (ohne nicht realisierte Gewinne und Verluste) werden sich 2015 leicht über dem Vorjahresniveau bewegen. Die Planung geht sowohl bei den Gesamtkosten als auch bei dem Geschäftsergebnis von einem leichten Anstieg aus. Der Spielraum zur Dotierung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung und zum Ausweis eines entsprechenden Jahresüberschusses wird also weiterhin ausreichend sein. Zukunftsbezogene Aussagen Dieser Geschäftsbericht enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Manage- 16

17 ments über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, die außerhalb der Möglichkeiten der EUROPA Lebensversicherung in Bezug auf eine Kontrolle oder eine präzise Entscheidung liegen, wie die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das künftige Marktumfeld und das Verhalten der übrigen Marktteilnehmer. Sollte eine dieser oder sollten andere Unsicherheitsfaktoren oder Unwägbarkeiten eintreten oder sollten sich die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen explizit genannten oder implizit enthaltenen Ergebnissen ab weichen. Es ist von der EUROPA Lebensversicherung weder beabsichtigt noch übernimmt die EUROPA Lebensversicherung eine gesonderte Verpflichtung, zukunftsbezogene Aussagen zu aktualisieren, um sie an Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts an zupassen. Chancen- und Risikobericht Risikomanagement-System Die EUROPA Lebensversicherung verfügt über ein der Unternehmensgröße und -komplexität angemessenes Risikomanagement-System. Potenzielle Risiken werden laufend identifiziert, bewertet, gesteuert, überwacht und kommuniziert. Auf dieser Grundlage können neue Chancen gezielt genutzt werden. Ziel des Risikomanagements ist es, die Finanz- und Ertragskraft der Gesellschaft nachhaltig zu sichern und weiter zu stärken. Die dazu etablierten Strukturen und Prozesse generieren auch Detailinformationen, die die Entscheidungsträger bei der Unternehmenssteuerung unterstützen. Der Vorstand gibt die risikopolitische Grundausrichtung vor. Sie ist in der Risikostrategie festgelegt, die konsistent ist zur Geschäftsstrategie des Unternehmens. Die bereits vorhandene unabhängige Risikocontrolling- Funktion wird während der Vorbereitungsphase auf Solvency II den veränderten Anforderungen angepasst. Die Risikoverantwortlichen sind dafür zuständig, die Risiken in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich zu erkennen und zu steuern. Der Vorstand hat für alle wesentlichen Risikokategorien Schwellenwerte festgelegt. Sobald ein solcher Wert überschritten wird, informiert die unabhängige Risikocontrolling-Funktion umgehend den Vorstand. Über alle Veränderungen der Risiken sowie deren Einschätzungen durch die Risikoverantwortlichen erhält der Gesamtvorstand regelmäßig einen schriftlichen Bericht. Im Berichtsjahr wurde ein erster Selbsteinschätzungsprozess (ORSA) durchlaufen. Das Konzern- und das Kapitalanlagen-Controlling, das Rechnungswesen und die Aktuariate sind in das Risikomanagement eingebunden. Die Konzernrevision als übergeordnete, prozessunabhängige Instanz überprüft regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikomanagement-Systems, berät die Risikoverantwortlichen bei dessen Weiterentwicklung und dokumentiert die Prüfungsergebnisse für den Vorstand. Für die konzernweite Koordination ist das Risikomanagement verantwortlich. Der Abschlussprüfer prüft und beurteilt die Wirksamkeit des Risikofrüherkennungs-Systems. Strukturen und Prozesse des Risikomanagement-Systems werden laufend mit den in der Branche etablierten Standards (best practice) abgeglichen und entsprechend weiterentwickelt. Chancen der künftigen Entwicklung Die Chancen für die EUROPA Lebensversicherung liegen darin, sich auch weiterhin mit ihrer Kompetenz in der Alters- und Berufsunfähigkeitsvorsorge im Markt zu positionieren. Mit ihren Produktinnovationen, die bei Vermittlern und Kunden ankommen, ist die Gesellschaft hervorragend aufgestellt. Im Bereich der Kapitalanlagen besteht eine Chance insbesondere darin, über die von der EUROPA Lebensversicherung gehaltenen Anteile an Aktienspezialfonds an möglichen weiteren Kursanstiegen an den Aktienmär- 17

18 kten zu partizipieren. Bei den festverzinslichen Titeln ergeben sich Chancen bei weiteren Zinsrückgängen für die Bestände, die von entsprechenden Kursgewinnen profitieren würden. Für die Neuanlagen hingegen wirken sich eher wieder anziehende Renditen günstig aus, da diese dann zu höheren laufenden Zinserträgen führen würden. Risiken der künftigen Entwicklung Die Risiken der künftigen Entwicklung liegen neben den unternehmensüblichen wirtschaftlichen Risiken insbesondere in den versicherungstechnischen Risiken, den biometrischen Risiken, den Risiken im Kapitalanlagebereich, dem Risiko aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungs- und Rückversicherungsgeschäft, den operationalen Risiken und den politisch verursachten Risiken sowie den Risiken aus Gesetzgebung und Rechtsprechung. Versicherungstechnische Risiken Die versicherungstechnischen Risiken umfassen in der Lebensversicherung das Irrtumsrisiko d. h. die Gefahr der Verwendung nicht ausreichender Kalkulationsgrundlagen, das Änderungsrisiko also die Gefahr der Veränderung risikorelevanter demografischer, sozialer, ökonomischer oder gesetzlicher Umfeld- und Rahmendaten nach Vertragsabschluss, das Zufallsrisiko die Gefahr zufällig gehäufter Eintritte des Versicherungsfalls und das Stornorisiko. Diesen versicherungstechnischen Risiken begegnet die EUROPA Lebensversicherung durch eine vorsichtige Pro duktkalkulation und -überwachung, die die langfristige Erfüllbarkeit der Verträge sicherstellt, durch eine angemessene Dotierung der versicherungstechnischen Passiva sowie durch geeignete Rückversicherungsverträge. Biometrische Risiken Die Beurteilung des Langlebigkeitsrisikos ist für die Höhe der Deckungsrückstellung in der Rentenversicherung von besonderer Bedeutung. Bei laufenden Rentenversicherungen wird eine zunehmende Verringerung der Sicherheitsmargen hinsichtlich der Sterblichkeit beobachtet. Die EUROPA Lebensversicherung hat deshalb erstmals zum gem. der von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) empfohlenen Sterbetafel für die Bewertung der Deckungsrückstellung für den Bestand zum zusätzliche Beträge der Deckungsrückstellung zugeführt. Aufgrund von Empfehlungen der DAV wurden in den Folgejahren weitere Beträge der Deckungsrückstellung zugeführt und damit die Sicherheitsmargen ausgebaut. Neuere Erkenntnisse zur Sterblichkeitsentwicklung oder von der DAV empfohlene Stärkungen der Sicherheitsmargen können zukünftig zu weiteren Zuführungen zur Deckungsrückstellung führen. Zinsgarantierisiko Dem Risiko, den Rechnungszins nicht er wirtschaften zu können (Zinsgarantierisiko), wird auch mit der Stellung einer Zinszusatzreserve entgegengewirkt, wenn ein Referenzzinssatz die maßgeblichen Rechnungszinssätze, die in den auf dem Bilanzstichtag folgenden 15 Jahren gelten, unterschreitet. Zum Bilanzstichtag betrug der Referenzzinssatz 3,15 % (Vj. 3,41 %). Damit wurde für alle Verträge, deren Deckungsrückstellung mit einem Rechnungszins von 4,0 %; 3,5 % bzw. 3,25 % berechnet wird, ein zusätzlicher Betrag der Zinszusatzreserve zugeführt. Risiken aus Kapitalanlagen Risiken im Kapitalanlagebereich bestehen vor allem in dem möglichen Ausfall von Schuldnern (Bonitätsrisiken), der mangelnden Liquidierbarkeit von Vermögensgegenständen (Liquiditätsrisiken) und in Wertverlusten infolge geänderter Marktverhältnisse (Zins- und Kursänderungsrisiken). Diese Risiken sowie das erwähnte Zinsgarantierisiko sind bereits durch die gesetzlichen Kapitalanlagevorschriften begrenzt, die Versicherungsunternehmen zu 18

19 einer breiten Mischung und Streuung der Kapitalanlagen verpflichten. Im Bereich der Bonitätsrisiken hat die EUROPA Lebensversicherung für die Anteile einzelner Schuldner an den gesamten Kapitalanlagen klare Obergrenzen definiert und Mindestanforderungen an die Bonitätseinstufung festgelegt. Das Exposure gegenüber Banken lag im Berichtsjahr bei 70 %. Hiervon ist der ganz überwiegende Teil in Pfandbriefen mit besonderer Deckungsmasse und in Namensschuldverschreibungen/ Schuldscheindarlehen angelegt, die einer umfassenden Einlagensicherung unterliegen. Anleihen hoch verschuldeter Staaten aus dem Euro- Raum machen insgesamt nur einen sehr geringen Anteil an den gesamten Kapitalanlagen aus. Diese Anlagen werden in verschiedenen Spezialfonds gehalten. Zum Bilanzstichtag entstanden hieraus keine Abschreibungen oder stille Lasten. Um die Liquiditätsrisiken zu begrenzen, investiert die EUROPA Lebensversicherung in marktgängige Kapitalanlagen an hinreichend liquiden Märkten. Zins- und Kursänderungsrisiken schränkt die Gesellschaft systematisch ein, indem sie die Laufzeiten aktiv steuert, technische Indikatoren einsetzt und eindeutige Wertuntergrenzen für die Anlagen definiert. Diese technisch orientierten und objektiv nachvollziehbaren Systeme sollen dazu beitragen, das Risiko fundamentaler Fehleinschätzungen von Marktentwicklungen zu minimieren. Aufgrund der traditionell eher vorsichtigen und risikobewussten Kapitalanlagepolitik konnte die EUROPA Lebensversicherung im Berichtsjahr erneut ein wettbewerbsfähiges Kapitalanlageergebnis erzielen. Auch für das laufende Geschäftsjahr sind sowohl bei Fortschreibung der Börsenkurse und des Zinsniveaus zum Bilanzstichtag als auch bei Zugrundelegung extremer Kapitalmarktszenarien keine Gefährdungen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erkennbar. Die Kapitalanlagen werden mit geeigneten Szenarien hinsichtlich ihrer Risiken analysiert und gestresst. In den Stresstests werden folgende Annahmen getroffen: Kursrückgänge an den Aktienmärkten von bis zu 22 % (ba sierend auf dem Jahresendstand des EuroStoxx 50 Kurs index von Punkten), Kursverluste an den Rentenmärkten von bis zu 10 % sowie Marktwertverluste von Immobilien von 10 %. Auch in solchen Crash- Szenarien kann die Gesellschaft ausreichend Kapitalanlageerträge generieren, um die zugesagten Zinsgarantien zu erfüllen. Die laufende Überwachung der Risikopositionen ist im Kapitalanlagen-Controlling angesiedelt und damit funktional von den operativen Einheiten getrennt. Um mögliche Risiken früh zu erkennen und um Risikobudgets zu definieren, die die Grundlage für die angestrebte Chance-/Risikoposition der Kapitalanlagen bilden, stimmen sich die Bereiche Kapitalanlagen und Versicherungsmathematik eng ab. Risiken aus dem Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft Der mögliche Ausfall von Forderungen aus dem Versicherungsgeschäft stellt für die EUROPA Lebensversicherung kein bestandsgefährdendes Risiko dar. Die fälligen Forderungen gegenüber Versicherungsnehmern betrugen am Bilanzstichtag TEUR. Dies entspricht 1,3 % der verdienten Beiträge. Operationale Risiken Den operationalen Risiken begegnet das Unternehmen unter anderem durch eine konsequente Funktionstrennung. So unterliegen z. B. alle Zahlungsströme strengen Regelungen in Bezug auf die Prüf-, Anweisungs- und Bankvollmachten. Hier und auch bei anderen genau definierten Entscheidungen wird generell das Vier-Augen- Prinzip angewendet. Die Datenbestände werden gegen unbefugte Zugriffe durch Firewalls geschützt. Umfassende Zugangsregelungen und Schutzmaßnahmen gewährleisten die Sicherheit der Datenverarbeitungssysteme. Zudem sind die Daten und Rechner auf unterschiedliche Standorte ausgelagert. 19

20 Politisch verursachte Risiken sowie Risiken aus Gesetzgebung und Rechtsprechung Nach derzeitigem Stand lassen sich für die EUROPA Lebensversicherung keine Risiken erkennen, die aus der politischen Willensbildung resultieren oder aus veränderter Gesetzgebung und Rechtsprechung bzw. deren Interpretation durch eine Behörde stammen. 5. Dank an die Mitarbeiter Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir für die im abgelaufenen Geschäftsjahr geleistete Arbeit. Unser Dank gilt auch dem Betriebsrat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gesamtbeurteilung der Risikolage Das bestehende Risikomanagement-, Überwachungsund Informationssystem ist darauf ausgerichtet, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Es wird in Hinsicht auf Solvency II weiter ausgebaut. Insgesamt ist zurzeit keine Entwicklung erkennbar, die die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der EUROPA Lebensversicherung wesentlich beeinträchtigen könnte. Die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Einzelsolvabilität werden erfüllt. Zur Bedeckung der Solvabilitätsanforderungen in Höhe von TEUR stehen anrechenbare Eigenmittel in Höhe von TEUR zur Verfügung. Daraus ergibt sich eine Solvabilitätsquote von 177 %. Aufgrund von Standardansatz- Berechnungen nach Solvency II auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes ist davon auszugehen, dass die EUROPA Lebensversicherung ggf. unter Nutzung von Übergangsmaßnahmen die Solvabilitätsanforderungen auch zukünftig erfüllen wird. 20

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