Anno 1761, Mittwochs den ig, Novembr, No. 136,

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1 Anno 1761, Mittwochs den ig, Novembr, No. 136, Berlin, vom 12 N0V5 Se. Majestät, der König, haben beydem FlanzischenDragonerregimente den Fähnrich Herrn von Mirbach,zum Secyndelieutenant, und den Fahnjunker, Herrn vonkorff, zum Fähnrich, allergnädigst ernennt. Blankenburg, vom 8 Nov. Die Franzosen haben den 5 ten dieses Mo nats bep Nauen in der Gegend von Ringel heim eine Generalfouragirung unter einer Bedeckung von ZoOOMann vornehmen wol len. Diese hat der General von Luckner mit dem Prinz Friedrich angegriffm,und nachdem die Canonade 5 Gtu«den gedmmh gänzlich über den Haufen geworfen. Das g» ize Regiment Dragoner von Cal aman ist zu Gefan genen gemacht, und der Fenid, welcher :o2o Mann auf dem Platze gelassen, bis Gandersheim verfolget, auch viele Bagage erbeutet worden. DasClosierMgelshcim ist, weil sich viele Franjosen darein retiriret, und dar innen gewehret, invrandgesieckct worden. Göttingen, vom 28 Ott. Man versähe sich in der vorigen Woche wichtiger Veränderungen, weil ein gewisser grosser General einem Schreiben an einen sei ner Freunde folgendes P. S. angehängt hat te: In ein paar Tagen werden Sie einezei-

2 tung vernehmen, worüber sich ganz Deutsch land wundern wird." Allein, es ist nichts erfolgt,und alles noch in seinem vorigen Zustan de, ausser daß täglich etne ansehnliche Menge beurlaubter französischer 5fficiere hier durch reisen. Der Hr. Marschall von Broglio hat sein Hauptquartier noch zu Eimbeck und der Prinz Xaver das Seinige zu Gandersheim. Man glaubt jedoch nicht, daß diese Stellung noch langer,als einigetage dauren werde,weil mit Niederreissung der Wälle von Eimbeck fortgefahren wird. Hier haben die Franzo sen dergleichen noch zur Zeit nicht unternom men. Man vermuthet nächstens das fran zösische Hauptquartier in hiesiger Stadt, und essindhieselbst bereits übermaßigstarke. Ein-, quartierungen angesagt worden. London, den 25 October. Die bnrch die Resignation des Herrn Pitt im Ministerio entstandene Veränderung hat gestern den Rathund die Bürgerschaft von kondon zu einer lung veranlasset,worinn beschlossenwurde den, 4 Representanten unserer Stadt im Parla mente schriftliche Instructionen zuzustellen, wornachsiesichbey der nächsten Parlaments sitzung ;u richten hatten. Außerdem wur de auch in gedachter Versammlung mit ioy gegen 15 Stimmen der Entschluß gefaßt, dem Herrn Pith im Namen der Stadt Londen, ei^ ne Danksagung zu überreichen, um ihm das Leidwesen der Stadt über seiue Resignation zu erkennen zu geben. Diese Maasregeln werden ohne Zweifel durch das ganze König reich ihre Wirkung haben, und entweder dem neuen Mmisierio zu einer Vorschrift seines Verhaltens dienen oder noch mehrere Ver änderungen in der Regierung des gemeinen Ursache hat, mit den gegenwärtigen Declaratjonen Spanjens zufrieden zu seyn, so. sehr wünschte,sie doch,,auchweg^n des. Vergange nen eine hinlängliche Genugthuung, von die ser Krone zu erhalten. Es ist zwar ganz falsch was einige auswärtige Zeitungen verkündigt haben, daß in Amerika der Krieg zwischen England und Spanien bereits den Anfang ge nommen, wie auch, daß der hiesige Pöbel dem Spanischen Herrn Gesandten sehr übel begeg net, und ihm die Fenster eingeworfen hatte. Aber es sind doch noch Beschwerden zurückge blieben, die durch folgende Stelle des ( von uns bereits mitgetheilten ) Schreibens des' Herrn Pitt an den Herrn Beckford aufs neue rege gemacht worden sind. Die Stelle hieß also: "Eine Verschiedentheit der Meynung in Ansehung der wegen Spanien zu befolgen den Maasregeln, wobey ich mich auf das gründete, was Spanien bereits gethan hat te und nicht auf das, was dieser Hof erst zu thun. Willens war,, Seitdem hat man fol gende Beschwerden derenglander gegenspanjen. namhaft gemacht: 1) Die Affaire bey Lugar, einem SpanischenHaven, der 7 Smnden von Cadix liegt. Damals lagen daselbst 7 Englische Schlffe, diesichspamscher Lootsleute bedienten. Bey der Mundung des Flusses wurden diese Schiffe? zwischen 2 Land, strichen, bey, seichtem Wasser, von einem FranzosischenKaper verfolgtund aufgebmcht, und ungeachtet der stärksten Vorstellungen weiland des.herrn Benjamin Keene beym Madrider Hofe, für gute Prisen erkannt. 2) Die Händel mit dem Englischen Kaper, Antigallican, der die Prist,Pemhieore, aufgebracht, hatte; bey welcher Sache dem Herrn Keene,, der sich ihrer annehmen muste, von Seitew Spaniens vielleicht nicht anständig genung begegnetworden ist- z) Als Herr Strachan,, Wesens hervordringen. Soviel ist gewiß,, auf den Spanischen Gewässern sich des doppeltsiärkem Französischen Kapers, Telema- die Nation verlangt entweder einen rühmli chen Frieden, oder gar keinen^ So sehr sie que, bemächtigt hatte, und hernach das Boot>< woraufsichseine Kriegsgefangenen befanden,, an der Spanischen Küste landen wollte; so wur.de.ersm;sm

3 Vorwand arcetirt, daß seine Prise.'unrecht^ mäßig sey; wie dann der Capitain erst vor einigenwochen seines Arrestes erlassen wor den. Dies, sagen unsere Landsleute, ist eine Beschimpfung der Prittischen Flagge gewe sen. 4)Im Imtius 176O jagce die Englische Corvette Saltash ein Französisches Ruder boot wenige Weilen ostwärts der Baye Al, meira, und bemächtigtesicheine Zeit nachher, auf der Höhe von Port Mahon, eines andern Französischen Ruderboots. Im folgenden Monat schickte der Eapitan die Corvette mit ^Gefangenen in erwähnte Baye, daselbst. voranker zu liegen» Aber die Spaniel machtewdagegen unser Schiffsvolkzu Gefangenen,, undz droheten dem Capitain, ob sich dieser gleich noch so sehr auf.sein Recht zur Spani schen Protection berief, auf sein Schiffzu fenerw, waftrn er zu nahe käme. Unser» ge fangenen Landsleuten wurde übel begegnet. Man versagte ihnen sogar Dinte, Papier und Feder EilrSchiffscapitam aus Catalonieu wurde ebenfalls gesanglich eingezogen,, bloß darum, weil er den Englischen Arrestanten ei ne unverfängliche Nachricht aus Gibraltar gebracht hatte, :c.. Dergleichen Beschwer den werden hier noch mehrere in öffentlichen Schriften angeführt;, ob wir gleich übrigens durch die feyerlichsten Protestationen des Spanischen Winisieriiin Ansehung der Zu kunft völlig gesichert sind. Das Schreiben des Herrn Pitt an Herrn Beckftrd istnichtnur unsern öffentlichenblattern einverleibet, sondern auch auf ein beson deres Malt gedruckt, worauf zugleich sein sehr wohlgetroffenes Bildmß stehet,, welches nun begierig gekauft, und fast in allen Haustrn, alsein Kleinod, in den zierlisten Ramen aufgehängt wird. Mit dem neuen Staats^Secretair,, Herrn Grasin von Egremont, ist unstr Publicum überaus zufrieden.. Es waltet keinzweifel mehr ob daffdieflot^» des Herrn RddnW nach WGndien As^ gelt sey, um in Gemeinschaft mit den Herrw Amherst, Douglas und Colvill dieinsel Mar tinique anzugreifen. Der Plan, den er zu be folgen hat, ist noch vom Herrn Pitt gemacht» Der auf der Insel vorzukehrende Widerstand wird freylich nicht geringe seyn. Der Gouneur daselbst, Herr de la Touche, hat nicht nur alle Einwohner bewaffnen lassen, sondern sie auch in ordentliche Regimenter vertheilt. Er erwarttt auch, zur Verstärkung seiner Be satzung 15 Schiffe mit Soldaten, die unter der Anfährung des Herrn von Nelsunce ankommen sollen, wo ihnen anders unser wach same Hr. Keppel an ihrer Coujunctionnicht hinderlich fällt; denn bisher liegen sie noch in verschiedenen Französischen Haven zer streuet. DaEngland,,wie anch itzt die Umstände m Deutschland immer beschaffen seyn mögen'/, dennoch um Deutschlands willen nichts von seinen Forderungen an Frankreich nachzulas sen gedenket; so ist beschlossen worden, noch mehr Englische Truppen zur alliirten Armee überzusenden. Es ist daher bereits Ordre er gangen, in aller Eile noch rz Bataillons an zuwerben» Davon sollen 2 aus Bergschottttt bestehen; zwey sollen independent heißen, und die übrigen 8, jede aus 500 Mann z» sammengesetztsiyn. Um die Lente desto eher aufdie Beine zu bringen, hat derhofdie Me thode erfunden, baßjeder Major seine eigene«: Leute anwerben muß. Das Handgeld ist, wie vohin, 3 Pf. Eterl. London, vom 30 Octob. Aufden 3>November wird das Parlament gewiß ersfnet werden. Es geschehen wol! hundert Wetten, daß Hp. Pitt alsdan des Mittags um 12 Uhr wieder in sein Amt wer de eingesetzt seyn. Sollte aber dies geschehe» so müßte vorher sein ganzer Plan angenommenwerden; und dazu hat es eben noch wes^ nig Ansehen. Eo viel Hr. Pitt gelobt wird,/ so viele Scharteken erscheinen anch gegen ihn,, deren Verfasser ohne Zweifel von Perftmw

4 höheren Ursprungs erkauft worden sind. Sie nennen ihn einen hochgespannten Geist, einen stolzen äbermuthigenmann, der alles beherr schen wolle, den die Eigenliebe plage, und der den Räch aller andern braven Leute verachte. Es wird nunmehr für ganz glaubwürdig ausgegeben, daß der Spanische Hof niemals der Meynung gewesen,daß der Herr vonbulsy in Ansehung Spaniens aufeinige Ansprü che dringen sollte; wol aber, daß er, wenn er zuvor die Angelegenheiten seines eigenen Ho fes wegen Nordamerica in London würde zur Richtigkeit gebracht haben, alsdenn zugleich die Beylegung der Irrungen zwischen Epa, nien und England besorgen möchte. Der Hofzu Madrid soll jüngst demenglisthenministerdeclariret haben, der Hr. von Bussy sey von demselben keinesweges zu den Äußerun gen, die er seinenthalben gethan? bevollmäch tiget gewesen ; auch wäre die Krone Spani en gar nicht gesonnen, von ihrer bisherigen Neutralität abzuweichen, sondern unverletz lich dabey zu verharren. Aus diesen Um ständen glauben viele, der Herr von Bussy ha be mit Fleiß Insinuationen gebraucht, um nur dadurch seinen Endzweck desto eher zu er halten. Gestern erhielt unsere Osiindische Compag nie über Constantinopel Briefe aus Madras, Fort David und Pondichery mit der Zeltung, daß die Holländer aus der Insel Ceylon mit den dasigen Einwohnern so tyrannisch verfah ren hätten, daß diese endlich zu einem allge meinen Ausstand waren gezwungen worden, und alle Holländer massacrirt, und ausgerot tet hätten. Außerdem sollen auch die India ner alle Hollandische Zimmet-Plantationen gänzlich ruinirt haben. Gestern war zu St. James grosser Rath über wichtige Depeschen, so ausdeutschland, Turin und Madrid eingelauffen. Man ist noch der Meynung, daß der Abt de Ville nächstens «us Paris hier ankomme«werde, die abgebrochenen Negotiattone«Frankreichs mit unserm Hofe zu erneuern. Der König führt seine Gemahlin wöchent lich zweymal i«die Comedie. Breda, vom 26 Oct. Ungefehr 2 Meilen von hier,aufdem Ge biete des österreichischen Brabants, liegt ein Capucinertlosier,in welches, weil zwischen der Kaiserinkönigin und der Republic kein Cartel ist,sichdiejenigen mehrentheils retiriren,wel che von der hiesigen Besatzung desertiren, und wohin der Gouverneur gewöhnlich einige sei ner Leute sendet, um diesen Ausreissern ihre Montur und ihr Gewehr, wennsiesolches mit fortgenommen haben, abzukaufen. Als da her dieseetagensich ein dergleichenfall eräug te, und der Gouverneur einen Unterofficier, mit einigen Mann, zur Abholung des Ge wehrs und der Uniform der Deserteurs, nach ermeldten Kloster schickte, so kamen diefeleute nicht wieder zurück. Der Gouverneur sen dete hieraufeinen andern Unterofficier dahin, um die Ursache ihres Aussenbleibens zu ver nehmen. Dieser blieb aber auch da. Damit nun dergouverneur von einem so sonderbaren Vorfalle näher unterrichtet werben mögte; so trug er einem Oberofficierauf,sich nach dem Capucinern zu verfügen, und allda die erfor derliche Erkundigung einzuziehen; allein,auch dieser ist nicht wieder zum Vorschein gekom men. Der Gouverneur, der auf diese Weise keinen seiner Leute mehr wagen wollte, hat diesen seltsamenauftritt sofort an diegeneral- - staaten berichtet, undsich ihreverhaltungsbefehle ausgebeten. Diese werden nun alletage erwartet,und man ist ausserordentlich be gierig zu vernehmen, wie sich dieses Räthsel auflösen werde. Nach-

5 Nachttag ad No 136* Mittwochs dm 18* Novembr. Anne 1761 Aus einem Berichte «us dem Braunschweigi schen, vom 29 Octob. Di«hiesigenLande haben bey dem neulichen feindlichen Ueberzuge ganz ungemein gelitten, undsiemüssen noch leiden. Die ganze Ge gend, durch welche der Marsch gegangen, ist von Pferden und Rindvieh entblößet, welches letztere zu Göttingen öffentlich an den Meist bietenden verkauft worden; doch ist es an Seiten der Feinde auch nicl t ohne grossen Verlust abgegangen. DasEachsischeCorps hat durch die Desertion noch mehr als durch die Gegengewalt gelitten. Einer der besten französischen Ingenieurs ist vor Wolfenbüt tel erschessen, und ein spanischer Volontair, deren 6 von hoher Geburt bey der Französi schen Armee sind, der Marquis de Sylva,hat beyde Beine verlohren. Weserstrom, vom 28 Octob. Gestern brachen aus dem alliirtenkager bey Ohr und Gellersen z Bataillons Hessen uno 4 Escadrons hannoverscher Völker, unter den Beschien der heßischen Generallieutenants, despl inzen vonanhaltbernburg und teshttt. von Wutgenau,auf, und marschirten, nach demsiedie über die Weser grschlagene Schiff brücke vatziret hatten, nach dem Hildesbeimi schen. Dieses Corps, welches zu den von Sr. Durchl dem Erbprinzen von Naun? schweig, commandittenflössen wird, isi zu ei ner noch unbekanten Unternehmung bestim met. Das Hauptquartier Sr, Durch, des Herzogs Ferdinand/ ist noch zu Ohr. Das Harbenbergische Corpsstehetebenfalls noch zu Blomberg, so, wie das Bockische, bey Rheda, der Hr. General»en kuckner aber zu Heynde, woselbsttzessencavalleriedie Cantonnirungsquartiere beziehet. Der Hannoveri sche Provianttrain, unter dem Generalcom-» Missair Dundas, ist vor einigen Tagen von Hameln nach Rinteln abgegangen, weil die Hardenbergische und Bockische Corps von letzter«, Orte aus bequemer versorge: werden können. Cöln, den 30 Oktober» Aufeinlnal ist das Gerüchte verschwunden, daß oer Prinz, Marschall von Coubise, den diesjährigen Feldzug nicht anders, als mit der Belagerung und Eroberung oeretaot Mün ster, beschließen würde- Die Campagne sei ner Armee ist nun zu Ende, indem die Trup pen am 24sten bey Dorsten über die kippe, und am26sien bey Boer und Gasiorp über die Embs ttpkßirt,am27sten aber sich zwischen Essen «nb Bockum gelagert haben, von ear die letzten Truppen ihre Vorposten bis Dort mund, Lünen, UNna, und Kamen ausbrei- " ten. Stockholm, V0M HZ Ott. Die vor Colberg gewesene Königl. Escadre ist von ihrer Expedition die für dieses Jahr geendiget ist, an derbiecklngischenküsirglück lich zurück gekommen. Sie hat, wir man vernimmt, ga» nichts gelitten. Das übrige

6 Von dieser Expedition ist bis itzo noch unbelant. Groningen, vom 27 Oct. Die Einwohner von Ostfriesland haben sowol bey den Staaten diesir Provinz, als auch bey den Ger^Ustaaten im Haag, sehr beweg liche Vorstellungen Zber denjenigen Schaden gethan, welcher «hnen durch den letztem Einsoll der Franzosen zugefügt worden: wovey sie zugleich verschiedener VsrfaMerwähnet, da bey solcher Gelegenheit die Franzosen selbst aufdie Nmeralität der Republik keine Rück sicht genommen hätten. Diese Sache wird, betn Vernehmen nach, im Haag nächstens in nähere Berathschlagung genommen werden. Heben grosser Helden des gegenwartigen Krieges gesammlet von Dr. Carl Friedrich Vaün 7lerTheil gr. ZvoHalle sgl. Desgleichen alle7theile srthlr. Deutsche Memoires oder Sammlung verschiedener Anmerkungen, die Staatskluqheit, das Kriegswesen, die Iustitz, Morale, Oeconomie, Cominercium, Cammtr- und Police»- auch andere merkmürbige Sachen betreffend, welche in menschlichen Leben vorkommen, von ei- «igen Civil- und Militairbedienten,auch von andern gelehrten und erfahrnen Personen an gemerkt, aufgezeichnet, und hinterlassen worden. Anjetzo bey dieser zten Auflage allenthal ben verbessert, mit Anmerkungen versehen, und von unzähligen Fehlern in der Schreibart gereiniget, 3 Theile 8vo Wien a Rthlr. 10 sgl. Gellerts und Rabners sechs Briefe mit Kupfern, io sgl. Die Stadtgerichte zu Breßlau machen hierdurch bekant, daß die zur Cridä Massades Wsolvendo gewordenen hiesigen Kauffmanns Caspar Ferdinand Roebers behörig, von dem Cridario, theils dem Diacono der hiesigen Elisabet Kirche Hrn Johann Friedrich Ttnnckel, angeblich verkauffte, theils der Jungfer Rosina Eleonora Keylerin verpfändete und in dem auf der Altbusser Gasse gelegenen zum goldenen Herz benannten Hause eingekellerte in vier Gebunden diverfer Große enthaltene 12 Ohm und g viertel Eymer Rheinweine, desgleichen «Gebünd Franken Weine, überhaupt 2 und^zehntel Ohm betragend, von welchen allen jedes Ohm zu 2 und 1 halben Eymer gerechnet, und die Rheinweine auf40 Rthlr. so wie die Fran ken Weine aufzorthlr gewürdiget worden sind, aufben 17. Dec.a. c. Nachmittags um 2 Uhr vor einerdazu niedergesetzten Commißion an ordtntlicher Gerichtsstelle öffentlich ver kauft uud au den Meistbietenden gegen baare Bezahlung zu geschlagen werden sollen; wobey in Termine licitationis die Proben sothaner Weine nach den Nummern der Gefasse, worin«nen solche befindlich, licitantibus zur Auskoßung werden gereichet werden. In dem aufder Matthiasgasse vor dsm Ooerthor gelegenm Weidn^ischen Hause sind Verschiedene Sort^Tarr^^ ^^^ Den 2z. Nov. a. c. früh um 9?Uhr werden in dem beyj dem Kirchhofe zu St. Elisabet gelegenen Leuschnerischen Hause verschiedene Nürnberger Waaren undspiegel öffentlich verauctioniret werden. ^ ^ Es ist eine Tischuhr mit Schilbkrötnen Gehäuse,stark mit Silber beschlagen,siegeht 8 Tage, zeigt Minuten Viertel und Stunden, schlägt Viertel und Stunden, zeigt den Datum Und repitiret, ist aber sehr sauber gearbeitet zu verkmffen. Die Liebhaber dazu können sich «nf der Riemerzeile bey dem Iubelierer Hrn. Krebe im goldnen Creutz melden, welcher nähe re Auskunft geben wird. ^ ^ ^ Aese Zeitungen werden wöchentlich breymalz Mmtags,"Mittwochs und Sonnabends zu Breßlau in der Ioh.Iacob Rorniscben Buckha»dlung am Ringe, in dem ehemals ven Gufischen jetzt Kornischen Hanse, ausmeben, und find auch auf allen Königlichen Postämte«zu haben.