Einsatzmöglichkeiten und Erfordernisse

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1 Web 2.0 in der öffentlichen Verwaltung Einsatzmöglichkeiten und Erfordernisse Jens Klessmann 20. Mai 2010 Wiesbaden

2 Agenda Was ist Web 2.0? Nutzung von Web 2.0 Web 2.0 und die öffentliche Verwaltung Government 2.0 Abgrenzung zu egovernment Transparenz Partizipation Kollaboration Stärken/Schwächen-Analyse zu Web 2.0 in der ÖV

3 Was ist Web 2.0? I "Web 2.0 ermöglicht die selbst organisierte Interaktion und Kommunikation der Nutzerinnen und Nutzer durch Herstellung, Tausch und Weiterverarbeitung von nutzerbasierten Inhalten über Weblogs, Wikis und Social Networks. Über kommunikative und soziale Vernetzung verändern die Nutzer die gesellschaftliche Kommunikation (Meckel, 2008, 17) Häufig verwendete Begriffe mit ähnlicher / synonymer Bedeutung: Soziale Medien Soziale Software Soziales Web Kooperative Technologien Quellen: Meckel, M. (2008). Aus Vielen wird das Eins gefunden - wie Web 2.0 unsere Kommunikation verändert. Aus Politik und Zeitgeschichte, 39,

4 Was ist Web 2.0? II Web 2.0-Anwendungen erlauben eine einfache Kommunikation Bisherige Medien erlaubten entweder Einzelkommunikation (1 zu 1) -> Telefon Massenkommunikation (1 zu Vielen) -> Zeitungen, Radio, Fernsehen Internettechnologien, besonders Web 2.0-Anwendungen erlauben die Kommunikation von Vielen zu Vielen Web 2.0-Anwendungen können wie Massenmedien verwendet werden Potential sozialer Medien liegt jedoch in der Kommunikation mit Rückkanal

5 Was ist Web 2.0? III Werte Anwendungen Nutzer als Produzenten, Kollektive Intelligenz, dauernde Entwicklung (beta), Reduzierte Komplexität Blogs, Wikis, Podcasts, RSS feeds, Schlagworte, Soziale Netzwerke, Suchmaschinen, Technologien Ajax, XML, Open API, Mikroformate, Flash, Angepasst aus: Osimo, David Web 2.0 in Government: Why and How?

6 Nutzer als Produzenten Jedermann kann etwas produzieren Dritte können kommentieren und erweitern Es entstehen Einzel- und Gemeinschaftsproduktionen Vorteile/Chancen: Niedrige Schwelle um Inhalte zu produzieren Inhalte entstehen schnell Dritte können sich beteiligen Nachteile/Risiken: Geringe Dauerhaftigkeit Qualität der Inhalte ungewiss

7 Das Wissen der Vielen Jedermann ist Experte in irgendeinem Bereich Bürger kennen ihr Stadtviertel sehr genau Mitarbeiter ihre Prozesse / Arbeitsgebiet Bürger sind auch Mitarbeiter Mitarbeiter sind auch Bürger Vorteile / Chancen: Verknüpfung verschiedener Wissenstöpfe Einbringung von unsichtbarem Wissen Nachteile / Risiken Keine Garantie für Qualität Engagement ist freiwillig, daher u.u. unzuverlässig

8 Das Wissen der Vielen

9 Nutzung des Web 2.0 Anzahl der Artikel bei Wikipedia Quelle: Wikimedia 2010: Wikipedia-Statistik vom :

10 Nutzung sozialer Netzwerke in den USA 65% Circa 28% Unter 10% Basis: Online-Aktivitäten US-amerikanischer Erwachsener (Internetbenutzer und Nicht-Benutzer) zwischen 2004 und 2009; Online-Aktivitäten US-amerikanischer Jugendlicher 2009 Quelle vgl.: Pew Internet & American Life Project, Lenhart 2009

11 Private Web 2.0-Nutzung in Deutschland Zahlen 2009 einfügen Basis: Onlinenutzer ab 14 Jahren in Deutschland die genannte Angebote zumindest selten genutzt haben. Quelle vgl.: "Genutzte Web 2.0-Angebote, ARD-Onlinestudien 2006, 2007, 2008, 2009

12 Web 2.0 im öffentlichen Sektor Government 2.0 Anwendung von Web 2.0 in und durch die öffentliche Verwaltung Werte: kollaborativere, partizipativere und transparentere Verwaltung Anwendungen und Technologien: Einsatz sozialer Medien zur Kommunikation, zur kollaborativen Bearbeitung von Verwaltungsaufgaben, Nutzung des Wissens der Vielen und der Informationen der Verwaltung Government 2.0 oder auch Open Government Bisher vor allem im Ausland ein Thema (Memorandum der US-Administration) EU: egovernment-deklaration von Malmö Ansätze in Deutschland z.b. Wahlprogramm NRW-SPD, BMI Bestrebungen zivilgesellschaftlicher Organisationen: Open Data Network, Government 2.0 Netzwerk

13 Web 2.0 im öffentlichen Sektor Abgrenzung von Government 2.0 und egovernment egovernment: Verbesserte Abwicklung von Geschäftsprozessen mit Hilfe von IT Optimierung von Prozessen der Hintergrundverwaltung Government 2.0: Öffnung von Prozessen zur stärkeren Kommunikation und Einbeziehung Dritter Starke Orientierung auf die Vordergrundverwaltung Schnittmengen: Ziel der Verwaltungsmodernisierung Prozessorientierung Wissen als ein wesentlicher Kern

14 Web 2.0 in der öffentlichen Verwaltung Mehr Transparenz? Unter Berücksichtigung der Anforderungen des Datenschutzes! Mehr Transparenz kann helfen Entscheidungen nachvollziehbarer zu machen. Bsp. Für Transparenz nach Innen: Kalender, Hintergrundinformationen, Bsp. Für Transparenz nach Außen: Nachrichten, Ratsvorlagen, Prozessabläufe, Grundlage für Transparenz: Informationen / Daten Transparenz an sich ist wertfrei Vorteile / Chancen: Erhöhung der Nachvollziehbarkeit Legitimierung des eigenen Handelns Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen Nachteile / Risiken: Informationsflut Entscheidungsprozesse werden komplizierter

15 Transparenz durch Datenverfügbarkeit (Open Data) Bereitstellung möglichst vieler öffentlicher Daten, die leicht (automatisch) weiterverwendet werden können Fortentwicklung der Ansätze zur Informationsfreiheit, da hier Fokus auf maschinenlesbare Daten, z.b. im XML-Format Herausforderungen Organisationskultur Vereinheitlichung von Daten Datenschutzanforderungen Chancen Öffnung der Verwaltung neuartige Anwendungen Wirtschaftsförderung

16 Bündelung öffentlicher Daten in einem Portal data.gov.uk das nationale Datenportal in Großbritannien

17 Web 2.0 in der öffentlichen Verwaltung Mehr Partizipation? Stärkere Beteiligung von Mitarbeitern, Unternehmern und Bürgern an Prozessen und Entscheidungen der öffentlichen Verwaltung Einsatzfelder sind klassische Bereiche für Bürgerbeteiligung wie Stadt- und Umweltplanung Einsatzfelder sind aber auch interne Prozesse: zum Beispiel Strategieentwicklung und Vorschlagswesen Vorteile / Chancen: Handlungs- und Entscheidungslegitimation Bürger-/Mitarbeiteraktivierung Nachteile / Risiken: Mehraufwand Ergebnisse sind teilweise offen

18 Beispiele für Online-Partizipation

19 Web 2.0 in der öffentlichen Verwaltung Mehr Kollaboration? Vereinfachung der Zusammenarbeit von Verwaltungsmitarbeitern untereinander Vereinfachung der Zusammenarbeit von Verwaltungsmitarbeitern mit Bürgern/Unternehmen Intern: Web 2.0-Anwendungen als Werkzeuge des Wissens- / Projektmanagements Extern: Können Bürger in die Erbringung öffentlicher Dienstleistungen stärker einbezogen werden?

20 Online Beschwerdemanagement

21 Peer To Patent Kooperative Erbringung von Verwaltungsleistungen I Pilotprojekt der NY Law School, IBM und US-Patentamt Ausgangssituation Rückstau von circa 1 Millionen Patentanträge Teilweise mehrjährige Bearbeitungszeit für Anträge Knappe Personalausstattung Niedriges Gehalt für Patentsachbearbeiter Zunehmende Komplexität der Materie der Patentanträge Stand der Technik zunehmend schwieriger feststellbar Qualität der erteilten Patente nimmt kontinuierlich ab

22 PeerToPatent: Kooperative Erbringung von Verwaltungsleistungen II

23 Web 2.0 in der öffentlichen Verwaltung Stärken und Schwächen des Ansatzes Stärken Schnelle Umsetzung mit einfachen Mitteln möglich Teilweise geringe bis keine Investitionen für den Einsatz notwendig Stärkere Orientierung auf Bürger/Unternehmer/Mitarbeiter Schwächen Vielfach fehlende Möglichkeiten zur Anbindung an Hintergrundsysteme der ÖV Einbeziehung/Kommunikation mit Bürgern/Unternehmern/Mitarbeitern verursacht Mehraufwand Schwierigkeiten beim Einsatz in hierarchischen Organisationen

24 Web 2.0 in der öffentlichen Verwaltung Risiken und Chancen des Ansatzes Risiken Datenschutz Datensicherheit Abhängigkeit von einzelnen Anbietern Bei SaaS: Zuverlässigkeit und Dauerhaftigkeit fraglich Chancen: Attraktivitätssteigerung der ÖV als Arbeitgeber Wirtschaftsförderung durch Datenbereitstellung Stärkere Legitimation von Verwaltungshandlungen Leichtere Nachvollziehbarkeit von Verwaltungsvorgängen Verbesserung von Arbeitsergebnissen durch das Wissen Vieler

25 Fazit Nutzungszahlen zeigen: Soziale Medien werden selbstverständlich werden! Aktiv anfangen und lernen. Mit kleinen Schritten anfangen. Risiken bestehen, Chancen jedoch auch! Strategie erarbeiten um nicht einzelnen Trends hinterherzulaufen Einheitliche Herangehensweise zu entwickeln Chancen besser zu erkennen Richtlinien zum Einsatz von Web 2.0-Anwendungen entwickeln. Praktische Anweisungen für den täglichen Gebrauch Hinweise zum Umgangston und Schreibstil im Web 2.0 Umgang mit Kritik

26 Dipl.-Ing. Jens Klessmann Fraunhofer Institute for Open Communication Systems Kaiserin-Augusta-Allee Berlin, Germany Tel: Fax:

Christian Geiger MFG Open Government 02.06.2014. Web 2.0 in bayerischen Kommunen und Praxisbeispiel ulm 2.0

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