Spamchek-Report 2. Quartal 2008 April Juni

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1 Spamchek-Report 2. Quartal 2008 April Juni Der Spamchek-Report wird von ENIDAN Technologies GmbH veröffentlicht. Er erscheint viermal jährlich: im Januar, April, Juli und im Oktober. Der Report ist eine Zusammenfassung des gesamten Spam- und Malware-Aufkommens, das der Anti-Spam-Dienstleister Spamchek während des vergangenen Quartals registriert hat. Die Januar-Ausgabe enthält jeweils zusätzlich die jährlichen Statistiken. Der Spamchek-Report erscheint in Deutsch und Englisch und ist für alle Interessierten kostenlos erhältlich. Der Report darf ohne Entgelt reproduziert werden, sofern Spamchek deutlich als Inhaber des Copyrights genannt wird. Für Medienschaffende steht auf der Webseite zudem ein Medienpaket mit ergänzenden Graphiken zum Download zur Verfügung. Wer an einer vierteljährlichen Zustellung des Reports interessiert ist, kann auf der Webseite eine automatische Zustellung per abonnieren. Kontakt: ENIDAN Technologies GmbH,

2 Höhepunkte: Deutlicher Anstieg von Malware-Attacken (+107% Zunahme von Mai bis Juni, +205% gegenüber 1. Quartal). USA, Rumänien, Russland, China und Korea beheimaten 69% aller Spam-DNS-Server. Das Schweizer Botnet macht Mittagspause. Zusammenfassung: In Prozent des gesamten -Verkehrs: Spam 95.82% Virus & malware 0.63% Saubere s 3.55% Q2/2008 Q1/2008 Q1/2008 Q2/2007 Q2/2008 Spam 95.82% 96.99% -1.17% 87.76% +8.06% Virus & Malware 0.63% 0.21% +0.42% 0.23% +0.41% Saubere s 3.55% 2.80% +0.75% 12.24% -9.44% Veränderungen im Vergleich zum 1. Quartal: Abnahme von Spam um 1.2% (von 96.99% auf 95.82%) Zunahme von Virus & Malware um den Faktor 3 (von 0.21% auf 0.63%) Zunahme von sauberen s 0.75% Veränderungen im Vergleich zum 2. Quartal 2007: Zunahme von Spam um 8.06% Zunahme von Virus & Malware um 0.41% Abnahme von sauberen s um 9.44% Tendenz: Spam: durchschnittlich keine Veränderung. Malware: langsame Zunahme seit Januar, sprunghafter Anstieg im Juni. Prognose: Spam-Voraussagen sind schwieriger als Wetterprognosen, aber der sprunghafte und starke Anstieg von Malware-Angriffen könnte darauf hinzuweisen, dass die Spam-Aktivitäten im Herbst zunehmen werden.

3 Im Vergleich zum 1. Quartal 2008: Das gesamte Volumen an Spam nahm um 1.2% ab. Obwohl diese Abnahme von Spam für sich alleine nicht aussagekräftig ist, lässt die gleichzeitige erhebliche Zunahme von Malware-Angriffen aufhorchen: hier fand mehr als eine Verdreifachung der Gesamtmenge auf 0.64% statt, mit einem Höhepunkt im Juni, als Malware bis zu 2.5% des gesamten -Volumens ausmachte. Im Vergleich zum 2. Quartal 2007: Der Spam-Verkehr nahm während des letzten Jahres um fast 10% zu, was auf den ersten Blick auf ein eine kräftige Zunahme schliessen lässt. Auf den zweiten Blick ergibt sich jedoch ein anderes Bild: während die 96% Spam des 2. Quartals 2008 nämlich als normal anzusehen sind, müssen die 88% des 2. Quartals vom letzten Jahr als ungewöhnlich tief eingeschätzt werden. Die Spitzenreiter Montag Sonntag: Sonntag, 1. Juni 2008 hält den aktuellen Rekord für 2008: 99.82% Spam. Montag Freitag: Montag, 12. Mai 2008 wies 97.8% Spam auf, was auch einem aktuellen Rekord für 2008 entspricht. Erklärung: Der Grund für die Unterteilung in Wochentage und Wochenenden liegt darin, dass während des Wochenendes jeweils klar weniger saubere s verschickt werden (z.b. weniger Geschäfts- s). Dadurch erscheint die relative Menge an Spam grösser. Malware im 2. Quartal. Wie bereits oben erwähnt, nahmen die Malware-Attacken bis ende Juni kräftig zu. Es gibt keinen Grund zu meinen, dies werde im Juli nicht so weitergehen. Virus & Malware im 2. Quartal.

4 Das Schweizer Botnet: Sowohl in Bezug auf die Netzwerk-Grösse als auch in Bezug auf die Anzahl von s, war das Schweizer Botnet deutlich weniger aktiv in diesem Quartal. Im 1. Quartal 2008 registrierte Spamchek PCs als verbunden mit einem oder mehreren Botnets im 2. Quartal waren es noch , was einer Abnahme von fast 30% entspricht. Von diesen mit Botnets verbundenen PCs wurden auch weniger Spam-Versuche gestartet nämlich total nur rund Versuche, was 69% weniger sind als die Spam-Versuche, die im 1. Quartal registriert wurden. Trotz der tieferen Aktivität bleibt das Schweizer Botnet weit verbreitet. Erwartungsgemäss steuern die grösseren Access Provider massgebliche Anteile bei. Aber auch mittlere und kleinere Provider sind relativ stark vertreten (z.b. kleine regionale Kabel-TV-Anbieter). Leider finden sich auch bekannte (sowie weniger bekannte) Schweizer Unternehmen im Schweizer Botnet, wenn auch normalerweise ohne ihr Wissen. Die Intensität der Aktivität des Schweizer Botnet im Tagesablauf. Das Schweizer Botnet macht Mittagspause Wie in der obigen Grafik zu sehen ist, hat das Schweizer Botnet ziemlich klar definierte Gesprächsstunden. Und diese entsprechen, wie zu erwarten war, dem Ablauf eines durchschnittlichen Schweizer Arbeitstags: 1) Der starke Anstieg von Aktivität zwischen sechs und acht Uhr morgens entspricht dem Einschalten der PCs sowohl in den Büros als auch zu Hause. 2) Um acht Uhr abends sinkt die Aktivität, nun allerdings etwas weniger deutlich. 3) Der doch etwas überraschende Abtaucher zwischen 12 und 13 Uhr ist wohl das Resultat davon, dass es doch viele Energie bewusste Arbeitnehmer gibt, die ihren PC während der Mittagspause abschalten. Erklärung: ein Botnet ist ein Netzwerk sogenannter Spambots. Über diese werden via Fernbedienung um Spam versendet. Typischer Weise sind Spambots PCs and Laptops, die von einem sogenannten Trojaner entführt und für ihre Zwecke eingesetzt werden. Um der Entdeckung zu entgehen, sind Spambots nicht dauernd aktiv. So sind lange Pausen von mehreren Tagen oder gar Wochen ohne Aktivität keine Seltenheit.

5 Der Spam-DNS Tracker: Im 2. Quartal registrierte Spamchek 1496 neue Spam-DNS-Server. Das sind rund 50% weniger als im vorangegangenen Quartal. Aber wenn wir die extrem hohe Aktivität vom Januar 2008 nicht berücksichtigen, liegt die gesamte Veränderung immer noch bei neuen DNS-Servern pro Tag: Veränderung der Anzahl von Spam-DNS-Servern im 2. Quartal. Geografisch: Wo sind die meisten Spam-DNS-Server beheimatet? Die drei Spitzenplätze belegen die USA, Rumänien und Russland, dicht gefolgt von China und Korea auf den Plätzen vier und fünf. Diese Top 5 steuern 69% aller Spam-DNS-Server bei. Erklärung: Spammer-Webseiten benötigen auch Domain-Name-Server. Um der Indizierung auf Schwarzen Listen zu entgehen, arbeiten Betreiber von einschlägigen Webseiten wie z.b. für Produktnachahmungen, Pornographie oder Pharmazeutika mit schnellen Namensänderungen. Normale Name-Server unterstützen normalerweise solche extrem häufigen Updates nicht. Deshalb unterhalten Spammer ein separates Netzwerk von DNS- Maschinen. Auch diese ändern sehr schnell, aber bei Spamchek können wir dennoch ihre Bewegungen aufspüren und nachweisen.

6 Verteilung auf Länder Spam stammt von überall auf der Welt. Konkret: im 2. Quartal stammten die von Spamchek erfassten Spam aus 210 Ländern. Die Top 10/20: # Land TLD % 1 Russland RU China CN Türkei TR USA US Korea KR Brasilien BR Indien IN Polen PL Spanien ES Deutschland DE 2.83 # Land TLD % 11 Grossbritannien UK Italien IT Rumänien RO Kolumbien CO Argentinien AR Ukraine UA Frankreich FR Peru PE Chile CL Thailand TH 1.34 Die Rangliste verändert sich im Verlauf der Zeit wenig. Wie gewöhnlich, werden die fünf ersten Ränge von Russland, China, der Türkei, den USA und Korea belegt im Vergleich zum 1. Quartal haben sie einzig die Plätze getauscht.

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