Studien- und Berufswahl von Abiturienten des Taebla Gümnaasium und des Helene-Lange- Gymnasiums

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1 Studien- und Berufswahl von Abiturienten des Taebla Gümnaasium und des Helene-Lange- Gymnasiums Eine Untersuchung, durchgeführt im Rahmen eines Schüleraustausches zwischen dem Taebla Gümnaasium, Taebla, Estland und dem Helene-Lange-Gymnasium, Rendsburg, Deutschland mit Unterstützung durch den Pädagogischen Austauschdienst - 1 -

2 Einleitung Ziel des Projektes ist es, herauszufinden, was Abiturienten in Deutschland und Estland nach dem Abitur machen und welche Gründe zu dieser Entscheidung geführt haben. Dazu wurde ein Fragebogen entwickelt und an die Abiturienten der beiden am Projekt beteiligten Partnerschulen (Helene-Lange-Gymnasium in Rendsburg und Taebla Gümnaasium) verteilt. Befragt wurden die Abiturienten des Abi-Jahrgangs 27. Die Entwicklung des Fragebogens geschah im Mai 27 während des Besuchs der deutschen Schülerinnen in Estland. Die Auswertung wurde beim Gegenbesuch der estnischen Schülerinnen und Schüler im September 27 in Rendsburg durchgeführt. Aufbauend auf diesem Projekt könnten in der Zukunft weitere Projekte durchgeführt werden. Denkbar wäre zum Beispiel, die Untersuchung auf weitere Länder des Ostseeraums zu erweitern oder zu untersuchen, ob sich die Studien- und Berufswahl über mehrere Jahre verändert. Der Fragebogen Der Fragebogen (siehe Anhang) gliedert sich in drei Teile. Im ersten Teil werden Daten zur Person (Alter, Geschlecht) der Befragten gesammelt. Im zweiten Teil wird nach den Voraussetzungen für die Studien- und Berufswahl gefragt (Abiturfächer und noten, Hobbys). Der dritte Teil befasst sich mit den Gründen für die getroffene Wahl und den bisher gemachten Erfahrungen. Die Ergebnisse Die im Folgenden dargestellten Ergebnisse basieren auf den eingegangenen und ausgewerteten Fragebögen. Im Fall der n wurden zwölf Fragebögen (24% des Jahrgangs), im Fall der sechs Fragebögen (24% des Jahrgangs) ausgewertet. Angaben zum Alter und Geschlecht sowie zur tatsächlich getroffenen Studien- oder Berufswahl der estnischen Schüler lagen dem Klassenlehrer vollständig vor und wurden ausgewertet

3 1. Angaben zur Person 1.1. Alter Alter der Befragten Jahre In Estland kommen Kinder mit 7 Jahren zur Schule und haben 12 Jahre bis zum Abitur. In Schleswig-Holstein beginnen Kinder die Schule mit 6 Jahren und machen nach 13 Jahren das Abitur. Theoretisch müssten also die Abiturienten in beiden Ländern ungefähr 19 Jahre alt sein. Für die estnischen Abiturienten trifft das zu. Die deutschen Abiturienten waren im Durchschnitt 21,3 Jahre alt. Die Gründe dafür gehen aus der Umfrage nicht hervor. Vielleicht wiederholen deutsche Schüler öfter eine Klasse oder unterbrechen ihre Schulzeit für einen Auslandsaufenthalt Geschlecht Geschlecht der Befragten weiblich männlich - 3 -

4 Es fällt auf, dass an der Helene-Lange-Schule genauso viele Jungen wie Mädchen Abitur gemacht haben, während am Taebla Gümnaasium die Mädchen deutlich in der Mehrheit waren. Offenbar brechen Jungen in Estland die Schule öfter vorzeitig ab. 2. Voraussetzungen für die Studien- und Berufswahl 2.1. Abiturfächer Abiturfächer der (Angaben in %) Estnisch Englisch Mathe Gesellschaftskunde Geografie Geschichte Physik Chemie Biologie Informatik Wirtschaft Abiturfächer der n (Angaben in %) Englisch Biologie Mathe Geschichte Physik Deutsch Geografie Französisch Chemie Techn. Systeme WiPo Sport Kunst In Estland ist die Muttersprache Pflichtfach im Abitur. Deshalb haben alle in Estnisch die Abiturprüfung abgelegt, während nur ein Viertel der deutschen Schüler Deutsch als Abiturfach gewählt hat. Sowohl bei den estnischen als auch bei den deutschen Schülern ist Englisch das - 4 -

5 beliebteste, frei wählbare Prüfungsfach. Auch Mathematik wurde in beiden Ländern oft gewählt. Naturwissenschaftliche Fächer, wie Biologie und Physik, wurden dagegen von den deutschen Abiturienten häufiger gewählt als von den estnischen. Diese wählten stattdessen eher Geographie und Gesellschaftskunde Abiturnoten Durchschnittliche Abiturnoten der 33% 34% 4,5-5 4,-4,4 3,5-3,9 3,-3,4 < 3, 33% Durchschnittliche Abiturnoten der n 17% 33% < 1,5 1,6-2,5 2,6-3,5 3,6-4,5 > 4,5 5% Die Notensysteme in Deutschland und Estland sind ganz unterschiedlich. In Deutschland ist 1 die beste Note und 6 die schlechteste. Die Noten 1 bis 4 sind positive Noten. In Estland ist dagegen 5 die beste Note und 1 die schlechteste. Die Noten 3, 4 und 5 sind positive Noten. Außerdem ist auch die Berechnung der Abiturnote in beiden Ländern unterschiedlich. Deshalb - 5 -

6 ist ein Vergleich der Abiturnoten schwierig. Man kann aber feststellen, dass sowohl am Taebla Gümnaasium als auch am Helene-Lange-Gymnasium zwei Drittel der Abiturienten ein gutes oder sehr gutes Abitur gemacht haben, und an beiden Schulen erreichten alle Abiturienten ein mindestens durchschnittliches Ergebnis Gründe für die Wahl der Abiturfächer Die Abiturienten wurden gefragt, ob ihr gewünschtes Studium oder gewünschter Beruf einen Einfluss auf die Wahl der Prüfungsfächer hatte. Das Ergebnis ist in der folgenden Grafik dargestellt: Einfluss des Studien-/Berufswunsches auf die Wahl der Prüfungsfächer (Angaben in %) ja nein Es fällt auf, dass das geplante Studium oder der gewünschte Beruf die Wahl der Prüfungsfächer in Estland mehr beeinflusst hat als in Deutschland. Das kann daran liegen, dass in Deutschland zwei Prüfungsfächer schon am Beginn der Studienstufe feststehen, wenn der Schüler seine Leistungskurse wählt. In Estland müssen sich die Schüler erst vier Monate vor dem Abitur entscheiden. Dann wissen sie schon besser, was sie nach dem Abitur machen wollen

7 2.4. Hobbys Hobbys (Angaben in %) Sport Pfadfinder Singen/Musizieren Tanzen Fotografieren Reisen Computer Lesen Zeichnen/Kunst Sonstige Die Grafik zeigt, dass die deutschen Schüler mehr verschiedene Hobbys haben als die estnischen Schüler. Sport ist in beiden Ländern besonders beliebt. Die Schüler wurden gefragt, ob ihre Hobbys einen Einfluss auf die Wahl des Studiums oder des Berufs hatten. Das Ergebnis zeigt die folgende Grafik. Einfluss der Hobbys auf die Studien-/Berufswahl (Angaben in %) ja nein Man sieht, dass der Einfluss der Hobbys auf die Wahl des Studiums oder des Berufs sowohl bei den estnischen als auch bei den deutschen Schülern eher gering ist

8 3. Studien-/Berufswahl 3.1. Was machen die Abiturienten zur Zeit Studien- und Berufswahl der 24% 36% Studium andere schulische Ausbildung Zivildienst/soz. Jahr Arbeit Praktikum 4% Studien- und Berufswahl der n 8% 8% Studium 8% andere schulische Ausbildung Zivildienst/soz. Jahr Arbeit Praktikum 76% Die Grafiken zeigen, dass der Anteil der estnischen Abiturienten, die ein Studium begonnen haben, viel kleiner ist als in Deutschland. Von den estnischen Abiturienten studiert etwa ein Drittel, von den deutschen studieren ungefähr drei Viertel. 4 Prozent der estnischen Abiturienten besuchen zurzeit eine Berufs- oder Fachschule. In beiden Ländern machen also ungefähr drei Viertel ein Studium oder eine andere schulische Ausbildung. Der Anteil der estnischen Abiturienten, die nach dem Abitur arbeiten gehen, ist dreimal höher als in Deutschland. Der Grund für die Unterschiede könnten höhere Kosten für das Studium sein

9 3.2. Gründe für die Entscheidung Warum hast du dich so entschieden? Studium/Beruf interessiert mich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt gute Karrierechancen gutes Gehalt bzw. Zukünftig gutes Gehalt habe den angestrebten Studien- /Arbeitsplatz nicht bekommen n Sowohl die estnischen als auch die deutschen Abiturienten gaben als wichtigsten Grund für ihre Entscheidung Interesse am Studium oder Beruf an. Für beide Gruppen sind gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und gute Karrierechancen ebenfalls wichtige Gründe. Abiturienten sagten häufiger, dass für sie ein gutes Gehalt wichtig ist Finanzierung der Ausbildung Finanzierung der Ausbildung Geld von den Eltern Studiendarlehen/BAFÖG arbeite nebenbei Stipendium Estnische und deutsche Abiturienten finanzieren ihre weitere Ausbildung beide durch Geld von den Eltern. In Deutschland spielt auch BAFÖG eine wichtige Rolle. Deutlich mehr deutsche Abiturienten gaben an, neben dem Studium zu arbeiten

10 3.4. Studium/Arbeit im Ausland Nur wenige Schüler gehen nach dem Abitur ins Ausland. Von den estnischen Schülern gingen zwei ins Ausland (nach England und nach Dänemark). Von den deutschen Schülern gingen drei ins Ausland (nach England, in die Niederlande und in die USA). Als Gründe wurden Verbesserung der Sprachkenntnisse und bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt genannt Zufriedenheit mit der Entscheidung In Deutschland hatte das Studium für die meisten noch nicht begonnen, als die Umfrage durchgeführt wurde. Deshalb gibt es zu diesen Fragen keine auswertbaren Ergebnisse. Diejenigen, die diese Fragen beantwortet haben, fühlten sich am Arbeits-/Studienplatz meistens gut und waren mit ihrer Entscheidung zufrieden. Es gibt keinen Unterschied zwischen n und. Zusammenfassung Die Untersuchung hat gezeigt, dass es einige Unterschiede bei der Studien- und Berufswahl der Abiturienten in Taebla und Rendsburg gibt. Die Abiturienten in Taebla sind im Durchschnitt jünger und der Anteil der Jungen ist geringer als in Rendsburg. Naturwissenschaften werden in Taebla seltener als Prüfungsfächer gewählt als in Rendsburg. Ein großer Teil der estnischen Abiturienten geht nach dem Abitur auf eine Berufs- oder Fachschule, während die deutschen Abiturienten überwiegend ein Studium beginnen. Es gibt aber auch einige Gemeinsamkeiten. An beiden Schulen ist Englisch ein beliebtes Prüfungsfach im Abitur und die Abiturnoten sind an beiden Schulen gut bis sehr gut. Diejenigen, die ein Studium beginnen oder weiter zur Schule gehen, finanzieren ihre Ausbildung in beiden Ländern hauptsächlich durch Unterstützung von den Eltern

11 Mitwirkende Schüler des Taebla Gümnaasium Raina Jeeberg, 11a Kaspar Kaabel, 11b Atko Kadakas, 12 Kaidi Lehtla, 11b Kristo Nurme, 12 Anti Nõupuu, 12 Reili Nõupuu, 11b Tiiu Parbus, 12 Triin Rand, 12 Kärt Ratas, 11b Elis Reemann, 12 Betreuende Lehrer Varje Sild Knud Jessen Schüler des Helene-Lange-Gymnasiums Bretschneider, Alena, 11d Burmeister, Alina, 1a Doppelbauer, Lea, 1a Frahm, Frederike, 11b Klein, Yvonne, 11d Kotschmar, Catarina, 11a Lepthin, Fromut, 11a Müller, May-Britt, 11d Schröder, Britta, 11d Wegert, Josefine, 1a Witt, Catharina, 1a Betreuende Lehrer Klaus-Dieter Hübner Jörn Neupert

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