Joachim Kohlhof Der Diskontkredit

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1 Joachim Kohlhof Der Diskontkredit

2 Meiner Frau Ursula und meinen Kindem Katinka Hendrik Fabian

3 Der Diskontkredit Rechtsgrundlagen und Bankpraxis von Joachim Kohlhof GABlER

4 CIP-Kurztitelaufnahme der Deutschen Bibliothek Kohlhof, Joachim: Der Diskontkredit : Rechtsgrundlagen u. Bankpraxis / von Joachim Kohlhof. - Wiesbaden : Gabler, (Die Bankgeschiifte) ISBN-13: e-isbn-13: DOl: / Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1985 Softcover reprint of the hardcover 1st edition 1985 AIle Rechte vorbehalten. Auch die fotomechanische VervieWiltigung des Werkes (Fotokopie, Mikrokopie) oder von Teilen daraus bedarf vorheriger Zustimmung des Verlages. ISBN-13:

5 Inhalt Seite Vorbemerkung 9 Einleitung Erstes Kapitel Der Diskontkredit - Rechtliche Grundlagen Kaufrecht Wechselrecht Geschichtliche Entwicklung Begriffiiche Ableitung Rechtliche Wesensmerkmale Entstehung des Wechsels Haftung der Wechse1mitverbundenen Haftung des Bezogenen Haftung des Ausstellers Haftung des Remittenten Abstraktheit der Wechse1forderung Abgrenzung des Handelswechsels Finanzwechsel Bankakzept Debitorenziehung Kautionswechsel Auslandswechsel Die Allgemeinen Geschiiftsbedingungen der Deutschen Bundesbank Ankauf von Inlandswechseln Ankauf von Auslandswechseln Ankauf von Schatzwechseln Die Rechtsnatur der Diskontsatz-Festsetzung Zweites Kapitel Die bankbetriebliche Ausgestaltung und die Abwicklung des Diskontgeschiiftes - Sonderformen des Diskontgeschiiftes Zustiindigkeitsregelung Wechselankauf Einreichung der Wechsel Wechselkontrolle

6 2.1.0 Formelle Beschaffenheit Materielle Beschaffenheit Grundgeschaftliche Voraussetzungen Zinsberechnung Gutschrift des Diskonterloses Kreditiiberwachung - Ankaufsmitteilungen Wechseleinzug... " Rediskont-Kontingente fur Kreditinstitute..., Begrenzung " Bemessungsfaktoren Geschichtlicher Riickblick Aufbau des Verfahrens - Berechnung der Normkontingente Anrechenbares haftendes Eigenkapital Strukturkomponente Einheitsmultiplikator Technik der Rediskontfestsetzung Rediskont-Kontingentsabzweigung und -iibertragung Finanzierungshilfen durch Sonderrediskontplafonds Refinanzierung fur Exportauftrage Refinanzierung fur Geschafte im innerdeutschen Handel Refinanzierung von Mittelstandskrediten Refinanzierungshilfe fur die Gewahrung von Liquiditatshilfekrediten an Banken Der Privatdiskontmarkt Begriff und grundgeschaftliche Voraussetzungen Organisation und Funktionsweise Die Refinanzierungshilfe der Bundesbank Drittes Kapitel Der Diskontkredit als geld- ond kreditpolitisches Instrument der Notenbank 53 I. Die Bedeutung des Handelswechsels fur die Notenbankpolitik Die theoretischen Grundlagen Die historische Entwicklung und Erfahrung..., Die Currency- und die Banking-Theorie Beriicksichtigung des Banking-Prinzips in der deutschen Notenbankverfassung Der Notenbankkredit auf Wechselbasis..., Der geldpolitische Wirkungsmechanismus des Diskontkredits Zentralbankgeldbereitstellung und Zentralbankgeldmenge Geldmarktpolitische Operationalisierung Die Wirkungsweise der Geldpolitik Grob- und Feinsteuerung

7 2.2 Diskontsatzpolitik Wirkungen auf den Rediskont der Banken..... " Wirkungen auf Kreditzinsen und Wertpapierkurse Wirkungen auf die intemationalen Finanzmarkte Psychologische Wirkungen Die Rolle des Diskontkredits fur die Zinsbildung am Geldmarkt. " 67 SchluBbemerkung Literaturhinweise " 69 Stichwortverzeichnis

8 V orbemerkung Der Diskontkredit bzw. das Diskontgeschaft werden gleichermaben von den Geschaftsbanken wie von der Deutschen Bundesbank als ein Teil ihrer Aktivgeschafte praktiziert. Es macht in der rechtlichen Qualifikation und im bankbetrieblichen Arbeitsablauf keinen grundsatzlichen Unterschied, wer nun als Kreditgeber eines Diskontkredits in Erscheinung tritt. Aus diesem Grund beschriinken sich die AusfUhrungen in diesem Buch auf die bankpraktische Abwicklung des Wechseldiskontkredits bei der Deutschen Bundesbank. Diese Selbstbeschriinkung auf die Gegebenheiten bei der Notenbank soli zugleich die besondere Bedeutung des Wechseldiskontkredits als elementares geldpolitisches Instrument hervorheben. Der kreditpolitische Teil dieses Buches beschiiftigt sich daher vornehmlich mit der geldpolitischen Steuerungsfunktion des Diskontkredits, durch die die Notenbank den Liquiditiitsspielraum der Kreditinstitute und damit die Geldversorgung der gesamten Volkswirtschaft beeinflubt. Dieses Buch dient nicht dazu und erhebt auch nicht den Anspruch, etwa Alternativen zur gegenwiirtigen Praxis des Diskontgeschiiftes aufzuzeigen. Es will vielmehr helfen, dem interessierten Leser sich iiber die rechtlichen, bankwirtschaftlichen und kreditpolitischen Grundlagen dieses klassischen Kredits ein umfassendes Bild zu beschaffen, damit er ihn einordnen kann in das Gesamtgefiige des vorhandenen Kreditspektrums der gewerblichen Kreditwirtschaft und ihn in besonderem MaBe begreift als zentrales geldpolitisches Steuerungsinstrument der Bundesbank, mit des sen Hilfe sie iiber den Zentralbankgeldbedarf der Banken fur die monetiire Entwicklung der inliindischen Wirtschaft Sorge triigt. Wie in meinem Buch iiber den "Lombardkredit"l ausfuhrlich dargelegt wurde, bildet der Lombardkredit - gemeinsam mit dem Diskontkredit - die zweite klassische Kreditart der Bundesbank, den Zentralbankgeldbedarf der Banken zu decken. Insoweit sei bereits an dieser Stelle zur Vervollstiindigung und Abrundung des geld- und kreditpolitischen Verstiindnisses auf die einschliigigen Textstellen im "Lombardkredit" verwiesen. Aber warum benotigen die Banken Zentralbankgeld, also Geld, das offenbar nur die Zentralbank schaff en kann, und das ihnen iiber den Diskontkredit der Bundesbank zur Verfiigung gestellt wird? Nun, aus der Definition des Begriffes "Zentralbankgeld" ergibt sich schnell die Erkliirung. Unter Zentralbankgeld versteht man den gesamten Bargeldbestand der inliindischen Wirtschaft und dazu Guthaben der Kreditinstitute aufgrund der auf den Inlandsverbindlichkeiten der Banken (Sicht-, Termin- und Spareinlagen) lastenden Mindestreserven. Ein erhohter Zentralbankgeldbedarf der Banken wiirde also nach vorstehender Begriffsbestimmung zum einen durch Bargeldabfliisse in die Volkswirtschaft (zum Beispiel Barentnahmen der Bankkundschaft) und zum anderen 1 Kohlhof, Joachim: Der Lombardkredit, Bd. 85 der Reihe Geld, Bank, Biirse, Frankfurt/Main

9 durch die infolge von erhohtem Wachstum der Inlandsverbindlichkeiten gestiegenen Mindestreserven entstehen. Wenn also das Einlagenvolumen der Banken durch vermehrte Anlage von Sieht-, Termin- und Spareinlagen wachst, steigt zugleieh auch die Verpflichtung der Banken, hohere Mindestreserven, das heibt zinslose Giroguthaben bei der Bundesbank zu halten. Beide BestimmungsgroBen des Zentralbankgeldes und die mit ihnen zusammenhangenden Bedarfsveranderungen verlangen demnach nach einer Mitwirkung der Bundesbank. Inwieweit aber die Bundesbank bereit ist, den Wiinschen der Banken nach Zentralbankgeld entgegenzukommen, das heibt den Bedarf in vollem U mfang oder nur teilweise oder vielleicht iiberhaupt nicht und gegebenenfalls zu welchen Konditionen zu decken, hangt indes von den jeweiligen konjunktur- und wachstumspolitischen, geld- und kreditpolitischen und nicht zuletzt von den arbeitsund sozialpolitischen Erfordernissen in der Wirtschaft abo Dieser kurze Exkurs in volkswirtschaftliche Uberlegungen soli den spezifischen AusfUhrungen im dritten Hauptteil dieser Arbeit nichts vorwegnehmen, vielmehr soli er ansatzweise deutlich machen, von welcher zentralen Bedeutung der Diskontkredit fur die Zentralbankgeldsteuerung und damit fur die Geldpolitik ist. Nach dem "Handelswechsel"-Diskontkredit wird der vergleichsweise unbeachtliche "Schatzwechsel"-Diskontkredit nur am Rande Erwahnung finden; allerdings werden die im Offenmarktgeschaft der Bundesbank mit Riickkaufsvereinbarung angekauften Inlandswechsel nicht Gegenstand weitergehender Darlegungen sein. Denn obgleieh diese Notenbankgeschafte haufig kreditahnlichen Charakter haben, konnen sie aber nicht als echte Kreditgeschafte im engeren Sinne angesprochen werden. SchlieBlich dient zur weiteren Themenabgrenzung, dab in diesem Buch auch nicht auf die yom Gesetzgeber zulassige Diskontierung von Inlandsschecks naher eingegangen wird, weil mittlerweile in der gewerblichen Kreditpraxis der Scheckinkasso den sogenannten Scheckdiskont nahezu vollstandig verdrangt und damit fur praxisbezogene Belange bedeutungslos gemacht hat. 10

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