S o ziale und p sy c h o lo g isc h e U rsa c h e n von U n fällen und ih re w irts c h a ftlic h e n A u sw irk u n g en S.

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1 S o ziale und p sy c h o lo g isc h e U rsa c h e n von U n fällen und ih re w irts c h a ftlic h e n A u sw irk u n g en S. HANDSCHUH Ich m ö ch te m ic h v o r a lle m d a ra u f b e s c h rä n k e n, a ll je n e P ro b le m e, die im R ahm en d ie s e r T agung b is h e r b e h a n d e lt w u rd en, h in sic h tlic h i h r e r p ra k tis c h e n A n w en d b ark eit fü r die U n fallv erh ü tu n g zu u n te r s u chen. E s g ib t ein e F ü lle von V e rö ffe n tlic h u n g en und w isse n sc h a ftlic h e n U n te rsu c h u n g e n, die sic h m it d e r U n fallv erh ü tu n g b e sc h ä ftig e n ; offen b le ib t a b e r fa s t im m e r die F r a g e d e r p ra k tis c h e n A nw endung. D ies trif f t b e is p ie ls w e is e auch fü r die h ie r s e h r a u s fü h rlic h b eh an d elten P ro b le m e d es L ä r m s und d e r V ib ra tio n b e im E in s a tz von M o to rsä g e n zu. An d e r g e s a m te n Unfallverhütung b e s te h t n ic h t n u r ein e th i sches, s o n d e rn v o r a lle m auch ein e m in e n t w irtschaftliches In te re sse. S ic h e r könnte m an au ch m it e th isc h e n Ü b erleg u n g en v ie le U nfälle v e rh in d e rn. W ir m ü s s e n uns dabei a b e r z u e r s t die F ra g e v o rle g e n, w a ru m g eh t dann d e r A r b e ite r ü b e rh a u p t in den W ald. Doch s ic h e r n ic h t a lle in aus e th isc h e n Ü b erleg u n g en! W aru m b e s c h ä ftig t denn d e r U n te rn e h m e r, d e r W a ld b e s itz e r ü b e rh a u p t je m a n d e n? E s is t doch s ic h e r s o, daß an d e r A rb e it a llg e m e in ein s o z ia le s I n te r e s s e b e s te h t. S onst h ä tte doch a lle s, auch die U n fallv erh ü tu n g, k ein en Sinn. E s w urde in den le tz te n T agen v ie l ü b e r E rg o n o m ie g e sp ro c h e n. L e i d e r la s s e n sic h die E rk e n n tn is s e d e r E rg o n o m en in k ein e ric h tig e R e la tio n zu den D aten d e r U n fa lls ta tis tik se tz e n. A us e in e r A u fstellu n g ü b e r d ie E n tw icklu n g d e r U n fälle in d e r L a n d - und F o r s tw ir ts c h a f t kann m an e n tn ehm en, daß die Anzahl der F orstu n fälle b is zum J a h r 1958 s te tig g e stie g e n is t. Und s e it d ie se m J a h r - m it A usnahm e von i s t w ie d e r ein u n u n te rb ro c h e n e s A b sin k en d e r U nfälle f e s t z u s te lle n. T ro tz d ie s e r T a ts a c h e is t a b e r die U n fallsw ah rsch ein lichkeit in Ö s te r r e ic h, b ezo g e n auf die A n zah l d e r B e sc h ä ftig te n, p ra k tis c h im m e r g le ic h g e b lie b e n. Obwohl die Z ah l d e r A r b e ite r h e u te g e r in g e r i s t a ls f r ü h e r, w u rd e von ihnen f a s t d ie g leich e L e istu n g e r b r a c h t. E s i s t a ls o ein e e c h te L e is tu n g s s te ig e ru n g e in g e tre te n. T r o tz dem is t die U n fa llsb e la stu n g p ro M ann a n n ä h e rn d g le ic h g eb lieb en, eben so d ie Z a h l d e r sc h w e re n U n fälle und d a m it au ch d e r B e re n tu n g s- 189

2 fä lle. In te re s s a n t is t die V erteilu n g auf die e in zeln en B u n d eslän d er: Im B e re ic h d e r L a n d e s s te lle W ien, die den B e re ic h d e r B u n d e slä n d e r W ien, N ie d e rö s te rre ic h und B u rg enland u m faßt, is t die U n fa llsw a h r sc h e in lic h k e it b ei den F o r s ta r b e ite r n u n g e fä h r um die H älfte n ie d rig e r a ls im B e re ic h d e r L a n d e sste lle n L inz (fü r d as B u n desland O b e r ö s te r re ic h ) und S alzb u rg (für die B u n d e slä n d e r S a lz b u rg, T ir o l und V o r a rlb e rg ). In den B u n d eslän d ern S te ie rm a rk und K ä rn te n lie g e n die U n fa llsz a h le n und d a m it die U nfalls W ah rsch ein lich k eit noch h ö h e r. Die U rsa c h e n h ie fü r zu e r k lä r e n, is t le id e r kaum m ö g lich. In d e r L andw irts c h a ft d u rc h g e fü h rte U n tersu ch u n g en ü b e r die B e trie b e, B e tr ie b s g rö ß en und A lte rs v e rte ilu n g und ih r Z u sam m en h an g m it d e r U n fa llsh äufig k eit h aben oft g än zlich d ia m e tra l v e rla u fe n d e R e su lta te g e b ra c h t. E in V ergleichsfaktor lä ß t sic h am b e s te n d a d u rc h e rre c h n e n, daß m an die U nfälle p ro B e trie b o d e r auch B e trie b sz w e ig g e g e n ü b e r s te llt. W enn m an die U nfälle p ro B e trie b (o d er B e trie b sz w e ig ) m it d e r P ro d u k tiv itä t m u ltip liz ie rt und das sic h e rg e b e n d e P ro d u k t d u rc h die U nfälle p ro L e istu n g se in h e it o d e r auch d u rc h die U nfälle p ro B e sc h ä f tig ten d iv id ie rt, so e rh ä lt m an ein en F a k to r, d e r f e h le r f r e i a ls V e r g le ic h s b a s is dienen kann. D abei sin d auch z ie m lic h a lle s ta tis tis c h e n bzw. s y s te m a tis c h e n F e h le r a u s g e s c h a lte t. Ä hnliche B e re c h n u n g sm e thoden w urden von ANDREONI fü r den B e re ic h d e r In d u s trie entw ikk e lt und b e ru h e n auf S ch ätzzah lan n ah m en w ie z. B. M e c h a n is ie ru n g s g ra d z a h le n. D ie se M ethode is t a b e r fü r u n s e re n B e re ic h w e n ig e r g e eig n et. D ie E rg e b n is s e w ären zu su b je k tiv b eein flu ß t. E in V e rg le ic h d e r sich e rg e b e n d e n F a k to re n h a t g e z e ig t, daß in v e rs c h ie d e n e n B e trie b sz w e ig e n o d e r B e trie b s s tu fe n die U n fälle, d u rch p r im ä r e K om plexe b ed in g t, v o rn e h m lic h von d e r U n fallv erh ü tu n g h e r zu b e a c h te n w ären. D ie w ic h tig ste A ufgabe b e ste h t w ohl d a rin, ein s o z ia le s In te r e s s e an d e r U n fallv erh ü tu n g zu w ecken. D ie se s I n te r e s s e kann fin a n z ie lle, w irts c h a ftlic h e, s o z ia le und so z io lo g isc h e G rundlagen hab en. A lle n fa lls m uß d e r A r b e ite r ein w irts c h a ftlic h e s und s o z ia le s In te r e s s e hab en, kein en U nfall zu e rle id e n. E r m uß a b e r auch fin a n z ie ll b e r e it und in d e r L age se in, w irts c h a ftlic h e A ufw endungen fü r die U n fallv erh ü tu n g zu m ach en. E s i s t b e r e its in ein em R e fe ra t b ei d e r C h a ra k te ris tik d e r A lte rs s tu fe n zum A u sd ru ck g ek o m m en, daß bei v ie le n A rb e ite rn g e ra d e in den le tz te n A lte r s - o d e r D ie n s tja h re n ein b e s o n d e re s L e i stungsstreben e in s e tz t. W ir h ab en a lso am B eginn d e r B e ru fs laufbahn b is zu ein e m g e w isse n L e b e n s a lte r ein L e is tu n g s s tre b e n, das dann in ein S ic h e rh e its s tre b e n, doch gegen E nde d e r B e ru fs tä tig k e it w ie d e r in ein L e is tu n g s s tre b e n ü b e rg e h t. E s sind d ie s die le tz te n J a h r e v o r d e r R en te, d ie sic h im ü b rig e n s ta tis tis c h n icht s e h r s ta rk a u sd rü c k e n. D ie se s L e is tu n g s s tre b e n i s t eine bekannte E rsc h e in u n g, z. B. auch in P a c h tb e trie b e n d e r L a n d w irtsc h a ft. W enn d e r P ä c h te r w eiß, daß se in e P a c h t in einigen J a h re n ab läu ft, dann b au t e r noch 190

3 jen e F rü c h te an, die ihm den h ö c h ste n E r tr a g und G ewinn abw erfen, ohne R ü c k sic h t auf so n stig e Ü b erlegungen. G enauso is t e s b eim A r b e ite r. W enn e r w eiß, daß e r n u r noch ein ig e J a h re zu a rb e ite n h at, w ird e r v e rs u c h e n, se in e A rb e its k ra ft noch so zum E in s a tz zu b r in gen, daß ein m ö g lic h st h o h e r G ew inn au s s e in e r w irtsc h a ftlic h e n T ä tig k e it h e ra u sk o m m t, w obei d e r e v e n tu e ll e in tre te n d e U nfall a ls R i siko e in k a lk u lie rt is t. Die persönliche A usrüstung, die A nschaffung d e r z u r D u rc h fü hrung d e r A rb e it notw endigen a rb e its te c h n is c h e n M itte l s e tz t ein b e s tim m te s s o z ia le s E m pfin d en v o ra u s. B e is p ie ls w e is e m uß d e r A rb e i te r in d e r L ag e und auch w illen s se in, sich eine o rd e n tlic h e B e ru fs kleidung und -a u s rü s tu n g zu kau fen, E r m uß sic h d ie s e D inge a b e r auch le is te n können. W enn die so z ia le n V o ra u sse tz u n g e n e rfü llt sin d, w e rd e n die technischen Problem e in den V o rd e rg ru n d tre te n. D am it w ird la n g sa m ein e S te ig e ru n g d es so z ia le n I n te r e s s e s an d e r A rb e it e in se tz e n. In d e r L and- und F o r s tw ir ts c h a f t is t ein E r s a tz o d e r ein e E rg ä n z u n g d e r H a n d a rb e it d u rch M asch in en im G ange. In d e r L a n d w irtsc h a ft is t d ie s e r V organg schon s e h r w eit fo rtg e s c h ritte n, in d e r F o rs tw irts c h a ft v o llz ie h t sic h d ie se U m stellu n g eben je tz t. E in ty p is c h e s B e is p ie l h ie - fü r is t die M o to rsä g e, die im P r in z ip e ig e n tlic h am A rb e its a b la u f nich t a llz u v ie l g e ä n d e rt h a t. E s b le ib e n w e ite rh in die T e ila rb e ite n F a l l k e r b - m a c h e n, d e r F ä lls c h n itt, d as D u rc h sc h n e id e n, d as A ste n usw. E s is t a lso die S c h lä g e ru n g sa rb e it n u r zu e in e r m e c h a n is ie rte n H a n d a rb e it g ew orden! E s h at sic h a ls o n ich t a llz u v ie l, v o r a lle m vom Standpunkt d e r S ic h e rh e it aus g eseh en, g e ä n d e rt. G rö ß e re V e rä n d e ru n g en w erd en e r s t d u rc h den E in sa tz von H o lz e rn te m a sch in e n u. dgl. e in tre te n. A b er da w e rd e n sic h auch neue P ro b le m e erg e b e n! In d e r L a n d w irtsc h a ft h a t m an b e is p ie ls w e is e a u to m a tisc h e G e tre id e re in ig u n g sm a sc h in e n e in g e s e tz t. D ie te c h n isc h m ö g lich e L eistu n g d e r M aschin e w urde a b e r in d e r P r a x is nie e r r e ic h t, au s dem ein fach en G rund, w eil sie h ändisch b e s c h ic k t w erd en m ußte und k ein M ensch in d e r L ag e w a r, die M asch in e a u s re ic h e n d zu v e rs o rg e n. D azu h a t die m e n sc h lic h e A rb e its k ra ft n ic h t a u s g e re ic h t! Ä hnliche P ro b le m e d ü rften sic h ja auf dem fo rs tlic h e n S e k to r b eim E in s a tz von tr a n s p o r ta b len, h ä n d isc h zu b e schick en d en E n trin d u n g sm a sc h in e n e n tlang von W alds tra ß e n e rg e b e n. M eines E ra c h te n s h ö rt d e r te c h n isc h e U n fallsch u tz e r s t dann auf, wenn die Ü b e rg a n g sstu fe von d e r H a n d a rb e it z u r V o llm e c h a n is ie ru n g überw unden is t. E r s t w enn die te c h n isc h e n P ro b le m e ganz und g a r g e lö st sin d, w erd en die A rb e its te c h n ik und die A r b e its g e sta ltu n g m e h r in den V o rd e rg ru n d tr e te n. E s w ird dann die A n p a s sung d e r T echnik an den M enschen o d e r die A n p assu n g des M enschen an die M aschin e e rfo lg e n m ü s s e n. A ls B e is p ie l m ö ch te ich die A u s sta ttu n g v e rs c h ie d e n e r M aschin en m it e in e r U nzahl von B ed ien u n g sh e 191

4 b eln an fü h ren. W ie s o ll e in A rb e ite r, d e r den ganzen T ag ü b e r die M aschin e b ed ien t und d ab ei noch e in e r b e trä c h tlic h e n L ä rm - und H itzeen tw ick lu n g a u s g e s e tz t is t, sic h auf ein e o rd n u n g sg em äß e und s ic h e r e B edienung k o n z e n trie re n können. D ies m uß doch zw angsläufig zu e in e r p sy c h isc h e n Ü b e rb e la stu n g d es M enschen fü h ren. D a h e r is t h e u te a llg e m e in d e r T re n d zu e in e r w eitg ehenden V e rm in d e ru n g d e r A n z a h l d e r B ed ien u n g sh eb el b is z u r Z u sa m m e n fa ssu n g in e in e r E in h e b e l bed ien u n g fe s tz u s te lle n. I n te r e s s a n t is t die E rk e n n tn is, daß ein M en sch, dem m an d u rc h i r gendw elche V o rk eh ru n g en die A rb e it e r le ic h te r t, so fo rt w ie d e r v e r su c h t, se in e v o lle p sy c h isc h e L e istu n g sfä h ig k e it zum E in s a tz zu b r in gen. M an konnte z. B. in d e r L a n d w irtsc h a ft die B eobachtung m a c h e n, daß in den re in e n G rü n la n d g e b ie te n, wo ein e w eitgehende A rb e its in te n s iv ie ru n g n ich t m ö g lich is t, d u rc h die M e c h a n isie ru n g e in z e ln e r A r b e itsv o rg ä n g e e in R ückgang d e r U nfälle zu v e rz e ic h n e n w a r. A n d e rs w a r d ie s in den A c k e rb a u g e b ie te n. D o rt h a t m an z u e rs t d u rc h die M e c h a n is ie ru n g A rb e its k rä fte e in g e s p a rt, w obei die L e istu n g g le ic h g e b lie b e n is t. In e in e r zw eiten Stufe h a t m a n dann die B e trie b e b is z u r m ö g lich en G ren ze in te n s iv ie rt. D ies h a t s ic h dann n a c h te ilig auf die U n falls zah len a u sg e w irk t. W enn m an ein em A r b e ite r die M ö g lich k eit b ie te t, eine g rö ß e re L e i stu n g zu v o llb rin g e n, so w ird e r d ie se au ch zu e r r e ic h e n su c h e n, oft au ch ohne R ü ck sich tn ah m e auf se in e G esu n d h eit und die G e fa h r, ein en U nfall dabei zu e rle id e n. E r h a t eben d as I n te r e s s e, d u rc h d ie h ö h e r e L e istu n g ein en g rö ß e re n V e rd ie n st zu e r r e ic h e n. D e r n o rm a le F o rstu n fall etw a 95 % a l l e r U nfälle g e h ö re n h ie z u is t in d e r R eg el a ls le ic h te r U nfall zu b e z e ic h n e n. In se in e n A u s w irk u n g en h a t e r ein en K ra n k e n sta n d von m a x im a l 3 W ochen D au er z u r F o lg e. F ü r d ie s e Z e it w ird auch n o rm a le rw e is e die L o h n fo rtz a h lung g e w ä h rt, so daß a ls o d e r b e tro ffe n e A r b e ite r d u rc h ein en so lch en U n fall kein e w irts c h a ftlic h e E inbuße e r le id e t. A n d e rs sin d n a tü rlic h d ie A u sw irk u n g en f ü r den B e trie b d u rc h den v e ru rs a c h te n A r b e its a u s fa ll m it sein e n b e trie b s w irts c h a ftlic h e n und fin a n z ie lle n F o lg e n. Die r e s tlic h e n 5 % d e r F o rs tu n fä lle sin d s c h w e r e r e r A rt und h ab en m e is t au ch ein e U n fa llsb e re n tu n g z u r F o lg e. D ie se w irk en sic h fü r den A r b e ite r d a h e r auch w irts c h a ftlic h a u s. E s w u rd e f e s tg e s te llt, daß u n te r s c h w ie rig e re n A rb eitsb ed in g u n gen, z.b. b ei d e r W in d w u rfaufarb eitu n g, auch v o rs ic h tig e r g e a r b e i te t w ird, w eil m an h ie r d a s U n fa lls ris ik o v ie l m e h r b e a c h te t. E s is t d ie s äh n lich w ie im S tra ß e n v e rk e h r, wo auf sc h m a le n, k u rv e n re ic h e n G e b irg s s tra ß e n v ie l w e n ig e r U nfälle g e sc h e h e n a ls auf neu a u s g e b a u te n und b e g ra d ig te n S tra ß e n! 192

5 D ie U n fa llsw a h rsc h e in lic h k e it kann m an s ta tis tis c h v o ra u s b e re c h n e n, wann ein U nfall a lle rd in g s g e s c h ie h t, is t n ic h t v o ra u s z u s e h e n und auch n icht b e re c h e n b a r! D ie w irts c h a ftlic h e n F a k to re n können w ir s e h r gut in die U n fa llv e rh ü tu n g sb e stre b u n g e n ein b auen. E s m ü ß te auch ohnew eite r s m ö g lic h se in, m e h r m it d em w irts c h a ftlic h e n a ls m it dem e th i sch en M om ent zu a rb e ite n, denn d e r M en sch w ill ja vom U nfall n ic h ts w is s e n! Nun m ö ch te ich noch auf d as P ro b le m d e r psychologischen Unfallverhütung zu sp re c h e n k o m m en. D am it i s t b e s o n d e rs in le tz te r Z e it s e h r v ie l Unfug g e trie b e n w o rd en, ohne daß d ie s zu ein em Z ie l g e fü h rt h ä tte. In d e r I n d u s trie, b e s o n d e rs b e i d e r F lie ß b a n d a r b e it, h a t sic h d as V o rh a n d e n se in e in e r M o n tag s- und F r e ita g s s p itz e in d e r U n fa llsh ä u fig k e it b e s tä tig t. D ies h at sein e G ründe in d e r E ig e n h e it des h eu tig e n in d u s trie lle n A rb e its a b la u fe s, wo au f e in e gute o d e r sc h le c h te s e e lis c h e o d e r k ö rp e rlic h e V e rfa ssu n g ü b e rh a u p t k ein e R ü ck sic h g enom m en w erd en kann. E s w ird d o rt zu je d e r Z e it ein e n ach R E F A -M eth o d en e r m itte lte d u rc h s c h n ittlic h e A r b e its le is tu n g in v o lle r G le ic h fö rm ig k e it v e rla n g t. F ü r die L and- und F o r s tw ir ts c h a f t tr if f t d ie s d e r z e it noch n ic h t zu. H ie r kann d e r A r b e ite r au ch w e ite rh in noch se in A rb e its te m p o w eitg eh en d s e lb s t b e s tim m e n, w obei e r s ic h e r oft auch den W illen z u r H ö c h stle istu n g h a t. E r w ird se in e A rb e its le is tu n g w eitg eh en d m it s e in e r p e rs ö n lic h e n L e istu n g sfä h ig k e it in E in k lan g b r in gen. D ies s tim m t fü r die H a n d a rb e it auch w eitg ehend m it d e r h ie r b e r e its g e ä u ß e rte n A n sich t ü b e re in, daß d e r F o r s t a r b e i t e r im m e r ein ihm g en e h m e s A rb e its te m p o e in s c h lä g t. D as is t e in e A u ssa g e, m it d e r w ir re c h n e n m ü sse n. E s kann a b e r auch zu F e h ls c h lü s s e n kom m en. B e is p ie ls w e is e t r i t t in d e r L a n d w irtsc h a ft z u r E r n te z e it im H o c h so m m e r ein e U n fa llsp itz e e t wa z w isch en 14 und 15 U hr auf. D ies w ürde auch m it den p sy c h o lo g i sch en U n te rs u c h u n g s e rg e b n is s e n d e r In d u s trie ü b e re in s tim m e n. W enn m an a lle rd in g s die la n d w irts c h a ftlic h e U n fa llsp itz e g e n a u e r a n a ly s ie rt, k om m t m an zu dem S chluß, daß e s sic h d ab ei fa s t a u s s c h lie ß lic h um U nfälle im Z u sam m enhang m it dem M ä h d re s c h e re in s a tz h a n d e lt. N ur is t die S ach lag e so, daß d e r M ä h d re s c h e re in s a tz in den h eiß en N a c h m itta g s s tu n d e n a rb e its te c h n is c h am g ü n stig ste n is t, w eil sic h da d as G e tre id e am le ic h te s te n sc h n e id e n lä ß t! A lso fin d en am V o rm itta g und ab en d s v ie l w e n ig e r E in s ä tz e d ie s e r M asch in e s ta tt und d a h e r g ibt e s auch in d ie se n Z e ite n w e n ig e r U nfälle! Ä hnlich is t e s b ei d e r A n a ly se d e r S tu rz - und F a llu n fä lle in d e r L a n d w irts c h a ft, wo frü h und ab en d s ein e a b so lu te H äufung fe s tz u s te lle n is t. D e r G rund lie g t ganz ein fach d a rin, daß eben die S ta lla rb e it h a u p tsä c h lic h zu d ie se n T a g e s z e ite n s ta ttfin d e t! D iese U n fälle w e rd e n a ls o k e in e sw e g s d u rc h eine b e s o n d e rs g ro ß e p sy c h isc h e B e la stu n g, so n d e rn ein fach d u rc h die A r b e its d u rc h fü h ru n g h e rv o rg e ru fe n. S c h ließ lich is t ja ein je d e r U nfall 193

6 irg en d w ie ein g e tre u e s A bbild d e r je w e ils g e tä tig te n A rb e ite n! D iese F a k to re n m ü s s e n eben auch b e rü c k s ic h tig t w erd en! Und nun w ie d e r z u rü c k z u r F o r s tw ir ts c h a f t! E s w u rd e h ie r d e s ö fte re n auf die G e fä h rlic h k e it d e r F ä lla r b e it h in g e w ie se n. S ic h e r w ird die F ä llu n g n a tü rlic h ein e a n d e re U n fa lls c h a ra k te ris tik haben a ls b e is p ie ls w eise d as R ücken o d e r V erlad en d es H o lz e s. W ir w isse n a b e r von den U n fa lls c h a ra k te ris tik e n d e r ein z e ln e n T ä tig k e ite n v ie l zu w enig. Man m ü ß te d ie se D inge au f G rund d e r A n a ly se d e r A rb e its a b lä u fe n ä h e r u n te rsu c h e n. E r s t dann w erd en w ir die re in e n und w a h re n p sy c h o lo g isc h e n U n fa llsu rsa c h e n h e ra u sfin d e n können. O bw ohl w ir auf dem Standpunkt ste h e n, daß sic h die U n fälle in den B e trie b e n v e r te ile n, w ird im m e r w ie d e r d a s V o rh a n d e n se in d e s "U n- f ä lle r s ", a lso e in e s M annes, d e r o ftm a ls U nfälle e r le id e t, a n g e n o m m en. D a rü b e r sin d sch o n v ie le U n te rsu c h u n g e n g e fü h rt w o rd e n. J e d e n fa lls is t die E x is te n z d es U n fä lle rs w e d e r s ta tis tis c h noch p sy c h o lo g isc h b e w e is b a r. E s h at sich v ie lm e h r g e z e ig t, daß n ach E n tfe rn u n g d e s v e rm e in tlic h e n U n fä lle rs aus dem B e trie b d e r n achfo lg ende E r satz m a n n e b e n fa lls w ie d e r U nfälle e r litte n h a t, a lso k ein e B e s s e ru n g e in g e tre te n is t. E s is t d esh alb e h e r anzunehm en, daß d ie b e tre ffe n d e A rb e it bzw. d e r A rb e its p la tz u n fa lls a n fä llig e r is t und n ic h t d e r M ensch! N a tü rlic h kann die U rsa c h e auch d a rin lie g e n, daß ein A r b e ite r m it d e r Z e it fü r ein e b e s tim m te T ä tig k e it n ic h t m e h r g e e ig n e t is t und d a h e r an ein en a n d e re n A rb e its p la tz ü b e r s te llt w erd en m uß. E s kann a l so auch ein A u sta u sc h d e r A rb e its k rä fte ein e L ösu n g d e s P ro b le m s d e r U n fä lle r b rin g e n. A n d e re rs e its konnte a b e r auch die F e s ts te llu n g g e m ach t w e rd e n, daß sic h u n te r den so g en an n ten U n fä lle rn auch eine g ro ß e A n zah l K r ie g s v e r le tz te r befunden h a t, die eben e in fa c h k rä fte - o d e r v e rle tz u n g s m ä ß ig n ic h t in d e r L ag e w a re n, ein e b e s tim m te A r b e it zu v e rric h te n. E s w a re n a b e r au ch L eu te d a ru n te r, d ie n ach e r litte n e n V e rle tz u n g e n v ie l zu frü h w ie d e r zu a rb e ite n begonnen hab en. Sie w a re n b e h in d e rt, konnten d ad u rch g e w isse n G efah ren - obw ohl sie d ie s e e rk a n n te n re a k tio n sm ä ß ig n ic h t m e h r a u sw eich en und schon w a r d e r U nfall g e sc h e h e n! Oft w a r a b e r ein V o ra u sse h e n s o lc h e r U n fä lle g a r n ich t m ö g lic h, da die V o ra u sse tz u n g e n a n d e re w a re n. Und nun zu e in e m w e ite re n w ichtig en p sy ch o lo g isc h e n P ro b le m, dem d e r persönlichen V erfassung. M an m iß t oft d e r je w e ilig e n T a g e s v e rfa s s u n g f ü r d as U n fa llsg e sc h e h e n s e h r g ro ß e B edeutung zu. Auf G rund e in e r F ra g e b o g e n a k tio n könnte m an h ie r ü b e r s ic h e r ein ig e A n h a ltsp u n k te b ek o m m en. A b e r w ie so ll m an die je w e ils am T a g e s b e ginn v o rh andenen p e rs ö n lic h e n S c h w ie rig k e ite n d e r e in z e ln e n L e u te b ei d e r A rb e its e in te ilu n g b e rü c k s ic h tig e n? D azu käm e dann noch die B e ach tu n g d e r in d iv id u e ll ganz v e rs c h ie d e n e n W e tte ra n fä llig k e it d e r e in zeln en L eu te! 194

7 Ich g la u b e, d a s sin d w is s e n s c h a ftlic h v ie lle ic h t s e h r in te r e s s a n te D in g e, m it denen w ir in d e r P r a x is a b e r s e h r w enig anfangen können. W as uns h e u te a ls Psychologie an g eb o ten w ird, i s t m e is te n s n ic h ts a n d e re s a ls W erb ep sy ch o lo g ie. W e rb e p sy c h o lo g isch e E rfa h ru n g e n l a s se n sic h a b e r b e i d e r "W are U n fallv erh ü tu n g " sc h w e rlic h anw enden! K önnen w ir im Z e ita lte r d e r W e rb e ü b e rs ä ttig u n g m it d e r W erbung fü r d ie U n fallv erh ü tu n g ü b e rh a u p t k o n k u rrie re n? A uch w ir la s s e n P la k a te d ru c k e n. E s is t n u r die F r a g e, ob sic h jem and p e rs ö n lic h davon a n g e s p ro c h e n fü h lt und ob ein e p sy c h o lo g isc h e W irk u n g davon a u sg e h t. E s is t b e k a n n t, daß v iele F ir m e n M e in u n g sfo rsc h e r usw. b e sc h ä ftig e n, a b e r ein g ro ß e r T e il d e r W erbung w ird im m e r noch auf e in e r p e rs ö n lic h e n E m p fehlu n g b e ru h e n. D ie persönliche Empfehlung is t auch ein W eg, d e r fü r die U n fallv erh ü tu n g g a n g b a r is t. N u r glaube ich, m uß m an h ie r etw as w e ite r in d ie P sy c h e d es lä n d lic h e n M en sch en - auch d e r F o r s ta r b e ite r g e h ö rt h ie r z u - ein g eh en. Ich m ö ch te d ie s am B e is p ie l d es S chutzh elm s e r lä u te r n. W aru m w ird w ohl d e r S chutzhelm b e i d e r W a ld a rb e it n ich t g e tra g e n? D och h a u p tsä c h lic h d e sh a lb n ic h t, w eil e r noch a ls F re m d k ö rp e r im W alde g ilt! E r s t w enn sic h d e r H elm e in m a l e in g e b ü rg e rt h a t, w ird n ie m a n d m e h r etw as an ihm finden. Dann w ird v ie lle ic h t d e r S te ire rh u t a ls F r e m d k ö r p e r em pfunden w e rd e n! A ls B ew eis s e i d e r B e r g a r b e ite r a n g e fü h rt, d e r den H elm z w a r schon s e h r lange tr ä g t. A b e r zum B e rg m a n n g e h ö rt ein fach d e r H elm dazu! Ich g la u b e, daß h ie r auch s e h r v ie l v o lk sk u n d liche und b ra u c h tu m sm ä ß ig e G ew ohnheiten h e re in s p ie le n, m it denen w ir b e i d e r D u rc h se tz u n g b e s tim m te r D inge ein fach re c h n e n m ü s s e n. D ie A n p assu n g d es M en sch en b e n ö tig t eb en ein e b e s tim m te Z e it! Und nun z u r F r a g e d e r U n fa llsh ä u fig k e it im Z u sam m en h an g m it dem A lter. E s w ird im m e r w ie d e r angenom m en, daß d ie U n fa llsh ä u fig k e it m it zuneh m en d em A lte r e b e n fa lls zu n im m t. D ie se ste ig e n d e U n f a lls b e r e its c h a f t w ä re a b e r n u r dann g eg eb en, w enn m a n von ein em 7 5 -jä h rig e n die g leich e L e is tu n g v e rla n g e n w ü rd e w ie von ein e m 35- jä h rig e n. E rfa h ru n g s g e m ä ß w ird h eu te die g rö ß te L e istu n g von d e r A l te rs g ru p p e zw isch en 30 und 40 J a h re n e r b r a c h t und d o rt h äufen sic h au ch die U n fälle. S eit dem J a h r 1964 is t ab d em 39. L e b e n s ja h r ein A b sin k en d e r ab so lu te n U n fa llsz a h l fe s tz u s te lle n. D ie frü h e r v o rh a n d e ne zw eite U n fa llssp itz e in d e r A lte rs g ru p p e zw isc h e n 50 und 60 J a h re n is t h e u te n ich t m e h r v o rh a n d e n. D e r G rund h ie fü r d ü rfte in d e r M ö g lich k eit d e r F rü h re n te n zu su ch en sein. E s i s t s c h w e r, die so z ia le n G ründe d e r U nfälle von den w ir ts c h a f tlich en zu tre n n e n. A uf d em G ebiet d e r F o r s ta r b e ite r a u s b ild u n g is t s i c h e r sc h o n v ie l g esch eh en. V iele L eu te w u rd en g e s c h u lt. W enn w ir uns a b e r d ie U nfälle n ä h e r a n se h e n, m ü s s e n w ir u n s d ie F r a g e s te lle n, wo sin d d ie a u sg e b ild e te n L e u te h in g ek o m m en. N un, d e r M ensch s tr e b t n ic h t n u r n ach ein em h ö h e re n L ohn, so n d e rn au ch n a c h e in e r g e w is 195

8 se n B e q u e m lic h k e it und nach ein em g e w isse n S o z ia lp re s tig e. W enn h e u te je m a n d ein en K u rs b e su c h t, dann h eb t e r sic h b e r e its au s d e r M a s se h e ra u s. E r fü h lt sic h a ls etw as B e s s e r e s, a lle rd in g s n u r im U n te rb e w u ß tse in. Und w enn w ir noch so v ie le L eu te a u sb ild e n, dann w e r den uns d ie se L eu te frü h e r o d e r s p ä te r v e r lo r e n gehen. N u r w enn es uns g elin g t, das a llg e m e in e N iveau an zu h eb en, dann w e rd e n w ir d ie s e r E rsc h e in u n g in irg e n d e in e r F o rm beg eg n en können. In d e r ö s te r r e ic h is c h e n F o r s tw ir ts c h a f t b e tr ä g t die U n fa lls w a h rs c h e in lic h k e it im M itte l 0,2 %, d.h. daß je d e r F o r s ta r b e ite r a lle 5 J a h re ein en U nfall e r le id e t. D ie se A ngaben b e z ie h e n sic h auf die re in e n F o r s t a r b e ite r ; b ei S ägew erk en o d e r U n te rn e h m e rn b e sc h ä ftig te W a ld a rb e ite r sin d d ab ei n ic h t b e rü c k s ic h tig t. In d e r B e trie b s k a lk u la tio n m ü ß ten le tz ten E n d es auch die U nfälle B e rü c k sic h tig u n g finden, v o r a lle m die z a h l r e ic h e r e n le ic h te n und m ittle re n U n fälle. D e r A rb e ite rs ta n d m ü ß te d a h e r, um den A u sfa ll d u rc h U nfälle a u s zu sc h a lte n, um ein D ritte l b is ein F ü n fte l h ö h e r lie g e n a ls e r fü r den n o rm a le n B e trie b notw endig w ä re. D a ra u s kann m an e rm e s s e n, in w elch em A u sm aß U nfälle die B e trie b e w irts c h a ftlic h b e la s te n können! E s is t u n te r d ie se m G e s ic h ts punkt w irk lic h zu ü b e rle g e n, ob m an n ic h t m e h r auf dem G eb iet d e r U n fallv erh ü tu n g tun m ü ß te. Und tro tz d e m h ö r t m an im m e r w ie d e r den V o rw u rf, daß die A ufw endungen fü r die U n fallv erh ü tu n g zu hoch w ä re n. W enn m an a b e r die au fg e z e ig ten R e la tio n e n m ite in a n d e r v e rg le ic h t, m uß m an a n d e r e r A n sic h t se in. Ich b in d e r M einung, daß d a s, w as in v ie le n F ä lle n a ls U n fallv erh ü tu n g b e z e ic h n e t w ird, e ig e n tlic h eine R isk e n v e rm in d e ru n g is t, w eil w ir ja g e w isse G efah ren a u s s c h a lte n w olle n. E in e U n fallv erh ü tu n g kann m e in e s E ra c h te n s n u r d a rin b e ste h e n, daß e s u n s g e lin g t, die K en n ziffern d e r U n fa llsw a h rsc h e in lic h k e it b ei den A rb e ite n h e ra b z u d rü c k e n, a lso ein e G e sa m tb e a rb e itu n g des P r o b le m s von d e r T ä tig k e it und n ich t von d e r ein z e ln e n U n fa lls u rs a c h e h e r d u rc h z u fü h re n. E s w urde h ie r im m e r ü b e r die U n b ra u c h b a rk e it d e r v o rh an d en en S ta tis tik g ek lag t. Ich fin d e, w ir können d ie s e S ta tis tik re c h t gut g e b ra u c h e n. W ir haben uns m it ih r abgefunden und u n s e re T ä tig k e it auch d ahingehend a u s g e ric h te t! Diskus sion REISSINGER: A ls m an noch m it d e r Z u g säg e a r b e ite te, gab e s ein e g anze R eihe s c h w e r s te r, s o g a r tö d lic h e r U n fälle, die d ad u rc h e n tsta n d e n sin d, daß d e r M ann zu lange a m S tam m g e b lie b e n is t, w enn d ie s e r b e r e its im F a lle n w a r. E r h a t n ä m lic h so lan g e z u g e w a rte t, b is e r d ie " w e rtv o l le " Z u g säg e au s d e r S chnittfuge ü b e r die K eile hinw eg h e ra u s z ie h e n konnte. D ad u rch w a r e s dann häu fig fü r den A r b e ite r zu s p ä t, a u s dem G e fa h re n b e re ic h zu k o m m en. N ach d e r E in fü h ru n g e in e r Säge m it m in d e s te n s ein e m s o fo rt ^abnehm baren G riff i s t die U n fa llsz a h l r a s c h g e- 196

9 fa lle n. D ies is t ein g u te r V e rg le ic h zu d e r F r a g e, w a ru m d ie W alda r b e ite r in Ö s te rre ic h b is h e r den S ch u tzh elm n ic h t a k z e p tie rte n. E s i s t im g ro ß e n M aß ein p sy c h o lo g isc h e s P ro b le m. D ie se m kann m an n u r m it eb e n so lc h e n M itteln b egegnen! M an m uß sag en : D e r au ffallen d gelb g e fä rb te S ch u tzh elm k e n n z e ic h n et den F a c h a r b e ite r und u n te r s c h e i d et ihn d a d u rc h von so n stig e n A rb e ite rn o d e r B a u e rn im W ald. STÖCKL: B ei den Ö s te rre ic h is c h e n B u n d e sfo rste n e rfo lg t sch o n s e it v ie le n J a h re n n eb en den v o rg e s c h rie b e n e n U n fallsm eld u n g en e in e w eit p r ä z is e r e E rh e b u n g a l l e r U nfälle. B ei ein em Stand von ru n d 6000 g a n z jä h rig b e s c h ä ftig te n F o r s ta r b e ite r n gab e s etw a 2 im M ax im u m 5 - tö d liche U nfälle p ro J a h r. Im D u rc h sc h n itt b e tru g die A rb e itsu n fä h ig k e it 8 14 T a g e. B ei den tö d lich en U nfällen stan d en an e r s t e r S te lle die U n fä lle b e im L ie fe rn, in s b e s o n d e re auf L o iten und R ie s e n, dann U nfälle, d ie sic h b ei d e r H o lz sc h lä g e ru n g am S teilh ang e re ig n e te n, indem ein B aum n a c h dem A b sch n eid en vom Stock ein en ta lw ä r ts steh en d en A r b e ite r e rd rü c k te. An d r i t t e r S te lle stan d en sc h lie ß lic h die U nfälle am W eg von und z u r A r b e its s te lle, w obei e r s t e r e in d e r M e h rz a h l w aren. M e h re re tö d lich e U nfälle w a re n auch b e i d e r B ed ien u n g von M a sc h i nen d u rc h N ic h ta u sg e b ild e te zu v e rz e ic h n e n. A us d ie s e n G ründen w u r de au ch b ei den B u n d e sfo rste n folgende R eg elu n g g e tro ffe n : E in A rb e i t e r b e k o m m t fü r den A nkauf e in e r M o to rsä g e e in e n z in se n lo se n, in k le in e n B e trä g e n rü c k z a h lb a re n V o rsch u ß in d e r H öhe von 2 /3 des A n s c h a ffu n g s p re is e s n u r dann, w enn e r an e in e r A u sb ild u n g sstä tte ein e e n ts p re c h e n d e A u sbildung d u rc h g e m a c h t h a t. D ie se M aßnahm e tru g ganz w e se n tlic h zu e in e r Senkung d e r U n fa llsz a h l au f d ie s e m S ek to r b e i. 197

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