5vor acht. Freie Waldorfschule Soest. und mittags geht s weiter! Von der Warteklasse zur Offenen Ganztagsgrundschule

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1 Zum Mitnehmen 5vor acht und mittags geht s weiter! Von der Warteklasse zur Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS) Manege frei! Ein Jahr Zirkus Kalimba ein Jahr Elternmitarbeit Was lieben Sie an Eurythmie? Ein Interview mit Frau Heesook Oh Es geht auch anders! Sheabutter aus Burkina Faso Wir sind ein Stück vom Ganzen Der Bund der Freien Waldorfschulen 2012 Freie Waldorfschule Soest

2 Inhalt Editorial Editorial 3 Ein vielfältiger Lebensraum Rundgang über das Schulgelände 4 Mit allen Sinnen Projekttage der ersten und zweiten Klasse 5 An die Werkbank! Nistkästenbau in der Schulstube 6... und mittags geht s weiter Von der Warteklasse zur Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS) 7 Und wer lehrt die Lehrer? Mentorenschulung in der Praxis auch in Soest 8 Russisch Tor zu einer fremden Welt Die russische Sprache entdecken 10 Verstehen Sie Russisch? Kleine Einführung in das kyrillische Alphabet 11 Ümüt-Nadjeschda Ein kirgisisches Projekt 12 Typisch Waldorf Formenzeichnen 13 Manege frei! Ein Jahr Zirkus Kalimba ein Jahr Elternmitarbeit 14 Umsonst ist nichts! Elternbeiträge an der Waldorfschule 17 Paddeln statt pauken Klassenfahrt der 8. Klasse 18 Puk & Co Ein Sommernachtstraum 19 Mit Bleistift und Computer Praktikum in einer Designagentur 20 Echt russisch Russisches Fest mit Kultur A-Z 21 Was lieben Sie an Eurythmie? Interview mit Frau Oh 22 Kino statt Unterricht Taste the Waste in Klasse Es geht auch anders! Sheabutter aus Burkina Faso 27 Was macht das Ohr auf dem Küchentisch? Ein Jahr Hausunterricht in Horn 29 Wo ist denn die 11. Klasse? Von der Frauenkirche zum Hradschin, von der Elbe zur Moldau 30 Wir sind ein Stück vom Ganzen Der Bund der Freien Waldorfschulen und seine Organe 32 Wir verabschieden unsere Großen Abschlussfeier der 11. Klasse 34 Redaktionsteam: v.l. Christa Leßmann-Fischer Claudia Schenkel, Peter Kesting, Angelika Rode. Liebe Leserinnen und Leser, beflügelt vom großen Zuspruch für die erste Ausgabe unserer Schulzeitung 5 vor acht, machten wir uns gleich an die Erarbeitung des zweiten Heftes. Nun halten Sie es in Händen! Längst nicht alles, was uns im vergangenen Schuljahr bewegte, konnte Eingang finden in diese Zeitung, und doch ist ein buntes Mosaik entstanden, das die vielfältigen Erfahrungen, Gefühle und Aktivitäten der kleinen und großen Menschen spiegelt, die täglich ab 5 vor acht unsere Schule mit Leben erfüllen. Viele haben mitgewirkt an diesem Mosaik: Unser Hausmeister führt Sie über das einzigartige Schulgelände; Lehrer und Lehrerinnen verraten, was sie an ihrem Fach lieben oder welche Vorzüge eine Mentorenschulung hat; die Sozialpädagogin informiert über den Ausbau unserer Schulstube zur Offenen Ganztagsgrundschule; Eltern, Schülerinnen und Schüler berichten über Projekte und Praktika, erzählen von Zirkuserlebnissen und Klassenfahrten. Auch wer etwas über die Organisation der Freien Waldorfschulen oder über internationale Projekte erfahren möchte, wird fündig. Tauchen Sie ein in das bunte Leben unserer Schule, lassen Sie sich zum Träumen verführen von den wunderbaren Fotos, die wir vor allem der Fotografin Charlotte Fischer, aber auch Angehörigen und Freunden der Schule verdanken! Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen Ihr Redaktionsteam Interessieren Sie sich für unsere Schule? Wenden Sie sich bitte an unser Schulbüro: Frau Krebs und das Kollegium beantworten gern Ihre Fragen. Freie Waldorfschule Soest e.v. Hugo Kükelhaus Schule Wisbyring Soest Telefon: Mail: Homepage 3

3 Ein vielfältiger Lebensraum Rundgang über das Schulgelände Mit allen Sinnen Projekttage der ersten und zweiten Klasse Wer zum ersten Mal die Waldorfschule besuchen möchte, könnte sich leicht verirren, weil vom Wisbyring aus zuerst drei Abzweigungen richtig genommen werden müssen, bis der Schulparkplatz erreicht wird. Von dort aus geht es zu Fuß über einen sandgedeckten Weg zwischen dem Kindergarten zur Linken und dem Werkhaus zur Rechten hindurch an einer Trockenmauer entlang auf geschwungener Linie in das eigentliche Schulgelände hinein. Am Teichbiotop vorbei gleitet der Blick am grünen Klassenhaus entlang, wird kurz von der skurrilen Erscheinung des mächtigen Summsteins auf seinem kleinen Sockel abgelenkt und findet sich wieder an dem hoch aufragenden Rund des Altbausaales mit seinen schmalen hohen Fenstern. Im Weitergehen wechselt der Bodenbelag nun zu Teer, am Altbau vorbei, geradeaus auf die Turnhalle zu. Linker Hand liegt der Schulgarten mit kleinem Gewächshaus, rechts die gelbe Villa. Und dann macht der Weg eine Biegung nach rechts und man sieht, dass es nicht mehr weitergeht, weil der Ausgang am Ende durch ein Gittertor versperrt ist. Also umdrehen, zurück zum Altbau, Richtung Haupteingang da zeigt sich zwischen zwei bewachsenen Erdhügeln der Ausgang in Richtung Arnsberger Straße. Während dieser Durchquerung fielen vielleicht zuerst die unterschiedlichen Architekturen ins Auge: der Kindergarten eher rundlich-organisch, Werk- und Klassenhaus bewegt-kristallin, Altbau und Villa im repräsentativen Stil der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts, die Turnhalle funktional mit Tonnendach. Von ferne gesehen oder über Google Earth erscheint jedoch das Bild eines weiträumigen Parks mit der alles überragenden Pyramidenpappel am Altbau in der Mitte des Geländes. Erst bei genauerem Hinsehen erschließt sich die Vielfalt des gewachsenen Baumbestandes von Linde, Platane, Taxus, Kirsche, Birke, Nuss, Robinie, Kiefer u.s.w. und mannigfaltigem Strauchwuchs. Ein vielfältiger Lebensraum ist da entstanden mit Amseln, Rotkehlchen, Buchfinken, Blaumeisen, Tauben, Baumläufer, Grünspecht, Fasan und derzeit fünf Rabenkrähen, die uns die Saatkrähen fernhalten, dazu Eichhörnchen, Igel, Feldhase, Marder und bisweilen ein Habicht, der sich eine Taube holt. Ein reges Leben, das sich aber im Verborgenen hält, solange während des Schulbetriebs die Kinder mit ihrem betriebsamen Leben den Raum erfüllen. Sebastian Rothmayer, Hausmeister Mit allen Sinnen war das Motto der Projektwoche, die die erste und zweite Klasse in der letzten Schulwoche vor den Osterferien veranstalteten. Die beiden Klassenlehrerinnen, Frau Marschallek und Frau Gibas, hatten ein buntes und vielseitiges Programm vorbereitet, bei dem die Kinder einerseits abwechslungsreiche und ungewohnte Sinneseindrücke sammeln konnten, andererseits auch sehr viel Freude am gemeinsamen Tun hatten. Los ging es mit einem Mammutprojekt: Ein riesiger Filzteppich sollte unter Beteiligung aller Kinder entstehen! Hierzu mussten zuerst einmal säckeweise Filzreste gesichtet und farblich sortiert werden. Mit denen legte danach jedes Kind auf einer Platte ein eigenes frühlingshaftes Motiv, das dann gemeinsam mit Frau Marschallek und Frau Gibas auf die von den Lehrerinnen vorbereitete Filzwiese platziert wurde. So entstand eine immer bunter werdende Blumenwiese, die anschließend mit nackten Füßen, viel Spaß und Frau Wiemers tatkräftiger Unterstützung gefilzt wurde. Nach dem Filzen, Rollen und Walken wurde der Teppich zum Schleudern in die Waschmaschine gesteckt, was diese zwar an ihre Grenzen brachte, dem Teppich aber die nötige Dichte verlieh. Alle Beteiligten waren mächtig stolz, als die große, bunte Blumenwiese gemeinsam ausgebreitet wurde. Weitere Projekte waren das Anlegen eines Gartens und der Bau einer Stadt aus Ton, wobei ganz erstaunlich war, wie aus vielen Einzelteilen nämlich den Kunstwerken der Kinder ein großes Ganzes entstand, das mit vielen Details und Besonderheiten zum Staunen einlud. Als Vorbereitung auf die nahende Osterzeit banden die Kinder wunderschöne Osterkränze, die mit Blüten geschmückt wurden und in die selbst bemalte Eier gebettet wurden. Das besonders Positive war bei allen Projekten die gute Stimmung unter den Kindern und das freundliche Miteinander zwischen der ersten und zweiten Klasse, was natürlich nicht zuletzt auf die beiden engagierten Klassenlehrerinnen zurückzuführen ist. Am letzten Tag waren alle Eltern eingeladen, die tollen Ergebnisse der Projekttage zu bestaunen und gemeinsam mit ihren Kindern einen fröhlichen Schulausklang zu begehen. Wir hoffen auf eine Wiederholung im nächsten Jahr! Mara Petruschke-Jahn, Mutter aus der ersten Klasse 4 5

4 22 Jahre An die Werkbank! Der indische homöopathische Arzt (DHMS) Ravi Roy und die Heilpraktikerin und Homöopathin Carola Lage-Roy haben in über zwei Jahrzehnten zahlreiche Bücher, 20 Homöopathische Ratgeber und Nistkästenbau 14 Fachbücher über Homöopathie in der Schulstube und Chakrablüten Essenzen sowie die Zeitschrift SURYA für Homöopathie, Gesundheit und Heilen in ihrem Verlag sowie in anderen Verlagen herausgegeben. Beiden ist es ein Hauptanliegen, den Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, sie über das Thema Impfen aufzuklären sowie homöopathische Alternativen als Schutzmöglichkeit In aufzuzeigen. unserer Schulstube Sternschnuppe, die Schülerinnen Das Autorenehepaar und Schüler der 1. hat bis sich 4. Klasse komplett nach dem der Verbreitung ches hatten sie der schon Homöopathie in den Tagen zuvor verschrieben gelernt. Kindern einiges Interessantes erzählen, und so man- Unterricht und zu diesem besuchen Zweck können, den Verein fanden SURYA vor den e.v. gegründet. Zu guter Letzt Aktuell verschönerten findet am die Kinder eine die fertigen Kalender. Kästen noch Beide mit ihren sind selbst weltweit gestalteten, tätig und aus Veranstaltung, die 222 Werkwochen Jahre Homöopathie, statt. Dabei statt holten siehe Osterferien bieten in verschiedenen Ländern Vorträge und Seminare an. Ihre Bücher werden auch in sich anderen die Betreuerinnen Sprachen erfolgreich Unterstützung verkauft. vom Bad Sperrholz gefertigten Vögeln. Die hatten sie zuvor Sassendorfer Seniorenbüro. Dessen Leiter Helmut mit der Laubsäge ausgesägt und anschließend bemalt, unter Anleitung Essenzen, von Diplom-Sozialpädagogin die harmonisierend Josch 1997 half entdeckte den Kindern, Carola Nistkästen Lage-Roy zu bauen. die ersten Chakrablüten auf die Energiezentren (Chakren) von Menschen, Tieren und Pflanzen wirken. Die Essenzen werden in jahrelanger Forschung wie homöopathische Stefanie Weddeling Mittel und geprüft. den Waldorferzieherinnen Sie wirken über Mit die Chakren großem Eifer auf Körper, machten Geist sich 17 und Jungen Seele und erhöhen Svenja Lahni das Bewußtsein. und Stefanie Kwas, Carola den Lage-Roy Betreuerinnen hat Mädchen ihr Wissen daran, dazu die inzwischen Kästen zusammenzuzimmern. an rund 200 Therapeuten der Schulstube. in Deutschland, Alle waren sich Österreich, einig: Eine Schweiz rundum sowie Südamerika, Japan und Arabien weitergegeben. Seminare und Vorträge zu den Essenzen die 7 werden 9 Jährigen ganzjährig kein Problem, im deutschsprachigen steht doch die gelungene Raum Aktion! angeboten. Für Werkbank in der Schulstube jeden Tag zur Verfügung! Über Alle die Bücher, heimischen Zeitschriften Vögel konnte und Herr Essenzen Josch den können Foto: Sie Jutta im Niggemeier Buchhandel (Soester bzw. Anzeiger) in Apotheken, in unserem Online-Shop sowie von Montag bis Donnerstag von 8 Uhr bis 18 Uhr und Freitag von 8 Uhr bis 16 Uhr auch direkt im Lage & Roy Verlag in Hagen bei Murnau, Burgstraße 8 kaufen. Homöopathie Chakrablüten Essenzen Seminare Bücher Hilfe zur Selbsthilfe Verlag Hagen bei Murnau 20 Homöopathische Ratgeber SURYA - Zeitschrift für Homöopathie, Gesundheit und Heilen Homöopathie-Lehrgang als Selbststudium und mittags geht s weiter! Von der Warteklasse zur Offenen Ganztagsgrundschule (OGGS) Gegründet 1999 von der Waldorferzieherin Brigitte Rummel, startete die Warteklasse mit Kindern im Altbau der Soester Waldorfschule, mit viel Improvisationstalent und Unterstützung engagierter Eltern. Heute heißt die Betreuungseinrichtung Schulstube Sternschnuppe und ist in die freundlichen Räume im Werkhaus eingezogen. Die mittlerweile 52 Kinder werden von einer Sozialpädagogin und zwei Erzieherinnen begleitet, die zudem von einem jungen Mann im Bundesfreiwilligen Dienst unterstütz werden. Da die Nachfrage nach Betreuung im frühen Nachmittagsbereich ständig stieg, wurden alle Vorbereitungen getroffen, neben der Schulstube eine Offene Ganztagsgrundschule einzurichten. Dank gebührt hierfür der Arbeit von Sabine Jahn, Anke Schleyer und anderen! Jetzt, im Herbst 2012, ist die OGGS an unserer Waldorfschule Wirklichkeit geworden. Mit vielfältigen Angeboten in den Bereichen Gartenbau, Turnen, Filzen, Werken und vielem mehr, für die Kinder der Klassen 1 4. Die Betreuungszeit geht von 11:30 16:30 und ermöglicht es somit auch berufstätigen Eltern, ihre Kinder zur Waldorfschule zu schicken. Von der Schulstube aus besuchen die Kinder den Instrumentalunterricht, haben Zeit und Muße mit ihren Freunden zu spielen und auch klassenübergreifend Freundschaften zu knüpfen. Im Außengelände laden Wiesen und Hecken zu Spiel und Rückzug ein. In der Puppenecke wird gekocht und eine festliche Tafel gedeckt. An der Werkbank werden abenteuerliche Boote und Häuser gebaut. Am Tisch wird Wolle gewickelt, gewebt und gestrickt. Und bei Sorgen und Nöten haben die Betreuerinnen ein offenes Ohr, ein Pflaster oder eine Idee. Um 13:00 Uhr gibt es das gemeinsame Mittagessen: Wichtig sind uns ein gemeinsames Anfangen und Beenden der Mahlzeit, Tischkultur, Tischgespräche und ein gemeinsames Abräumen und Aufräumen. Nach dem Mittagessen beginnt die Zeit der Ruhe und der Hausaufgaben. Bei den Hausaufgaben werden die Kinder von BetreuerInnen unterstützt und zu selbständigem Arbeiten und Lernen angeleitet. Die Kinder unterstützen sich aber auch gegenseitig. Der Ablauf der OGGS ist geprägt durch einen wiederkehrenden Wochen- und Tagesrhythmus, Drinnen- und Draußen-Zeiten: wilde und ruhige Zeiten wechseln sich ab. Eine enge Zusammenarbeit mit den Klassenlehrerinnen und Lehrern sowie mit den Eltern ermöglicht einen ganzheitlichen Blick und somit eine optimale Förderung der Kinder. Mit der Erweiterung der Schulstube zur OGGS bietet die Freie Waldorfschule Soest Kindern und deren Eltern eine sichere, qualifizierte Betreuung bis 16:30 Uhr. Und ganz ohne Fahrdienste der Eltern können die Kinder sich mit Freunden treffen, zum Instrumentalunterricht gehen, am Zirkusprojekt und an all den OGGS-Projekten teilnehmen. Stefanie Weddeling Diplom Sozialpädagogin, Mitarbeiterin der OGGS Riegsee-Hagen Telefon

5 Und wer lehrt die Lehrer? Mentorenschulung in der Praxis Supervision der Supervisoren Viele Lehrer an Waldorfschulen stehen früher oder später vor der Aufgabe, jüngere Kollegen oder Quereinsteiger einzuarbeiten. Die Aufgabe, als Mentor aktiv zu werden, trifft die meisten Kollegen unvorbereitet. Die Mentorenschulung, über die Richard Landl berichtet, schafft die nötigen Voraussetzungen. Jeder, der schon einmal hospitiert hat, weiß, dass der Beobachter mehr wahrnimmt als der beobachtete Lehrer. Kommt man mit dem Lehrer hinterher ins Gespräch, steht man vor der schwierigen Frage, welche der gemachten Wahrnehmungen man anspricht: Was ist für den anderen wirklich wertvoll, was kann er annehmen, was kann eine echte Hilfe sein? Schnell wird der Mentor dazu verleitet, über die gesamte Vielfalt seiner Beobachtungen ins Gespräch zu kommen, ohne zu beachten, wie weit der andere folgen kann, aufnahmefähig und aufnahmebereit ist. Hier wird leicht ein»zuviel«zum Problem. Der Unterrichtende fühlt sich überschüttet und nimmt den Eindruck Auch Frau Gibas und Herr Kuhle ließen sich für die Mentorenschulung in Soest beim Unterricht über die Schulter schauen. mit, dass Vieles in seinem Unterricht nicht gelungen ist. Geht ein Kollege mit einem solchen Gefühl aus einer Hospitation, so wird er meist dazu nicht wieder bereit sein, sich von anderen Kollegen spiegeln zu lassen. Gerade für Neueinsteiger können dadurch große Chancen für die Zusammenarbeit und die Verbesserung von Unterricht vertan werden. Eine andere Versuchung ist, dem Anfänger die eigenen Methoden und didaktischen Überlegungen zum Maßstab zu setzen. Dabei wird schnell übersehen, dass ein anderer Lehrer auf andere Art und Weise seinen Weg zu einem guten und erfolgreichen Unterricht finden muss. Gerade beim Waldorflehrer, bei dem es besonders auf den Einsatz seiner Persönlichkeit ankommt, ist das Entwickeln einer individuellen Unterrichtsform unabdingbar. Das verlangt vom Mentor, dass er viel von seiner eigenen Art und seiner eigenen Erfahrung zurückstellt. Ein anderer kritischer Bereich ist der Umgang mit Ängsten, die bei Hospitationen auftreten, besonders dann, wenn noch nicht eine endgültige Einstellung erfolgte oder wenn Berichte von Kollegen über deren problematische Erfahrungen vorliegen. So hat der Mentor die wichtige Aufgabe, diese Ängste in einer entspannten Gesprächsatmosphäre abzubauen. Diese Beispiele machen deutlich, dass eine Mentorierung nur durch eine entsprechende Qualifizierung verantwortungsvoll zu leisten ist. Dafür wurde eine spezielle Fortbildung entwickelt, bei der von vornherein der Praxisbezug im Vordergrund steht. Ziel dieser seit 2004 bestehenden Fortbildung ist, in realen Beratungssituationen und auf der Grundlage des wahrgenommenen Unterrichts, neue Fähigkeiten auszubilden. Die Supervision läuft über eine Woche. Es werden Teams von vier Personen gebildet, in denen sich jeweils ein erfahrener Mentor befindet. Der Tagesablauf der Gruppen gestaltet sich folgendermaßen: Zunächst wohnt das Viererteam gemeinsam einem Hauptunterricht bei. Daran schließt sich ein Gespräch mit dem unterrichtenden Lehrer durch eine Person aus dem Team an, während die drei anderen den Verlauf beobachten. Im folgenden Schritt, an dem der unterrichtende Lehrer nicht mehr teilnimmt, wird die Arbeit des gesprächsführenden Mentors ausgewertet. Dabei wird insbesondere darauf geschaut, wie genau und umfangreich die Wahrnehmungen während des Unterrichtes waren, welche Schwerpunkte der Mentor als wesentlich für das Gespräch herausgegriffen hat und wie die gesamte Gesprächsführung war. Entscheidend ist am Ende, ob der Lehrer aus dem Gespräch für sich wertvolle Anregungen mitnehmen konnte. Mit einer entsprechenden Rückmeldung des Lehrers schließt das Gespräch ab. Besonderer Wert wird auch auf die Betrachtung der persönlichen Eigenarten des Mentors gelegt: Sind sie hilfreich oder hemmend? Voraussetzung dafür ist, dass eine vertrauliche Situation geschaffen wird. Deshalb führen die jeweiligen Teamleiter am ersten Tag selber ein Mentorierungsgespräch durch und lassen sich von den Kollegen spiegeln. Daran schließt sich ein Erfahrungsaustausch aller Mentorierungsteams an. Es folgt eine inhaltliche Arbeit, bei der unter anderem über die unterrichtlichen Wahrnehmungsfelder, die Gesprächsführung, unterschiedliche Mentorierungssituationen und weitere im Zusammenhang stehende Themen gearbeitet wird. Am letzten Tag besucht der Mentor nochmals alleine den Unterricht des von ihm vorher mentorierten Lehrers und führt unter vier Augen ein Nachgespräch. Dabei kann die gesamte Erfahrung aus dem Supervisionsgespräch mit den Kollegen einfließen, was eine Vertiefung des ersten Gespräches ermöglicht. Die Mentorenschulung wird in Nordrhein- Westfalen, Berlin und Hamburg jeweils einmal im Jahr angeboten. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen signalisierten eine große Zufriedenheit mit dieser an der Praxis orientierten Arbeit. Von Richard Landl, Erziehungskunst, Februar 2012 Zum Autor: Dr. Richard Landl, Mitglied des Vorstandes des Bundes der Freien Waldorfschulen, Dozent an der Alanus Hochschule, Leiter des Qualitätsverfahrens im Bund. Mentorenschulung auch in Soest! Als unsere Soester Waldorfschule gefragt wurde, ob sie sich für eine solche Mentorenschulung zur Verfügung stellen würde, war der Entschluss schnell gefasst. Diese sinnvolle Maßnahme wollten wir durch unsere Mitarbeit gern unterstützen. Wir sahen darin auch die doppelte Chance, zum einen als Lehrer von der professionellen Beobachtung unserer Stunden zu profitieren, zum anderen, uns als Schule zu präsentieren. Auch wenn es für die begutachteten Kollegen oft aufregend war die Rechnung ging auf. Das Kollegium erhielt viele wertvolle Anregungen, und die angehenden Mentoren und ihre Lehrer fühlten sich dank tatkräftiger Elternunterstützung an unserer Schule gut aufgehoben und versorgt. Wir können anderen Schulen daher nur empfehlen, sich als Schauplatz und Übungsmaterial für eine Mentorenschulung zur Verfügung zu stellen! Angelika Rode, Lehrerin 8 9

6 Russisch - Tor zu einer fremden Welt Verstehen Sie Russisch? Kleine Einführung in das kyrillische Alphabet Das Englische ist jedem von uns vertraut, es ist allgegenwärtig, und selbstverständlich muss man sich mit dieser Weltsprache beschäftigen. Mit dem Russischen tut sich daneben für unsere Schülerinnen und Schüler eine neue Welt auf, mit fremden Klängen, einem differenzierten Lautreichtum, der sich in einer eigenen Schrift niederschlägt, und mit vielfach ungewohnten, aber doch nicht gänzlich fremden Strukturen. Die jüngeren Kinder ahmen noch unbefangen und mühelos Lieder, Sprüche und Szenen nach. Später malen sie dann hingebungsvoll die fremden Buchstaben in ihre Hefte und freuen sich an der Geheimschrift. Die Älteren lernen sich tatsächlich zu verständigen und erleben bewusst die Sprachen im Vergleich, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Der Russischunterricht öffnet den Kindern das Tor zu einer in Westeuropa noch weitgehend unbekannten Kultur und dient so nicht zuletzt dem friedlichen und anregenden Miteinander der Völker in Europa. Unsere Russischlehrerin Larissa Danil hat sich für unsere Zeitung weitergehende Gedanken darüber gemacht, warum man Russisch lernen sollte: Die russische Sprache entdecken Russland ist ein wichtiger Wirtschaftspartner der Welt und ist auch als Reiseland sehr interessant. Haben Sie schon den Kreml und den Roten Platz besichtigt, die Städte des Goldenen Rings gesehen oder St. Petersburg, wo beinahe jedes Haus ein Museum ist? Faszinierend sind Väterchen Ural und der längste Fluss Europas, die Wolga, gewaltig sind Lena, Amur, Dnjepr, Ob und der wasserreichste Fluss der Erde, der Jenissej, das unendliche Sibirien und der tiefste See der Erde, der Baikal! Welches andere Land ist so groß und so vielfältig wie Russland? Man trifft immer häufiger Russisch sprechende Menschen in der ganzen Welt. Die Russen sind ein liebenswürdiges und gastfreundliches Volk. Sie werden noch offener und vertrauensvoller, wenn man ihnen in der Landessprache begegnet. Russisch als Schulfach ist kein pädagogisches Experiment, sondern kann in Deutschland auf eine längere Tradition zurückschauen. Russisch wurde vor allem deshalb als Fremdsprache in der Schule eingeführt, weil es sich um eine Weltsprache handelt. Deutschland ist ein nach allen Seiten offenes Land, und Weltsprachen sind für uns erforderlich, deswegen ist Russisch neben Englisch, Französisch und Spanisch unverzichtbar. Die slawische Sprachengruppe ist die größte in Europa, wobei Russisch die größte Einzelsprache ist: 150 Millionen Einwohner und 130 Nationalitäten in Russland sprechen Russisch. Dazu kommen noch die ehemaligen 15 Republiken, die jetzt unabhängige Staaten sind. In 22 autonomen Republiken ist Russisch eine der Amtssprachen. Das russische Volk hat in Vergangenheit und Gegenwart eine weltbedeutende Literatur hervorgebracht. Alexander Puschkin, Fjodor Dostojewskij, Leo Tolstoj und Anton Tschechow sind weit bekannte russische Schriftsteller, die zu den Größten ihrer Zunft gehören. Russisch ist eine klangvolle Sprache mit vielen Vokalen und raffinierten Konsonanten, die für eine deutsche Zunge keine allzu große Herausforderung beim Erlernen der fremden Laute darstellt. So ist der Russischunterricht für jeden motivierten Menschen geeignet. Außerdem kann man nie vorhersagen, wann man diese Sprachkenntnisse später im Leben einmal gebrauchen kann. Das Schulfach Russisch soll jedoch vor allem Freude bereiten und menschlich bereichern. Larissa Danil, Lehrerin Die griechischen Mönche Kyrill und Method entwickelten vor rund 1200 Jahren ein spezielles Alphabet für die russische Sprache, das Kyrillische. So fremd uns manche Buchstaben darin sind vieles kommt uns auch bekannt vor. Manche Wörter wie mama, kakao, tema, oder takt lassen sich sogar auf Anhieb richtig lesen. Und wer sich aus dem Geometrieunterricht an den griechischen Buchstaben (Pi) erinnert, der kann auch mit den russischen Wörtern papa und kompot etwas anfangen. Vielleicht können Sie jetzt schon lesen, dass ein ruhiger Ort in der Stadt mit Rasen, Bäumen und Wegen auch auf Russisch park heißt, und dass Sie in der apteka Medizin bekommen. Viele Wörter auf einem Blatt Papier sind ein tekst, und wenn Sie darin etwas markieren wollen, brauchen Sie einen tekstmarker. Nach dieser ersten Lektion haben Sie einen echten russischen Tee verdient natürlich aus dem samovar! Angelika Rode, Lehrerin für Deutsch und Russisch 10 11

7 Ümüt-Nadjeschda heißt Hoffnung Ein kirgisisches Projekt zu Gast in der Soester Waldorfschule Typisch Waldorf! Formenzeichnen Christa Leßmann-Fischer überreicht eine Spende der Soester Waldorfschule über Euro an Karla-Maria Schälike für das Kinder- und Rehabilitationszentrum Ümüt Nadjeschda in Kyrgystan. Nicht nur in Deutschland wird nach waldorfpädagogischen Grundsätzen gearbeitet. Über eine Einrichtung im fernen Kirgisien (Kyrgystan) berichtete in unserer Schule im Mai Karla Maria Schälike, Waldorflehrerin und Soziologin aus Tuttlingen und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes. Der Name Ümüt Nadjeschda des 1989 von Frau Schälike in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek gegründeten Kinderzentrums ist Programm. Von der Hoffnung getragen war die Pionierarbeit des Aufund Ausbaus einer Schule mit Therapiezentrum und Werkstätten für Kinder mit Behinderungen. Nach dem geltenden Gesetz werden sehr viele behinderte Kinder in Kyrgystan als bildungsunfähig eingestuft, was ihnen den Weg in Kindergärten, Schulen und sogar Förderschulen versperrt. Die Bedingungen für die Gründung des Zentrums hätten härter nicht sein können. Inzwischen haben 90 behinderte Kinder und Jugendliche dort ein Zuhause und professionelle Förderung gefunden. Von der beglückenden Arbeit mit diesen Kindern und auch mit Straßenkindern erzählte Frau Schälike so mitreißend, dass die Frage aus dem Publikum kam, ob denn Besuche erwünscht und möglich wären. Sie sind es! Kommen Sie zu uns, erleben Sie vor Ort die Kinder, wie sie sich entwickeln und glücklich sind!, sprach die Referentin ihre Einladung aus. Vor allem brauche das Zentrum professionelle Unterstützung auf dem Gebiet der biologisch-dynamischen Landwirtschaft und des Gartenbaus. Der Vortrag wurde bereichert durch einen Film zum wunderschönen Land Kyrgystan, das mit seinem Reichtum an Früchten, der Schönheit der Landschaft und den freundlichen Menschen durchaus Reiselust erwecken kann. 80 ZuhörerInnen lauschten gebannt Frau Schälikes Schilderung, wie sie und ihr Mann zur Gründung von Ümüt Nadjeschda gekommen waren. Wir haben 5 behinderte Kinder adoptiert. Wir konnten ja nicht alle adoptieren, also haben wir mit anderen Freiwilligen das Kinder- und Rehabilitationszentrum gegründet. Die Einrichtung ist heute auch eine qualifizierte Ausbildungsstätte für Erzieherinnen und Heilpädagogen. Familienartige Wohngruppen, ein Therapiezentrum, therapeutische Werkstätten, zwei integrative Waldorfkindergärten und drei Ferienhäuschen am Issyk-Kul-See kamen im Laufe der Jahre dazu. Eine erste Waldorfschule für gesunde Kinder ist in Gründung. So zieht die Pionierarbeit Karla Maria Schälikes Kreise, steckt an, macht neugierig und weckt Hilfsbereitschaft: Der Waldorfschulverein Soest/Arnsberg überreichte aus dem Basarerlös eine Spende der Schulgemeinschaft über Euro für Ümüt Nadjeschda. Die TeilnehmerInnen der Veranstaltung spendeten einen ebensolchen Betrag für das gänzlich durch Spenden finanzierte Projekt. Christa Leßmann-Fischer, Redaktion Abdruck mit freundlicher Genehmigung der Rudolf-Steiner-Schule München-Daglfing

8 Manege frei! Ein Jahr Zirkus Kalimba ein Jahr Elternmitarbeit Am 16. März 2012 hatte unser Zirkus Kalimba Premiere vor den Schülerinnen und Schülern unserer Schule. Tags darauf waren auch die Eltern und alle weiteren Interessierten zum zweiten Auftritt eingeladen, der mit Standing Ovations honoriert wurde. Unser Zirkus hat mit diesem krönenden Abschluss sein Jungfernjahr beendet. Nun blicken wir mit einer noch größeren Anzahl von 50 Kindern und Jugendlichen und mit reicher Erfahrung in das kommende Zirkusjahr. Wir, das sind Schüler und Schülerinnen der Klassen 2 bis 8, die Lehrerinnen Inka Schlüter und Karin Wiemers und - als Unterstützerinnen - Susanne Hosang und ich, Birte Groot. Wie war nun dieses Jungfernjahr des Zirkus Kalimba? Wie ging es mir als ehrenamtlich helfender Mutter an dieser Schule? Seit Ostern letzten Jahres finden die Trainingszeiten wöchentlich statt. Bei den Minis beginnt die Stunde mit Einüben von Volkstänzen. Mittlerweile verfügen wir sogar über eine schnelligkeitsregelbare Musikanlage, die die Sparkasse Soest großzügig gesponsert hat. Es werden vor allem Kreistänze gelernt, denn zusammen bilden wir die Manege des Zirkus. Danach können die Kinder an drei Stationen gezielt Disziplinen aus der Zirkuswelt üben. Zum Ende hin haben alle die Möglichkeit, frei zu trainieren. Bei den Großen beginnt die Stunde mit einem Fangspiel. Anschließend folgt eine Gymnastikeinheit, in der den Kindern und Jugendlichen das Stärken und Dehnen der Muskeln bewusst gemacht wird. Danach trainieren sie relativ selbstständig ihre gewählten Disziplinen. Nachdem es im ersten Teil des Zirkusjahres eher spielerisch und locker zuging, wurde die Arbeit im Frühjahr dieses Jahres zum Auftritt hin intensiviert. Die Geschichte, die sich Frau Schlüter als Rahmenprogramm für die Aufführung über die Weihnachtsferien erarbeitet hatte, wurde mit den einzelnen Nummern gefüllt und geübt. Mit dem Intensivwochenende zwei Wochen vor unserem Auftritt begann die heiße Phase. Von da an fand das Training fast täglich statt. Am Ende wurden einzelne Darsteller vom Unterricht befreit (sie verkündeten dies immer stolz!), um mit Frau Schlüter an Feinheiten zu arbeiten. Diese letzte Phase bedeutet für mich das Herzstück unseres Jungfernjahres! Hier wurde die in viele Richtungen zersplitternde Ideenvielfalt der Kinder für ihren Auftritt gebündelt und zu einem Bravourstück geformt. Die tiefe Arbeit des Zusammenschnürens und des aktiven und fachlichen Gestaltens bewältigte Inka Schlüter mit den Kindern. Wir Begleiterinnen schufen den nötigen Rahmen, indem wir für das Zusammenhalten der Gruppe sorgten. Es kamen noch weitere Eltern dazu, die sich um die Kostüme und unsere Manege kümmerten, uns liebevoll bekochten und mit Leckereien versorgten. Dadurch entwickelten die Kinder ein für mich absolut unerwartetes Engagement für diesen Auftritt. Sie wundern sich sicherlich über diese Formulierung: unerwartetes Engagement? Nun, die Zeit hin zur letzten Phase war für mich - und ich darf wohl auch sagen uns - kein Zuckerschlecken. (Süß wurde das ganze Jahr aber dennoch!) Auch wenn Inka Schlüter über einen riesigen Schatz an Erfahrungen aus der Kinderzirkuswelt schöpft und sie der Motor des Ganzen ist, mussten wir im ersten Jahr die Strukturen für Kalimba erst finden. Wir mussten den Herzschlag unseres Zirkus erspüren!!! Diese Aufbauarbeit war trotz großer Begeisterung so anstrengend, dass ich an meine persönlichen Grenzen kam und sogar einmal den Glauben an einen gelungenen Auftritt verlor. Denn die Kinder hatten zwar wundervolle Zirkusideen im Kopf, verspürten aber zunächst kaum Interesse am stetigen Erüben der Disziplinen. In diesem ersten Jahr war es also die Hauptaufgabe, das Üben und die Ausdauer zu lernen. Es galt, eine Übungskultur zu finden, die uns allen Freude macht und die uns auch mal durch ein Tief führen kann. Das war schwere, mich ermüdende Arbeit, denn wir hatten noch nicht die Erfahrung des Zaubers gemacht, der entsteht, wenn wir alle in der Manege stehen und von der Kraft eines berührten Publikums belohnt werden. Dieser Zauber schickte seine Vorboten erst in den letzten zwei Wochen vor dem Auftritt aus, als wir uns so oft miteinander trafen, als die Kostüme anprobiert wurden, als unsere Musikgruppe aufspielte, um die Darbietungen mit echten Zirkusklängen zu untermalen, als wir unser gemeinsames Abschlusslied sangen, als die Haare der Mädchen immer wieder geflochten und die Gesichter geschminkt wurden und wir alle unsere Aufregung vor dem Auftritt teilten. Zu sehen, wie die kleinen Diabolospieler in voller Verkleidung kurz vor dem Auftritt auf der dicken Turnmatte in eine härtere Rauferei geraten, aber es schaffen, pünktlich und wieder vereint aufgereiht zum Auftritt hinter dem Vorhang zu stehen > 14 15

9 Da war plötzlich der Funke des Zauberhaften eingetroffen, der uns still werden und uns alle fleißig üben ließ mit großer Freude! Dieser Zauber von Zirkus Kalimba musste erst geboren werden. Und nun ist er da und wirkt in unserem zweiten Jahr. Die Übungskultur ist eine andere und für mich wundervoll zu erleben! Der Herzschlag von Kalimba ist hörbar und trägt uns durch die Übungsnachmittage und womöglich auch mal durch ein Tief. Ich wünsche mir, dass auch andere Eltern sich auf den Weg machen und unsere Lehrer unterstützen. Ich habe zwei Lehrerinnen bei ihrer Arbeit, die auch sie im Zirkus ehrenamtlich tun, näher kennen lernen können. Ich habe gesehen, wie viel Arbeit sie mehr machen für unsere Kinder, als sie bezahlt bekommen, wie sie ringen und auch mal schwach werden. So gehe ich mit Kritik an der Arbeit an unserer Schule sanfter und verständiger um. Denn ein Motor für das Schaffen von wesentlich Neuem zu sein und die Verantwortung dafür zu tragen, bedeutet einen großen persönlichen Kraftakt. Durch die intensive Elternmitarbeit, das Herangehen an meine Grenzen und Aushalten von Zweifeln und somit persönliches Reifen behalte ich verstärkt meinen Optimismus. Nicht nur die Kinder können an dieser Schule wachsen, sondern auch wir Eltern. Es lohnt sich, es zu versuchen! Birte Groot, Mutter Gutes für Ihr Kind Naturmode Spielen & Lernen mit allen Sinnen Waldkinderkleidung Bio-Naturholzmöbel Mach mit im Zirkus Kalimba! Trainingszeiten: Jeweils mittwochs Zirkus-Minis (2. 3. Klasse): Uhr Ältere Kinder (4. 8. Klasse): Uhr Angebotene Zirkus-Disziplinen: Seilspringen Einradfahren Laufkugel Trapez Tuch Jonglage Minitramp Akrobatik/Bodenturnen Kinder. Spiel. Versand Umsonst ist nichts! Was kostet der Schulbesuch an einer Waldorfschule? Waldorfschulen haben das erklärte Ziel, kein Kind wegen der finanziellen Situation seines Elternhauses vom Schulbesuch auszuschließen. Sie bejahen damit ausdrücklich das im Grundgesetz festgelegte Sonderungsverbot nach Einkommensverhältnissen der Eltern. Um dieses Ziel erreichen zu können, sind die Waldorfschulen, wie alle anderen Schulen auch, auf staatliche Finanzhilfen angewiesen. Diese werden durch Schulgesetze und Verordnungen festgelegt, die wegen des im Bildungswesen geltenden Föderalismus von jedem Bundesland einzeln bestimmt werden. Dabei gibt es große regionale Unterschiede, die sich mit den wechselnden politischen Mehrheitsverhältnissen zudem oft wandeln. Generell gilt, dass die nichtstaatlichen Schulen erhebliche Eigenleistungen erbringen müssen, um ihren Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Das ist Ausdruck des politischen Willens, keinen gleichberechtigten Wettbewerb zwischen den Schulen in freier und jenen in staatlich-kommunaler Trägerschaft zuzulassen. Waldorfschulen müssen daher, wie alle anderen freien Schulen auch, Schulgelder von den Eltern erheben. Um ihrem oben markierten Ideal einer Schule für alle trotzdem entsprechen zu können, bilden die Lehrerkollegien und Eltern Solidargemeinschaften: Lehrer verzichten auf Gehaltsanteile, die Elternbeiträge orientieren sich an der finanziellen Leistungsfähigkeit der Familie. Die durchschnittlichen Elternbeiträge für Schulgeld und Investitionen lagen im Jahr 2010 bei monatlich 160,00 (Quelle: Institut für Bildungsökonomie, Mannheim). Von dieser Zahl kann es, je nach Region und politischen Vorgaben, aber erhebliche Abweichungen geben. Die Ermäßigungspraxis wird an jeder Waldorfschule etwas anders gehandhabt Dabei gibt es zwei Modelle, die an fast allen Schulen in Variationen praktiziert werden: Fester Elternbeitrag, der auf Antrag ermäßigt werden kann Einkommensabhängiger Beitrag, der in jedem Einzelfall individuell vereinbart wird. Entdecken Sie Livipur! Hessenring Bad Homburg Bestellen Sie den gratis Livipur Versandkatalog oder Politisch setzen sich die Waldorfschulen für eine Schulfinanzierung ein, bei der die Eltern wirklich frei wählen können, indem die Zuschüsse unabhängig von der Schulform gewährt werden. Diese Finanzierung könnte entweder durch feste Schülerkopfpauschalen für alle Schülerinnen und Schüler oder durch einen Bildungsgutschein erfolgen, den die Eltern an der Schule ihrer Wahl einlösen können. Henning Kullak-Ublick, Vorstand im Bund der Freien Waldorfschulen 17

10 Paddeln statt pauken Klassenfahrt der 8. Klasse Puk & Co Ein Sommernachtstraum 28 C, pure Sonne, keine Wolke am Himmel und gepackte Koffer so begann der Morgen des 21. Mai für die 8. Klasse der Waldorfschule Soest. Endlich mal wieder eine Klassenfahrt! Nach siebenstündiger Busfahrt erreichten wir unser Ziel die Kanubasis Mirow auf dem Gelände der dortigen Jugendherberge. Mirow liegt in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, südöstlich der Müritz. Der Name Mirow kommt aus dem Slawischen und bedeutet Frieden, was für die Gegend ganz passend ist. Nach dem Aus- und Aufräumen des Busses wurden erstmal kurze Hosen angezogen, Mückenspray und Sonnencreme aus den Koffern gekramt. Einige Schülerinnen und Schüler der Klasse machten sich sofort auf die Suche nach einer Abkühlung, doch da anscheinend der einzige Weg zum Wasser durch Brennnesseln führte, kehrten sie lieber zum Zeltplatz zurück. Dort wurden wir von Micha, unserem Begleiter für die nächsten vier Tage unserer Kanufahrt, in das Auf- und Abbauen der Zelte eingewiesen. Jede Gruppe bekam ein Zelt, einen wasserdichten Beutel, in dem das Zelt am nächsten Tag verpackt werden musste, und 50 l-tonnen für unser Gepäck. Nach dem Essen gingen wir, mit Schwimmwesten und Paddeln ausgerüstet, gemeinsam zu der Anlegestelle und besprachen die Kanubesetzung. Es gab Drei- bis Fünfsitzer. Endlich wurden die Kanus ins Wasser gelassen und wir stiegen ein. Micha zeigte uns, wie man lenkt und was man sonst noch wissen muss. Zur Übung paddelten wir durch einen Kanal, den wir auch am Ende der Woche noch einmal bei Nacht durchfuhren. Nach unserer ersten Nacht in Mirow, die wir alle bis auf ein paar Mückenstiche gut überstanden hatten, frühstückten wir gemeinsam und schmierten auch Brote für die Fahrt. Unsere Koffer, die wir ja durch die Tonnen ersetzt hatten, schlossen wir ein und beluden die Kanus. Dann ging es los die erste Fahrt! Zwischendurch wurden natürlich immer wieder Pausen eingelegt, in denen man manchmal vom Kanu aus ins Wasser springen konnte. Das Wetter war traumhaft schön. Als wir an unserem neuen Zeltplatz ankamen, dachten wir zuerst, es gäbe keine Toiletten und Waschbecken. Doch dann entdeckten wir in einiger Entfernung einen weißen Container. Also mussten wir wohl oder übel jedes Mal für fließend Wasser ein Stück laufen. Wir teilten gemeinsam Gruppen ein, die kochten oder Frühstück machten und spülten. Abends wurde immer gekocht und es gab jeden Abend einen leckeren Nachtisch. Am zweiten Morgen holten wir zum Frühstück Brötchen vom nahen Kiosk. Unsere nächste Kanufahrt erwartete uns! Diesmal kamen wir gegen Nachmittag am gleichen Zeltplatz wieder an und es wurde wieder gekocht. Dabei musste man sich jedoch zahlreicher Mücken erwehren! Am nächsten Tag, dem vorletzten unserer Reise, bauten wir die Zelte ab, luden all unsere Sachen auf die Boote und paddelten die Route des ersten Tages wieder zurück natürlich mit Pausen. In der Kanubasis Mirow angekommen, packten wir die Sachen aus den Tonnen wieder in unsere Koffer und bauten die Zelte für die letzte Nacht unserer Klassenfahrt auf. Am Morgen der Abreise war jede Zeltgruppe dafür verantwortlich, ihr Zelt zu säubern, ordentlich zu verpacken und die Tonnen zu reinigen. Nach und nach füllte sich der Gepäckraum des Busses, der uns wieder nach Soest bringen sollte, und nachdem einige sich noch mit Proviant für die lange Nachhausefahrt versorgt hatten, ging es wieder los Richtung Heimat. Neele Trockels, Schülerin der 8. Klasse Drei Tage lang verwandelte sich der Saal der Freien Waldorfschule Soest in einen zauberhaften Athener Wald. In vier Aufführungen stand nicht etwa eine Theater-AG, sondern die ganze 8. Klasse auf der Bühne, um in hinreißenden Kostümen vor stimmiger Kulisse (beides aus eigener Werkstatt) Shakespeares Sommernachtstraum lebendig werden zu lassen. Abwechselnd amüsiert und nachdenklich genossen die zahlreich erschienenen Zuschauer Shakespeares Welt der griechischen jungen Helden und verliebten Damen, der schauspielernden Handwerker und umherhuschenden Elfen. Mittendrin trieb der Kobold Puk seinen Schabernack mit kindlicher Freude an der Verwirrung, die er rücksichtslos stiftete. Die jugendlichen Darsteller gingen meist ganz in ihrer Rolle auf und bewältigten auch längste und verwickeltste Textpassagen ohne Aussetzer. Vorzüglich brachte die Übersetzung von Rainer Iwersen die Shakespear sche Mischung aus volkstümlich derben Späßen (sehr zur Freude der jüngsten Zuschauer!) und tiefsinnigen Lebenseinsichten zur Geltung. Nach der letzten Vorstellung bedankten sich die mit reichlich Applaus bedachten Jungen und Mädchen bei ihrem Lehrer, dem Theaterpädagogen Martin Hedtfeld, mit einem Korb voller nervenstärkender Köstlichkeiten für viele Wochen aufreibender, doch auch erfüllender und letztlich erfolgreicher Probenarbeit. Angelika Rode, Redaktion wo Bücher und Menschen zusammenkommen Rittersche Buch- & Kunsthandlung Soest Grandweg 1a Tel / Fax / Möhnesee-Körbecke Am Kirchplatz 11 Tel / Fax / Onlinebestellungen im Internet Reifen Schmitz GmbH Schloitweg Soest Tel.: vor acht

11 Nicht nur Theorie Echt russisch! Russisches Fest mit Kultur A - Z Ein wichtiger Bestandteil der Waldorfschulausbildung sind die jeweils dreiwöchigen Praktika. In der neunten Klasse lernen alle Schülerinnen und Schüler Leben und Arbeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb kennen, in der zehnten folgen das Betriebspraktikum und zusätzlich das einwöchige Feldmesspraktikum. In der elften Klasse schließlich bringen die Jugendlichen die nötige Reife für das Praktikum in einer sozialen Einrichtung mit. Johanna Kesting berichtete in der ersten Ausgabe unserer Zeitung über das Feldmesspraktikum. Für das aktuelle Heft hat Max Göschel seine Erfahrungen beim Betriebspraktikum festgehalten: Mit Bleistift und Computer - Praktikum in einer Designagentur Im Rahmen der 10. Klasse absolvierte ich 2011 mein Betriebspraktikum in der Agentur Der Design Pool in Aachen. Schon länger vorher hatte ich mich mit Design und der Umsetzung am Computer beschäftigt. Der Design Pool beschäftigt Fotografen, Programmierer, Illustratoren und Grafik-Designer, zum Teil als freie Mitarbeiter. Der Betrieb ist in einem alten Industriegebäude untergebracht, das in seiner Bausubstanz sehr gut erhalten und im Innern vollkommen modern gestaltet ist. Es herrscht eine hervorragende Arbeitsatmosphäre. Jeder Mitarbeiter hat einen eigenen, sehr gut ausgestatteten Arbeitsplatz. Nachdem ich die Zusage für mein dreiwöchiges Praktikum erhalten und mich persönlich vorgestellt hatte, sollte ich, nur mit einem gespitzten Bleistift ausgerüstet, meine Arbeitszeit dort beginnen. Für die ersten beiden Tage hatte ich den Auftrag, aus der Erinnerung bekannte Logos und Lables möglichst genau darzustellen. Des Weiteren sollte ich mich mit meinen Initialen beschäftigen, um daraus ein Logo für mich zu kreieren. Im zweiten Schritt ging es um die Umsetzung des Logos am Computer und die Anwendung auf Briefbögen und Visitenkarten. Diese Arbeiten nahmen insgesamt zwei Praktikumswochen in Anspruch, da die Entwicklung eines soliden Designs viel Zeit benötigt. In der dritten Praktikumswoche durfte ich selbständig eine Arbeit wählen. Ich entschied mich für die Gestaltung einer Webpräsenz, weil ich mich sehr für die Darstellung und Programmierung von Webseiten interessiere. Ich befasste mich intensiv mit der Gestaltung anderer Designer, um für mich Inspirationen zu sammeln. Ein mir bekannter Friseursalon gab mir den Auftrag, seine Webseite zu gestalten. Zunächst machte ich mir Gedanken zur Zielgruppe, Schriftund Farbwahl und den Angeboten des Salons. Nach Festlegung dieser Details fertigte ich in Adobe Photoshop CS5 einen Entwurf an und legte ihn meiner Kundin vor. Nach ihrer Zustimmung setzte ich dieses Konzept mit Hilfe des Programmierers um. Mit der Fertigstellung dieses Projektes endete meine dritte Praktikumswoche. Das Praktikum hat mir zahlreiche neue Einblicke und Kenntnisse vermittelt. Es hat mir viel Freude gemacht und den Wunsch geweckt, bei Der Design Pool noch einmal tätig werden zu dürfen. Max Göschel, Schüler der 10. Klasse Groß war der Andrang, als die Freie Waldorfschule Soest gemeinsam mit dem Verein Kultur A-Z zum russischen Fest lud. Russischlehrerin Larissa Danil konnte einen vollen Saal begrüßen. Zahlreiche Exponate hatte sie für eine informative Ausstellung zusammengetragen, die anschaulich einen Eindruck von der Vielseitigkeit des großen Landes vermittelten. Man bekommt keine richtige Vorstellung von einem Land und seinen Bewohnern, wenn man nicht die Traditionen kennt, sagte Frau Danil in ihrer Begrüßungsrede. Auf der Bühne konnten die Besucher das Leben in einem traditionellen russischen Dorf verfolgen, vorgetragen mit viel Temperament, Humor und Musik von der Theater- und Chorgruppe des Vereins Kultur A-Z. Dieser Kultur- und Geschichtsverein der Deutschen aus Russland möchte eine Brücke schlagen zwischen den deutschen Einwanderern aus Russland und der hiesigen Bevölkerung. Dabei liegt den Akteuren auch die Vermittlung der russischen Kultur am Herzen, denn schließlich verbrachten wir 250 Jahre in diesem Land, heißt es im Programm des Vereins. Für die Waldorfschule, an der die Kinder vom 1. Schuljahr an nicht nur Englisch, sondern auch Russisch kindgerecht lernen, lag es daher nahe, den Verein einzuladen und gemeinsam russkije posidjelki zu feiern ein gemütliches Zusammensein mit Tee aus dem Samowar und russischem Gebäck. Aber das mussten sich die Zuhörer erst verdienen: Charmant bat Antonina Domke zwanzig Mutige auf die Bühne mit der Aufgabe, russische und deutsche Sprichwörter vorzutragen, was manchen sogar in beiden Sprachen gelang. Beim abschließenden Tee, der stilecht mit zwei großen Samowaren zubereitet wurde, ergab sich manch anregendes Gespräch über Russland. Angelika Rode, Lehrerin Ganz links: Auch kleine Besucher waren fasziniert von den kunsthandwerklichen Exponaten der Ausstellung. Links: Antonina Domke vom Verein Kultur A-Z bewirtet einen Gast mit Tee: Zunächst wird etwas Sud aus dem silbernen Kännchen in die Tasse gegossen, dann verdünnt man ihn nach Geschmack mit heißem Wasser aus dem Samowar. Es kommt darauf an, einem Buch im richtigen Augenblick zu begegnen. (Hans Derendinger) 20 21

12 Was lieben Sie an Eurythmie? Ein Interview mit Frau Heesook Oh Seit einem Jahr unterrichtet Heesook Oh an der Soester Freien Waldorfschule Eurythmie in der Mittel- und Oberstufe. Das Interview führte Christa Leßmann-Fischer. L-F: Liebe Frau Oh, Sie unterrichten seit einem Jahr Eurythmie an unserer Schule. Eigentlich kommen Sie aus der Bühnen-Eurythmie. Was lieben Sie an Ihrem Beruf? Was bedeutet Ihnen Eurythmie? Oh: Als ich Eurythmie kennen gelernt habe, habe ich als Grundschullehrerin gearbeitet. In Korea ist das Curriculum überall gleich, egal ob man an einer staatlichen oder privaten Schule arbeitet. Da konnte ich aufgrund dieser Reglementierungen nicht frei atmen obwohl ich die Kinder und das Unterrichten sehr geliebt habe. Damals dachte ich, dass ich eben nicht als Lehrerin begabt sei und habe die inhaltlichen Einschränkungen auf mein Können bezogen. Zu diesem Zeitpunkt lernte ich die Anthroposophie kennen, die mich sofort faszinierte. Am Waldorfseminar in Seoul war Eurythmie nur ein Teil meiner Arbeit und doch war sie es, die mir half, mein wahres Ich zu erkennen, mir selbst auf die Spur zu kommen. In Korea bin ich aus Tradition meiner Eltern als Buddhistin aufgewachsen, habe den Tempel besucht, alles was so dazugehört. Aber diese wirkliche Begegnung habe ich erst in der Eurythmie erlebt. Das ist jetzt nicht so leicht, in Worte zu fassen. Ich beschreibe mal, was ich erlebt habe. L-F: Ja, gerne, das ist interessant und lässt mich als Laiin besser verstehen, was es mit der Eurythmie auf sich hat. Oh: Ein Lehrer aus Marburg unterrichtete an unserem Waldorfseminar in Seoul; er war schon älter und er stellte sich vor uns ganz ohne Musik ganz schlicht und ruhig. Es war sehr heiß und er stellte sich hin und machte diese kleine Bewegung mit uns. Frau Oh stellt sich hin, breitet ihre Arme aus und führt sie langsam nach oben über dem Kopf in einer offenen Haltung der Hände, Pause, dann bewegt sie sie langsam wieder zurück nach unten. Es kostet mich richtig Anstrengung, nicht gleich die Übung mitzumachen, doch ich will sie nicht unterbrechen. Ich spüre ihre Konzentration und Authentizität. Oh: Diese kleine Bewegung hat mich in diesem Augenblick sehr berührt, mir ein Gefühl gegeben von mir und ich habe erkannt, dass mein Ich in der Welt ist (zweiter Teil der Bewegung) und ich die Welt in mir aufnehme (erster Teil der Bewegung). In der kleinen Bewegung habe ich diese Erkenntnis zu mir genommen. Rudolf Steiner umschrieb Eurythmie als sichtbaren Gesang (Ton-Eurythmie) und sichtbare Sprache (Laut-Eurythmie). Wir haben im Seminar darüber gesprochen und festgestellt, es ist eigentlich erlebbare Sprache, erlebbarer Gesang. Darum geht es: durch die Bewegung erleben die Schülerinnen und Schüler die Sprache, die Musik. Nicht das Zuschauen ist wichtig, sondern selbst die Bewegungen nachvollziehen. Und wenn nur ein kleines Fünkchen erlebt wird von den jungen Menschen, so ist es unendlich kostbar. L-F: Wo haben Sie bisher als Bühnen-Eurythmistin gearbeitet und wie habe ich mir diese Arbeit vorzustellen? Oh: Ich war in Dornach an der Bühne bin es auch heute noch in den Ferien. Unser Arbeitstag dauerte von 9.30 bis Uhr und begann im Übungssaal im Kreis mit Anfangsübungen wie in der Schule. Da wir viele Stunden mit der Bewegung arbeiteten, kannten wir uns fast besser als die jeweiligen LebenspartnerInnen. Man lernt sich ungeschminkt kennen... (lacht). Das ist auch lustig. An den Wochenenden waren abends dann Aufführungen, z.b. zu den Jahreszeitfesten, zu den Ostertagungen, Pfingsttagungen, Weihnachtstagungen am Goetheanum in Dornach. Mit Carina Schmid haben wir auch verschiedene Symphonien von Mendelssohn und Arvo Pärt erarbeitet und Tourneen gemacht: über 50 Aufführungen in Deutschland, in der Schweiz, in den Niederlanden, auch in Moskau, in Kopenhagen... es war eine tolle Zeit! Ihr letztes Stück In apokalyptischer Zeit, hat Carina Schmid mit uns erarbeitet. Es ist ein Gesamtkunstwerk mit Sprache, Musik, Gesang, Eurythmie. In Dornach am Goetheanum hatten wir eine eigene Garderobe und die Maske wurde uns einmal gezeigt, dann haben wir das selbst gemacht. Jede hat ihre eigene Schminke. Das ist auch notwendig, denn die Bühnen-Beleuchtung ist sehr stark. Nur die besonderen Rollen wurden von Maskenbildnern geschminkt. In Dornach gibt es so viele Möglichkeiten. Man kann alles machen. Man trifft viele Menschen, auch ehemalige Kolleginnen und Kollegen aus der Ausbildung. Da es mich so begeistert, mache ich auch in den Ferien in Dornach weiter. In vier Mysteriendramen von Rudolf Steiner wirke ich mit. Sie wurden 2008 ganz neu inszeniert und werden jetzt sehr nachgefragt. Sie werden in den Tagungen des Jahreskreises immer wieder aufgeführt. L-F: Wer Sie also auf der Bühne sehen möchte, muss nur zu einer dieser Tagungen nach Dornach fahren? Frau Oh lacht: ja, dann gibt es Freikarten von mir! L-F: Was ist Ihnen am Eurythmie-Unterricht wichtig? Oh: Dass ich die Freude, die ich selbst an Eurythmie habe, den Kindern und Jugendlichen vermittele. Dass sie sich mit Freude bewegen, ja die Bewegungsfreude ist mir wichtig! Sie sind so vielen Eindrücken und Einflüssen ausgesetzt von Medien, Technik, Technologie... Meine Aufgabe sehe ich darin, dass sie Handwerkszeug bekommen, ihre sozialen Fähigkeiten und ihre harmonische Persönlichkeit zu stärken und sie zu entwickeln. Aber das ist ja der Grundansatz der Waldorfpädagogik! Die Kinder haben kaum Gelegenheit, Musik von Bach, Beethoven, Mozart schön zu finden oder sich dafür zu interessieren. Einfach weil sie sie gar nicht kennen oder ihr sehr selten begegnen. Wir haben immer eine schöne Musik am Klavier im Eurythmieunterricht, und schöne Texte, mit denen wir arbeiten wunderschöne Gedichte. Ich hoffe, dass sie irgendwann dieses jeweilige Gedicht mehr erleben können und die Schönheit empfinden können und genießen! Ein schönes Gedicht, eine schöne Musik, zu denen sie sich 22 23

13 bewegen das hat auch eine ästhetische Seite. In der 8. Klasse hatten wir jetzt Solveighs Lied von Peer Gynt. Das machen sie nicht so gerne, und doch summen und singen sie es weiter in der Pause. Dass sie trotzdem (da es in diesem Alter nicht gerade cool ist) durch die Arbeit daran diese Melodie singen können, ja, da liegt meine Hoffnung, dass diese Schönheit von ihnen empfunden wird. Diese kleinen Dinge. L-F: Haben Sie Wünsche an Ihre Schülerinnen und Schüler? Oh: Ich habe schon gedacht, dass sie den Unterricht ernst nehmen. Es muss nicht gerade das Lieblingsfach sein, aber dass sie pünktlich kommen, alles dabei haben, was wir brauchen z. B. Eurythmieschuhe. Ich wünsche mir Pünktlichkeit und die Bereitschaft, eine soziale Verabredung einzuhalten. Ihre Zeit ist wichtig, aber auch meine Zeit ist wichtig. Was ich einbringe ist auch wichtig. Da ich noch nicht sehr erfahren bin im Unterricht, mache ich auch mal Fehler. Die Altersstufe der Jugendlichen ist mir noch neu. Ich habe keine Kinder, mit denen ich zuhause mitwachsen würde. Und so will ich noch mehr Liebe zu ihnen entwickeln. Da will ich weiter an mir arbeiten. So sehe ich, dass meine Aussprache mancher Wörter für sie einfach lustig ist. Das ist mir klar geworden, dass ich als Koreanerin für sie fremd und ungewohnt bin. Es ist für mich sehr positiv, mit den Kindern und Jugendlichen hier in Soest zu arbeiten. Und das Glück ist ja nicht überall zu finden. Aber wenn ich nach manchen Stunden die Freude sehe, wie sie hineinkommen in die Bewegung das ist für mich Glück! L-F: Sie haben in Den Haag den Bachelor-Kurs absolviert und im Mai 2012 die Bachelor-Prüfung bestanden. Herzlichen Glückwunsch! Wie habe ich mir ein Bachelor-Studium in Eurythmie vorzustellen? Oh: Ja, in Den Haag hatte ich Methodik und Didaktik der Eurythmie, also wie mache ich es an der Schule, dazu weitere Studieninhalte wie allgemeine Menschenkunde, Entwicklung des Kindes usw. In drei Blöcken habe ich mich in Den Haag auf das Examen vorbereitet. Deshalb konnte ich Anfang Sep- tember 2011, Anfang Januar 2012 und im Mai 2012 jeweils 2 Wochen nicht im Unterricht hier in Soest sein. Zum Studium gehörten: meine Diplomarbeit, eine Soloarbeit als künstlerische Arbeit, eine Gruppenarbeit und ein begutachteter Unterricht mit einer Klasse in Den Haag sowie eine Lehrprobe hier in Soest (im September 2012). L-F: Und nun sind Sie Eurythmielehrerin für Sek I oder Sek II? Oh: Eurythmie ist als eigenes Waldorf-Lehrfach nicht auf eine Altersgruppe beschränkt. Durch den Bachelor (früher Diplom) bin ich Eurythmielehrerin und kann vom Kindergarten bis Erwachsene unterrichten. L-F: Verraten Sie mir das Thema Ihrer Diplomarbeit? Oh: Im Unterricht war mir aufgefallen, dass die Jugendlichen, die 1 2 Jahre keine Eurythmie hatten (oder als Quereinsteiger noch nie in ihrem Leben), eine lasche Körperhaltung hatten mit ihren langen Armen und Beinen. Von Rudolf Steiner haben wir die Stabübungen gegen Unerzogenheit in der Haltung, wie es Anfang des 20. Jahrhunderts hieß. Diese Übungen mit dem Holzstab oder Kupferstab trainieren die Armmuskulatur, fördern dadurch gesundes Knochenwachstum, richten die Wirbelsäule auf und verhelfen zu einer körperlich aufrechten Haltung. Der Anspruch besteht darin, die Übungen exakt zu machen und das Korrektiv liegt in der Sache selbst: an der Haltung des Stabes ist der Fortschritt zu erkennen. Auch braucht es Mut, den Stab zu fangen... all das trägt zur positiven Entwicklung des Kindes und Jugendlichen bei. So haben mich meine Schülerinnen und Schüler zu meinem Thema gebracht: Eurythmie mit Gegenstand besonders mit dem Kupferstab. L-F: Danke, Frau Oh, dass Sie sich Zeit für meine Fragen genommen haben. Dürfen wir Erwachsenen auch in den Genuss Ihrer Arbeit kommen? Oh: Das Interview hat mir auch Spaß gemacht. Danke für die Fragen. Selbstverständlich bin ich bereit und würde gerne Eurythmie für Eltern und Interessierte anbieten, wenn Interesse besteht, in Form von Kursen. Kino statt Unterricht Taste the Waste in Klasse 10 Die Klassen 9 bis 11 erlebten kurz vor Weihnachten zwei besondere Schulstunden im Kino, wo sie den Film Taste the Waste ansahen. Klima, Ökologie und aktuelle Probleme unserer Welt werden in verschiedenen Unterrichtsfächern angesprochen und diskutiert. Der Film Taste the Waste macht darauf aufmerksam, dass in den westlichen Ländern ungefähr die Hälfte der Nahrungsmittel zumeist in verzehrbarem Zustand weggeworfen, vernichtet wird. Angesichts der Tatsache, dass Millionen Menschen hungern, dass Millionen Kinder an den Folgen des Hungers sterben, ein schwer zu ertragender Missstand. Würden diese Nahrungsmittel anders verteilt, könnten alle DREI- MAL satt werden. In mehreren Szenen zeigt der Film auf, durch welche Mechanismen am Markt und durch welche Gesetze sich diese Situation entwickelt hat; darüber hinaus zeigt er mehrere Mut machende Beispiele, wie man es besser machen und den Missstand überwinden kann. Die 10. Klasse hat sich nach dem Film Gedanken gemacht und diese in Worte gefasst. Hier einige der Texte, die nach unseren Diskussionen entstanden sind. Warum werden in den Supermärkten so viele noch gut essbare Nahrungsmittel weggeworfen und was hat das mit den Nahrungsmittelpreisen für Hungernde zu tun? Quelle:http://de.indymedia.org, No Rights Reserved In den Supermärkten der westlichen Welt wird generell nur Vorzeigeware angeboten. Die Supermärkte in der EU unterliegen strengen Normen, die besagen, dass Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist noch verkauft werden dürfen, wenn sie besonders gekennzeichnet werden. Lebensmittel werden aber meist schon mehrere Tage, bevor das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, aussortiert und weggeworfen. Dabei bedeutet diese Angabe gar nicht, dass das Produkt bereits schlecht geworden ist. Dieses ist meist noch lange danach essbar und genießbar. Fleischund Milchprodukte sind es zwar nur noch wenige Tage, aber Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Käse sind noch Monate danach gut essbar. Essen hält teilweise sogar mehrere Jahre. Warum wird es dennoch vernichtet? Unter anderem bewirkt das Verlangen der Kunden nach makelloser Ware die Verschwendung. So werden zum Beispiel auch Äpfel mit leichten Druckstellen liegen gelassen und weggeworfen. Wenn man bei einem Supermarkt die Container öffnet, sieht es aus wie in einem überdimensionalen Einkaufswagen. Eine weitere Problematik dabei ist, dass das meiste Obst und Getreide aus Ländern, in denen die Menschen verhungern, importiert wird, nur um nach einer mehrere zehntausend Kilometer langen Reise hier ungenutzt in den Müll zu wandern. Dadurch wird aber auch der Weltmarktpreis erhöht, was wiederum dazu führt, dass sich die armen Menschen noch weniger zu Essen kaufen können

14 Es geht auch anders! Sheabutter aus Burkina Faso All diese Tatsachen lassen sich aber leider nicht so schnell ändern, denn die mächtigen Konzerne, die hinter den politischen Entscheidungen stecken, verdienen wesentlich mehr, wenn die Menschen verschwenderisch leben. Miriam Beckschulte Fotografin Hannelore Vonier. Quelle: Bestimmte Rechte vorbehalten Warum dürfen in der EU Essensreste und Schlachtabfälle generell nicht an Tiere verfüttert werden? Die Seuche BSE, im Volksmund auch Rinderwahnsinn genannt, verbreitet sich, wenn man Schlachtabfälle ins Zusatzfutter für Rinder mischt. Deswegen ist seit 2006 das Wiederverwerten von Abfällen generell verboten. Man sollte es stattdessen in der Europäischen Union so machen wie in Japan. Die Japaner beugen dem Rinderwahnsinn vor, indem sie das Futter für Schweine und Rinder getrennt produzieren. Da Schweine Allesfresser sind, macht es ihnen nichts aus, wenn sie auch Schlachtabfälle und gemischte Speisereste fressen. Rinder hingegen vertragen die Beimischung von Schlachtabfällen gar nicht. Sie sind reine Vegetarier und fressen daher kein Fleisch, sie können es auch gar nicht verdauen. Warum rauben die Bananen in unseren Regalen Afrikanern Lebensgrundlage und Gesundheit? Ich dachte bisher immer, dass in Afrika zu einem Großteil Kleinbauern mit ihrem eigenen Betrieb wirtschaften. Der Film Taste the Waste zeigte aber, dass diese Kleinbauern regelrecht aussterben. In Kamerun zum Beispiel gehört dem Staat gesetzlich das gesamte Land, und so kann er dieses verpachten, und das tut er auch seit jeher an die einheimischen Bewohner. Des Geldes wegen arbeitet der Staat in letzter Zeit aber mit Großkonzernen zusammen und verpachtet das Land nun an sie die dort Anbau verschiedener Früchte, besonders Bananen und Mangos, für die westlichen Industriestaaten betreiben. Da den Kleinbauern dadurch das Land entzogen wird, können sie nun keinen eigenen Betrieb mehr führen, durch den sie sich selbst versorgen und Geld verdienen könnten. Somit sind sie genötigt, bei den Großkonzernen für wenig Geld eine sehr belastende und armselig bezahlte Arbeit anzunehmen, um ihre Familien zu versorgen. Selbst Kinder und Jugendliche müssen früh arbeiten gehen, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen. Zeit für Schule bleibt dann nicht. Viele der Menschen sind auch krank, AIDS und Malaria sind besonders weit verbreitet. Wegen des geringen Verdienstes können sich die Menschen oft keine Medikamente leisten. Sie können sich nur mit Kräutern aushelfen, die anerkanntermaßen nicht zur Verbesserung oder gar Heilung dieser Krankheiten führen. Josefine Steinecke Um auch ein positives Beispiel für die Zusammenarbeit europäischer Firmen mit armen Erzeugerländern zu zeigen, baten wir die WALA-Heilmittel GmbH um einen Projektbericht, den wir hier in gekürzter Form abdrucken. Ein WALA-Projekt: Sheabutter aus Burkina Faso Seit vielen Jahren fördert die WALA Heilmittel GmbH im Rahmen ihres Rohstoffmanagements die kontrolliert biologische und biologisch-dynamische Anbauweise. Seit 2001 unterstützt das Unternehmen in Burkina Faso ein Sheabutter-Projekt. In mehreren Dörfern innerhalb eines geschützten bio-zertifizierten Sammelgebietes für Karité-Nüsse stellen Frauen auf traditionelle Weise Rohsheabutter her, die Verwendung in der Dr.Hauschka Kosmetik findet. Für viele Familien ist der Verkauf von Sheabutter eine wesentliche Einnahmequelle. Die WALA trägt zum Erhalt dieser Dorfgemeinschaften bei, indem sie dort die Sheabutter zu überdurchschnittlichen Preisen einkauft, Abnahmemengen langfristig garantiert und Vorfinanzierungen leistet. Die Dörfer erhalten dadurch finanzielle, beratende und organisatorische Hilfe bei der Bio-Zertifizierung. Land der Unbestechlichen Obervolta hieß früher dieses vom roten, schwarzen und weißen Volta-Fluss zerfurchte Land, dessen heutiger Name übersetzt Land der Unbestechlichen bedeutet. Das auf einem westafrikanischen Hochplateau liegende Burkina Faso ist durch Feuchtsavannen, Buschland und Halbwüsten geprägt. Dürreperioden haben dem armen, hauptsächlich von Viehwirtschaft und Ackerbau lebenden Land in den letzten Jahren zu schaffen gemacht. Überleben können die Menschen hier, am Rande der Sahel-Zone, durch Pflanzen, die sich ganz an die Dürreperioden angepasst haben. Der Sheabaum ist ein solches Gewächs. Heiliger der Savanne: der Sheabaum Nur hier, nirgends sonst auf der Welt gedeiht dieser Baum. Die milchsaftführenden Bäume mit ledrigen Blättern blühen erst mit 20 Jahren und erreichen im Alter von 30 ihre volle Fruchtproduktion, die dann über 100 Jahre bestehen bleibt. Die weiche grüne Außenschale der Früchte wird gerne gegessen. Mit bis zu 50 % Fettanteil sind die Fruchtkerne (Nüsse) in Burkina Faso eine begehrte und traditionelle Quelle für Hautpflege- und Speisefett. Wegen seiner besonderen Bedeutung wird der Sheabaum von der Bevölkerung geheiligt und darf nicht gefällt werden. Gold der Frauen: Sheabutter Sheabutter ist Frauensache. Wenn es Zeit ist, die Sheabutter, auch Karité genannt, zu gewinnen, versammeln sich die Frauen an einem zentralen Ort ihres Dorfes, der eigens für ihr Vorhaben eingerichtet ist. Die nach der Ernte getrockneten Nüsse werden geschält, in einem Lehmofen erhitzt und danach in Mörsern zerstampft. Die entstandene Masse wird mit Wasser verdünnt und ca. 45 Minuten lang geschlagen. Die enthaltene Butter löst sich und kann abgeschöpft werden (der Prozess ist vergleichbar mit dem Buttern von Milch). Eine weißlich-gelbe Masse, die unraffinierte Sheabutter, ist das leicht würzig duftende Ergebnis; die Nuss-Rückstände aus dem Herstellungsprozess werden als Dünger oder als > Michael Winnemöller Edel sei der Mensch, hilfreich und gut! Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen. Machen Sie s gut! Werden Sie Mitglied. glsbank.de Johann Wolfgang von Goethe Geld ist ein soziales Gestaltungsmittel wenn wir es gemeinsam dazu machen. das macht Sinn 26 27

15 Was macht das Ohr auf dem Küchentisch? Ein Jahr Hausunterricht in Horn Brennstoff verwendet, so dass die Nüsse vollständig und effizient genutzt werden. Die fertige Butter wird in einem Lagerhaus, das allein für diesen Zweck dient, bis zum Abtransport gelagert. Sheabutter findet mittlerweile in aller Welt Liebhaber. Sheabutter für Dr.Hauschka Kosmetik Im Jahr 2001 gab es die ersten Kontakte zwischen Burkina Faso und der WALA Heilmittel GmbH. Der freiberuflich arbeitende Projektberater Hermann Schopferer sprach mit dem Hersteller der natürlichen Dr.Hauschka Kosmetik über eine Kooperation. Die Idee: hochwertige, nach traditionellem Verfahren gewonnene Sheabutter für hochwertige Naturkosmetik. WALA war interessiert und stimmte zu. Sheanüsse veredeln (Verarbeitung vor Ort) Sheanüsse zu ernten, gehört zur Tradition der burkinischen Dörfer. Ausländische Raffinerien nutzen schon lange die hochwertigen Nüsse und kaufen sie billig in den Dörfern ein. Der Ansatz der WALA bei derartigen Projekten ist es jedoch, einerseits so viel Wertschöpfung wie möglich im Land zu belassen und andererseits die Lieferanten von der WALA unabhängig zu machen, um so eine bessere wirtschaftliche Basis herzustellen. Daher wurden innerhalb des Sheabutter-Projektes von der WALA die Bedingungen geschaffen, um nahezu die komplette Verarbeitung der Nüsse vor Ort zu ermöglichen. Lediglich die Desodorierung nach dem Europäischen Arzneibuch muss in Europa stattfinden. So verdienen die Dörfer das Vielfache an ihren Nüssen, weil sie die selbst hergestellte Sheabutter verkaufen: Deren Preis ist 7-mal höher, als der für die Nüsse. Und sie stellen inzwischen eine vielfach größere Menge an Rohsheabutter her als die WALA sie benötigt und können so ihre Kundenbasis verbreitern. Tue Gutes und Besseres An die 350 Frauen aus zwei Dörfern stellen heute für die WALA Sheabutter her. Die Frauen organisieren sich selbst in einer Erzeugervereinigung. Eine reine Frauengemeinschaft, wie es in Afrika gängig und selbstverständlich ist. Sheabutter war immer schon Frauensache. Für das Projekt gaben sich die Frauen den Namen IKEUFA (Faire bien et meilleur de Diarabakoko), was so viel heißt wie: Tue Gutes und Besseres in Diarabakoko. Alle Positionen der Genossenschaft werden von den Dorffrauen gewählt. Sie haben schon immer ihre eigenen Felder und verdienen ihr eigenes Geld, das sie selber verwalten. Mit dem Ertrag aus den Sheabutterverkäufen sind die Frauen in der Lage, das Schulgeld für ihre Kinder zu bezahlen und nicht nur einzelne, sondern alle Kinder in die Schule zu schicken. Darüber hinaus ist die Grundversorgung mit Lebensmitteln und notwendigen Medikamenten sichergestellt. Die WALA garantiert den Frauen feste Abnahmemengen und stellt Investitionshilfen zur Verfügung, damit die erforderliche Qualität langfristig gesichert werden kann. Im Jahr 2004 wurde z.b. die Anschaffung einer Mühle zur Verarbeitung der Sheanüsse unterstützt. Die Frauen freuen sich, dass sie gemeinsam mit der WALA dieses Projekt weiterführen können. Wala Heilmittel GmbH Vorstandsfrauen der Genossenschaft Mein größter Wunsch war es, einen schulischen Abschluss zu erreichen. Aber wegen meiner Krankheit Mukoviszidose konnte ich nicht mehr am normalen Unterricht der 11. Klasse der Waldorfschule teilnehmen. Deshalb gab es für mich nur eine Möglichkeit: Hausunterricht. Aber, was ist das eigentlich? Dreimal in der Woche kam meine Lehrerin Frau Steffani für zwei Vollzeitstunden zu mir nach Hause und unterrichtete mich in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Biologie und Erdkunde. Bestimmt denkt jetzt der ein oder andere: Super, ist doch ganz chillig, ein bisschen zu Hause im Wohnzimmer lernen. Doch 120 Minuten alleine mit einer Lehrerin können ganz schön intensiv sein! Auf jede gestellte Frage musste ich antworten, die Hausaufgaben musste ich natürlich auch jedes Mal vorlesen (und selbstverständlich auch machen), ich konnte nicht mal beim Nachbarn abschreiben oder eben kurz meine SMS checken. Auch meine Mitschüler und die Pausen fehlten mir manchmal schon. So habe ich mich 12 Monate lang mit Flächeninhalten und Gleichungen, Satzgefügen und Sachtexten, Vocabulary und Present Perfect, politischen und physischen Karten, den Gehirnhälften und dem Blutkreislauf herumgeschlagen. Auch für meine Mutter war es immer wieder spannend zu erleben, was denn wieder den Weg auf ihren Küchentisch gefunden hatte: Mal war es ein überdimensionales Ohr, dann ein Papierskelett und für einige Wochen auch ein DNA-Modell. Am Ende standen noch drei schriftliche Prüfungen in den Hauptfächern und mündliche Prüfungen in allen fünf Fächern auf dem Lernprogramm, dann hatte ich es geschafft meinen Hauptschulabschluss Typ 10A mit der Durchschnittsnote 2,4! Und mein Fazit? Auch wenn ich eine Einzelkämpferin war, es hat mir total viel Spaß gemacht und ich habe mich immer auf die nächsten Unterrichtsstunden gefreut. Natürlich mache ich weiter, denn mein nächstes Ziel heißt Fachoberschulreife. Ich weiß jetzt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur will! Ricarda Scholl, Schülerin der Klasse 11 KONZEPTENTWICKLUNG INNENARCHITEKTUR GESAMTPLANUNG WERKSTÄTTEN MODERNE WOHN- / OBJEKTEINRICHTUNGEN praxis office ladenbau medienräume wohnen möbeldesign ansprechpartner arno konze /

16 Wo ist denn die 11. Klasse? Von der Frauenkirche zum Hradschin, von der Elbe zur Moldau Menschen fanden hier den Tod. Durch die Hauptfestung führte uns ein Tscheche, der in perfektem Deutsch eindrucksvoll von der Geschichte des Ortes und den schrecklichen Zuständen im Lager berichtete. Wieder in Prag angekommen, hatten wir den Rest des Nachmittags zur freien Verfügung, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Abends trafen wir uns wieder, um gemeinsam essen zu gehen. Danach kehrten die meisten in die Apartments zurück, da sie so müde und fertig waren. Am nächsten Tag wanderte die Klasse vorbei an der Alt-Neu-Synagoge und dem jüdischen Friedhof zur Moldau, ein Stück am Fluss entlang, über die berühmte Karlsbrücke zum Hradschin, wo die Prager Burg mit den Regierungsgebäuden und der gotischen Kathedrale besichtigt wurde. Hier hatte in einer engen Gasse auch der Schriftsteller Franz Kafka eine Zeit lang gelebt. Besonders schön war der Blick von oben über die Dächer der Stadt und die Moldau. Am letzten Abend besuchten wir ein kleines Schwarzlichttheater in der Prager Altstadt. Die Vorstellung war wegen der überraschenden Lichteffekte ganz witzig. Auf der Rückreise (diesmal gönnten wir uns den ICE!) sahen wir vom Zug aus noch einmal Dresden und die Felsen der Sächsischen Schweiz. Als wir dann am Samstagabend erschöpft in unseren eigenen Betten lagen, konnten wir auf eine rundum gelungene Abschlussfahrt zurückblicken. Am meisten beeindruckt hat mich persönlich Theresienstadt. Es war ein Ghetto und ein brutales Gefangenenlager, doch heute leben dort wieder Menschen ihren normalen Alltag, und die Geschichte dieses Ortes wird weiter erzählt und dient als Warnung und als Zeichen dafür, so etwas nicht wieder zuzulassen. Insgesamt war es eine sehr schöne Klassenfahrt und ich würde sie jeder Klasse empfehlen. Jedoch würde ich mir für die einzelnen Städte mehr Zeit nehmen, um mehr über jede herauszufinden. Johanna Kesting, Klasse 11 Wo ist denn die 11. Klasse? Diese Frage stellten sich sicherlich viele Schüler und Lehrer unserer Schule, als unser Klassenraum im Obergeschoss eine Woche verwaist war. Wir waren auf Klassenfahrt. Am Sonntag, den 20. Mai trafen wir uns um viertel vor neun am Bahnhof in Soest. Nach einer langen Zugfahrt und vielem Umsteigen erreichten wir am späten Nachmittag endlich Dresden Hauptbahnhof. Um zur Jugendherberge zu kommen, nahmen wir die S-Bahn und liefen noch ein kleines Stück, was uns endlos vorkam mit unserem schweren Gepäck. Am ersten Abend erkundeten wir die Altstadt zunächst als Klasse gemeinsam, dann in kleinen Grüppchen. Um 23 Uhr waren wir alle wieder in der Herberge. Am Montag sahen wir uns die Altstadt bei Tage an, genossen den Ausblick von der Brühlschen Terrasse über die Elbe und ließen uns von unserem Klassenbetreuer Herrn Weitz die barocken Sehenswürdigkeiten, wie etwa den Zwinger und die Frauenkirche, erklären. In der Neustadt, die vom studentischen Leben geprägt ist, entdeckten wir auch ein kleines Denkmal für den Schriftsteller Erich Kästner, der hier aufgewachsen ist. Im Hof der Elemente endete unsere Stadtführung. Den Nachmittag und Abend hatten wir zur freien Verfügung. Am letzten Tag in Dresden brachte uns die S-Bahn nach Rathen in der Sächsischen Schweiz. Dort erklommen wir bei schönstem Sonnenschein den Basteiaufstieg. Von der eigentlichen Bastei ist nur noch eine alte Brücke übriggeblieben, die hoch oben zwei Felsen miteinander verbindet. Bis dorthin waren ganz schön viele Höhenmeter und zahlreiche Stufen zu überwinden, doch für den Ausblick hat es sich gelohnt. Am Abend waren alle müde, und kaum einer wollte mehr etwas unternehmen. Am Tag der Abreise aus Dresden waren alle traurig und wären gerne länger in dieser Stadt geblieben. Doch der Bus nach Prag stand schon um 10 Uhr bereit zur Abfahrt. Die Fahrt dauerte etwa 4 Stunden. In Prag hatten wir in einem großen Haus im Stil der Gründerzeit ein Mädchen- und ein Jungenapartment. Diese bestanden aus einer Küche, Bädern und Schlafzimmern. Kein fünf Sterne Hotel, aber zum Leben reichte es; außerdem es gab Fernseher! Die Küche war wichtig, weil wir uns selber verpflegen wollten. In dem Haus wohnten auch Prager Einwohner, also mussten wir uns leise und ordentlich verhalten. Am Nachmittag sahen wir uns bei sengender Hitze die Prager Altstadt an, doch alle wollten schnell wieder in die kühlen Apartments, da wir so geschafft waren von dem Aufstieg am Tag zuvor. Am Donnerstag unternahmen wir einen sehr informativen Ausflug nach Theresienstadt. Diese Stadt wurde im 2. Weltkrieg von den Nazis als Arbeitslager für Juden und politische Gefangene missbraucht, über

17 Wir sind ein Stück vom Ganzen Ziele und Aufgaben des Bundes Eintreten für ein freies und selbstverwaltetes Schulwesen (freies Geistesleben) Förderung und Entwicklung der Pädagogik Rudolf Steiners (Waldorfpädagogik) Zusammenarbeit mit Institutionen, die auf dem Gebiet der Waldorfpädagogik im In- und Ausland tätig sind Unterstützung und Beratung der einzelnen Schulen Koordination schulpolitischer Aktivitäten Veranstaltung von öffentlichen Tagungen zur Waldorfpädagogik Planung, Durchführung und Koordination von Lehrertagungen, Fachtagungen, Fortbildungen und Kolloquia Finanzierung der Lehrerbildung Öffentlichkeitsarbeit Bundeskonferenz Die Bundeskonferenz wurde als Organ mit der Satzungsänderung im März 2007 neu eingerichtet. In ihr sind die Landesarbeitsgemeinschaften sowie der Bundeselternrat durch jeweils 2 Delegierte (Mecklenburg-Vorpommern 1 Delegierter) vertreten. Außerdem sind folgende Einrichtungen mit jeweils einem Delegierten vertreten: Pädagogische Forschungsstelle, Kindergartenvereinigung und die Arbeitsgemeinschaft der Heilpädagogische Schulen. Die Bundeskonferenz ist ein beratendes Gremium, das den Austausch zwischen den Landesarbeitsgemeinschaften, den Schulen und dem Vorstand pflegt und in dem die wesentlichen Entwicklungsfragen der deutschen Waldorfschulbewegung beraten werden. Sie berät den Vorstand und bereitet Beschlüsse der Mitgliederversammlung vor. Hierzu gehört auch die Erarbeitung eines Vorschlages bei Vorstandswahlen. Die deutschen Waldorfschulen haben sich unter der Bedrohung durch den Nationalsozialismus 1933 und dann 1946 erneut zu einem Bund der Freien Waldorfschulen e.v. mit dem Sitz in Stuttgart zusammen geschlossen. Es handelt sich um eine föderative Vereinigung, die die Autonomie der einzelnen Waldorfschule nicht antastet, wohl aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahrnimmt. Mitglieder Korporative Mitglieder sind derzeit in Deutschland 231 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie elf Seminare/Hochschulen für Waldorfpädagogik. Daneben gibt es ca persönliche Mitglieder. Herausgabe der Zeitschrift Erziehungskunst Die Geschäftsstelle Der Vorstand hat derzeit drei Geschäftsführer bestellt. Sie leiten aus dem Arbeitszusammenhang der geschäftsführenden Vorstandssitzung die Geschäftsstelle, bereiten die Sitzungen vor, erstellen Protokolle, führen Vorstandsbeschlüsse durch, halten Kontakt zur Schulbewegung, zu Geschäftsführern und Vorständen der Schulträger usw. Sie bereiten auch in Zusammenarbeit mit dem geschäftsführenden Vorstand die Delegierten-, die Schulträger- und die Mitgliederversammlungen sowie die Sitzungen der verschiedenen Ausschüsse vor. Elternrat beim Bund An den Zusammenkünften des Elternrats nehmen je Schule ein oder zwei Vertreter der Elternschaften sowie nach Möglichkeit ein Vertreter des Lehrerkollegiums der Schulen teil. Die Zusammenkünfte des Elternrats finden zweimal jährlich an wechselnden Orten statt und dienen dem Austausch über die aktuellen Entwicklungen an den Schulen. Kontaktanschrift Bund der Freien Waldorfschulen e.v. Wagenburgstraße 6 D Stuttgart Fon +49 (0) Fax +49 (0) waldorfschule.de Regionale Arbeitsgemeinschaften Regionale Arbeitsgemeinschaften (Landesarbeitsgemeinschaften) bestehen im Bund seit langen Jahren mit einer von Anfang an gegebenen Eigeninitiative vor allem in den Rechtsfragen gegenüber den Landesregierungen. Sie werden überall dort tätig, wo das zur Unterstützung der Arbeit der einzelnen Schulen und der gemeinschaftlichen Belange in einer Region erforderlich und sinnvoll ist. Wie sich die Arbeitsgemeinschaften im einzelnen gliedern und verfassen, ist eine Frage der Selbstgestaltung. Arbeitsgemeinschaft Waldorfpädagogik Ansprechpartnerin: Frau Elisabeth Köpke Mergelteichstr Dortmund Fon +49 (0) Fax +49 (0) Quelle: SONNENSCHUTZ WOHN(T)RAUM POHLE RAUMGESTALTUNG Innendekoration Teppiche Polstern Gardinenpflege Jochen Pohle Jakobistraße 17 Soest Tel /22 49 pohle-raumgestaltung.de 32 5 vor acht

18 Wir verabschieden unsere Großen Abschlussfeier der 11. Klasse Impressum 5 vor acht erscheint einmal jährlich als unabhängige Zeitschrift für Bildung und Kultur. Gemeinsames Lernen von der ersten bis zur Abschlussklasse das gehört auch an unserer Waldorfschule zum Programm. Jedes Kind soll den ihm gemäßen Lernweg im eigenen Tempo gehen, und dabei doch im Klassenverband bleiben können. So kommt es, dass am Ende der 11. Klasse, ein Jahr später als an Regelschulen üblich, von den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche staatliche Abschlüsse erreicht werden. Von den Elftklässlern des Jahres 2012 erlangten vier den Hauptschulabschluss 10 A und elf den Mittleren Schulabschluss (Fachoberschulreife), davon sind wegen ihrer guten Abschlussnoten fünf zum Besuch der gymnasialen Oberstufe berechtigt. Eine Schülerin, deren Gesundheitszustand einen normalen Schulbesuch nicht erlaubt, war außerdem von einer Lehrerin der Waldorfschule zu Hause auf die Prüfung zum Hauptschulabschluss 10 A vorbereitet worden, mit gutem Erfolg! In der musikalisch ausgestalteten Feierstunde blickten Eltern und Schulleitung in ihren Reden auf eine bewegte Schulzeit zurück und wünschten den Absolventen Willensstärke und Ausdauer, um auch die nächsten Ziele in ihrem Leben zu erreichen. Klassensprecher Felix Feldmann hob besonders den guten Zusammenhalt in der Klasse hervor. Klassenbetreuer und Musiklehrer Andreas Weitz verzichtete auf eine Rede und sang stattdessen für seine Klasse ein afrikanisches Lied zur Gitarre, das rät, zuversichtlich den Blick in die Zukunft zu richten. Auch die Mitschüler gratulierten: Die Sechstkläss- ler überreichten ihren Paten, von denen sie einst als i-männchen ins Schulleben eingeführt wurden, Rosen. Zum Abschluss richteten die Zehntklässler ein traumhaftes Buffet aus, an dem Eltern, Schüler und Lehrer gemeinsam die Feier ausklingen ließen. Zum ersten Mal werden in diesem Jahr Absolventen mit guten Abschlüssen hier ihre Schullaufbahn in den Klassen 12 und 13 fortsetzen, um danach ihr Abitur abzulegen. und unsere Ehrenamtlichen im Vorstand Aus langjähriger Vorstandsarbeit wurden im Mai 2012 verabschiedet (v. r.): Sebastian Rothmayer und Irmhild Bertram als Trägervereinsvorstand, Peter Kesting und Christa Leßmann-Fischer als Vorstand Waldorfschulverein / Förderverein. Auch an dieser Stelle: Herzlichen Dank für die geleistete Arbeit! Herausgeber: Freie Waldorfschule Soest Hugo Kükelhaus Schule Redaktion: Peter Kesting, Christa Leßmann-Fischer, Angelika Rode, Claudia Schenkel Fotos/Quellen: Von Schülern, Eltern und Lehrern der Waldorfschule Soest, Seite 6: Jutta Niggemeier (Soester Anzeiger), Seite 7, 8, 9, 22 und 23: Charlotte Fischer; Seite Seite 4,6,10,22 und 32: Christa Leßmann-Fischer; Seite 13: aus der Schulbroschüre der Rudolf-Steiner-Schule München-Daglfing; Seite 15: Fotografien Hosang, Seite 25 26: Food in Container: No Rights Reserved, food-in-africa: Fotografin Hannelore Vonier, Quelle: Bestimmte Rechte vorbehalten. Seite 27 und 28: Wala Heilmittel GmbH; Layout, Satz rgb Mediendesign, und Anzeigen: Rebecca Großblotekamp Fon Druck: Druckerei Laudert, Vreden Auflage: 4500 Vertrieb: Vertrieb: Kostenlose Verteilung im Kreis Soest und Umgebung Anschrift der Redaktion: Redaktion 5 vor acht Freie Waldorfschule Soest e.v. Hugo Kükelhaus Schule Wisbyring 13, Soest Tel.:

19 Freie Waldorfschule Soest e.v. Hugo Kükelhaus Schule Wisbyring 13, Soest Telefon:

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