Mitteilungen. Herbst 2009 Heft 87

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1 Herbst 2009 Heft 87 Mitteilungen

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3 Mitteilungen Herbst 2009 Heft 87

4 Inhalt Editorial...3 Vorstellungen Klasse 1a....4 Klasse 1b....5 Lehrer Personalveränderungen Schulabschlüsse...14 Totengedenken...16 Sommerkonzert...18 Klassenfahrten Estland 12 b/c...21 Rumänien 12a...24 Klassenspiel Galileo Galilei...28 Aus dem Schulleben Baumpflanzaktion...32 Die Fachhochschulreife Holz Metall Keramik Zirkus...42 Weidenhaus-Projekt Papierschöpfen...50 Schulentwicklung Konfliktbewältigung Der neue Hort...54 Entwicklungsprojekt Engelberg...55 Der neue Vorstand Zukunftsinvestitionsprogramm Die Engelberger Vorschulgruppe...60 Bücher...62 Chronik und Veranstaltungen Magdalenenschule Werbung Organisationsteil (gelbe Seiten) Die MITTEILUNGEN werden von der Freien Waldorfschule Engelberg unentgeltlich herausgegeben, für Eltern und Freunde der Schule. Sie können jedoch die Finanzierung des Heftes mit einer Spende unterstützen. Für den Inhalt tragen die Autoren die Verantwortung. Anschrift: Freie Waldorfschule Engelberg Rudolf Steiner Weg Winterbach Tel: / Fax: / Hompage: Konto: Kreissparkasse Schorndorf BLZ Redaktion: Layout: Werbung: Titelbild: Bernd Fischer (E) Hermann Giesser (E) Andrea Groß (E) Annette Güppertz (L) Thomas Heller (E) Dietrich Schneider (el) Harry Schröder (L) Krimhild Stürzl (M) Bernd Fischer (E) Andrea Groß (E) Thomas Heller (E) Dietrich Schneider (el) Harry Schröder (L), Krimhild Stürzl (M) X Dietrich Schneider Abkürzungen: Lehrer (L) Eltern (E) Schüler (S) Mitarbeiter (M) Kindergarten (K) Ehemalige (el, ee, es, em, ek) Druck: Elbe Druckerei Wittenberg GmbH Auflage: 2300

5 Editorial 90 Jahre Waldorfschulen Jubiläen sind nicht nur dazu da, um zu feiern, noch weniger, um das Erreichte zu fixieren, sondern viel mehr zur Besinnung. Besinnung auf den Ursprungsimpuls, auf die gewordene Form, Besinnung aber vor allem auf die Weiterentwicklung in die Zukunft hinein. Der Ursprungsimpuls der Waldorfschulen war ein doppelter. Das Kaiserreich war 1919 zusammengebrochen. Ein starres System, fixiert auf den äußeren Erfolg und ein überspanntes deutsch-nationales Gesellschaftssystem hatte abgewirtschaftet. Nicht mehr der preußische Offizier war das oberste Gesellschaftsideal, sondern für den einfachen Menschen galt es, als Mensch zu überleben. In diese äußere Umbruchsituation stellte sich die Gründung der Waldorfschule in Stuttgart. Sie übernahm nichts von den überlieferten Schulformen, sondern schuf eigene Unterrichtsformen. Vielleicht eine der wichtigsten war: weg von den Schultypen des 19. Jahrhunderts: Volks-, Real- und höhere Schule dafür eine 12-klassige Einheitsschule. Und da sind wir schon beim zweiten Ursprungsimpuls. Es ging ja nicht darum, einfach bloß etwas anders zu machen, den alten Wein in neue Schläuche zu füllen; hinter anderen Formen standen grundsätzlich andere Ideen. Erziehungsziel war nicht, den jungen Menschen zum funktionierenden Rädchen im so oder anders gearteten Gesellschaftssystem zu machen. Der Blick richtete sich viel mehr auf den werdenden Menschen, der im Werden auch Entwicklungsstufen durchläuft und dessen Werden mit dem Ende der Schulzeit nicht zu Ende ist, sondern vielmehr erst beginnt. Der Lebenslauf als Prozess, um immer mehr Mensch zu werden und souverän die Aufgabe zu ergreifen, die das Leben in der vielfältigen Weise an jeden einzelnen stellt. Im Mittelpunkt steht der Mensch in seiner Einmaligkeit als leibliches, seelisches und geistiges Wesen. Seit 1919 hat sich vieles in der Welt verändert. Die Gedankenstrukturen sind aber in erschreckender Weise geblieben, wie sie sich im 19. Jahrhundert herausgebildet haben. Die Ideologie des Materialismus ist totalitärer geworden. Gleichzeitig ist seit längerer Zeit schon ein Aufwachprozess unter den Menschen zu beobachten. Viele sind mit den Denkinhalten, die uns heute immer noch suggeriert werden, nicht mehr zufriedenzustellen; sie suchen nach neuen Inhalten und neuen Wegen. Hier stellen sich Forderungen an die Waldorfpädagogik. Die geistigen Grundlagen der Waldorferziehung sind noch nicht ausgeschöpft. Vielleicht tritt die Schulbewegung in eine neue Phase. Die Besinnung auf Grundlagen und Ziele muss sich intensivieren. Das Entwicklungsprojekt Engelberg, die Arbeit an der Weiterentwicklung der Schule, die seit einiger Zeit intensiv vorangetrieben wird, ist ein Zeichen dafür, dass Bewegung stattfindet. Es gab eine lange Zeit in der Vergangenheit, wo die Waldorfschulen insgesamt auf die öffentlichen Schulen hingeschaut haben und oftmals auch versuchten, Anerkennung durch Anpassung zu erlangen. Das innovative Element der Steinerschen Pädagogik darf nicht verloren gehen. Indem im Hintergrund aller zukünftigen Reformen das Erziehungsziel der Mensch nicht aus den Augen verloren wird, kann die Schule ihre Zukunftsaufgabe erfüllen. Wie sich die Bewusstseinsentwicklung eines Menschen im Laufe der Biografie wandelt, so wandelt sich auch mit jeder Generation die Anforderung an die Schule. Nur wenn das immer wieder ergriffen wird, kann die Schule lebendig bleiben und ihre Aufgabe der Menschenbildung erfüllen. Für die Redaktion Dietrich Schneider 3

6 Vorstellungen Klasse 1a Frau Baar 1 Lucy Heser 2 Una Rayers 3 Tarek Hassan 4 Tabea Treschl 5 Kadischa Tochtermann 6 Paul Köstlin 7 Luca Kirchgeßner 8 Phillip Bussenius 9 Felix Heinrich 10 Philip Roth 11 Joana Waldenmaier 12 Tim Schlender 13 Theresa Stein 14 Daniel Wienands 15 Elena Ziegler 16 Vincent Mohr 17 Larissa Schmidt 18 Leonhard Handte 19 Lukas Colmar 20 Kolya Bozicnik 21 Jonas Weigel 4

7 Vorstellungen Klasse 1b Frau Schönleber 1 Philippe Bähr 2 Alina Eymann 3 Aaron Ludwig 4 Paula Schulze 5 Selin Posul 6 Lewin Creuz 7 Anna Breininger 8 Quentin Haas 9 Jonas Furthmüller 10 Nils Helf 11 Leon Trautner 12 Alexia Kaiser 13 Neil Gahl 14 Maurice Kersten 15 Fehnja Engelen 16 Alina Fuchs 17 Erik Fritz 18 Joshua Abbrecht 19 Ines Margalef Tejada 20 Lavinia Engelen 21 Paul Beeg 22 Julius Zoller 5

8 Vorstellungen Simone Baar Klassenlehrerin der 1a Nach meinem Ersten Staatsexamen absolvierte ich mein Referendariat in Reichenbach/Fils an einer Grund- und Hauptschule. Dort unterrichtete ich eine dritte Grundschulklasse in Deutsch und MeNuK (das bedeutet Mensch, Natur und Kultur und hat das Fach Heimat- und Sachunterricht abgelöst) und eine siebte Hauptschulklasse in Deutsch und MNT (das ist im Prinzip Biologie, Physik und Chemie zusammen in einem Fächerverbund). Ich freue mich, mich Ihnen dieses Jahr als neue Lehrerin der Klasse 1a am Engelberg vorstellen zu dürfen. Meine Wurzeln liegen schon von Geburt an im schönen Remstal und ich bin sehr glücklich darüber, hier jetzt auch unterrichten zu können. Ich selbst habe leider keine Waldorfschule besucht, sondern ging nach meiner Grundschulzeit in Korb auf das Salier-Gymnasium in Waiblingen. Nach dem Abitur beschloss ich, selbst Lehrerin zu werden und studierte sieben Semester an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg Grund- und Hauptschullehramt mit den Fächern Deutsch und Heimat- und Sachunterricht mit dem Schwerpunkt Biologie. Doch nach diesen 1,5 Jahren im Vorbereitungsdienst musste ich feststellen, dass einige Dinge am Staatlichen Schulwesen nicht meinen Vorstellungen vom kindgerechten Lernen entsprechen. Daher beschloss ich, nach dem erfolgreichen Abschluss meines Vorbereitungsdienstes, mich beruflich weiterzuentwickeln. Nach vielen guten und informativen Gesprächen mit Waldorflehrern und anderen, mit der Waldorfschule eng verbundenen Menschen, beschloss ich, mich für das Klassenlehrerstudium am Waldorflehrerseminar in Stuttgart anzumelden. Dieses Studienjahr an der Freien Hochschule bereitete mir große Freude und beeindruckte mich auch tief. Nach dem Ende meines Waldorflehrerstudiums zog ich nach Heilbronn und unterrichtete dort für ein Schuljahr an der dortigen Waldorfschule. Nun freue ich mich jedoch sehr darüber, wieder zurück im Remstal zu sein und hier am Engelberg als Klassenlehrerin und Englischlehrerin der beiden ersten Klassen unterrichten zu dürfen! Simone Baar (L) 6

9 Vorstellungen Gabriele Schönleber Klassenlehrerin der 1b nicht leicht, als im Frühjahr dieses Jahres plötzlich die Frage im Raum stand: Übernehme ich jetzt eine erste Klasse oder bleibe ich bei den chers amis aus dem Fachkreis Französisch? Da ich mit der Idee, eine Klasse von Beginn an zu führen, schon immer geliebäugelt und durch Vertretungssituationen Erfahrungen im Hauptunterricht der Unterstufe gesammelt hatte, neigte sich die Waagschale ziemlich bald zugunsten der Einser. Mittlerweile sind sie mir auch schon richtig ans Herz gewachsen und ich bin froh, mich für sie entschieden zu haben. Ganz draußen aus dem alten Fachkreis bin ich jedoch nicht: In der eigenen und in einer vierten Klasse gebe ich weiterhin Französisch. Als ich im Sommer 2006 hierher an den Engelberg kam, hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich drei Jahre später schon wieder für die Mitteilungen porträtiert werde. Damals kam ich von der Freien Waldorfschule auf der Alb, wo ich als Klassenlehrerin in der Mittelstufe gearbeitet hatte. Nun wartete am Engelberg eine etwas andere Aufgabe auf mich: Als Fachlehrerin für Französisch unterrichtete ich in den Klassen eins bis sieben. Ich habe mich hier von Anfang an wohl gefühlt nicht nur, weil Schule und Wohnort nicht mehr weit auseinander liegen, sondern auch der netten Kollegen wegen; und die Arbeit in den Klassen ging auch voran. So fiel mir die Entscheidung zunächst Was gibt es sonst noch zu berichten? Ich habe nach dem Studium (Deutsch und Französisch) und vor dem Waldorflehrerseminar achtzehn Jahre lang an verschieden privaten und öffentlichen Einrichtungen unterrichtet und mehrere Jahre bei einer Zeitung gearbeitet. Da sieht man, wie die Zeit vergeht... In meiner Freizeit wandere und reise ich sehr gerne; und die Vorstellung, mit einem guten Buch auf dem Liegestuhl oder bei kälterem Wetter auf dem Sofa die Zeit zu verbringen, verliert nie ihren Reiz für mich. Meine eigenen Kinder ich habe zwei Söhne sind erwachsen und aus dem Haus, so dass ich meine Zeit und Kraft nun denen widmen kann, die mir anvertraut wurden: meinen Erstklässlern. Gabriele Schönleber (L) 7

10 Vorstellungen Verena Faigle Fachlehrerin für Englisch Seit diesem Schuljahr unterrichte ich an der Magdalenenschule Englisch und Gartenbau und an der Freien Waldorfschule Engelberg Englisch. Der tägliche Wechsel zwischen den beiden Schulen ist noch ungewohnt, aber bereichernd. Ich bin ehemalige Waldorfschülerin, mein Leben lief allerdings nicht geradlinig auf das Waldorflehrerdasein zu. Durch ein paar Kindheitsjahre in Brasilien begriff ich früh, dass ein Schulbesuch nicht selbstverständlich ist und wollte eines Tages unterrichten, doch zuvor wollte ich mehr vom Leben sehen. Meine Stationen waren eine Schauspielausbildung und Bühnentätigkeit; Produktionsleiterin für Veranstaltungen im In- und Ausland; Berlin, München, Südamerika, bevor ich in meiner Heimat Stuttgart das Waldorflehrerseminar besuchte. Da ich mehrere Sprachen spreche, lag der Entschluss Sprachlehrerin zu werden, nahe. Dann übernahm ich eine verwaiste Handarbeitsstelle an der Waldorfschule Graz, die sich bald um die Erarbeitung englischer, abendfüllender Theaterstücke in der Oberstufe erweiterte. Nun zog es mich und meine beiden Kinder zurück in die alte Heimat und seit ein paar Wochen sind wir nun hier. Verena Faigle (L) 8

11 Vorstellungen Andrea Goos-Jaffke Fachlehrerin für Englisch Als Kind der beginnenden Wirtschaftswunderzeit wuchs ich in einem kleinen Dorf bei Karlsruhe auf. Dort ging ich auf die Grundschule und beschloss schon damals, mit sieben Jahren, Lehrerin zu werden so wie die junge attraktive Frau, die uns Dorfkindern die hochdeutsche Sprache näherzubringen versuchte. Wir lebten in bescheidenen Verhältnissen, wenngleich es uns an nichts Wesentlichem mangelte. Mit zehn Jahren wechselte ich auf das humanistische Gymnasium in der nächstgelegenen Kleinstadt. Des Hochdeutschen inzwischen mächtig, begeisterte ich mich noch für andere Sprachen und schrieb mich dann mit achtzehn Jahren für Anglistik und Romanistik an der Universität Heidelberg ein. Ergänzt wurden meine Studienjahre durch Aufenthalte in Canterbury, Poitier, Warwick und Oxford. Nun zog mich die wissenschaftliche Arbeit vor allem im Bereich der Literaturkritik in ihren Bann... Nach Absolvieren des zweiten Staatsexamens trat ich meine erste Stelle als Fremdsprachenlehrerin an einer der Freiburger Waldorfschulen an. Während meiner anschließenden zehnjährigen Tätigkeit an der Tübinger Freien Waldorfschule konnte ich mich immer intensiver mit der Schulgemeinschaft und ihren Aufgaben verbinden. In diese Zeit fallen auch noch weitere Reisen, z.b. nach Süd- und Mittelamerika und, zusammen mit Schülern, nach England und Griechenland. Ausschlaggebend für meinen Weg hin zur Waldorfpädagogik waren private Kontakte und vor allem mein erster Besuch der Stuttgarter Sommertagung während meiner Referendarszeit. Auf ganz besondere Weise vertiefen, was ich in der Praxis erfahren hatte, konnte ich meine Kenntnisse in Anthroposophie und Waldorfpädagogik in einem Freijahr am Emerson College. Reich beschenkt kehrte ich von dort nach Deutschland zurück und engagierte mich nun an der Jenenser Waldorfschule, die damals noch im Aufbau war. Dies war jedoch von nur kurzer Dauer: nach gut zwei Jahren kam ich durch Heirat und Geburt unserer Tochter wieder in den Westen Deutschlands. Nach zehnjähriger Kinder- und Familienpause darf ich nun hier am Engelberg wieder Schulluft schnuppern. Ich bin dankbar für den offenen und warmherzigen Empfang im Kollegium und gespannt, welche Erfahrungen ich nun mit den Schülern hier machen werde. Andrea Goos-Jaffke (L) 9

12 Vorstellungen Christine Mücke Gruppenleiterin der Vorschulgruppe Aufgewachsen bin ich in Bayern, genauer gesagt im Unterallgäu in einem kleinen Dorf als Älteste von letztlich 5 Geschwistern. Ein großer Garten, angrenzende Wiesen und ganz wichtig ein Bach dazu waren meine Welt. Ich wollte mit Kindern arbeiten, dazu gab es für mich damals keine Alternative und so hat mich meine Erzieherausbildung an der Fachakademie schon mit 16 von zu Hause weggeführt. Eine wichtige Zeit war die meines Anerkennungspraktikums, in der ich in einem Heim für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche arbeitete und lebte. Eines meiner ältesten Kinder war gerade mal ein knappes Jahr jünger als ich selbst. Der Studienplatz meines Mannes in Stuttgart gab dann auch für mich den Ausschlag ins Remstal zu ziehen und brachte mir eine neue Tätigkeit, wieder (wie im Vorpraktikum) im Kindergarten. Viele Fragen zur Erziehungspraxis in dieser Zeit (es war die Zeit der Vorschularbeitsblätter) haben sich mir damals gestellt, auf die ich zunächst keine Antworten fand. Nach einem guten Jahr im Kindergarten kam 1981 unsere erste, 1983 unsere zweite Tochter zur Welt und ich wurde zur Mutter und Hausfrau. Das war auch die Zeit, in der ich über eine Nachbarin den Engelberg kennen lernte und eine Pädagogik, in der ich Antworten für meine Fragen finden konnte, die meiner inneren Haltung entsprochen haben und die ich mir für meine eigenen Kinder wünschte. Und nun bin ich schon seit 23 Jahren am Engelberg als Mutter. In der Zwischenzeit habe ich wieder als Erzieherin im Kindergarten gearbeitet, zuletzt als Gruppenleitung einer Vorschulgruppe und als Leiterin des dreigruppigen Kindergartens bis 1995 meine dritte Tochter und 1997 mein Sohn zur Welt kamen und meine Hauptaufgabe nun wieder zu Hause stattfand. Nebenbei machte ich mir Gedanken um meine berufliche Zukunft und ich begab mich auf die Suche nach einem Arbeitsfeld, das einmal nichts mit Kindern zu tun haben sollte aber ich wurde nicht fündig. Im Gegenteil, ich entschloss mich zu einer Elternberaterausbildung Frühe Kindheit am IPSUM-Institut in Stuttgart und gründete daran anschließend vor sechs Jahren Naturspielgruppen für Kleinkinder mit ihren Eltern. Seit drei Jahren auch in Zusammenarbeit mit der Waldorfkindergarteninitiative Sprössling. Fast zeitgleich führte mich meine dritte Tochter zur Förderpädagogik und als Essenz davon startete ich die Initiative Förderschule am Engelberg, aus der die Magdalenenschule hervorgegangen ist, die ich bis heute als Vorstand begleite. Und nun, seit fast genau drei Wochen darf ich noch ein Kind am Engelberg begleiten, eine wieder neu eingerichtete altersgleiche Kindergartengruppe (Vorschulgruppe) die ich als Gruppenleiterin führe. Ich staune über die Offenheit der Kinder und darüber, wie stark sie Eindrücke verinnerlichen und finde einmal mehr bestätigt, dass ich mit der Waldorfpädagogik auf dem richtigen Weg bin. Christine Mücke (M) 10

13 Vorstellungen Pirjo Partanen-Dill Fachlehrerin für Eurythmie Als ältestes von drei Geschwistern wuchs ich in einer recht sportlichen Familie unter den Polarlichtern in Nord-Finnland auf. In meinen Jugendjahren zogen wir nach Ost-Finnland in das heitere Nord-Karelien um, in die Heimat meiner beiden Eltern. Dort schloss ich mich einer Theatergruppe an und spielte viele Jahre ernsthaft mit. So sollte das Schauspiel nach dem Abitur auch mein Beruf werden, doch dann erzählte mir nach einer Fortbildungstagung unser Regisseur über die wunderliche Eurythmie und über das A! Und meine künstlerische Erlebniswelt war erschüttert. Diese mir unbekannte Kunst zog mich so stark an, dass ich in Helsinki mein Eurythmiestudium anfing und das letzte Studienjahr bei Elena Zuccoli in Dornach (Schweiz) verbrachte. Es folgte ein besonderes Jahr in Stuttgart bei Else Klink und zum Abschluss dieses künstlerischen fünften Jahres feierten mein deutscher Mann und ich mit dem ganzen Kurs Hochzeit. So wurde mir der Süd-Westen Deutschlands zur Heimat und nach wenigen Wanderjahren etablierte sich unser Leben in Karlsruhe. In der Freien Waldorfschule Karlsruhe verbrachte unsere Tochter ihre gesamte Kindergarten- und Schulzeit. Dort in der Waldorfschule arbeitete ich recht lang in allen Alterstufen als Eurythmielehrerin und initiierte u.a. den künstlerischen Abschluss in den 12. Klassen. Für meinen Mann und mich folgte nun die Mithilfe beim Aufbau der Parzival-Schulen (Schule für Erziehungshilfe und Förderschule) in Karlsruhe. Dort begrenzte sich die Arbeit nicht nur aufs eigene Fach, sondern man brachte sich vielseitig ein. Aufmerksam wurde ich auf die Freie Waldorfschule Engelberg durch die Internetdarstellung und das öffentliche Erscheinungsbild. Mit den dort dargestellten Idealen und Zielen kann ich mich sehr gut verbinden. Nach der Menschenkunde Rudolf Steiners zu arbeiten ist mir ein Anliegen. Ebenfalls schätze ich den enormen Erfahrungsreichtum dieser Schule sehr. Glücklicherweise durfte ich viele künstlerische Auftritte der Schüler im letzten Schuljahr hier bewundern und das Verwirklichen der Waldorfpädagogik erleben. Als Eurythmielehrerin kann ich hoffentlich nach und nach auch einen Beitrag dazu leisten. Herzlich bedanke ich mich für die offene und sehr freundliche Aufnahme in das Kollegium. Täglich freue ich mich auf die mir anvertrauten Schüler und Kindergartenkinder. Pirjo Partanen-Dill (L) 11

14 Vorstellungen Simon Schwaderer Fachlehrer für Eurythmie Liebe Schulgemeinschaft! Ich freue mich sehr, mich hier als neuer Lehrer vorstellen zu dürfen. Mein Name ist Simon Schwaderer und ich bin Eurythmie- Lehrer. Für den freundlichen Empfang hier an der Schule möchte ich mich herzlich bei den Eltern, den Kollegen und natürlich bei den Schülern bedanken! Nun ein bisschen aus meinem bisherigen Leben: Ich bin 1972 in Stuttgart geboren und auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen. Dort verbrachte ich meine Kindheit in einer wunderschönen Landschaft: hohe Berge, tiefe Wälder, klare Seen. In Heidenheim ging ich erst in den Waldorfkindergarten und dann in die Waldorfschule bis zur 5.Klasse. Da meine Familie wegzog, ging ich von Klasse 5 bis 13 in die Freie Waldorfschule Heilbronn. Eigentlich wollte ich Kameramann werden. Doch im Verlauf des 12. Schuljahres gelang es einer talentierten Eurythmie-Lehrerin, meine Begeisterung für dieses Fach zu wecken, welches mir in den Jahren davor ziemlich egal gewesen war. In Nürnberg studierte ich 4 Jahre Eurythmie. Leider gaben während dieser Zeit alle meine Kollegen, die ihr Studium mit mir begonnen haben, auf und ich machte am Ende alleine meinen Abschluss. Diese Sache gibt mir bis heute zu denken. Ich beschloss, dass es einen anderen Weg geben musste, jungen Menschen Eurythmie zu vermitteln. In Nürnberg sammelte ich auch die ersten Erfahrungen an der dortigen Waldorfschule sowie auch in der Bühnengruppe. Meine pädagogische Ausbildung machte ich im Rahmen des norddeutschen Eurythmie-Lehrer- Seminars und natürlich beim Unterrichten zog ich mit meiner Familie nach Hof, im nördlichen Bayern. Dort unterrichtete ich die letzten 10 Jahre an der Waldorfschule, vor allem in der Oberstufe. Eurythmie kommt aus dem Leben und sie gehört ins Leben hinein. Es ist mir in den letzten Jahren ein Anliegen geworden, dies den (jungen) Menschen zu zeigen. Man kann Eurythmie nicht unterrichten, man muss sie erleben! Ich freue mich auf die Zusammenarbeit! Simon Schwaderer (L) 12

15 Vorstellungen Personalveränderung Liebe Schulgemeinschaft, auch zum Schuljahr 2009/2010 möchte ich Sie, so wie in den Jahren zuvor, herzlich begrüßen. Möge es für uns alle ein gutes Jahr werden. Beginnen werde ich mit einem Rückblick auf das letzte Schuljahr in Hinblick auf Veränderungen im Kollegium, also berichten, wer uns verlassen hat. Frau Olivia Achwald war zwei Jahre bei uns als Englischlehrerin tätig und ist jetzt an eine andere Waldorfschule gegangen. Auch Frau Karin Jäkel, die für ein Jahr als Klassenlehrerin die 9a betreute, hat an eine andere Waldorfschule gewechselt. Als Student im Praxisjahr kam die Zeit für Herrn Thomas Trübner zu einem Abschluss. Frau Alexandra Hüttig, seit einigen Jahren als Eurythmielehrerin bei uns tätig, ging im November 2008 in den Mutterschutz. Frau Klassenlehrerin in der Mittelstufe, wird uns Ende Oktober verlassen, da dann ihre Zeit des Mutterschutzes beginnt. Verabschiedet hat sich auch Frau Annette Roth, Lehrerin für evangelische Religion. Für die neuen Aufgaben, denen sie sich alle nun widmen oder widmen werden, wünsche ich alles Gute. Frau Maria Schulz, die noch einige Jahre nach dem offiziellen Rentenbeginn weiterhin die Fachhochschulreifeschüler im Töpfern unterrichtete, hat diese Tätigkeit nun bei uns beendet. Herr Dr. Heinrich Kruckelmann war sehr, sehr lange Kollege bei uns, und zwar für die Fächer Biologie, Chemie und Geographie. Leider musste er aus Krankheitsgründen in den letzten Jahren pausieren, und jetzt hat seine Rentenzeit begonnen. Ihm haben wir die Einrichtung des Landwirtschaftspraktikums und des Sozialpraktikums zu verdanken, die er auch jahrelang beide betreute. Unbeirrt und von der Richtigkeit dieser außerschulischen Erfahrungen für die Schüler überzeugt, gelang es ihm, auch das Kollegium zu überzeugen, wofür wir ihm dankbar sind. Herr Peter Bone spielte lange Zeit Klavier für den Eurythmieunterricht und begleitete viele Jahre die Spieler in den Weihnachtsspielen. Auch er geht in den Ruhestand, hilft aber noch weiterhin aus. Schmerzhaft sind Entlassungen aus dem Therapie-und Förderbereich. Aus finanziellen Gründen konnten wir die Rentnerdeputate in diesem sowie auf allgemein pädagogischen Gebieten nicht fortführen. Betroffen davon sind: Frau Heide Vetter (Kunsttherapie), Frau Barbara Krumnacker Heileurythmie) und Herr Karl-Hellmuth Eymann (Gartenbau und Spinnen). All diesen Kollegen sei gedankt für ihren jahrelangen und unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Schule und der Schüler. Ich wünsche ihnen weiterhin alles Gute. Durch diese eben erwähnten Sparmaßnahmen sind auch Frau Andrea Berlin-Zinkhahn und Frau Dorothee Raiser aus dem Förderbereich betroffen, die mehrere Jahre vielen Schülern geholfen haben. Auch ihnen möchte ich für die Zukunft alles Gute wünschen. Im Bereich des Kindergartens haben uns Frau Heike Schmidt-Brislinger und Frau Marina Bojko verlassen, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Begrüßen möchte ich nun die neuen Kollegen, die sich zu uns gesellt haben. Frau Simone Baar ist Klassenlehrerin in einer unserer ersten Klassen und unterrichtet auch Englisch. Frau Gabriele Schönleber ist uns schon als Französichlehrerin bekannt. Sie hat jetzt die andere erste Klasse übernommen. Für die Fächer Deutsch und Geschich- 13

16 Vorstellungen te haben wir Frau Nicola Meuter gewinnen können, die im letzten Jahr schon bei uns als Studentin im Praxisjahr tätig war. Wir haben zwei neue Eurythmielehrer: Frau Pirjo Partanen-Dill und Herrn Simon Schwaderer. Als Vertretung für eine erkrankte Englischkollegin sind Frau Verena Faigle und Frau Andrea Goos-Jaffke zu uns gekommen. Im Kindergartenbereich sind neue Kolleginnen: Frau Sabine Romero, Frau Elena Kietzmann, Frau Anouk Jansen (Anerkennungspraktikantin) und Frau Mona von Kitzig (Anerkennungspraktikantin). Es gibt wieder eine Vorschulgruppe, die von Frau Christine Mücke geleitet wird. Frau Jenna Ritter ist dort als Praktikantin tätig. Herrn Christian Gröger begrüße ich als unseren neuen Zivildienstleistenden. Ich hoffe, dass sich unsere Neuankömmlinge wohl bei uns fühlen und Freude an der Arbeit haben werden. Margrit Blome (L) Abschlüsse der Freien Waldorfschule Engelberg Die nachfolgend aufgeführten 30 Schülerinnen und Schülern der Klasse 13 a/b haben die Abiturprüfung bestanden: Franziska Bischoff aus Remshalden; Nina Brändlin aus Plochingen; Benjamin Burchard aus Winterbach; Leonhard Drescher aus Plochingen; Maximiliane Egelhof aus Plüderhausen; Melanie Falkenstein aus Schorndorf; Liv Feucht aus Rudersberg; Andreas Glauner aus Hochdorf; Leonie Groß aus Schorndorf; Raphael Heißwolf aus Backnang; Anne Hieber aus Schorndorf; Thomas Hussung aus Winterbach; Marian Janssen aus Winnenden; Sonngard Kersten aus Rudersberg; Marina Kittsteiner aus Schorndorf; Matthias Knödler aus Schorndorf; Franziska Körner aus Adelberg; Dominique Lauble aus Remshalden; Ruben Luckert da Costa Tavares aus Winnenden; Linda Martini aus Schorndorf; Moritz von Ribbeck aus Winterbach; Julian Schramm aus Baltmannsweiler; Klara Schröder aus Winterbach; Marco Schwingel aus Schorndorf; Ruben Sorg aus Rudersberg; Hannah Spreitzenbarth aus Remshalden; Katharina Traub aus Winterbach; Rahel Weissenborn aus Schwäbisch Gmünd; Dorothea Wiegmann und Elisabeth Wiegmann aus Adelberg. 12 Schülerinnen und Schülern der 13f haben die Fachhochschulreife erworben: Arved Baumgärtner aus Plüderhausen; Alessandro Haag aus Schwaikheim; Lukas Heger aus Remshalden; Elena Klein aus Berglen; Magdalena Kubica aus Schorndorf; Konstantin Möhner aus Winterbach; Moritz Pesch aus Schorndorf; Maximilian Schmid aus Schorndorf; Amelie Schwegler aus Winnenden; Rebecca Steiner aus Winterbach; Simon Villwock aus Lichtenwald und Pit Wahl aus Winnenden. 14

17 Vorstellungen 37 Schülerinnen und Schülern haben den Realschulabschluss bestanden: Klasse 12a Lisa Danielse aus Schorndorf; Joshua Eichkorn aus Welzheim; Maite Galagorri aus Berglen; Jan-Lorin Goblirsch aus Ebersbach; Johannes Möhner aus Winterbach; Julia Scheibe aus Korb; Lisa Schneider aus Hochdorf; Leonie Schramm aus Baltmannsweiler; Therese Sturm aus Schorndorf; Ulrike Waidmann aus Esslingen; Moritz Witteschnik aus Ebersbach und Kay Zehnder aus Schwaikheim. Klasse 12b Isabell Anders aus Kernen; Lotte Attinger aus Leutenbach, Lea Bauer aus Weinstadt; Simeon Ewert aus Winterbach; Tom Freudenreich aus Rudersberg; Miriam Hoffmann aus Waiblingen; Raphael Kemter aus Winterbach; Marion Mergenthaler aus Weinstadt; Anatol Schmid aus Winterbach; Nadine Walter aus Waiblingen; Jana Ziegler aus Winterbach und Philipp Zoller aus Pforzheim. Klasse 12c Tristan Benesch aus Urbach; Patrick Blazek aus Aichwald; Martin Epp aus Waiblingen; Julian Kappel aus Weinstadt; Mona Leonhardt aus Schorndorf; Annika Luithardt aus Waiblingen; Matthias Maier aus Weinstadt; Amira Oweideh aus Weinstadt; Sarah Repper aus Weinstadt; Daniel Schmid aus Lichtenwald; Maximilian Schweig aus Esslingen; Matthis Stegmüller aus Schorndorf und Christof Weber aus Uhingen. Den Hauptschulabschluss haben erworben: Parthena Tourgaidis aus Plochingen und Benjamin Krüger aus Ebersbach. Wir freuen uns mit allen Schülerinnen und Schülern über ihre bestandenen Schulabschlüsse und wünschen ihnen für die Zukunft alles Gute. 15

18 Totengedenken Maria Mortensen-Bender Geboren am 3. Mai 1921, gestorben am 1. Februar 2009 Unsere langjährige Buchhalterin Frau Maria Mortensen-Bender starb im Frühjahr dieses Jahres. Sie war vom 1967 bis 1986 in der Verwaltung der Freien Waldorfschule Engelberg bzw. des Engelberger Schulvereins e.v. tätig. Maria Mortensen erblickte am 3. Mai 1921 in Hamburg das Licht der Welt. Die Ärzte diagnostizierten Unregelmäßigkeiten im Wirbelsäulen- und Kniebereich, die später mit Therapien behandelt wurden, jedoch weiterhin ihr ganzes Leben beeinflussen sollten. Sie besuchte die Jahn-Schule und verließ diese im Jahre 1938 mit der Mittleren Reife. Anschließend leistete sie den zu dieser Zeit obligatorischen Arbeitsdienst, ging auf die Höhere Handelsschule und trat nach einem sehr erfolgreichen Abschluss im Jahre 1940 ihre erste Stelle als Kontoristin an. Nun griff der Zweite Weltkrieg in ihr Schicksal ein. Ihre eigenen Lebensziele musste sie über Jahre zurückstellen. Sie kam mit dem Nachrichtendienst des Heeres nach Holland und Polen. In dieser Zeit lernte sie ihren späteren Mann zuerst über Funk kennen. Durch eine abenteuerliche und schwierige Flucht kehrte sie am Ende des Krieges nach Hamburg zurück. Damit erreichte sie wieder vertraute Gebiete. Doch ihre Heimat war ausgebombt und beide Eltern waren nicht mehr am Leben. Sie schlug sich nach Hessen durch und nahm eine Stelle als Sekretärin und Übersetzerin beim 4th Medical Laboratory der Amerikaner in Darmstadt an. Sie fasste 16

19 Totengedenken während dieser Tätigkeit erneut ihre eigentlichen Ziele ins Auge. Dazu gehörte nun das Abitur nachzuholen, um Medizin zu studieren. Ihr Mann, sie hatte 1945 Wilhelm Bender ihren seinerzeitigen Funkfreund geheiratet, war jedoch nicht dafür zu gewinnen. Seine beruflichen Notwendigkeiten, sowie die schwierigen Nachkriegsverhältnisse forderten einen erneuten Verzicht. Jetzt führte sie die Geschäftsbücher ihres Mannes. Er reiste als Vertreter in Deutschland herum. Auch wurden zwei Töchter geboren. Doris kam 1948 zur Welt und war ein Sorgenkind. Über einen Kinderarzt lerne Maria Bender die Anthroposophie kennen und begann sich intensiv mit ihr zu befassen. Ihr zweites Kind, Wibke, folgte 7 Jahre später trennte sich Maria Bender von ihrem Mann. Die Kinder blieben in ihrer Obhut. Wibke besuchte die Waldorfschule in Frankfurt, was zu einem überlangen Schulweg und zur Suche nach einer günstiger gelegenen Schule führte. Die Lebenssituation erschwerend kam hinzu, dass man Krebs bei Maria Bender feststellte. Mit Hilfe der anthroposophischen Medizin konnte sie geheilt werden. Nun suchte sie nach einem neuen Betätigungsfeld und kam in Kontakt zu Peter Joseph Stollwerck, dem Geschäftsführer des Engelberger Schulvereins. Nach erfolgreichen Verhandlungen zog sie 1967 von Darmstadt in die Schulsiedlung im Steinbruch auf dem Engelberg und begann ihre neunzehnjährige Zusammenarbeit mit Frau Simon in der Schulverwaltung. Sie hatte alle mit dem bargeldlosen Geldverkehr zusammenhängenden Vorgänge, also das Führen der Elternkartei, das Ausstellen von Spendenbescheinigungen und die Aufbereitung der Nettogehaltsabrechnungen zu bearbeiten. Dazu kam die Vertretung von Frau Simon im Kassenbereich. Ihr Arbeitsplatz befand sich in der Verwaltungsbaracke auf dem Gelände der Alten Schule. Alle ihre Arbeiten erledigte sie, das gehörte zu ihrem Arbeitsethos, sehr zuverlässig. Im Steinbruch führte sie ein zurückgezogenes Leben. Sie gestaltete ihre Umgebung entsprechend ihren Wünschen und Bedürfnissen, denn allmählich machten sich ihre Rückenund Knieprobleme immer stärker bemerkbar. Trotzdem verreiste sie gerne und verband damit häufig ihr Interesse an Geschichte, Kunst und Musik. Nach ihrem Ausscheiden aus der aktiven Tätigkeit zog sie im September 1986 wieder nach Norddeutschland zurück ihre eigentliche Heimat, aber auch, weil das flache Land für ihre Gehbeschwerden günstig war. Der Kontakt zum nun fernen Engelberg blieb immer bestehen. Es war ihr wichtig innerlich am Werdegang der Schule teilnehmen zu können. Sie starb am 1. Februar 2009 im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit in Eckernförde. Friedwart M. Kurras (el) 17

20 Konzerte Sommerkonzert 2009 Was wäre das Schuljahresende ohne ein abschließendes Sommerkonzert? Ja natürlich, es gibt ein Zeugnis, eine kleine Klassenfeier, eine Abschlussfeier im großen Saal, auch das Lehrerkollegium beschließt in der Konferenz das Schuljahr auf besondere Weise. Was aber für alle Schüler, Mitarbeiter, Eltern, Verwandte, Freunde, Interessierte gemeinsam stattfindet, um dieses Ende eines Schuljahres ausdrücklich gemeinschaftlich zu begehen, zu würdigen, ist das Sommerkonzert vor den Ferien. Doch, es ist tatsächlich mit emotionalen Turbulenzen verbunden, mit Aufregung, Anstrengung, Ärger, Enttäuschung, Verletzung. Aber ja, auch mit Bestätigung, Erleichterung, Zufriedenheit, Gemeinschaft, Erstaunen, Begeisterung, Stolz, Erhebung, Spannung, Glück. Ja, Glück das kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Glück ist der Stoff, der den Lebensmut, die Phantasie, die Tatkraft speist. Am 26. Juli konnten wir wieder daran teilhaben, an zwei aufeinander folgenden Konzerten, dargeboten zuerst von Orchestern und Chören der 6. bis 8. Klassen, danach vom Cello-Quartett AmieCelli, dem Engelberger CelloOrchester und der Engelberger Bigband. Die Klasse 6a ließ uns mit Frau Del Bagno am Klavier eine Messe hören, die, so erfuhren wir nebenher, auch schon im Rahmen eines Gottesdienstes einer Nachbargemeinde aufgeführt worden war. Frau Del Bagno begleitete sehr feinfühlig die jungen Sängerinnen und Sänger, die dabei eine solche Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten zeigten, dass sich mir der Begriff Reichtum aufdrängte. Wie reich muss es in einem Schüler zugehen, der andächtig, inbrünstig, bittend und nachdenklich singen kann, jubelnd und feierlich, melodiös und lieblich, heftig und zart, preisend und erzählend, anrufend und sich beruhigend?! Der Mittelstufenchor der 7. und 8. Klassen, über hundert Schüler und zwei Lehrer, wurde von einem kleinen feinen, sehr schön ergänzenden Ensemble begleitet, das ich hier einmal Bone/Dreher/Bulant (Klavier, Geige, Querflöte, Cello) nennen möchte, alles zusammengehalten von Herrn Schröders beschwörenden Gesten. Die Melodien, Volkslieder von den Britischen Inseln, hatte jeder von uns schon einmal im Ohr gehabt und so mancher summte bestimmt leise mit, tanzte zum Schluss vielleicht sogar im Geiste dazu. Die Klasse 6b musste erst einmal die Bühne für das ganze Orchester vorbereiten, dann geleitete Frau Rüsse die Streicher und Zupfer und die unterschiedlichsten Holz- und Blechbläser zunächst durch einen Marsch von Händel, der sehr majestätisch daherkam. Das anschließende, als Thema aus den Haydn-Variationen angekündigte, Stück entpuppte sich als engste Verwandte unserer Nationalhymne. Trotzdem stand die letzte Wiederholung so manchem Orchestermitglied offensichtlich als plötzliche Überraschung gegenüber. Und wie das so bei Überraschungen ist: nach kurzem Zögern fällt einem dann vielleicht was Richtiges ein. In diesem Falle war es wenigstens so. Der Saal schmunzelte und es hüpfte ein bisschen Glück von hier nach dort. Das Orchester der 7. Klassen bot uns eine kleine Inszenierung im musikalischen Gewand: Zunächst tanzten die Töne eines schönen, differenzierten Flötenorchesters uns eine Sarabande (Frontfrau Frau Del Bag- 18

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