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3 Editorial neue mosaïque - Steinchen bereichern das Bild In diesem mosaïque Heft-2 wollen wir einerseits zurückschauen auf das Vergangene, um das eine oder andere noch einmal aufleben zu lassen, und andererseits den Blick nach vorne richten, auf die Zukunft, auf das, was auf uns als Schulgemeinschaft, als Gemeinschaft von Schülern und Lehrern, Eltern, Kindern und Jugendlichen, als Zeitgenossen zukommt. Die Waldorfaktionswoche mit dem internationalen WOW-day, die CAPTURA-Tage in Witten und Aachen sowie der 25.Geburtstag des Aachener Waldorfkindergartens waren solche Höhepunkte, an die wir noch einmal erinnern möchten, weil sie in der Gegenwart fortwirken, weil sie wichtig für unsere Zukunft sind. Warum gibt es in der Waldorfschule keine Noten? Diese und andere pädagogische Fragen sprechen wir in einem zweiten Schwerpunkt dieses Heftes an, in dem es auch um Hammerschläge und aktuelle Kinofilme geht. Schließlich wollen wir Sie auch teilhaben lassen an Sozialprojekten in Bolivien und Südafrika, von denen Schüler dieser Schule sich haben ergreifen lassen. Im marcstein spannt sich der thematische Bogen diesmal vom intensiven Spiel der Kinder im Kindergartenalter bis zu dem schwierigen Umgang mit drogenabhängigen Jugendlichen, der uns ganz schnell an die Grenzen unserer eigenen Glaubwürdigkeit führen kann. Kein leichter Stoff also, aber ein vielleicht willkommener Denkanstoß. Ihnen, liebe Leser, wünschen wir eine anregende Lektüre. Wir sind gespannt auf Ihre Reaktionen und Zuschriften an unsere Mailadresse. Als Redaktionsteam freuen wir uns über ein weiteres Mitglied: Birgit Baum führt ab diesem Heft den Veranstaltungskalender. Für das Redaktionsteam grüßt Sie herzlich Stephan Rex Stephan Rex ist seit 17 Jahren Vater an der Waldorfschule Aachen mosaïque No2 April - Oktober

4 Waldorf One World WOW! Abstauben für Afrika von Gerd Schmidt, Laura Coenen und Agnes Bieling Die Idee entstand vor einigen Jahren während einer Konferenz der europäischen Waldorfschulen: es Waldorfschülern ermöglichen, ihre Solidarität mit Kindern in armen Ländern der Erde zum Ausdruck zu bringen, indem sie an einem Tag Arbeiten gegen Lohn verrichten und das so verdiente Geld an ausgesuchte Projekte in den entsprechenden Regionen weiterleiten. So sehen zufriedene Abstauberinnen aus Im vergangenen Jahr wurde dieser so genannte WOW-Day bundesweit in Verbindung mit der Waldorf- Aktionswoche anlässlich des 85-jährigen Bestehens der ersten Waldorfschule durchgeführt. Mit dem Geld sollten diesmal drei Projekte in Südafrika unterstützt werden - darunter Kindergärten und die Waldorfschule in der Township KHAYELITSHA in der Nähe von Kapstadt. Zufällig steht die Stadt Aachen schon seit einigen Jahren in intensiven Beziehungen mit dieser Township. Zahlreiche Aachener Organisationen, wie zum Beispiel das Ökologiezentrum und Miserior, pflegen Partnerschaften mit Initiativen und Projekten in Khayelitsha. Diese guten Beziehungen waren aber für die Aachener Waldorfschule nicht der Grund für die Teilnahme am WOW-Day. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 12 waren überwiegend schnell begeistert von der Idee, für einen Tag statt zur Schule morgens zur Arbeit zu gehen. Planung, Organisation, Vorbereitung und die Durchführung dieser Aktion einschließlich der Einrichtung einer Jobbörse - alles wurde hauptsächlich von engagierten Schülerinnen und Schülern geleistet. Die Resonanz der Aachener Bevölkerung auf diese außergewöhnliche Idee war so groß, dass es schließlich mehr Arbeitsangebote als Schüler gab. Am 21. September war es soweit! Viele neue Begegnungen haben sich an diesem Tag ereignet. Eine, vielleicht beispielhafte, war die zwischen Frau Bieling und Laura und Kerstin. Jung und Alt begegnen sich. Der WOW-Day war übrigens auch finanziell ein voller Erfolg: Bundesweit kamen mehr als Euro zusammen, Euro davon allein aus Aachen. Gerd Schmidt begleitete als Elternvertreter die Organisation des WOW-days durch die Schüler In diesem Schuljahr hat unsere Schule zum ersten Mal am internationalen WOW-DAY teilgenommen. In Zeitungsartikeln wurden die Menschen in Aachen gebeten, den Schülern der Waldorfschule Arbeitsangebote zu melden. Die vielen Angebote aus der Aachener Bevölkerung wurden in einer Jobbörse gesammelt. Wir, meine Freundin Kerstin und ich, suchten uns eine Arbeit, die bei uns in der Nähe angeboten wurde: Zwei Schüler wurden gesucht, die bereit waren, Bücherregale inklusive Bücher zu entstauben. Ich verabredete mich mit Kerstin. Wir fuhren gemeinsam an dem WOW-DAY mit dem Bus zu unserer künftigen Arbeitgeberin, Frau Bieling, und warteten noch kurz vor der Tür, bis es 11 Uhr war. Dann klingelten wir an der Tür. Sie sprang auf und wir traten in einen hellen, runden Innenhof. Dort erwartete uns eine Frau auf einem Balkon. Sie zeigte uns, wie wir zu ihr kommen konnten. Wir dachten, dieses wäre Frau Bieling, aber wir irrten uns. Frau Bieling saß im Rollstuhl in ihrer Wohnung. Wir gingen zu ihr und begrüßten sie. Sie zeigte uns die Bücherregale, die wir ausräumen und entstauben 2 mosaïque No2 April - Oktober 2005

5 sollten. Wir fingen kurz nach 11 Uhr an. Während wir arbeiteten, legte sie laute afrikanische Musik auf. Wir fragten sie, ob sie schon mal in Afrika gewesen ist. Sie erzählte uns, dass sie dort als Mitarbeiterin von Misereor gearbeitet hat. Sie erzählte uns von Khayelitsha, einer Township in der Nähe von Kapstadt. Nach zwei Stunden machten wir eine Pause und holten uns beim Bäcker belegte Brötchen. Frau Bieling unterschrieb indessen die Arbeitsverträge. Dann machten wir uns wieder an die Arbeit und waren ungefähr um 15 Uhr fertig. Wir bedankten uns für das erwirtschaftete Geld, das für ein Projekt in Khayelitsha ist, und verabschiedeten uns. Laura Coenen ist Schülerin der 8. Klasse Es stand in der Zeitung: Schülerinnen und Schüler der Waldorfschule in Aachen übernehmen praktische Arbeiten in Haushalt und Garten gegen eine Spende für Kinder in Khayelitsha. Das passte mir sehr. Ich bin von einem Schlaganfall betroffen und meine Bücher waren sehr verstaubt. Khayelitsha ihre Entstehung in Die Township Khayelitsha der Apartheid hatte ich noch in Erinnerung. Bis 1982 bearbeitete ich die Anträge von Partnern in Südafrika bei Misereor. Ich fing das Ereignis mit Vergnügen an und mein Vergnügen wuchs, als ich am vereinbarten Tag Laura und Kerstin die Tür öffnete. Beide jungen Damen waren mir spontan sympathisch. Ich erklärte ihnen meine Bedürfnisse der Bücherentstaubung. Schnell waren sie in der Arbeit. Ich las und sie flüsterten. Nach einer Zeit fingen wir an, uns zu unterhalten. Ich erzählte, an was ich mich zu Khayelitsha erinnerte. In der Durchsetzung der Rassenideologie waren die Randgebiete von Kapstadt immer wieder zwangsgereinigt worden von Schwarzen. Khayelitsha war damals eine illegale Niederlassung. 1993, ein Jahr vor den ersten unabhängigen Wahlen, hatte ich Khayelitsha noch einmal besucht. Es war bereits eine Millionenstadt voll quirligen Lebens, eine Stadt in Entwicklung. Bis dahin war ich der Meinung, die Waldorfschule fördere die Partnerstadt von Aachen. Von Kerstin und Laura lernte ich, dass es ein Partnerschaftsprojekt der Waldorfschulen Deutschlands ist. Eine gute Wahl. Ich hatte den Eindruck, meine Freude steckte Laura und Kerstin noch mehr an. Beim Erzählen pinselten sie ununterbrochen meine Bücher. Meine Frage nach Musikwünschen aus Südafrika fand freudige Zustimmung. Schon länger hatte ich die CD`s nicht mehr gehört. Ich wurde gleichermaßen vom Rhythmus angesteckt. Der Morgen und der Mittag vergingen im Flug. Mit Befriedigung übergaben mir Laura und Kerstin ihre fertige Arbeit und den Arbeitsvertrag dazu. Es war tipp topp und mein Dank war von Herzen. Für mich als älterer Mensch war es ein schöner Tag. Jung und Alt waren sich begegnet. Agnes Bieling Wir informieren, beraten und begleiten, damit Sie guter Hoffnung sind. Geburtshaus Aachen e.v. Gut Lehmkülchen Passstrasse 106, D Aachen Tel.: 0241 / Gartenberatung bei Kleinigkeiten & Großartigem Sabine Tepe Tel.: mosaïque No2 April - Oktober

6 Die Captura Tagung - Ein Austausch über die Schule von Morgen Der Wille, die Welt zu verändern von Michaela Reinhardt Zusammen mit vier Klassenkameraden fuhr ich im Mai 2004 nach Witten-Annen zum Institut für Waldorfpädagogik, ohne eine wirkliche Idee davon zu haben, was auf mich zukommen würde. CAPTURA (spanisch für Ergreifung ) war der Titel dieser Tagung und wir fühlten: ja, wir wollen unsere Schule ergreifen, an ihr mitbauen. Schule von Morgen hatte ich auf der Ankündigung gelesen - könnte ja ganz interessant werden. Schüler (Waldorf- und Staatsschüler) und Studenten kommen zusammen, um sich Gedanken zu machen über die Schule von Morgen. Schon nach dem ersten Zusammentreffen in der Gesprächswerkstatt Schule, das heißt in einer der Gruppen, die an dem Thema Schule von Morgen arbeiteten, war mir klar, wie sehr es sich gelohnt hatte, dieses Wochenende hier herzukommen. Wir waren viele Menschen, alle ganz verschieden, aber alle bewegte dieses Unwohlsein mit der gegenwärtigen Schulform. Kennen wir alle (Waldorf- und Staatsschüler) Schule nur so, dass wir den Unterrichtsstoff vorgesetzt bekommen - und sei er noch so liebevoll und gut durchdacht? Die meisten von uns fühlten doch, dass genau da eine Schranke war, die nicht zu uns Jugendlichen passt. CAPTURA (spanisch für Ergreifung ) war der Titel dieser Tagung. Wir fühlten: ja, wir wollen unsere Schule ergreifen, an ihr mitbauen. Fragen entstanden, wurden bewegt und angeregt. Irgendwas läuft hier in Deutschland ziemlich falsch, aber was? Liegt es an den Lehrern? Liegt es an den Schülern, am Stoff, der keinen mehr interessiert? Wir wollen eine Schule von Morgen, aber wie sieht diese Schule aus? Wie muss der Unterricht gestaltet sein, dass er wieder interessant für die Schüler ist? Sehr breit wurde auch über die Rolle des Lehrers diskutiert: wie sollte ein guter Lehrer sein? Mit diesen und vielen, vielen anderen Fragen haben wir uns fünf Tage lang auseinander gesetzt, ohne Zielvorgabe, ohne Zwang, nur mit dem, was jeder einzelne mitgebracht hatte und dem Wunsch, etwas besser machen zu können. Vorträge gaben uns Denkanstöße, verschiedene Workshops (wie z.b Theater, Plastizieren, Schwertkampf, Bauchtanz, Musikimprovisation und vieles mehr) sorgten für einen guten Ausgleich. Abends gab es Konzerte, es wurde getanzt und gefeiert. Ein Cafe war immer geöffnet und am Feuer wurde getrommelt, erzählt, geredet, gelacht... Ich denke, jeder der bei CAPTURA dabei war, hat etwas mit nach Hause genommen. Sei es nur eine Frage, die sich in ihm über die Tage entwickelt hat, oder ein neuer Denkanstoß, wohlmöglich sogar der Wille, die Welt zu verändern. Es ist unglaublich schwer zu beschreiben, was in diesen Tagen gelebt hat. Nennen wir es den CAPTURA-Spirit. Man sieht ihn nicht, man hört ihn nicht, doch jeder kennt ihn, jeder, der auch nur kurz zu Gast war, hat ihn gespürt. Es ist schwer, ein Ergebnis dieser Tage zusammenzufassen oder vorzuweisen. Dieses Wochenende war nur ein Anfang, eine Flamme, die entzündet wurde. Ich denke, das Ergebnis von CAPTURA ist das, was jeder Einzelne daraus macht. Trotzdem vielleicht einfach ein paar Statements von Teilnehmern über das, was sie über die Schule von Morgen denken:...in der Schule von Morgen muss das Individuum im 4 mosaïque No2 April - Oktober 2005

7 Mittelpunkt stehen, im ständigen Miteinander von Lehrern, Schülern und Eltern......Der Lehrer soll ein Mentor sein, der begleitend und beratend im Hintergrund steht......anstatt Noten soll es Gespräche geben......endlich wegkommen von der typischen Schüler- und Lehrerrolle!......Die Schule soll dem Schüler helfen, sich und die Welt kennen zu lernen.....schule soll Gesellschafts-bildend und nicht Gesellschafts-verarmend sein. Die Schüler erleben eher eine Anpassung der Schule -und so auch von sich- an die Gesellschaft, als dass gemeinsam etwas entwickelt wird... Von mir kann ich sagen, dass ich an diesem Wochenende soviel gelernt habe, wie ich es noch nie zuvor (in meinem zugegeben doch recht kurzen Leben) erlebt habe. Viele Projekte sind aus CAPTURA entstanden: die Gründung des Landesschülerrats-NRW, eine Sonderausgabe der Zeitschrift Erziehungskunst im kommenden Mai nur mit Schülerbeiträgen und viele kleine Projekte an den Schulen - so auch bei uns an der Waldorfschule in Aachen. Aufgerüttelt durch die CAPTURA-Tagung stellten wir uns die Frage, wie sieht es denn eigentlich bei uns an der Schule aus? Wir bemerkten, dass es auch bei uns in Aachen durchaus Veränderungsbedarf gibt, doch wie sahen das die anderen, unsere Mitschüler? Ging es ihnen ähnlich oder waren sie zufrieden mit dem, wie es ist? Wie waren ihre Visionen von einer Schule, von ihrer Schule? Aus diesen Fragen heraus entstand der CAPTURA- Tag. Einen Vormittag lang, am 12. Oktober 2004, haben wir gemeinsam mit unseren Mitschülern über unsere Schule gesprochen. Die gesamte Oberstufe nahm teil. Dabei bekamen wir Unterstützung von vier Studenten aus Witten-Annen, die CAPTURA mit ins Leben gerufen haben. Um 10 Uhr begann es mit einer kleinen Einleitung im Saal. Anschließend haben wir alle Schüler klassenübergreifend in 10 Gesprächsgruppen aufgeteilt und ihnen vier Leitfragen mitgegeben: Jede Gruppe beschäftigte sich ca. 1 1 /2 Std. mit diesen Fragen. Die Ergebnisse wurden anschließend gemeinsam im Saal gegenüber den Mitschülern und den Lehrern vorgetragen. Ich versuche hier nur kurz, das Wichtigste zusammen zu fassen: - Oft wurde die Frage gestellt, was ist denn eigentlich Waldorfpädagogik? Warum machen wir Eurythmie? Wozu dienen all die handwerklichen Fächer? - Es sollen mehr Projekte und AG s (Sprache, Theater, Sport u.v.m) angeboten werden. - Die Lehrer sollen den Unterricht im Tempo der Schüler gestalten und nicht nach Lehrplan. - Der Lehrer soll auf den Schüler eingehen. - Es soll ein größeres Miteinander zwischen Schülern und Lehrer geben. - Weg vom Frontalunterricht. Die Schüler wollen mitverantwortlich für den Unterricht sein. - Auch wurde Wirtschaft und Technologie als Unterrichtseinheit für alle gewünscht, da viele die Dinge, die dort gemacht werden, für sehr wichtig halten. Ich habe den Eindruck, insgesamt ist der CAPTURA-Tag bei den Aachener Schülern gut angekommen. Aus dem Erlebnis dieses Tags ist eine Arbeitsgruppe aus Schülern, Lehrern und Eltern entstanden, die die Ideen aus dem CAPTURA-Tag weiter bewegen und umsetzen will. Wir treffen uns einmal im Monat und freuen uns über alle Interessierte, die noch dazu stoßen wollen. Die nächste CAPTURA-Tagung in Witten-Annen wird über Pfingsten, vom Mai 2005, wieder am Institut für Waldorfpädagogik stattfinden. Ich rechne fest damit, einige von euch dort zu treffen. Was du bei CAPTURA erlebst, lernst und gewinnst, ist durch keine Erzählung nachzuholen, ist in keiner Note fest zu halten. - Es ist einzig erlebbar. Michaela Reinhardt ist Schülerin der Klasse 11 Sehe ich Veränderungsbedarf in der Schule? Wenn ja, wo sehe ich ihn? Bin ich bereit mich zu beteiligen? In welcher Form könnte dies geschehen? mosaïque No2 April - Oktober

8 25 Jahre Waldorfkindergarten Aachen Ehrfurcht, Liebe und Freiheit von Monika Kortlepel Am Rande des malerischen von Halfern-Parks, von der Straße aus kaum zu sehen, liegt das Hochgrundhaus, in dem der Waldorfkindergarten seit über 20 Jahren sein zu Hause hat. Wenn man das weiße Schlösschen auf dem Spaziergang zum Park entdeckt, erwartet man fast, dass wie im Märchen Rapunzel aus dem obersten Fenster des Turmes ihren langen Zopf herablässt, um ihren Prinzen zu empfangen. Schöner kann ein Kindergarten wohl kaum wohnen - Das Hochgrundhaus an der Lütticher Straße In dieser zauberhaften Umgebung haben Eltern in eigener Initiative für mittlerweile 75 Kinder einen Kindergarten geschaffen, in dem diese sich spielend und lernend entfalten können. Als wir im Juni letzten Jahres unseren 25. Geburtstag mit einem wunderbaren Fest gefeiert haben, haben die Gründungseltern eindrucksvoll geschildert, wie durch die unermüdlichen Bemühungen einiger weniger Eltern der Kindergarten seine Geburtsstunde erleben konnte. Auch durch widrige Umstände ließen sie sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen. So begann die erste kleine Gruppe in einem Wohnzimmer wurde der Rudolf Steiner Kindergartenverein gegründet und ein freistehender Holzpavillon der ehemaligen Schule Breuer am Brüsseler Ring konnte nach liebevoller Herrichtung für kurze Zeit bezogen werden. Der Umzug in das Hochgrundhaus am von Halfern-Park erfolgte Sieben Jahre später gab es schon drei Gruppen im Haus. Wenn ich den Kindergarten in seiner Entwicklung wie ein heranwachsendes Wesen betrachte, werden deutlich die verschiedenen Phasen sichtbar: die Kindheit : geprägt von unbändigem Willen sich durchzusetzen (Gründung) die Zeit der Kinderkrankheiten : häufiger Personalwechsel, Suche nach dem richtigen Zuhause die Pubertät : Grenzen ausprobieren, finanzielle Balanceakte, Satzungsdiskussionen Erwachsen werden : In dieser Phase befinden wir uns jetzt... Während der Festtage zog sich im Treppenhaus des Kindergartens vom Erdgeschoss bis in die erste Etage ein dicht beschriebenes Band mit den Namen all der Kinder, die in den vielen Jahren hier betreut wurden. Da ich, ebenso wie die meisten meiner Kolleginnen, schon lange Jahre in diesem Kindergarten tätig bin, waren mir so viele Namen vertraut und es tauchten viele Erinnerungen, kleine Erlebnisse und Begegnungen im Innern auf, zum Beispiel, als ich den Namen Johannes las: Er kam früh morgens ganz aufgeregt in die Gruppe: Frau Tortlepel, Frau Tortlepel, ich bin destern in eine Pfütze defallen. Mein Mitgefühl wollte sich schon äußern, da beruhigte er mich: Dott sei Dank war tein Wasser drin. Die vielfältigen Beiträge zum Festakt machten deutlich, wie viele Menschen diesen Kindergarten mittragen und ihm eng verbunden sind. Wir fühlten uns durch die vielen herzlichen Glückwünsche und die Anerkennung für die geleistete Arbeit eine ganze Zeitlang wie auf Wolken und das ganze Haus war davon erfüllt. Warum engagieren sich so viele Menschen für diesen Kindergarten? Was macht seine Besonderheit aus? In der Festrede sprach Dr. Saßmannshausen, der Vertreter der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten, von Verfrühungstendenzen in der Kindheit. Er machte deutlich, wie groß 6 mosaïque No2 April - Oktober 2005

9 die Bedeutung des kindlichen Spieles ist. Im Spiel erarbeitet sich das Kind sein lebendiges Verhältnis zur Welt. Es lebt dabei in innigem Kontakt zum Erwachsenen. Nicht nur Laufen und Sprechen erlernt das Kind durch Nachahmung des Erwachsenen, sondern auch die Intensität und Hingabe an das eigene Tun. Unterstützend ist dabei eine das Kind wärmende Umgebung und einfaches, freilassendes und in seinen Funktionen wenig festgelegtes Spielzeug. Wie viele verschiedene Möglichkeiten bieten einfache Tücher, ein paar Bretter, Bänder und Stöcke, um die Tatkraft und phantasievolle Initiative des Kindes in die Realität umzusetzen! So entstehen eindrucksvoll aus diesen einfachen Elementen Schiffe, Häuser mit Garten, Flugzeuge, selbstverständlich Feuerwehrautos und Kräne, die, sobald es das Spiel verlangt, sofort umgestaltet werden können. Es ist diese Eigeninitiative des Kindes, die uns so wichtig ist und die wir für eine wesentliche Grundlage der Entwicklung zu einem freien Menschen halten. Das Kind zeigt in der Art, wie es mit den Dingen umgeht, viel von seinem Wesen. Da entstehen im morgendlichen Spiel große, raumgreifende Bauwerke, die von starkem Bewegungsspiel begleitet werden, wenn z.b. die Matrosen des Schiffes sich in Taucher verwandeln und auf dem Meeresgrund nach Schätzen suchen. Daneben errichtet sich ein anderes Kind eine kleinteilige, feingestaltete Welt, die von phantasievollen Geschichten belebt wird. Ob wir diese Unterschiedlichkeiten schätzen können und als Bereicherung für alle erleben, bestimmt unser Vermögen zum sozialen Frieden in großem Maße. Dies gilt nicht nur für die Kinder, auch die Eltern und Erzieher sind hier ständig in Übung. Ein weiteres, wesentliches Element ist das intensive Leben mit den Jahresrhythmen der Natur und das Feiern der Jahresfeste. Es gibt uns und den Kindern Orientierung für die Gestaltung des Alltags. Freude auf wiederkehrende Feste und Alltagsrituale werden in der kindlichen Seele zur Gewissheit, dass unsere Welt geordnet ist. Ja, und so ein wichtiges Fest war auch der Kindergarten-Geburtstag. Und was gehört zu einem richtigen Geburtstag? Eine riesige Geburtstagstorte und handgefilzte Kronen für jedes Kind, Geburtstagslieder und eine Überraschung: eine Kutschfahrt durch den Park. Die Kinder haben noch lange von dem Fest erzählt... Warum wir hier so gerne arbeiten? Kommen Sie uns doch einmal besuchen, vielleicht können Sie es spüren... Waldorfkindergarten Aachen Lütticher Str. 320 Tel Monika Kortlepel Ist die Leiterin des Waldorfkindergartens Die imposante Geburtstagstorte kurz vor ihrem Ende Meisterbetrieb für: BEDACHUNGEN ISOLIERUNGEN BAU- KLEMPNEREI BLITZSCHUTZANLAGEN FASSADENVERKLEIDUNGEN Karl-Kuck-Straße Aachen-Brand Tel.: 0241 / Fax: 0241 / mosaïque No2 April - Oktober

10 Viele reden über gesunde Ernährung... Wir, die 7. Klasse, packen s an! Du bist, was du isst Von Martha Heinen In der Pisa-Studie glänzten wir Deutschen unter den Schlusslichtern, ebenso in der Esskultur. Menschen, die sich hierzulande konsequent mit vollwertigen Lebensmitteln aus kontrolliertem Bio- oder Demeteranbau ernähren, bilden eine Minderheit von etwa 10-15%. Diese jungen Herren kochen was wir sind Bio ist zu teuer, das kann ich mir nicht leisten! Iiiihhh! Bio, schmeckt das denn überhaupt? In Wahrheit sind konventionelle Industrienahrungsmittel auf lange Sicht teurer. Unser Gesundheitssystem wird jährlich mit 80 Milliarden Euro durch falsche Ernährung belastet, von den Umweltschäden durch extensive Landwirtschaft und Transporten rund um den Globus ganz zu schweigen. Die Gier nach Billigprodukten der Nahrungsmittelindustrie treibt weltweit Landwirte in die Armut. Ernährung und Landwirtschaft sind jedoch eng miteinander verwoben. Cultura (lateinisch Ackerbau ) deutet an, dass Bodenbewirtschaftung gleichzeitig entwickeln und tragen von Kultur heißt. Haben wir vergessen, dass unser Essen Träger von Informationen ist? Kinder und Jugendliche sollten unberührt dieser Tatsachen ihr Essen mit Freude genießen und mit der Nahrung alles erhalten, um einen kräftigen Körper aufzubauen, in dem sich ein klarer Geist entfalten kann. Ernährungsexperten sind sich einig, dass Kinder, die mit vollwertigen Bioprodukten ernährt werden, bessere Schüler sind und weniger mit Rückständen aus der Ernährung belastet sind. Die Idee eines vollwertigen Schul-Frühstückes mit Biozutaten wurde im Sommer 2003 durch die damalige 7. Klasse von Sabine Heinz umgesetzt. Weißmehlbrötchen wurden durch Emmerbrote und Müslis ersetzt. Mit viel Liebe und Ideenreichtum veranstaltete die Klasse damals mit Rückenwind der Eltern einen Restaurantabend mit Speisen aus aller Welt. In einem Pilotprojekt startete die nächste 7. Klasse von Sabine Hemmers dann im Frühling 2004 mit einem 12-wöchigen Küchenpraktikum parallel zur Ernährungsepoche. Von März bis Juni wurde geplant, eingekauft, in der Schulküche gekocht und gebacken, dann im Essraum serviert, bedient, kassiert und abgerechnet. In Zusammenarbeit mit dem Nabu e.v. und dem Weltladen wurde das Gelernte am Tag der offenen Tür durch verschiedene Essensangebote sichtbar gemacht. Im Feuerhaus gab es Spezialitäten aus den Anden, im Lehmbackofen Pizza und in der Schulküche wurde zum Thema Kürbis gebrutzelt. (siehe Eine Schulklasse entdeckt den guten Geschmack, Erziehungskunst, Feb.2005) In einer Rückschau zeigten die Jugendlichen deutlich: Wir wollen kreativ mitgestalten und möglichst selbstständig unsere Essenswünsche realisieren. Das Verkaufen und Bedienen machte ihnen viel Spaß, Ausflüge zu Bioläden, Demeterhöfen und Betrieben standen hoch im Kurs, während das Spülen ohne funktionstüchtige Spülmaschine doch lieber jemand anders machen sollte. Von diesen Erfahrungsschätzen profitiert nun die jetzige 7. Klasse mit Rita Wimmenauer. Aus dem ursprünglichen Küchenpraktikum entwickelte sich ein Schulküchen-taugliches Konzept, welches Planung, Kalkulation, Einkauf, Koch- und Backpraxis, sowie Servieren, Verkaufen und Kassenbuchführung in einen sinnvollen Zusammenhang stellt. Das aktuelle Hauptthema des jetzigen Projektes Fit für die Schule stellt die tägliche Auseinandersetzung mit 8 mosaïque 1/2004

11 einem gesunden und nahrhaften Schulfrühstück in den Vordergrund, sowie die Bereitung einer warmen Mittagsmahlzeit für Klassen mit Unterricht am Nachmittag. Der Bioanteil wurde auf 95% angehoben. Der Wunsch, die Pausensnackangebote mitten auf dem Schulhof zu präsentieren, ging für diese Klasse schneller als gedacht in Erfüllung. Am 10. Februar 2005 wurde das Verkaufsmobil für Pausensnacks dank großzügiger Spende des Agenda-Büros in Aachen eingeweiht. Kunst Musik Brauchtum Sozialsponsoring Als ich mich vor vielen Jahren entschied, meine Kinder in der Waldorfschule anzumelden, war das Wissen um die Bedeutung der Ernährung in der Waldorfpädagogik einer der Hauptgründe. Je mehr ich mich damit beschäftige, sehe ich, dass hier ein wahrer Schatz verborgen liegt, den es zu erkennen, umzusetzen und weiter zu entwickeln gilt. Packen wir s doch gemeinsam an! Martha Heinen ist Mutter an der Schule und betreut als Ernährungsberaterin das Projekt Fit für die Schule «Engagement» Abbildung: Puppenbrunnen in Aachen, Krämerstraße. Gestiftet von der Aachener Bank zum 75-jährigen Bankjubiläum im Jahr für die Region Wir sind jederzeit für Sie da kompetent und engagiert: Im persönlichen Gespräch in einer unserer 18 Geschäftsstellen in Stadt und Kreis Aachen, Jülich und Eupen sowie per Telefon, Homebanking oder im Internet. Aachener Bank Hauptstelle Theaterstr Aachen Tel /462-0 Fax Geschäftsstellen in Stadt und Kreis Aachen, Jülich und Eupen (Belgien) Anzeigen schalten in: waldorfschule-aachen.de mosaïque 1/2004 9

12 Unterricht auf der Bühne An inspector calls von Sina Haarmann und Raoul Carmona-Steinhauer Zu Beginn des 11. Schuljahres begannen wir im Englischunterricht das Stück An Inspector Calls von J. B. Priestly zu lesen. Schon damals kam uns, zunächst im Scherz, die Idee, das Stück auf der Bühne zu spielen. Als wir uns beim Durchnehmen dem Ende des Stückes näherten, schlug unser Englischlehrer, Herr Lexen, vor, das Stück wirklich als Theaterstück zu proben. Eingeteilt in sechs Gruppen begannen wir, in jeder Gruppe jeweils einen Teil des Theaterstückes zu erarbeiten. Dabei sollte jede Gruppe für sich entscheiden, ob sie ihre Szene klassisch oder modern (classical way or modern way) spielen wollte. Unsere Gruppe, bestehend aus Ramona, Shirin, Sina, Alexander und Raul, entschied sich für den klassischen Stil. Jede Gruppe hatte ihre Rollenverteilung selbst zu machen und die Szenen zum Teil selbst zu entwickelt. Anfangs probten wir in den Unterrichtsstunden. Dabei haben wir zunächst jeweils mit Aufwärmübungen begonnen z.b. mit Bällen, um lockerer zu werden und die Konzentration zu fördern. Danach verteilten sich die Gruppen in der Klasse und in den Fluren, um ihre Szenen in Leseproben zu üben. Zu Hause hieß es in dieser Zeit hauptsächlich, Text zu lernen. Nach und nach beherrschte jeder seinen Text und wir fingen an, szenisch zu proben. Zu Beginn nahmen wir die Probenarbeit sehr locker, doch mit dem Betreten der Bühnenbretter wurde uns allen ziemlich schnell klar, wie sehr eine Aufführung ernsthafte Arbeit bedeutet. Die Bühne war für uns aber auch eine starke Hilfe, so dass wir uns im Spiel besser in die Rollen hineinversetzen konnten, insbesondere sobald wir begannen, mit Kostümen zu spielen. Besonders unsere Gruppe brachte immer viel Humor in die Proben hinein, was jedoch von unserem Lehrer nicht immer geteilt wurde. In der Endphase haben wir dann sogar auch gerne die Nachmittage für unser Spiel geopfert. Am Tag der Aufführung waren wir alle natürlich sehr ufjerecht. Besonders gilt dies bei der Aufführung vor unseren kritischen Mitschülern, aber unserer Meinung nach konnten wir, trotz der kurzen Probenzeit, richtig stolz sein auf unsere Leistung. Aber dann war im September die Waldorfaktionswoche angesagt, und Herr Lexen sprach unsere Gruppen an, ob wir nicht Lust hätten, unsere Szene in der Innenstadt im Hof öffentlich aufzuführen. Nach einigem Zögern sagten wir zu und konnten gleich mit den Proben beginnen. Völlig neu für uns war dabei, dass wir bei der Aufführung Head-sets tragen würden. Als wir diese das erste Mal probierten, fühlten wir uns bei den Proben gleich wie Stars auf der Bühne. Mit der Zeit gewöhnten wir uns an die Head-sets und auch daran, unsere eigene Stimme durch das Mikrofon zu hören. Die Aufführung am Hof verlief eigentlich ganz reibungslos, obwohl wir uns das bei unserer Aufregung vorher nicht zu erwarten getraut hätten. Wir sahen ja, dass das Publikum (leider?) fast nur aus Schuleltern bestand und kaum fremde Gesichter darunter waren, so dass das ganze mehr wie eine Openair -Schul- Monatsfeier war. Rückblickend war die Probenzeit einfach klasse und wir würden es jederzeit wiederholen. Ein Grund mehr, dass wir uns schon auf unser 12 Klassspiel im Frühjahr freuen können Sina Haarmann und Raul Carmona-Steinhauer sind Schüler der Klasse 12, die im Frühjahr 2005 das Stück Der nackte König von Jewgeni Schwarz zur Aufführung gebracht hat. 10 mosaïque No2 April - Oktober 2005

13 Text: Marion Simons-Olivier für den Jugendchor der Aachener Musikschule, aufgeführt in einer Vertonung von Florian Zintzen Diesmal wir! von Marion Simons-Olivier Komm wir entlassen die Zukunft wechseln die Länder durchs Niemandsland - von Timbuktu nach Tokio zum Tegernsee. Zeit ist ein Vorurteil, Spaß muss sein. Komm wir verstauben den Heiligenschein verdunsten die Sümpfe zu Salz. Bewässern die Durststrecken, proben den Aufstand Zeit ist ein Vorurteil, wir kommen an. Und zwischen den Zeilen bauen wir Türme, Festungen gegen den Sog. Errichten wir Dämme aus fehlenden Sprachen, Schulter an Schulter, unsagbar verrannt. Komm wir verschmerzen den Notstand, erdenken die sinnliche Flut, verschmerzen die Lage, die hoffnungslos feiert, Weltschmerz hat Klasse, Elend tut weh. Und zwischen den Strophen atmen wir chorisch, befeuchten die Lippen mit Wein. Zwischen den Straßen gibt s eine Auffahrt mit Steinen, die schwerelos sind. Und zwischen zwei Lieben soll Hoffnung wohnen, mit Filtern von farbig bis blind! Wir pflanzen nur Rosen mit finnischen Namen, Luftschlösser sind jetzt bewohnt. Komm wir verpassen den Anschluss, versäumen das Sonderangebot, erschauern vor Hitze, vertauschen die Zonen, Spiegel sind ehrlich, nur seitenverkehrt. Komm, wir entlassen die Zukunft! Marion Simons-Olivier ist Leiterin des Jugendorchesters der Musikschule Aachen und seit 20 Jahren Mutter an der Aachener Waldorfschule. mosaïque No2 April - Oktober

14 Aus dem Lehrplan der 3. Klasse Vertrauen in die Zukunft schaffen Von Denise Mata Bin ich denn überhaupt ein Kind wie die anderen? Wer sind meine Eltern wirklich? Ist, was die Lehrerin erzählt, wahr? - Kann ich ihr vertrauen? Ob ausgesprochen oder nicht, solche und ähnliche Fragen bewegen die Kinder einer 3. Klasse. Mit Schmerz erfühlen sie, dass eine Kluft zwischen ihnen und der vor kurzem noch so vertrauten Umgebung entsteht. Von diesem Blickwinkel aus erscheint die Welt ihnen fremd, und die Entfremdung befähigt sie zugleich, ihre Umgebung erkennend tiefer zu begreifen. Der Lebenssituation des neunjährigen Kindes angepasst ist der Erzählstoff, das Alte Testament. Vor dem inneren Auge des Kindes ziehen die gewaltigen Bilder der Schöpfung vorbei. Tief berührt erlebt es die Verführung Adams und Evas durch die Schlange und leidet mit, wenn das Paar aus dem Paradies gestoßen wird. Hat es denn nicht z. Zt. ein gleiches Schicksal? Mit großem Interesse verfolgt das Kind dann, wie die Nachkommen Adams das Leben auf Erden ergreifen und wie die menschliche Kultur entsteht. Im Einklang mit diesen Bildern - und die Seelenstimmung der Kinder aufgreifend - fächern sich die Epochen des dritten Schuljahres auf. War z.b. alles Sprachliche bis jetzt naturgegeben, wird es nun näher betrachtet in einer ersten Sprachlehre- Epoche. Auf Gottes erste Tat durch das Wort die Erschaffung der Welt - folgen die zahlreichen Tätigkeiten des Menschen, die er allerdings hauptsächlich mit seinen Händen vollbringt: er gräbt, pflügt, sät,...er tut. So lernt das Kind erkennen, was ein Tuwort (ein Verb) ist. Um allen Wesen auf Erden einen Namen zu geben, macht Adam Gebrauch von seiner Intelligenz. Diese Wörter, die aus den Kräften des Verstandes entstehen, nennen die Kinder ohne zu zögern Haupt -Wörter. In ähnlicher Weise werden die Adjektive qualitativ entdeckt. Die Welt liebevoll betrachtend sieht Gott, dass sie gut ist. Auch Adam fühlt mit seinem Herzen, wie alles um ihn herum ist: Wie hell die Sonne! Wie anmutig die Vögel! Wie arbeitsam das Pferd! Könnten wir denn diese Wörter nicht Herz-Wörter oder Wie Wörter nennen? Eine weitere Epoche in der dritten Klasse ist den Handwerkern gewidmet. Einige ursprüngliche Berufe werden dabei angeschaut. Durch eine Erzählung wird z.b. die Atmosphäre einer Schmiede geschaffen. Die Kinder begreifen schnell, dass das Feuer der große Diener des Schmiedes ist, der ihm die Kraft zu seiner Schöpfer-Tat zur Verfügung stellt. In der dunklen Schmiede glüht das Eisen, und der geschickte und kräftige Hammerschlag bezwingt die Materie, um sie neu zu gestalten. Im Gespräch mit der Klasse lässt man die Tätigkeiten des Schmiedes genauer vor Augen ziehen; man bespricht, welche Geräte er zu seiner Arbeit braucht und wie er arbeiten muss, damit die Erzeugnisse gelingen. Erneut erleben die Kinder und dies noch intensiver, wenn sie die Möglichkeit haben, selbst zu schmieden auf ganz andere Weise die Tätigkeit der Hand, erheben sich zur Welt der Idee beim Betrachten der Geräte, bzw. der Erzeugnisse und wägen deren Eigenschaften ab. Ganz wichtig für die gesunde Entwicklung des Kindes ist es zu erfahren, dass jeder Handwerker für den anderen unentbehrlich ist und dass die Gemeinschaft erst dadurch erblüht, dass alle Hand in Hand arbeiten. Ohne dass sein Vereinsamungsgefühl mit einem einzigen Wort erwähnt wurde, empfindet sich jedes Kind in der Gemeinschaft eingebettet und getragen. Es kann dann der Zukunft mit Zuversicht entgegen blicken und freut sich darauf, initiativ in der Welt zu wirken. Denise Mata ist Klassenlehrerin der dritten Klasse 12 mosaïque No2 April - Oktober 2005

15 Buchbesprechung: Zu Jostein Gaarders Buch Das Orangenmädchen Dein Leben ein Hauptgewinn von Stephan Rex Niemand zerdrückt eine Träne, weil er von Internet und Einmaleins getrennt wird. Es ist eine Welt, von der wir uns verabschieden, es ist das Leben, es sind Märchen und Abenteuer. Und dann müssen wir uns von einer kleinen Auswahl an Menschen verabschieden, die wir wirklich lieben. So schreibt ein Vater in einem Brief an seinen vierjährigen Sohn, der während dessen zu seinen Füssen spielt. Es ist ein Abschiedsbrief. Der Vater, Jan Olav, weiß, dass er bald an Krebs sterben wird und dass er seinen Sohn Georg nie als Jugendlichen oder Erwachsenen erleben wird, nie wirklich mit ihm wird sprechen könne. So schreibt er diesen Brief in die Zukunft, ohne zu wissen, ob Georg den Brief jemals lesen wird und wie Georgs Welt dann aussehen mag. Der Vater ist furchtbar traurig darüber, diese Welt zu verlassen und er weint darüber. Er tröstet seinen Sohn nicht, er schreibt nicht es wird alles gut, ich behüte dich, hab keine Angst, sondern er spricht von seinem Schmerz - und dann stellt er seinem Sohn eine für ihn ganz entscheidende Frage, die nur Georg beantworten kann. Aber er bleibt dabei ganz bei sich, er bedrängt seinen Sohn nicht, er lässt die Antwort offen und er bleibt so, in die Zukunft hinein, über den Tod hinaus mit seinem Sohn in Kontakt. Die Geschichte des Buches spielt elf Jahre später. Georg ist 15 und lebt mit seiner kleinen Schwester, Mutter und Stiefvater in Oslo, als der Brief seines Vaters an ihn beim Aufräumen auftaucht und sein Vater somit plötzlich wieder in der Erinnerung lebendig wird. Der Roman handelt von diesem Brief und von Georgs Antwort, die er an seinen Vater schreibt. hat. Zufällig lernt er sie in der Straßenbahn kennen, doch viel zu schnell ist sie schon wieder verschwunden. Er macht sich auf die Suche, trifft sie auch noch ein zweites und drittel mal wieder, aber sie gibt ihm nur eine sonderbare Aufgabe: mindesten ein halbes Jahr lang soll er auf sie warten. Was hat diese rätselhafte Geschichte mit George zu tun? Warum erzählt der Vater sie ihm in seinem Abschiedsbrief? Auch wenn dieser Roman vom Verlag als Jugendbuch angeboten wird - tun Sie sich etwas Gutes und lesen sie die Geschichte selber. Verschenken Sie es an Jugendliche und verschenken sie es insbesondere auch an alte Menschen, deren Herzenskräfte, deren Mut und Dankbarkeit an das Leben Sie stärken möchten. Dieses Buch ist ein wahres Geschenk. Jostein Gaarder, Das Orangenmädchen. Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs Hanser Verlag München, S., EUR 14,90 Stephan Rex ist Vater an der Waldorfschule Aachen Das Orangenmädchen ist ein Jugendbuch, das sich mit einem ziemlich erwachsenen Thema befasst, mit Tod und Abschied. Es hat mich beim Lesen tief bewegt, nicht weil es traurig ist, sondern weil es echt ist - die Trauer des Vaters, Georgs Verwirrung, seine Wut auf den Vater vor allem aber weil es zugleich ein einzigartiger Aufruf an das Wunder des Lebens ist, eine wunderbare, spannende und zugleich märchenhafte Liebesgeschichte. In dem Brief erzählt der Vater seinem Sohn nämlich die Geschichte seiner großen Studentenliebe, die er selbst als 19-jähriger mit dem Orangenmädchen erlebt Bio-Fleisch von Jungrindern und Kälbern aus unserer Mutterkuhherde ständig portioniert zu verkaufen. Bitte telefon. Voranmeldung MANSTETTEN Gut Bovenberg Eschweiler Tel.: 02403/ mosaïque No2 April - Oktober

16 Schmieden mit der 9. Parzival-Klasse Ein Morgen in der Schmiede Von Norbert Crampen Die Mütze sitzt mir tief in der Stirn, als ich das Schulgelände durch das Tor am Hangeweiher betrete. Noch ist es sehr still, nur die Schafe Carla König, Sophie & Co (siehe mosaïque 1/2004) grüßen mit leisem Blöken. Alles liegt im Halbdunkel und es ist ziemlich kalt. Ein wenig schon fühlen wir von dem, was den Schmied im Mittelalter Asyl gewähren und Ehen schließen ließ. Das mitgebrachte Handwerkszeug, Hämmer, Zangen, Meißel und Schrot lege ich an der Terrasse ab, auf der vor einigen Jahrzehnten noch die Tuberkulosekranken des Alten Klinikums in Aachen frische Luft schöpften. Auf dem Wasser im Löscheimer hat sich über Nacht Eis gebildet. Ich schließe die Werkstatt auf und lege den Strom zu den beiden elektrischen Essen, die neben den fußbetriebenen Feldschmieden unsere Arbeitsplätze sind. Als ich soweit bin, kommt auch schon Christian, der erste Neuntklässler: er hilft die Ambosse abdecken, die Essen zu richten und die Handwerkszeuge auf die Arbeitsplätze verteilen. Er ist schon früh in der Schule, am Freitagmorgen, um die notwendige Vorarbeit zu verrichten. Wir schlagen Holzspäne. Zusammen mit einem Knuddel Zeitungspapier zündet das wenige Holz die schlesische Schmiedekohle, die uns ein Händler aus dem Ruhrgebiet liefert. Mittlerweile belebt sich das Gelände: mit Bussen oder mit dem Auto, mit Fahrrad oder zu Fuß erreichen Schüler und Lehrer ihr Ziel. Stimmen, Schlachtrufe, Begrüßungen und Vieles mehr durchdringen sich. Zunächst bietet ihnen unsere Schmiedeterrasse nur schwefelgelben Rauch und einen stechenden Geruch vom Kohlefeuer. Bald aber schlagen klare Flammen hoch. Das zieht an! Max kommt, wie gewohnt die Hände bis zu den Ellbogen in den viel zu tiefen Hosentaschen, um mitzuhelfen. Tobias schaut mal schnell vorbei. Dann ist auch Markus da, er hilft beim Antreten der mechanischen Feuer. Es geht auf acht Uhr zu, als ich für eine Viertelstunde wieder allein bin mit der alten Zeder vor mir. Christian, Max und Markus sind in ihren Klassen gegenüber verschwunden und beginnen den Unterricht mit dem rhythmischen Teil. Ich hüte draußen das Feuer. Seit September 2004 hat die derzeit höchste Klasse der Parzivalschule (die Neunte ) eine Vorreiterrolle übernommen: sie sind die ersten, die die Bearbeitung der glühenden Eisen hüten. Im Februar 2005 wird die 10. Klasse der großen Schule nachziehen. Nach ausdauernder Erinnerung und Suche hat sich eine Werkzeugsammlung für die Freie Waldorfschule Aachen ergeben, die den Unterricht in den Grundtechniken des alten Schmiedehandwerks zulässt. Neben vier älteren Ambossen (aber wann ist ein Amboss schon alt...?), stehen vier Essen, zwei Feuerschraubstöcke und ein großes Locheisen zur Verfügung. Zum Teil sind es Geschenke, z.b. von der belgischen Forstverwaltung Haus Ternell bei Eupen, vom Hufschmied aus Mulartshütte/Rott oder von einem Kunstschmied aus Eilendorf, zum Teil auf Dauer geliehene Gerätschaften von Gönnern der Schule. Auf und mit ihnen sind schon lange Hufeisen, Karrenräder, Werkzeuge, Geländer, Gitter, Kerzenleuchter und vieles mehr entstanden. Und auch hier in der Schule waren die Feuer schon in Gebrauch: Beim Michaelsfest 2004 der Parzivalklassen zum Schmieden von Kette und Schwert, 14 mosaïque No2 April - Oktober 2005

17 zur Demonstration und zum Ausprobieren während der Handwerksepochen des dritten Schuljahres, bei Schulfesten oder beim Pädagogischen Wochenende für interessierte Eltern. Immer zieht der Klang der Hammerschläge und das Lodern des Feuers Ohren und Augen der Größeren und Kleineren an. Um viertel nach acht belebt es sich wieder. Sie kommen wieder, die Großen der Parzivalklassen. Wie immer voller Leben, erzählend, grüßend, erwartend. Sebastian steuert sofort auf den Antrieb der Essen zu. Niklas fragt, was wir heute machen. Wolfgang erzählt von Hornissen. Jorina zittert sich erstmal warm. Anna und Laura müssen sich noch schnell was erzählen. Moara kommt mit Frau Heinz und Kris mit Frau Schofer dazu. Christian und Christof würden am liebsten sofort die Eisen ins Feuer halten. Nadine und Daniel warten aufmerksam. Und Nik hat sein scharf geschliffenes Beil mitgebracht, das ich mir ansehen wollte. Wo ist Carolin? Krank! Kurze Vorbesprechung. Das Werkstück mache ich einmal vor. Heute soll es noch mal an die Formung eines Baumblattes gehen, mit Spitzen, Absetzen, Ausschmieden und Breiten. Wir verteilen uns auf die Arbeitsstellen. Zuerst flammen die Feuer auf und der große Amboss gibt den Ton an, während die anderen Ambosse in den Klang einstimmen. Es gibt Momente der Übereinstimmung der Klänge, dann scheint der Herzschlag der Klasse hörbar zu werden. Man kann aber auch die feinen, sorgfältigen von den schweren und groben Hammerschlägen deutlich unterscheiden. In den vergangenen Monaten haben sie gelernt, das Feuer zu führen, die richtige Hitze zu erkennen, den Hammer mal kräftig, mal sanft einzusetzen oder die Essen gleichmäßig zu treten. Die eine oder andere Blase war dabei unvermeidbar... Die Zeit an diesem Freitagmorgen im Januar 2005 vergeht - wie immer - im Nu. Bald heißt es letztes Feuer. Während uns die Sonne ins Gesicht scheint, schauen wir die Ergebnisse des heutigen Morgens an. Ein Huf- und Wagenschmied aus Lontzen erzählte Es gibt Momente der Übereinstimmung der Klänge der Ambosse, dann scheint der Herzschlag der Klasse hörbar zu werden. mir einmal, wie in der Schmiede seines Vaters jeden Abend die Dorfältesten zusammenkamen, um den Tag beim Schein des Feuers und bei der Arbeit der Hämmer ausklingen zu lassen. Ein wenig schon fühlen wir von dem, was den Schmied im Mittelalter Asyl gewähren und Ehen schließen ließ. Die Freude und der Stolz über unsere Arbeiten und Ergebnisse sind jedenfalls groß. Die Feuer werden aufgelöst, die Terrasse wird gekramt und wir verabschieden uns bis zur nächsten Woche. Norbert Crampen ist Religionslehrer und Schmied ZUR SPARDOSE Kinder Second Hand Alexianergraben Aachen Tel.: 0241/ Anzeigen schalten in: mosaïque No2 April - Oktober

18 Warum Schule ohne Noten? Von Dr. Michael Grübler Es erscheint als wichtig, dass alle Eltern an einer Waldorfschule wirklich wissen, warum es zu den Fundamenten dieses Schultyps gehört, die Beurteilung der Schüler durch Noten abzulehnen. Fragen wir uns zunächst, wozu diese Beurteilungen in erster Linie dienen: letztlich dazu, am Ende jeden Schuljahres festzulegen, wer das von außen gesetzte Lernziel erreicht hat und wer nicht. Letztere werden dann aus ihrem Klassenverband ausgesondert und müssen die gleiche Klasse mit denselben Lerninhalten noch einmal wiederholen. Daran kann u.a. deutlich werden, dass es bei dieser Kenntnisvermittlung um die Anhäufung abfragbaren Wissens und den Erwerb überprüfbarer Fertigkeiten geht. 1 Schule als Entwicklungshilfe kann hier nicht stattfinden; denn die wesentlichen Entwicklungsschritte des Kindes und Jugendlichen sind alters- und nicht kenntnisbedingt. Die Wiederholung einer Klassenstufe auf Grund mangelnder Kenntnisse verbietet sich unter letzterem Gesichtspunkt geradezu. Die Notengebung in der Schule dient aber noch weiteren, viel tiefer greifenden Zielen, ist sie doch das ausschlaggebende Kriterium für die Bildungschancen, die Berufsaussichten und die soziale Stellung des künftigen Erwachsenen. Letztlich geht es nämlich um die verborgene Aufrechterhaltung eines sehr alten Gesellschaftsmodells, des ständisch gegliederten Staates. Im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte verschwanden zwar die gesellschaftlichen und rechtlichen Vorrechte des Geblüts, nicht zuletzt dank der Französischen Revolution und ihrer Folgen, doch die ständische Schichtung der Gesellschaft wurde nunmehr per Erbrecht und Schulbildung versucht aufrecht zu erhalten (siehe dazu das Napoleonische System des perfekt organisierten Bildungswettbewerbs). Wenn man heute sieht, mit welcher Vehemenz die organisierten Vertreter der Gymnasiallehrer am bisherigen System festhalten, dann wird deutlich, dass sie versuchen, alte Eliten vor der viel moderneren Bürgergesellschaft zu schützen, letztlich ihre eigenen Privilegien mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen. Dies vorausgeschickt, möchten wir die These aufstellen, dass das staatliche Noten- und Beurteilungssystem eine deutliche Form von Sozialdarwinismus ( Kampf ums Dasein als leitendes Prinzip einer menschlichen Gemeinschaft) darstellt. Auf allen Altersstufen wird um den Aufstieg gekämpft; denn nach der Gauß schen Mengenverteilung darf es ja von vornherein nur einen gewissen Prozentsatz guter Schüler geben. Vor Jahren hat ein Pädagogikprofessor in der Schweiz dies sinngemäß zu der Äußerung zusammengefasst, die Schule sei in einem nicht auflösbaren Widerspruch gefangen: sie wolle fördern und müsse zugleich selektionieren. 2 Ein Blick in die Zeit der Entstehung der ersten Waldorfschule kann hier zusätzlich erhellend sein: 1918 waren riesige Gruppen von Männern in den Schützengräben auf das Grausamste an die Schwelle des Todes herangeführt worden. Da hatte sich u.a. in aller Deutlichkeit gezeigt, dass hier kein Standesprivileg davor schützte, menschlich zu versagen oder eben auch nicht. So war unter allen, die den Krieg überlebt hatten, der Ruf nach Überwindung der alten Standesund Klassenschranken nicht zu überhören. Alle waren sich auch darin einig, dass man dabei mit der Erziehung 1 Die Universitäten und die Wirtschaft fordern seit Jahren ganz andere Fähigkeiten wie z.b. kreatives Denken, Problembewusstsein, Teamfähigkeit, soziale Kompetenz etc.. Entsprechend dazu die Äußerungen der Vertreter von Wirtschaft und RWTH während der Podiumsdiskussion in Aachen anlässlich der Aktionswoche im letzten Herbst. 2 Schule der Zukunft - Zukunft der Schule in NZZ Nr.22 v S mosaïque No2 April - Oktober 2005

19 und Schulbildung beginnen müsse. Doch wie auf allen anderen Gebieten auch, brachte das neue staatliche Gebilde, die Weimarer Republik, nicht die Kraft auf, den als richtig erkannten Gedanken auch vollständig in die Tat umzusetzen: Die ersten vier Jahre wurden künftig alle Kinder gemeinsam unterrichtet, doch danach kehrte man zum alten gegliederten Schulsystem zurück, um so doch noch eine hierarchisch strukturierte Sozialordnung aufrecht erhalten zu können. Von allen reformpädagogischen Ansätzen der damaligen Zeit ist einzig die Waldorfschule mit ihrer nicht ausgelesenen Jahrgangsklasse den leitenden Gedanken der damaligen Zeit in Deutschland treu geblieben; allerdings nicht nur aus diesem Grunde, sondern als eine der notwendigen Konsequenzen aus dem hinter der Waldorfschule stehenden Menschenbild. Aus meiner Sicht ist das bestehende Prüfungssystem aber auch noch aus anderen Gründen abzulehnen. In Tests und Klausuren können im Wesentlichen nur erworbene Kenntnisse abgefragt werden. Ich kann aus über zwanzig Jahren Erfahrung versichern, dass sich nur Kenntnisse über die Oberfläche der Dinge und Erscheinungen in der Welt per Test und Klausur abfragen lassen. 3 Damit wird auf ganz subtile Weise sichergestellt, dass am herrschenden materialistischen Weltbild nicht gerüttelt wird; denn Fragen nach dem Wesentlichen, den Qualitäten, die sich hinter der Welt der Erscheinungen verbergen, werden so sehr wirkungsvoll ausgeklammert, da sie sich einer abfragenden Bearbeitung entziehen. Kurz zusammengefasst dient das staatliche Notensystem also in mehrfacher Weise zur Stabilisierung alter, vermeintlich überwundener Strukturen und Werte. Es hilft, ein soziales Oben und Unten aufrecht zu erhalten und die moderne Bürgergesellschaft zu verhindern. Es hilft an alten, nicht mehr zeitgemäßen Weltbildern 4 festzuhalten und es stabilisiert das bestehende Wirtschaftssystem, indem es das dort herrschende Konkurrenzmodell zum Ordnungsprinzip des ganzen Schulwesens macht. Nun werden viele einwenden, dass Leistungen in der Schule doch wichtig und notwendig seien. Dem ist nur zuzustimmen. Das kann aber auf ganz andere, menschlich viel berechtigtere Weise geschehen, wenn wir uns nämlich deutlich machen, dass die kindliche Entwicklung nicht linear verläuft. Das Schulkind ist kein kleiner oder unfertiger Erwachsener, sondern ein Wesen sui generis, das sich nach seinen eigenen inneren Gesetzen entwickelt, nach denen es hier auf Erden angetreten ist. Und diese Gesetze sind höchst unterschiedlich und individuell. In ihren Möglichkeiten sind sich viele Kinder ähnlich, je jünger umso ähnlicher. Doch welche dieser Möglichkeiten langsam - oder auch schnell- in Fähigkeiten umgewandelt werden, welche Begabungen dabei helfen, welche Willenskräfte je nach Temperamentslage und innerem Entwicklungsstand bei dieser Umwandlung zur Verfügung stehen, das alles ist von Kind zu Kind einer Klasse höchst unterschiedlich und darf nie mit einem äußeren Maßstab gemessen werden. Ich persönlich bin all die Jahre als Oberstufenlehrer zutiefst dankbar gewesen, dass ich alle schriftlichen und mündlichen Leistungen an den von mir erlebten Fähigkeiten meiner Schüler messen und dem hochbegabten, aber sehr faulen Schüler unter seine Aufsätze für das Epochenheft schreiben durfte, dass mir das Geleistete für ihn mehr als dürftig erschien, während ich unter einen inhaltlich vielleicht viel schwächeren Aufsatz eines in diesem Bereich schwach begabten Schülers gut gelungen schreiben konnte. Im Laufe der Oberstufe, sozusagen nach Absolvierung der schwierigsten Phasen der Pubertät, lernte fast jede Schülerin und fast jeder Schüler, seine eigenen Fähigkeiten und Schwächen richtig einzuschätzen, weil sie z.b. im direkten Vergleich sehr wohl merkten, welcher Aufsatz inhaltlich und stilistisch wirklich gelungen war. Da konnte die vom Schulgesetz geforderte Benotung in der Klasse 12 dann auch keinen Schaden mehr anrichten; denn eine wesentliche Phase des Entwicklungsprozesses neigte sich ihrem Ende zu. Aus dem oben Gesagten wird deutlich, dass sich in der Unterstufe jede Leistungsbeurteilung aus der Sache heraus verbietet und danach bis weit in die Oberstufe hinein die vom Schüler erbrachte Leistung an seinen eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten gemessen werden muss. Das führt dann aber auch dazu, dass in den Zeugnissen unserer Waldorfschulen für Noten, ob per Ziffer oder verbal umschrieben, kein Platz ist, sondern die Entwicklung des Schülers mit ihren Beschleunigungen und Verzögerungen beschrieben und charakterisiert gehört. Dr. Michael Grübler ist pensionierter Oberstufenlehrer der Waldorfschule Evinghausen und gibt Gastepochen in Geschichte 3 Die nach den EPAs geforderten Transferleistungen für z.b. die Abiturprüfungen sind zumeist rein theoretischer Natur; gehört doch zu einer sinnvollen historischen Betrachtung z.b. dazu, gerade die Unvergleichbarkeit einer bestimmten Situation zu erfassen, da die Menschen grundlegend eben nicht statisch sind sondern einer Entwicklung ihrer Fähigkeiten, Wahrnehmungen und Empfindungen unterliegen. Der Vergleich z.b. der attischen Demokratie mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik ist zwar geeignet, so genannte Transferleistungen sichtbar zu machen, entzieht jedem Entwicklungsgedanken aber den Boden unter den Füßen, muss also aus der Sicht der Waldorfpädagogik aufs Schärfste abgelehnt werden. 4 s. dazu z.b. die Äußerung von Max Planck aus dem Jahre 1922, zitiert in mosaique Nr.1 S. M15 mosaïque No2 April - Oktober

20 Zu den Filmen Rhythm is it (2004), Die Kinder des Monsieur Mathieu (2004), Sein und Haben (2003) und Der Club der toten Dichter (1990) Pädagogische Meisterstücke von Christian v.wernsdorff enjoy! (Sir Simon Rattle zu den Schülern in der Berliner Philharmonie) carpe diem! (alter Topos, Leitmotiv für den Englischlehrer John Keating im Club der toten Dichter ) Ich will für mich lernen, mich zu bewegen. (Martin, 19jähriger Tanz-Schüler in Rhythm is it ) Den musst Du sehen! - nachdem ich die Filme Rhythm is it und Die Kinder des Monsieur Mathieu dann tatsächlich - und inzwischen auch mehrfach - gesehen hatte und beim wiederholten Zuschauen immer wieder Neues entdeckte, kamen mir andere, etwas ältere Filme in den Sinn, in denen es auch um Schule gegangen war. Ich entdeckte Gemeinsamkeiten, vor allem athmosphärische Übereinstimmungen im Zusammenspiel zwischen Jugendlichen und Erwachsenen in völlig unterschiedlichen Handlungszusammenhängen. Begeistert über die gelungenen pädagogischen Situationen begann ich nach Gründen zu suchen für das erlebbare pädagogische Gelingen in ganz verschiedenen Filmen. Aus dieser Suche hier nun ein paar fragmentarische Gedanken - keine Filmkritik, auch keine umfassende Wiedergabe der Filminhalte. Der jüngste der oben genannten Filme ist die Dokumentation einer Arbeit mit 250 Berliner Schülern: Viele -vor allem Hauptschüler- hatten sich gemeldet, um an einer Tanzchoreographie zu Strawinsky s Sacre du printemps mitzuwirken - sechs Wochen harte Arbeit. Einige der vielen wertvollen Botschaften des Tanzlehrers Royston Maldooms an die Schüler dienten vor allem dazu, deren geschwächtes Selbstbewusstsein wieder zu stärken:...anybody of you has something extraordinary... you do have the power! Ansetzend bei Körperhaltung und Bewegung, baut Royston das geschwächte Selbstvertrauen der Schüler auf, appelliert er an ihre Ressourcen und Reserven, führt sie zum Entdecken der Stille und der ihr innewohnenden Kraft, schließlich zu Disziplin und Tanzfreude. So beeinflussen eine kleine Korrektur der Kopfhaltung, ein leicht gehobenes Kinn, ein klar gerichteter Blick bereits beträchtlich die innere Haltung - wirken zurück auf den Sitz der Persönlichkeit in Körper und Bewegung. Die Tanzlehrer arbeiten unermüdlich an diesem Zusammenspiel zwischen Körperhaltung, Bewegung und Ausdruckskraft. Wie einen Einzug in unentdeckte Räume in sich selbst erleben die Schüler dieses Üben. Endgültig gelangt der Begeisterungsstrom in den Schülern zum Durchbruch, als sie mit den Berliner Philharmonikern zusammengeführt werden. Diese Musik erfasst unmittelbar den ganzen Körper - so charakterisiert der Leiter der Berliner Philharmoniker, Sir Simon Rattle, Strawinskys Le Sacre du Printemps. Hier liegt gewiss ein Kraftquell für das Gelingen. Und darin, dass der einzelne Schüler durch die wochenlange Arbeit, die ein großes Kunstprojekt bedeutet, einen Zusammenhang erlebt außerhalb pragmatischer Zweckgebundenheit wie Stoffvermittlung oder Prüfung. Der Zweck liegt im Entdecken der eigenen schöpferischen Kräfte und in der Anbindung an einen größeres Ganzes, auf das die Kunst verweist. Sanft wird der Wille der Schüler aktiviert, indem ihnen gleichsam Flügel wachsen. Man nenne es Geist, Sinnhaftigkeit, Rückbindung oder wie auch immer. Erziehen gelingt hier jedenfalls wörtlich als education/éducation, d.h.als Herausführen aus den gewohnten Grenzen. Ähnlich ist die pädagogische Wirkung künsterischen Tuns für die Internatsschüler in den Kindern des Monsieur Mathieu (frz. Originaltitel: Les Choristes ). Gegen die barbarische Unterdrückungs- und Vergeltungspädagogik ( action - réaction ) des Direktors Rachin setzt Mathieu den Zauber der Musik, den harmonischen Zusammenklang des Chorsingens. Er komponiert wunderschöne Liedsätze für seine Schüler, lässt durch seine strenge Konsequenz hindurch Humor und Verständnis blicken und stellt sich schützend vor einen Jugendlichen, wenn diesem eine harte Strafe droht. Durch den großen Bogen 18 mosaïque No2 April - Oktober 2005

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