Verwaltungspraxis: Wirtschaftlich und ökologisch öffentliche Beschaffung in Zürich

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1 Verwaltungspraxis: Wirtschaftlich und ökologisch öffentliche Beschaffung in Zürich Beat von Felten Wissenschaftlicher Mitarbeiter Umwelt- und Gesundheitsschutz (UGZ) 1

2 Inhalt der Präsentation Nachhaltige Beschaffung in der 2000-Watt-Gesellschaft Beispiele zum Einsatz von biogenen Produkten Arbeitskleider Erneuerbare Energien Holzprodukte Kunststoffe Schmierstoffe Treibstoffe Schlussfolgerungen 2

3 Die Bevölkerung Zupendler Fläche 90 km 2 Stadtverwaltung Budget 8 Milliarden CHF 3

4 4

5 Beschaffungsleitbild der (2007) Unser Engagement für die Nachhaltigkeit Vision Die gestaltet ihre Beschaffungsaktivitäten nach den Prinzipien der nachhaltigen Beschaffung. Im wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Engagement bleiben wir beispielhaft.

6 Lebenswegbetrachtung Nachhaltigkeitsaspekte Ökologie Ökonomie Gesellschaft auf dem Lebensweg eines Baumwollhemdes PRODUKT - LEBENSWEGBETRACHTUNG Rohstoffanbau Transport Produktion Kauf Gebrauch Entsorgung 6

7 Struktur der Beschaffungskoordination (2007) LB.. LB.. LB.... Stadtrat DepartementsvorsteherIn Finanzdepartement Beschaffungs- Kernteam Fachstelle 2 Stellen Lead Buyer 1 UGZ LB.... LB.... UGZ Mitglieder Beschaffungskernteam: Fachstelle Beschaffungskoordination Lead Buyer (inkl. Organe mit etablierten koordinierten Beschaffungsaufgaben, wie OIZ, GUD, SBMV, IMMO, Fahrzeugkommission) Eine Vertretung des UGZ für ökologische und soziale Aspekte D D D D Mitglieder erweitertes Beschaffungsteam: Beschaffungskernteam Beschaffungsverantwortliche der Departemente und Dienstabteilungen DA DA DA DA DA Erweitertes Beschaffungsteam DA Delegation der Lead Buyer Koordinierte Beschaffung 7

8 Rechtlicher Rahmen und Wirtschaftlichkeit Vereinbarung über das öffentliche Beschaffungswesen Ziele (Art. 1) a) Förderung wirksamer Wettbewerb b) Gleichbehandlung aller Anbieterinnen und Anbieter c) Sicherstellung der Transparenz d) Wirtschaftliche Verwendung der öffentlichen Mittel Submissionsverordnung Zuschlag ( 33) 1. Das wirtschaftlich günstigstes Angebot erhält den Zuschlag. Neben dem Preis auch Kriterien wie z.b. Qualität, Zweckmässigkeit, Termine, Betriebskosten, Nachhaltigkeit 8

9 Richtlinie Soziale Nachhaltigkeit seit 2010 Einhaltung von Mindeststandards bei der Herstellung (IAO- Kernarbeitsnormen) Förderung von besonders sozialen Produktionsformen (Angebote der Arbeitsintegration, fairer Handel) 9

10 Richtlinie Ökologische Nachhaltigkeit (Entwurf November 2013) Leitendes Prinzip bei ökologischen Anforderungen (Kap. 3.1) Es sind Lösungen in Richtung einer Kreislaufwirtschaft anzustreben mit möglichst hohen Anteilen an erneuerbaren Energien und Rohstoffen (wo ökologisch vorteilhaft). 10

11 2000-Watt-Gesellschaft Abstimmung am 30. November 2008: 76.4% Ja Steht jetzt in der Gemeindeordnung (=Verfassung) 11

12 Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft Watt energetische Leistung pro Person Prozent der Energie stammt aus erneuerbaren Quellen 3. CO2-Ausstoss: max. eine Tonne pro Person/Jahr (bis 2050) 4. Ausstieg aus Atomenergie 12

13 Persönlicher Energiebedarf von 6500 Watt runter auf 2000 Watt 13

14 Beispiele zum Einsatz von biogenen Produkten Arbeitskleider 14

15 Koordinierte Beschaffung von T-Shirts und Poloshirts Vertrag Rahmenvertrag für 2012 bis 2014 mit Optionen für 2015 und 2016 Geschätzter Wert der Vergabe CHF Nachweise für Ökotex 100, Fairtrade und GOTS Kosten Einsparungen von 20 bis 50 Prozent 15

16 Erneuerbare Energien Ziel 2000-Watt-Gesellschaft: 75 % Beispiel Holzenergieposition (Stadt, ) Nachhaltige Produktion von Energieholz durch die Stadt Gezielter Einsatz von Holzenergie Deklarierte Herkunft aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung Priorisierung städtischer Anbieter Controlling 16

17 Holzprodukte Graphische Papiere Zielvorgaben für Recyclingpapier z.b. 90 % beim Kopierpapier gemäss Papier-Reglement. Einwegpapiere Recycling-Qualität als Standard Zellulosefasertücher Reinigung öffentlicher WC-Anlagen zusammen mit ökologisch geprüften Reinigungsmitteln 17

18 Biogene Kunststoffe Beispiel Einweg-Plastiktragtasche (Beurteilung auf Grund Ökobilanz EMPA, 2012) Testsieger: Produkt mit mindestens 80 % Post- Consumer-Recycling-Material (PCR), aber Papier: 7 x höhere Umweltbelastung Baumwolle: 82 x höhere Umweltbelastung biologisch abbaubarer Kunststoff: 11 x höhere Umweltbelastung Zuckerrohr: 3 x höhere Umweltbelastung 18

19 Biogene Schmierstoffe Sägekettenöle oder Motorenöle im Einsatz 19

20 Biogene Treibstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen Es gilt nach Mineralölsteuergesetz (seit ): Befreiung von Mineralölsteuerpflicht nur bei ökologisch positiver Gesamtbilanz und sozialverträglicher Produktion Anforderungen: 40 % weniger Treibhausgase als fossiles Benzin Gesamt-Ökobilanz maximal 25 % schlechter als fossiles Benzin Keine Gefährdung der Regenwälder und Erhalt Bio-Diversität Nachweis Einhaltung Kernarbeitsnormen der IAO Zudem: Negativliste mit Treibstoffen aus Palmöl, Soja oder Getreide wegen Konkurrenzierung Lebensmittel 20

21 Biogene Treibstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen Bisher weisen nur Treibstoffe aus Abfällen oder Rückständen aus der Produktion von land- oder forstwirtschaftlichen Erzeugnissen positive Ökobilanzen auf! 21

22 Schlussfolgerungen Förderung ist möglich Gesetzlicher Rahmen hindert nicht Gesamtbilanz muss stimmen Ökologie, Soziales und Wirtschaftlichkeit Potential gross Monitoring je nach Zielsetzung Fortbildung noch Nachholbedarf 22

23 Besten Dank für Ihre Aufmerksamkeit Weitere Informationen: 23

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