Sichere und gesunde Unternehmen

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1 Photo-K - Fotolia.com Sichere und gesunde Unternehmen Prämiensystem 2008 bis 2012

2 Sichere und gesunde Unternehmen Prämiensystem 2008 bis Grundlagen Das Prämiensystem wurde erstmalig im Jahr 2008 basierend auf 162 Abs. 2 Sozialgesetzbuch VII (SGB VII) durch die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen (UK NRW) durchgeführt. Die UK NRW ist als gesetzlicher Unfallversicherungsträger im Bereich der allgemeinen Unfallversicherung für annähernd Versicherte in rund Unternehmen zuständig. Insgesamt wurde das Prämiensystem in fünf Durchgängen 2008 bis 2012 erfolgreich durchgeführt. Die Teilnahme am Prämiensystem ist für die Unternehmen und Betriebe freiwillig. Dieses Anreizsystem soll dazu beitragen, die Organisation von Sicherheit und Gesundheit in den Unternehmen zu optimieren. Die wesentlichen rechtlichen Verpflichtungen im Arbeitsschutzgesetz sowie in der Vorschrift Grundsätze der Prävention zur Organisation des Arbeits- und Gesundheitsschutzes stellen lediglich allgemeine Rahmenbedingungen dar. 2. Ziel des Prämiensystems Ziel des Prämiensystems ist es, möglichst viele Unternehmen und Betriebe zu einer Intensivierung ihrer organisatorischen Maßnahmen im Bereich Sicherheit und Gesundheit zu bewegen. Dazu wird auf folgende Aspekte besonders Wert gelegt: Systematischer Arbeits- und Gesundheitsschutz Eigenverantwortliche Umsetzung von Schutzmaßnahmen Verbesserte Wirksamkeit der Maßnahmen Kontinuierlicher Verbesserungsprozess Das Prämiensystem ist eine Kombination aus einer Selbstauskunft des Unternehmens und einer umfangreichen Überprüfung vor Ort. So kann sichergestellt werden, dass die Organisationsstruktur zum Arbeits- und Gesundheitsschutz mit vertretbarem Aufwand erfasst und qualifiziert bewertet wird. 3. Bewerberstruktur Insgesamt gab es 336 Bewerbungen bei den durchgeführten Verfahren. 59 Unternehmen/Betriebe haben sich wiederholt um eine Prämie beworben. Von diesen Unternehmen konnten sich fast alle Bewerber um mindestens eine Stufe verbessern. Die Teilnahmemöglichkeit am Prämiensystem wurde in den bislang fünf Durchgängen von 25 kommunalen Teilunternehmen und 15 Teilunternehmen des Landes genutzt. 2

3 Am Prämiensystem teilnehmende Mitgliedsunternehmen Teilnehmende Mitgliedsunternehmen und Landesbetriebe Wiederholer Die Bewerbungen am Prämienverfahren verteilen sich auf folgende Unternehmens- bzw. Betriebsarten: Teilnehmende Mitgliedsunternehmen am Prämienverfahren Betriebsarten 80 Stadt Technische Betriebe Sparkasse Einrichtungen des Landes Sonstige Gesundheitsdienst Gemeinde Kreis Feuerwehr 3

4 Die größte Anzahl an Bewerbungen ging von Unternehmen mit 100 bis 499 Beschäftigten ein. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht die Größenstruktur der Bewerber bei den Verfahren. Insgesamt wurden annähernd Versicherte in kommunalen Betrieben und Einrichtungen des Landes NRW erreicht, das entspricht etwa 25 % der bei der UK NRW Versicherten im Bereich der allgemeinen Unfallversicherung. Beschäftigtenzahlen der teilnehmenden Mitgliedsunternehmen Beschäftigte > Ergebnisse Nach den Durchgängen des Prämienverfahrens 2008 bis 2012 haben insgesamt 142 Unternehmen bzw. Teilunternehmen die höchste Stufe Grün erreicht und konnten so die jeweils maximale Prämie ausschöpfen. 67 Bewerbungen wurden in die Stufe Gelb eingeordnet und konnten mit jeweils der halben Prämie belohnt werden. Die Wiederholer erscheinen in der nachfolgenden Grafik mit ihrem besseren Ergebnis. 4

5 Bewertungen der teilnehmenden Mitgliedsunternehmen Prämienstufe 1 Prämienstufe 2 ohne Prämie Bislang konnten Prämien in einer Gesamthöhe von mehr als 2,3 Mio. ausgezahlt werden. Ein Großteil der Prämien wurde von den ausgezeichneten Betrieben zur Umsetzung von Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung genutzt. Das Ziel des Prämienverfahrens zunächst die Schaffung von Grundlagen für eine geeignete Organisation im Arbeits- und Gesundheitsschutz und im Weiteren eine kontinuierliche Fortentwicklung bei den Mitgliedsunternehmen im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz anzustoßen konnte bei den teilnehmenden Unternehmen erreicht werden. Dieser Verbesserungsprozess lässt sich auch an der Entwicklung der Prämienstufenanteile ablesen. Unternehmen mit Qualitätssicherungssystemen haben sich in der Regel auch erfolgreich mit ihrer Arbeitsschutzorganisation auseinandergesetzt. Größere Unternehmen haben in der Regel Schwierigkeiten, den Anforderungen des Prämiensystems in vollem Umfang gerecht zu werden, da es oftmals an einer flächendeckenden Umsetzung in den unterschiedlichen Betriebsteilen fehlt. Größere Mitgliedsunternehmen nutzen häufig Teilbetriebe als Pilotbereiche, in denen ein Arbeitsschutz management erprobt wird. Für viele Bewerber war das Prämienverfahren der Anlass, den Einstieg in die betriebliche Gesundheitsförderung zu schaffen. 5

6 5. Entwicklungspotenziale Als Ergebnis der Auswertung der Überprüfungstermine in den Unternehmen und Betrieben sind einige Verbesserungsmöglichkeiten deutlich erkennbar: Die Formulierung von Zielen und konkreten Programmen, die auf Basis ermittelter Belastungen und Gefährdungen erfolgen muss, ist bei einem Teil der Bewerbungen noch nicht so ausgeprägt, wie es im Prämiensystem angestrebt wird. Schließlich ist zu prüfen, ob gesetzte Vorgaben im Jahresverlauf erreicht wurden. Zahlreiche Jahresberichte der Fachkräfte für Arbeitssicherheit und der Betriebsärztinnen und Betriebsärzte stellen nicht umfassend die Arbeitsschwerpunkte dar. Die Berichte der Betriebs ärztinnen und Betriebsärzte beschränken sich häufig auf die Auflistung der durchgeführten arbeitsmedizinischen Untersuchungen und Sitzungstermine des Arbeitsschutzausschusses. Inzwischen gibt es durch die DGUV-Vorschrift 2 Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeits sicherheit die Anforderung an den Unternehmer, Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu jährlichen Berichten zu verpflichten. Den Unternehmen, die noch nicht die Stufe I (grün) erreichen konnten, bereitete die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung die größten Schwierigkeiten. Eine flächendeckende Umsetzung in allen Organisationseinheiten war teilweise nicht vorhanden oder die Aktualität der Gefährdungsbeurteilung war nicht gegeben. Notwendige Schutzmaßnahmen auf Basis der Beurteilung der Arbeitsbedingungen wurden nicht durchgehend abgeleitet. Probleme bereiteten die Veranlassung festgelegter Maßnahmen und die Kontrolle der Wirksamkeit der Maßnahmen. Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung haben viele Unternehmen noch großes Entwicklungspotenzial. Oftmals wurden einzelne Maßnahmen angeboten, die aber nicht auf die Belastungen im Unternehmen abgestimmt waren. Auf die Beteiligung der Beschäftigten in Form von Befragungen war bislang nur in wenigen Betrieben geachtet worden. Eine Auswertung durchgeführter Maßnahmen der Gesundheitsförderung wurde nur selten vorgenommen. Ein internes Gremium, das sich mit der betrieblichen Gesundheitsförderung befasst, wäre in vielen Fällen sinnvoll. 6

7 Innerbetriebliche Überprüfungen (Audits) sind hilfreich, um zu ermitteln, ob die eigenen Systemvorgaben der Unternehmen und die konkreten Schutzmaßnahmen den Anforderungen genügen. Diese innerbetrieblichen Überprüfungen, Bewertungen durch die Unternehmensleitung sowie die Formulierung von Zielen im Arbeits- und Gesundheitsschutz stellen Voraussetzungen für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess dar. 6. Ausblick Die Prämienverfahren 2008 bis 2012 wurden in einem einheitlichen Verfahren durchgeführt. Somit waren wiederholte Bewerbungen möglich, um zu Verbesserungen zu gelangen. Nach 5 Durchläufen von 2008 bis 2012 wurde das Prämiensystem überarbeitet. Die in den vergangenen Jahren gesammelten Erfahrungen sind in die Weiterentwicklung des Prämiensystems der Unfallkasse NRW eingeflossen. Seit diesem Jahr gibt es einen Grundlagenteil, der gesetzliche Verpflichtungen abfragt. Darauf baut ein Bewertungskatalog auf, der darüber hinausgehende Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Fokus hat. Der Ablauf wird sich wie in den Vorjahren gestalten. Zunächst erfolgt eine Selbstbewertung durch die Unternehmen. Neben dem Selbstbewertungsbogen sind einige ergänzende schriftliche Unterlagen einzureichen. Anschließend wird die Überprüfung vor Ort durchgeführt. Die aktuelle Broschüre zum Prämiensystem der Unfallkasse NRW finden Sie auf der Homepage der Unfallkasse NRW (www.unfallkasse-nrw.de, Webcode 600). Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! 7

8 Unfallkasse Nordrhein-Westfalen Sankt-Franziskus-Straße Düsseldorf Telefon Fax Internet Wenn Sie Fragen zum Prämiensystem haben rufen Sie bitte an, oder schreiben Sie einen Brief oder eine an: Dr. Carola Ernst Salzmannstraße Münster Telefon Stand Februar 2013

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