«Was nicht gut ist, hat einen Vorzug: Es kann besser werden.» Erich Kästner

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1 Zum Nachdenken, Mut machen, Nachahmen. «Was nicht gut ist, hat einen Vorzug: Es kann besser werden.» Erich Kästner Wie wir an eine Sache oder Aufgabe herangehen, hat viel mit self fullfilling prophecy (Selbstwirksamkeitshaltung) zu tun: «Das schaffst du» oder aber «Das schaffst du nie» beeinflusst stark den Erfolg/Misserfolg. Charmaine Liebertz In die Schule kommt der ganze Mensch, nicht nur der Kopf Gabriele Pohl 1

2 Müssen sollen oder Können wollen Wenn ich nur darf, wenn ich soll, Aber nie kann, wenn ich will, Dann kann ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, Dann mag ich auch, wenn ich soll, Und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn merke: Die können sollen, Müssen auch wollen dürfen Johannes Conrad Deshalb geht der kleine Bär in den Wald, um Pilze zu finden. Die meisten Menschen gehen in den Wald um Pilze zu suchen. Reinhard Sprenger 2

3 Ich glaube sowieso, wenn die jungen Menschen auf alles hören würden, was die älteren ihnen sagen, würde jede Entwicklung aufhören und die Welt still stehen. Astrid Lindgren Bildungsprozesse von Kindern können nur dann von Erwachsenen arrangiert, produktiv unterstützt und begleitet werden, wenn Kinder als vollwertige und ganzheitliche Personen anerkannt und nicht defizitär gesehen werden. Stellungnahme des Bundesjugendkuratoriums Förderung von Kindern unter sechs Jahren, 2004 in: Bildung sichtbar machen (Verlag Das Netz, 2008 S.53) 3

4 Apprendre à différencier nécessite un long voyage intérieur durant lequel on doit se placer soi même en projet d apprentissage,. Heureusement, l analyse des interventions pédagogiques devient alors un phare éclairant ces grands moments d incertitude! J. Caron : Différencier au quotidien ( éd. Chenelière, p.14, introduction ) Pour vaincre leurs peurs et faire des pas de plus, plusieurs enseignants ont besoin de voir des modèles nouveaux, de raconter leurs propres expériences, de s enrichir du vécu des autres, de participer à des débats, de profiter de l expertise de leurs collègues afin de résoudre un problème ou de planifier un projet novateur.ressourcement participatif et coopératif. J. Caron. Différencier au quotidien ( éd. Chenelière, p.15, introduction ) 4

5 die Interaktion mit dem einzelnen Kind und der Kindergruppe ist ein hochkomplexes Geschehen, welches individuell geplant, strukturiert, reflektiert und methodisch vielfältig gestaltet werden muss, Es erscheint idealistisch und praxisfern zu glauben, so viele verschiedene pädagogische Interventionen planen zu können, wie Kinder in der Kindergruppe vorhanden sind. Vielmehr ist eine förderliche Balance zwischen erwachseneninitiierten Tätigkeiten, einem methodisch vielfältigen und in seiner Komplexität belassenen Kontext und den Konstruktionen der Kinder anzustreben und auf die Selbstbildungspotentiale der Kinder in der Kindergruppe zu vertrauen ( vgl. Brandes 2008, 182 ). Aus Begabung wagen Ina Schenker Hrsg.: Koop C., Schenker I. u. a. (2010) Weimar Berlin: Verlag Das Netz Kinder sind Teilnehmer an einem gemeinsamen Unternehmen, das von zwei getrennten Positionen oder Vorstellungen ausgehen kann, aber sobald ihre Handlungen aufeinander treffen, gehen die Ausgangspositionen in einen dritten Standpunkt oder eine dritte Vorstellung ein der Kern der Idee der Ko Konstruktion : Wissen wird durch den Austausch von Ideen erworben, indem jede Person der jeweils anderen als widerständiges Gegenüber dient (1994,105). 5

6 James Youniss ( 1994) Sibylle Haas - Es kommt darauf an, in welchem sozialen Zusammenhang und in welcher Atmosphäre gelernt wird. - Es wird darum gehen, wie es sich anfühlt, wenn das Wie die Grundlage dafür ist, was gelernt wird. Es wird um das Vertrauen in die Fähigkeiten der Lernenden gehen. - Wie gelernt wird, das ist die Grundlage für das Was. Material das herausfordert: - Die Lernumgebung regt dazu an, neue Entdeckungen zu machen und herauszufinden, wie die Welt funktioniert. Das Material fordert Mädchen und Jungen zu individuellen Lernschritten heraus. - Die Räume werden so gestaltet, dass sie viele Anreize für die Kinder bieten, sich mit sich selbst und anderen Kindern zu beschäftigen und interessante Dinge kennenzulernen. Die pädagogischen Fachkräfte stellen das Material bereit, beobachten, ob und wie die Jungen und Mädchen sich damit auseinandersetzen, und begleiten sie dabei behutsam und ermutigend. - Der Schritt von der Angebotspädagogik bei der die Erzieherin vorher plant und zu wissen glaubt, was die Kinder hier und heute für die Weiterentwicklung benötigen zur achtsamen Begleitung individueller Lernschritte einzelner Kinder oder Kleingruppen ist nur mittels anregender Materialien möglich, 6

7 die zum Handeln auffordern und zur Auseinandersetzung reizen. 7

8 Denken Lernen: - Gemeinsames Ziel: selbstsichere, eingebundene, aktiv engagierte, lebenslang lernende Menschen. - Der Mensch lernt dann besonders gut und nachhaltig, wenn er ermutigt wird, sich in sicheren Beziehungen aufgehoben und gesehen weiß, wenn er ganzheitlich mit allen Sinnen lernt. - Die Interessen der Kinder zum Ausgangspunkt für Lernprojekte machen, sie mit ernsthaften Aufgaben herausfordern, ihnen zuhören und dabei helfen, ihre Ideen zu formulieren und zu realisieren das ist viel wichtiger als das Vermitteln zusammenhanglosen Fachwissens. Zum Thema Offene Arbeit von Gerlinde Lill - Öffnung beginnt im Kopf, beim Nachdenken über gewohnte Arbeitsweisen und ihre Wirkungen, über Veränderungsbedarf und Alternativen. - Die Sicht auf Kinder, auf die Berufsrolle, auf Arbeitsweisen kann sich ebenso nur im Ausprobieren, im Erleben und durch neue Erfahrungen wandeln. - Wer Neues probieren will, braucht Mut. - Folglich können zwei Faktoren dazu beitragen, sich auf unbekannt Wege und neue Erfahrungen einzulassen: Klarheit und Gelassenheit. - Es geht darum, den Spuren der Kinder zu folgen und nicht gegen ihre Impulse, sondern mit ihnen zu arbeiten. - Die einzige Konstante in der Offenen Arbeit ist die Veränderung offen zu arbeiten, bedeutet, sich auf einen 8

9 kontinuierlichen Entwicklungs und Veränderungsprozess einzulassen mit einem offenen Ausgang. - Die größte Herausforderung liegt darin, Vertrauen aufzubauen sowohl in die Kompetenz und Verantwortlichkeit der Kinder als auch in die der Kolleginnen. Dieses Vertrauen kann man nicht voraussetzen, es muss wachsen. - Sinnvoll ist, das Augenmerk zuallererst darauf zu richten, was die Kinder am liebsten tun und wo sie sich aufhalten, wenn man sie lässt. Denn damit zeigen sie uns, was sie brauchen. 9

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