Patientenorientierung, Selbstbestimmung und aktive Patientenbeteiligung als Chance und Herausforderung für das Management in Gesundheitsinstitutionen

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1 Departement Gesundheit Patientenorientierung, Selbstbestimmung und aktive Patientenbeteiligung als Chance und Herausforderung für das Management in Gesundheitsinstitutionen Paul C.M. Baartmans MHSc, MBA, BSN Studiengangsleiter/Dozent Bereich Management

2 Ljubljana-Charta 1996 (WHO) Das Wort der Bürger und die von ihnen getroffene Wahl sollten die Gesundheitsdienste ebenso wesentlich mitgestalten wie die auf anderen Ebenen der ökonomischen, managementbezogenen und professionellen Entscheidungsfindung getroffenen Beschlüsse. Der Bürger sollte zu Fragen gehört werden, die die inhaltliche Gestaltung der Gesundheitsversorgung, das Aushandeln von vertraglichen Vereinbarungen, die Qualität der Anbieter/Patienten-Beziehungen die Handhabung von Wartelisten und die Behandlung von Beschwerden betreffen.

3 Ziele

4 Drei Gebiete 1. Wissenschaftliche Forschung 2. Politische Gesundheitsentscheidungen auf Makro-, Meso-, und Mikroniveau 3. Qualität und Transparenz

5 Partizipation in der Forschung I 1996 Projekt INVOLVE (Einbezug) in England 2005 ZonMw in die Niederlande Schulung von Mitarbeitenden Veröffentlichung von Richtlinien für Patienten in Studien Handleitung für Forschenden um Patienten einzubeziehen 2011 Projekt PACO (Patientenberatungskommission) der niederländische Krebsliga -> 2012 nach der Evaluation...

6 Partizipation in der Forschung II Ergebnisse der Forschung in Richtlinien/Guidelines Das ärztliche Zentrum für Medizin (ÄZO) in Deutschland hat in 2007 die Patientenbeteiligung als Qualitätskriterium bei der Erstellung von nationalen Versorgungsrichtlinien festgelegt.

7 Partizipation in Gesundheitspolitische Entscheidungen (Makroebene) Einbezug bei der Mitgestaltung der Gesetzgebungen

8 Partizipation in Gesundheitspolitische Entscheidungen (Mesoebene) Am weitesten geht hier die Niederlande Gesetz Mitentscheiden von Klienten in Gesundheitsinstitutionen (WMCZ). Es verpflichtet jede Gesundheitsinstitution im Gesundheitswesen einen Klientenrat einzusetzen. Dieser Klientenrat hat Mitentscheidungsrecht in betriebsinternen aber auch strategischen Bereichen. Diese Bereiche sind im Gesetz genau beschrieben.

9 Mitentscheidungsbereich Klientenrat Änderungen der Zielsetzungen und Leitbild; Übergeben von Entscheidungsbefugnisse oder Fusionen oder das Angehen oder Beenden von Zusammenarbeitsverträge mit anderen Institutionen; die ganze oder teilweise Schliessung der Institution oder eingreifende Bauvorhabe; wichtige Änderungen in der Organisation; wichtige Einsparungen, Erweiterungen oder Änderungen des Leistungsangebotes;

10 Mitentscheidungsbereich Klientenrat Benennen von Personen im Direktorat; das Budget und die Jahrrechnung; die allgemeine Politik bezüglich die Zulassung von Klienten und das Ende der Behandlung von diesen Klienten; Ernährungssachen allgemeiner Art und die Politik in Sachen Sicherheit, Gesundheit oder Hygiene und die psychische Unterstützung, der gesellschaftliche Beistand von, Erholungsmöglichkeiten und Entspannungsaktivitäten von Klienten;

11 Mitentscheidungsbereich Klientenrat die systematische Überwachung, Beherrschung und Verbesserung der Qualität von der Versorgung am Klienten, und das Festlegen oder Änderung von Regelungen bezüglich die Behandlung von Beschwerden von Klienten und die Anstellung von Personen welche diese Beschwerden behandeln (Gesetz Beschwerden Klienten Gesundheitswesen (WKCZ)).

12 Partizipation in Gesundheitspolitische Entscheidungen (Mikroebene) Hier werden die Patienten zur Partizipation aufgerufen durch das Gesetz über die medizinische Behandlungsvereinbarung (WGBO). In diesem Gesetz wird die Rechtsposition (Rechten und Pflichten) des Patienten detailliert aufgelistet.

13 Verpflichtung des Arztes Den Patienten nach der Diagnosestellung ausreichend aufzuklären und zu beraten, über: die Art der weiteren Diagnoseuntersuchung(en) und/oder die vorgeschlagene Behandlung mögliche andere Behandlungsmethoden die möglichen Risiken, Folgen und Nebenwirkungen der Untersuchungen und/oder der Behandlung die Aussichten nach der Untersuchung bzw. Behandlung

14 Einwilligung in der Behandlung Behandlung und/oder Untersuchung erfolgt nur mit Einwilligung des Patienten Die Behandlung kann abgelehnt werden und man kann auf eine Einwilligung zurückkommen Bei einer schweren und/oder riskanten Behandlung muss der Arzt ausdrücklich um die Zustimmung des Patienten fragen

15 Ausnahme der Informationsvermittlung Wenn die Informationen schwerwiegende negative Folgen für den Patienten hat (ein Recht auf nicht-wissen) Der Patient kann dieses Recht einfordern und dieser Wunsch muss erfüllt werden Auch im Gesetz stehen die Datenschutzbestimmungen, das Recht auf eine medizinische Zweitmeinung und den Umgang mit der Patientenverfügung. ->> Beim einem nicht-einhalten kann der Arzt verklagt werden..

16 Partizipation in Qualität und Transparenz (Bundesebene) In der Schweiz die Bemühungen der ANQ (Zufriedenheitsbefragungen) oder Stiftung Patientensicherheit mit der Broschüre In der Niederlande ähnlich und zusätzlich die Erhebung der sogenannten CQ-Index

17 Partizipation in Qualität und Transparenz (Institutionsebene) Vielzahl von Methoden um die Meinung von Klienten zu eruieren: Fokusgruppengespräche Einzelgespräche Fragebogen Unterscheiden von Entwicklung und Messung!

18 Einbezug bei der Entwicklung

19 Kötter et al Patienten oder Patientenvertretungen systematisch in die Entwicklung von QI n einbezogen werden sollten, Dieser Einbezug sollte detailliert dokumentiert werden (wer, wann und wie diese Personen involviert wurden), daraus sollten internationale Standards für den Einbezug von Patienten entwickelt werden und zukünftige qualitative und quantitative Studien sollten die meist effektive Arten des Patienteneinbezugs zur Formulierung von Qualitätsindikatoren analysieren und evaluieren. (Kötter et al. Patient Preference and Adherence Dovepress 2013:7: )

20 Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit und viel Erfolg bei der Umsetzung

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