AirSupply SCM-Plattform für die europäische

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1 AirSupply SCM-Plattform für die europäische Luft- und Raumfahrtindustrie

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3 Inhalt 3 Inhalt Ausgangslage Ziele und Anspruch Bedeutung des Projekts Prozesse Anbindung externer Partner Sicherheit, Verfügbarkeit, Performance Aktueller Stand und Ausblick Vorteile und Einsparungen Anhang

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5 Ausgangslage 5 Ausgangslage EADS ist ein weltweit führendes Unternehmen der Luftund Raumfahrtindustrie, im Verteidigungsgeschäft und den dazugehörigen Dienstleistungen mit einem Umsatz von nahezu 50 Mrd. Euro im Jahr 2011 und rund Mitarbeitern. Zu den EADS-Divisionen zählen der Flugzeugbauer Airbus, der Hersteller von Hubschraubern Eurocopter und die Raumfahrtsparte Astrium sowie der Anbieter von Verteidigungs- und Sicherheitslösungen Cassidian. Der Konzern entschied sich im Jahr 2009, die bis dato in der Zusammenarbeit mit Lieferanten gelebten SCM- Prozesse auf den Prüfstand zu stellen und zu optimieren. Die zur Abwicklung der SCM-Prozesse bislang genutzte Lösung war in die Jahre gekommen sowohl im Blick auf die Prozesslogiken als auch hinsichtlich der Technik. Der Konzern verzeichnete einen deutlichen Anstieg im Auftragseingang und war mehr denn je auf eine perfekt funktionierende Supply Chain und eine transparente Zusammenarbeit mit Lieferanten angewiesen. Hinzu kam, dass es sich bei um eine EADS-eigene Lösung handelt, die selbst EADS-intern nicht von allen Divisionen genutzt wurde. Lieferanten der europäischen Luft- und Raumfahrtunternehmen mussten somit in der Zusammenarbeit mit ihren Kunden unterschiedlichste Supplier-Portale bedienen. Hier erschien es attraktiv, eine Branchenlösung zu schaffen, die von allen Unternehmen der Aerospace-Industrie zur Abwicklung von SCM-Prozessen genutzt werden kann und dies nicht nur in der ersten Stufe vom OEM zum Tier-1, sondern auch darüber hinaus vom Tier-1 zum Tier-2, etc. Diese Initiative, unternehmensübergreifend einen Branchenstandard zu schaffen, wurde von anderen führenden Unternehmen der Aerospace-Industrie sowie einem wichtigen Branchenverband mitgetragen und geführt (siehe auch Kapitel Bedeutung des Projekts ). Um eine Branchenlösung mit von Beginn an hoher Verfügbarkeit zu schaffen, wurde die Entscheidung getroffen, die bewährten SCM-Prozesse der Industrie- Partner, maßgeblich Airbus, und die 10-jährige Erfahrung der Firma SupplyOn in der Entwicklung und im Betrieb einer Branchenlösung für die Automobilzuliefer-Industrie zusammenzuführen. Auftragseingang Auftragsbestand in Mrd. Euro 150 in Mrd. Euro Der Auftragsbestand erhöhte sich um 21 Prozent auf den Rekordwert von 541 Mrd Euro; zu verdanken ist dies in erster Linie der gestiegenen Zahl von Aufträgen für Verkehrsflugzeuge bei Airbus.

6 6 Ziele und Anspruch Ziele und Anspruch Die Produktionsprozesse im EADS-Konzern sind hochkomplex: Die Produkte des Konzerns sind in einem weiten Umfang vom Kunden customize-bar und haben einen hohen Anteil an externer Wertschöpfung (ca. 75 Prozent). Der Konzern zählt rund Unternehmen zu seinen Lieferanten von direktem Produktionsmaterial. Nimmt man zum Beispiel ein Langstreckenflugzeug, so sind darin rund vier Millionen Einzelteile verbaut. Auf der Ebene der Airbus-Endmontagelinie laufen Baugruppen aus mindestens vier Ländern zusammen.

7 Ziele und Anspruch 7 Zusätzliche Komplexität entsteht dadurch, dass Änderungswünsche von Kunden bis zu sechs Monate vor Auslieferung noch akzeptiert und berücksichtigt werden sprich: zu einem Zeitpunkt, zu dem die Produktion einzelner Bauteile bereits begonnen hat. Dementsprechend komplex sind auch die Bedarfs- und Bestellprozesse mit Lieferanten. Die Liefertermine müssen sowohl auf der Ebene der Kapazitätsplanung, als auch auf der Ebene der Bestellungen eng mit den Lieferanten abgestimmt werden. Start Final Assembly Line Order Last chance requests Delivery Month Forecast Order Start of collaboration with supplier: weekly matching of delivery dates and quantities Start of production of elementary parts and fine tuning of delivery dates and quantities Delivery of elementary parts and integration in subassembly Vor diesem Hintergrund war es Ziel des AirSupply- Projekts, einen kollaborativen Bestell- und Bedarfsprozess zu definieren, der die genannten Rahmenbedingungen bestmöglich unterstützt, und diesen Prozess mit Hilfe einer Web-basierten IT-Lösung transparent abzubilden. Dabei hatte das Projektteam den Anspruch, sowohl von der Prozesslogik als auch von der zugrundeliegenden Technik das Optimum zu erzielen. Der Anspruch von EADS gemeinsam mit den industriellen Partnern und SupplyOn war dabei kein geringerer, als die weltweit beste Lösung zu entwickeln.

8 8 Bedeutung des Projekts Bedeutung des Projekts Das Projekt genießt sowohl auf Ebene des EADS- Konzerns als auch auf Ebene der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie eine hohe strategische Bedeutung, die im Folgenden dargelegt wird: Bedeutung auf Konzernebene Da die externe Wertschöpfung in der Aerospace-Industrie sehr hoch ist als Beispiel sei hier ein Flugzeug von Airbus genannt mit einem Zulieferanteil von Prozent, ist die Gestaltung der Geschäftsprozesse mit Lieferanten für den EADS-Konzern von hoher strategischer Bedeutung. So war es naheliegend, dass nicht nur die Entscheidung für dieses Projekt auf Top-Management-Ebene getroffen, sondern auch der Projektverlauf vom Top-Management verfolgt wurde. Über den gesamten Projektverlauf war ein hochrangig besetztes Steering Commitee eingebunden, um einen erfolgreichen Abschluss sicherzustellen. Im Steering Commitee waren unter anderem der Chief Information Officer (CIO) von EADS/Airbus sowie der Chief Procurement Officer (CPO) von EADS/Airbus vertreten. Bedeutung für die europäische Luft- und Raumfahrtindustrie Die Bedeutung des Projekts geht jedoch weit über die Konzerngrenzen von EADS hinaus. Von Anfang an wurde das Ziel verfolgt, nicht nur eine EADS-Konzern-Lösung, sondern vielmehr eine europäische Industrielösung zu schaffen. Aus diesem Grund waren weitere wichtige Player der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie Dassault Aviation, Safran und Thales von Beginn an mit einbezogen. Die Beteiligten sind davon überzeugt, dass mit dem Aufbau einer gemeinsamen Branchenlösung die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Luftfahrtindustrie langfristig gestärkt wird. Dies soll sowohl über die verbesserten, harmonisierten Prozesse erfolgen, als auch durch die Nutzung einer gemeinsamen Lösung und den daraus resultierenden Effizienz- und Kostenvorteilen.

9 Bedeutung des Projekts 9 Die Unternehmen Airbus, Dassault Aviation, EADS, Safran und Thales haben zu diesem Zweck ein gemeinsames Unternehmen gegründet: BoostAeroSpace (www.boostaerospace.com). Ziel dieses Joint-Ventures ist es, Prozesse und Datenformate innerhalb der europäischen Luft- und Raumfahrt zu standardisieren, und zwar in den Bereichen Supply Chain Management (SCM), Product Lifecycle Management (PLM) und Collaboration. Das zum Wettbewerb eingereichte Projekt betrifft den Bereich SCM. User Management & Security Portal Product Lifecycle Management PLM Supply Chain Management AirSupply Collaboration Das Board of Directors von BoostAeroSpace, bestehend aus jeweils einem Top-Manager der Unternehmen Airbus, Dassault Aviation, EADS, Safran und Thales, ist eng in alle wichtigen Projektentscheidungen eingebunden ebenso wie das Board des französischen Branchenverbands GIFAS (Groupment des Industries Française Aéronautiques et Spatiales), in dem die Chief Executive Officer der französischen Luft- und Raumfahrtindustrie organisiert sind und sich regelmäßig austauschen. Zur strategischen Bedeutung des Projekts siehe auch Anhang: Europas Flugzeugkonzerne vernetzen sich aus der Financial Times Deutschland vom 28. Juni 2011

10 10 Prozesse Prozesse Im folgenden Abschnitt werden die Geschäftsprozesse beschrieben, die im Rahmen des Projekts definiert und spezifiziert wurden, und die über die IT-Lösung AirSupply abgebildet werden. Aufgrund des kollaborativen Charakters der abgebildeten Prozesse basiert das Konzept von AirSupply auf der vollständigen Verzahnung der Web-basierten Kollaboration und des kunden-internen ERP-Systems. Mit einem reinen EDI-Nachrichtenaustausch ist es nicht möglich, die Komplexität der spezifizierten Kollaborationsprozesse abzubilden. So findet mit AirSupply die gesamte Kollaboration im Web statt. Nach deren erfolgreichem Abschluss werden die Ergebnisse in die ERP-Systeme zur internen Weiterverarbeitung zurückgespielt. Die Prozesse sind: Kapazitätsplanung (Forecast) Bestellung (Purchase Order) Lieferavis (Despatch Advice) Empfangsbestätigung (Goods Receipt) Vendor Managed Inventory mit Gutschrift (Self-billing) Forecast und Purchase Order werden jeweils einmal pro Woche durchlaufen. Jeden Montag prüft der Order Officer auf Kundenseite die Ergebnisse des MRP-Laufs (Material Ressource Planning) vom Wochenende aus dem internen ERP-System. Sobald er diese freigibt, werden die aktualisierten Daten über AirSupply an die Lieferanten übermittelt. Damit beginnt der bilaterale Abstimmungsprozess.

11 Prozesse 11 Kapazitätsplanung (Forecast) Der Lieferant erhält über AirSupply die voraussichtliche Liefermenge und den geplanten Liefertermin, übernimmt die Daten in seine interne Planung und bestätigt, was er liefern kann. Auf Seiten von EADS wird die Bestätigung geprüft und ebenfalls bestätigt. Weekend Monday Tuesday Customer ERP Customer ERP? Manufacturing Resource Planning automated run Medium and long term forecasts are built in the customer ERP Ordering officer checks forecast relevancy based on exception management (tolerances) Publication of automated weekly forecast to suppliers (possibility to trigger another day of the week) Supplier analyzes customer forecast needs based on exceptions management... and commits. Airbus analyzes supplier commitment and agrees Final agreement between customer and suppliers Tuesday + Wednesday Thursday + Friday AirSupply Customer ERP Logistic Step ERP / AirSupply synchronisation

12 12 Prozesse Bestellung (Purchase Order) Der erste Schritt ist identisch zum Forecast: Der Lieferant erhält über AirSupply die voraussichtliche verbindliche Liefermenge und den geplanten Liefertermin. Für den weiteren Ablauf des Prozesses gibt es nun mehrere Möglichkeiten: 1. Der Lieferant kann wie bestellt liefern. Dann akzeptiert er einfach die Bestellung. 1 Customer ERP PO creation in ERP Status new order published Supplier accepts PO without changes* Status open Despatch advice is entered into AirSupply by supplier Status shipped Customer goods receipt Status received 2. Der Lieferant kann die bestellten Teile zwar im Prinzip liefern, jedoch abweichend von der Bestellung, zum Beispiel zu einem anderen Zeitpunkt. Dann bestätigt er die Bestellung mit Änderung. Auf Kundenseite wird die Bestätigung mit Änderung geprüft und entweder so akzeptiert oder mit einem neuen Vorschlag an den Lieferanten zurückgespielt, bis sich beide Seiten über Liefertermin und Liefermenge einig geworden sind. Customer ERP Customer accepts changes* Status open PO creation in ERP Status new order published Supplier accepts PO with changes* Status supplier accepted with change Customer goods receipt Status received Customer makes a new proposal* Status customer change order request * New delivery date and / or new quantity Supplier accepts new proposal Status open

13 Prozesse Der Lieferant kann wie bestellt liefern und hat dies auch bereits über AirSupply bestätigt, doch auf Kundenseite muss die bereits bestätigte Bestellung nochmals angepasst werden. Damit wird erneut die im Fall 2 beschriebene Abstimmung durchlaufen. Customer ERP PO creation in ERP Status new order published Supplier accepts PO without changes* Status open Customer asks for delivery modification* Status customer change order request Supplier accepts changes* Status open * New delivery date and / or new quantity Supplier does not accept changes* Status open Customer makes a new proposal Status customer change order request Customer goods receipt Status received AirSupply Customer ERP Logistic Step ERP / AirSupply synchronisation

14 14 Prozesse Lieferavis (Despatch Advice) Sobald die produzierten Komponenten für den Versand bereit sind, erstellt der Lieferant in AirSupply den Lieferavis. Die Daten werden vom Kunden geprüft, freigegeben und ins interne ERP-System übernommen. Der Lieferant druckt nun die Barcode-Labels aus und kennzeichnet die für den Versand vorgesehene Ware damit. Collaboration phase on PO Po No A new PO has been published in AirSupply tool Collaboration on PO Supplier packs the goods (or part of them) 2 + D.A. 3 Goods are ready to be shipped, supplier creates the Despatch Advice All checks are processed in AirSupply tool - Despatch Advice is initialized D.A. Triggers data check Despatch Advice processed for errors; if none; D.A. is transferred to customer ERP Supplier can print Despatch Advice label Supplier labels each box with previously printed labels AirSupply Customer ERP Supplier ships goods PO status automatically updated in AirSupply Customer scans the Despatch Advice bar codes Goods receipt process can be performed Logistic Step ERP / AirSupply synchronisation

15 Prozesse 15 Empfangsbestätigung (Goods Receipt) Sobald die Ware beim Kunden eintrifft und sie der Wareneingang im System einbucht, wird der Status in AirSupply als received angezeigt. Physical reception of ordered goods is performed Goods are accepted, Status received is visible in AirSupply Nach der Vereinnahmung der Ware sind folgende zwei Szenarien möglich: 1. Es wird festgestellt, dass die Ware fehlerhaft ist oder dass das Falsche geliefert wurde. In diesem Fall wird die Ware an den Lieferanten zurück geschickt und der Status in AirSupply auf open gesetzt. Der Lieferant muss erneut liefern. Goods turn out to be faulty Goods are sent back to supplier (Status returned ) Supplier ships new goods?? 2. Es wird festgestellt, dass die Ware falsch eingebucht wurde, zum Beispiel Goods are sent back wegen Goods turn eines out to Fehlers beim Scan-Vorgang. In diesem Fall Supplier wird ships der Status to supplier be faulty new goods received zurückgesetzt. (Status Die Ware returned ) kann nun erneut und somit korrekt verbucht werden. An error has been realized Goods receipt is cancelled Goods receipt process is repeated?? An error has been realized Goods receipt is cancelled Goods receipt process is repeated

16 16 Prozesse Vendor Managed Inventory mit Gutschrift (Self-billing) Mit Vendor Managed Inventory erhält der Lieferant Einblick in die Kunden- Lagerbestände und sorgt eigenständig dafür, dass sich diese im Rahmen vereinbarter Minimal- und Maximalgrenzen bewegen. In kritischen Situationen, wie zum Beispiel bei einer drohenden Unterschreitung des Minimalbestands, werden beide Seiten automatisch informiert. AirSupply bietet dem Lieferanten die Möglichkeit, Lieferungen zu simulieren, um sie optimal auf die Kundenbedarfe abzustimmen. Sobald der Lieferant den Lieferavis erstellt hat, wird die Ware als Intransit dargestellt. Mit der Empfangsbestätigung wird die Ware ins interne ERP-System eingebucht. Sobald die Ware entnommen wird, generiert AirSupply eine Gutschrift an den Lieferanten max max Agreed minimum and maximum stocks are stored in customer ERP Demand is computed and inventory is managed in customer ERP Supplier can plan deliveries based on agreed limits Despatch advice is entered into AirSupply by supplier SBI or credit note in transit While goods are being dispatched, inventory monitor shows them in transit Goods are booked into the system upon delivery Optional: Transfer of property from supplier to customer is done on goods consumption Optional: A self-billing invoice or credit note is generated on goods consumption AirSupply Customer ERP Logistic Step ERP / AirSupply synchronisation

17 Prozesse 17 Realisierung weiterer Prozesse Die Plattform AirSupply bietet ein weites Feld für die Abbildung weiterer Kollaborationsprozesse. So wird derzeit ein Bestellprozess umgesetzt, bei dem zwei Lieferanten involviert sind, wobei Lieferant A die Ware nicht an EADS, sondern an Lieferant B liefert. Dieser Prozess kommt in der Regel dann zum Einsatz, wenn eine hochwertige Komponente (z.b. Bildschirm von Lieferant A) in die Baugruppe eines anderen Lieferanten (z.b. Sitz von Lieferant B) eingebaut werden soll, und dem Hersteller der Baugruppe nicht zuzumuten ist, dass er die Kosten für die hochwertige Komponente bis zur Lieferung und Bezahlung seiner Baugruppe übernimmt. Die Beschreibung der Prozesse zeigt, dass diese durch reinen Nachrichtenaustausch im klassischen EDI-Format nicht zu bewerkstelligen sind. Die umfangreichen Logiken zur Abbildung der Kollaboration werden durch klassische ERP-Systeme nicht unterstützt. Daher wird die gesamte Logik der Kollaboration in einer Web-basierten Lösung (Cloud) dargestellt; die Ergebnisse der Kollaboration werden zur weiteren internen Verarbeitung in die ERP-Systeme zurückgespielt.

18 18 Anbindung externer Partner Anbindung externer Partner Auf der Lieferantenseite werden im Laufe des Jahres 2012 für die drei EADS- Divisionen Airbus, Eurocopter und Astrium rund Unternehmen angebunden. Dabei kann ein Unternehmen sich in zwei Rollen registrieren lassen und AirSupply sowohl als Lieferant als auch in der Rolle eines Kunden nutzen: So steuert zum Beispiel Eurocopter einerseits den Lieferprozess für Flugzeugtüren an Airbus über AirSupply, andererseits nutzt das Unternehmen AirSupply um mit seinen mehreren hundert Lieferanten den Bestell- und Lieferprozess abzuwickeln. Ähnliches gilt für Aircelle, ein Tochterunternehmen der Safran-Gruppe und Hersteller von Triebwerksgehäusen. Organisatorische Anbindung Nach einer erfolgreichen Pilotphase Ende 2011 / Anfang 2012, in der die beschriebenen Prozesse mit ausgewählten Lieferanten im realen Tagesgeschäft getestet wurden, startete im Februar 2012 der umfassende Rollout mit rund Lieferanten. Der Rollout erfolgt in Gruppen (intern Waves genannt) von rund Lieferanten pro Monat. Dabei werden bis zur produktiven Nutzung innerhalb von rund drei Monaten folgende Schritte durchlaufen: Brief an den Lieferanten mit ersten Informationen zur Einführung von AirSupply und einer Einladung zum Lieferantentag Lieferant erhält beim Lieferantentag umfassende Informationen zu den Vorteilen, Prozessen und Funktionen von AirSupply sowie zur technischen und organisatorischen Einführung der neuen Lösung Lieferant unterzeichnet neue Logistik-Vereinbarungen Lieferant erhält Registrierungslink von SupplyOn Falls der Lieferant bereits bei SupplyOn registriert ist, kann die Nutzung von AirSupply einfach dazugebucht werden. Falls nicht, schließt er zunächst einen Nutzungsvertrag mit SupplyOn. Lieferant wird für AirSupply freigeschaltet. Technische Anbindung Die komplexen Kollaborationsprozesse bei der Abstimmung von Liefermenge und Liefertermin lassen sich nur web-basiert realisieren und erfolgen im Web-Frontend von AirSupply. Die Ergebnisse der Kollaboration werden im Falle einer Direktanbindung via EDI in das interne ERP- System des Lieferanten zurückgespielt. Bei einer Web- Anbindung kann der Lieferant Daten per Up- und Download übernehmen.

19 Sicherheit, Verfügbarkeit, Performance 19 Sicherheit, Verfügbarkeit, Performance Die Anforderungen an die Lösung AirSupply in Hinblick auf Sicherheit, Verfügbarkeit und Performance sind sehr hoch, da über die Lösung geschäftskritische Informationen ausgetauscht werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass extrem hohe Kosten verursacht werden, wenn zum Beispiel ein Flugzeug aufgrund eines nicht rechtzeitig gelieferten Bauteils längere Zeit am Boden steht. Deshalb wurden bereits in der Entwicklungsphase mit dem Partner SupplyOn zahlreiche Workshops durchgeführt, um die Anforderungen im Detail zu definieren und umfassende Maßnahmen zur Erfüllung der Anforderungen zu implementieren (Security Plan). Zahlreiche Audits sowohl bei SupplyOn als auch bei Dienstleistern von SupplyOn wurden durchgeführt. Um auftretende Probleme ohne Verzögerung lösen zu können, wurde eine Standleitung mit SupplyOn eingerichtet. Eine Reihe technischer Maßnahmen wurden implementiert, um die Sicherheit von Daten und Applikation auf einem hohen Level sicherzustellen. Dazu zählt beispielsweise, dass die Daten gespiegelt in zwei voneinander räumlich getrennten Rechenzentren gehalten werden. Um eine hohe Performance im Live-Betrieb sicherzustellen, wurden ebenfalls bereits in der Entwicklungsphase zahlreiche Tests durchgeführt, bei denen unterschiedliche Ramp-up-Szenarien simuliert wurden. Dies war notwendig, da die Verarbeitung bestimmter Einzelnachrichten zum Beispiel für Ersatzteile sehr schnell erfolgen muss und maximal 15 Minuten in Anspruch nehmen darf, selbst unter Hochlast der Systeme.

20 20 Aktueller Stand und Ausblick Aktueller Stand und Ausblick Anbindung der Lieferanten Zum Stichtag 11. Juni 2012 haben Airbus, Astrium und Eurocopter 339 Lieferanten angebunden. Bis Ende 2012 werden weitere rund 650 Lieferanten dazu kommen Dez 11 Jan 12 Feb 12 Mrz 12 Apr 12 Mai Juni 12 0 FR DE GB US Sonstige Airbus Astrium Eurocopter Internationale Verteilung Einführung der Prozesse bei weiteren Unternehmen aus der Branche Von einem Branchenstandard kann gesprochen werden, wenn die wichtigsten Vertreter einer Branche darauf setzen. Dies ist bei AirSupply und den beschriebenen Prozessen der Fall: Mit Airbus, Aerolia, Astrium, Eurocopter, PAG und Safran nutzt sie bereits ein bedeutender Teil der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie. Über das Joint-Venture BoostAeroSpace sind weitere wichtige Vertreter dieser Branche wie Dassault Aviation und Thales mit im Boot.

21 Vorteile und Einsparungen 21 Vorteile und Einsparungen Für den Prozessanwender Schon wenige Wochen nach Einführung von AirSupply zeichnet sich ab, dass die neuen Prozesse bei den Anwendern auf eine hohe Akzeptanz stoßen. Das liegt unter anderem an der flexiblen Oberfläche der Lösung, die jeder Benutzer entsprechend seinen Arbeitsabläufen und Informationsbedürfnissen konfigurieren kann, an der ergonomischen Navigation und Benutzerführung sowie den vielfältigen Möglichkeiten, individuelle Benachrichtigungen einzurichten, die den Benutzer auf kritische Situationen im Vorfeld aufmerksam machen und ihn in seiner täglichen Arbeit optimal unterstützen. Die Zufriedenheit und Effizienz auf Seiten der Lieferanten ist ebenfalls gestiegen, da diese nicht mehr wie in der Vergangenheit mit einer Vielzahl unterschiedlicher Portale konfrontiert werden, sondern über eine einheitliche Lösung mit mehreren Kunden effizient zusammen arbeiten können. Hinzu kommt, dass AirSupply in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch zur Verfügung steht. Dies bedeutet für nahezu alle Anwender, dass sie AirSupply in ihrer Muttersprache nutzen können. Dasselbe gilt für die Hotline: Auch sie ist in diesen vier Sprachen erreichbar und zwar kostenfrei und rund um die Uhr. Dies ist ein häufig unterschätzter Aspekt, der erheblich zu einer flächendeckenden Nutzung und somit zum langfristigen Erfolg neu eingeführter Prozesse und Lösungen beiträgt. Für den EADS-Konzern und die europäische Luft- und Raumfahrtindustrie Der strategische Hauptnutzen von AirSupply liegt darin, dass die Lösung branchenweit die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit verbessert und die Transparenz bei geschäftskritischen Prozessen erhöht, und zwar durch harmonisierte Prozesse und eine einheitliche Terminologie über mehrere Stufen der Lieferkette hinweg. Dies führt zu mehr Effizienz in der Zusammenarbeit mit Lieferanten und somit zu niedrigeren Kosten. Der EADS-Konzern profitiert darüber hinaus von niedrigeren Kosten gegenüber der Nutzung der früheren SCM- Lösung Dies liegt daran, dass AirSupply von mehreren Unternehmen genutzt wird, die sich die Kosten für Entwicklung, Infrastruktur, Support und Weiterentwicklung teilen. Eine weitere Kostensenkung wird erwartet, wenn sich die Nutzung wie geplant weiter ausbreiten wird. Die mit der Einführung von AirSupply erzielten monetären Einsparungen sind ganz unterschiedlicher Natur in Abhängigkeit davon, wie das jeweilige Unternehmen in der Vergangenheit mit Lieferanten zusammen gearbeitet hat und ob bereits ein Supplier-Portal im Einsatz war. Unternehmen, die zuvor noch kein Supplier-Portal hatten, reduzieren in erster Linie ihre Prozesskosten; bei denjenigen Unternehmen, die ein eigenes Portal betrieben haben, entfallen die Kosten für den Betrieb. Diesen Einsparungen stehen vergleichsweise niedrige Nutzungsgebühren von AirSupply gegenüber. Die gesteigerte Prozesssicherheit und -effizienz, die mit AirSupply gegenüber den herkömmlichen Prozessen erzielt werden, tragen wesentlich zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie bei.

22 22 anhang Financial Times Deutschland 28. Juni 2011

23 Anhang 23

24 EADS Deutschland GmbH Willy-Messerschmitt-Str Ottobrunn Telefon:

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