VHB-Arbeitstagung. Markt verschlafen? 11.November 2011, Hannover

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1 VHB-Arbeitstagung, Hannover Markt verschlafen? Welche Chancen haben deutsche Hochschulen im lukrativen Markt der Executive Education mitzuspielen? München 1

2 Zur PersonBackground Diplom-Psychologin (LMU), seit 1985 als freie Journalistin vor allem im Bereich Management, Weiterbildung und Personalentwicklung tätig MBA in Europa (Serie für FAZ), 1994 Das MBA-Handbuch (Econ Verlag) Unzählige Artikel über MBA und Executive Education, zum Beispiel in Capital, Die ZEIT, Financial Times Deutschland, Handelsblatt, spiegel online, Süddeutsche Zeitung, VDI Nachrichten, Wirtschaftswoche bis 2010 Gesellschafterin und Chefredakteurin bei der Website MBA Channel 2010 Start des eigenen Blogs 2011: Start des monatlichen Newsletters MBAIntern (verschickt an mehr als 5000 Personalmanager) VHB : Executive Education 2

3 Was ist Executive Education? Alles eine Definitionsfrage? Weiterbildung für Manager: High Potentials, Führungskräfte, Topmanager Fachseminare, Führungstraining, Strategie non-degree/degree (Executive MBA oder Executive Master) wissenschaftlich fundiert praxisorientiert und praxiserprobt VHB : Executive Education 3

4 Warum Executive Education? neuester Forschungsstand Lernen von Best -Practice-Beispielen externer Blick auf das Unternehmen Kritik jenseits der Hierarchie Blick über den eigenen Tellerrand Aufbau von Netzwerken VHB : Executive Education 4

5 Die Spielarten der Executive Education? Offene Programme/Open Enrolment: Kurse für bestimmte Zielgruppen, Klassiker: Advanced Management Programm Maßgeschneiderte Programme/Customized Programs: zugeschnitten für ein Unternehmen, oft Strategiethemen, Konsortial Programme: mehrere Unternehmen tun sich bei einem Thema (z.b. Change Management) zusammen VHB : Executive Education 5

6 Advanced Management Program The Advanced Management Program is a complete general management program meaning it helps senior leaders to address all aspects of leadership. The program complements functional understanding with a holistic approach that helps you build judgement in your specific contexts. Key Benefits: Gain insights that challenge your assumptions Actionable knowledge - develop deeper insight into information you often already possess Develop greater confidence - in your knowledge by testing your assumptions and making them more robust 4 weeks Euro Beschreibung von Insead 6

7 Was kosten Customized Programme? 5000 bis Euro pro Tag, plus Vorbereitungstage zum geringeren Preis pro Tag und Teilnehmer 1000 Euro, plus 2 bis 3 Vorbereitungstage pro Seminartag zum ermäßigtem Preis Startpunkt sind Euro pro Tag, Vorbereitung kann 5 oder 25 Tage dauern bis Euro pro Tag für die Gruppe. Dazu kommt die Vorbereitung Manchmal arbeitet man 6 Monate für ein 3-Tages-Programm. Angaben von europäischen Topschulen 7

8 Der deutsche Markt Managerweiterbildung an Hochschulen fand kaum statt starke Bedeutung der firmeninternen Weiterbildung zersplitterter, externer Weiterbildungsmarkt mit großen Anbietern wie Euroforum oder Die Akademie sowie unzähligen kleinen Instituten und Einzeltrainern Managementtraining ist Fachtraining, Führungstraining ist Selbsterfahrung. Professoren sind bei externen Weiterbildern oder in eigener Firma tätig VHB : Executive Education 8

9 Entwicklungsland Deutschland Wenn ich eine Firma in London besuche, dann diskutiere ich vielleicht 25 Minuten über die Unterschiede der verschiedenen Business Schools und spreche fünf Minuten über unsere Schule. In Deutschland spreche ich 25 Minuten allein über Managerweiterbildung allgemein und erkläre, was sie bewirken kann. Der Wissensstand ist oftmals erschreckend gering. Viele deutsche Manager können Ihnen doch nicht mal die Namen von fünf Business Schools aufzählen. Dean einer Topschule 9

10 Der Prophet im eigene Land In Deutschland beobachte ich immer wieder Folgendes: Alles, was außerhalb von Deutschland stattfindet, gilt als gut. Was in Deutschland stattfindet, ist weniger gut und eher etwas für die unteren Managementebenen. Wir haben zum Beispiel mal einem Unternehmen ein Programm für Mittelmanager verkauft. Dann haben wir sie gefragt, ob sie uns nicht auch ihre Seniormanager schicken wollen. Da hieß es: Nein, die wollen schon etwas anderes haben. Dean einer britischen Topschule 10

11 Aufbau von Executive Education Der klassische Weg: Aufbau eines MBA-Programms internationale Akkreditierung Aufbau von Reputation, vor allem durch Rankings Aufbau eines Executive MBA für erfahrene Manager Aufbau eines Alumni-Netzwerkes (künftige Kunden) Aufbau von Executive Education Topschulen für MBA sind oft auch führend bei Executive Education 11

12 Der Sonderfall ESMT 1968 Gründung des Universitätsseminars der Deutschen Wirtschaft (USW): Hochschulprofessoren unterrichten in BWL-/Management- Kursen 2002 Gründung der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin von 25 Konzernen (z.b. Allianz, Deutsche Bank, Lufthansa, SAP) 2004 Integration des USW in die European School of Management and Technology (ESMT), deutschsprachige Seminare laufen unter USW Netzwerk Offene Programme: 6,5 Millionen $ (inklusive Mahlzeiten). Maßgeschneiderte Programme 7,7 Millionen $ (inklusive Mahlzeiten) (jeweils Custom Revenue laut Financial Times) 2010: insgesamt 2418 Teilnehmer 12

13 Beispiele deutscher Hochschulen Mannheim Business School: klassischer Weg über MBA und Executive MBA, 2009 Start mit offenen Programmen, 2011 Neupositionierung Goethe Business School: 2009 Start mit offenen Seminaren, wieder eingestellt aufgrund geringer Nachfrage, Konzentration auf maßgeschneiderte Programme (Führungstrainings für China Development Bank), 2011 Umpositionierung der Business School Frankfurt School of Finance and Management: 24 Prozent des Umsatzes mit Professional Training und 30 Prozent mit Executive Education (eigene Angaben), erste firmeninterne Programme für internationale Unternehmen Technische Universität München: 2010 Gründung des Executive Education Center, 2010 zwei firmeninterne Programme, 2011 fünf Programme geplant, großer Katalog an offenen Angeboten, die nicht immer zustande kommen. Universität Augsburg: mit dem Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer (ZWW) seit langem in der Weiterbildung aktiv, ca 30 Prozent sind Executive Education, (eigene Angaben) Tendenz steigend. 13

14 Mögliche Schritte Strukturen schaffen Fokus festlegen: offene oder firmeninterne Angebote? Zielgruppe festlegen: Nachwuchskräfte oder Topmanager? Bei offenen Angeboten: Themen auswählen (USP), Vertrieb aufbauen, eventuell Kooperation mit Weiterbildungs-Anbietern Bei maßgeschneiderten Angeboten: Themen auswählen (USP) Vertrieb aufbauen und Beratungskompetenz sicher stellen Honorierung der Professoren überdenken MBA-Module für Teilnehmer öffnen Kooperation mit internationalen Business Schools 14

15 Strukturen schaffen Beispiel: Mannheim Business School an der Universität Mannheim: Business School ist gemeinnützige GmbH Eigentümer ist zu drei Viertel eine Stiftung, der alle Professoren der BWL-Fakultät angehören 30 Mitarbeiter bei ggmbh für Organisation und Vermarktung der Programme ggmbh zahlt Kosten für Infrastruktur, Gehälter der Mitarbeiter mit variablen Anteilen, verhandelt Verträge mit Dozenten und Dienstleistern Professoren erhalten Honorar für ihren Einsatz Die akademische Verantwortung trägt die Fakultät 15

16 Kreativität ist gefragt ESCP Europe: erste Summer School 2011, tageweise buchbar, ab 2012 einzelne Module als offene Seminare WHU- Otto Beisheim School of Management: Customized Programm für MAN in Kooperation mit Oxford German Graduate School of Management & Law: Senior Management Coaching für regionale Firmen (Kombination von Coaching und Besuch von MBA-Modulen, circa 6 Monate, ) 16

17 Konkurrenz durch Beratung? Große Beratungen wie Monitor Group, Korn/Ferry oder McKinsey bieten zunehmend Management- und Leadership-Trainings an Business Schools agieren bei firmeninternen Seminaren als Berater MBA-Studium mit Beratung: Am IMD arbeiten MBA- Studenten an konkreten Veränderungsprojekten, Mitarbeiter nehmen an MBA-Modulen teil und Professoren führen interne Seminare durch. Kosten pro Firma: Schweizer Franken 17

18 Wie kommt man an den Kuchen? Nach welchen Kriterien entscheiden sich Unternehmen für eine Business School? Keine Ahnung. Die Reputation scheint eine Rolle zu spielen. Manchmal ist es die Platzierung in einem Ranking oder eine Empfehlung von einem Kollegen. Oftmals gibt es auch eine Ausschreibung. Teils wird die dann an viele Schulen geschickt. Der Verkauf eines Executive Education Programms ähnelt immer mehr einem üblichen Einkaufsprozess. Man muss 50 bis 100 Seiten schreiben, dann wählen sie aus und das Angebot geht an die Einkaufsabteilung. Die versucht dann erst einmal, den Preis zu drücken. Das ist inzwischen wirklich harte Arbeit. Programmleiter Executive Education einer Topschule 18

19 Damit es nicht schon am Kaffee scheitert.. USP herausarbeiten Commitment der Professoren sicher stellen Service und Organisationsstrukturen schaffen Ohne professionellen Vertrieb geht nichts 19

20 Gesucht: die eierlegende Wollmilchsau? Top in der internationalen Forschung Praxiserfahrung (Tätigkeit im Unternehmen) Praxisbezug (z.b. Beratungsaufträge) fit in Erwachsenenpädagogik/Didaktik serviceorientierter Berater bei der Angebots-Konzeption Moderator statt Referent Entertainer guter Verkäufer 20

21 VHB-Tagung: Executive Education Danke für Ihre Aufmerksamkeit! 21

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