Rückwanderung von West nach Ost am Beispiel der Stadt Magdeburg

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1 Rückwanderung von West nach Ost am Beispiel der Stadt Magdeburg Workshop der Deutschen Gesellschaft für Demographie Dresden, 20. September 2006 Jenny Schmithals, Angela Jain

2 Gliederung des Vortrags 1. Hintergrund: Bevölkerungsentwicklung in Ostdeutschland 2. Modellvorhaben: Rückwanderung als dynamischer Faktor für ostdeutsche Städte 3. Ergebnisse der empirischen Untersuchungen 4. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

3 Hintergrund 1. Bevölkerungsentwicklung in Ostdeutschland

4 Demografische Sonderentwicklung in Ostdeutschland: Geburtenrückgang Nach 1989 Einbruch der Geburtenzahlen. Normalisierung auf westdeutschem Niveau erwartet, aber bisher nicht eingetreten. Abwanderung Seit 1989 negative Wanderungssalden. Spezifische Abwanderung: junge Frauen.

5 Das Phänomen der Abwanderung (Sachsen-Anhalt Anhalt-Studie) Motive für die Abwan In ST berufstätig Keine berufl. Gründe derung (Fortzugsgründe) Anzahl Personen Ausbildung/ Studium arbeitslos Abitur Frauen Männer Ausbildung Studium Pendler Arbeitslose Berufstätige Absolventen Zw eitstudium keine beruflichen Gründe Sonstiges

6 Das Phänomen der Abwanderung (Sachsen-Anhalt Anhalt-Studie) Qualifikationsniveau der Abgewanderten (z. Bevölkerungsdurchschnitt) Volks- oder Hauptschulabschluss Abschluss der POS Realschulabschluss Abitur oder Fachabitur 0 Abgewanderte Frauen Erwerbstätige Frauen Abgewanderte Männer Erwerbstätige Männer

7 Schlussfolgerungen Sachsen-Anhalt Anhalt-Studie Über Binnenwanderung (West-Ost) wenig bekannt 80 Motive 70 Geschlechtsspezifik Große Rückkehrbereitschaft der Abgewanderten ( Sachsen-Anhalt Studie 2004 ) Frauen Männer Heimat Rückkehrbereitschaft

8 Schlussfolgerungen Sachsen-Anhalt Anhalt-Studie Bevölkerungsverluste in Ostdeutschland bedingt durch sehr geringe Zuzugszahlen bei durchschnittlichen Fortzügen Es wandern weniger die Arbeitslosen ab, als die auch in ST Erfolgreichen und Hochqualifizierten (besonderes Problem: brain drain ) Heimatbindung hoch Weitere Informationen:

9 Forschungsprojekt 2. Modellvorhaben: Rückwanderung als dynamischer Faktor für ostdeutsche Städte

10 Projektvorstellung Kooperationspartner: Nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung, Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) Universität Leipzig / Lehrstuhl für Medienwissenschaft und Medienkultur Forschungsförderung: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), Forschungsprogramm Aufbau Ost Laufzeit: September 2005 Oktober 2006 Fallbeispiel: Magdeburg

11 Fallbeispiel Magdeburg Von 1990 bis heute: Rückgang der Bevölkerung von rund auf < Einwohner/innen Verlust industrieller Arbeitsplätze Abwanderung: insb. Menschen im erwerbsfähigen Alter Erwerbslosenquote: > 20 % Potenziale: attraktive Forschungslandschaft: Gründung von Universität und Fachhochschule Anfang 1990er Jahre Allerdings: Chancen für Höherqualifizierte auf Arbeitsmarkt gering

12 Ausgangsthesen Rückwanderung (quantitativ) unterschätzt Rückwanderung findet entlang von Netzwerken statt Rückkehrbereitschaft lässt sich gesellschaftlich und politisch unterstützen

13 Empirie: Methodentriangulation Quantitative Erhebung Personen, in den Jahren 2003 und 2004 aus einem anderen Bundesland nach Magdeburg zugezogen Grundgesamtheit 3416 Personen (EW-Meldeamt ), 443 realisierte Befragungen von Einzelpersonen (telefonisch / schriftlich) Qualitative Interviews 35 biografische Tiefeninterviews

14 Forschungsprojekt 3. Ergebnisse der empirischen Untersuchungen

15 Wer wurde befragt? Zuwanderer Rückwanderer N = 311 N = % 70%

16 Letzter Wohnort der Befragten Rückwander/innen: Alte Bundesländer: 71 % Neue Bundesländer: 23,6 % Ausland: 5,4 % Zuwander/innen: Alte Bundesländer: 52 % Neue Bundesländer: 42,3 % Ausland: 5,7 %

17 Altersstruktur (zum Zeitpunkt der Befragung)

18 Rückwanderungsmotive

19 Arbeitssituation Vorher Nachher Vergleich

20 Perspektiven

21 Gründe zum Bleiben

22 Ausblick 4. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

23 Zusammenfassung Zu- und Rückwander/innen unterscheiden sich von ihrer Alterstruktur Bei den Rückwander/innen dominieren private Gründe für die Rückwanderung Rückwander/innen nehmen eher eine Verschlechterung ihrer Arbeitssituation in Kauf Die Bleibeabsicht von Rückwander/innen ist höher Bildung und Wissenschaft die wesentlichen Attraktoren: sowohl für Studierende als auch auf dem Arbeitsmarkt

24 Schlussfolgerungen Für eine bevölkerungsbewusste Regionalpolitik Bevölkerungsfragen sind ein zentrales Element regionalpolitischer Gestaltung Haltefaktoren einer Region hängen nicht nur von Wirtschaft und Arbeit, sondern auch von der Funktionsfähigkeit einer Gesellschaft ab Bevölkerungstrends sind langsam und schwer steuerbar ( Tanker )

25 Schlussfolgerungen Handlungsmöglichkeiten für Städte und Kommunen: Kontaktagentur für Abgewanderte zur Pflege von Netzwerken Angebote ausgezeichneter Hochschul- und beruflicher Bildung / Ausweitung von Ausbildungs- und Studienangeboten, die besonders von Frauen nachgefragt werden Engere Verzahnung von Wissenschaft und Unternehmen und Unterstützung von jungen Existenzgründer/innen Gezielte Angebote für Ältere

26 Abschlusstagung: 2. November in Leipzig Kontakt:

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