Der demografische Wandel als Stresstest für Gesellschaft u. Wirtschaft: Szenarien und Herausforderungen bis 2030

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1 Der demografische Wandel als Stresstest für Gesellschaft u. Wirtschaft: Szenarien und Herausforderungen bis 2030 Dr. med. Hans Groth, MBA Lehrbeauftragter Demografie und gesellschaftliche Entwicklung, Uni St. Gallen (HSG), VR-Präsident WDA - World Demographic & Ageing Forum Luzern, 9. Mai 2011

2 Executive Summary (I/II) 2

3 Executive Summary (II/II) 3

4 : jährige vs > 65 jährige in OECD Ländern ( %) Source: United Nations Population Division. World Population Prospects: The 2008 Revision Population Database. Accessed electronically at 4

5 Szenario und Herausforderung bis 2030: jährige vs > 65 jährige in OECD Ländern ( %) Source: United Nations Population Division. World Population Prospects: The 2008 Revision Population Database. Accessed electronically at 5

6 Demographischer Wandel als Stresstest für Wirtschaft und Gesellschaft: Themenbereiche 1 Abnehmende Geburtenraten (Pakistan, Nigeria, Sudan) (Indien, Indonesien, US) (China, Japan, Deutschland) 2 Zunehmende Lebenserwartung Nicht abschätzbare Migration Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft Produktivität BIP aus demografischer Sicht Sozialsysteme Rentenbezugsdauer und Demografie Tägliches Leben Demenz Dependency Ratio die zentrale Stellgrösse 6

7 Die globale Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungsgrösse und Altersstruktur sind von 3 Faktoren bestimmt: Geburtenrate Lebenserwartung Migration + 3 Mrd. in 50 J. + 4 Mrd. in 100 J. 7

8 Die Demographische Evolution Phase 1: hohe Mortalität / hohe Geburtenraten = moderates Bevölkerungswachstum Phase 2: abnehmende Mortalität / hohe Geburtenraten = starkes Bevölkerungswachstum Phase 3: abnehmende Geburtenraten / Mortalität leicht rückläufig = Demographic Dividend Dependeny Ratio noch niedrig Phase 4: niedrige Geburtenraten/rückläufige Mortalität = Ageing Society = Dependency Ratio kontinuierlich ansteigend 8

9 Abnehmende Geburtenraten Länder mit hohen Geburtenraten (1,2 Mrd. Menschen, 17% der Weltbevölkerung) Pakistan Nigeria Sudan Prognose Nigeria Pakistan Sudan Welt Source:

10 Abnehmende Geburtenraten Länder mit mittleren Geburtenraten (2,8 Mrd. Menschen, 41% der Weltbevölkerung) Indien USA Indonesien Prognose Welt Indonesien Indien USA Source:

11 Stagnierende und tiefe Geburtenraten Länder mit tiefen Geburtenraten (2,9 Mrd. Menschen, 42% der Weltbevölkerung) China Japan Deutschland Prognose Welt China Schweiz Deutschland Japan Source:

12 Demografische Treiber und Trends Lebenserwartung : gut 10 Jahre mehr in 46 Jahren! Lebenserwartung/ Jahre Austria France Germany Italy Switzerland Source: OECD HEALTH DATA

13 Demografische Treiber und Trends Einfluss der Geburtenrate von 1950 bis 2030 China & Indien Fertilitätsrate Lebenserwartung Sinkende Geburtenraten gehen mit steigender Lebenserwartung einher Source: Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat 13

14 Demografische Treiber und Trends Einfluss der Geburtenrate von 1950 bis 2030 Industrialisierte Welt Fertilitätsrate Lebenserwartung Sinkende Geburtenraten gehen mit steigender Lebenserwartung einher Source: Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat 14

15 Demografische Treiber und Trends Einfluss der Geburtenrate von 1950 bis 2030 Age-Dependency Ratio 60% 50% 40% 30% 20% Japan US Schweiz Deutschland Frankreich Indien China 10% 0% Fertilitätsrate Steigender Age-Dependency Ratio aufgrund sinkender Geburtenraten Source: Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat 15

16 Demografische Treiber und Trends Drastische Zunahme der Age-Dependency Ratio beginnend in den OECD Ländern 60.0% 50.0% 40.0% 30.0% 20.0% 10.0% Age-Dependency Ratio Prognose Japan Deutschland Frankreich Schweiz US China Indien 0.0% kommen 2 bis 3 Erwerbstätige für einen Rentner auf Source: Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat 16

17 Demografische Treiber und Trends Zunahme der Bevölkerung im 3. Lebensabschnitt: Ein globales Phänomen Anteil der Bevölkerung Prognose Japan Deutschland Frankreich Schweiz US China Indien Nigeria Source: Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat 17

18 Auswirkungen auf die Produktivät Wachstumsraten des BIP pro Erwerbstätiger um aktuelle Produktivität zu halten Notwendiges Produktivitätswachstum Demografisches BIP Wachstum BIP pro Erwerbstätiger¹ JAPAN 66, % 3.9% 3.5% 4.1% US 69, % -2.3% -1.4% -1.3% Switzerland 102, % 0.1% 1.2% 2.4% Germany 61, % 3.4% 4.7% 6.6% France 63, % 0.2% 0.5% 1.1% India 1, % -7.6% -6.2% -4.9% China 6, % 0.3% -0.2% 1.4% Indien US China Frankreich Schweiz Deutschland Japan Jährlicher Arbeitsmehraufwand pro Erwerbstätiger um aktuelles BIP bis 2030 zu halten CH: 2 Wochen weniger Ferien D: 5 Wochen weniger Ferien Japan: 6-Tage-Woche 1 Bruttoinlandprodukt (BIP) 2010 in USD. Quelle: IMF, Source: Population Division of the Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat and OECD 18

19 Auswirkungen auf die Sozialsysteme bis 2030 Wie entwickeln sich Pensions- & Rentenausgaben? Land Sozialausgaben (in % d. BIP) Pension & Rente (% d. Sozialausgaben) Anstieg der Rentner bis 2030 (in %) Frankreich 28.7% 38.20% Deutschland 26.2% 34.20% Schweiz 19.3% 33.4% Japan 18.6% 46.70% USA 16.0% 32.9% 51.7% 30.5% 49.4% 26.0% 77.4% Anstieg der Rentenbezüger lässt Sozialkosten bis 2030 explodieren Source: OECD Stat Extracts, 19

20 Trends bis 2030 Demenz in der Schweiz Die Bedeutung von Demenz steigt mit zunehmender Lebenserwartung Verdoppelung der Demenzkranken bis 2030 Kostenlawine Pflege zu Hause: CHF pro Jahr Heimpflege: CHF pro Jahr Aktuelle Kosten Direkte: 3,5 Mrd. (2007) Indirekte: 2,8 Mrd. (2007) Source: Swiss Med Wkly. 2010;140:w

21 Die Herausforderung für die Schweiz bis 2030 Wie kann bei der sich abzeichnenden Bevölkerungsentwicklung eine nachhaltige Steigerung des Lebensstandards, des wirtschaftlichen Wohlergehens sowie der gesellschaftlichen Stabilität erreicht werden?

22 Beispiel Schweiz 2030 (Geburtenraten unverändert; Migrationssaldo ) Einwohner (Mio) 2010: 7,8 2030: 8, jährige (%) 2010: 12,1 2030: 10,4 > 65-jährige (%) 2010: 17,3 2030: 24,4 > 80-jährige (%) 2010: 5,0 2030: 7,6 Fertilität 2010: 1,5 2030: 1,5? Migrationssaldo 2010: : ?? 22

23 Worüber müssen wir diskutieren? Arbeitsmodelle - flexibel und länger - Solidarität für die Schwachen Migration - gesellschaftspolitischer Dialog Dependency Ratio Generationenvertrag - die Alten müssen auf die Jungen zugehen Produktivität - Ausbildung und Qualifikation - Innovation 23

24 Old age is like everything else. To make a success of it, you've got to start young Theodore Roosevelt, * , the 26 th President of the United States 24

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