PRO KMU Unternehmensberatung. Kapitaldienstfähigkeit

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1 Kapitaldienstfähigkeit

2 Was versteht man unter Kapitaldienstfähigkeit? Die Bonitätsbeurteilung eines Kreditnehmers ist Ergebnis der umfassenden Analyse seiner wirtschaftlichen Verhältnisse. Diese Beurteilung erfolgt insbesondere auf Basis der zukünftigen nachhaltigen Kapitaldienstfähigkeit des Kreditnehmers. Als Kapitaldienstfähigkeit wird die Fähigkeit eines Kreditnehmers bezeichnet, zukünftig ausreichend Cashflow zu generieren, um seine Kapitaldienstverpflichtungen jederzeit erfüllen zu können. Diese sind als Summe aus Zinsen und Tilgungen für die Finanzverbindlichkeiten definiert, die zu den vereinbarten Fälligkeitsterminen aus der eigenen Ertragskraft zu erbringen sind. Wie wird Kapitaldienstfähigkeit ermittelt? Ausgangsgröße für die Kapitaldienstfähigkeit ist die Ermittlung des zukünftigen ordentlichen erweiterten Cashflows. Nur der ordentliche erweiterte Cashflow spiegelt die wahre zukünftige Ertragskraft des Unternehmens wider, da sowohl Zinsen berücksichtigt, als auch einmalige, periodenfremde bzw. außergewöhnliche Elemente entfernt werden. Nach Berücksichtigung diverser Bindungen des nachhaltigen erweiterten Cashflows, z. B. für Reinvestitionen und Entnahmen/Gewinnausschüttungen, ergibt sich eine Restgröße: die Kapitaldienstgrenze. Diese ist der Teil des erweiterten Cashflows der zur Kapitaldiensterbringung zur Verfügung steht. Wird sie ins Verhältnis zum ermittelten betriebswirtschaftlich notwendigen Kapitaldienst gestellt, ergibt sich eine Über- oder Unterdeckung bzw. eine nachhaltige zukünftige Kapitaldienstfähigkeit oder nicht. 2

3 Damit die Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit gewährleistet ist, muss die Überdeckung noch Reserven besitzen, um außerordentliche Einflüsse bzw. leichte Verschlechterungen der Erfolgsstrukturen abzudecken. Exemplarisch werden Kapitaldienstgrenzenauslastungen bis 90 % oder Stress-Szenarien mit Umsatzrückgängen um 10 % bzw. Kostensteigerungen um 5 % genannt. 3

4 ecf Berechnungsschema: Privatperson (Excel-Link) PRO KMU Unternehmensberatung Pos. Positionen TEUR TEUR ecf aus eigener unternehmerischer Tätigkeit 1 Zuflüsse aus betrieblicher Liquidität Entnahmen/Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaft Einlagen/Forderungen gegenüber Gesellschaft 1 4 = ecf aus eigener unternehmerischer Tätigkeit ecf aus Arbeitseinkünften 5 Arbeitseinkünfte lt. Einkommenssteuererklärung (Est-E) 6 - abzüglich Sozialversicherung 20 % (bis Beitragsgrenze) und Werbungskosten 7 = ecf aus Arbeitseinkünften 2 ecf aus Vermietung und Verpachtung 4 8 Summe der nachhaltig erzielbaren Mieten, i. d. R. aus Est-E 9 - abzüglich normalisierte Werbungskosten (außer Zins 3 du AfA), i.d.r. aus Est-E 10 = ecf aus Vermietung und Verpachtung ecf aus Kapitalvermögen 11 Dividenden, Zinseinkünfte usw., i. d.r. aus Est-E 12 - Werbungskosten (außer Finanzierungszinsen) Gefangene Zinsen in beherrschter Gesellschaft 5 14 = ecf aus Kapitalvermögen ecf aus Steuersparmodellen 15 Ausgeschüttete nachhaltig erwirtschaftete Gewinne 17 - Einzahlung in Steuersparmodelle 18 = ecf aus Steuersparmodellen 6 ecf aus sonstigen, steuerfreien oder nicht steuerbaren Einkünften 19 Zuflüsse aus Renten, Spekulationsgewinnen, Kindergeld usw Werbungskosten (außer Fremdkapitalzinsen) 3 21 = ecf aus sonstigen, steuerfreien oder nicht steuerbaren Einkünften 22 = Summer aller ecf 21 abzüglich Steuern (Est,KiSt und Soli) 7 22 abzüglich Sonderausgaben soweit nicht Kapitaldienst 8 oder in Pos abzüglich Lebenshaltung 9 24 abzüglich Aufwendungen eigengenutzte Immobilie 9 25 = Kapitaldienstgrenze (ecf für Kapitaldienst) 4

5 1 Sicherstellung analoger Behandlung wie bei Berechnung ecf des Unternehmens 2 Einkünfte Ehepartner bei Zusammenveranlagung werden i. d. R. nicht berücksichtigt. 3 Sonst Gefahr für doppelte Erfassung durch Berücksichtigung im Kapitaldienst 4 Eigenvermietung von Immobilien 5 Unabhängig vom Zufluss sind "gefangene Zinsen" zu versteuern u. damit in Est-E 6 Gesonderte Behandlung von Steuersparmodellen resultiert aus den Besonderheiten dieser Geschäfte. 7 Notwendigkeit der individuellen Berechnung oder imparitätischer Pauschalisierung, kritische Würdigung der Steuerwirkungen aus Steuersparmodellen insbesondere aus Einzahlungen Nr Insbesondere relevant, wenn Lebensversicherungen als Tilgungsurrogate 9 Laut Regelung in Arbeitsanweisung unter Einführung von Pauschalbeträgen 5

6 ecf Berechnungsschema: Jahresabschluss GmbH (Excel-Link) Pos. Positionen TEUR TEUR 1 Ausgewiesenes Jahresergebnis 2 + ausgewiesene Abschreibungen auf langlebiges Anlagevermögen 3 + ausgewiesene Zinsaufwendungen 4 - Korrektur um nicht ecf-wirksame Zinsaufwendungen 5 = ecf-wirksamer Zinsaufwand 6 +/- Veränderung langfristiger Rückstellungen 7 - Zuführungen zur Rückdeckungsversicherung 8 = ecf-wirksame Rückstellungsveränderung 9 - Anstieg nicht werthaltiger Forderungen ggü. Gesellschafter /- Anpassung auf normalisierte Geschäftsführergehälter 11 +/- Korrektur außergewöhnlicher oder periodenfremder Positionen /- Notwendige Korrekturen aus der Bilanz-Analyse /- Gegenläufige Steuerwirkung aus Pos. 9, 10, 11 und = erweiterter Cashflow 15 - Bindung für Reinvestitionen Bindung für Eigenkapitalverzinsung 6 17 = Kapitaldienstgrenze 1 Analoge Behandlung wie Entnahmen bei Einzelunternehmer oder bei Personengesellschaften 2 Beispiele: Korrektur Erträge aus Anlagenverkauf, außergewöhnliche Schadensfälle,Versicherungserstattungen, periodenfremde Steuereffekte usw. 3 Beispiele: Korrektur Beteiligungsansatz, Korrektur Vorräteansatz, Korrektur Forderungsansatz, Korrektur fehlender Rückstellungen 4 Pauschal mit 40 % 5 Laut Regelung in Arbeitsanweisung. Problemstellung kurzlebiges Anlagevermögen konsistent mit Handhabung in Pos. 2 lösen. Liquidität aus Deinvestition wird ggf. durch die Reduzierung des Kapitaldienstes berücksichtigt 6 Laut Regelung in Arbeitsanweisung unter Einführung von Bagatellbeträgen 6

7 E ecf Berechnungsschema: Jahresabschluss Einzelunternehmen und Personengesellschaften (Excel-Link) Pos. Positionen TEUR TEUR 1 Ausgewiesenes Jahresergebnis 2 + ausgewiesene Abschreibungen auf langlebiges Anlagevermögen 5 + ausgewiesene Zinsaufwendungen 6 - Korrektur um nicht ecf-wirksame Zinsaufwendungen 7 = ecf-wirksamer Zinsaufwand 8 +/- Veränderung langfristiger Rückstellungen 9 - Zuführungen zur Rückdeckungsversicherung 10 = ecf-wirksame Rückstellungsveränderung 11 - Anstieg nicht werthaltiger Forderungen ggü. Gesellschaftern bei Personengesellschaften /- Anpassung auf normalisierte Geschäftsführergehälter /- Korrektur außergewöhnlicher oder periodenfremder Positionen /- Notwendige Korrekturen aus der Bilanz-Analyse /- Gegenläufige Steuerwirkung aus Pos. 9, 10, 11 und = erweiterter Cashflow 17 - Entnahmen, mindestens Ansatz kalkulatorischer Unternehmerlohn Entnahmen für die Einkommenssteuer nach 16 EStG Einlagen, nur bei Nachweis der Nachhaltigkeit Bindung für Reinvestitionen Bindung für Eigenkapitalverzinsung Bindung für andere kalkulatorische Kosten, z.b. Miete 8 23 = Kapitaldienstgrenze Analoge Behandlung wie Entnahmen bei Einzelunternehmer oder bei Personengesellschaften Beachtung, dass handelsrechtlich Geschäftsvergütungen für Gesellschafter teilweise in der Handelsbilanz oder gar nicht verfasst werden Beispiele: Korrektur Erträge aus Anlagenverkauf, außergewöhnliche Schadensfälle, Versicherunserstattungen, periodenfremde Steuereffekte usw. Beispiele: Korrektur Beteiligungsansatz, Korrektur Vorräteansatz, Korrektur Forderungsansatz, Korrektur fehlender Rückstellungen Pauschal mit 20 % für Gewerbesteuer Pauschal mit 50 % für Est, Soli und KiSt oder plausibel individueller Steuerquote. Aber Vergütungen für Gesellschafter in Handelsbilanz ohne steuerliche Wirkung. Anrechnung GewSt gemäß 35 EStG prüfen. laut Regelung in Arbeitsanweisung. Problemstellung kurzlebiges Anlagevermögen konsistent mit Handhabung in Pos. 2 lösen. Liquidität aus Deinvestition wird ggf. durch die Reduzierung des Kapitaldienstes berücksichtigt Laut Regelung in Arbeitsanweisung unter Einführung von Bagatellbeträgen 7

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