Veränderungen in den Arbeits- und Qualifikationsanforderungen von Gesundheitsberufen Frankfurt, Heinrich Recken Hamburger Fern-Hochschule

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1 Veränderungen in den Arbeits- und Qualifikationsanforderungen von Gesundheitsberufen Frankfurt, Heinrich Recken Hamburger Fern-Hochschule

2 Zur Person Heinrich Recken Krankenpfleger, Lehrer für Pflegeberufe, Soziologe (B.A.) Studienzentrumsleiter und Lehrbeauftragter der Hamburger Fernhochschule Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft BSG Berufspolitische Tätigkeiten: Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft, Heinrich Recken 2

3 Die Sonderstellung in der Berufsausbildung der Gesundheitsberufe Berufszulassungsgesetz des Bundes, landesrechtliche Ausgestaltung Keine Anwendung des Berufsbildungsgesetz Ausbildungsvergütung in den Pflegeberufen, Schulgeldfreiheit Schulgeld monatlich zwischen 400 und 900 in der Physio- und Ergotherapie; Logopädie

4 Neuer Schub der der Entwicklung notwendig Dominanz chronischer Krankheiten und ausgeprägte soziale Ungleichheit von Gesundheitsrisiken Veränderungen in den Versorgungsstrukturen Ambulantisierung Ärztemangel Demografischer Wandel Heinrich Recken 4

5 Die veränderte Versorgungslandschaft erfordert qualitative Veränderungen! Die Bedeutung von sektorenübergreifender und interdisziplinärer Versorgung an den Schnittstellen der verschiedenen Gesundheitsversorgungsberufe steigt. Neue fachspezifische Qualifikationserfordernisse entstehen (Technikkontrolle, Patientenerziehung, Versorgungssteuerung). Übergreifende Qualifikationen, wie die Fähigkeit zur interprofessionellen Zusammenarbeit, gewinnen an Bedeutung. qualitative Veränderungen! Dabei übernehmen Angehörige der Gesundheitsfachberufe vermehrt komplexe Aufgaben. (Wissenschaftsrat 2012) Heinrich Recken 5

6 2012 Einrichtung von primärqualifizierenden Bachelorstudiengängen in den Pflege- und Therapieberufen: Quote % Ausweitung der Masterstudienangebote Heinrich Recken 6

7 Phasen der Entwicklung von pflegewissenschaftlichen Hochschulausbildungen seit 1990 Qualifikation für Leitung/Management und Lehre/Lehramt Expertise/Wissenschaft Erstausbildung an Hochschulen Klinische Qualifikation (ANP) Heinrich Recken 7

8 Erstausbildung an Hochschulen Ausschließliche Qualifizierung an einer Hochschule Qualifizierung an einer Hochschule in Kooperation mit einer Pflegebildungseinrichtung Qualifizierung an einer Hochschule nach Abschluss der beruflichen Ausbildung

9 Beginn 2002: mit ersten Modellversuchen z.z. ca. 40 Studiengänge Studiengangsstruktur: Formal und inhaltlich höchst heterogen

10 Veränderung normativer Strukturen Modellvorhaben nach SGB V Abs. 1 Richtlinie des GB-A Eckpunktepapier zur Reform der Ausbildungsgesetze in den Pflegeberufen Stellungnahme des Wissenschaftsrates Heinrich Recken 10

11 Eckpunktepapier Generalistische Ausbildung 2 unterschiedliche Pflegeausbildungen an Fachschulen an Hochschulen Vorbehaltene Tätigkeiten für die akademisch qualifizierten Pflegekräfte Heinrich Recken 11

12 Tätigkeitsfelder akademisch ausgebildeter Pflegepersonen die Weiterentwicklung der Pflege durch Unterstützung empirischer Pflegeforschung, die Implementierung von Forschungsergebnissen in die Praxis, die Identifizierung und Erstellung von Konzepten sowie die Evaluation der Versorgungs- und Betreuungsqualität, die Beratung und Anleitung von Mitarbeitern zu Fragen aktueller pflegerischer Versorgung Patientenschulungen konzipieren, einführen und deren Wirksamkeit evaluieren

13 Geschichte der Pflege ist auch immer Frauengeschichte und Geschichte von Entwicklungsprozessen, Veränderungen, Enttäuschungen, Hoffnungen und Erfolgen (Hilde Steppe 1993). Heinrich Recken 13

14 Fachkräftemangel Gutachten Sachverständigenrat 2012 Heinrich Recken 14

15 Gemeinsamer Bundesausschuss: Entscheidung Heinrich Recken 15

16 Einzelne übertragbare ärztliche Tätigkeiten Diagnose: Diabetes mellitus Typ 1 Diabetes mellitus Typ 2 Chronische Wunden z.b. Ulcus cruris Demenz (nicht palliativ) Hypertonus (ohne Schwangerschaft) Tätigkeit: Assessment, Planung einzuleitender Interventionen (Algorithmus/ Behandlungspfad), Umsetzung des Therapieplans Art und Umfang Qualifikation nach 4 Abs. 7 Heinrich Recken 16

17 Heilkundliche Tätigkeiten prozedurenbezogen Infusionstherapie/ Injektionen Stomatherapie Wechsel vontrachealkanülen Tracheostomamanagement Anlage und Versorgung Magensonde Legen und Überwachen eines transurethralen Blasenkatheters Versorgung und Wechsel eines suprapubischen Blasenkatheters Atemtherapie Ernährung/ Ausscheidung Schmerztherapie/ -management Patientenmanagement, Casemanagement, Überleitungsmanagement bei Entlassung aus der stationären Behandlung Psychosoziale Versorgung Heinrich Recken 17

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