Am Anfang war die Karawane

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1 Schon im Altertum herrschte ein reger Handel. Die langen Karawanen, mit denen die Händler von Stadt zu Stadt reisten, waren ein beliebtes Ziel für Räuber. Deshalb beschlossen die Reisenden, Schäden durch Unfälle und Raub solidarisch zu tragen, indem jeder vor Beginn der Reise einen kleinen Betrag hinterlegte. Mit diesem wurde bei Bedarf geholfen. 1

2 In der griechischen Stadt Milet beschloss die Bürgerversammlung, dass jeder 360 Drachmen oder auch mehr in die Staatskasse zahle und dafür im Alter lebenslang eine Jahresrente von 10 % des Einlagekapitals beziehen könne. 2

3 In der Kultur der Römer waren Solidaritätsgemeinschaften Bestandteil des funktionierenden Gemeinwesens. Die Leute der Unterschicht bildeten Vereinigungen, an die sie Eintritts- und Mitgliederbeiträge zahlten. Die Angehörigen von verstorbenen Mitgliedern erhielten dafür ein Sterbegeld. Auch die römische Armee sorgte für ihre Angehörigen. Militärvereine bezahlten austretenden Legionären ein kleines Rentenkapital. 3

4 Mittelalterliche Klöster boten eine Aussteuerversicherung an. Nach der Geburt eines Mädchens konnten die Eltern einem Kloster einen Geldbetrag bezahlen. Bei der Heirat ihrer Tochter erhielten sie die zehnfache Summe zurück, damit sie die Mitgift kaufen konnten. Wenn das Mädchen vor dem 18. Lebensjahr starb oder sich nicht verheiratete, fiel das Geld dem Kloster zu. 4

5 Im Mittelalter erhielten die Untertanen im Alter von ihren Fürsten eine jährliche Rente, welche sich nach der Höhe des einbezahlten Betrags richtete. Nach dem Tod ging das restliche Geld an den Fürsten: eine erste Form der Lebensversicherung. 5

6 Die erste staatliche Zwangsversicherung wurde in Portugal eingeführt. Zur Regierungszeit König Fernandos (1367 bis 1383) wurden alle Besitzer grösserer Schiffe gezwungen, ihre Schiffe versichern zu lassen. 6

7 Nach dem Tod eines Zünfters unterstützten die Mitglieder der Vereinigung die Witwen und Waisen. Zu den Regeln der Zünfte gehörte auch, sich in Notlagen, verursacht durch Brand, Schiffbruch, Hochwasser oder Beraubung, gegenseitig zu helfen. Im späten Mittelalter konnten sich sogar Nichtmitglieder mit einem Beitrag bei den Zünftern versichern. 7

8 Da die Unfallgefahr bei Bergleuten besonders hoch war, sorgten sich die Bergleute um den zu Schaden gekommenen Kumpel oder um dessen Hinterbliebene. Jeder legte dafür von seinem Lohn einen sogenannten Büchsenpfennig beiseite. 8

9 Nach der Entdeckung Amerikas und des Seeweges nach Ostindien breiteten sich Handel und Verkehr immer mehr über die Ozeane aus. Das Handelsvolumen vergrösserte sich ausserordentlich. Die Transporte auf dem Seeweg nahmen sprunghaft zu. Entsprechend stieg die Nachfrage nach. Die allererste Seeversicherungsgesellschaft entstand 1668 in Paris. 9

10 1666 vernichtete der grosse Brand von London unter anderem auch riesige Warenlager. Dieser Brand führte zur Gründung der ersten Feuerversicherung. 10

11 1877 wurde in der Schweiz für Fabrikbesitzer die Haftung für Unfälle, welche nicht durch höhere Gewalt oder durch Verschulden eines Arbeiters geschahen, eingeführt. Haftpflichtversicherungen waren ebenfalls vermehrt gefragt, da Eisenbahngesellschaften für allfällige Schäden aufkommen mussten. Etwa in der gleichen Zeit entstanden auch Rückversicherungen die, welche die Versicherungsgesellschaften absichern. 11

12 Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte die Weltwirtschaft. Auch die technologische Entwicklung erfolgte in Riesenschritten. Neue Erkenntnisse in der Chemie und Physik führten zu neuen Produkten und Herstellungsverfahren, es entstanden neue Risiken. Man spricht in diesem Zusammenhang von Grossrisiken; das kann z. B. der Transport von gefährlichen Gütern oder auch die Produktion von umweltgefährdenden Stoffen sein. Diese Veränderungen verlangten nach neuen Angeboten. Betriebsunterbruch-, Produktehaftpflicht- oder Vertragsstrafenversicherungen entstanden. Das Volumen der versicherten Werte nahm weltweit zu. Durch die Übernahme von stetig wachsenden Risiken förderten den wirtschaftlichen Fortschritt. 12

13 Auf 1. Januar 1948 wurde in der Schweiz die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) eingeführt, die erstmals allen Personen mit Wohnsitz in der Schweiz eine Rente im Alter zusicherte. In diesem Rahmen wurden auch Witwen-, Waisen- und Kinderrenten eingeführt, um die Grundbedürfnisse von Hinterlassenen in finanzieller Hinsicht zu sichern. Am 1. Januar 1985 trat das BVG, das Gesetz über die berufliche Vorsorge, in Kraft. Gemeinsam mit der 1. Säule soll hiermit der gewohnte Lebensstandard der versicherten Arbeitnehmer und ihren Angehörigen im Alter, bei Tod oder Invalidität langfristig sichergestellt werden. 13

14 Versicherungsgesellschaften sind heute Unternehmungen, die Versicherungsschutz nicht wie eine Ware verkaufen, sondern mit zusätzlichen Leistungen ihr Produkt laufend verbessern. Umfassende individuelle Vorsorge- und Finanzberatungen, Callcenters, die den Kunden rund um die Uhr Auskunft erteilen, sind Beispiele für Serviceangebote, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. 14

15 sind heute in einer Phase starker Veränderung: Laufend gibt es neue Versicherungsprodukte. Frag einen Versicherungsberater deiner Region, wenn du weitere Auskünfte möchtest! 15

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