Krankenhaushygiene und Patientensicherheit

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1 Krankenhaushygiene und Patientensicherheit Astrid Mayr Krankenhaushygiene, Technische- und Umwelthygiene Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie Department für Hygiene, Mikrobiologie und Sozialmedizin Medizinische Universität Innsbruck

2 Hygiene Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit

3 Nosokomiale Infektion Unter einer nosokomialen Infektion (NI) oder Krankenhausinfektion versteht man eine Infektion, die bei der Aufnahme in das Krankenhaus weder vorhanden noch in Inkubation war. Sie steht im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder einer ambulanten medizinischen Maßnahme, soweit die Infektion nicht bereits vor der Maßnahme stattgefunden hat.

4 Bundeskrankenanstaltengesetz 26.November 1993 (Grundsatzbestimmungen) a (1) Für jede Krankenanstalt ist ein Facharzt für Hygiene (Krankenhaushygieniker) oder ein sonst fachlich geeigneter, zur selbständigen Berufsausübung berechtigter Arzt (Hygienebeauftragter) zur Wahrung der Belange der Hygiene zu bestellen. Das zeitliche Ausmaß der Beschäftigung hat sich nach der Größe und dem Leistungsangebot der Krankenanstalt zu richten.

5 Bundesgesetz über Krankenanstalten und Kuranstalten (KAKuG) (Grundsatzbestimmungen) a (2) In bettenführenden Krankenanstalten ist zur Unterstützung des Krankenhaushygienikers oder Hygienebeauftragten mindestens eine qualifizierte Person des Krankenpflegefachdienstes als Hygienefachkraft zu bestellen. Diese hat ihre Tätigkeit in Krankenanstalten, deren Größe dies erfordert, hauptberuflich auszuüben (siehe ProHyg Leitlinie ).

6 Bundesgesetz über Krankenanstalten und a Kuranstalten (KAKuG) (Grundsatzbestimmungen) (3) In bettenführenden Krankenanstalten ist ein Hygieneteam zu bilden, dem der Krankenhaushygieniker bzw. der Hygienebeauftragte, die Hygienefachkraft und weitere für Belange der Hygiene bestellte Angehörige des ärztlichen und nichtärztlichen Dienstes der Krankenanstalt angehören.

7 Der Aufgabenbereich des Hygieneteams, 8a (KAKuG) 8a Abs 4 Zu den Aufgaben des Hygieneteams gehören alle Maßnahmen, die der Erkennung, Überwachung, Verhütung und Bekämpfung von Infektionen und der Gesunderhaltung dienen. Zur Durchführung dieser Aufgaben hat das Hygieneteam einen Hygieneplan zu erstellen. Es begleitet auch fachlich und inhaltlich die Maßnahmen zur Überwachung nosokomialer Infektionen. Die Überwachung/Surveillance hat nach einem anerkannten, dem Stand der Wissenschaft entsprechenden Surveillance-System zu erfolgen. Das Hygieneteam ist auch bei allen Planungen für Neu-, Zu- und Umbauten und bei der Anschaffung von Geräten und Gütern, durch die eine Infektionsgefahr entstehen kann, beizuziehen. Das Hygieneteam hat darüber hinaus alle für die Wahrung der Hygiene wichtigen Angelegenheiten zu beraten und entsprechende Vorschläge zu beschließen. Diese sind schriftlich an die jeweils für die Umsetzung Verantwortlichen der Krankenanstalt weiterzuleiten.

8 Insbesondere: 1. Ermittlung des Hygienestatus in pflegerischen, diagnostischen, therapeutischen und versorgungstechnischen Bereichen, 2. Mitwirkung bei der Erstellung von Hygieneplänen, Hygienestandards und Hygienerichtlinien, 3. Mitwirkung bei der Beschaffung von Desinfektionsmitteln und bei der Beschaffung und Aufbereitung von Produkten, sofern durch diese eine Infektionsgefahr entstehen kann, 4. Beratung des Personals in allen für die Wahrung der Hygiene wichtigen Angelegenheiten und 5. Mitwirkung bei allen Planungen für Neu-, Zu- und Umbauten. PROHYG 2.0 Organisation und Strategie der Krankenhaushygiene

9

10 Quelle: Internet

11 Antibiotikaresistente Erreger Treten am häufigsten auf Intensivstationen auf. Aufgrund der Vielzahl abwehrgeschwächter Patienten werden täglich Breitbandantibiotika eingesetzt. Das erzeugt einen Selektionsdruck, der entscheidend an der Verbreitung ist.

12 MRSA, VRE, ESBL, carbapenemresistente Bakterien,

13 Tätigkeiten im Sinne der Prävention Ausbruchsmanagement Begehungen und Beratungen bei hygiene- bzw. infektiologisch relevanten Tatbeständen Epidemiologische Abklärungen Erstellung und Akutalisierung des Hygieneplans Fortbildungen für alle im Klinikum vertretenen Berufsgruppen zu Hygienethemen Hygienegutachten / Stellungnahmen für Bauanzeigen nach KAG Hygienemonitoring Prävention und Surveillance von Nosokomialen Infektionen

14 Tätigkeiten im Sinne der Prävention Sterilisatoren Instrumentenwaschmaschinen Endoskop-Aufbereitung Geschirrspülmaschinen Leibschüsselspüler Betten- Matratzendesinfektoren Reinigungs- und Desinfektionsverfahren von Flächen Desinfektionsmittelzumischanlagen Raumlufttechnische Anlagen - RLTA

15 Tätigkeiten im Sinne der Prävention Wasseruntersuchung (z.b. Legionellen, Pseudomonas aeruginosa) Therapiebäder (Becken und Wannen) Wasser-Enthärtungsanlagen Wasser-Osmoseanlagen (z.b. Dialysewasser) Luftbefeuchter und Inhalatoren Babynahrung Wäscherei für Krankenhauswäsche Krankenhausküche Oberflächenuntersuchungen Untersuchungen zur Händedesinfektion

16 Isolationsarten Kontaktisolierung/Standardisolierung: bei Erkrankungen, die nur durch direkten Personen-, Materialkontakt und durch Kontakt mit infektiösen Sekreten/Exkreten übertragen werden können. Ziel ist die Verhinderung der Übertragung von Infektionserregern durch Kontakt. Quellenisolierung/Strikte Isolierung: bei Erkrankungen, bei denen das Infektionsrisiko besonders hoch ist. Eine Übertragung von Mikroorganismen ist durch Kontakt mit Patienten, Sekreten, Ausscheidungen, über kontaminierte Luft und Gegenstände möglich. Ziel ist die Verhinderung der Übertragung von Krankheitserregern von infektiösen Patienten auf andere Patienten, Personal, Besucher und die Umwelt Schutzisolierung: für Patienten, die durch Immunsuppression infektionsgefährdet sind (z.b. Transplantationspatienten, Leukämiepatienten). RLTA mit Filtersystemen, welche die Bereitstellung von partikel- und mikrobenarmer Luft ermöglichen Die Art der Isolation, die Dauer und Einzelmaßnahmen richten sich nach Art der Erkrankung, dem Zustand des Patienten und dem möglichen Infektionsweg.

17 Quelle: Internet

18 Quelle: Internet

19 Quelle: Internet

20 Quelle: Internet

21 Quelle: Internet

22 Die Händehygiene spielt bei der Prävention nosokomialer Infektionen eine bedeutende Rolle, weil die Hände des medizinischen Personals der wichtigste Vektor bei der Infektionsübertragung sind.

23 WHO Modell My 5 Moments of Hand Hygiene oder Die 5 Indikationen der Händedesinfektion

24 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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