Fall 7: Outsourcing falsch behandelt

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1 Fall 7: Outsourcing falsch behandelt Andreas Toggwyler Partner KPMG, Genf und Zürich Outsourcing falsch behandelt (1/2) Es ist unklar, inwiefern die externen Ressourcen zur IT bezüglich der Anforderungen von PS 402 hätten beurteilt werden müssen. Falls die Aktivitäten der externen Ressourcen zur IT als wesentlich beurteilt würden, hätten die Prüfungshandlungen im Sinne von PS durchgeführt werden müssen. Es besteht ein Risiko, dass dies einen bedeutenden Einfluss auf die Prüfungsstrategie und Prüfungsdurchführung gehabt hätte. 2 1

2 Outsourcing falsch behandelt (2/2) Die korrekte Übernahme der FIBU-Daten erachtet die RAB als sehr wichtig. Für die RAB ist somit nicht nachvollziehbar, weshalb sich der Prüfer bezüglich der Datenübernahme einzig auf die Aussagen des Kunden verlassen hat, ohne selber Einzelfallprüfungen durchzuführen. Es besteht ein Risiko, dass allfällige Daten nicht korrekt übernommen wurden und dies durch den Prüfer nicht erkannt wurde. Gleiches gilt auch für die Konsolidierungsdaten. Dies hätte in beiden Fällen einen wesentlichen Einfluss auf das Prüfungsergebnis. 3 Themenbereiche Zur Anwendung kommende Standards Warum ausgelagerte Aktivitäten signifikant sein können Korrekte Planung und Scoping Integration von Drittbestätigungen in die Prüfungsabwicklung Verwendbarkeit von Zertifizierungen Typische Fallstricke in der Praxis 4 2

3 Zur Anwendung kommende Standards (1/3) PS 402 (2) Zum Zwecke der Planung und Entwicklung eines wirkungsvollen Prüfungsansatzes muss der Abschlussprüfer in Betracht ziehen, wie die Inanspruchnahme der Dienstleistungsorganisation das Rechnungswesen-System und die interne Kontrolle des Kunden (s. PS 400 Risikobeurteilung und interne Kontrolle) beeinflusst. (5) Der Abschlussprüfer muss feststellen, wie wesentlich Aktivitäten von Dienstleistungsorganisationen für den Kunden und wie relevant sie für die Abschlussprüfung sind. (7) Kommt der Abschlussprüfer zum Schluss, dass die Aktivitäten der Dienstleistungsorganisation für den Kunden wesentlich und für die Abschlussprüfung relevant sind, so muss er hinreichende Informationen erlangen, um das Rechnungswesen-System und die interne Kontrolle zu verstehen und um das Kontrollrisiko entweder als maximal oder im Anschluss an verfahrensorientierte Prüfungshandlungen als geringer einzuschätzen. 5 Zur Anwendung kommende Standards (2/3) PS 402 (Folge) (9) [ ] Verwendet der Abschlussprüfer den Bericht des anderen Wirtschaftsprüfers, muss er Erkundigungen über dessen professionelle Kompetenz im Hinblick auf den spezifischen Auftrag bei der Dienstleistungsorganisation anstellen. (11) Verwendet der Abschlussprüfer einen Bericht des anderen Wirtschaftsprüfers, muss er Art und Inhalt dieses Berichts in Betracht ziehen. (13) Der Abschlussprüfer muss den Umfang der Arbeiten des anderen Wirtschaftsprüfers in Betracht ziehen sowie die Verwendbarkeit und Angemessenheit von dessen Berichten beurteilen. (16) Mit Bezug auf die für die Abschlussprüfung relevanten verfahrensorientierten Prüfungshandlungen und deren Ergebnisse muss der Abschlussprüfer beurteilen, ob diese Prüfungshandlungen nach Art, Ablauf und Umfang hinreichende und angemessene Prüfungsnachweise über die Wirksamkeit von Rechnungswesen-System und interner Kontrolle liefern, um seine Einschätzung des Kontrollrisikos zu stützen. 6 3

4 Zur Anwendung kommende Standards (3/3) PS 402 (Folge) (18) Verwendet der Abschlussprüfer einen Bericht des anderen Wirtschaftsprüfers, nimmt er in seinem Bericht (s. PS 700 Bericht des Abschlussprüfers) keinen Bezug auf jenen Bericht. Weitere Standards ISA 402 SAS 70 ISAE 3402 (International Standard on Assurance Engagements on Controls at a Service Organization) SSAE 16 (Statement on Standards for Attestation Engagements No. 16 ) FINMA RS 2008/07 (Outsourcing Banken) 7 Zur Anwendung kommende Standards Zur Anwendung kommende Standards Warum ausgelagerte Aktivitäten signifikant sein können Korrekte Planung und Scoping Integration von Drittbestätigungen in die Prüfungsabwicklung Verwendbarkeit von Zertifizierungen Typische Fallstricke in der Praxis 8 4

5 Warum ausgelagerte Aktivitäten signifikant sein können Quelle: Vorgehensmodell Anwendungsprüfung, August 2008, Treuhandkammer An den Dienstleister ausgelagerte Geschäftsbereiche 9 und für den Prüfer grosse Risiken verbergen können Komplexität / Risikoabdeckung Outsourcing Strategy Maturität des IKS Kontroll-Lücke Zeit 10 5

6 Korrekte Planung und Scoping Die wichtigsten Punkte: Ablauf einer Jahresendrevision Planung Zwischenrevision Schlussrevision Berichterstattung Q1 Q2 Q3 Q4 Ablauf einer SAS 70 Prüfung Planung DET OET Berichterstattung Prüfungsplanung als Ausgangspunkt Abdeckung des Kontrollberichts (z.b. PS 402 / ISAE 3402) im voraus abklären Generische / Standard Kontrollberichte decken oft nicht die benötigten Prozesse / Kontrollen ab Abgleich Prüfplanung und der Kontrollberichte Beurteilung und Integration der Ergebnisse in die Prüfungsdokumentation 11 Integration von Drittbestätigungen in die Prüfungsabwicklung ISAE 3402 Planung? Abstimmung des Scope im Kontrollberichts mit der ursprünglichen Planung. Identifikation der nicht effektiven Kontrollen Identifikation der nicht abgedeckten Bereiche (carve outs) Identifikation der Bereiche, welche weiterer Klärung bedürfen 12 6

7 Verwendbarkeit von Zertifizierungen Zertifizierungen gibt es in den unterschiedlichsten Bereichen und Ausprägungen: ISO /IEC Information technology Security techniques Information Security Management Systems (ISMS) Requirements DSG Datenschutzgesetz (SR 235.1), VDSG Datenschutzverordnung (SR ), VDSZ Datenschutzzertifizierung (SR , Art.4, Abs.3) (Verordnung über die Datenschutzzertifizierung, Minimalanforderung für das Kontrollrahmenwerk eines DSMS) Datenschutz: Internationale Regulationen / Normen CWA /-2 (Personal Data Protection Audit Framework (EU Directive Part II: Checklist, questionnaires and templates for users of the framework) Deren Anwendbarkeit ist sehr beschränkt, da die Ziele, Zeitbetrachtung, Prüftiefe sehr unterschiedlich sind. 13 Typische Fallstricke in der Praxis Was können Sie tun wenn Den von der geprüften Gesellschaft ausgelagerten Bereich nicht hinreichend abdeckt? Der Betrachtungszeitraum nicht angemessen ist? Kritische Kontrollen nicht funktionieren? Drei alternativen Zusätzliche Prüfungshandlungen durch den Prüfer des Dienstleister beantragen Zusätzliche Prüfungshandlungen selber durchführen Alternative Prüfverfahren in Erwägung ziehen (sofern möglich) 14 7

8 Schlussfolgerungen Ausgelagerte Geschäftsaktivitäten müssen vom Prüfer genauso betrachtet werden wie in-house Prozesse Mit Auslagerungen sind oft erhöhte Risiken verbunden, denen nur die wenigsten Unternehmungen hinreichend Bedeutung schenken Frühzeitige Planung, Scoping und Integration der Prüfungsergebnisse sind undabdingbar Zertifizierungen helfen in den seltensten Fällen Zeitliche Abhängigkeiten zur externen Prüfung und Kontrollberichterstattung beim Dienstleister können die Abwicklung der Prüfung erschweren. 15 8

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