Wirtschaftslage und Erwartungen

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1 Wirtschaftslage und Erwartungen SONDERAUSWERTUNG FINANZIERUNGSZUGANG Ergebnisse der DIHK-Umfrage bei den Industrie- und Handelskammern Frühsommer 2012 Deutscher Industrie- und Handelskammertag

2 Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat im Rahmen seiner Konjunkturumfrage Wirtschaftslage und Erwartungen, Frühsommer 2012, über die Industrie- und Handelskammern (IHKs) die Unternehmen zu ihrer aktuellen Finanzierungssituation befragt. Knapp Unternehmensantworten liegen vor. Folgende Fragen zu den Kreditkonditionen wurden gestellt: 1. Wie bewerten Sie den aktuellen Finanzierungszugang Ihres Unternehmens? gut befriedigend schlecht keine Finanzierung erhalten keine externe Finanzierung benötigt 2. Falls schlecht oder keine Finanzierung erhalten, bei (Mehrfachnennungen möglich) Zinsen Sicherheiten Betriebsmitteln Exporten Dokumentationspflichten eigener Finanzierungsanteil Investitionen inkl. Leasing Sonstiges Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V. (DIHK) Bereich Wirtschaftspolitik, Mittelstand, Innovation Berlin 2012 Copyright Alle Rechte liegen beim Herausgeber. Ein Nachdruck auch auszugsweise ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers gestattet. Herausgeber Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V. Berlin Brüssel ISSN X DIHK Berlin: Postanschrift: Berlin Hausanschrift: Breite Straße 29 Berlin-Mitte Telefon (030) Telefax (030) DIHK Brüssel: Hausanschrift: 19 A-D, Avenue des Arts B-1000 Bruxelles Telefon Telefax Internet: Redaktion DIHK Bereich Wirtschaftspolitik, Mittelstand, Innovation Sebastian Alexander Schütz Stand Juli 2012

3 DIHK-UMFRAGE FINANZIERUNGSZUGANG FRÜHSOMMER 2012 Gesamtbeurteilung Die Finanzierungssituation ist im Frühsommer 2012 für die meisten Unternehmen entspannt. Mehr als jedes vierte Unternehmen hat derzeit keinen Bedarf an externer Finanzierung und stemmt Investitionen aus eigener Kraft. Auch die Unternehmen, die auf externe Finanzierung zurückgreifen, zeigen sich zum überwiegenden Teil zufrieden. Von diesen Betrieben bezeichnet dank guter Geschäftstätigkeit sowie steigender Eigenkapitalquoten und wachsenden Liquiditätsreserven fast die Hälfte der Betriebe seinen Zugang zu Finanzierung als gut (45 Prozent). 41 Prozent der Unternehmen bewerten die Finanzierungssituation als befriedigend. 14 Prozent der Unternehmen haben Schwierigkeiten beim Finanzierungszugang: Für neun Prozent sind die Bedingungen schlecht, fünf Prozent der Unternehmen berichten von abgelehnten Krediten. Der resultierende Saldo des Finanzierungszugangs ( gut -Anteil minus den Anteile aus schlecht und aus keine Finanzierung erhalten ) beträgt somit 31 Punkte. Geschäftsrisiko Finanzierung sinkt Insgesamt verbessert sich die Finanzierungslage gegenüber den Vorumfragen weiter. Diese Entspannungstendenz lässt sich bei der Frage der Finanzierung als Geschäftsrisiko ablesen. 1 Nur noch 14 Prozent der Unternehmen bewerten die Finanzierung als Risiko für ihre Geschäftstätigkeit weniger als in früheren Umfragen (Herbst : 17 Prozent; Durchschnitt seit : 18 Prozent). Unsicherheit bei Verfügbarkeit und Preisentwicklungen bei Energie und Rohstoffen sowie fehlende Fachkräfte sind beispielsweise um einiges bedeutsamer (55 bzw. 35 Prozent). Saldo der Investitionsabsichten und Risiko Finanzierung Risiko Finanzierung (in Prozent) Investitionsabsichten (Saldo in Prozentpunkten) Jahresbeginn Herbst Jahresbeginn Frühsommer Herbst Jahresbeginn 2012 Frühsommer Bei der Abfrage der Finanzierungskonditionen ist ein unmittelbarer Vergleich gegenüber den vorherigen Befragungen wegen der geänderten Frageformulierung nicht möglich. 1

4 Sondersituation in Deutschland Das historisch tiefe Zinsniveau hält die Finanzierungskosten für Unternehmen weiter in Grenzen. Deutschland profitiert hier von verschiedenen Effekten: nicht verlassen zu wollen. Damit sorgt sie für günstigen Zugriff auf Zentralbankgeld. Dementsprechend halbiert sich der Anteil der Unternehmen, die Zinsen als Grund für einen verschlechterten Finanzierungszugang haben (Rückgang von 56 auf 28 Prozent). Die deutsche Wirtschaft wächst weiterhin, die Unternehmen vertrauen auf eine hohe Nachfrage aus dem In- und Ausland. Die Exportwirtschaft ist regional breit aufgestellt, kein deutscher Zielmarkt hat einen Anteil von zehn oder mehr Prozent an den Gesamtausfuhren. Die guten Jahresabschlüsse der letzten Jahre verbessern sowohl die Fähigkeit zur Eigenfinanzierung als auch die Verhandlungsposition mit Fremdkapitalgebern. Dies resultiert in besseren Bonitätsbewertungen und niedrigeren Ausfallquoten. Hiervon profitiert auch die regional aufgestellte deutsche Bankenlandschaft. Sie kann sich aufgrund solider Zahlen sowohl über Einlagen als auch über Fremdkapital günstig refinanzieren. Deutschland wird auch hier als sicherer Hafen angesehen. Die EZB stellt aufgrund der angespannten Situation in einigen europäischen Ländern umfangreich Liquidität zur Verfügung und hat angekündigt, diesen Pfad auch mittelfristig Finanzierung zu günstigen Konditionen ist verfügbar, wenn adäquate und Basel III konforme Sicherheiten gestellt werden und die Bereitschaft gegeben ist, Eigenkapital einzubringen. Finanzierung gerade für Industrie günstig Im Vergleich der Wirtschaftszweige weisen die Industrieunternehmen die geringste Kredithürde aus. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die auf externe Finanzierung angewiesen sind, bewertet den eigenen Finanzierungszugang als gut (52 Punkte), der Saldo beträgt 43 Punkte. Innerhalb der Industrie bewerten der Fahrzeugbau (54 Punkte) sowie die Gummi- und Kunststoffhersteller (48 Punkte) den Finanzierungszugang per Saldo als überdurchschnittlich gut. Die Hersteller von Möbeln (36 Punkte) und das Textil-, Bekleidungs- und Ledergewerbe (40 Punkte) sehen ihren Zugang zu Finanzierung als leicht unterdurchschnittlich. Der Finanzierungssaldo im Handel liegt bei 36 Punkten. Neun von zehn Unternehmen geben an, über einen guten oder befriedigenden Zugang zu Wie bewerten die Unternehmen den aktuellen Finanzierungszugang? in Prozent, = Jahresbeginn; FS = Frühsommer; H = Herbst Zusatzbefragung aus DIHK- Konjunkturumfrage im: H FS 2009 H 2009 FS H FS H gut befriedigend schlecht FS 2012* keine Finanzierung erhalten Saldo** * Fragestellung im Frühsommer 2012 geändert. Fragestellung bis Herbst : Welche Erfahrungen macht Ihr Unternehmen bei seinen Finanzierungskonditionen im Vergleich zum Vorjahr? Antwortmöglichkeiten: verbessert, gleich geblieben, verschlechtert, Kredite nicht verlängert/abgelehnt ** Anteil der gut - Meldungen minus Anteil der schlecht -Meldungen und Anteil keine Finanzierung erhalten 2

5 Finanzierung zu verfügen. Die Baubranche, die traditionell eher skeptischer bewertet, ist mit einem Saldo von 23 Punkten auf entspanntem Niveau. Ebenso die Dienstleister. Dort verharrt der Saldo von 25 Punkten ebenfalls auf dem guten Niveau vom Herbst. Im Dienstleistungssektor sind es die überwiegend unternehmensbezogenen Dienstleister, die einen besseren Finanzierungszugang als der Durchschnitt aufweisen. Stark zeigt sich auch die deutsche Finanz- und Versicherungswirtschaft, die den Turbulenzen an den Finanzmärkten trotzt und als sicherer Hafen mit einem Saldo von 58 Punkten weit über dem Durchschnitt liegt und sich derzeit ohne Probleme refinanzieren kann. Unterdurchschnittlich wird die Lage derzeit in der Verkehrswirtschaft (20 Punkte) und im Gastgewerbe (acht Punkte) eingeschätzt. Wichtig insbesondere für gesamtwirtschaftliche Investitionstätigkeit ist der Finanzierungszugang der Immobilienwirtschaft und der Leasingunternehmen. Während im Leasingbereich die Lage leicht unterdurchschnittlich angegeben wird (23 Punkte), bewerten die Unternehmen aus dem Immobiliensektor ihren Finanzierungszugang mit einem Saldo von 37 Punkten als überdurchschnittlich gut. Steigender Kapitalbedarf für Wachstumsfinanzierungen Optimistische Geschäftserwartungen treiben die Investitionsabsichten der Unternehmen. Gute Finanzierungsbedingungen erweisen sich hier als Hebel: Betriebe mit guten Finanzierungskonditionen haben auch höhere Investitionsabsichten (Saldo der Anteile höhere und geringere Investitionspläne: plus 20 Punkte) als die Gesamtwirtschaft (Saldo: plus elf Punkte). Der breite Investitionsaufschwung führt zu einem erhöhten Kapitalbedarf der Unternehmen, da sie neben dem traditionell starken Investitionsmotiv der Ersatzbeschaffungen vielfach auch in Kapazitätserweiterungen investieren. Die bislang nur leicht wachsende Kreditnachfrage dürfte sich deshalb zunehmend beleben. Zudem zeigt sich die alternative Finanzierung über Kapitalmärkte überwiegend freundlich. Begünstigt durch das anhaltend niedrige Zinsumfeld stellen sich gerade kapitalmarktnahe Unternehmen in Sachen Finanzierung breiter auf und werden damit unabhängiger von der Bankfinanzierung. Die Rendite von europäischen Unternehmen mit Rating BBB lag im Mai 125 Basispunkte unter ihrem Fünfjahresdurchschnitt. 2 Basel III und Co die großen Unbekannten Mit Sorge blicken die Betriebe allerdings auf die Auswirkungen des Regulierungspakets Basel III auf die Unternehmensfinanzierung. Auch wenn die derzeit zwischen EU-Parlament, EU-Kommission und Europäischem Rat diskutierten Vorschläge noch verkraftbar scheinen, ist unklar, welche Gesamtbelastung durch diese neuen Regulierungsmaßnahmen tatsächlich auf die Kreditwirtschaft zukommt. Gerade das ist aber von besonderer Bedeutung für die Kredit nehmenden Unternehmen in Deutschland. Insbesondere die Bankfinanzierung ist für kleine und mittelständische Unternehmen die wichtigste Fremdkapitalquelle. Die Umsetzung von Basel III in europäisches Recht kann einen Beitrag zur Stabilisierung des internationalen Finanzsystems leisten. Voraussetzung ist jedoch die weltweite Einführung. Die Umsetzung von Basel III in den USA steht aber erst am Anfang und zieht sich. In Europa hingegen müssen bereits anders als z.b. in den USA nicht nur international tätige Banken, sondern auch rein regional tätige Kreditinstitute, Basel II anwenden. Ein dauerhafter europäischer Alleingang würde fehlschlagen. Es drohen insbesondere für europäische Finanzinstitute und Unternehmen Wettbewerbsnachteile. Hier muss der politische Druck erhöht werden, Basel III in den USA zeitnah zum europäischen Inkrafttreten einzuführen. Nur international 2 Deutsche Bundesbank Monatsbericht Mai

6 geltende Regeln können systemisches Risiko dauerhaft reduzieren und faire Spielregeln überall auf der Welt bieten. Weiterhin müssen die politischen Entscheidungsträgern stärker die verketteten Auswirkungen von europäischen Regulierungsvorhaben (z. B. zwischen Solvency II und Basel III) berücksichtigen. Eine abgestimmte Regulierung mit Augenmaß ist notwendig. Dies hat insbesondere eine europäische Komponente, da Kreditklemmen in südeuropäischen Ländern bereits jetzt die Durchführung von Investitionen deutlich erschweren. Ohne eine funktionierende Kreditvergabe ist kein Wachstum möglich. Daher sind die geplante Absenkung der Risikogewichte für kleinere und mittelgroße Unternehmen (KMU) sowie die Anhebung der Grenze für das Massengeschäft (Retailgrenze) von einer auf zwei Millionen Euro in Basel III wichtige Schritte, um den Finanzierungserfordernissen der Unternehmen besser Rechnung zu tragen. Die Wechselwirkungen, insbesondere im Bereich der langfristigen Refinanzierung von Banken, zwischen Solvency II und Basel III werden von politischer Seite zu wenig beachtet. Da es für Versicherer unattraktiver wird, sich langfristig bei Banken zu engagieren, ist zu befürchten, dass eine wichtige Quelle der langfristigen Bankenrefinanzierung weg bricht. Das würde insbesondere die Vergabe von Investitionskrediten durch die Banken treffen. Weiteres Ungemach droht durch die Kombination von Basel III, MiFID II und EMIR für Unternehmen, die sich gegen Risiken am Kapitalmarkt absichern müssen. Gerade für die deutsche Realwirtschaft, die international stark vertreten ist, verteuern sich hierdurch notwendige Absicherungsgeschäfte gegen z. B. Wechselkurs- oder Rohstoffpreisschwankungen deutlich Kostensteigerungen von 200 bis 300 Prozent werden erwartet 3. Die Unternehmen sollten angesichts der unklaren Situation die Finanzkommunikation mit ihren Hausbanken stärken und weiteres Potenzial durch Einführung eines Liquiditäts- oder Forderungsmanagements heben. Auch Finanzierungsalternativen wie z. B. Factoring sind eine Möglichkeit, die Finanzierung auf eine breitere Basis zu stellen. Politische Unsicherheit treibt Bedarf an Sicherheiten und Eigenkapital Fehlende Sicherheiten sind aktuell die wichtigste Ursache für verschlechterte Finanzierungsbedingungen. 58 Prozent der Unternehmen nennen fehlende Sicherheiten als Verschlechterungsgrund. Die Bedeutung von Sicherheiten steigt weiter an. Im Herbst haben 52 Prozent der Unternehmen von Problemen bei der Sicherheitenstellung berichtet, im Frühsommer waren es nur 43 Prozent. Der aktuelle Wert klettert damit wieder auf das Niveau vom Jahresbeginn (57 Prozent). Die Entspannung im Frühsommer, als zwischenzeitlich Ruhe und Zuversicht an den Finanzmärkten Einzug gehalten hatten, wurde insbesondere durch die seit Mitte des Jahres einsetzenden Turbulenzen um die Euro-Schuldenkrise beendet. Die seitdem andauernde Sorge um das Vertrauen in Staatsanleihen, die Unsicherheit über die Ernsthaftigkeit der Spar- und Reformbemühungen sowie die große Zahl aktueller Regulierungsvorhaben, insbesondere Basel III, veranlassen Banken zur Vorsicht. So erhöhen sie die Anforderungen an Sicherheiten eben nicht wegen gestiegenen Misstrauens Unternehmen gegenüber, sondern wegen der politischen Unsicherheit. Fast drei von vier Banken bewerten die wirtschaftspolitische Entwicklung als Risiko für ihre Geschäftstätigkeit in den kommenden zwölf Monaten doppelt so viele wie in der Gesamtwirtschaft (36 Prozent) und deutlich mehr als im Schnitt seit (64 Prozent). 3 Studie deutsches Aktieninstitut 4

7 vor allem für große Mittelständler Auffällig ist die Entwicklung in den unterschiedlichen Größenklassen: Je kleiner der Betrieb, desto häufiger sind fehlende Sicherheiten das Problem beim Kreditzugang. Derzeit berichten jedoch von den Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitern vergleichsweise wenig von fehlenden Sicherheiten (57 Prozent). Bei den kleineren Mittelständlern (20 bis 200 Beschäftigte) steigt das Risiko auf 60 Prozent. Größere Mittelständler (20 bis Mitarbeiter) weisen den stärksten Anstieg gegenüber der Vorumfrage auf das Risiko steigt weiter von 47 auf 61 Prozent. Lediglich bei Großunternehmen (über Beschäftigte) sind es nur 37 Prozent, die sich über fehlende Sicherheiten beklagen, trotz eines Anstiegs von zehn Prozentpunkten gegenüber der Vorumfrage. Auch beim eigenen Finanzierungsanteil nennen spürbar mehr Mittelständern größere Schwierigkeiten. In der Größenklasse 200 bis Beschäftigte steigt der Anteil um mehr als das Doppelte (von zwölf auf 27 Punkte). Insgesamt geben 29 Prozent der Unternehmen den geforderten eigenen Finanzierungsanteil als Grund für verschlechterte Finanzierungsbedingungen an (Vorumfrage: 23 Prozent). Neben erhöhter Sicherheitenstellung ist auch die Nachfrage nach höheren Finanzierungseigenanteilen für Banken ein allgemeines Mittel, um generelle Unsicherheiten abzudecken. Auch hier dürften die wirtschaftspolitischen Risiken ausschlaggebend sein, denn seit Jahren steigende Eigenkapitalquoten und verbesserte Bonitäten der Unternehmen senken eher das Risiko für Kreditgeber. Zinsen als Hürde halbiert Die gute Entwicklung der deutschen Unternehmen und die hohe Wettbewerbsfähigkeit machen sich bei den Zinsen bemerkbar. Der Anteil steigender Zinsen als Grund für einen schlechteren Finanzierungszugang halbiert sich von 56 auf 28 Prozent. Dies zieht sich durch alle Größenklassen. Die Unternehmen können auch weiterhin von niedrigen Zinsen beim Kreditgeschäft profitieren. Die Effektivzinssätze für das Neugeschäft erreichen neue historische Tiefststände. Dieser Entwicklung kommen die solide Aufstellung des dreigliedrigen deutschen Bankensystems sowie die umfangreiche Liquidität zugute, die die EZB momentan bereitstellt. Angesichts der anhaltenden Erfahrungen der Unternehmen mit ihren Finanzierungskonditionen - Grund der Verschlechterung in Prozent; Mehrfachnennungen möglich; Unternehmen mit verschlechterten Kreditkonditionen Sicherheiten Frühsommmer 2012 Herbst Betriebsmitteln eigener Finanzierungsanteil Zinsen Investitionen inkl. Leasing Dokumentationspflichten Exporten* 5 4 * Industrie ohne Bau 5

8 wirtschaftlichen Probleme und der schwierigen Lage der Unternehmens- und Staatenfinanzierung in Südeuropa, den Spannungen auf dem Interbankenmarkt sowie derzeit relativ stabiler Preise ist mittelfristig bei der EZB mit einem Festhalten an der Politik des leichten Geldes zu rechnen. Ein Beleg für das Vertrauen in die Unternehmen sind die Dokumentationspflichten und Bearbeitungszeiten. Nur noch 23 Prozent aller Unternehmen geben diesen Faktor als Grund für verschlechterte Kreditkonditionen an. Insgesamt stehen die Zeichen hier auf Entspannung im Vergleich zur Vorumfrage sinkt der Wert um neun Punkte, gegenüber dem Jahresbeginn sogar um 16 Punkte. Betriebsmittelfinanzierung und Investitionskredite nicht immer einfach Bei den Schwierigkeiten der Finanzierungszielbereiche dominiert die Betriebsmittelfinanzierung. Von den Unternehmen, die trotz der derzeit guten Finanzierungslage den Zugang zu Finanzierung als schlecht einstufen, nennt fast jedes dritte Unternehmen diesen Bereich (Vorumfrage: 25 Prozent). So sehen auch 65 Prozent der Unternehmen mit Problemen bei der Betriebsmittelfinanzierung die Finanzierung als Risiko für ihre Geschäftstätigkeit. Dies deutet auf strukturelle Probleme der betroffenen Unternehmen hin. Bei Investitionskrediten, die eher langfristig angelegt sind, sieht sich jedes vierte Unternehmen, das den eigenen Finanzierungszugang als schlecht bewertet, mit Finanzierungsproblemen konfrontiert. Im Vergleich zur Vorumfrage ist das ein deutlicher Anstieg um elf Punkte. Hierbei spielt sicherlich auch eine Rolle, dass im Finanzsektor die Bereitschaft zur langfristigen Übernahme von Risiken sinkt. Aufgrund geplanter Basel-III-Kennziffern wie z. B. der Net Stable Funding Ratio muss fristenkongruenter finanziert werden. Langfristige Kredite müssen demzufolge durch langfristige Einlagen gedeckt sein, von denen derzeit wenig zur Verfügung stehen. 6

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