Verteuert Windows Server 2012 Ihre IT?

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1 E-Guide Verteuert Windows Server 2012 Ihre IT? Herausgegeben von: SearchNetworking.de Gesponsert von: Seite 1

2 Inhalt 1. Einfacher, aber mit neuem Lizenzmodell: Die Änderungen von Microsoft Windows Server 2012 im Überblick 2. So bereiten Sie sich auf das Upgrade zu Windows Server 2012 vor Seite 2

3 Einfacher, aber mit neuem Lizenzmodell: Die Änderungen von Microsoft Windows Server 2012 im Überblick Von Paul DeGroot Anfang September gab Microsoft bekannt, dass Windows Server 2012 (vormals Windows Server 8) lediglich in vier Editionen erscheinen wird. Für einige IT-Abteilungen könnte das höhere Kosten bedeuten. Laut Al Gillen, verantwortlich für Systemsoftware beim Marktforschungsunternehmen IDC, reagiert Microsoft mit der neuen Preisstruktur auf den Virtualisierungstrend großer Unternehmen. Gleichzeitig schränkt er jedoch ein, dass die Änderung vermutlich keinen Einfluss darauf haben, ob Firmen auf die neue Version umstellen werden oder nicht. Microsoft will damit vor allem das Lizenzmodell vereinfachen und gleichzeitig seine Lösungen einheitlich auf virtuelle Infrastruktur ausrichten, sagt Gillen. Am oberen Ende der Preisskala für Windows Server 2012 stehen die Datacenter- und die Standard-Edition. Beide bieten dieselben Funktionen und basieren auf einem Lizenzmodell pro Prozessor und pro Nutzer (Client Access License, CAL). Die Datacenter-Edition erlaubt eine unbegrenzte Anzahl virtueller Maschinen auf zwei Prozessoren. Die Standard- Edition umfasst alle wesentlichen Merkmale des Betriebssystems, begrenzt aber die Möglichkeiten zur Virtualisierung auf zwei Maschinen pro Lizenz auf einem physischen Server. Die Datacenter-Edition kostet Dollar, die für Virtualisierung eingeschränkte Standard- Edition liegt bei 882 Dollar im Microsoft Lizenzprogramm Open NL. Die deutschen Preise sind derzeit noch nicht bekannt, orientieren sich aber vermutlich an den Dollar-Angaben. Weniger Versionen, höhere Preise Laut der Dokumentation von Microsoft entspricht der Preis für die neue Datacenter-Version in etwa dem für den Vorläufer Windows Server 2008 R2. Für die Standard-Edition sieht es etwas anders aus, sie lag bei der 2008er-Version rund 80 Euro unter der 2012er-Version. Insgesamt gibt es für das aktuelle Betriebssystem aber nur noch vier Versionen, statt bislang sieben. Den Essentials- und Foundation-Editionen für 25 bzw. 15 Nutzer fehlen einige wichtige Funktionen. Beispielsweise enthalten die abgespeckten Varianten keine Server Core - Installationsoption, mit der eine Basis-Installation für verschiedene Dienste möglich ist. Desweiteren fehlen die Active-Directory-Verbunddienste (Active Directory Federation Services, AD FS) und sie bieten keine Virtualisierungsrechte. Die Essentials-Edition kostet Seite 3

4 425 Dollar, die Foundation-Edition ist nicht im Handel erhältlich, sondern steht lediglich Erstausrüstern (OEM) zur Verfügung. Der Unterschied zwischen den Editionen und den entsprechenden Lizenzierungskosten schlägt sich vor allem in der Virtualisierung nieder, sagte Jonathan Halles, Autor von Windows-Büchern und SearchWindowsServer-Mitarbeiter. Eine einfachere Lizenzierung wird von Kunden immer positiv aufgenommen, und genau darum geht s. Virtualisierung als Preistreiber Anwender, die mit der Standard-Edition mehrere physische Prozessoren betreiben, bezahlen für das Upgrade mehr. Vier Prozessoren benötigen beispielsweise nun zwei Lizenzen. Diese Anwender trifft die Neuregelung hart. Sie fallen sozusagen durchs Raster und haben Nachteile, urteilt IDC-Analyst Al Gillen. Allerdings sei dieses Szenario selten, schränkt Gillen ein, da seiner Aussage nach 90 Prozent des Marktes aus Lösungen mit einem oder zwei Prozessoren bestehen. Microsoft nimmt der Mehrheit der Kunden somit eine Option, die sie ohnehin nicht wahrnehmen, fasst er die Auswirkungen zusammen. Kunden, die eine überwiegend virtualisierte Umgebung anstreben, empfiehlt Microsoft die Datacenter-Edition. Die entscheidende Frage bei der Kauf- und Upgrade-Entscheidung ist demnach: Wie viele virtuelle Maschinen wollen sie einsetzen?, sagt Jonathan Halles von SearchWindowsServer. In einem Strategiepapier von Microsoft zur Lizenzierung erklärt das Unternehmen die Umstellung auf ein prozessor-basiertes Model als Teil der Ausrichtung auf das Private- Cloud-Modell von Microsoft. Dieses Modell soll die Einheitlichkeit von Windows Server 2012 und Microsoft System Center 2012 gewährleisten. Beide Produkte haben dieselbe Preisstruktur für Standard- und Datacenter-Editionen. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass die Enterprise-Edition verschwindet, die für Windows Server 2008 R2 verfügbar war. Die Standard-Edition umfasst dieselben Leistungen und Kunden mit Software Assurance erhalten zwei Lizenzen der Standard-Edition. Kein Small Business Server mehr Einen Small Business Server 2012 wird es nicht geben, da sich der Trend bei kleinen und mittelständischen Unternehmen Richtung Cloud Computing bewegt, was Anwendungen und Dienste wie Mail, Back-Up und Unternehmenslösungen betrifft, sagt Microsoft. Diese Features bietet der Konzern daher in seinem Cloud-Produkt Office 365 an. Die Editionen für Webserver und High Performance Computing hat Microsoft in diesem Zusammenhang gleich mit abgeschafft. Während die Preisstruktur damit weitgehend feststeht, ist die Verfügbarkeit von Windows Server 2012 für Deutschland derzeit noch nicht abschließend geklärt. Seite 4

5 So bereiten Sie sich auf das Upgrade zu Windows Server 2012 vor Von Serdar Yegulalp Windows Server 2012 (vormals Windows Server 8) steht vor der Tür und viele IT- Abteilungen denken bereits über ein Upgrade nach. Sehr wahrscheinlich gehen die meisten User dabei schrittweise vor, statt alle Server auf einmal umzustellen. Wer Infrastruktur mit Windows Servern betreibt, setzt vermutlich eine ganze Zeit lang sowohl das neue Windows Server 2012, als auch ältere Versionen parallel ein. Im Folgenden finden Sie deshalb einige Antworten auf die drängendsten Fragen in Bezug auf die gleichzeitig Nutzung von Windows Server 2012 und älteren Versionen sowie die möglichen Probleme, die daraus entstehen können Kann ich Windows Server 2012 in einem Rechnerverbund mit älteren Versionen von Windows Server nutzen? Kurz und knapp: nein. Dafür gibt es einige Gründe, nicht zuletzt der, dass Microsoft die Art und Weise Rechnerverbünde zu organisieren und umzusetzen in Windows Server 2012 weitgehend überarbeitet und verbessert hat. Die neuen Cluster-Funktionen sind nicht kompatibel mit früheren Versionen von Windows Server. Daher können Cluster nicht in einem Schritt aufgerüstet werden. Jeder Knoten muss zunächst aus dem Cluster ausgelagert und dann mit Windows Server 2012 ausgestattet werden. Anschließend können Sie die einzelnen Knoten zu einem komplett neuen Cluster zusammenfügen, der ausschließlich aus Rechnern mit Windows-Server-2012-Betriebssystem besteht. Einige der neuen Cluster-Schlüsselfunktionen von Windows Server 2012, die nicht von früheren Versionen des Betriebssystems unterstützt werden, sind: Speichermigration. Dadurch lassen sich virtuelle Maschinen, die innerhalb des Clusters betrieben werden, im Livebetrieb an einen neuen Standort verschieben. Das entspricht in etwa der Funktionsweise von vmotion von VMware. Gleiche Laufwerke für Cluster. Diese Funktion ist keine Neuerung von Windows Server 2012 sondern war bereits in Windows Server 2008 R2 enthalten. Sie wurde allerdings überarbeitet und erweitert und ist daher nicht mehr mit Vorgängerversionen kompatibel. Mehrere Knoten im selben Cluster können auf dasselbe Dateisystem zugreifen. Dadurch lassen sich virtuelle Maschinen zwischen allen Knoten im Cluster hin- und herschieben. Seite 5

6 Cluster-aware updating (CAU). Updates für Rechner in einem Windows Server 2012 Cluster lassen sich automatisiert ohne Verfügbarkeitseinbußen ausführen. Dadurch bleibt der gesamte Cluster während des Prozesses online. Plug-Ins an verschiedenen Schnittstellen erweitern die CAU-Funktionalität zusätzlich. Darüber hinaus gibt es viele weitere neue Funktionen. Um diese mit allen Knoten eines Clusters zu nutzen, ist ein Upgrade des gesamten Clusters auf Windows Server 2012 notwendig. Was muss ich über den Datenaustausch zwischen Windows Server 2012 und älteren Versionen wissen? Windows Server 2012 wendet beim Datenaustausch zwischen Windows-Systemen das neue SMB 3.0 Protokoll (ursprünglich SMB 2.2) an. SMB 3.0 Clients nutzen bei jedem Peer, der sich mit ihnen verbindet, das bestmögliche Protokoll. Wenn man also Dateien zwischen Windows Server 2012 und älteren Versionen austauscht, passt sich das Verbindungsprotokoll dem älteren System an. Im Microsoft- TechNet gibt es dazu einen Beitrag von Blogger Jose Barreto. Darin zeigt er ein Schaubild, das die jeweils bestmöglichen SMB-Verbindungen zwischen den verschiedenen Windows- Versionen auflistet. Die neuen Funktionen von SMB 3.0 sind nur bei Verbindungen zwischen Windows Servern oder Windows-8-Systemen verfügbar. Einige dieser Features sind: Scale-out. Derselbe Ordner lässt sich knotenübergreifend im Cluster nutzen. Das sorgt für Ausfallsicherheit, bessere Auslastung der Bandbreite und optimale dynamische Größenskalierung. Zudem verteilen sich Lasten dadurch bessern und die Fehlertoleranz erhöht sich. Mehrkanalunterstützung. Sämtliche redundanten Netzwerkverbindungen zwischen SMB- Peers werden benutzt, um die Verbindung zu beschleunigen. Durchgängige Verschlüsselung. Der Datenverkehr zwischen SMB-3.0-Peers ist grundsätzlich verschlüsselt. VSS-Unterstützung. SMB-Kaufwerke sind nun ebenfalls durch Volume Shadow Copies (VSS) gedeckt, dadurch können Daten auf gemeinsam genutzten Ordnern durch jede VSS-fähige Software gesichert und wiederhergestellt werden. SMB-Direktverbindungen. Kopiervorgänge zwischen Servern mit RDMA-fähigen Netzwerkkarten laufen direkt (Memory to memory), entlasten den Prozessor-und weisen eine geringere Latenz auf. Seite 6

7 SMB directory leasing. Diese Funktion reduziert die Latenzzeiten für den Zugriff auf Dokumente mittels der Branch-Cache-Funktion, Dazu speichert Windows Server 2012 einen größeren Teil der Metadaten des Dokuments lokal ab und verringert so die Anzahl der Anfragen an den Server. Wenn Sie eine gemischte Infrastruktur verwenden, in der alle Geräte und Server Das SMB 2.0-Protokoll aufwärts nutzen Windows Vista bei den Endgeräten, Windows Server 2008 auf Serverseite sollten Sie darauf achten, den Gebrauch von SMB 1.x mit dem PowerShell Befehl Set-SmbServerConfiguration EnableSMB1Protocol $false auszuschalten. Das reduziert die Angriffsmöglichkeiten auf den Server. Schalten Sie das Protokoll komplett ab, wenn Sie es nicht benutzen. So verhindern Sie, dass zukünftige Schadprogramme sich dieses Einfallstor zunutze machen. Welche Windows-Server-Funktionen unterstützt Windows Server 2012 nicht mehr? Einige Funktionen in Windows Server werden in der Version 2012 nicht mehr unterstützt oder sind in Begriff, ausgelistet zu werden. Die meisten betreffen Programme oder Anwendungen, die direkt ins neue Betriebssystem integriert sind. Der Datenaustausch zwischen verschiedenen Versionen ist davon weniger betroffen. Es gibt allerdings Ausnahmen. Vor allem dann, wenn ältere Anwendungen von der Windows Server 2012 dieselbe Reaktion erwarten, wie bei bisherigen Versionen. Im folgenden finden Sie eine Liste der wichtigsten Änderungen von Windows Server 2012 (die gesamte Liste finden Sie im Microsoft TechNet), in Bezug auf Kompatibilität von Dateiversionen und Programmen. Clustering. 32-bit Cluster Ressource DLLs fallen weg und sollten wenn möglich durch entsprechende 64-bit-Versionen ersetzt werden. Wenn Sie Programme nutzen, die auf die Schnittstelle COM API des Cluster Automation Server (MSCIus) zugreifen, benötigen Sie zukünftig eine optionale Komponente, die nicht standardmäßig installiert ist: den FailoverCluster-AutomationServer. Databases. Die Unterstützung für 16- und 32-bit ODBC-Datenbanken fällt weg. ebenso wie die ODBC- und OLEDB-Treiber für Oracle- und Jet-Red-Datenbanken. Dafür benötigen Sie nun spezielle Schnittstellen, die von den jeweiligen Herstellern bereitgestellt werden. Für SQL-Server, die älter als 2000 sind, entfällt zudem die ODBC/OLEDB-Unterstützung; für diese SQL-Server-Versionen benötigen Sie stattdessen einen nativen SQL-Client. Generell kappt Microsoft die Unterstützung SQL-Server vor der Version 7.0. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass irgend jemand noch einen SQL-Server 6.5 oder noch älter im Einsatz hat, aber falls Seite 7

8 doch: Verbindungsversuche von Windows Server 2012 zu einem solchen Server enden mit einer Fehlermeldung. Active Directory. Die Unterstützung für Ressource Groups und Lightweight Directory Services, die Active Directory zur Authentifizierung nutzen, wird abgeschafft. UNIX. Viele Subsystem-Funktionen von UNIX-fallen aus der Feature-Liste. Microsofts komplettes SUA-POSIX-Subsystem gehört ebenso dazu wie das Line Printer Daemon- Protokoll, das oft von UNIX-Clients genutzt wird. Als Ersatz für die nativen UNIX-Funktionen können Sie die Open-Source-Lösungen und Werkzeuge Cygwin oder MinGW nutzen, die komplett losgelöst von der Microsoft-Umgebung entwickelt werden. WMI. Viele individuelle WMI-Anbieter werden nicht mehr unterstützt: SNMP (weil SNMP selbst nicht mehr unterstützt wird); der WMI-Anbieter für Active Directory (abgelöst durch PowerShell) und die Schnittstelle Win32_ServerFeature. Auch die Windows-Hilfe-Anwendung (winhlp32.exe) gehört nicht mehr zu den Funktionen von Windows Server 2012, aber dieser Bestandteil wurde bereits seit Windows Server 2008 nicht mehr mit ausgeliefert. Darüber hinaus wird es aber auch keinen Download für die Windows-Hilfe mehr geben, wie das bei früheren Versionen der Fall war, die keine eigene Hilfe an Bord hatten. Allerdings wird es in absehbarer Zeit eine Windows-Hilfe für die Endgeräte-Edition von Windows 8 geben, die ausreichen sollte. Seite 8

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