«Wir empfehlen, Sie entscheiden» Das wöchentliche Finanzmarkt-Update

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1 «Wir empfehlen, Sie entscheiden» Das wöchentliche Finanzmarkt-Update 05. Januar 2016 KONJUNKTUR- UND MARKTBERICHT Das wöchentliche Finanzmarkt-Update kommt pünktlich zum Jahresstart im neuen Look daher und sorgt für eine bessere Übersicht. In dieser Ausgabe stellen wir Ihnen eine Auswahl an makroökonomisch relevanten Themen vor, die uns im 2016 begleiten werden: Konjunktur In den USA dürfte sich der moderate Wachstumstrend der letzten Quartale fortsetzen. Die US-Währungshüter des Federal Reserve Systems (Fed) rechnen im 2016 mit einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 2.4%. Für die noch anstehenden Wintermonate bereitet das heftige Unwetter im Grossraum Oklahoma/Texas jedoch Sorgen. Bedingt durch negative Wettereffekte legte die US-Wirtschaft bereits in den letzten zwei Jahren einen schwachen Start hin. In Hinblick auf die Entwicklung des ganzen Jahres bleiben die Konsumausgaben, die rund drei Viertel der amerikanischen Wertschöpfung ausmachen, weiterhin der entscheidende Faktor. China wird im 2016 ihre langjährige Umstrukturierungsphase (von einem Industriestaat hin zu einer Dienstleistungsnation) fortführen und unserer Meinung nach das «Soft Landing» meistern können. Zudem dürfte der Antrieb von Reformen, kombiniert mit wachstumsstützenden Massnahmen, weitergehen. Die sich abzeichnende Trendwende bei den Immobilienpreisen stützt diese Erwartung. In der Eurozone bleiben Unsicherheiten (wie beispielsweise überfällige Strukturreformen) bestehen, die Aussichten haben sich jedoch deutlich verbessert. Ein moderates Stellenwachstum ist weiterhin vorhanden und liefert positive Impulse für die Konsumentenentwicklung. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht entsprechend von einer anhaltenden Erholungsperiode aus und erwartet im 2016 eine reale BIP-Zunahme von 1.7%. Die Schweiz kämpft seit der Aufhebung der EUR/CHF Untergrenze mit kurzfristig deflationären Tendenzen, einer konjunkturellen Abschwächung und einer leicht steigenden Arbeitslosenrate (siehe Grafik): 6 Arbeitslosenrate Schweiz (in %) 6 4 BIP-Wachstum Schweiz (in %, YoY) Veränderung CH-Konsumentenpreise (in %, YoY) Sep 10 Sep 11 Sep 12 Sep 13 Sep 14 Sep 15 Berner Kantonalbank AG / Banque Cantonale Bernoise SA 1

2 In Anbetracht des stärkeren US-Dollars und der sich aufhellenden Weltkonjunktur erwartet das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO eine Ausweitung des BIP-Wachstums von 0,8% im Jahr 2015 auf 1,5% im Inflation Das Jahr 2015 war geprägt durch jährliche Teuerungsraten, die besonders in der Eurozone nahe dem Nullpunkt notierten. Einen Hauptgrund für den fehlenden Inflationsdruck stellten die niedrigen Erdölpreise dar, die verglichen mit den hohen Werten des Vorjahres (ca. USD 100) starke Korrekturen einstecken mussten (siehe Grafik): 160 Ölpreis «Brent» pro Barrel (in US-Dollar) Jan 95 Jan 00 Jan 05 Jan 10 Jan 15 Sinkt der Erdölkurs nicht markant weiter (die langfristige Unterstützungslinie liegt bei rund USD 20), dürfte die jährliche Veränderung des Ölpreises im 2016 geringer ausfallen als im 2015 (schwindende Basiseffekte) und einen kleineren Einfluss auf die Jahresteuerung haben. Weiterhin ausschlaggebend werden in dieser Hinsicht die künftigen Massnahmen der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) sein, die im Wettbewerb mit den USA derzeit eine Überproduktion fahren. Dadurch erhoffen sie sich die Ölförderung in den USA zu unterbinden und so ihre Marktanteile zu schützen. Nebst einer möglichen Stabilisierung des Erdölpreises dürfte die im zweiten Halbjahr 2016 erwartete Vollbeschäftigung zu einem weiteren Auftrieb der Inflation in den USA führen. Die damit verbundenen Lohnerhöhungen könnten die Konsumentenpreise nach oben treiben und so eine Lohn/Preis- Spirale in Gang setzen, welche die Konsumententeuerung Richtung den erwünschten 2% anheben würde. Politik Auf politischer Ebene stellt die US-Präsidentschaftswahl im November ein Höhepunkt des 2016 dar. Gespannt auf den Ausgang dieser Wahlen dürften besonders die Aktienmärkte rund um den Globus sein. Bereits im Oktober 2015 sorgte eine in den USA geführte Debatte um zu hohe Medikamentenpreise für Kurstaucher der Schweizer Pharmariesen. In Europa dürfte das Referendum um den EU-Verbleib Grossbritanniens bereits diesen Sommer stattfinden. Laut verschiedenen Umfragen ist unklar, ob sich die Briten für oder gegen den sogenannten «Brexit» entscheiden werden. Die Regierung wird voraussichtlich für die EU-Mitgliedschaft werben. Unabhängig vom Ergebnis ist zumindest kurzfristig mit erhöhter Volatilität an den Märkten zu rechnen. Krisen Im Konflikt zwischen Russland und dem Westen ist vorerst keine Lösung in Sicht. Die laufenden Sanktionen sowie die tiefen Ölpreise setzten die russische Wirtschaft zunehmend unter Druck. Zudem dürfte sich der Konflikt im Nahen Osten verschärfen. Die europäischen Länder stehen dabei vor der heiklen Aufgabe die Flüchtlingsproblematik möglichst gerecht und human zu lösen. Gleichzeitig sieht sich der Westen mit der Gefahr weiterer Terroranschläge konfrontiert. Märkte Indizes in Lokalwährung Aktuelle Kurse 2 Wochen YTD SMI 8' % -1.83% -1.84% 9.51% 20.24% SPI 8' % -1.81% 2.68% 13.00% 24.60% STOXX 50 3' % -2.54% 3.21% 3.82% 9.76% S&P 500 2' % -1.53% -0.73% 11.39% 29.60% Nikkei ' % -3.47% 9.07% 7.12% 56.72% Gold (Unze, USD) 1' % 1.32% % -3.29% % Rohöl (WTI, USD) % -0.76% % % 3.94% Rohöl (Brent, USD) % -0.16% % % -3.00% Berner Kantonalbank AG / Banque Cantonale Bernoise SA 2

3 Empfehlung Aktien Unsere fünf Jahresfavoriten ABB Ltd ABB SPI ex Div. 10 ISIN: CH Branche: Industrie Aktueller Kurs: CHF KGV (2016S)*: 15.0 Dividendenrendite*: 4.3% Treiber sind Automation und Energieeffizienz ABB ist ein führender Anbieter von Stromübertragungs-, Verteilungs- sowie Automationslösungen. Das Unternehmen ist weltweit präsent und wickelt einen grossen Teil der Geschäfte in den aufstrebenden Märkten, beispielsweise China oder Indien, ab. Schlüsselbereiche sind Versorger, Öl und Gas, Chemie, Pharma, Papier und Zellstoff, Metalle und Mineralien. Die mit dem Auf- und Ausbau von Strom- und Industrieinfrastruktur zusammenhängenden Energietechnikgeschäfte sind spätzyklisch. Dagegen sind die Automationssparten, getrieben von der Industrie, welche energieeffizienter und produktiver werden will, frühzyklisch. ABB dürfte von Infrastrukturerneuerungen und vom Trend Energieeffizienz profitieren. Die Unternehmung weist eine solide Bilanz und hohe freie Cashflows aus. Kursstützen sind die Dividendenpolitik und das Aktienrückkaufprogramm. Clariant AG Clariant 5 ISIN: CH Branche: Grundstoffe Aktueller Kurs: CHF KGV (2016S)*: 15.0 Dividendenrendite*: 2.3% SPI ex Div. Auf Wachstum fokussiert Clariant entwickelt, produziert und verkauft Spezialchemikalien für verschiedene Endmärkte (z.b. Kunststoffe, Chemikalien zur Stofftrennung bei der Rohstoffgewinnung, Chemikalien für die Energiespeicherung) und beschäftigt rund 17'000 Mitarbeiter. Das Unternehmen war eine klassische Restrukturierungsstory. Problematische Geschäftssegmente wurden verkauft, Bereiche mit Margen-, Wachstumsoder Synergiepotential hinzugekauft. Dieser Prozess ist nun grösstenteils abgeschlossen. Clariant kann sich wieder auf Wachstum fokussieren. Verbunden mit der moderaten Bewertung betrachten wir die Aktie nach wie vor als attraktiv. Der Spezialitätenchemikalienhersteller wird zudem regelmässig als Übernahmekandidat gehandelt, was der Aktie zusätzlich eine gewisse Fantasie verleiht. Rückenwind versprechen auch der tiefe Ölpreis und der stärkere US-Dollar. Implenia AG Implenia SPI ex Div ISIN: CH Branche: Industrie Aktueller Kurs: CHF KGV (2016S)*: 11.2 Dividendenrendite*: 3.7% Zugang zum grössten Baumarkt Europas Die Baugruppe Implenia (entstand 2006 aus dem Zusammenschluss von Zschokke und Batigroup) ist in der Schweiz klarer Marktführer (aktuell ca. 4'000 Baustellen in Betrieb). Implenia baut auf und in der Erde, vom Tunnel bis zum Turm und von der Strasse bis zum Haus. Neben der eigentlichen Bauproduktion will sie vermehrt im Modernisierungsbereich und vor allem im Ausland aktiv werden. Über Akquisitionen hat sie in Norwegen Fuss gefasst und durch den Erwerb der deutschen Bilfinger Construction hat Implenia nun auch direkten Zugang zum grössten Baumarkt Europas. 78% des Umsatzes entfallen auf die Schweiz. Implenia profitiert von der nach wie vor robusten Schweizer Baukonjunktur und hat in letzter Zeit zahlreiche, vielversprechende Aufträge gewonnen. Um weiter organisch wachsen zu können ist das Unternehmen, im Vergleich zur Konkurrenz, gut aufgestellt. Berner Kantonalbank AG / Banque Cantonale Bernoise SA 3

4 Swatch Group AG Swatch Group I 250 ISIN: CH Branche: Zyklischer Konsum Aktueller Kurs: CHF KGV (2016S)*: 13.4 Dividendenrendite*: 2.2% SPI ex Div. Wird unterschätzt Der weltweit grösste Uhrenhersteller beliefert Kunden in allen Preissegmenten. Die Palette reicht von Flik Flak bis Breguet. Die Margen sind gut und die globalen Mittel- und Oberschichten wachsen weiter. Trotzdem ist der Aktienkurs seit bald zwei Jahren sinkend, was mit der schwierigen Währungssituation (grosser Kostenblock in Schweizerfranken, dafür Prädikat "Swiss Made"), dem China Exportanteil und der Hysterie um die Apple Watch zu tun hatte. Hayek kündigte daraufhin eine intelligente Sportuhr mit Fitness-Funktionen und Uhren mit NFC Technologie (z.b. Bezahlfunktion) an. Zudem ist die Swatch Group im Bereich der Mikromechanik und der Mikroelektronik führend. Die hohe Innovationskraft wird dabei ein zentraler Wachstumstreiber bleiben. Swatch Group ist mit einer Eigenkapitalquote von rund 80% sehr solide finanziert und im Konkurrenzvergleich unterbewertet. UBS Group AG UBS Group 5 ISIN: CH Branche: Finanzen Aktueller Kurs: CHF KGV (2016S)*: 12.1 Dividendenrendite*: 4.1% SPI ex Div. International am besten aufgestellt UBS ist die grösste Bank der Schweiz. Im Zentrum der Aktivitäten stehen die internationale Vermögensverwaltung und das Schweizer Geschäft. Somit treibt die UBS ihren vierjährigen Strategiewechsel, hin zu einer stärkeren Vermögensverwaltung, weiter voran und ist der Konkurrenz, was die Umsetzung des Geschäftsmodells anbelangt, um Meilen voraus. Der Strukturwandel in der Finanzwelt ist noch immer im Gange und es drohen weitere Rechtsfälle. Trotzdem ist die UBS rückblickend mit Bussen glimpflich davongekommen. Auch was die regulatorischen Umsetzungen betrifft, ist die UBS heute viel besser aufgestellt. Die letzten Quartalszahlen haben gezeigt, dass die eingeleiteten Massnahmen greifen. Die Bank will mindestens die Hälfte des Reingewinns an die Aktionäre ausbezahlen, was eine erwartete Dividendenrendite von 3.5% bis 4.5% verspricht. Berner Kantonalbank AG / Banque Cantonale Bernoise SA 4

5 Aktienmarkt Schweiz Jahresperformance 2015 Berner Kantonalbank AG / Banque Cantonale Bernoise SA 5

6 AKTIENMARKT TECHNISCH SMI täglich 10'000 9'500 9'000 8'500 8'000 7'500 Seit unserer letzten Ausgabe vom machte der Swiss Market Index wieder etwas Boden gut, verlor jedoch einen Teil der erzielten Kursanstiege durch den schwachen Start ins neue Jahr. Innert Zweiwochenfrist resultiert dennoch ein Plus von 1.3%. Die kurzfristigen Indikatoren zeigen derzeit eine neutrale Situation und eine anhaltend tiefe Volatilität an. Tendiert der SMI in der kommenden Wochen gegen die 200 Tage gleitende Durchschnittslinie, darf auf Sicht von ein bis drei Monaten unverändert mit einem positiven Kursverlauf gerechnet werden. Im gegenteiligen Fall würden sich die mittelfristigen Aussichten eintrüben und es wäre neu mit einer sinkenden Kursentwicklung in Richtung 7'900 Punkte zu rechnen. Swiss Market Index 200 Tage gleitender Durchschnitt 10'000 9'500 9'000 8'500 8'000 7'500 7'000 7'000 Jan 14 Mai 14 Sep 14 Jan 15 Mai 15 Sep 15 Jan 16 OBLIGATIONENMARKT TECHNISCH 10-jährige Anleihe der Eidgenossenschaft Verfallsrendite in % Jan 14 Apr 14 Jul 14 Okt 14 Jan 15 Apr 15 Jul 15 Okt 15 Jan 16 Die Verfallsrendite der 10-jährigen Anleihe der Eidgenossenschaft setzte in den vergangenen zwei Wochen ihren Erholungskurs fort und notiert aktuell bei -0.5%. Im Zweiwochenvergleich entspricht dies einer Zunahme von neun Basispunkten. Die kurzfristigen Indikatoren zeigen weiterhin eine überverkaufte Situation an. Auf Sicht von ein bis zwei Wochen ist trotz des Anstiegs weiterhin eine nur marginal positive Rendite, welche nach oben bei 0.2% begrenzt ist, zu erwarten. Durch das Übertreffen der 200 Tage gleitenden Durchschnittslinie besteht jedoch das Potenzial einer Aufhellung des mittelfristigen Ausblicks. Dafür müsste Verfallsrendite der 10-jährigen Anleihe der Eidgenossenschaft weiter ansteigen und mehrere Tage im Bereich von 0.25% notieren. Ansonsten müssen Anleger weiterhin mit negativen Verfallsrenditen rechnen, wobei das tiefe Zinsniveau das Abwärtspotenzial begrenzt. 200 Tage gleitender Durchschnitt Berner Kantonalbank AG / Banque Cantonale Bernoise SA 6

7 ZINSEN Eine Selektion an zinspolitischen Themen, die 2016 im Fokus der Anleger stehen werden: USA Vergangenen Dezember erhöhten die US-Währungshüter das Zielband der «Federal Funds Rate» um 25 Basispunkte auf 0.25% bis 0.5% und wagten damit nach längerem Zaudern den ersten Schritt Richtung geldpolitischer Normalisierung. Federal Reserve System (Fed) - Vorsitzende Janet Yellen gab an der im Anschluss der FOMC-Sitzung stattgefundenen Pressekonferenz zu verstehen, dass künftige Zinsschritte weiterhin von den Marktdaten abhängig sein werden und nur mit moderaten Erhöhungen zu rechnen sei. Laut veröffentlichten Projektionen rechnen die US-Notenbanker mit einem Leitzinssatz von 1.375% per Ende 2016 (Medianbetrachtung). Unter der Annahme eines gleichmässigen Leitzinspfadverlaufs über das gesamte Jahr, ist somit einmal pro Quartal eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte zu erwarten. Nach rund sieben Jahren Nullzinspolitik scheinen sich die Märkte jedoch an das tiefe Zinsniveau gewöhnt zu haben und rechnen (wie in den aktuellen Futures-Preisen impliziert) lediglich mit zwei Erhöhungen à 0.25%. Die letztlich publizierten Konjunktur- und Arbeitsmarktausweise aus den USA deuten jedoch nicht auf eine Verlangsamung der amerikanischen Wertschöpfung hin, wodurch ein noch flacherer Leitzinspfad unwahrscheinlich sein dürfte. Die dadurch wohl verzerrte Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer könnte besonders im Aktiensegment für Kurskorrekturen sorgen. Unternehmen, die in den nächsten Jahren aufgrund des Zinsanstiegs mit höheren Finanzierungskosten konfrontiert sein werden, sind auf einen noch stärkeren Konjunkturverlauf angewiesen um die vom Markt erwarteten Gewinnsteigerungen erzielen zu können. Eine derart starke Wirtschaftsexpansion würde das Fed jedoch ermutigen, weitere Zinsschritte durzuführen, was die Finanzierungskosten der Unternehmen abermals erhöhen und die Erreichung der hoch angesetzten Erwartungen erschweren würde. China Zur Stützung der sich abkühlenden Konjunktur senkte die chinesische Notenbank (PBOC) allein im letzten Jahr den Leitzins in fünf Schritten auf 4.35% und reduzierte gleichzeitig den Mindestreservesatz der Grossbanken auf 17.5%, um die Kreditvergabe zu stimulieren. Durch die zuletzt an den Konsumentenpreisen gemessene jährliche Inflation von «lediglich» 1.5% bleibt der chinesischen Notenbank noch genügend Spielraum zur Durchführung weiterer Leitzinssenkungen, um damit die Konjunktur bei Bedarf weiter zu stabilisieren. Eurozone Anfang Dezember 2015 reduzierte die Europäische Zentralbank (EZB) die Negativzinsen auf Sichteinlagen der Geschäftsbanken um weitere zehn Basispunkte auf -0.30% und verlängerte das Anleihekaufprogramm zur Quantitativen Lockerung (QE) um weitere sechs Monate. Die Märkte, die von drastischeren Massnahmen (u.a. einer Erhöhung des monatlichen Ankaufvolumens um mindestens EUR 10 Mrd.) ausgingen und sich entsprechend positioniert hatten, reagierten negativ auf die Ankündigungen von EZB-Chef Mario Draghi. Da die eingeleiteten Massnahmen eine gewisse Zeit brauchen bis zu deren wirtschaftlichen Entfaltung, dürfte die Europäische Zentralbank wohl erst wieder ab der zweiten Hälfte des 2016 aktiv werden. Grossbritannien Im Vereinigten Königreich läuft die Konjunktur dank dem Konsum rund. Getrieben durch eine tiefe Arbeitslosenrate und steigenden Löhne schoss im 2015 der Index zum Konsumentenvertrauen weiter in die Höhe und erreichte Werte, die zuletzt 1997 gemessen wurden. Zudem erwarten Ökonomen im 2016 eine Steigerung des realen Bruttoinlandprodukts von ca. 2.5% im Vergleich zum Vorjahr. Einzig die Inflation scheint mit aktuell mageren 0.1% bisher nicht auf Touren kommen zu wollen. Zukunftsbezogen dürften die Währungshüter der Bank of England (BoE) erst wieder bei anziehenden Preisen an der Zinsschraube drehen. Schweiz Ein Jahr ist nun her als die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Mindestkurs zum Euro aufhob und Negativzinsen auf Sichteinlagen der Banken einführte. Seither hat sich der Schweizer Franken teilweise vom Schock erholt und ist mit den aktuellen EUR/CHF nicht weit von den zumindest erwünschten 1.10 EUR/CHF entfernt. Auch im 2016 dürften die Handlungen der SNB primär vom Wechselkurs zum Euro geprägt sein. Verliert der Schweizer Franken an Stärke gegenüber dem Euro, rechnen erste Ökonomen bereits ab Mitte Jahr mit einer Aufhebung der Negativzinsen für Geschäftsbanken. Berner Kantonalbank AG / Banque Cantonale Bernoise SA 7

8 OBLIGATIONENMARKT SCHWEIZ Swiss Bond Indizes Aktuelle Kurse 2 Wochen YTD Swiss Bond Index AAA-BBB % 0.29% 1.77% 6.82% -1.30% Swiss Domestic Bond Index AAA-BBB % 0.35% 2.17% 8.20% -2.64% Swiss Domestic Bond Gov % 0.42% 2.84% 9.18% -4.28% SDBI AAA % 0.38% 2.35% 8.47% -3.29% SDBI AA % 0.41% 2.16% 10.22% -3.03% SDBI A % 0.22% 1.63% 6.12% -0.48% SDBI BBB % 0.04% 1.22% 3.75% 2.02% Swiss Foreign Bond Index AAA-BBB % 0.14% 1.10% 4.78% 0.38% SFBI AAA % 0.21% 1.90% 5.92% -0.70% SFBI AA % 0.17% 1.55% 5.53% -0.15% SFBI A % 0.09% 0.43% 3.94% 0.98% SFBI BBB % 0.03% -0.18% 2.17% 3.37% Legal Disclaimer Keine Gewährleistung Die BEKB BCBE bezieht sich auf die Analysen, Empfehlungen und Daten von öffentlich zugänglichen, verlässlichen Quellen. Die BEKB BCBE kann für die Qualität, Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der in dieser Publikation enthaltenen Informationen keine Gewähr übernehmen. Kein Angebot Die obigen Angaben dienen lediglich der Information und haben einzig beschreibenden Charakter. Sie begründen weder eine Aufforderung noch ein Angebot. Grundsätzlich sollten Dienstleistungen und Produkte nur aufgrund eines entsprechenden Beratungsgespräches erworben werden. Der Kauf und Verkauf von Produkten, welche in dieser Publikation beschrieben werden, erfolgt alleine unter Ihrer Verantwortung. Gesetzliche Einschränkungen Die von der BEKB BCBE vorgestellten Produkte sind in der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Die in dieser Publikation vorgestellten Produkte sind nicht für Personen bestimmt, die auf Grund von Nationalität, Geschäftssitz, Wohnsitz oder sonstiger Gründe einer Rechtsordnung unterliegen, die es ausländischen Finanzdienstleistern verbietet, dort geschäftlich tätig zu sein. Dies gilt insbesondere für Personen mit Wohnsitz in den USA, Kanada, Grossbritannien, Deutschland, Italien, Spanien, Japan und allen anderen Staaten, nach deren Rechtsordnung die Veröffentlichung finanzieller Informationen ausländischer Finanzdienstleister eingeschränkt oder untersagt ist. Berner Kantonalbank AG / Banque Cantonale Bernoise SA 8

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