"Mit Kindern im Austausch sein"

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1 "Mit Kindern im Austausch sein" Die sensitive Responsivität der päd. Fachkräfte im päd. Alltag Petra Jurczyk Pädagogin und Coach You and You Verlag Geislingen

2 Arten und Wege der Kommunikation Sprachen sinnvoll kommunizieren digitale Kommunikation Zeichen, Ziffern, Symbole Literacy verbal & nonverbal Senden und Empfangen (Schultz von Thun)

3 Vernetzung Sprache und Gefühl/Emotion Responsivität Abstimmungsverhalten/Antwortverhalten Intuitiv-didaktische Verhaltensstrategie Intuitive Kommunikationsfähigkeiten Sensitive Responsivität

4 Sensitive Responsivität 1. Reagieren PFK/PLK überhaupt auf Kinder? (Responsivität) 2. Wie feinfühlig ist die Reaktion? (Sensitivität)

5 Sensitive Responsivität PFK/ PLK müssen die Signale der Kinder wahrnehmen. Sie müssen auf die Signale angemessen und zeitnah reagieren - dies ist sensible Antwortverhalten Je jünger die Kinder, desto wichtiger ist die nonverbale Ausdrucksform als wichtiges Interaktionsmittel

6 Die hohe Priorität der sensitiven Responsivität von Erwachsenen, die die Bildungsprozesse des Kindes begleiten, wird unterschätzt! Die scheinbar hohe Priorität der akademischen Leistungen von Kindern wird überschätzt!

7 Nonverbale Ausdrucksform ist das bedeutende Interaktionsmittel. Nonverbale Ausdruckskompetenz ist ein Indikator, um Standards in der Kommunikationskultur in den päd. Einrichtungen zu entwickeln. Über diese Standards können und müssen sich PFK und PLK weiterentwickeln und verbessern können!

8 PFK und PLK zeigen sich zugänglich. Indikatoren PFK und PLK zeigen eine Haltung, die geprägt ist von Aufmerksamkeit, Interesse, Akzeptanz, Wertschätzung und Respekt vor der Autonomie des Kindes. PFK und PLK geben Kindern die Chance, selbst das Interaktionstempo zu bestimmen. PFK und PLK geben Kindern die Möglichkeit, sich umfassend zu äußern. PFK und PLK engagieren sich, das Gespräch mit Kindern aufrecht zu halten. PFK und PLK schaffen ein emotionales Klima, in dem sich das Kind lustvoll und ausführlich mitteilen kann. PFK und PLK haben eine auffordernde Sprechweise und einen freundlichen Ton. PFK und PLK gestalten die nonverbale Ausdrucksform (Mimik/Gestik) anerkennend im Kontext einer zugewandten Körperhaltung. PFK und PLK untermauern verbale Äußerungen auch nonverbal. PFK und PLK stellen einen fortwährenden Blickkontakt her und wenden sich den Kindern deutlich zu. Und

9 PFK und PLK begegnen Kindern auf Augenhöhe 1. Auf der tatsächlichen körperlichen Augenhöhe 2. Auf der emotionalen Augenhöhe (Sie begleiten Kinder in sanften Übergängen Kinder erfahren Selbstwirksamkeit u. Impulskontrolle) 3. Auf der geistigen Augenhöhe (Sie spiegeln dem Kind, sein Bild von der Welt und regulieren ihr Antwortverhalten in der ZNE des Kindes.)

10 Der päd. Alltag in der Realität Hektik, da der Dienstplan mal wieder geplatzt ist. Unruhe, weil fremde Personen den Alltag unterbrechen. Keine Übersichtlichkeit, weil Räume nicht passen, jedoch der Architekt sich verwirklichen konnte. Lärm, weil die Luft, die beim Sprechen bewegt wird wiederhallt und der Lärmpegel überhöht ist. Hier werden die Signale des Kindes weder wahrgenommen, noch kann ein sensibles Antwortverhalten gestaltet werden!

11 Ablenkungen, Unruhe und höhere Umgebungsgeräusche, sowie Inkongruenz im Antwortverhalten der Erwachsenen, lassen sensitive Responsivität schrumpfen und zu Interaktionsstörungen wachsen. Daraus folgt: Erschöpfungszustände durch permanent erhöhte Anstrengung für Kinder und Erwachsene

12 Lernbegleitung, mit wenig sensitiver Responsivität Resiliente Kinder entwickeln Strategien! entwickeln hohe Motivation sich massiv mitzuteilen stellen Fragen sprechen die Erwachsenen mit Namen an, auch X mal hintereinander haken nach bei Einwortantworten des Erwachsenen kommentieren ihre Handlungen, wenn es sein muss permanent weisen ausdrücklich auf etwas hin beharren auf ihrer Meinung oder protestieren wechseln die Art ihrer Signale, weiten diese aus, wiederholen diese erhöhen die Lautstärke der Stimme und das Sprechtempo sprechen mit angespannter Stimmlage sehr hoch (Zehenspitzengang, Fausthaltung) reden permanent weiter und laufen Personen nach klopfen auf Schulter oder Rücken, um gehört zu werden fallen in den Redefluss anderer schnipsen im Unterricht rufen im Unterricht dazwischen führen Gespräche mit der/dem Nebensitzer/in zeigen Unruhezuständen in Form von erhöhter Bewegung von Finger oder Füßen

13 Weniger resiliente Kinder reduzieren ihre Interaktionsbeiträge und entwickeln Blockaden Kinder ziehen sich zurück, reagieren passiv Kinder wirken abwesend, abgelenkt, gleichgültig Kinder verstummen und passen sich an Kinder wenden sich ab vom Interaktionsgeschehen Gleiches Verhalten zeigen diese Kinder bei instruierender Kommunikation, wie Abfragen, Anweisungen geben und vorgegebenen Lösungen!

14 Zum Abschluss auf den Punkt gebracht Sensitive Responsivität beeinflusst die kindlichen Lernprozesse! Einladung Inspiration, Ermutigung an alle: Schwerpunkt auf die Bedingungen des Kontextes Achtsame Gestaltung von päd. Settings Kollegiale Reflexion kindlicher Lerndispositionen und Verhaltensweisen Reflexion der eigenen sensitiven Responsivität im privaten Alltag Reflexion von päd. Situationen im Alltagsgeschehen

15 Erforschung von Unruhe und Ablenkungen im päd. Alltag Entlastung durch digitale webbasierte Kommunikations- Hilfsmittel Postmoderne Träger haben pädagogische Organisationssysteme wie z. B. kitaorg Alle verantwortlichen Akteure bitte ich um weitere Verbesserung der Rahmenbedingungen

16 Literaturhinweis: Remsperger, Regina. Sensitive Responsivität Zur Qualität pädagogischen Handelns im Kindergarten. Wiesbaden: VS-Verlag, Gutknecht, Dorothee. Bildung in der Kinderkrippe Wege zur Professionellen Responsivität. Stuttgart: Kohlhammer, 2012.

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