Schwerpunktthemen NetOpFü in der Praxis Sense & Avoid-Assistenz 10 Jahre LIVAS3 Integrated Safety! SimPLEE-Simulationsplattform

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1 MAGAZIN DER ESG ELEKTRONIKSYSTEM- UND LOGISTIK-GMBH I/11 Schwerpunktthemen NetOpFü in der Praxis Sense & Avoid-Assistenz 10 Jahre LIVAS3 Integrated Safety! SimPLEE-Simulationsplattform ServiceXpert erweitert den Marktfokus Business Portal der ESG

2 2 & 3 SPEKTRUM I/11 Traditionell gilt es mit der ersten Ausgabe unseres Unternehmensmagazins Spektrum eine kurze Bilanz des vergangenen Jahres zu ziehen und gleichzeitig den Fokus auf das vor uns liegende Jahr zu lenken. Dank des hervorragenden Engagements und der Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter innerhalb der gesamten ESG-Gruppe konnten wir unsere ambitionierten Ziele weitgehend erreichen: Die ESG setzt ihren Wachstumskurs erfolgreich fort. Gleichwohl müssen wir uns den Herausforderungen der Zukunft auch weiterhin proaktiv stellen und die darin liegenden Chancen ergreifen. Für den Automobilbereich heißt dies, die Innovationskraft der ESG auf Basis exzellenter Entwicklungs- und Integrationsleistungen insbesondere in den Bereichen Elektronik und Software konsequent zu stärken und auszubauen, um stetig neue Funktionalitäten und Services beispielsweise im Umfeld Elektromobilität, Fahrerassistenz, Infotainment und Sicherheit anbieten zu können. Für die ESG als den verlässlichen Partner der Bundeswehr bedeutet dies, dass wir in unseren Anstrengungen zur Steigerung der Effizienz und Effektivität im Grundbetrieb wie im Einsatz nicht nachlassen. Wir werden mit unseren innovativen Lösungen auf Basis erprobter und neuer Technologien auch weiterhin zur schnellen und kostengünstigen Schließung von Fähigkeitslücken beitragen und den Reformprozess der Bundeswehr mit unserem Know-how aktiv unterstützen. Festzuhalten ist, dass Elektronik und Software die wesentlichen Treiber für Innovationen in beinahe allen Lebensbereichen sind und dass die damit verbundenen Fähigkeiten innerhalb der deutschen Industrie gestärkt, weiterentwickelt, aber auch geschützt werden müssen. Letztlich geht es dabei nicht nur um die Sicherung von Hochtechnologie-Arbeitsplätzen, sondern auch um die Sicherheit der Produkte und Lösungen. Neue Produkte, die ohne Berücksichtigung aller Safety- und Security-Aspekte auf den Markt gebracht werden, sind nicht zu akzeptieren. Sicherheit entwickelter Systeme und Mehrwert für den Kunden können nur durch umfassendes Prozess- und Methoden-Know-how gewährleistet werden. Alle technologischen Möglichkeiten auch im Rahmen von Standardisierung, Simulation, Vernetzung sowie der entsprechenden Nutzung von leistungsfähigen Schnittstellen müssen aktiviert werden, um Kosteneffizienz bei gleichzeitiger Erweiterung von Funktionalitäten erzielen zu können. Im Mittelpunkt muss dabei jedoch immer der Nutzer stehen, sei es eine Kollegin oder ein Kollege im eigenen Haus, der Soldat eines Joint Fire Support Teams, der UAV-Operateur oder der Fahrer eines (Elektro-) Fahrzeugs. Ich lade Sie herzlich ein, unser vielfältiges Leistungsspektrum bezüglich dieser und vieler weiterer Themen immer wieder neu zu entdecken und wünsche Ihnen bei der Lektüre viel Vergnügen. Ihr INHALTSVERZEICHNIS IMPRESSUM Herausgeber Verantwortlich für den Inhalt Mitarbeiter dieser Ausgabe Gestaltung NetOpFü in der Praxis Sense & Avoid-Assistenz Integration unbemannter Luftfahrtsysteme in den allgemeinen Luftraum 10 Jahre LIVAS Übersetzungen erfolgreich durchgeführt Integrated Safety! Funktionale Sicherheit als integraler Bestandteil des Systems Engineering SimPLEE-Simulationsplattform zur EE- Funktionsentwicklung ServiceXpert erweitert den Marktfokus Die ESG-Tochter bietet ihr spezialisiertes Leistungsportfolio künftig auch Automotive- Kunden und Zulieferern an. Business Portal der ESG schnell-einfach-effizient Simulation und Training auf der ITEC 2011 in Köln Effizientes Unterstützungsmanagement für Einsätze der Bundeswehr Kurzmeldungen English Summary ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH Livry-Gargan-Straße 6, Fürstenfeldbruck Tel , Ulrich-Joachim Müller (UJM), Unternehmenskommunikation Ralf Bödecker (RB), Dr. Emanuel Brämer (EB), Dr. Hieronymus Fischer (HF), Olaf Laqua (OL), Elisabeth Enöckl (EE), Christian Niklaus (CN), Dieter Prochaska (DP), Hans-Jürgen Thönnißen (HJT) ESG Design & Medien Gerhard Schempp, im April 2011 Druck Auflage Fotos Seismografics JK GmbH, Unterschleißheim 2500 Alle Abbildungen ESG, wenn nicht anders angegeben.

3 NetOpFü in der Praxis In der Konzeption der Bundeswehr ist die Fähigkeit zur vernetzten Operationsführung (NetOpFü) gefordert. Ziel ist die Steigerung der Effizienz, um so einen Gefechtsvorteil durch die Vernetzung von Aufklärungs-, Führungsund Wirkmitteln zu erreichen. Für den NetOpFü-Bereich der Streitkräftegemeinsamen Taktischen Feuerunterstützung (STF) wird im Folgenden gezeigt, wie diese Forderungen durch das Führungs- und Waffeneinsatzsystem (FüWES) Artillerie-, Daten-, Lage-, Einsatzrechnerverbund (AD- LER) sichergestellt werden. STF-Organisation Um die streitkräftegemeinsame taktische Feuerunterstützung zu ermöglichen, wurde eine umfangreiche Organisation für Einsätze der Bundeswehr aufgebaut. So findet sich bereits auf der Ebene der Kampftruppenkompanie bzw. zugs das Joint Fire Support Team (JFST), auf der Ebene des Kampftruppenbataillons das Joint Fire Support Coordination Team (JFSCT) und auf der Ebene der Brigade sowie der Division die Joint Fire Support Coordination Group (JFSCG). Das JFST ersetzt den früheren Artilleriebeobachter (AB) und den vorgeschobenen Beobachter Mörser (VB Mrs) sowie den Forward Air Controller (FAC). Das JFSCT und die JFSCG in den jeweiligen Gefechtsständen der Kampftruppe gehen aus den früheren Zellen Artillerie hervor. Auf der Ebene der JFSCG werden erstmals alle Teilstreitkräfte zusammengeführt und stehen somit dieser Ebene für Bekämpfungsaufträge im Rahmen der vorhergehenden Zuweisung von Wirkmitteln zur Verfügung. Abhängig von der durchgeführten Operation ist es möglich, die JFSCG bereits auf einer niedrigeren Ebene lageangepasst verfügbar zu machen. ADLER deckt alle Anforderungen an ein FüWES für STF zur effektiven und effizienten Umsetzung aller notwendigen Prozesse umfassend ab und kommt deshalb in den oben genannten Entscheidungsebenen zum Einsatz. ADLER und STF ADLER ist auf den Ebenen JFST, JFSCT und JFSCG das Führungsmittel zur Koordinierung der Bekämpfung von gemeldeten Zielen sowie der Zuweisung von allen im Bereich STF zur Verfügung stehenden Wirkmittel. Wirkmittel bezieht sich hierbei nicht nur auf die Wirkmittel der Artillerie und Mörser, sondern auch auf die der STF- Organisation zugewiesenen Wirkmittel anderer Teilstreitkräfte. Durch die Ausstattung der JFST, JFSCT und JFSCG sowie aller Sensoren (UAV, Radar, Schall, Optik) der Artillerie mit ADLER ist die schnelle und sichere Informationsübertragung zwischen allen Teilsystemen und über alle relevanten Entscheidungsebenen sowie die rasche und rationale Bekämpfungsentscheidung, -durchführung und -überwachung jederzeit gewährleistet. Schnittstellentrupp TDL JFS Allerdings besteht durch die Verschiebung der Realisierung des Schnittstellentrupps TDL JFS immer noch eine technische Lücke bei der Datenanbindung zwischen der JFSCG

4 4 & 5 SPEKTRUM I/11 AFATDS ATLAS FC BISA SIR TAIKS Marine FüWES International HF-Marine ASCA-AVO LePzMrs MARS/EFCS PzH 2000 Radiosonde GPS STF-Organisation und den Wirk- und Aufklärungsmitteln von Luftwaffe und Marine. Der geplante, technisch anspruchsvolle Schnittstellentrupp (SStTrp) mit seinen vielfältigen Kommunikationsmitteln (Link 16, VMF, HF, SatCom, VHF usw.) sowie den notwendigen Kryptogeräten in Verbindung mit ADLER, würde diese Lücke schließen und auch hier eine schnelle und sichere Informationsübertragung ermöglichen. Einsatz in Afghanistan Link 16 SstTrp TDL JFS JFSCG ADLER DVA STF Die Koordinierungselemente der STF-Organisation auf allen Führungsebenen, unterstützt durch ADLER II, befinden sich seit Mai 2010 in Afghanistan im Einsatz. Das STF-Konzept mit seinen Strukturen und Abläufen hat sich als praktikabel erwiesen und bewährt sich im Einsatz. Die effektive, witterungsunabhängige Feuerunterstützung ist ein echter Fähigkeitsgewinn. ADLER hat sich dabei im scharfen Schuss mit der Panzerhaubitze 2000 sowie in Verbindung mit den Unmanned Aerial Vehicles (UAV) Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärung (LUNA), dem Kleinfluggerät Zielortung (KZO), dem Joint Fire Support Team (JFST) FENNEK und der Wetter-Gruppe bewährt. Spätestens ab Mitte des Jahres soll in Afghanistan auch die interna- VMF HF-Heer/TacSat JFSCT BÜR AOR COBRA SMA LUNA KZO FüInfoSys Heer Heer Luftwaffe JFST tionale Schnittstelle von ADLER (ASCA) zum FüWES AFATDS der USA genutzt werden, die eine direkte und schnelle Zusammenarbeit im Bereich der Feuerunterstützung und Aufklärung erlaubt. Produktverbesserung ADLER Parallel zur aktuellen Ausstattung im Einsatz wird intensiv an der Weiterentwicklung von ADLER gearbeitet. Geplantes Ziel der Produktverbesserung (PV) ADLER ist es, ab 2013 ein im gesamten Bereich STF einheitliches FüWES zu erreichen. ADLER soll dabei sowohl den Informationsaustausch mit dem übergeordneten Führungsinformationssystem des Heeres (FüInfoSys Heer) wie auch, über standardisierte Schnittstellen, mit den Aufklärungssystemem und Waffensystemen sicherstellen. Aus Haushaltsgründen wurde die PV ADLER, beginnend ab 2009 auf 3 aufeinander aufbauende Stufen aufgeteilt. ADLER-Modul im FüInfoSys Heer Bereits das in 2009 mit der 1. Stufe der PV ADLER realisierte ADLER- Modul verbessert den Verbund Führungs-Aufklärung-Wirkung nochmals entscheidend. Das ADLER-Modul ermöglicht einen unmittelbaren Informationstransfer zwischen dem FüInfoSys Heer und ADLER und versetzt jeden FüInfoSys-Heer-Teilnehmer in die Lage, Feuer auf ein von ihm erkanntes Ziel über ADLER bei der STF- Organisation anzufordern und auch zu lenken. Darüber hinaus kann jeder FüInfo- Sys Heer-Teilnehmer zu einem Sensor für STF werden und ist in diesem Verbund verfügbar. Durch den Fähigkeitsgewinn der FüInfoSys Heer-Nutzer, die durch das ADLER-Modul erstmalig über einen echtzeitfähigen Sensor-toshooter-Link verfügen, wird auch die Wirksamkeit im Einsatz erheblich verbessert. Das ADLER-Modul bindet sich in die Benutzungsoberfläche des FüInfoSys Heer ein und stellt dem Nutzer eine übersichtliche, einfach zu erlernende Bedienerschnittstelle zur Verfügung. Aus den positiven Erfahrungen der operationellen Erprobung im Frühjahr 2010 durch den Stab Feldversuch und das Softwarepflege- und Änderungszentrum der Artillerieschule resultierte die Forderung, Fahrzeuge im Einsatz zusätzlich mit dem ADLER- Modul auszurüsten und damit dem DEU-Einsatzkontingent ISAF, das mit dem FüInfoSys Heer ausgestattet ist, diese neue Fähigkeit schnellstmöglich bereitzustellen. ADLER DVA STF Aufbauend auf der ersten Stufe der Produktverbesserung wird das ADLER-Modul in den Stufen 2 und 3 so weiterentwickelt, dass bis 2013 sowohl das derzeitige Einsatzsystem AD- LER II als auch das FüWES der Mörser der Infanterie DVA abgelöst werden können. Das mit der PV ADLER weiterentwickelte FüWES wird mit ADLER DVA STF bezeichnet und allein durch unterschiedliche Installation und Konfiguration durch den Nutzer für alle STF-Anteile einsetzbar sein. Das heißt, die gleiche Software deckt die unterschiedlichsten Anforderungen in unterschiedlichen Fahrzeugen, Kabinen und im abgesessenen Einsatz ab. ADLER DVA STF kann sowohl gemeinsam mit dem FüInfoSys Heer als auch eigenständig eingesetzt werden. Mit ADLER DVA STF ist sowohl die uneingeschränkte Interoperabilität mit dem FüInfoSys Heer, und damit der Informationsübergang innerhalb der STF- Gefechtsstände, als auch die in den unterschiedlichen STF-Anteilen benötigte FüWES-Funktionalität sichergestellt. Dabei ging man bei der Umsetzung der Bedienabläufe neue Wege, die genauso eine sichere und schnelle Bedienung in geräumigeren, feststehenden Gefechtsständen wie in engeren, bewegten Fahrzeugen oder im mobilen, handgehaltenen Einsatz erlaubt. Das Grundkonzept orientiert sich an den ausschließlich über berührungsempfindliche (Touch-) Bildschirme bedienbare Tablet-PCs, kann aber alternativ auch mit Tastatur und Maus bedient werden. Dieses Bedienkonzept wurde konsequent für alle Funktionen, also z. B. auch für Kartenund Lagedarstellung umgesetzt. Die Waffensysteme Rohr, Rakete und Mörser lassen sich mit ADLER DVA STF von einer Feuerleitstelle aus führen, wenn notwendig sogar gleichzeitig. Zusammenfassung Durch die auf Industrieseite einmalige Kompetenz im Bereich des indirekten Feuers war die ESG von Anbeginn der Partner des IT-Amtes der Bundeswehr auf dem Weg der erfolgreichen Umsetzung der Anforderungen der streitkräftegemeinsamen taktischen Feuerunterstützung. Durch die oben genannten Maßnahmen gewinnt die Bundeswehr einen erheblichen Teil der geforderten NetOpFü-Fähigkeiten. Durch den mit der PV ADLER möglich gewordenen Datenaustausch zwischen FüInfoSys Heer und ADLER entsteht bei beiden Systemen ein erheblicher Mehrwert, der sich insbesondere durch zwei der wichtigsten Ziele von NetOpFü, die Schaffung eines gemeinsamen, rollenbasierten Einsatzlagebilds sowie die Etablierung eines Sensor-to-Shooter-Links, bemerkbar machen wird. DP

5 Sense & Avoid-Assistenz Integration unbemannter Luftfahrtsysteme in den allgemeinen Luftraum Unbemannte Luftfahrtsysteme (Unmanned Aerial Systems, UAS) wurden in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und sind heute besonders im militärischen Einsatz unverzichtbar. Die bestehenden Systeme werden dabei sowohl für Aufgaben wie Aufklärung und Überwachung als auch für die Bekämpfung taktischer Ziele zum Schutz von Hochwertmaterial eingesetzt. Auch die deutsche Luftwaffe steht vor der Einführung eines neuen unbemannten Aufklärungssystems (Euro Hawk), welches für die weitreichende signalerfassende Aufklärung vorgesehen ist. Kleinere Systeme, wie die Luftgestützte Unbemannte Nahaufklärungs-Ausstattung (LUNA), werden vor allem für die taktische Aufklärung mit bildgebenden Sensoren eingesetzt. Neben den militärischen Anwendungen zeichnet sich ein deutliches Potenzial für eine zivile Nutzung der UAS-Technologie ab. Dies betrifft sowohl Anwendungen im behördlichen Umfeld wie: Grenzüberwachung Unterstützung polizeilicher Aufgaben Überwachung von Infrastruktur Umweltüberwachung als auch die rein zivile Nutzung durch Industrie und Organisationen: Luftbilderstellung Befliegung von Industrieanlagen Anwendungen in der Land- und Forstwirtschaft Kommunikationsrelais Atmosphärenforschung Ein wirtschaftlicher Einsatz solcher Systeme scheitert derzeit vor allem daran, dass UAS aufgrund gesetzlicher Vorgaben nur in speziell ausgewiesenen Gebieten und Lufträumen betrieben werden dürfen. Die aktuelle Zielsetzung ist es daher, unbemannten Luftfahrzeugen den routinemäßigen, gleichberechtigten Zugang zum allgemeinen Luftraum zu ermöglichen. Die Schaffung eines Marktes für UAS sowie zugehörige Technologien und Dienstleistungen, welche auch für ESG von strategischem Interesse ist, hängt entscheidend von der Integration dieser Systeme in den allgemeinen Luftraum ab. National und international gibt es hierzu Vorhaben, die die Möglichkeiten einer schrittweisen Einführung von UAS in den allgemeinen Luftraum untersuchen. In der sehr sicherheitssensitiven Domäne der Luftfahrt gilt es hierzu die folgenden Fragestellungen und Probleme zu lösen: Nachweis der Lufttüchtigkeit und Zulassung der Systeme Nachweis der Fähigkeit zur Kollisionsvermeidung gegenüber anderen Luftraumnutzern (Sense & Avoid) Definition akzeptabler Betriebskonzepte und Verfahren Bereitstellung der erforderlichen Frequenzspektren Ausbildung und Lizenzierung von Personal Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen Die ESG leistet bereits seit Jahren Beiträge zu vielen dieser Fragestellungen. Als größte Herausforderung und gleichzeitig wesentlicher Hinderungsgrund für den Zugang zum allgemeinen Luftraum gilt derzeit die fehlende Fähigkeit, Kollisionen mit anderen Luftfahrzeugen zu vermeiden. In der bemannten Luftfahrt verlässt man sich in letzter Instanz noch immer auf die Fähigkeit des Piloten, andere Flugzeuge zu sehen und Kollisionen zu vermeiden. In Anlehnung an dieses See & Avoid-Prinzip wird für UAS eine Sense & Avoid-Fähigkeit gefordert. Nachdem bereits 2006 mit Beteiligung der ESG Flugversuche zur Demons tration eines Sense & Avoid-Systems erfolgreich abgeschlossen wurden, hat die ESG zahlreiche weitere innovative Beiträge zur Lösung des Problems geleistet.

6 6 & 7 SPEKTRUM I/11 Sense & Avoid-Assistenz- Funktion (SAAFu) Ergänzend zu einem Ansatz der Deutschen Flugsicherung (DFS), die bestehenden Radaranlagen als Sensor zur Realisierung der Sense & Avoid-Fähigkeit zu nutzen, hat die ESG mit der Sense & Avoid-Assistenz-Funktion (SAAFu) ein System geschaffen, welches die Daten in optimaler Form aufbereitet und dem UAS-Operateur darstellt. Über die innovative Darstellung ermöglicht SAAFu dem UAS- Operateur, auftretende Kollisionsrisiken frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Flugmanöver zu lösen. Darüber hinaus ist SAAFu das einzig bekannte System, das es dem Operateur am Boden a priori erlaubt, Flugmanöver zu vermeiden, die zu einer Kollision führen würden. Hierzu beinhaltet das System vier Basiskomponenten: 1. ein Sensorinterface, über welches die Radardaten aus dem Netzwerk der Flugsicherung (RADNET) empfangen und aufbereitet werden, 2. ein Trackingmodul, welches Hypothesen über deren erwartete Flugbahnen berechnet, 3. ein Konflikterkennungsmodul, welches die vorhergesagten Flugbahnen mit möglichen eigenen Verhaltensmustern abgleicht, um mögliche Separationskonflikte zu identifizieren, 4. ein Anzeigemodul, welches die erfasste Luftverkehrslage zusammen mit Informationen über mögliche Konflikte anzeigt. Die Anzeige des SAAFu-Systems besteht aus einem Display zur Anzeige der horizontalen Verkehrssituation. Das eigene Luftfahrzeug ist dabei in der Mitte angeordnet. Auf der Kompassrose werden durch rote Bögen alle Kurse markiert, die zu einer Separationsunterschreitung führen würden, wenn der Pilot seinen Kurs entsprechend ändert. Die in die Konflikte verwickelten Luftfahrzeuge werden farblich gekennzeichnet. Zusätzlich erhält der Pilot Informationen zur erwarteten Konfliktgeometrie sowie der verfügbaren Reaktionszeit. Die Aufgabe des Piloten besteht somit darin, jeweils nur solche Kurse zu fliegen, die als nicht konfliktbehaftet angezeigt werden. Flugversuchskampagne SAAFu Eine erste Erprobung des Systems erfolgte in einer Flugversuchskampagne im Zeitraum vom 19. bis 30. April 2010 auf dem sonst für Schießübungen genutzten Gelände der Bundeswehr in Todendorf. Die hier vorhandenen reservierten Lufträume erlauben den Flugbetrieb mit unbemannten Fluggeräten. Die Flugversuche wurden im Auftrag der Bundespolizei zusammen mit der Deutschen Flugsicherung durchgeführt. Die Bundeswehr unterstützte das Vorhaben durch Bereitstellung des Geländes mit seiner Infrastruktur und die Bundespolizei durch Beistellung von Hubschraubern, die als Intruder Verkehrskonflikte erzeugen sollten. Als UAS wurden die Systeme LUNA und NEO S-300 eingesetzt. Sense & Avoid-Assistenz-Funktion (SAAFu) Unter Gewährleistung der Sicherheit durch eine vertikale Staffelung zwischen Hubschrauber und UAV wurden ca. 70 Annäherungsszenarien geflogen.die Zielsetzung und Aufgabe der UAS-Bediener bestand darin, unter Nutzung der Verkehrslageanzeige und der Assistenzfunktion des ESG-Systems, eine Mindestseparation von einer halben Nautischen Meile (ca. 900 Meter) zum übrigen Verkehr einzuhalten. Der Unbemannte Missionsausrüstungsträger (UMAT) der ESG Die erwarteten Annäherungen lagen dabei teilweise über, aber vorwiegend unter der geforderten Mindestseparation. So konnte untersucht werden, ob die UAS-Bediener in der Lage sind, Konfliktsituationen richtig zu erkennen und geeignete Manöver zu fliegen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Zur Auswertung wurden die Flugbahnen der beteiligten Luftfahrzeuge aufgezeichnet und das Verhalten der UAS-Bediener protokolliert. Bei allen Szenarien konnte gezeigt werden, dass die geforderte Mindestseparation eingehalten werden konnte. Hierunter fielen sowohl Szenarien, die kein Ausweichmanöver erforderten, als auch solche, bei denen ein Eingreifen des Bedieners erforderlich war. Durch die Unterstützungsfunktion des SAAFu-Systems konnten Konflikte so frühzeitig erkannt werden, dass Ausweichmanöver bereits eine Minute vor der erwarteten nächsten Annäherung initiiert werden konnten. Es konnte somit erfolgreich demonstriert werden, dass die ESG mit ihrem SAAFu-System einen Baustein zur Lösung der Sense & Avoid-Problematik liefert und damit unseren Kunden einen Schritt näher an sein Ziel bringt, UAS operationell einzusetzen. SAAFu für Euro Hawk Bereits durch die ersten Funktionsprototypen wurde unser militärischer Kunde auf diese innovative ESG-Lösung aufmerksam. Das Luftwaffenführungskommando erkannte, dass mit dem vorgestellten Konzept Problemstellungen bei der Einführung der unbemannten Plattform Euro Hawk gelöst werden können. Auf Basis der F&T-Arbeiten wurde ein funktionaler Prototyp entwickelt, der derzeit in die Bodenstation des Euro Hawk integriert wird. Ausblick Die Entwicklung des SAAFu-Systems ist noch nicht abgeschlossen - weitere Schritte, die uns näher zum Produkt bringen, sind aktuelle Arbeiten der Geschäftseinheit Technologie im Geschäftsbereich Luftfahrzeuge, die eine eigenständige Luftlageerfassung unabhängig von den Radarsystemen der Flugsicherung zum Ziel haben. EB

7 10 Jahre LIVAS Übersetzungen erfolgreich durchgeführt Vor 10 Jahren entwickelte die ESG für die Volkswagen AG ein Redaktionssystem, das konzernweit den Marken VW PKW, Audi, SEAT, Skoda und VW Nutzfahrzeuge zur Workflow-gesteuerten redaktionellen Erstellung, Übersetzung, Verwaltung und Publikation von Fahrzeugliteratur dient. Dazu zählen u.a. Bedienungsanleitungen, Service-Hefte, Entertainment- und Navigationsanleitungen sowie Werkstattliteratur. LIVAS steht für Literatur-, Informations-, Verarbeitungs- und Abwicklungs-System. Auch die Steuerung der Übersetzung dieser Literatur in derzeit 35 Sprachen wird von dem durch die ESG kontinuierlich weiterentwickelten System durchgeführt. Am 26. Januar meldete die Administration des Systems bei Volkswagen PKW, dass die Übersetzung mittels LIVAS3 erfolgreich realisiert wurde. Mit LIVAS3 werden die Informationsmittel strukturiert auf Basis von XML (bis 2010 in SGML) erstellt. So ist eine vollautomatische Konvertierung auf unterschiedlichste Formate der Publikation (PDF, HTML, RTF etc.) möglich. Neben dem eigenentwickelten Anteil setzt LIVAS3 auf einer Reihe von Standardprodukten auf. Diese werden an die spezifischen Anforderungen des Volkswagenkonzerns angepasst und zu einem inte grierten System zusammengefügt. LIVAS3 Komplexe Prozesse Die Erstellung eines Informationsmittels wird durch den Start des Herstellungsauftrags initiiert. Danach wird der Herstellungsauftrag um sprachund publikationsrelevante Angaben ergänzt. Nach Bestätigung der Terminverfolgung erfolgt die Generierung der quellsprachlichen Instanz, die mit den nötigen Daten aus dem Herstellungsauftrag befüllt wird. Danach beginnt ein Autor der internen Autorengruppe bzw. eines externen Dienstleisters mit der Erstellung des Informationsmittels in der Quellsprache. Nach der Fertigstellung der redaktionellen Bearbeitung des Dokumentes wird es durch den Autor freigegeben. Das vorliegende quellsprachige Informationsmittel bildet die Basis für die Übersetzungen in die Zielsprachen. Alle nötigen Informationen (Zielsprachen, Übersetzungsdienstleister etc.) werden dem Herstellungsauftrag und dem Übersetzungsauftrag entnommen. Interne Übersetzungen werden direkt an die zuständigen Übersetzer weitergeleitet. Für externe Übersetzungen muss der Sprachenkoordinator einen Übersetzungsauftrag ausfüllen, der einen Teil seiner Daten direkt aus dem Herstellungsauftrag bezieht. Anschließend werden alle nötigen Daten, wie Vor über setzungen für externe Dienstleister, bereitgestellt und nach Lieferung der Übersetzung in Empfang genommen. Nach der Freigabe der Informationsmittel der Quell- bzw. Zielsprache erfolgt die Bereitstellung für die Publikation. Die Anleitungen werden anschließend gedruckt und als Bordbuch dem produzierten Fahrzeug beigelegt. Die Werkstattanleitungen werden dem zentralen elektronischen Informations- system für Werkstattinformationen von Volkswagen weltweit zur Verfügung gestellt. Da neben der redaktionellen Inhalte zahlreiche Bilder, Grafiken oder Videos in die Informationsmittel einfließen, wurde ein Subsystem zu LIVAS entwickelt, das die Erstellung und Verwaltung multimedialer Objekte ermöglicht: MOVE, Multimediale Objektverwaltung. MOVE wird mit ihrer offenen Schnittstelle auch von anderen Redaktionssystemen genutzt. LIVAS3 Komplexe Software- Tools Die wesentlichen Herausforderungen dieses Projekts liegen in dessen Komplexität begründet. In LIVAS musste eine Vielzahl unterschiedlicher Client-Werkzeuge zur Erstellung und Bearbeitung der Dokumente, Bilder und Filme sowie für die Übersetzung und Publikation integriert werden (vgl. Abbildung). Um dies entsprechend den Kundenbedürfnissen zu realisieren, nutzen die Experten der ESG leistungsfähige Technologien, wie Enterprise Server-Technologien JEE mit IBM Websphere Application Server oder EMC Documentum Content Server. Neben Beherrschung der Komplexität galt es auch, die Erstellung von auf die Fahrzeugausstattung abgestimmte individuelle Anleitungen systemtechnisch zu ermöglichen. LIVAS3 Ausblick und Fazit Mit der Lieferung des ebenfalls von der ESG in Wolfsburg entwickelten zentralen Übersetzungsportals GO- CAT (vgl. Spektrum 1/10) werden die Erfahrungen, die aus dem Einsatz der Übersetzungssteuerung von LIVAS3 gesammelt wurden, anderen Redaktionssystemen mit erweiterter Funktionalität zur Verfügung gestellt. Auch in Zukunft wird das System an die Erfordernisse eines weltweit führenden Automobilherstellers angepasst und weiterentwickelt: Dies betrifft u.a. Anpassungen von Sicherheitsanforderungen bezüglich des Zugriffs auf zu bearbeitende Dokumente, die sich während des Produktlebenszyklus verändern. Aber auch die Realisierung von Anforderungen aufgrund der weltweiten Publikation marktabhängiger rechtsrelevanter Texte ist bereits als Erweiterung geplant. Sowohl im Bereich Auftragsverwaltung und Erstellung als auch im Bereich Übersetzungsprozess auf Basis eines Workflow-gesteuerten Dokumentenmanagement-Systems mit systemgesteuerten Arbeitsabläufen stellt LIVAS3 ein einzigartiges System bei den OEMs dar und trägt durch die Verwendung einer zentralen Datenbank für Übersetzungstexte nachhaltig zur Kostenreduktion im Übersetzungsbereich bei. Das Redaktionssystem LIVAS3 hat sich in den letzten 10 Jahren produktiv bewährt. Es wurde im Rahmen von Pflegereleases durch die ESG wiederholt an veränderte Rahmenbedingungen angepasst und weiterentwickelt. Beispiele hierfür sind der Austausch von Werkzeugen und Umstellung des Datenformats inklusive Datenmigration. Es wurden immer mehr Anwender und Konzerngesellschaften angeschlossen. Die ESG ist für uns der anerkannte und verlässliche Partner bei der Entwicklung und des Betriebes von LIVAS3, so der zuständige Projektleiter bei Volkswagen, Thomas Kaufmann. CN

8 8 & 9 SPEKTRUM I/11 Integrated Safety! Funktionale Sicherheit als integraler Bestandteil des Systems Engineering Maßgebliche Norm für den Automobilbereich: ISO Bedeutung der funktionalen Sicherheit Kaum ein Lebensbereich ist nicht durch Elektroniksysteme und Software wesentlich mitbestimmt. Ohne entsprechende Lösungen sind weder Energietechnik, Medizin-, Automobil-, Verkehrs-, Luft- und Raumfahrttechnik, Informations- und Kommunikationstechnik noch Sicherheits- und Verteidigungstechnik denkbar. Immer im Mittelpunkt ist das Streben, Lösungen zu entwickeln, die Prozesse vereinfachen und optimieren, die Leistung und den Komfort verbessern und die Sicherheit erhöhen. Die damit verbundenen Funktionalitäten sind immer stärker Software-bestimmt. Gleichzeitig nimmt die Anzahl und Komplexität moderner technischer Systeme mit großer Geschwindigkeit und damit auch die Vielfalt und die Zahl der Fehlermöglichkeiten stetig zu. Kennzeichnend für die genannten Bereiche ist jedoch, dass eine fehlerhafte Funktionalität nicht nur lediglich dazu führt, dass das System nicht (optimal) funktioniert, sondern dass diese fehlerhafte Funktionalität gravierende Auswirkungen für das Leben, die Gesundheit und die Sicherheit von Menschen haben kann. Daher kommt dem Thema Funktionale Sicherheit im Rahmen des Systems Engineering, also dem ingenieurmäßigen Entwerfen, Herstellen und Implementieren von komplexen technischen Produkten und Lösungen sowie der ingenieurwissenschaftlichen Disziplin, die sich mit Methoden und Verfahren zur Lösung der damit verbundenen Problemstellungen befasst, eine zentrale Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund wird heute von technischen Systemen verlangt, dass sie nach dem jeweils aktuellen Stand der Technik entwickelt werden. Grundsätzlich muss geprüft werden, ob es sich bei dem zu erstellenden System um ein sicherheitskritisches handelt. In diesem Fall sind bei der Entwicklung des Systems die entsprechenden nationalen beziehungsweise internationalen Safety-Normen anzuwenden. Safety-Normen Einschlägig für den Bereich Luftfahrt hinsichtlich des Aspekts System/ Software-Safety ist beispielsweise die DO 178 B. Für andere Bereiche wurde die Norm IEC/EN geschaffen, die gleichsam als Meta-Norm fungiert und von der es mehrere anwendungsspezifische Varianten gibt. Die IEC ist eine internationale Norm, die auf alle sicherheitsbezogenen Systeme, die elektrische, elektronische oder programmierbar elektronische Komponenten enthalten und deren Ausfall ein maßgebliches Risiko für Mensch oder Umwelt bedeutet, herangezogen werden kann. Eine Variante der IEC ist die Norm ISO 26262, die sich als spezifische Ableitung der IEC für den Bereich Automotive versteht. Obwohl diese Norm voraussichtlich erst Mitte 2011 veröffentlicht wird, muss sie bereits heute für die Entwicklung von aktuellen Steuergeräten herangezogen werden. Für zivile und militärische Anwendungen, mit Ausnahme des Bereiches Luftfahrt, kommt hingegen direkt die IEC zur Anwendung; sofern es keine spezifische Variante der IEC für die jeweilige Domäne gibt. Safety Integrity Level (SIL) Die jeweiligen Normen stellen Anforderungen zur Funktionalen Sicherheit auf, die den gesamten Sicherheitslebenszyklus betreffen. Hierdurch wird die Funktionale Sicherheit zum integralen Bestandteil des Systems Engineerings. Anforderungen zur Funktionalen Sicherheit werden entsprechend einer Sicherheitsstufe, dem so genannten Safety lntegrity Level (SlL), skaliert. Beide Normen definieren vier diskrete Safety Integrity Levels (SIL bzw. ASIL). Jeder Level ist das Maß für die notwendige Risikominimierung. Je höher der Safety Integrity Level der sicherheitsbezogenen Systeme ist, um so größer ist die notwendige vorzunehmende Risikominimierung, um das akzeptable Restrisiko zu erreichen. Zur Erreichung eines akzeptablen Restrisikos sind geeignete Vorgaben und Methoden zu berücksichtigen. Aus Verfahrenssicht (Was?, Wann?, Durch Wen?) sind spezielle Produkte zu bestimmten Zeitpunkten durch bestimmte Rollen zu erstellen. Ein Produkt ist hier beispielsweise die Gefährdungs- und Systemsicherheitsanalyse, zu der erste Überlegungen bereits zur Angebotsabgabe vorliegen sollten. Ein weiterer entscheidender Aspekt ist das konkrete Wie? und Womit?, d.h., durch welche Methoden und durch Einsatz welcher Tools erstelle ich die Produkte innerhalb eines Projektes. Methoden und Tools Werden von Beginn an bereits falsche Methoden und Tools angewendet und wird dies erst zu einem späten Zeitpunkt im Projekt oder gar bei der Abnahme festgestellt, so ist das bis dahin erbrachte Projektergebnis ESG Safety-Portfolio Beratung auf den Gebieten Anwendung der IEC in Projekten Anwendung der ISO in Projekten Erstellung von spezifischen Verfahrens- und Arbeitsanweisungen Nachweis der Normabdeckung im Bezug auf spezifische Verfahren und Arbeitsanweisungen Einbringung des Aspekts funktionale Sicherheit in bestehende Verfahren und Arbeitsanweisungen Erstellung von Gefährdungsund Risikoanalysen Erstellung spezifischer Templates für Schlüsselprodukte Methoden- und Tooleinsatz in sicherheitskritischen Projekten Systementwicklung Embedded Test und Verifikation sicherheitskritischer Software Erstellung von Testmethoden und Fehlerbaumanalysen Training Schulungen zur IEC und ISO Safety-Management

9 wertlos und die Entwicklung muss von neuem begonnen werden. Dies führt sowohl zu signifikanten Verzögerungen innerhalb des Projektverlaufs als auch zu erheblichen Mehrkosten. Für die Funktionale Sicherheit ist die lückenlose Nachvollziehbarkeit und Dokumentation von getroffenen Entscheidungen innerhalb des Systems Engineering von zentraler Bedeutung. Eine Anforderung an ein System muss vom Anforderungsmanagement über das konkrete Design, die Implementierung bis hin zu den Tests jederzeit nachvollziehbar sein. Umsetzung der Normen Maßgeblich für die Planung und Durchführung von Projekten innerhalb der ESG ist eine organisationsspezifische Verfahrensanweisung auf Basis des V-Modells XT, die das Was?, Wann? und durch Wen? innerhalb eines Projektes regelt. Der Aspekt des Wie? (Methoden) und des Womit? (Tools) wird in leistungsspezifischen Arbeitsanweisungen geregelt. Die ESG hat im Jahr 2010 alle Anforderungen der Normen IEC und ISO extrahiert, umfassend analysiert und bewertet, um sicherzustellen, dass jede Anforderung in den ESG-spezifischen Verfahren und Arbeitsanweisungen abgebildet wird. Dabei handelt es sich bei der IEC alleine um rund 650 Anforderungen; bei der ISO sind es sogar über Darüber hinaus wurden auch normspezifische Templates für Schlüsselprodukte erstellt, beispielsweise für die Gefährdungs- und Risikoanalyse, die Gesamtsystemspezifikation oder die Prüfspezifikation. Safety als integraler Bestandteil Der Aspekt der Funktionalen Sicherheit als integraler Bestandteil der ESG-Verfahren und -Arbeitsanweisungen zur Planung und Durchführung von Projekten steht auch im Rahmen der ESG-eigenen Web- Applikation ELF TALE (Elektronischer LeitFaden zum TAiLoring ESG) ab dem 2. Quartal 2011 allen Projekten als komfortables Tool zur Verfügung. Das Thema Funktionale Sicherheit wird durch den Zukunftstrend der hochgradigen Vernetzung von Embedded Systemen hin zu Cyber- Physical Systems noch weiter an Bedeutung gewinnen. ESG-Safety Portfolio Die ESG hat in zahlreichen sicherheitskritischen Projekten im militärischen und zivilen Umfeld ihre Expertise bezüglich der Sicherstellung der Einhaltung von Safety-Normen nachgewiesen und arbeitet hierfür eng mit zahlreichen Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen. Auf Basis der einzigartigen Expertise im Bereich Funktionale Sicherheit bietet die ESG umfangreiche, branchenspezifische Leistungen in ihren Portfolioelementen Beratung, Systementwicklung Embedded Systementwicklung IT sowie Training an. HJT SimPLEE Simulationsplattform zur EE-Funktionsentwicklung Der Anteil an Steuergeräten und Software zur Erweiterung von Funktionalitäten im Automobil (Assistenz, Sicherheits- und Infotainment-Systeme) nimmt stetig zu. Um neue Assistenzsysteme zu testen, werden heute tausende von Test-Kilometern gefahren. Der Kosten- und Personalaufwand dafür ist extrem hoch. Zudem sind diese realen Fahrtests im Zusammenwirken der sich gegenseitig beeinflussenden Simulationsebene Sensor Umgebung Hardware Emulationsebene SimPLEE SimPLEE: Integration realer und virtueller Komponenten ohne Schnittstellenbrüche Reale Ebene Software Assistenzfunktion Aktuator und zum Teil auch voneinander abhängenden physikalischen Parameter und technischen Stellgrößen nicht sicher reproduzierbar. Die Entwicklungsprozesse sind in mehrerer Hinsicht unbefriedigend: zu teuer, zu langsam, unvollständige Absicherung, kaum Wiederverwendung. Einen Ausweg hierzu bietet der Ansatz eines integrierten Entwicklungsparadigmas, das es erlaubt, die im Entwicklungsprozess von der Anforderung, der ersten Modellierung, der (ausführbaren) Spezifikation, des Architekturmodells, der Teilimplementierung von Modulen, bis über die gesamte SW- und System- Implementierung sowie der Modulund Systemintegration anfallenden Artefakte in jedem Reifegrad in den Gesamtsystemkontext zu stellen und dort zu verifizieren. Es geht also um die Vereinheitlichung der bisher noch neben- bzw. nacheinander betrachteten Ansätze im Hinblick auf Model-inthe-Loop (MIL), Software-in-the-Loop (SIL) und Hardware-in-the-Loop (HIL). Letztlich steht dies alles im Kontext Simulation. Durch die Verlagerung von maßgeblichen Absicherungsschritten in die Simulation verkürzt sich die Gesamtentwicklungszeit und Entwicklungskosten werden reduziert. Mit SimPLEE, der ESG-Simulationsplattform zur EE-Funktionsentwicklung wurde durch die Schaffung einer einheitlichen Grundstruktur, die eine gewinnbringende Wiederverwendung existierender Artefakte erlaubt und die Einbindung weiterer Abläufe der Funktionsentwicklung (z. B. Implementierung) vorsieht, ein geeigneter Ansatz für spezielle automobile Anforderungen verwirklicht. Dabei sind die Anteile der Simulation und der realen Hardware flexibel austauschbar und können nach der jeweiligen Aufgabenstellung konfiguriert werden (frühe Entwicklungsphase, Implementierung oder Absicherung). Damit ist eine Simulationsplattform entstanden, die an geeigneten Stellen optionale, bidirektionale und leistungsfähige Schnittstellen zur Anbindung realer oder virtueller Komponenten bietet und gleichzeitig flexibel konfigurierbar ist. Dies ermöglicht auch die Wiederverwendung bereits erarbeiteter Artefakte und beschleunigt die Anpassung an neue Aufgaben. Ein Beispielszenario für die Anwendung von SimPLEE ist die Entwicklung und Evaluation von Fahrerassistenzsystemen mittels simulierten Sensordaten und Sensormodellen sowie realer Sensordaten, die durch SimPLEE alle verfügbar sind und zur Bewertung herangezogen werden können. Die Anwendbarkeit ist sowohl für den Automobilbereich als auch für den öffentlichen Transportsektor gegeben; die Applizierung in anderen Industriebereichen ist nicht ausgeschlossen. HF

10 10 & 11 SPEKTRUM I/11 ServiceXpert erweitert den Marktfokus Die ESG-Tochter bietet ihr spezialisiertes Leistungsportfolio künftig auch Automotive-Kunden und Zulieferern an. Die ServiceXpert Gesellschaft für Service-Informationssysteme mbh adressierte als Unternehmen der ESG- Gruppe bisher ihre Kernleistungen an Kunden in den Marktsegmenten Nutzfahrzeuge, Flurförderzeuge, Agrar- und Baumaschinen. Mit einem fokussierten Leistungsspektrum für das Lifecycle-Management von EE-Informationen hat sich das System- und Softwarehaus als kompetenter und zuverlässiger Partner großer Nutzfahrzeughersteller in Europa etabliert. Mit ihrem profunden Know-how und ihrer technologischen Kompetenz zu Prozessen, Technologien, Methoden, Standards und Systemen in der Fahrzeugdiagnose (on- und offboard) unterstützen die Kollegen des Service Xpert Diagnose-Centers DiC nicht nur ihre Automotive- und Nutzfahrzeugkunden, sondern wirken auch innerhalb der ESG-Gruppe als Center of Competence. In den letzten Jahren wurden in der ServiceXpert gezielt aber auch Leistungselemente im Bereich Entwicklung der Fahrzeugelektronik aufgebaut. Zu diesen Elementen gehören speziell neue E/E-Leistungen z.b. für die modellbasierte Funktionsentwicklung (Konzepte, Tools, Umsetzung) und Simulation sowie die Fähigkeit, Testautomatisierungen aufzubauen und betreiben zu können. Automotive-Kunden und Zulieferer, die verstärkt dieses spezialisierte Leistungsangebot nachfragen, werden im Rahmen der Leistungsketten innerhalb der ESG-Gruppe seit 1. Januar 2011 durch die ServiceXpert bedient. Neben den Business Segmenten Nutzfahrzeuge Onroad (LKW und Aufbauten) und Nutzfahrzeuge Nonroad (Flurförderzeuge, Baumaschinen und Agrartechnik), die die bisherigen ServiceXpert Marktsegmente abbilden, wurde daher ein weiteres Business Segment PKW und Zulieferer hinzugefügt. Die Entscheidung, das Geschäft bei Automotive-Kunden, deren gesteigerter Unterstützungsbedarf sich vermehrt auf Testautomatisierung und Diagnose konzentriert, zukünftig bei der ServiceXpert anzusiedeln, haben wir Ende letzten Jahres gemeinsam mit der Geschäftsführung der ESG GmbH getroffen. Dabei liegt unser Fokus auf weiteren Kunden in Deutschland und europäischen Ländern, in denen keine ESG-Landesgesellschaft vertreten ist, sagt Ferdinand Stocker, Geschäftsführer der ServiceXpert in München. Während der Automotive-Bereich der ESG GmbH einen umfassenden Systemansatz bei bestehenden Kunden verfolgt, wird das Team der Service Xpert mit seinem fokussierten Leistungsspektrum gezielt die spezifischen Anforderungen von neuen Automotive- Kunden und Zulieferern bedienen. So werden bestehende Synergien in der ESG-Gruppe optimal genutzt und allen Automotive-Kunden steht damit das volle Leistungsspektrum der ESG-Gruppe zur Verfügung, so Ferdinand Stocker weiter. In zahlreichen Nutzfahrzeug-Projekten hat die ServiceXpert ihr bestehendes Domänen-Know-how eingesetzt und ihre Kompetenz in der EE-System- und Funktionsentwicklung ausgebaut. Zur modellbasierten Softwareentwicklung verfügt das Unternehmen über die notwenige Toollandschaft und das erforderliche Know-how, um für entwickelte Softwarelösungen Tests zu spezifizieren, durchzuführen sowie anschließend die Analyse und Auswertung zu übernehmen. Im Integrations- und Testumfeld hat sich das Team der ServiceXpert dabei auf Testautomatisierung und Simulation fokussiert und betreibt für ihre Kunden Testplattformen. Das neue Business Segment PKW und Zulieferer wird von Herrn Jörg Klauck verantwortet, der bereits seit 1996 für die ESG im Automotive Umfeld tätig ist. Ich freue mich auf die neuen Herausforderungen in der ServiceXpert. Das Unternehmen kann mit seinem Leistungsfokus und seinen marktgerechten Strukturen flexibel und gezielt im Markt agieren. Dies konnten wir bereits in den ersten Monaten unter Beweis stellen. Um gezielt die Kundennähe nutzen zu können, hat das in Hamburg ansässige Unternehmen neben seiner Geschäftsstelle in München einen weiteren Standort eröffnet: Zum 1. Februar hat das Regionalbüro West in Köln seine Arbeit aufgenommen. Hier wird Frau Bettina Böhnlein, die ihrerseits viele Jahre Erfahrung aus dem Automotive-Umfeld mitbringt, verantwortlich tätig sein. Wir konnten bereits neue Kunden für uns gewinnen. Zudem zeichnen sich weitere spannende Projekte ab, sagt Jörg Klauck. Um dem neuen Kundenkreis durch die Markterweiterung optimal gerecht zu werden, plant das Unternehmen die Gründung weiterer Standorte sowie die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter. EE

11 Business Portal der ESG schnell-einfach-effizient Gleichwohl mit diesen unterschiedlichen Funktionalitäten verschiedene SAP-Systeme und SAP-Prozesse verbunden sind, nimmt der Anwender lediglich die Plattform als solche wahr. Effiziente Prozesse, nutzerfreundliche und leistungsfähige Anwendungen sowie zukunftsgerichtete Technologien und Software sind tragende Säulen für unternehmerischen Erfolg. Als eines der führenden Systemund Softwarehäuser ist es der Anspruch der ESG, innovative Lösungen und Technologien nicht nur ihren externen Kunden anzubieten, sondern diese selbstverständlich auch zur Optimierung der hausinternen Prozesse und Aufgaben zu nutzen. Business Portal Mit den innerhalb der ESG im Februar eingeführten neuen Funktionen im Business Portal werden SAP-gestützte Lösungen innerhalb einer weborientierten Oberfläche vereinigt. Hierunter fallen das betriebswirtschaftliche Berichts- und Analysewesen (Business Warehouse), das Projektmanagement, die Abwicklung der Einkaufsprozesse sowie die Zeiterfassung/Zeitverbuchung, das Reisemanagement und die Pflege persönlicher Daten. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ESG stehen wichtige für sie notwendige Funktionalitäten ohne zusätzliche Anmeldung mittels SSO-Technologie (Single Sign On) auf einer Plattform zur Verfügung, die ohne Citrix über das Internet zu erreichen sind. Die Zuteilung aller erforderlichen Funktionen erfolgt dabei nach dem Need-to-know- Prinzip. Aufgrund eines intelligenten Rollenmanagements innerhalb des Systems erhält jeder Anwender maßgeschneidert genau die Informationen und Programmfunktionalitäten, die zur Erfüllung seiner Aufgaben notwendig sind. Anders formuliert: Der Anwender muss sich nicht durch eine Vielzahl von verschiedenen Einzelprogrammen, Funktionen und Informationen durchkämpfen, um seine Tätigkeiten zu erfüllen und wird somit nachhaltig entlastet. Dies spricht insbesondere auch die so genannten Gelegenheitsnutzer an, also die Anwender, die nur wenige betriebswirtschaftliche Aktivitäten im SAP zu erledigen haben. Funktionalität Beispielhaft sei die Entlastung und Optimierung der Prozesse anhand der Abwesenheitserfassung (Urlaub, Gleitzeit etc.) dargestellt: Bisher musste man innerhalb eines Lotus-Notesbasierten Workflows einen Urlaubsantrag an den Genehmigenden stellen. Anschließend war zusätzlich die Eingabe der Daten im SAP erforderlich. Im Business Portal sind beide Prozesse zu einem verknüpft die zusätzliche Eingabe in Lotus Notes entfällt. Ein weiteres Beispiel, das ebenfalls die Vereinfachung von Prozessen und zudem die Nutzerorientierung verdeutlicht, ist die direkte Pflege persönlicher relevanter Daten für das Reisemanagement und künftig auch für das Personalmanagement im Rahmen eines ESS-Szenarios (Employee Self Service). So können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ESG derzeit Präferenzen bei Dienstreisen direkt im System hinterlegen und pflegen (z. B. Sitzplatz im Flugzeug, Vielfliegerkarten, Programmkarten der Reisemittelanbieter). Business Warehouse Auch das Business Warehouse (BW), welches in einem eigenen SAP- System läuft, wurde integriert. Das BW wurde in den letzten eineinhalb Jahren komplett neu gestaltet und mit Hilfe der Portaltechnologie konnten wichtige Unternehmenskennzahlen in Form von Grafiken ( BW-Cockpit ) abgebildet werden. Das neue BW gewährleistet eine wesentlich schnellere Verfügbarkeit von unternehmensrelevanten Zahlen und Daten für Führungskräfte. Durch die nahtlose Integration in das Business Portal merken die Nutzer nicht, dass für die Auswertungen und Analysen im Hintergrund ein anderes SAP-System aufgerufen wird. Realisierung Um dieses herausfordernde Projekt zu realisieren, haben die Mitarbeiter des Fachgebietes Organisation/Interne Verfahren (Zentralbereich Wirtschaft) der ESG mit Unterstützung des Bereiches Allgemeine und Informationstechnische Dienste und den Geschäftsbereichen ein auf das Unternehmen fokussiertes Konzept erarbeitet und umgesetzt. Das Fachgebiet Organisation/Interne Verfahren zeichnet unter anderem für sämtliche SAP-Applikationen, das Dokumentenmanagementsystem und die auf Lotus-Notes-basierten Anwendungen verantwortlich. Bei der Konzeption des Projektes wurde nicht nur Wert auf die Verbesserung der Usibility für die Endanwender bei gleichzeitiger Integration von State-of-the-Art-Technologien gelegt, sondern insbesondere auf dessen Zukunftsfähigkeit geachtet. Dadurch wurden die technischen Voraussetzungen für die Einführung von neuen betriebswirtschaftlichen Funktionen und Prozessen geschaffen. RB

12 12 & 13 SPEKTRUM I/11 Simulation und Training auf der ITEC 2011 in Köln ESG präsentiert bereichsübergreifenden Systemverbund mittels Virtual Reality Suchhubschrauber Own Helicopter MTA Szenario/Außensicht (VBS2) FüInfoSysSK Vernetzung von Simulatoren und operationellen Systemen in einer virtuellen Umgebung C3 In diesem Jahr präsentiert die ESG erstmalig einen bereichsübergreifenden Verbund unterschiedlicher ESG-Systeme, die innerhalb eines gemeinsamen taktischen Szenarios betrieben werden. Orientiert am Schwerpunkt der ITEC 2011, Serious Gaming, wird das taktische Szenario durch das Tool Virtual Battlespace 2 (VBS2), das seinen Ursprung in der Spielewelt hat, bereitgestellt. Innerhalb eines komplexen Szenarios soll ein Personnel-Recovery- Auftrag durch einen mit dem Missionstaktischen Arbeitsplatz der ESG (MTA) ausgestatteten Hubschrauber durchgeführt werden. Der Auftrag wird durch ein Unmanned Aerial System (UAS) unterstützt, das durch die Komponenten des Projektes MUM-T (Manned-Unmanned-Teaming) betrieben wird. Das zusätzlich integrierte Führungsinformationssystem der Streitkräfte (FüInfoSysSK) erzeugt dabei aktuelle Lageinformationen der einzelnen Player. Die Grafik zeigt die beteiligten (simulierten) Systemkomponenten der verschiede- UAS MUM-T MUM-T: Simulated UAS nen Unternehmensbereiche der ESG: Hubschrauber, MTA, UAS, MUM-T, FüInfoSysSK. Für die Besucher der ITEC besteht die Möglichkeit, den Systemverbund in einem gemeinsamen Szenario zu beobachten und dabei die verschiedenen Sichten der Einzelsysteme zu betrachten. Am integrierten Führungssystem wird die taktische Lage mit allen eigenen und aufgeklärten Kräften dargestellt. Eine Außensicht des Hubschraubercockpits wird die Präsentation abrunden. Mit dieser Präsentation zeigt die ESG exemplarisch ihre Leistungsfähigkeit bezüglich der Integration von Einzelsystemen: Unterschiedliche Systemkomponenten, die originär nicht für diesen Zweck entwickelt wurden, werden für neue Projekte gekoppelt. Besonders interessant ist dabei die Verbindung von Simulatoren und operationellen Systemen. Im Bereich Trainingsmittel setzt sich der Trend zu mobilen, immer kompakteren und kostengünstigen Simulationslösungen fort. Mittels Integration bereits existierender Lösungen und Systeme können hier bereits heute zusätzliche Synergien und Fähigkeitszuwächse erzielt werden. Die ESG präsentiert auf der ITEC nicht nur ein prototypisches Konzept, sondern eine voll funktionsfähige Lösung für den Bereich vernetzte Simulation. Durch die Intergation von VBS2 ist erstmalig ein Simulationsverbund in einem aus der Spielewelt stammenden Szenario entstanden. OL Effizientes Unterstützungsmanagement für Einsätze der Bundeswehr Parlamentarischer Abend der ESG in Berlin Gemeinsam mit der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt des Deutschen Bundestages (PG LuR) lud die ESG hochrangige Vertreter der Bundeswehr, befreundeter Streitkräfte, Politik und Behörden sowie der Wirtschaft zu einem Informationsaustausch in die Vertretung des Freistaates Bayern beim Bund ein. Über 250 Gäste nahmen die Gelegenheit wahr, sich über die aktuellen Herausforderungen hinsichtlich des effizienten Unterstützungsmanagements für die Einsätze der Bundeswehr zu informieren. Nach der Begrüßung wurde der Abend durch den Vorsitzenden der PG LuR, MdB Klaus- Peter Willsch eingeleitet. Gemeinsam gedachten die Anwesenden der wenige Tage zuvor gefallenen und verwundeten Soldaten. Die Ereignisse am 18. Februar haben in bedrückender Art und Weise deutlich gemacht, mit welchen Gefahren für Leib und Leben der Einsatz in Afghanistan verbunden ist. Willsch unterstrich anschließend die Notwendigkeit der Reformen mit dem Ziel der bestmöglichen Ausstattung und Unterstützung der Soldatinnen und Soldaten. Anschließend veranschaulichte der Befehlshaber des Streitkräfteunterstützungskommandos (SKUKdo), Generalleutnant Manfred Engelhardt, die Bandbreite der einsatzbezogenen Dienstleistungen des SKUKdos als Force Enabler und Force Provider. Entscheidend für den Erfolg ist ein zielgerichtetes Management der gesicherten Leistungserbringung aller Beteiligten, also auch in Zusammenarbeit im Rahmen zivil-gewerblicher Kooperation, bei durchgängig definierten Prozessen. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der ESG, Gerhard Schempp, stellte das einsatzorientierte Leistungsspektrum der ESG als Waffensystem-querschnittliches, neutrales Systemhaus, FuT-Partner des öag und nationaler Träger der Kernfähigkeiten Missionselektronik/IT und Logistik zur effizienten Unterstützung der Bundeswehr dar. Darüber hinaus unterstrich er vor dem Hintergrund der eingeleiteten Strukturreform die besondere Bedeutung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie mit Systemhäusern und KMU als den Innovationsträgern und -treibern für die Volkswirtschaft. UJM

13 ++ KURZMELDUNGEN ++ ESG stellt ihre Leistungen im Umfeld Windenergie vor. E-Powerstation in Fürstenfeldbruck Am 15. Dezember 2010 nahm die ESG an der Unternehmenszentrale eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge offiziell in Betrieb. Die Ladesäule dient mit ihrem Strom, der ausschließlich aus regenerativer Energie stammt, nicht nur der Vergrößerung des Aktionsradius der Modellregion München für Elektromobilität, sondern insbesondere auch der Weiterentwicklung innovativer Technologien rund um das Thema E-Mobility. Durch die Ladesäule hat die ESG nun die Möglichkeit, ganzheitliche Konzepte für Telematik-, Kommunikations-, Abrechnungs-, Reservierungs- und Betriebslösungen für Ladesäulen zu entwickeln und zu implementieren. Die Ladesäule mit vier Ladepunkten entspricht dem neuesten Stand der Technik und steht auch privaten Nutzern von Elektrofahrzeugen zur Verfügung. Eine Restriktion bezüglich Fahrzeugmodell oder Teilnahme an einem bestimmten Modellversuch wurde absichtlich nicht vorgenommen, um damit unabhängige Erfahrungen beispielsweise bezüglich Nutzverhalten, Handling der Ladesäule sowie Konformität der Fahrzeugmodelle zu ermitteln. Auf der Fachtagung Technik und Innovation des BWE (Bundesverband WindEnergie e.v.) in Fellbach bei Stuttgart stellte die ESG vom 1. bis 2. März ihr branchenspezifisches Portfolio vor. Torben Möller und Oliver Oettel präsentierten dem Fachpublikum die umfangreichen Services der ESG rund um Life Cycle Management, Risiko-, Test- und Konfigurations-Management, Diagnose lösungen, Gefährdungsanalyse mit OSIMA, Technisches Training sowie integrierte Servicelogistik. Während der Tagung nutzten zahlreiche Teilnehmer der Fachtagung die Möglichkeit, sich intensiv am ESG-Stand zu informieren. ASCA-Meeting in der Firmenzentrale Vom 9. bis 16. März trafen sich ca. zwanzig nationale und internationale Vertreter der ASCA Familie zu einem der regelmäßig an wechselnden Orten stattfindenden Arbeitstreffen in Fürstenfeldbruck. Hierbei vertraten die Mitarbeiter des Geschäftsbereichs IT & Kommunikation der ESG, Niels Fugger und Wolfgang Schaller, im Auftrag des IT-Amts der Bundeswehr die Interessen der deutschen Artillerie. ASCA steht für Artillery Systems Cooperation Activities. In diesem Programm wird eine Schnittstelle zwischen den Artillerieführungssystemen der beteiligten Nationen, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Türkei und den USA, entwickelt. Deutschland ist mit dem Artillerieführungssystem ADLER vertreten, das seit 1982 von der ESG entwickelt wird. Die von der ESG im FüWes ADLER realisierte ASCA Schnittstelle ermöglicht die Zusammenarbeit in multinationalen Artillerieverbänden bezüglich der Durchführung gegenseitiger Feuerunterstützung, des Austauschs von Führungs- und Lageinformationen, sowie des Einsatzes von Aufklärungsmitteln. Im Rahmen dieses Treffens konnte die Weiterentwicklung der Schnittstellenspezifikation für die Version 6 zum Abschluss gebracht und somit ein weiterer Fähigkeitszuwachs für die Artillerien der beteiligten Länder realisiert werden. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke Fürstenfeldbruck, Karl Heinz Schönenborn, und dem Oberbürgermeister der Stadt Fürstenfeldbruck, Sepp Kellerer, nahm der Vorsitzende der Geschäftsführung der ESG, Gerhard Schempp, die Ladesäule offiziell in Betrieb. Ausstellung und Vorträge der ESG auf dem 4. Anwenderforum Logistik Log.Net 2011 Die ESG präsentierte auf der Log.Net 2011 vom 22. bis Lösungen für Datenqualitätsmanagement, einsatzorientierte Technisch-Logistische Betreuung sowie Produkte für Interaktive Elektronische Technische Publikation. Im Mittelpunkt der Veranstaltung in der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin standen die Themen Logistische Unterstützung von der Basis bis ins Einsatzland und IT-Unterstützung der Logistik, innovative und zukunftssichere Konzepte und Lösungen. Im Programm der Veranstaltung leisteten zwei Referenten der ESG hierzu wesentliche Beiträge. Am 22. Februar stellte Walter Scharlau ESG-Lösungen für das Ressourcenmanagement bei der Materialerhaltung vor: S1000D mehr als Dokumentation!. Am 23. Februar präsentierte Oliver Oettel, Bereich Technisch-Logistische Unterstützung, ESG-Lösungen für die Technisch-Logistische Betreuung vor: TLB 2.0 Vom Einsatz her denken.

14 14 & 15 SPEKTRUM I/11 ++ KURZMELDUNGEN ++ Langjährige Partnerschaft mit der Fachlehrgruppe Flugsicherheit in der Bundeswehr Seit Mitte der 1980er Jahre besteht die Partnerschaft der ESG mit der Fachlehrgruppe Flugsicherheit der Bundeswehr. Im Rahmen ihrer Ausbildung erhalten die Teilnehmer der Grundlehrgänge für Flugsicherheitsoffiziere und Flugsicherheitsmeister einen Einblick in das vielfältige Aufgabenspektrum und die Expertise der ESG im Bereich Luftfahrt. Vorgestellt werden jeweils aktuelle militärische Projekte aus Forschung und Technologie, Technisch-Logistischer Betreuung sowie Entwicklungen mit Bezug zur Thematik Flugsicherheit. Die Besichtigung des Technologiezentrums ermöglicht gerade auch den teilnehmenden Luftfahrzeugführern, sich über Modernisierungsmaßnahmen im Cockpit-Bereich sowie den Einsatz von Simulationen zu informieren. Der Hörsaalleiter Oberstleutnant Joachim Himrich gemeinsam mit den Lehrgangsteilnehmern in der Unternehmenszentrale der ESG Erster N-CORE-User-Workshop Internationales Publikum zu Gast bei der ESG: N-CORE-User treffen sich zum Informationsaustausch und zur gemeinsamen Weiterentwicklung von N-CORE. Vom 21. bis 22. März veranstaltete die ESG für ihre Kunden der NATO-Kodifizierungslösung N-CORE (NATO Codification System Repository) den ersten N- CORE-User-Workshop in Fürstenfeldbruck. Hiermit wurde neben dem bereits seit 8 Jahren jährlich stattfindenden N-CORE-Info-Meeting, an denen die Leiter der Kodifizierungsbüros teilnehmen, eine weitere Plattform zum Austausch auf Anwenderebene geschaffen. N-CORE ist die ESG-Lösung für die Kodifizierung militärischen Materials für NATO-Kodifizierungsbüros, Streitkräfte befreundeter Staaten sowie den öffentlichen Bereich. Als mehrsprachiges System ermöglicht N-CORE eine dezentrale Pflege eines Datenbestands und unterstützt alle Prozesse nationaler und internationaler Katalogisierungsabläufe. Dabei ist N-CORE die bisher einzige Lösung mit einer zertifizierten Schnittstelle zu SAP R/3. 18 Teilnehmer aus 8 Nationen folgten der Einladung der von Michael Volk und dem N-Core-Team organisierten Veranstaltung, um sich über neue Funktionalitäten zu informieren und sich untereinander über spezifische Erfahrungen und Bedürfnisse auszutauschen. Einer der Höhepunkte des Workshops war die Präsentation des neuen Moduls Projektmanagement, das die bei größeren Kodifizierungsprojekten nötigen Prozessen abbildet und optimiert. Der Workshop lieferte zahlreiche wertvolle Erkenntnisse zur kundenorientierten Weiterentwicklung von N-CORE. ESG vor Ort Auch in diesem Jahr präsentiert die ESG ihr umfassendes Leistungsspektrum auf Messen und Veranstaltungen für unterschiedlichste Branchen in der Nähe ihrer Kunden. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich über die innovativen Lösungen der ESG zu informieren und kommen Sie mit unseren Experten vor Ort ins Gespräch. Weiterführende Informationen finden Sie auch auf unseren Internetseiten unter: veranstaltungen Veranstaltung Datum Ort Aircraft Interiors April 2011 Hamburg SAE World Congress April 2011 Detroit/USA AFCEA Mai 2011 Bonn-Bad Godesberg ITEC Mai 2011 Köln Transport Logistic Mai 2011 München Preventa Mai 2011 Dornbirn/Österreich 15. Internationaler Fachkongress Elektronik Juni 2011 Ludwigsburg Paris Air Show Juni 2011 Paris/Frankreich Betriebssicherheitstage Juni 2011 Hamburg VDI-Kongress Elektronik im Kraftfahrzeug Oktober 2011 Baden-Baden ecartec Oktober 2011 München A+A Arbeitsschutz Aktuell Oktober 2011 Düsseldorf

15 ENGLISH SUMMARY Sense & Avoid Assistance Integration of UAS in the general airspace The commercial use of Unmanned Aerial Systems (UAS) is currently prevented by legal regulations which stipulate that UAS may only be operated in specially designated regions and airspaces. The greatest challenge is the lack of a capability to avoid collisions with other aircraft. Based on the principle of see & avoid, a sense & avoid capability is required for UAS. As a supplement to the German air traffic control s approach of using the existing radar systems as sensors for implementing the Sense & Avoid functionality, ESG has created a system the Sense & Avoid Assistance Function (SAAFu) that converts the data to an ideal format and presents it to the UAS operator. With its innovative display, the SAAFu enables early detection of any collision risks by the UAS operator, who can avoid them with appropriate flight manoeuvres. Moreover, the SAAFu is the only known system specifically designed to allow the operator a priori on the ground to avoid flight manoeuvres that would lead to a collision. The system was tested in a series of flight campaigns. The objective and task of the UAS operators was to maintain a minimum separation of half a nautical mile to the other air traffic, using the air traffic situation display and the assistance function of the ESG system. In all scenarios it was possible to demonstrate that the specified minimum separation was maintained. The support function of the SAAFu system was able to detect conflicts early enough so that evasive manoeuvres could be initiated one minute before the next anticipated approach. Thus it was possible to successfully demonstrate that the ESG s SAAFu system provides a building block for solving the Sense & Avoid problem, thereby bringing our customer a step closer to his goal of making UAS operational. Based on ESGs` R & T work, a functional prototype was developed, which is currently being integrated into the ground control unit of the unmanned system Euro Hawk. NCO in Practice Joint Fire Support To enable joint fire support as an elementary part of network-centric operations (NCO), an extensive organisation has been set up for Bundeswehr missions. As a result, there is the Joint Fire Support Team (JFST) at the combat troop company or platoon level, the Joint Fire Support Coordination Team (JFSCT) at the combat troop battalion level, and the Joint Fire Support Coordination Group (JFSCG) at the brigade and division level. For the first time, all branches of the armed forces are grouped together at the JFSCG level and are therefore available to this level for combat missions in the framework of the prior allocation of weapons. ESG s ADLER fully meets all of the requirements for a command, control & weapon deployment system to enable JFS to effectively and efficiently implement all necessary processes. The coordination elements of the JFS organisation at all command levels, supported by ADLER, have been used in Afghanistan since May The JFS concept, along with its structures and procedures, has proved feasible and successful in real combat missions. The effective, weather-independent fire support is a genuine increase in capacity. ADLER has proven itself under live fire with the armoured howitzer 2000 and in combination with the UAS, the Joint Fire Support Team FENNEK and the meteorological group. Parallel to the currently deployed configuration, intensive work is being done on the further development of ADLER. Due to its unmatched expertise in the area of indirect fire, ESG was from the out-set the natural partner of the Bundeswehr on its way to successfully implementing the requirements of joint fire support. Integrated Safety! For ESG the topic of functional reliability plays an absolutely vital role. There is hardly an area of life that is not codetermined by electronic systems and software. The associated functionalities are determined to an ever greater extent by software and, at the same time, the number and complexity of modern technical systems are growing rapidly. The topic of functional reliability is therefore of key importance in the framework of systems engineering. In regard to the system/software aspect, the standard DO178 B is of relevance to the aviation sector. The IEC/ EN is an international standard which can be applied to all safety-relevant systems that contain electrical, electronic or programmable electronic components (E/E/PES) and whose failure poses a significant risk to people or the environment. One variant is the standard ISO for the automotive sector. Requirements on functional reliability are graded according to a safety level (Safety lntegrity Level, SlL). Both standards define four discrete Safety Integrity Levels. Each level specifies the measure of risk minimisation required. The higher the SIL of the safety-relevant system, the greater the risk minimisation that must be undertaken, in order to achieve the acceptable residual risk. Important to the planning and implementation of projects within ESG is an organisation-specific procedural instruction based on the V-model XT. ESG extracted, comprehensively analysed and evaluated all requirements of the standards IEC and ISO to ensure that the requirements are incorporated in ESG-specific procedures and work instructions. SimPLEE Simulation platform for EE functional development The proportion of control units and software for extending functionality in automobiles (assistance, safety and infotainment systems) is increasing. To test assistance systems, it is necessary to drive thousands of test kilometres. These real test drives cannot be reliably reproduced due to the interaction of mutually influencing and to some extent mutually dependent physical parameters and technical variables. A way out of this difficulty is offered by an integrated development paradigm which allows the artefacts occurring in the development process to be placed, at any stage of maturity, in the total system context for verification purposes. SimPLEE, ESG s simulation platform for EE function development, is a standard basic structure which allows the effective reuse of existing artefacts and enables for the integration of other function development processes (e.g. implementation). It represents a suitable approach for the special requirements of automobiles. In this approach, the shares of the simulation and the real hardware can be flexibly exchanged and may be configured according to the nature of the respective task e.g. early development phase, implementation or validation. This is therefore a simulation platform which offers optional, bidirectional and high-performance interfaces for connecting real or virtual components at appropriate points, and which can be configured flexibly. It also enables the reuse of already processed artefacts and accelerates adaption to new tasks. ESG presents a Cross-Sectoral System Network using Virtual Reality At this year s ITEC, ESG will present a cross-sectoral network of different ESG systems, which are operated within a shared tactical scenario: A personnel recovery mission must be carried out with a helicopter that is equipped with ESG s Mission Tactical Workstation. The mission is supported by a UAS, which is operated by the components of the Manned-Unmanned-Teaming project. The additionally integrated joint command and control information system of the armed forces generates updated situation information for the individual players. Visitors to the ITEC have the opportunity of observing the system network in a joint scenario and the different views of the individual systems. With this presentation, ESG demonstrates its performance capability with respect to the integration of individual systems. Of particular interest is the connection of simulators and operational systems. ESG will present a fully functional solution for the area of networked simulation. Due to the integration of virtual reality software VBS2, a simulation network has for the first time been produced in a scenario derived from the gaming world.

16 TURNING SYSTEM EXPERTISE INTO VALUE

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