Erfolgreich DFG-Mittel einwerben: Erfahrungsbericht und Praxishinweise eines (ehemaligen) Fachkollegiaten der DFG

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1 Erfolgreich DFG-Mittel einwerben: Erfahrungsbericht und Praxishinweise eines (ehemaligen) Fachkollegiaten der DFG Jörg Sydow Management-Department, Fachbereich Wirtschaftswissenschaft, Freie Universität Berlin VHB Arbeitstagung Forschungsförderung durch die DFG und die EU am 7. März 2013

2 Eigener DFG-Erfahrungshintergrund Mitglied im DFG-Fachkollegium 112 von Träger und bis 3/2008 Sprecher, seitdem stellv. Sprecher des DFG- Graduiertenkollegs 1012 ( Pfadkolleg ) Gutachter von Einzelanträgen und Forschergruppenanträgen Mitinitiator und -träger des DFG-Schwerpunktprogramm Regulierung und Restrukturierung der Arbeit in den Spannungsfeldern von Globalisierung und Dezentralisierung (1994 bis 2001) Drei DFG-Projekte ( Sachbeihilfe ), zwei davon im Rahmen des Schwerpunktprogramms Förderung einiger Konferenzteilnahmen und Forschungsaufenthalte (jetzt DAAD) Im Umfeld: eine eigene Stelle, ein Wissenschaftliches Netzwerk 2

3 Überblick 1.Instrumente der Einzelförderung: Einschätzungen 2.Instrumente der koordinierten Förderung: Einschätzungen 3.Rolle Fachkollegium und Bewilligungspraxis 4.Zum Schluss: Warum überhaupt (DFG-) Drittmittel? 3

4 Einzelförderung: Sachbeihilfe und eigene Stelle Durchführung eines thematisch und zeitlich begrenzten Forschungsvorhabens ( Sachbeihilfe ) in der Regel 2 Jahre (mit Aussicht auf 1 Jahr Anschlussförderung) Keine volumenmäßige Beschränkung, gleichwohl Vorstellungen über Übliches : , d.h. ein, max. zwei Doc-Stellen (75%) plus SHK, Reisemittel, etc. Bisher Ausnahme: inkl. Antrag auf eigene Postdoc-Stelle (100%) Einschätzungen Hohe wissenschaftliche Qualität und Originalität des Forschungsvorhabens, auf internationalem Niveau Grundlagenforschung: theorieorientiert, methodisch anspruchsvoll und unsicher, auf keinen Fall reine Anwendungsforschung Qualität des Vorhabens: Darstellung des Arbeitsprogramms ist ausgesprochen wichtig; Reputation des Antragstellers reicht nicht! 4

5 Einzelförderung: Sachbeihilfe und eigene Stelle Nahe am Normalprojekt bleiben, ungewöhnlich große Projekte bedürfen außergewöhnlicher Begründungsanstrengungen Kooperationspartner gewünscht, gerade auch aus anderen Disziplinen, müssen aber passen Chance auf Publikation in A oder zumindest B Journals (Qualität des Vorhabens und Publication Record des Antragstellers), realistisch! Postdoc-Stellen gleich ad personam beantragen Dilemma von Anträgen auf eigene Stelle : relativ teuer bei gleichzeitig wenig Publikationen DFG-Record hilft in Zukunft, deshalb mit Forschungsstipendien und Wissenschaftlichen Netzwerk beginnen Orientierung: Ein erfolgversprechender Antrag auf Sachbeihilfe/ eigene Stelle ist (zumindest in Teilen, z.b. Literaturüberblick) in deutschsprachigen BWL-Zeitschriften publikationsfähig 5

6 Einzelförderung: Sonstige Forschungsstipendien: Ein preiswertes Instrument für max. zweijährige Forschungsaufenthalte im Ausland (Wahl des Ortes!) Wissenschaftliche Netzwerke: Das Instrument zur Förderung von Postdocs, die keine DFG-finanzierte Stelle benötigen Heisenbergprogramm: Etwas Besonderes! Rundgespräche, Kolloquien, Lehrstuhlvertretungen, 6

7 Koordinierte Förderung (internationale) Graduiertenkollegs Forschergruppen Sonderforschungsbereiche (SFB), inkl. Transregios Schwerpunktprogramme (SPP) Einschätzungen Zweistufige Verfahren Warum so wenig Anträge? Interdisziplinarität steigert Förderungswahrscheinlichkeit DFG-Record des/der Hauptantragsteller/s erforderlich Überdurchschnittlicher Publication Record der meisten Antragsteller notwendig Thematisch einschlägige Vorarbeiten 7

8 Fachkollegium 122 (Wirtschaftswissenschaften) (neue Mitglieder ab März*): Wirtschaftstheorie Prof. Dr. Jürgen Eichberger, Heidelberg Prof. Dr. Wilhelm Kohler, Tübingen* Wirtschafts- und Sozialpolitik Prof. Dr. Friedrich Breyer, Konstanz Prof. Dr. Dorothea Kübler, TU Berlin* Finanzwissenschaften Prof. Dr. Ronnie Schöb, FU Berlin Prof. Dr. Robert Schwager, Göttingen* Betriebswirtschaftslehre Prof. Dr. H.-G. Gemünden, TU Berlin; danach Prof. Dr. Karen Gedenk, HH* Prof. Dr. Christian Schlag, Frankfurt* Prof. Dr. Marion Steven, Bochum* Prof. Dr. Christof Weinhardt, KIT Statistik und Ökonometrie Prof. Dr. Bernd Fitzenberger, Freiburg* Prof. Dr. Joachim Grammig, Tübingen Wirtschafts- und Sozialgeschichte Prof. Dr. Carten Burhop, Köln* Prof. Dr. Werner Plumpe, Frankfurt 8

9 Bedeutung des Fachkollegiums Überschätzt! Nicht mehr ganz so sicher Auswahl der Gutachter i.d.r. durch die DFG Pro Antrag zwei unabhängige Berichterstatter und dennoch: Fachgutachten dominieren Entscheidungsfindung Einschätzung auch des Gutachters, nicht nur des Gutachtens Fachkollegium mehr in der Position eines Editors Große Relevanz bei widerstreitenden Gutachten Votum: Ablehnung statt Überarbeitung An den Grenzen und über die Grenzen hinaus Quantitative Belastung (207 Anträge in 2011) Fachliche Kompetenz (nur vier statt sechs Fachkollegiaten) 9

10 Worauf achten Gutachter und Fachkollegiaten wirklich? Relevanz und Güte des Projektes (Originalität, Interdisziplinarität) Klarheit in der Darstellung (insb. auch des Arbeitsprogramms) und der Forschungsfrage Theoretische Fundierung und methodische Ausrichtung Zu erwartende Publikation (A+/A/B+ Journal) Reputation der beantragenden Person(en): Publication Record & DFG Record Gewichtung variiert 10

11 Was wird bewilligt? Überwiegend mainstream, aber Ungewöhnliches hat eine Chance Im Bereich koordinierter Förderung: Interdisziplinarität, auch bei Einzelanträgen nicht zu vernachlässigen (Kooperationspartner) Deutlich bevorzugt: empirische Projekte Bewilligungsquote: ca. 25% (nach 30% in den Vorjahren) Relation VWL:BWL ca. 50:50% Vom Volumen her übliche Projekte Gutachter kürzen gerne die Mittel!! 11

12 Zum Schluss: Warum überhaupt (DFG-) Drittmittel? - Sichtbarkeit der Fakultät nach innen und außen - Finanzierung für die eigene Stelle als Alternative zur/nach JP - Ergänzende Ausstattung für Forschung/Konferenzreisen - DFG-Record für den eigenen Lebenslauf - Mehr und bessere Publikationen - Qualifizierungs- und Evaluationskriterium für (Junior-) Professoren/innen (aber erst in zweiter Phase) - Zunehmend Anforderung in Stellenausschreibungen und Zielvereinbarungen - 12

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