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2 Sequenzdiagramme beschreiben die Kommunikation/Interaktion zwischen den Objekten (bzw. verschiedenen Rollen) eines Szenarios. Es wird beschrieben, welche Objekte am Szenario beteiligt sind, welche Informationen (Nachrichten) sie austauschen und in welcher zeitlichen Reihenfolge der Informationsaustausch stattfindet. Sequenzdiagramme enthalten eine implizite Zeitachse. Die Zeit schreitet im Diagramm von oben nach unten fort. Die Reihenfolge der Pfeile in einem Sequenzdiagramm gibt die zeitliche Reihenfolge der Nachrichten an. 2

3 Sequenzdiagramme können in der Analyse und im Design eingesetzt werden. Sie können auch zur Modellierung von komplexen Operationen eines Systems verwendet werden und detaillierte Designinformationen enthalten. Sie werden zur Modellierung von Interaktionen gewählt, wenn die Darstellung der Reihenfolge des Nachrichtenaustauschs wichtig ist. Ein Sequenzdiagramm stellt normalerweise nur einen(!) Weg eines Systemablaufes dar. Um eine Übersicht mit allen Entscheidungsmöglichkeiten zu erhalten, müsste für jeden möglichen Ablauf ein separates Sequenzdiagramm modelliert werden. Dafür eignet sich daher eher ein Aktivitätsdiagramm. 3

4 Bevor Sequenzdiagramme modelliert werden können, müssen die am Szenario beteiligten Objekte identifiziert werden. Die in Sequenzdiagrammen modellierten Objekte und Nachrichten müssen zum Klassendiagramm konsistent sein. Damit dient das Sequenzdiagramm auch zur Überprüfung des Klassendiagramms. Wir können erkennen, ob die Klassen und deren Operationen korrekt und vollständig sind Ein System wird in der Regel nicht vollständig durch Sequenzdiagramme spezifiziert. Es werden nur diejenigen Szenen modelliert, die besonders wichtig (zentral) oder komplex sind. 4

5 Gestartet wird ein solcher Ablauf normalerweise durch einen äusseren Anlass (Akteur, Event, ) Der Initiator kann, muss aber nicht angegeben werden (anonym). 5

6 In dem Rechteck oberhalb der gestrichelten Linie wird der Objektname und der Klassenname angegeben. Die senkrechte, gestrichelte Linie stellt die Lebenslinie (lifeline) eines Objekts dar. In diesem zeitlichen Bereich existiert das Objekt. Das schmale Rechteck auf der gestrichelten Linie stellt eine Aktivierung dar. Eine Aktivierung ist der Bereich, in dem eine Methode des Objektes aktiv ist (ausgeführt wird). Auf einer Lebenslinie können mehrere Aktivierungen aufgelistet sein. Da Sequenzdiagramme dynamische Aspekte eines Systems darstellen, müssten normalerweise Objektname und Klassennamen angegeben werden. Häufig vernachlässigt man jedoch den Objektnamen und gibt nur den Klassennamen an. Ein solches anonymes Objekt steht stellvertretend für ein beliebiges Objekt dieser Klasse und impliziert, dass sich alle Objekte dieser Klasse in dieser Szene gleich verhalten. 6

7 Nachrichten (Aufruf einer Methode/Operation) werden als Pfeile zwischen den Aktivierungen eingezeichnet. Der Name der Nachricht steht auf dem Pfeil. Die Nachricht kann auch Argumente (Parameter) haben, diese werden in die Klammer geschrieben. Eine Nachricht liegt immer zwischen einem sendenden und einem empfangenden Objekt. Das empfangende Objekt führt die entsprechende Operation aus (muss also laut Klassendiagramm eine solche Operation haben!). Asynchron bedeutet, dass die verschiedenen (senkrecht untereinanderliegenden) Nachrichten auch gleichzeitig (oder in anderer Reihenfolge) abgesetzt werden können. Die Antwort wird nicht abgewartet. Synchron heisst, die Reihenfolge ist vorgeschrieben und die Antwort wird abgewartet. 7

8 Die Lebenslinie eines Objekts beginnt beim create-pfeil und endet beim X. In Java gibt es keine delete Nachricht. Die Objekt-Referenzen können aber auf null gesetzt werden. 8

9 Rekursive Nachrichten rufen Operationen (Methoden) der eigenen Klasse auf. 9

10 Es gibt verschiedene Arten von Interaktions-Fragmenten (Alternativen, Loops, paralleler Ablauf, Referenzen (Verweise auf andere Sequenzdiagramme), ) Im Allgemeinen sollte man mit solchen Konstrukten vorsichtig sein. Das Sequenzdiagramm eignet sich weniger für das Aufzeichnen von verschiedenen (komplexen) Abläufen. Für solche Fälle sind Aktivitätsdiagramme das bessere Hilfsmittel, da Sequenzdiagramme normalerweise zu detailliert sind. 10

11 Diese Abbildung zeigt eine(n Teil einer) Schleife in einem Sequenzdiagramm. Von aussen kommt ein (Zeit)-Signal, für alle Konten die Zinsen gutzuschreiben. Die BankAdministration holt die Liste der Accounts und iteriert über diese. Für jeden Account werden die Zinsen berechnet und eine entsprechende Transaction (Überweisung) erzeugt. 11

12 Es kann in einem Sequenzdiagramm auch auf ein anderes Sequenzdiagramm verwiesen werden. Im ref-bereich wird angegeben, auf welches Sequenzdiagramm referenziert wird. Hier wird zum Beispiel angezeigt, dass eine Fehlerbehandlung nötig ist, falls der Betrag, der abgehoben werden soll, zu gross (oder negativ) sein sollte. Da diese Fehlerbehandlung aber an verschiedenen Stellen benötigt wird, kann sie in ein separates Sequenzdiagramm ausgelagert werden. 12

13 Es muss also überprüft werden, ob das aufrufende Objekt das aufgerufene Objekt kennt (eine Referenz darauf hat) und ob das aufgerufene Objekt eine entsprechende Methode (mit diesen Parametern) besitzt. 13

14 Laut Klassendiagramm kennen sich BankOfficer und BankAdministration nicht. Also muss sich der BankOfficer zuerst mit getinstance() eine Instanz von BankAdministration holen, um die (public) Methoden von BankAdmistration ausführen zu können. 14

15 Dieser Ablauf ist nur möglich, falls alle Methoden (Konstruktoren, Klassen-Operationen) in den entsprechenden Klassen vorhanden und public sind und sich die verschiedenen Klassen kennen (Klassenbeziehung). Hier sind diese Bedingungen erfüllt, denn - getcustomerid ist eine statische Methode - die Argumente der Konstuktoren entsprechen dem Klassendiagramm - die Methoden (mit den Argumenten) entsprechen dem Klassendiagramm 15

16 Beim Erzeugen des ersten (Private)-Accounts werden sofort 10.- darauf vergütet. Darum wird eine Transaktion erzeugt und beim Account registriert (eingefügt). Das Diagramm zeigt den Ablauf und welche Objekte konkret für welche Aufgaben zuständig sind. Für das Erzeugen eines Transaction Objekts werden zwei Accounts (Withdrawal- und Paymenten-Account) und der Betrag (amount) benötigt. Hier im Beispiel ist nicht klar, woher der BankOfficer diese Account-Informationen hat (BankOfficer hat im Klassendiagramm keine Referenz auf das withdrawalaccount) der Ablauf kann so nicht funktionieren. 16

17 Vgl. Oestereich Kap Seiten 134ff 17

18 Die aufgerufenen Operationen müssen dabei ebenfalls den Operationsnamen im Klassendiagramm entsprechen. Auch müssen die Klassen der benutzten Objekte im Klassendiagramm vorhanden sein. 18

19 Kommunikationsdiagramme werden oft als einfachere Alternative zu Sequenzdiagrammen benutzt. Sie sind weniger strukturiert und weniger mächtig (Alternativen, Loops, Referenzen, sind nicht vorgesehen). Sie können benutzt werden, um rasch eine Skizze eines Ablaufs zu machen. 19

20 Die Reihenfolge der Operationsaufrufe ist durch die Nummern ersichtlich. Der zeitliche Ablauf ist daher weniger klar sichtbar als im Sequenzdiagramm. 20

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