Statement zur Pressekonferenz: Mehr Hitze, mehr Sturm und mehr Hochwasser? Extremere Wetterereignisse erfordern gemeinsames

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1 Statement zur Pressekonferenz: Mehr Hitze, mehr Sturm und mehr Hochwasser? Extremere Wetterereignisse erfordern gemeinsames Handeln am 30. Oktober 2012 in Berlin Statement (7-8 min) von Dr. Kora Kristof (Abteilungsleiterin Nachhaltigkeitsstrategien, Ressourcenschonung und Instrumente) - Es gilt das gesprochene Wort - 1

2 Sehr geehrte Damen und Herren, Die Ergebnisse des gemeinsamen Projektes der Behördenallianz zeigen: Extremereignisse und deren Folgen bekommen künftig größere Bedeutung für Mensch und Umwelt. Der Handlungsdruck zur Anpassung an den Klimawandel wird künftig steigen. Das Umweltbundesamt konkretisiert gemeinsam mit den anderen vier Behörden seit 2007, wie ein angemessener Schutz vor Klimarisiken im Bevölkerungsschutz und der Katastrophenvorsorge erreicht werden kann. Vorschläge hierzu sind zum Beispiel in den Aktionsplan Anpassung (APA) der Bundesregierung vom August 2011 eingegangen. Vor diesem Hintergrund führte das UBA am 11./12. Oktober 2012 die Veranstaltung Klimarisiko im Griff? mit dem Hauptthema Schutz vor Klimarisiken im öffentlichen und privaten Risikomanagement durch. Ziel war es, weitere 2

3 Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu konkretisieren und vorzuschlagen. Unter Risikomanagement verstehen wir: Berücksichtigung des Klimawandels in der Planung (öffentliche Verwaltung) und in Unternehmen. Im Einzelnen: Risiken durch den Klimawandel wie Überflutungen, Schäden an Infrastrukturen, Überhitzungen oder Hochwasser werden zunehmen. Durch ein verbessertes Risikomanagement können diese Risiken vermindert oder verringert werden. Öffentliche und private Versorgungsunternehmen nutzen bereits heute Instrumente des Risikomanagements. Diese Instrumente müssen auf künftig häufigere Extremwetterereignisse eingestellt werden, um wirksame und verhältnismäßige Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu identifizieren und umzusetzen. Beispiel: Die Deutsche Bahn berücksichtigt den Klimawandel bei der Streckenplanung (Verformung von Gleisen 3

4 bei großer Hitze) und bei der Auslegung von Klimaanlagen in ICE-Zügen. Hierfür nutzt sie das interne Risikomanagement. Ein wirksames Risikomanagement kann Unsicherheiten bei der Abschätzung künftiger Klimaänderungen berücksichtigen und setzt voraus: Verwaltung und Unternehmen müssen intensiv über Klimarisiken informieren. Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel senken wirksam Klimarisiken und rechnen sich. Beispiel: Dachbegrünung reduziert an heißen Sommertagen die Temperatur in Städten und hat einen positiven Einfluss auf das städtische Mikroklima und die menschliche Gesundheit. UBA empfiehlt Kommunen die finanzielle Förderung von Gründächern: Schon ein Fördersatz von 5 /m 2 ist ausreichend, damit der Nutzen größer ist als die Kosten. Dieses positive Nutzen-Kosten-Verhältnis erhöht sich, wenn die finanzielle Förderung größer wird. Beispiel: Die Verwendung hitzeresistenter Straßenbeläge verhindert Schäden an Fahrbahnen und kann so Staus 4

5 und Unfälle reduzieren. Damit lassen sich Unfallkosten vermeiden, Zeitverluste durch Staus verringern und Wartungs- und Unterhaltskosten senken. Der Nutzen bei der Verwendung hitzeresistenter Straßenbeläge, die sich auch bei Lufttemperaturen von über 40 0 C nicht verformen, übersteigt die Kosten vor allem, wenn diese Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel schon heute bei Investitionen im Straßenbau berücksichtigt wird. Der Nutzen dieser Maßnahme kann bis zu 7 Mal größer sein als die Kosten: Die Investition von 1 Euro kann also 7 Euro sparen. Das UBA untersucht Chancen zum besseren Schutz vor dem Klimawandel. Beispiel: Sonnenschutzvorrichtungen an Gebäuden verringern bei Hitzetagen die persönliche Belastung am Arbeitsplatz und im Haus oder in der Wohnung. Maßnahmen zum besseren Schutz vor Klimarisiken können etwa der Einbau von Beschattungsmaßnahmen wie Jalousien oder Rollläden, die Nutzung von hellen Fassaden und 5

6 Dachfarben beim Hausbau oder die Nutzung von Fenstern mit Sonnenschutzglas sein. Das UBA untersucht, ob solche Maßnahmen bei der Planung von Gebäuden vorgegeben werden können. Beispiel: Begrünte Dach- und Tiefgaragenflächen entlasten bei Starkregenereignissen die Abwasserinfrastruktur, weil sie Niederschlagswasser zurückhalten. Die Stadt Düsseldorf hat schon heute einen ermäßigten Gebührensatz für die Ableitung von Niederschlagswasser bei begrünten Dachflächen: 0,49 pro m 2 und Jahr das entspricht der Hälfte des normalen Satzes (2010). Das UBA untersucht, wie diese wirksame Maßnahme zum Schutz vor Klimarisiken auch in anderen Städten mit den Instrumenten der kommunalen Planung angewendet werden kann. Die Bundesregierung beschloss im Dezember 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS). Sie ist der Rahmen, um Klimarisiken zu verringern. Im August 2011 beschloss die Bundesregierung 6

7 den Aktionsplan Anpassung, um die Anpassungsstrategie zu konkretisieren. Für 2014 sieht die Bundesregierung einen Fortschrittsbericht zur Anpassungsstrategie vor. Der Fortschrittsbericht wird eine Zwischenbilanz sein, in welchem Umgang der Schutz vor Klimarisiken verbessert wurde. Darüber hinaus ist ein aktualisierter Aktionsplan Anpassung vorgesehen. Das Umweltbundesamt, vor allem das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass), unterstützt das Bundesumweltministerium in der Politik zur Anpassung an den Klimawandel. KomPass stellt wissenschaftliche Grundlagen bereit, zum Beispiel zum Nutzen-Kosten- Verhältnis von Anpassungsmaßnahmen. Und KomPass entwickelt Instrumente, mit denen zum Beispiel Kommunen den Schutz vor Klimarisiken verbessern können: Die Tatenbank zeigt gute Beispiele aus der Praxis. Vielen Dank 7

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