Advanced Nursing Practice in der Kontinenzförderung: Vorbereitende Arbeiten zur Implementation

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1 Pflege Advanced Nursing Practice in der Kontinenzförderung: Vorbereitende Arbeiten zur Implementation Cornelia Bläuer, Bereichsfachverantwortliche Spezialkliniken Esther Sackmann, Fachbereichsleitung Spezialkliniken Stephan Schärer, Fachbereichsleitung Chirurgie Christa Züger, Advanced Practice Nurse Kontinenzförderung Dr. Irena Anna Frei, Leiterin Abteilung Praxisentwicklung SVPL Kongress mit IG Swiss ANP 12./

2 Inhalt 7 Schritte von der Vorbereitung bis zur Einarbeitung einer Advanced Practice Nurse 2

3 Inkontinenz Definition: Die Fähigkeit am rechten Ort zur rechten Zeit willentlich Urin zu lassen (DNQP 2007/2014:Expertenstandard S.19) Prävalenz der Urin, Stuhl- und Doppelinkontinenz je nach Altersgruppen in Krankenhäusern Kosten Deutschland im Jahr Millionen Euro (Nussbaumer, 2010) 3

4 Inkontinenz ein Tabu bei Betroffenen Wird jahrelang verschwiegen (Jörger & Zängerle, 2013, S. 22) Scheu die Thematik anzusprechen Es wird keine Hilfe in Anspruch genommen Unkenntnisse über Behandlung und Angst vor unangenehmen Untersuchungen (Niederstadt et al., 2007) Folgen: physische und psychische Belastung (Jörger und Zängerle, 2013) Angst Schamgefühl depressive Verstimmung veränderte Sexualität tieferes Selbstvertrauen beeinträchtigte soziale Interaktionen Eingeschränkten Lebensqualität 4

5 Ursachen Übergewicht Schwangerschaften und Entbindungen neurologische Erkrankungen Lungen- und Herzerkrankungen Harnwegsinfektionen Prostatavergrösserung Depression und Nebenwirkungen von Arzneimittel psychosoziale Einflüsse (häusliche Spannung und beruflicher, Stress) Diabetes Bluthochdruck Nach Schlaganfall dementielle und multimorbide Zustände Entleerungsgewohnheiten chronische Verstopfung möglicherweise Koffein wenig körperliche Aktivitäten Schwere körperliche Belastungen Anatomische Fehlbildungen (Sozial Land Salzburg, 2007; Weber, Adler, & Salm, 2009; Niederstadt et al. 2007) 5

6 Bedarf, Evaluation, Ideen Fachpersonen sind in einer Schlüsselposition das Tabuthema anzusprechen und mittels eines Konzeptes zum Kontinenzmanagements die Betroffenen zu unterstützen (Jörger & Zängerle, 2013) Ausgangslage Universitätsspital Basel Ein vernachlässigtes Thema bei der Pflege Seit 10 Jahren immer ein wiederkehrendes Thema Grosser eigenständiger Handlungsspielraum für die Pflege Anfragen von Firmen Gewinn für die Pflege Lokale Ideen aus zwei Bereichen Eine gesamt USB Lösung 6

7 1. Schritt: Analyse der aktuellen Situation Zielsetzung Diskussionsgrundlage für das weitere Vorgehen Auftraggeber Fachbereichsleitungen Spezialkliniken und Chirurgie Leitung Abteilung Praxisentwicklung Methode Interprofessionelle Expertenbefragung Fragestellungen: Wie erkennen Professionelle Patienten mit einer Inkontinenz? Wie erleben sie betroffene Patienten im USB? Wie unterstützen sie betroffene Patienten? Wie ist die Betreuung gestaltet? Wie ist die interprofessionelle Zusammenarbeit? Wie ist die Vernetzung intern und extern? Was ist die Verantwortung der Professionellen? Welche Visionen haben sie für eine zukünftige Betreuung? 7

8 Resultate 8

9 Reflexion: Analyse aktuelle Situation Was hat sich bewährt? Ein Bild der Ausgangslage als Diskussionsgrundlage Einbezug verschiedener Berufsgruppen und Settings Früher Einbezug der ThementrägerInnen Schwierigkeiten: Harte Outcomes fehlten Person von aussen für die Datensammlung Begleitung im Forschungspraktikum aufwändig 9

10 2. Schritt: PEPPA- Modell Zielsetzung: Darstellung der Gesundheitsversorgung für eine Patientenpopulation um eine Advanced Practice Nurse (APN) Rolle zu entwickeln, einzuführen und zu evaluieren. PEPPA Modell Partizipativer Evidenzbasierter Patientenfokussierter Prozess Advanced (Bryant-Lukosius & Dicenso, 2004) (Modell nach Hamric, Spross & Hanson, 2000) 10

11 APN Modul Bryant-Lukosius & DiCenso, 2004

12 Datensammlung für das PEPPA- Framework Ist- Analyse Literaturrecherche Guidelines Gespräche mit Fachexperten intern und extern Stakeholders Hausärzten Eigene Expertise als APN Akutgeriatrie 12

13 The new model of care: 1. Entwurf 13

14 Reflexion PEPPA Framework Was hat sich bewährt? Eine Person, die nur an diesem Thema arbeitet Fortschritte innert nützlicher Frist Blick von «Aussen» Methode der Datensammlung vor Ort Ein Bild des zukünftigen Angebotes Schwierigkeit: Person von aussen Fehlende Expertise der APN Orientierung in verschiedenen Settings Unterschiedliche Erwartungen und Interessen der verschiedenen Berufsgruppen Mangelndes Wissen der verschiedenen Berufsgruppen Jeder fokussiert auf die «eigenen» Abteilung 14

15 3. Schritt 15

16 16

17 17

18 18

19 Reflexion Workshop 1 Was hat sich bewährt? Entscheidungsträger involviert Committment erhalten Externe Moderation Vorgespräche mit Schlüsselpersonen durch Moderatorin Schwierigkeit: Budget für Moderation Moderatorin, die sich in der Thematik auskennt Jeder hatte seinen eigenen Fokus Committment von allen zu erhalten 19

20 New model of care: Kontinenzförderung USB 3 Stufen Modell 3. Kontinenzförderung USB Strategie Kontinenzförderung gesamt USB Gesamt Angebot USB Vernetzung andere Institutionen Mitarbeit in Fachgremien/ Gesellschaften 2. Qualitätsentwicklung zur Kontinenzförderung am USB 1. Kontinenz- Pflegeteam (ProKo-Team) Fachexpertinnen Pflege Interprofessioneller Zusammenarbeit (Fachärzte Urologie/ Frauenklinik & Physiotherapie) Aufbau Kompetenz auf Abteilungen Unterstützung von Behandlungsteams Aufbau und Weiterentwicklung des Versorgungsangebotes durch Experten/ -Innen

21 5. Schritt: Stellenausschreibung Gemeinsame Rekrutierung für 2 Personen in 2 Bereichen Zielsetzung: Zusammenarbeit für eine gesamt Strategie USB. Gegenseitige Vertretung im Alltag Zwei Evaluationsrunden mit interprofessionellem Gremium Auftrag 2.Runde: 10 Min. Präsentation Welchen Bedarf erkennen Sie seitens der Patientinnen und Patienten in der Betreuung durch eine ANP? Nennen Sie 5 Aspekte wie die Kontinenz- Förderung bei Pflegenden zu unterstützen ist Führen Sie einen Aspekt davon weiter aus Präsentieren Sie Ihre Überlegungen zur Zusammenarbeit der beiden Stellen (40% und 60%) 21

22 Lernprozess Rekrutierung Das ganze Rekrutierungsgremium hatte verschiedenen Vorstellungen einer APN- Kontinenz Die Rekrutierung für sich, war eine Lernprozess für alle Der Ärzteschaft konnte mittels der Kandidatinnenbefragung und deren Präsentationen plausibel gemacht werden, was eine APN kann Sie musste sich «beweisen» Titel/Anlass/Autor TT.MM.JJJJ 22

23 Schwierigkeiten: Reflexion Keine Bewerberinnen verfügte mit verlangte Fachexpertise In jedem Fall muss eine APN ins Fachgebiet eingearbeitet werden Was hat sich bewährt? Zentral Ärzteschaft dabei zu haben und mitzubestimmen, gemäss dem vorangegangen Committment Alle waren nach dem Rekrutierungsende auf unserer Linie Fazit: Ärzteschaft hat während der Rekrutierung erst gemerkt um was es geht und hat dabei viel über eine APN- Rolle gelernt 23

24 6. Schritt: Workshop mit Führungslinie Zielsetzung Kontinenzförderung Adäquate Versorgung der Patientinnen und Patienten in der Alltagsbewältigung und im Selbstmanagement zur Verminderung schädlicher Auswirkungen auf den Gesundheitszustand Ziele des Workshops: Auseinandersetzung mit der Konzeption eines pflegerischen Angebots Konkretisierung der ersten Schritte zur Umsetzung der Konzeption Teilnehmer/ -Innen Stationsleitungen Oberärzte in Vertretung der Chefärzte Fachbereichsleitungen Bereichsfachverantwortliche Methode: Gruppenarbeit und Austausch im Plenum Moderation: Leitung Abteilung Praxisentwicklung 24

25 Resultate Workshop 2 Titel/Anlass/Autor TT.MM.JJJJ 25

26 Resultate Workshop 2 Themenfelder wurden definiert: Verschiedene Patientengruppen (Urologie/ Gynäkologie/ ) Patienten und Patientinnen jeglichen Alters Unterschiedliche Problemstellungen Wiederkehrende Katheterwechsel Patientinnen post partum Einarbeitung besprochen 26

27 Reflexion Workshop 2 Was hat sich bewährt? Diskussion in der Kleingruppen Austausch im Plenum Gemeinsame Ausgangslage geschaffen Committment für nächste Schritte und Einarbeitung Schwierigkeit: Ungleicher Wissenshintergrund Fazit: Sensibilisierung war spürbar 27

28 7. Schritt: Einarbeitung 1. Advanced Practice Nurse Kennen lernen der verschiedenen Abteilungen und Fachexperten Urologie Urogynäkologie Stomaberatung Bettenstationen Andere Institutionen Aufbau Fachexpertise: Diagnostik, Behandlung und Prozesse und Patientenbedarf Fortbildung Urotherapie (Bremen) Einarbeitung in den verschiedenen Abteilungen Regelmässiger Austausch mit Linien- und Fachführung 28

29 Zusammenarbeit «Führung und Fach» Ressort Pflege/ MTT Entwicklung gesamt USB Inanspruchnahme des Angebotes Linienführung und Budget Praxisentwicklung Fachbereich Pflege Leiterin Inanspruchnahme des Angebotes Medizin FBL, BFV Chirurgie FBL, BFV Spezialkliniken FBL, BFV Querschnittsfunktio nen FBL, BFV Entwicklung im eigenen Bereich Entwicklung im eigenen Bereich 29

30 Zeitline September 2015 Vorarbeiten Sommer 2013 Expertenbefragung - Beobachtungen im Feld - Kontakte extern - Literaturanalyse Mai 2014 Workshop mit Beteiligten / Stakeholder Feldarbeit & Aufbau Expertise Antrag für Stelle 1. Rekrutierung Workshop mit Beteiligten / Stakeholder 2. Rekrutierung

31 Wie weiter 3. Kontinenzförderung USB 2. Qualitätsentwicklung zur Kontinenzförderung am USB 1. Kontinenz- Pflegeteam (ProKo-Team) Fachexpertinnen Pflege Interprofessioneller Zusammenarbeit (Fachärzte Urologie/ Frauenklinik & Physiotherapie) Outcomes und Monitoring definieren Möglichkeiten der Leistungserfassung und Abrechnung prüfen Versorgungsangebote aufbauen Konkrete Handlungsfelder festlegen Aufbau ProKo Team Integration und Stärkung Fachexpertise der Pflegenden vor Ort 31

32 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Cornelia Bläuer, MScN 32

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