Freie und Hansestadt Hamburg Pressestelle des Senats

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1 Freie und Hansestadt Hamburg Pressestelle des Senats 15. August 2006 Hamburg zieht Bilanz Anlage zur Pressemitteilung vom 15. August 2006 zur Eröffnungsbilanz der Freien und Hansestadt Hamburg Erläuterungen zu den einzelnen Bilanzpositionen (mit Beispielen): Die Bilanzansätze in der Eröffnungsbilanz der Freien und Hansestadt Hamburg enthalten sämtliche bilanziell auszuweisenden Vermögensgegenstände und Schulden. Die folgenden Erläuterungen sollen einen beispielhaften Eindruck vermitteln, was sich hinter den einzelnen Bilanzposten verbirgt. A. Anlagevermögen Immaterielle Vermögensgegenstände Zu den immateriellen Vermögensgegenständen zählen insbesondere geleistete Investitionszuschüsse, Lizenzen und Software. Geleistete Investitionszuschüsse In der Bilanz werden von der Freien und Hansestadt Hamburg an Dritte geleistete Investitionszuschüsse aktiviert. Mit dem bilanzierungsfähigen Zuschuss ist eine Gegenleistungsverpflichtung verbunden. Die Freie und Hansestadt Hamburg bilanziert das Recht an dieser Gegenleistung (in Höhe des Zuschusses). 1

2 Beispiel: Zuschuss für den Umbau eines Medienzentrums 600 Tsd. EUR Lizenzen und DV-Software Bei der Freien und Hansestadt Hamburg sind vor allem die erworbenen Softwarelizenzen und entgeltlich erworbene Individualsoftware zu berücksichtigen. Beispiel: Anwendungssoftware 13,4 Mio. EUR Sonstige immaterielle Vermögensgegenstände Hierzu gehören alle immateriellen Vermögensgegenstände, die nicht den beiden anderen Posten zugeordnet werden können. Diese Bilanzposition ist bei der Freien und Hansestadt Hamburg nur von untergeordneter Bedeutung. Sachanlagen Immobilien Grundstücke und Gebäude Die Freie und Hansestadt Hamburg ist selbst Hamburgs größter Grundbesitzer. Die Immobilien der Stadt teilen sich in Grundstücke und Gebäude auf. Sie sind einzeln inventarisiert und bewertet worden. Insgesamt wurden rund Gebäude der Stadt und fast Flurstücke mit einer Gesamtfläche von 340 km² aufgenommen (das sind Hektar, dies entspricht einer Fläche von über Fußballplätzen oder 45% der gesamten Fläche Hamburgs). Zu den Grundstücken für eigene Zwecke zählen rund Flurstücke mit einer Gesamtfläche von 46 km². 2

3 Anzahl Gebäude (gerundete Werte) Grundstücksflächen in km² (gerundete Werte) Hochschulen, Schulen, Sportanlagen und kulturelle Einrichtungen ,0 Innere Sicherheit (Polizei, Feuerwehr, Justiz) 300 2,3 Sozial-, Gesundheit- und Jugendeinrichtungen 400 2,2 sonstige Verwaltung ,5 Summe ,0 Rathaus inkl. Grundstück 131,4 Mio. EUR Bergedorfer Schloss inkl. Grundstück 1,2 Mio. EUR Gästehaus des Senats inkl. Grundstück 5,0 Mio. EUR Leuchtturm Neuwerk inkl. Grundstück 2,9 Mio. EUR Musikhochschule inkl. Grundstück 15,4 Mio. EUR JVA Fuhlsbüttel Haus II inkl. Grundstück 36,6 Mio. EUR Bismarckdenkmal inkl. Grundstück 1,0 Mio. EUR Hauptgebäude der Universität Hamburg inkl. Grundstück 33,2 Mio. EUR 3

4 Planetarium Gebäude 3,3 Mio. EUR Hochschule für angewandte Wissenschaften Berliner Tor inkl. Grundstück 115,5 Mio. EUR Polizeipräsidium inkl. Grundstück 102,2 Mio. EUR Infrastrukturvermögen Zu den Grundstücken des Infrastrukturvermögens gehören fast Flurstücke mit einer Gesamtfläche von 295 km². Grundstücksflächen in km² Straßen, Wege, Plätze, Schienenwege und Flugplätze 73,2 Hafenflächen und Gewässerschutzflächen 32,9 Parks, Grünflächen, Land- und Forstwirtschaft 175,2 Wasserflächen 13,5 Summe 294,8 Elbchaussee inkl. Straßenkörper 24,8 Mio. EUR Alster 4,4 Mio. EUR Stadtpark inkl. Parkeinrichtung 282,1 Mio. EUR 4

5 Zu den Bauten des Infrastrukturvermögens gehören u.a. Hochwasserschutzanlagen, Straßen- und Wegekörper, Sport- und Spielplatzanlagen, Brücken, Tunnel sowie Park- und Friedhofsanlagen. Köhlbrandbrücke (Bj. 1970) 67,2 Mio. EUR Wallringtunnel (Bj. 1966) 8,0 Mio. EUR Rathausschleuse (Bj. 1973) 10,5 Mio. EUR Anlagen zur Verkehrslenkung, Ver- und Entsorgung Hierzu gehören u.a Verkehrszeichen, Straßennamensschilder, die Lichtsignalanlagen und die öffentliche Beleuchtung in Hamburg. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Hierzu gehören z.b. Fahrzeuge, Hubschrauber und Schulausstattung. Die Ausstattung der rd Büroarbeitsplätze in der Hamburger Verwaltung spielt dabei wertmäßig in der Eröffnungsbilanz nur eine untergeordnete Rolle. Zwei Polizeihubschrauber Eurocopter EC ,3 Mio. EUR Standardbüroausstattung der Büroarbeitsplätze der Verwaltung 41 Mio. EUR Kunstgegenstände, Denkmäler und museale Sammlungen Hierzu gehören in erster Linie die Kunstgegenstände der Hamburger Museen. Auch Baudenkmäler gehören hierzu, soweit sie nicht als Gebäude genutzt werden. Ein Beispiel für ein Baudenkmal ist die KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Ein Gegenbeispiel ist das Rathaus, das zwar unter Denkmalschutz steht, aber als Regierungs- und Parlamentsgebäude genutzt wird 5

6 und daher nicht zu den Baudenkmälern, sondern zu den Gebäuden für eigene Zwecke gehört. Silberschatz des Senats 1,4 Mio. EUR Bildarchiv der Kulturbehörde 0,7 Mio. EUR Finanzanlagen Die Freie und Hansestadt Hamburg ist an rund 80 öffentlichen Unternehmen unmittelbar beteiligt. Diese werden in der doppelten Buchführung als Finanzanlage erfasst und in den meisten Fällen anhand des anteiligen Eigenkapitals (Eigenkapitalspiegelbildmethode) bewertet. 1. Neue Schauspielhaus GmbH: Eigenkapital der Beteiligung x Beteiligungsquote = Bilanzansatz Euro x 100 % = Euro 2. Hamburg Marketing GmbH: Eigenkapital der Beteiligung x Beteiligungsquote = Bilanzansatz Euro x 70 % = EUR B. Umlaufvermögen Zum Umlaufvermögen zählen Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Zu den Vorräten gehören Läger und zur baldigen Veräußerung vorgesehene Grundstücke. Bei den Forderungen unterscheidet man zwischen Forderungen gegen Dritte (ohne den öffentlichen Bereich), gegen verbundene Unternehmen, gegen den sonstigen öffentlichen Bereich und sonstige Vermögensgegenstände. Zu den Forderungen gegen Dritte zählen z.b. Gewerbesteuerforderungen der Steuerverwaltung gegen Unternehmen. Forderungen gegen den sonstigen öffentlichen Bereich resultieren z.b. aus der Umsatzsteuerabrechnung im Rahmen des Länderfinanzausgleichs. 6

7 C. Rechnungsabgrenzungsposten Die Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten ausschließlich Disagien aus Anleihen und Kreditaufnahmen (12 Mio. EUR). Bei den passiven RAP werden Agien (1 Mio. EUR) aus Darlehensaufnahmen ausgewiesen. D. Sonderposten Die Freie und Hansestadt Hamburg weist erhaltene Investitionszuschüsse (z.b. einen Zuschuss vom Bund für den Bau eines Universitätsgebäudes oder Anliegerbeiträge von Bürgern zum Bau einer Straße) auf der Passivseite der Bilanz als Sonderposten aus. E. Rückstellungen Die Pensionsverpflichtungen wurden anhand eines versicherungsmathematischen Gutachtens ermittelt. Die anderen Rückstellungen wurden nach kaufmännischen Gesichtspunkten von der in der Finanzbehörde angesiedelten Bilanzbuchhaltung berechnet. Rückstellung Betrag Rückstellung für Pensionen und Beihilfe Mio. EUR Rückstellung für Altlastensanierungen 191 Mio. EUR Rückstellung für Altersteilzeit und Sabbatjahre 95 Mio. EUR G. Verbindlichkeiten Zu den Verbindlichkeiten gehören in erster Linie die Anleihen und Obligationen sowie die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Zudem werden hier ausgewiesen erhaltene Anzahlungen, Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Dritten (beispielsweise noch nicht ausbezahlte Lohnsteuerrückerstattungen), gegenüber verbundenen Unternehmen und sonstige Verbindlichkeiten. Zu den sonstigen Verbindlichkeiten gehören z.b. die Eigengelder der Gefangenen in den Justizvollzugsanstalten oder auch die im Rahmen von Amtsvormundschaften von der Freien und Hansestadt Hamburg verwalteten Mittel (Mündelgelder). 7

8 Kontakt: Pressestelle der Finanzbehörde, Sebastian Panknin Telefon (040) , Telefax , Im Internet: 8

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