Die Stiftung für Patientensicherheit und die medizinische Qualität in den Spitälern

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1 Die Stiftung für Patientensicherheit und die medizinische Qualität in den Spitälern H+ Fachseminar für Journalisten 21. November 2008, Bern Paula Bezzola, MPH stv. Geschäftsführerin der Stiftung für Patientensicherheit

2 Stiftung für Patientensicherheit: Was ist sie, was macht sie?

3 Stiftung für Patientensicherheit: Was ist sie, was macht sie? Titel TEXT

4 Richtige Frage? Was versteht man unter medizinischer Qualität in den Spitälern und wie grenzt man sie ab vom Begriff der Patientensicherheit?

5 These 1 Patientensicherheit und Qualität Patientensicherheit (=Gewährleistung von Nicht-Schädigung) ist der zentralste und elementarste Teil der medizinischen Qualität!

6 Fokussierung: Trends vom Kern weg - zum Kern hin? Traditionelles Selbstverständnis Patienten- Sicherheit garantieren Entwicklung des expliziten QM Klinisches Risikomanagement als Kernbereich des QM Qualitäts- Management QM Behandlungsqualität optimieren Hotellerie und Servicequalität optimieren

7 These 2 Patientensicherheit und Qualität Die Behandlung im Spital birgt viele Risiken. Es besteht grosser Handlungsbedarf in der Patientensicherheit - dem Kernbereich der medizinischen Qualität!

8 Ausgangspunkt Lucian Leape und der berühmte Report des Institut of Medicine

9 Jährliche Todesfälle durch Fehler/Unfälle in USA Medizin Auto Arbeitsplatz Flugfahrt n Tote

10 Die mutmasslichen Dimensionen in der Schweiz - Unerwünschte Ereignisse (Adverse Events = AE s) in Spitälern: p.a. - Vermeidbare AE s in Spitälern: p.a. - Vermeidbare (!) Todesfälle in Spitälern: p.a. - Kosten: CHF oder 6 8 Liegetage pro Fall, d.h.: Milliarden p.a. - Zusätzlich Versicherungskosten: ca CHF pro Fall - Nicht eingerechnet: volkwirtschaftlich Folgekosten und Folgekosten der Sozialversicherungen

11 Je komplexer die Aufgabe desto grösser ist die Gefahr eines Fehlers

12 Systeme die sich darauf verlassen, dass der Mensch perfekte Arbeit leistet, werden mit Sicherheit immer wieder versagen! Quelle: Folie Dr. Beat Kehrer

13 These 3 Patientensicherheit und Qualität Die Patientensicherheit kann verbessert werden. Es braucht aber einen Kulturwandel, neue Modelle, neue Ansätze und entsprechende konkrete Massnahmen.

14 Nicht die Fehler sind das Problem, sondern wie wir mit ihnen umgehen! Quelle: Folie Dr. Beat Kehrer

15 Quelle: Folie Dr. Beat Kehrer

16 Beispiel

17 Faktoren, die Fehler begünstigen können Arbeitsumgebung Team Individuum Patient Aufgaben Management Institutioneller Kontext

18 NZZ, American Journal of Surgery; Online-Publikation: doi: /j.amsjurg

19 Faktoren, die Fehler begünstigen können Arbeitsumgebung Team Individuum Patient Aufgaben / Verfahren Management Institutioneller Kontext

20 Noch vorherrschendes Modell Individuelle Ausführung Fehler Zwischenfall Verstösse Modell des einsamen Helden In Anlehnung an Folie von Dr. P. Chopard

21 INSTITUTIONELLER KONTEXT ORGANISATION & MANAGEMENT- KULTUR DIE PRAXIS BEEINFLUSSENDE FEHLERBEGÜNSTI- GENDE FAKTOREN FEHLERHAFTE VORGÄNGE ABWEHRMECHANISMEN / BARRIEREN Arbeits- und Umfeldfaktoren Unsichere Handlungen Management- Entscheidungen und organisatorische Prozesse Teamfaktoren Individuelle Faktoren (Personal) Aufgaben- und Prozessfaktoren Fehler Verstösse Zwischenfall Patientenfaktoren Adaptiertes Modell von J. Reason, aus dem London Protocol von Sally Adams und C. Vincent, Übersetzung Stiftung für Patientensicherheit, 2007Stiftung für Patientensicherheit

22 Modelle - Das Swiss cheese Model Kette von Systemproblemen J. Reason

23 These 3 Patientensicherheit und Qualität Die Patientensicherheit kann verbessert werden. Es braucht aber einen Kulturwandel, neue Modelle, neue Ansätze und entsprechende konkrete Massnahmen.

24 Was ist zu tun? 1. Sensibilisierung für einen Kulturwandel 2. Auf verschiedenen Ebenen für Probleme Lösungen entwickeln und mit konkreten Massnahmen angehen 3. Wissen verbreiten

25 Stiftung für Patientensicherheit: Was ist sie, was macht sie?

26 Stiftung für Patientensicherheit: Produkte und Lösungsansätze Schriftenreihe Literatur Flyer Beratung Schulungen Tagungen Evaluationen Planungen Know How 0 9/ Quick-Alert Nr. 1 Website Handlungs- Empfehlungen Kampagnematerial Quick Alerts

27

28 Und das zweite Opfer ( second victim ) Fehler Belastung Fehler: Ein reziproker Zyklus? Schuld Frustration Beteiligung an einem Fehler psychosoziale, gesundheitliche Folgen Angst Qualität der Versorgung, Patientensicherheit - Geringes Wohlbefinden, Depression, Burnout assoziiert mit geringer Empathie - Burnout, vor allem Depersonalisierung, verbunden mit zukünftiger, suboptimaler Patientenversorgung und Fehlern Von Prof. David Schwappach, Stiftung für Patientensicherheit Quellen: West CP. JAMA 296, p 1071 Shanafelt TD. Ann Intern Med 136, 2002, p 358 Shanafelt TD. J Gen Int Med 20, 2005, p 559

29 Prävention von Eingriffsverwechslungen

30

31 Tagungen und Schulungen

32 Zusammenfassung Patientensicherheit und medizinische Qualität These1 Patientensicherheit ist der zentralste und elementarste Teil der medizinischen Qualität! These 2 Grosser Handlungsbedarf in Patientensicherheit These 3 Die Patientensicherheit kann verbessert werden. Kulturwandel, neue Modelle, neue Ansätze und konkrete Massnahmen. Konkrete Massnahmen Stiftung für Patientensicherheit ** Förderung und Unterstützung des Prozesses zum Kulturwandel ** Probleme erkennen, Lösungen mit Partnern entwickeln ** Wissen auf verschiedenen Ebenen und mittels verschiedenen Kanäle verbreiten

33 DANKE

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