Schutz vor unbefugtem Zugriff

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1 Seite 1/7 Schutz vor unbefugtem Zugriff Speziell die zunehmende Vernetzung von Elektronikkomponenten erfordert immer weitreichendere Sicherheitskonzepte zum Schutz vor unbefugtem Zugriff. Zum Zeitpunkt der Auslieferung sind alle Sicherheitsmechanismen der auvis.box/pro für den leichten Einstieg in die Programmierung ausgeschaltet. Dies ermöglicht den vollen Zugriff auf alle Funktionen des Dieses Dokument gibt einige Hinweise zu Sicherheitsaspekten. Dabei wird eine Einschätzung nach Sicherheitslevel gegeben. Weiterhin wird die Art der Konfiguration angegeben. Dabei sind Konfigurationen, welche über die eingestellt werden, ohne Programmieraufwand zu realisieren. Ein Verständnis zur Funktionsweise von Netzwerkprotokollen wie zum Beispiel TCP, IP, ARP und Diensten wie zum Beispiel SSH, FTP wird vorausgesetzt. Vermeidung von unautorisierten Zugriffen Auf der auvis.box/pro sind zahlreiche Serverdienste aktiv. Diese lassen sich je nach Anwendungsfall und Sicherheitslevel entweder über ein Passwort schützen oder auch abschalten. Zusätzlich ist die Verschlüsselung der Kommunikation möglich. Die folgenden Abschnitte beschreiben Sicherheitsmechanismen, welche durch Softwareprogrammierung oder Konfiguration im Betriebssystem erreicht werden können. TCP/IP Netzwerksicherheit 1. Programmierung eines System Server Connection Handler (SSCH) Der SSCH wird immer dann aufgerufen, wenn sich ein Client mit einem Systemserverdienst (FTP, Telnet, Webserver, SSL Webserver, SSH) verbinden möchte. Denkbar ist zum Beispiel eine Filterung nach IP Adresse. Anwendungsprogramm s Betriebssystemservice 2. Abschalten nicht benötigter System Server Wenn beispielsweise der Telnet Zugang nicht benötigt wird, kann dieser Serverdienst auch komplett abgeschaltet werden. Damit ist das Risiko, Passwörter auszuspionieren nicht mehr relevant. Anwendungsprogramm s Betriebssystemservice 3. Implementierung eines IP Filters Mittels einer Callback Funktion lässt sich jedes der IP Header jedes Paketes vor der Verarbeitung auf dem TCP/IP Stack prüfen und gegebenenfalls verwerfen. Anwendungsprogramm s Betriebssystemservice

2 Seite 2/7 4. Implementierung eines ARP Filters Mittels einer Callback Funktion lässt sich der Inhalt jedes ARP Paketes vor der Verarbeitung auf dem TCP/IP Stack überprüfen und gegebenenfalls verwerfen. Anwendungsprogramm s Betriebssystemservice Webserver 1. Festlegung eines Root-Laufwerks Damit kann der Zugriff vom Webserver auf ein bestimmtes Laufwerk beschränkt werden. Dies ist sinnvoll bei Einsatz einer externen Speicherkarte für auvis.box/pro, zum Beispiel einer SD-Karte. 2. Festlegung eines Root-Verzeichnisses Durch Setzen eines Root-Verzeichnisses unterhalb '/' können bestimmte Verzeichnisse vor dem Zugriff per Webbrowser geschützt werden. 3. Entfernen der Standard CGI Funktion chipcfg Die chipcfg ist eine dynamische Webseite, welche Systemdatum und Zeit sowie die Konfigurationsdaten des anzeigt. Durch Abschalten lassen sich die bestimmte Konfigurationen wie beispielsweise verwendete Betriebssystemversion nicht mehr so leicht ausspähen. Anwendungsprogramm s Betriebssystemservice 4. Standardpasswort für den Dateiupload mit der HTTP PUT Methode ändern Der Standardbenutzername und das Standardpasswort lauten "WEB". Es sollten daher andere Benutzernamen und Passwörter vergeben werden. 5. Passwortschutz für bestimmte Webserver Pfade Durch den Passwortschutz lassen sich bis zu 2 Pfade mit je zwei verschiedenen Benutzernamen und Passwörtern einrichten. 6. Verschlüsselung Siehe dazu SSL Verschlüsselung (siehe Abschnitt Verschlüsselung). und Zertifikaten sehr

3 Seite 3/7 Telnet Server 1. Timeout festlegen Nach einer festgelegten Zeit trennt der Telnet Server den Client automatisch, wenn keine weiteren Zeichen vom Client empfangen wurden. 2. Login Delay Standardmäßig ist eine Zeitverzögerung aktiv, es sind keine weiteren Einstellungen notwendig. Die Zeitverzögerung startet mit 400ms und verdoppelt sich mit jeden fehlgeschlagenen Login bis zum Erreichen von 20 Sekunden. 3. Login Versuche Die Anzahl der Versuche bis zum Abbruch der Telnetverbindung beträgt standardmäßig 5. Je höher die Sicherheitseinstellungen, desto er sollte die Anzahl der Fehlversuche sein. Empfohlen wird daher ein Wert kleiner Definition von Benutzername und Passwort Der Standardbenutzername und das Standardpasswort lauten "tel". Es sollten daher andere Benutzernamen und Passwörter vergeben werden. Es können zwei unterschiedliche Logins vergeben werden. 5. Umschalten des Konsole verhindern Normalerweise kann mit der Tastenkombination STRG + F die Konsole umgeschaltet werden, um beispielsweise von einem Anwendungsprogramm, welches Eingaben per Konsole erwartet, zur Kommandozeile zu gelangen. Das Abschalten dieser Funktion verhindert das Umschalten, damit können keine weiteren Anwendungsprogramme gestartet oder beispielsweise ein Softwarereboot eingeleitet werden. FTP Server 1. Timeout festlegen Nach einer festgelegten Zeit trennt der FTP Server den Client automatisch, wenn keine weiteren Zeichen vom Client empfangen wurden.

4 Seite 4/7 2. Login Delay Standardmäßig ist eine Zeitverzögerung aktiv, es sind keine weiteren Einstellungen notwendig. Die Zeitverzögerung startet mit 400ms und verdoppelt sich mit jeden fehlgeschlagenen Login bis zum Erreichen von 20 Sekunden. 3. Definition von Benutzername und Passwort Der Standardbenutzername und das Standardpasswort lauten "ftp". Es sollten daher andere Benutzernamen und Passwörter vergeben werden. Es können zwei unterschiedliche Logins vergeben werden. 4. Root Verzeichnis für FTP Login festlegen Durch Festlegung eines Rootverzeichnisses unterhalb '/' können bestimmte Verzeichnisse vor normalen FTP Nutzern versteckt werden. 5. Laufwerk für FTP Login festlegen Damit kann der Zugriff auf ein bestimmtes Laufwerk beschränkt werden. Dies ist sinnvoll bei Einsatz einer externen Speicherkarte für auvis.box/pro, zum Beispiel einer SD-Karte. 6. Verstecken von Dateien Wie im Abschnitt Sonstiges unter Punkt 1. beschrieben, sind versteckte Dateien bei einer FTP-Sitzung nicht sichtbar. Anwendungsprogramm s Betriebssystemservice 7. Schreibzugriff sperren Es ist möglich, getrennt nach Nutzern den Schreibzugriff per FTP zu sperren. PPP Server 1. Timeout festlegen Nach einer festgelegten Zeit trennt der PPP Server den Client automatisch, wenn keine weiteren Zeichen vom Client empfangen wurden.

5 Seite 5/7 2. Definition von Benutzername und Passwort Der Standardbenutzername und das Standardpasswort lauten "ppps". Es sollten daher andere Benutzernamen und Passwörter vergeben werden. Es können zwei unterschiedliche Logins vergeben werden. TFTP Server Der TFTP Server ermöglicht den Dateitransfer nach sehr einfachem Protokoll. Dieser ist standardmäßig deaktiviert. Die Aktivierung erfolgt über die Kommandozeile der Steuerung oder auch automatisiert beim Hochfahren durch Eintragung in der autoexec.bat. Kommandozeile oder autoexec.bat Chiptool UDP Config Server Der UDP Config Server ermöglicht zahlreiche Funktionen, die beispielsweise über das Chiptool nutzbar sind. Dazu gehören unter anderem das Finden aller auvis.box/pro (en), das Ändern der IP Adresse oder das Flashen des kompletten Controllers. Denkbar ist das komplette Abschalten des Servers oder die Freigabe einzelner Funktionen, zum Teil ist dies auch passwortgeschützt möglich. bis CoDeSys Login Mittels der CoDeSys Programmierumgebung von 3S ist ein Login auf die Steuerung möglich, sofern die auvis.box/pro als Steuerung konfiguriert wurde (Runtime System geladen). Standardmäßig ist es damit über den Port 1200 möglich, Zugriff auf den vom Programmiersystem verwendeten Ordner für die Steuerungsapplikation zu erhalten. Dieser Ordner lässt sich s einem Passwort schützen. Sinnvoll ist zudem, zusätzlich alle sicherheitsrelevanten Informationen in Dateien in anderen, für das Programmiersystem nicht sichtbare Ordner, abzulegen. CoDeSys Programmiersystem Verschlüsselung 1. IPsec Standardmäßig ist diese Verschlüsselung für den TCP/IP Stack ausgeschaltet. Diese kann für einen sicheren Verbindungsaufbau zwischen PC und auvis.box/pro beispielsweise eingeschaltet werden. oder Anwendungsprogramm s Betriebssystemservice sehr

6 Seite 6/7 2. SSH Es lässt sich ein SSH Server starten, um verschlüsselte Verbindungen aufbauen zu können. Damit lässt sich jede TCP Verbindung über das Ethernet durch einen SSH-Tunnel verschlüsseln, so dass beispielsweise auch s nicht unverschlüsselt versandt werden. sehr 3. SSL Über SSL ist sichere Kommunikation mit dem internen Webserver oder auch mit einem entfernten Webserver möglich. So lassen sich spezielle passwortgeschützte Pfade auch vor dem Erspähen von Logindaten zum Beispiel schützen. (Webserver) oder Anwendungsprogramm (SSL Server und Client) sehr Sonstiges 1. Verstecken von Dateien Dateien können per Software versteckt werden, sie sind damit in einer FTP Sitzung oder auf der Kommandozeile per DIR Befehl nicht mehr sichtbar. Anwendungsprogramm s Betriebssystemservice 2. Ausführung der autoexec.bat verhindern Normalerweise kann mit der Tastenkombination STRG + C über die auf STDIN konfigurierte serielle Schnittstelle die Ausführung der autoexec.bat unterbunden werden. Damit wird der Start von Anwendungsprogrammen unterbunden. Diese Funktion sollte beispielsweise immer dann abgeschaltet werden, wenn der Zugriff auf die Konsole über die serielle Schnittstelle möglich ist und gleichzeitig die Funktion zum Umschalten der Konsole (siehe Abschnitt Telnet Server) einen Zugriff auf die Kommandozeile verhindern soll. 3. Hardwareseitige Einschränkung des Zugriffs Denkbar wäre zum Beispiel, den physischen Zugriff zu den Kommunikationskanälen einzuschränken. Hardwareanpassung sehr 4. Softwareimplementierung verschiedenster Callback-Funktionen Eigene Sicherheitsmechanismen lassen sich natürlich auch durch Implementierung eigener Callback-Funktionen in der Anwendung realisieren. Anwendungsprogramm Applikationsabhängig

7 Seite 7/7 Historie des Dokuments Version Datum Editor Veränderungen Thomas Brand Initiale Version 2 Thomas Brand - Ausführung der autoexec.bat verhindern hinzugefügt - CoDeSys Login hinzugefügt Links Webseite zu auvis.box und auvis.pro Webseite der Firma solvimus GmbH Autor Dipl.-Ing.Thomas Brand, solvimus GmbH

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