Der wolkige Desktop. Beim Vergleich von Virtualisierungslösungen

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1 Der wolkige Desktop VON JÖRG BRAUN Fast alle Virtualisierungsprodukte setzen, wenn sie nicht schon von vornherein lizenzpflichtig sind, an der einen oder anderen Stelle auf proprietäre Zusätze. Ganz anders die FOSS-Cloud: Basierend auf einem speziell konfektionierten Linux werden die Gäste auf einem Server zentral betrieben, auf den Gästen läuft nur das Ein-/Ausgabesystem. Beim Vergleich von Virtualisierungslösungen wird primär zwischen desktop- und serverbasierten Produkten unterschieden, wobei die Desktops meist lokal betrieben werden. Typische Produkte in diesem Umfeld sind VMware Workstation/ Fusion, Parallels Desktop und Oracle VirtualBox. Zentral wartbar sind diese Lösungen kaum, weil die Gastsysteme auf den lokalen Computern angelegt werden. Sobald eine zentrale Administration gefordert ist, sind deshalb VMware View auf ESX/ESXi und der Xen-basierte Citrix-Server zu bevorzugen. Positionierung Gegen diese beiden Programmpakete ist die FOSS-Cloud positioniert, von der seit Mitte April die Version verfügbar ist (nach einem Versionssprung von nach 1.0). Sie kann direkt von der DVD zu dieser freex installiert werden, woran zu sehen ist, daß es sich um eine reine Open-Source-Lösung handelt. Die Gäste werden zentral auf einem Server gehalten und ausgeführt und nur die Gastfenster auf dem Client-PC angezeigt. Die deutsch-schweizerische Koproduktion basiert auf einem Gentoo-Linux, bei dem KVM eingeschaltet ist und eine ganze Reihe benötigter Serverdienste bereits fertig vorkonfiguriert sind. In großen Installationen werden vier oder mehr Servermaschinen hochverfügbar in einem Verbund betrieben. Diese Multi-Node-Umgebung basiert auf einem primären und sekundären Master und zwei Speicher-Nodes, die über Switches verbunden sind. Außerdem können sie mit einem SAN oder NAS verbunden werden. In kleinen Installationen hält ein einzelner leistungsfähiger und zentraler Server virtuelle Maschinen vor, die der Administrator einpflegt. Dieser sogenannte Single Server befindet sich noch in Entwicklung, derzeit wird bei der Installation auf einem einzelnen Bild 1: Die Bootauswahl für die Installation der FOSS-Cloud Server von einer»demoinstallation«gesprochen, die dazu dienen soll, den Umgang mit der FOSS-Cloud zu üben. Diese Demoinstallation ist voll funktionsfähig, besitzt nur den Nachteil, daß sie wegen des einzelnen Servers nicht ausfallsicher ist. Voraussetzungen Es ist eine Binsenweisheit, daß virtuelle Maschinen ordentlich Festplatten- und Arbeitsspeicher benötigen, woraus sich die minimalen Hardwarevoraussetzungen von 8 GByte RAM und 320 GByte Plattenplatz ergeben. Diese offiziellen Zahlen lassen sich allerdings unterschreiten. Getestet und betrieben 70 5/2012

2 wurde die FOSS-Cloud auf einem Athlon X Dualcore mit 6 GByte RAM und einer 160-GByte-Platte als Einzellösung (dem sogenannten Single Node). Der Festplattenplatz spielt ohnehin keine ernstzunehmende Rolle, weil jederzeit durch Einmounten externer Datenträger in das Linux-System weiterer Speicher gewonnen werden kann. Kritischer ist der Arbeitsspeicher; mit weniger als 5 GByte RAM verweigert das vorkonfektionierte 64-Bit-Gentoo die Installation. Da es sich um ein 64-Bit-Betriebssystem handelt, ist es Selbst mit genügend Arbeitsspeicher kann man das System für Tests nicht in einer anderen virtuellen Maschine installieren, da die Installationsroutine sich weigert fortzufahren, wenn keine VT-x-Erweiterungen gefunden werden. Diese sind bei 64-Bit-Gästen sowohl unter VirtualBox als auch VMware jedoch grundsätzlich nie verfügbar (siehe Bild 2). Soll eine hochverfügbare, hoch skalierbare Serverinfrastruktur aufgesetzt werden, macht das auch keinen Sinn. Das Basissystem ist ein minimales Linux, bei dem die benötigten Dienste Deutsche Tastatur Bild 2: Alle Hardwarevoraussetzungen werden durchgeprüft. Wird wie hier beim Start in einer virtuellen Maschine die Virtualisierungserweiterung des Prozessors nicht gefunden, wird genauso abgebrochen wie bei zu wenig RAM Ist bei der FOSS-Cloud nach der Installation die schweizerische Tastatur (oder eine andere falsche Belegung) eingeschaltet, wird es problematisch, wenn auf der Konsole des Servers Wartungsarbeiten durchzuführen sind. Auch wenn die Tastenbelegung von de_de und de_ch größtenteils übereinstimmt, befinden sich beispielsweise # und * nicht an der gewohnten Stelle. Man kann die Tastaturbelegung jedoch problemlos korrigieren. Dazu wechselt man auf der Konsole nach /etc/conf.d/ und lädt die hier befindliche Datei keymaps in den vi. In dieser Datei wird die Zeile logisch, daß auch ein 64-Bit-Prozesser erwartet wird. KVM setzt weiterhin Virtualisierungserweiterungen voraus; fehlen sie, bricht die Installation ab. AMD-Prozessoren gelten offiziell als nicht getestet, funktionieren aber genauso wie intel-basierte Hardware. Bei verteilten Servern werden jeweils zwei Netzwerkkarten mit gleicher Bandbreite verlangt, die dann zusammengeschaltet werden, beim Single Node ist das nicht der Fall. Die Installation des Gentoo-Systems für den Einzelserver ist wenig kompliziert. Es war jedoch nicht möglich, die Variante ohne Framebuffer-Konsole zu booten, sie blieb grundsätzlich hängen. Dies kann aber auch am Test-PC liegen. Die restlichen Optionen des Bootmenüs (siehe Bild 1) sind reine Reparaturoptionen. Es ist weiterhin nicht möglich, die FOSS-Cloud neben einem anderen Be- triebssystem auf der selben Platte anzulegen, servertypisch wird außerdem nicht von einer Dualboot-Installation auf mehreren Festplatten ausgegangen. Was bei einer späteren echten Serverinstallation durchaus sinnvoll ist, ist auf einem Testrechner unangenehm, vor allem deshalb, weil sich der Bootmanager (ein Grub-Legacy) ohne weitere Nachfrage in den Master Boot Record der ersten Platte schreibt und eine darin befindliche vorherige Bootmanager-Installation ungefragt eliminiert. Solche Eigenheiten der Installationsprozedur sollte man vorher kennen und deshalb den Master Boot Record vorab entweder sichern oder alle Daten einer weiteren Linux-Installation vorher notieren, damit man sie später wieder in die menu.lst eintragen kann. Die Installationsroutine weist zwar mehrmals darauf hin, daß bei der Installation Daten verlorengehen können, das Einbinden anderer Partitionen ist aber trotzdem nicht vorgesehen. Die Tastaturbelegung Nach dem Booten der Installation wird man gefragt, welche Tastaturbelegung gewünscht ist, in der Regel wird das 10 für»de«sein, die schweizerische Belegung de_ch besitzt die Nummer 46. Der Rest der einfachen Textmodusinstallation kann bei einem ersten Test auf den jeweiligen Voreinstellungen belassen werden. keymap="de_ch-latin1" nach keymap="de-latin1" geändert (natürlich sind auch andere Belegungen möglich). Während des Betriebs wird die Belegung mit dem Aufruf # /etc/init.d/keymaps restart auf den in der /etc/conf.d/keymaps festgelegten Wert eingestellt. Beim nächsten Neustart gilt die geänderte Tastaturbelegung ohnehin automatisch. Bei der Version der FOSS-Cloud wurde nach der Installation immer die schweizerische Tastaturbelegung eingeschaltet, so daß diese Korrektur Pflicht war, dieser Fehler ist bei der Version nicht behoben. 5/

3 automatisch gestartet werden. Dazu gehören neben einem PHP/My SQL/ Apache-Gespann auch die Virtualisierungsroutinen und ein DHCP-Server, alles Unnütze wie speziell X ist entfernt. Das heißt aber auch, daß man die Virtualisierungsumgebung nicht in einer Testumgebung vom localhost starten kann, wenn nicht eine große Zahl Softwarepakete nachinstalliert werden soll. Inbetriebnahme FOSS-Cloud wird als Netzwerkanwendung browserbasiert konfiguriert, das Webinterface kann mit jedem AJAXbasierten Browser direkt über die Adresse der Servers geladen werden. Konten und Paßworte Damit direkt nach der Installation von außen auf den Server zugegriffen werden kann, ist von vornherein das root- Konto mit einem Paßwort ausgestattet. Für das Webfrontend gibt es außerdem ein Verwaltungskonto admin, mit dem man sich für das Betreuen der virtuellen Maschinen anmelden muß. Bei beiden Konten ist das Paßwort auf admin (in Kleinbuchstaben) vordefiniert. Das Administratorpaßwort sollte man nach dem ersten Login natürlich sofort personalisieren. Die Benutzerkonten für die FOSS-Cloud selbst werden in der Weboberfläche angelegt und auch gelöscht. Der Fehler bis zur Version 1.0.1, daß das Administratorkonto in der Weboberfläche ebenfalls gelöscht werden kann, ist in der FOSS-Cloud behoben Bild 3: Die Verwaltung beginnt immer mit dem Anlegen neuer Profile Damit virtuelle Maschinen verwaltet und betrieben werden können, sind aber auf den Clients noch einige Zusatzprogramme nötig, die in der Regel vom Administrator und auch von Nutzer der entfernten Maschinen erst installiert werden müssen. Zugriffe auf den Server selbst sind remote mit dessen root-konto und dem zugehörigen Paßwort über SSH möglich, auf Windows-Clients sollte dafür ein Programm wie PuTTY (http://www. chiark.greenend.org.uk/~sgtatham/putty/) installiert sein. Weiterhin werden die Betriebssysteme von ISO-Images aus installiert, nicht von echten CDs oder DVDs aus (alternativ möglich sind Installationen über BOOTP). Die Images müssen unter Umständen erst angelegt werden. Ist das nicht auf dem Server selbst möglich, kann das vorbereitete Image nicht aus der Weboberfläche übertragen werden, vielmehr geschieht das per SFTP, wofür eine gesonderte Anwendung benötigt wird. Unter Windows wird dafür das Programm WinSCP von Bild 4: Es wird ein neues Template angelegt Reset der Virtualisierungslösung Hat man beim Test die FOSS-Cloud kaputtgespielt, sollte man sie nicht von Grund neu installieren. Es reicht, sich als root lokal oder remote per SSH direkt in das Betriebssystem einzuloggen und den Befehl # foss-cloud-firstrun.sh aufzurufen. Damit werden alle Daten auf die Ursprungswerte zurückgesetzt. Man sollte diesen Befehl nur im äußersten Notfall aufrufen, denn er ist nicht interaktiv und beginnt sofort mit der Neuinstallation. Eigene Anpassungen gehen verloren. net/eng/download.php vorgeschlagen. Bricht die Übertragung eines (teilweise bis zu 4 GByte großen) Installations- ISO-Images ab, kann SCP den Upload fortsetzen, der dann nicht neu begonnen zu werden braucht. Übertragen werden die Gastfenster vom Server zum Client über das von Red Hat entwickelte SPICE-Protokoll. Den SPICE-Client für Windows erhält man von der Webseite der FOSS-Cloud selbst unter download/spice-client setup-2.exe oder auch von der eigentlichen Homepage unter download.html; hier findet man auch SPICE-Clients für Linux, die Quellen des speziellen SPICE-Bildschirmtreibers für Linux sowie SPICE-Gasttools für Windows. Die erwähnten Daten befinden sich nicht auf dem originalen CD-Image für die Installation der 72 5/2012

4 FOSS-Cloud bei den getesteten Versionen und 1.0.2RC4, aber auf der freex-dvd. Möchte man Gäste unter Linux importieren, werden dafür zwei Programme benötigt: ein konsolenbasiertes Backend und ein GTK-basiertes X-Programm. Wie man die beiden Anwendungen unter den wichtigsten Linux-Distributionen importiert, ist unter foss-cloud.org/en/index.php/spice-client beschrieben. Es funktioniert genauso wie der Import anderer Repositories, distributionsversions-bedingt ist also etwas linuxtypisches Gebastel nicht auszuschließen. Auf den Webseiten der spice-space. org findet man mit einer speziellen Version von Vinagre-Gtk auch einen Client für MacOS X, er zeichnete sich bei allen Tests unter Leopard und Snow Leopard aber nicht nur dadurch aus, daß keine Verbindung zum Server zu erreichen war, sondern vor allem durch den Umstand, daß er sich nicht mehr regulär beenden ließ. Für das Nokia N900 ist das Programm spicec_n900 gedacht. Es konnte mangels Hardware aber nicht getestet werden. Wie man mit den Gästen über SPICE Kontakt aufnimmt, ist systemspezifisch und gesondert beschrieben. Offiziell unterstützt werden Android und MacOS aber derzeit ohnehin nicht. Sind alle Vorbedingungen auf dem Client installiert, wird die Verwaltungsoberfläche über die IP-Adresse oder den Namen des Servers mit einem beliebigen Browser geladen. Hier muß zuerst die Sprache der Oberfläche auf Deutsch umgestellt werden, ändert man sie erst nach der Eingabe des Benutzernamens (admin) und des Paßworts (admin), werden die Eingabefelder wieder geleert. Eine Alternative ist, die Sprache erst nach der Einwahl umzustellen. Gäste einrichten Auch wenn man das Feld ankreuzt, daß sich der Browser die Benutzerangaben merken soll, funktioniert das unter Windows nicht (anders bei Linux). Das Webfrontend merkt sich teilweise auch nicht die Spracheinstellungen zwischen zwei Sitzungen. Grub-Reparatur Die Installationsroutine der FOSS-Cloud überschreibt ohne Nachfrage einen bereits installierten Bootmanager auf der ersten Festplatte. Befand sich hier zuvor ein Grub aus einer anderen Linux-Installation, können dessen Daten in der menu.lst natürlich auch in die menu.lst der FOSS-Cloud übernommen werden. Dazu muß es sich bei der vorherigen um eine Installation von Grub Legacy handeln, weil die Konfigurationsdaten von Grub 2 nicht kompatibel sind. Deshalb muß ein Grub 2 vorher zurückgefahren werden (siehe freex 3-4'12 ab Seite 20). Weiterhin wird in der FOSS-Cloud nach dem Start das Verzeichnis /boot mit dem Kernel und dem Konfigurations-Unterverzeichnis des GRUB automatisch wieder ausgehängt. Am einfachsten wird die andere (jetzt nicht mehr bootende) Grub-Konfiguration an die der FOSS-Cloud angehängt, wobei zuerst die /boot-partition eingebunden wird: # mount /boot Dann wird die originale Partition der bestehenden Linux-Installation beispielsweise nach /mount eingehängt, auf dem Testrechner befand sich das Rootverzeichnis eines opensuse 12.1 auf /dev/sdb1: # mount /dev/sbd1 /mount Dann hängt man die alte menu.lst an die der FOSS-Cloud an: # cat /mount/boot/grub/menu.lst >> /boot/grub/menu.lst # umount /mnt Jetzt bearbeitet man die konkatenierte Datei: # vi /boot/menu.lst Wichtig bei der Übernahme der Daten ist, daß man die Versionsnummern von Init-RAM-Disk und Linux-Kernel aus dem Eintrag in der menu.lst entfernt, weil bei einem Kernel-Update die Daten nicht mehr passen und vom Update-Programm der Distribution nicht korrigiert werden können. Das sollte dann beispielsweise so aussehen:... title opensuse 12.1 root (hd1,0) kernel /boot/vmlinuz root=/dev/sdb1 resume=/dev/sdb1 splash=silent quiet showopts initrd /boot/initrd... Das von der hier bestehenden opensuse-installation ebenfalls eingetragene Windows auf der ersten der drei verbauten Platten wird unverändert übernommen:... title Windows 7-i386 rootnoverity (hd0,0) chainloader +1 Die Definition des Timeouts bis zum Booten von Gentoo ist in der menu.lst der FOSS-Cloud-Installation sehr knapp eingestellt und sollte für den Multiboot-Betrieb deutlich beispielsweise auf einen Wert von 20 bis 30 Sekunden erhöht werden. Vignette 5/

5 Um überhaupt beginnen zu können, werden zuerst die ISO-Images benötigt. Die Struktur für die Virtualisierungsumgebung ist vorgegeben und befindet sich auf dem Server unterhalb von /var/ virtualization/. Alle ISO-Images müssen im Unterverzeichnis iso-choosable abgelegt sein, nicht in iso. Die weiteren Verzeichnisse vm-dynamic, vmpersistent und vm-templates nehmen die Festplattenimages der Gastsysteme auf. Alle Festplattenimages sind im qemu-typischen qcow2-format, weder der jeweilige Name noch das Format der Datei kann nach der Installation geändert werden. Nachdem die ISO-Images in das vorgegebene Verzeichnis kopiert wurden, müssen sie dem Benutzerkonto root und der Benutzergruppe vm-storage zugewiesen werden, zudem allgemein für das Lesen und Schreiben freigeschaltet Kommunikation per SPICE Bild 5: Zwei der drei vordefinierten Templates sind für die Betriebssysteminstallation in Betrieb. Sie laufen auf dem Server, ihr Bildschirm kann über das Action-Symbol mit dem Monitor auf den lokalen Bildschirm geholt werden werden, also die Attributkombination 666 zugewiesen bekommen. In iso findet man nach der Installation nur eine Datei mit dem Namen 85d7e9f a3f-b209-c12ff11c61f3.iso. Sie ist für die Installation von Windows elementar, dazu später mehr. Legt man eine neue Maschine an, wird ihr immer das Installations-ISO-Image zugeordnet, das dafür von iso-choosable nach iso umkopiert und mit einem GUID-Namen ausgestattet wird. Dies ist natürlich bei DVD-Dateien ineffizient und durchaus langwierig. Löschen darf man die Images auch nach der Installation eines Betriebs systems auf keinen Fall, weil sonst die damit verknüpften Maschinen nicht mehr gestartet werden können. Das Kopieren der Images hat übrigens den Grund, daß sie mit zusätzlichen Daten versehen werden, speziell eine GUID als Namen erhalten. In der Weboberfläche werden die virtuellen Maschinen nur vom Administrator verwaltet, aus den Templates persistente und dynamische Maschinen generiert und weiterhin Konten für die Benutzer angelegt. Aufgerufen werden die Gäste bei der Version ausschließlich über einen Administrator-Account, ab der Version bestimmt der Administrator, wer eine persistente Maschine starten darf. Bei den dynamischen Maschinen stellt sich diese Frage nicht, weil sie automatisch gestartet werden, wenn der Benutzer auf sie zugreift. Damit die Gastfenster vom Benutzer importiert werden können, muß ein SPICE- Client installiert sein und im Normalfall wird der Anwender das Fenster aus dem Webinterface durch Anklicken des entsprechenden Icons starten. Die direkte Kommunikation funktioniert aber out-of-the-box nur unter Windows. Bei Linux-Clients muß das SPICE-Protokoll erst der Anwendung zugeordnet werden. Diese Angaben hier abzudrucken, macht wenig Sinn, die jeweils passenden Daten für KDE, Gnome 2 und 3, LXDE, XFCE und Unity sollten besser direkt von in die richtigen Dateien kopiert werden. Welche das jeweils sind, ist auch auf der Webseite nachzulesen. Nach einem probeweisen Löschen der Kopie und deren Ersetzen durch einen Link (mit dem Namen der Kopie) funktionierte des Gastsystem aber immer noch. Man könnte also hier durchaus sparsamer wirtschaften. Die Oberfläche der FOSS-Cloud ist völlig anders aufgebaut als die der typischen Desktop-Virtualisierungslösungen. Das Hauptmenü am linken Rand des Browserfensters dient auch völlig anderen Zwecken als beispielsweise das Menü der PHP-VirtualBox, bei der die lokale Anwendung nachgebildet wird. Für den ersten Einstieg ist insbesondere das Hauptmenü Virtual Machine wichtig. Es besitzt die Untereinträge Persistent VMs, Dynamic VMs, VM Templates und Profiles (siehe auch Bild 3). Bei der Definition neuer Maschinen wird im lokalen Menü von unten nach oben gearbeitet, also zuerst ein Profil angelegt, aus diesem Profil ein Template geschrieben, in dem dann eine persistente oder eine dynamische Maschine erzeugt wird. Nach dem Definieren des Profils wird gleich das ISO-Image für die anzulegenden Templates umkopiert. Vorbedingungen für Windows-Gäste Grundsätzlich können mit der FOSS- Cloud ausschließlich Windows-Vista/7- und Linux-Maschinen generiert werden. Bei Windows ist der Grund darin zu finden, daß das Speichersystem einen besonderen Treiber verlangt, ohne den die Maschine die Images nicht als Festplatte erkennt. Dieser Balloon-Treiber wird zwar auf dem bereits erwähnten Image im Unterverzeichnis iso für Windows XP, Vista und Windows 7 jeweils in 32- und 64-Bit-Versionen mitgeliefert, bei Windows XP kann er aber nicht beim Booten vom zweiten Hilfs-ISO-Image geladen werden. Bei Windows 7 hingegen ist es problemlos möglich, alle für die FOSS-Cloud erforderlichen Treiber bereits bei der Installation einzubinden. Auch der Versuch, den Treiber direkt mit nlite (siehe in eine Windows-XP-Installations-CD zu integrieren, funktionierte nicht. Das Installationslaufwerk wird trotzdem nicht erkannt. Da allerdings keine Lizenzen 74 5/2012

6 von Windows XP mehr im regulären Handel erhältlich sind, ist die Fixierung auf Windows 7 nicht problematisch, ärgerlicher ist, daß die Consumer Preview von Windows 8 nicht installiert werden kann, denn der Versuch bricht mit einer Fehlermeldung ab. In FOSS-Cloud können gleichermaßen 32- und 64-Bit-Gäste installiert werden, bei Windows-Gästen muß aber immer auch bei 32-bittigen als Betriebssystemumgebung 64 Bit angegeben werden, sonst stürzt der Gast beim Herunterfahren laut der knappen Dokumentation im Wiki auf foss-cloud.org/en/index.php/user_guide_1.0.1 grundsätzlich ab. Das Wiki ist übrigens scheinbar dreigeteilt in einen Installations-, Admin- und User-Guide, der Admin-Guide ist aber bis auf den Hinweis zu den Windows-Gästen leer. Alle Basisinformationen zum Betrieb der Virtualisierungslösung befinden sich im User-Guide. Hat man das oder die Profile angelegt, wird in das Untermenü VM Templates!Erzeugen gewechselt. Hier ist für jedes Profil ein entsprechender Baum zu sehen. Erst wenn man am Ende des Bild 6: Für die Installation von Windows müssen die Treiber von der zusätzlichen CD geladen werden jeweiligen Baums angelangt ist und seine Wahl getroffen hat, werden im rechten Bildschirmbereich die Daten der Maschine erreichbar (siehe Bild 4). Einen Pool braucht man nicht anzulegen, weil ein Beispiel bereits vordefiniert ist. Besser ist es allerdings, wenn man mit eigenen Pools arbeitet und damit die Maschinen ordentlich zuweist. Was in einer kleinen Umgebung keine Pflicht ist, wird in der Multi-Node-Umgebung ein Muß. Die Auswahl des Rechners ist ebenso problemlos. Außer der Größe des Arbeitsspeichers und des Festplattenlaufwerks, der Zahl der zugewiesenen Prozessoren (1, 2 oder 4 auch bei dem Testsystem mit Dualcore-Prozessor) sowie der Justierung der BIOS-Uhr entweder auf lokale Zeit oder UTC kann nichts weiter eingestellt werden. Nach dem Anlegen des neuen Templates landet man in der zentralen Template- Verwaltung. Diese Ansicht ist deshalb wichtig, weil hier erst die eigentlichen Maschinen definiert werden. Bild 5 zeigt drei vordefinierte Templates und für jedes rechts eine Reihe von kleinen Symbolen unter der Überschrift Action. Mit dem ersten wird das Template angelegt und seine IP-Adresse angepaßt, mit dem zweiten wird das Template wieder gelöscht. Das ist dann wichtig, wenn man eine falsche Definition gespeichert, also ein veraltetes ISO-Image zugewiesen hat. In allen Fällen, bei denen sich im Test eine Maschine nicht starten ließ, half kein Basteln, sondern nur das Löschen und Neuanlegen des Templates. Der dritte Icon schaltet das Bootmedium um, leider ist aus Anwendersicht das Bild vertauscht, hier steht nicht, was gebootet wird, sondern zu was umgeschaltet werden kann. Ist hier ein Festplattensymbol zu sehen, wird vom CD/DVD-ISO-Image gestartet und natürlich muß nach der Installation des Betriebssystems das Bootmedium umgeschaltet werden. Der mit dem Tooltip use VM Template hinterlegte vierte Icon ist erst einmal funktionslos. Vom Template zur Maschine Ganz entscheidend sind weiterhin die letzten beiden Symbole. Mit dem ersten wird aus einem vorbereiteten Template eine persistente virtuelle Maschine erzeugt, mit dem letzten eine dynamische VM. Zurück zum vierten Icon: Er öffnet ein SPICE-Fenster, allerdings nur dann, wenn die Maschine das ist auch bei Templates möglich zuvor über den grünen Rechtspfeil unter Run Action gestartet wurde. Das Fenster kann man jederzeit schließen, dadurch wird die VM nicht beendet, wie man am entsprechenden Symbol unter Status erkennt. Bild 5 demonstriert auch diesen Sachverhalt. Wie zu sehen ist, laufen zwei virtuelle Linux-Maschinen. Drückt man das bei laufenden VMs kräftiger Selbstverständnis Die Entwickler legen Wert darauf, daß bei der FOSS-Cloud die Anwendungsschicht völlig von der Infrastruktur getrennt ist. So kann zum Beispiel in einer virtuellen Maschine ein Terminalserver eingerichtet werden und von einem virtuellen Desktop wird über RDP auf ihn zugegriffen. Die FOSS-Cloud stellt die Basis, um diese Dienste virtuell zur Verfügung zu stellen. Die FOSS-Cloud soll auch keineswegs für das Patch- Management virtueller Maschinen zuständig sein. Andere Tools, die auf diese Aufgabe spezialisiert sind, sollen bei Bedarf besser in der FOSS-Cloud als Server oder Service installiert werden. Diese Beschränkung rein auf die Virtualisierungsstruktur soll die vergleichsweise geringe Größe und die Schlankheit der FOSS-Cloud garantieren. 5/

7 dargestellte Bildschirmsymbol unter der Rubrik Action, wird das jeweilige Gastfenster im SPICE-Fenster geöffnet. Der letzte Schritt, der mit dem Template erfolgen muß, ist die Installation eines Gastbetriebssystems. Dazu wird der grüne nach rechts zeigende Pfeil unter Run Action gedrückt und das unterlegte Betriebssystem von CD oder DVD gestartet. Moderne Linux-Distributionen bereiten keine Probleme, alle notwendigen Treiber sind vorinstalliert. Im Zweifelsfall muß allerhöchstens der Grafiktreiber nachinstalliert werden. Er trägt normalerweise den Namen xserver-xorg-video-qxl. Im Wiki ist ein Problem mit dem Grub von Debian und Ubuntu geschildert, das aber bei Ubuntu LTS nicht auftrat. Problematischer ist die Windows-7-Installation. Keine Windows-Version enthält den passenden Festplattentreiber. Damit das Betriebssystem aufgespielt werden kann, muß die Installation regulär begonnen werden, die Setup-Routine bemängelt das fehlende Festplattenlaufwerk. An dieser Stelle muß dann der externe Treiber geladen werden (siehe Bild 6). Nach der Auswahl der Option, nach dem Treiber zu suchen, wird das zweite CD-Laufwerk ausgewählt und hier der Windows-7-Ordner gewählt. Gefunden werden insgesamt vier Treiber, die man alle anwählen kann (Bild 7), den seriellen sollte man dann aber wieder abwählen. Alle Versuche, ihn gleich mit zu installieren, führten zum Einfrieren von Windows 7. Ist die Installation abgeschlossen, kann man auch noch die externen Spice-Guest- Tools installieren. Die aktuell verfügbare Version 0.1 versucht aber auch wieder Bild 7: Die zusätzlichen Windows- Treiber können gemeinsam markiert und alle in die Installation integriert werden, der serielle Treiber muß jedoch wieder abgewählt werden, da Windows 7 nach seiner Installation einfriert den problematischen seriellen Treiber zu installieren, was dazu führt, daß Windows einfriert. Leider kann man diesen Treiber nicht abwählen (es gibt keine benutzerdefinierte Installation). Das Betriebssystem fängt sich erst wieder nach mehrfachem Zurücksetzen und Neustarten. Im Gerätemanager der Systemsteuerung findet man dann den problematischen Treiber mit der Bezeichnung PCI-Kommunikationscontroller (einfach). Er sollte besser deaktiviert (aber nicht deinstalliert) werden. Weiterhin muß der Bildschirmschoner abgeschaltet werden, weil die Maschine nach dem Abschalten des Bildschirms nicht mehr aufgeweckt werden kann. Ist das Betriebssystem installiert, kann sein Template genutzt werden. Dafür muß zuerst entschieden werden, ob eine persistente oder dynamische Maschine gewünscht ist. Der Unterschied der beiden Konzepte ist, daß persistente Maschinen für jedes Konto, dem sie zugewiesen werden, identisch sind es gibt also nur ein Image, während bei dynamischen Maschinen jedes Konto seine eigene Kopie erhält, die nach dem Herunterfahren automatisch wieder gelöscht wird. Zugewiesen wird der Typ über die beiden rechten Icons im Feld Action. Klickt man das jeweilige Symbol an, erscheint ein kleines Fenster, in dem man noch einige Voreinstellungen ändern kann. Die Option Sys Prep bei dynamischen Maschinen ist ausgeschaltet und es nützt auch nichts, sie einzuschalten, da sie derzeit funktionslos ist. Drückt man den Bestätigungsbutton, wird die komplette virtuelle Maschine umkopiert. Da das Betriebssystem bereits installiert und die Festplattendatei entsprechend groß ist, dauert das durchaus mehrere Minuten. Erst wenn der Vorgang komplett abgeschlossen ist, sollte das Dialogfenster geschlossen werden. Genutzt werden kann die Maschine damit noch immer nicht. Nicht das Template, sondern die endgültige Maschine muß jetzt noch einem oder mehreren internen Konten der FOSS-Cloud zugeordnet werden. Diese Konten brauchen auf dem Server selbst nicht als Benutzerkonten eingerichtet zu sein. Die Benutzer können auch über ein externes Directory wie beispielsweise Active Directory oder edir administriert werden. Authentisiert werden sie dann über das externe Directory, was heißt, daß die Paßwörter dann nicht in der FOSS-Cloud abgespeichert sind. Wenn die externe Anbindung eingerichtet ist, muß in diesem externen Directory lediglich ein Benutzer einer Gruppe zugewiesen werden, damit er in der FOSS-Cloud Zugriff zu seinen virtuellen Maschinen erhält. Konten Eingerichtet werden neue Konten ganz bequem im Hauptmenü Benutzer, in dem man zuerst außer dem ersten Beispielkonto alle weiteren Beispielkonten löscht und dem ersten Konto mit dem Benutzernamen admin aus Sicherheitsgründen ein anderes Paßwort vergibt. Dann werden im Untermenü Erzeugen die neuen Konten angelegt. Die als notwendig markierten Angaben sind in der aktuellen Version völlig überzogen, warum die Telefonnummer, - Adresse und das Geschlecht Pflicht sind, erschließt sich dem Autor dieses Beitrags nicht. Die -Adresse wird sogar auf und die abschließende 76 5/2012

8 Toplevel-Domain geprüft. Wichtig ist die Definition, ob ein Konto Administrator oder nur Benutzer ist. Auf Nachfrage erklärte der Hersteller FOSS Group, daß die Pflichtangaben eine Vorbereitung für den zukünftigen Self Service und das Reseller-Modul der FOSS-Cloud sind. Wird die FOSS-Cloud von einem Serviceprovider betrieben, sind die Kommunikationsinformationen zwingend, sowohl wenn der Kunde (User) einen neuen Dienst einkauft als auch bei einem Supportfall. Persistente Maschinen können direkt einem oder mehreren Konten zugeordnet werden. Dafür enthält die Tabellenzeile unter VM!Persistente VMs unter Action die Symbole mit den Tooltips Assign Users to this VM und Assign Groups to this VM. Dynamische Maschinen werden anders verwaltet. Sie werden den Konten nicht direkt zugewiesen, vielmehr kommt jetzt der Hautmenüpunkt VM Pool zum Tragen. Einem Pool (normalerweise dem vordefinierten dynamic-storagepool-01) werden über die selben Icons wie bei der persistenten Maschine alle gewünschten Konten zugewiesen. Die dynamischen Maschinen stehen dann über den Pool dem Konto beim Einloggen ebenfalls zur Verfügung (siehe Bild 8). Die Maschinen können jetzt genutzt werden vorausgesetzt ein SPICE-Client ist installiert. Einige kleinere Probleme beim Betrieb wurden allerdings nicht erwähnt. Dazu gehört eine Ausnahmebedingung, als versucht wurde, ein normales Benutzerkonto in ein Administratorkonto umzuwandeln. Das geht wohl nicht, man muß dann das Konto löschen und neu anlegen. Es war auch nicht möglich, aus dem dritten definierte Template eine persistente oder dynamische Maschine anzulegen, Bild 9 zeigt die eher merkwürdige Fehlermeldung, die auf verschiedenen Clients immer identisch aussah. Das Template selbst war dabei durchaus ohne Probleme zu starten. Fazit Es wurde schon eingangs erwähnt, daß die FOSS-Cloud einen direkten Versionssprung von auf 1.0 durchgeführt hat. Dies merkt man an einigen Stellen und wird speziell am Webinterface deutlich. Der Server selbst läuft sauber und rund und läßt keinen Grund zum Klagen. Es lohnt sich aber in jedem Fall, das System auszuprobieren, wenn man in Betracht zieht, virtuelle Linuxund Windows-7-Gastsysteme über das Netzwerk zu verteilen. Die FOSS-Group könnte sich bei konsequenter Weiterentwicklung des Systems durchaus einen guten Happen dieses nicht kleiner werdenden Markts sichern. Für eine ernsthafte Konkurrenz zu VMware und auch zu VirtualBox fehlen momentan der FOSS-Cloud aber einige Virtualisierungsfunktionen, die der unterliegende KVM/Qemu aber durchaus zur Verfügung stellt, speziell das fehlende Suspend/Resume und die Unmöglichkeit, Snapshots anzulegen, haben bei der Arbeit mit den Maschinen gestört. Das Bild 9: An diversen Stellen des Webinterfaces stößt man noch auf Probleme und manchmal selbst auf Fehler (hier in der Version 1.0.1) Bild 8: Dem Benutzerkonto stehen die hinterlegten Maschinen nur dann zur Verfügung, wenn sie der Administrator vorher eingeschaltet hat; hier sind eine persistente und eine dynamische Maschine zugewiesen Anbinden des Installationsmediums auf Dauer ist überflüssig, ein Datenträgertausch ist nicht möglich. Damit muß Software in den virtuellen Maschinen umständlich über das Netz installiert werden, Installationen aus einem Pool von ISO-Dateien, die für die Anwender freigegeben sind, gibt es nicht. Bei der Verteilung kommerzieller Software in großen Firmen mag das wegen der Lizenzverwaltung sinnvoll sein, bei Umgebungen, in denen ausschließlich mit Open Source gearbeitet wird, sieht das natürlich anders aus und ist eher lästig. Wenigstens teilweise umgangen kann diese Beschränkung damit werden, daß eigene Installations-DVDs gemastert werden, die alle benötigten Anwendungen gleich enthalten. Diesen Komfort erkauft man sich jedoch mit dem drastischen Anwachsen des Plattenverbrauchs. Diese Mängel hängen einzig daran, daß ein benutzerdefiniertes Einrichten und Verwalten virtueller Maschinen im derzeitigen Webfrontend nicht möglich ist. Hier herrscht Nachbesserungsbedarf. Zugute halten muß man der FOSS- Cloud, daß nur die einfache Version getestet und hier beschrieben wurde. Die Lösung gewinnt durch die zusätzlich mögliche komplexe und redundante Installation deutlich an Reiz. Diese aufwendige Installation ausführlich zu testen, fehlte es dem Autor dieses Beitrags schlicht an der notwendigen aufwendigen Hardware. Die Entwicklung der FOSS-Cloud wird aber mit Interesse weiter beobachtet. Dieser Beitrag konnte auch in anderer Hinsicht den Funktionsumfang nur anreißen. 5/

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