Marktkommentar Zinsen Euro-Zone

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1 Ausblick auf die Finanzmärkte

2 Marktkommentar Zinsen Euro-Zone Kurzfristige Zinsen Euro-Zone Die Geldmarktzinsen der Eurozone dürften noch über einen längeren Zeitraum auf einem rekordtiefen Niveau bleiben. Dafür sorgen sowohl die expansive Zinspolitik als auch die außerordentlichen Anleihekäufe durch die EZB. 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 3M-Euribor Gründe für anhaltend rekordtiefe Zinsen: Die Inflation dürfte sich im Jahresverlauf zwar der EZB-Zielgröße von 2,00 % annähern, aber weiterhin darunter liegen. Die EZB möchte nach wie vor über eine Schwächung des Euro die Inflation in Richtung 2,00 % steuern. Die Arbeitslosigkeit im Euroraum ist nach wie vor sehr hoch (11,1 %) und erlaubt keinen Zinsanstieg. Die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone bleibt vorerst deutlich unter ihrem Potenzialwachstum. 0, EZB-Leitzins 3-Monats-Euribor 0,05 % 0,014 % 0,05 % unter 0,05 % Langfristige Zinsen Euro-Zone Der für uns völlig überraschende Renditerückgang der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe auf 0,05 % wurde durch einen ebenso überraschenden heftigen Anstieg auf temporär über 0 % korrigiert. Auslöser dafür waren Gewinnmitnahmen aufgrund zuletzt deutlich besserer Wirtschaftsdaten. Durch den Anstieg hat sich das Renditeumfeld wieder auf ein realistischeres Niveau eingependelt. Wir erwarten eine volatile Seitwärtsbewegung der Renditen zwischen 0,25 % und 0 % (bisher 0,15 % bis 0,50 %). Wir erwarten vorerst keinen anhaltend starken Renditeanstieg. Die EZB wird mit ihrem Anleihekaufprogramm weiter steigenden Renditen entschieden entgegenwirken. Die Konjunkturentwicklung in Europa zeigt trotz der jüngsten Erholung keine Überhitzungserscheinungen und ist durch die aktuellen Entwicklungen bezüglich Griechenland erneuten Belastungen ausgesetzt. Die Unsicherheit bezüglich Griechenland macht erneut deutsche Bundesanleihen als sicheren Hafen interessant und dürfte damit das Renditeniveau drücken. 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 0,0 Rendite 10 J Bund Renditen 10J Euro-Staatsanleihen 0,764 % 0,25 % 0 % Ein erneuter starker Renditerückgang unter 0,25 % ist trotzdem nicht wahrscheinlich. Die Zinstrendwende steht in den USA unmittelbar bevor. Die Konjunkturdaten haben sich gegenüber Jahresbeginn deutlich verbessert. Die Inflation dürfte in den kommenden Monaten moderat steigen. Der schwächere Euro und der gesunkene Ölpreis stützen weiterhin die Konjunktur.

3 Marktkommentar Zinsen USA Kurzfristige Zinsen USA Wir rechnen mit einer ersten Leitzinserhöhung durch die FED im Jahresverlauf. Nach einer temporären Schwäche im ersten Quartal zeigen die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten ein solides Wirtschaftswachstum an. Die leichte Korrektur des US-Dollar zum Euro hat mehr Raum für eine Zinserhöhung geschaffen (US-Notenbank ist nicht an einem zu starken Dollar interessiert). Der robuste Arbeitsmarkt (Arbeitslosenquote 5,5 %) und die jüngst guten Zahlen vom Immobilienmarkt geben den Befürwortern einer Zinserhöhung ein weiteres Argument. Allerdings bleibt die US-Notenbank bei ihrer Strategie der vorsichtigen Zinserhöhung und legt sich zeitlich noch nicht exakt fest. Auch die aktuell sehr niedrige Inflation spricht gegen einen stärkeren Zinsanstieg. 7,0 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 0,0 FED Funds (US-Leitzins) 3-Monats-Libor 3M-USD-Libor 0,00 % 0,25 % 0,28 % 0,50 % 0,30 % 0,60 % Langfristige Zinsen USA Wir erwarten eine Fortsetzung des leicht steigenden Zinstrends und erhöhen unsere Bandbreite um jeweils 0,25 % auf 2,00 % bis 2,75 %. 7,0 6,0 5,0 4,0 Renditen 10J US-Treasuries Begründung: Die erwartete Anhebung der Leitzinsen durch die FED sollte auch zu leicht steigenden Langfristzinsen führen. Die Konjunkturschwäche im ersten Quartal hat sich nicht als nachhaltig erwiesen. Aber: Die Inflationserwartungen haben sich seit Jahresbeginn in den USA erhöht. Wir sehen auch in den USA keinen starken Renditeanstieg, da der Zinsvorsprung gegenüber Euro und Yen bereits sehr hoch ist und zehnjährige Treasuries eine sehr hohe Realrendite aufweisen. 3,0 2,0 10 J. Treasuries 2,33 % 2,00 % 2,75 %

4 Marktkommentar US-Dollar US-Dollar Die Korrektur des USD zum EUR sollte demnächst zu Ende sein: wir erwarten eine Fortsetzung des USD- Aufwärtstrends in Richtung Parität und behalten unsere Bandbreite bei. Die stark überkaufte Situation des USD hat sich durch die jüngste Korrektur abgebaut. Damit ist auch die Konjunkturerholung in der Eurozone zunehmend im Wechselkurs eingepreist. Bessere US-Konjunkturdaten sollten somit den USD wieder stärken. Zudem könnten die Konjunkturdaten in der Eurozone unter der Griechenland-Krise leiden. Die Zinstrendwende in den USA ist damit näher gerückt. US-Treasuries liefern einen deutlichen Renditevorteil gegenüber Euro-Staatsanleihen. Auch das gegensätzliche Agieren der Notenbanken spricht für eine weitere Befestigung des USD. Aber: Die US-Notenbank wird immer wieder verbal versuchen, einer starken Aufwertung des US-Dollar entgegenzuwirken, wodurch temporär immer wieder Korrekturen ausgelöst werden können. 1,7 1,6 1,5 1,4 1,3 1,2 1,1 0,9 0,8 EUR/USD EUR/USD 1, ,15

5 Marktkommentar Schweizer Franken Schweizer Franken Wir halten an der von uns zuletzt festgelegten Bandbreite zum Euro fest (0 1,10), sehen aber den Franken als leicht überbewertet an. 1,7 1,6 1,5 1,4 1,3 EUR/CHF Die stark negativen Sätze in weiten Bereichen der Renditekurve sowie diverse Interventionen der Schweizer Nationalbank sollten eine weitere Aufwertung des Schweizer Frankens verhindern. Der Schweizer Franken ist gemäß Kaufkraftparität zum Euro deutlich überbewertet. Eine trübe Wirtschaftsstimmung sowie fallende Preise sprechen für eine anhaltend expansive Geldpolitik und damit einen schwächeren Franken. 1,2 1,1 0,9 EUR/CHF ,

6 Marktkommentar Gold Gold Der Goldpreis verharrte, wie von uns prognostiziert, in einer Seitwärtsbewegung. Wir erwarten gegen Ende des dritten Quartals 2015 eine Erholung, behalten aber vorerst unsere aktuelle Bandbreite (USD bis USD 1.300) bei. Kurse unter USD sind Kaufgelegenheiten. Wir sehen den Goldpreis nach unten abgesichert. Die Stimmung bezüglich des Goldpreises ist negativ (antizyklisches Investment). Um den Preis von USD besteht charttechnisch eine starke Unterstützung. Saisonal ist ab Mitte August mit steigenden Goldnotierungen zu rechnen. Die wichtigsten Notenbanken werden die Zinsen historisch gesehen sehr niedrig halten und dies sollte sich positiv auf den Goldpreis auswirken. Wir erwarten gegen Jahresende eine ansteigende Inflationsrate. Die derzeitigen Produktionskosten nur knapp unter dem derzeitigen Preisniveau liegen. Aber: Die Angst vor einem stärkeren US-Zinsanstieg belastet den Goldpreis. Der von uns fester erwartete US-Dollar sollte vorerst einem Preisanstieg im Wege stehen. Aktuell befinden sich Investoren im Risk-on -Modus und bevorzugen Anlageklassen wie Aktien, Hochzinsund Emerging Markets-Anleihen. Die historische Öl-Gold-Relation spricht für Kurse zwischen USD und USD Goldpreis in USD Gold in USD 1.172,

7 Marktkommentar Aktien Aktien Die von uns erwartete Korrektur ist im zweiten Quartal eingetreten und hat für eine Bereinigung der stark überkauften Lage gesorgt. Trotzdem rechnen wir nicht damit, dass sich der starke Aufwärtstrend des ersten Quartals bereits in den nächsten Monaten fortsetzt. Aufgrund der mangelnden Anlagealternativen sehen wir aber in einer möglichen Schwäche im Sommer eine eindeutige Kaufgelegenheit. Wir reduzieren unsere Bandbreite im Euro-Stoxx 50 auf bis (bisher bis 3.850) und behalten die Bandbreite im S&P 500 von bis bei. Aktien bleiben in Relation zu den meisten anderen Anlageklassen attraktiv. Auch leichte Zinsanhebungen der US-Notenbank sollten sich grundsätzlich positiv auf die Aktienmarktentwicklung auswirken, da sie das positive konjunkturelle Umfeld bestätigen (siehe Historie). Der deutlich gesunkene Ölpreis sollte 2015 die Margen vieler Unternehmen erhöhen und den steigenden Gewinntrend unterstützen. Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten deuten sowohl in Europa als auch in den USA auf eine verbesserte Wirtschaftsentwicklung hin und sorgen somit für ein aktienfreundliches Umfeld. Aber: Aufgrund der dramatischen Ereignisse in Griechenland hat sich die Unsicherheit an den Märkten merklich erhöht. Die konjunkturelle Stimmung könnte dadurch temporär belastet werden (höhere Volatilität zu erwarten). Historisch gesehen sind Aktien sowohl in den USA als auch in Europa nicht mehr günstig. Saisonal ist im dritten Quartal nur selten mit einer guten Aktienmarktentwicklung zu rechnen. Die stark gestiegene Volatilität an den Anleihemärkten sorgt vorübergehend auch bei den Aktieninvestoren für Verunsicherung EuroStoxx 50 S&P 500 EuroStoxx 50- Europa S&P 500 -USA 3.424, ,

8 Privatkunden Veranlagung Tirolinvest Kapitalanlagegesellschaft m.b.h. Sparkassenplatz 1, 6020 Innsbruck Telefon: +43 (0) Telefax: +43 (0) Diese Unterlage ist weder ein Anbot noch eine Einladung zur Anbotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Sie dient als zusätzliche Information für unsere Anleger und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Redaktionsschluss am 2. Juli Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse unserer Anleger hinsichtlich Ertrag, steuerlicher Situation oder Risikobereitschaft. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Obwohl wir die von uns beanspruchten Quellen als verlässlich einstufen, übernehmen wir für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier wiedergegebenen Informationen keine Haftung. Tirolinvest wird in Österreich von der Finanzmarktaufsicht (FMA), Otto- Wagner-Platz 5, 1090 Wien, beaufsichtigt. Quelle der Grafiken: Bloomberg Foto Titelseite: Patrick Centurioni

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