Wie kann ich Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer begleiten?

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1 Wie kann ich Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer begleiten? Ein Leitfaden mit Folder für Angehörige und Betroffene Projektarbeit im Interprofessionellen Basislehrgang Palliative Care in Graz 2011/2012 Daniela Jahn-Kuch, Renate Krammer, Elke Liebminger, Sonja Moik, Annemarie Winkler Abgabetermin:

2 Die verwendete weibliche bzw. männliche Sprachform dient der leichteren Lesbarkeit und meint immer auch das jeweils andere Geschlecht Seite 1

3 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Was verstehen wir unter Trauer Wie geht unsere Gesellschaft mit den Themen Sterben, Tod und Trauer um? Ein historischer Rückblick Ein Blick auf die gegenwärtige Situation Modellvorstellungen von Trauer und Verlust Das Modell nach Yorick Spiegel Das Modell nach Verena Kast Trauer im Kindes- und Jugendalter Kinder unter 3 Jahren Welche Vorstellungen haben Kinder unter 3 Jahren vom Tod? Die Entwicklung des Todeskonzeptes Welche Reaktionen zeigen Kinder unter 3 Jahren in der Trauer? Wie kann ich Kinder unter 3 Jahren im Trauerprozess begleiten? Kinder zwischen 3 und 5 Jahren Welche Vorstellungen haben Kinder zwischen 3 und 5 Jahren vom Tod? Die Entwicklung des Todeskonzeptes Welche Reaktionen zeigen Kinder zwischen 3 und 5 Jahren in der Trauer? Wie kann ich Kinder zwischen 3 und 5 Jahren im Trauerprozess begleiten? Besuch im Kindergarten Kinder zwischen 6 und 9 Jahren Welche Vorstellungen haben Kinder zwischen 6 und 9 Jahren vom Tod? Die Entwicklung des Todeskonzeptes Welche Reaktionen zeigen Kinder zwischen 6 und 9 Jahren in der Trauer? Wie kann ich Kinder zwischen 6 und 9 Jahren im Trauerprozess begleiten? Fallbeispiel meiner Tochter Laura Kinder zwischen 10 und 14 Jahren Welche Vorstellungen haben Kinder zwischen 10 und 14 Jahren vom Tod? Die Entwicklung des Todeskonzeptes Seite 2

4 Welche Reaktionen zeigen Kinder zwischen 10 und 14 Jahren in der Trauer? Wie kann ich Kinder zwischen 10 und 14 Jahren im Trauerprozess begleiten? Fallbeispiel von einer Palliativstation Besuch einer Schulklasse Zusammenfassung Literaturempfehlungen Literatur für Kinder Literatur für Erwachsene Internetempfehlungen / Hilfsorganisationen Literaturverzeichnis Anhang Seite 3

5 1. Einleitung Wir sind ein rein weibliches Projektteam, alles Mütter und beruflich in einem ähnlichen medizinischen Feld tätig. Das Ziel unserer gemeinsamen Arbeit ist das Erstellen eines Informationsfolders für Eltern und Bezugspersonen, der im Fall eines familiären Todesfalles, Hilfestellung und Orientierung für den Umgang mit trauernden Kindern und Jugendlichen bieten soll. Der Folder präsentiert die Essenz der hier vorliegenden Arbeit, die - basierend auf Literaturrecherche, Gesprächen mit Kindern, Eltern und Pädagogen und ergänzt um vielfältige persönliche private und berufliche Erfahrungen - auch die verschiedenen beruflichen und privaten Blickwinkel jedes einzelnen Teammitglieds widerspiegeln soll. Wir möchten uns im Folgenden kurz vorstellen und erläutern, warum wir uns für das Thema Wie kann ich Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer begleiten? entschieden haben. Annemarie Winkler, DGKS Ich arbeite seit über 2 ½ Jahren als diplomierte Krankenschwester im LKH Fürstenfeld in der Palliativeinheit. Es bestand schon lange der Wunsch von mir auf einer Station zu arbeiten, die es ermöglicht den Mensch würdevoll und ganzheitlich in seinem Leiden und Sterben zu begleiten. Durch meine beruflichen sowie privaten Erfahrungen habe ich gesehen, wie unsicher und hilflos man als Erwachsener oft ist, Kinder in der Trauerarbeit zu begleiten. Da ich auch selbst Mutter bin, war es mir ein großes Bedürfnis an dieser Projektarbeit teilzunehmen, mich mit diesem Thema zu beschäftigen und mir Wissen anzueignen. Die Projektarbeit sollte mein Wissen zum Thema Trauerarbeit mit Kindern und Jugendlichen erweitern und mir mehr Sicherheit im Umgang mit Kindern als Trauernde ermöglichen. Es ist mir wichtig im beruflichen wie im privaten Bereich Trauernden eine Stütze zu sein und Hilfestellungen geben zu können. Seite 4

6 Sonja Moik, DGKKS, LfGuK, MSc Ich habe nach meiner Ausbildung zur "Kinderkrankenschwester" 12 Jahre in der "Erwachsenenpflege" gearbeitet. Parallel (und seit nunmehr 16 1/2 Jahren) habe ich mit der Unterrichtstätigkeit begonnen - zuerst in der Heimhilfenausbildung, dann Pflegehilfe, weiter im Vorbereitungsjahr (10. Schulstufe) und nun wieder seit 2007 in der Pflegehilfe. In meiner Zeit am Krankenbett hatte ich nicht viel mit trauernden Kindern zu tun. Und auch im Unterrichtsfach "Palliativpflege" in der Pflegehilfeausbildung ist die Pflege von trauernden Kindern eine Randerscheinung. Neugier und Lust auf dieses Thema bekam ich im Interprofessionellen Basislehrgang Palliative Care - und habe mich deshalb auch für diese Arbeitsgruppe entschieden. Ich erhoffte mir Anreize für meine Unterrichtstätigkeit - vieles an Neuem, das ich verwenden und weitergeben kann - mir aber auch im privaten Bereich und bei meiner Arbeit mit den Schülern auf Station hilfreich sein kann. Und ich war auch gespannt auf die Erfahrungen meiner Gruppenmitglieder, die sie in ihren Arbeitsbereichen schon gemacht haben bzw. mit welchen Problemen sie dabei konfrontiert waren. Elke Liebminger, PH: Das Thema Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen hat mich aus zweierlei Gründen sofort angesprochen. Einerseits bin ich seit nunmehr sechs Jahren auf der Palliativstation in Leoben tätig und täglich mit Sterbenden und deren Angehörigen konfrontiert. Andererseits musste ich privat vor einem Jahr einen Schicksalsschlag erdulden als die Uroma meiner Kinder verstorben ist. Die Problematik bestand für mich weniger darin, selbst mit dem Todesfall überfordert zu sein, sondern darin, wie ich meine beiden Kinder behutsam in ihrer Trauer begleiten sollte. Die Urgroßmutter starb zuhause, sie wurde anschließend von mir gewaschen und gekleidet um daraufhin der gesamten Familie einen bewussten und liebevollen Abschied zu ermöglichen. Mein älterer Sohn, zu dieser Zeit gerade 16 Jahre alt, legte sich jedoch quer und reagierte zu meinem Erstaunen anfangs absolut bockig, zickig und kalt. Ich Seite 5

7 war wie überfahren und konnte dieses Verhalten seinerseits nicht verstehen. Der zweite Versuch ihn davon zu überzeugen, sich von seiner Uroma zu verabschieden gelang nur, weil ich mit ihm alleine den Raum betrat. Ihm war bewusst, dass er seine Fassung verlieren würde und dies konnte er neben Großeltern, Tanten usw. nicht zulassen. Als diese Hürde geschafft war, verlief der Rest wie selbstverständlich und alles war wieder in Ordnung. Im Nachhinein hatte er sich auch bei mir für meine Hartnäckigkeit bedankt, da er sich nie verziehen hätte, seiner Urgroßmutter nicht die letzte Ehre erwiesen zu haben. Es war ihm wichtig, ihr auch persönlich und ein letztes Mal sagen zu können, wie stark seine Liebe ihr gegenüber auch über den Tod hinaus bestehen würde. Renate Krammer, Dr.med. Ich bin Ärztin und arbeite an der Neurologie Knittelfeld und im MPT Judenburg/Knittelfeld, bin verheiratet und Mutter von 3 Kindern im Alter von 6, 8 und 17 Jahren. In meiner Familie bemühe ich mich die Themen Verlust, Trauer, aber auch Tod und Sterben zu erspüren, zu hören und aufzugreifen. Kinder erleben im Laufe ihres Lebens sehr viele Verluste und für sie traurige Ereignisse, welche sie zu meistern lernen. Sie greifen später auf erlernte Strategien auch aus der frühen Kindheit zur Bewältigung von Trauer zurück, sodass es besonders wichtig ist, achtsam mit Trauer von Kindern umzugehen und ihnen Möglichkeiten zu zeigen, wie sie gestärkt aus einer schwierigen Situation herauskommen können. Gelegentlich ergeben sich natürlich aufgrund meines Berufes und meiner auch persönlichen Betroffenheit durch die Arbeit mehr Gespräche über Sterben und Tod. Meine jüngeren Kinder interessieren sich sehr für das Alter der Verwandten und sie wollen damit besser abschätzen können, wer als nächster sterben wird. Sie haben bisher noch keinen Verlust im näheren Verwandten- und Bekanntenkreis erlebt. Meine große Tochter hat im Rahmen des Ministrierens einige Begräbnisse und Rituale in unserer ländlichen Gegend mitfeiern dürfen und ist so auf natürliche Art und Weise mit diesem Thema konfrontiert worden. Ich hoffe, dass meine Kinder wissen, wann immer es für sie schwierige Abschiede geben wird, dass sie sich an mich oder meinen Mann wenden können oder auch gute Freunde finden, die ihnen in schwierigen Zeiten beistehen werden. Seite 6

8 In meiner bisherigen Arbeit und auch im Bekanntenkreis wird mir immer wieder bewusst, wie belastend Kinder als Angehörige für mich sind. Für mich stellt einerseits die tiefe persönliche Betroffenheit vor dem Schicksal dieser Kinder, andererseits auch die Angst nicht professionell genug zu sein, aber auch die oft fehlende Beziehung zu den betroffenen Kindern, eine große Herausforderung dar. Daher scheint es mir wichtig, entweder die Bezugspersonen (Eltern, Verwandte aber auch Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen) in ihrer Begleitung zu unterstützen oder eine längerfristige persönliche Betreuung anzustreben. Besonders wichtig erscheint mir die Tatsache, dass Kinder als trauernde Angehörige nicht übersehen werden. Es sollte explizit nach ihnen gefragt werden. Daniela Jahn-Kuch, Dr.med. Ich bin Ärztin und Mutter von 1 ½ jährigen Zwillingsbuben. Das Thema Wie kann ich Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer begleiten? hat mich daher sofort angesprochen sowohl aus beruflichem als auch aus privatem Interesse. Mir ist klar, dass meine Kinder früher oder später mit dem Thema Sterben und Tod konfrontiert sein werden. Insofern ist es für mich sehr passend mich mit dieser Thematik zu befassen, um einfach besser vorbereitet zu sein. Als Ärztin hatte ich schon vor einiger Zeit ein Schlüsselerlebnis, das mir die Grenzen meiner Fähigkeiten im Umgang mit trauernden Kindern schmerzhaft vor Augen geführt hat. Während meiner Assistenzarzttätigkeit war ich sechs Jahre lang an einer onkologischen Abteilung tätig. Der Umgang mit Schwerstkranken und deren Angehörigen war also Teil meines beruflichen Alltags. Obwohl natürlich viele unserer Patienten Kinder oder Enkelkinder hatten, war ich erstaunlich selten mit den Bedürfnissen trauernder Kinder konfrontiert. Es war mir daher auch gar nicht bewusst wie hilflos und unsicher ich reagieren würde, bis wir eines Tages eine junge philippinische Mutter mit fortgeschrittenem Brustkrebs im Endstadium aufnahmen. Die Frau wurde von ihrem 10jährigen Sohn begleitet, der tagsüber nicht von ihrer Seite wich und nur zum Schlafen von Verwandten abgeholt wurde. Aufgrund der Sprachbarriere die beiden konnten kein Deutsch konnte bei Visiten nur mittels hilfreicher Übersetzungsangebote philippinischer Krankenschwestern kommuniziert Seite 7

9 werden. Aber auch ohne Übersetzung war klar, dass sich Mutter und Sohn in höchster seelischer Not befanden. Die Mutter wollte keinesfalls, dass der Sohn über ihren baldigen Tod aufgeklärt würde. Ich hielt das persönlich nicht für das richtige Vorgehen, habe es aber vermieden, mich mit den Motiven der Patientin auseinanderzusetzen. Die Frau starb und zurück blieb ein zutiefst verzweifelter Sohn, der sich weinend an seine tote Mutter klammerte und niemanden an sich ran ließ. Immer wieder muss ich seitdem an dieses Kind denken und überlege, was ich /wir anders machen hätte(n) können. Jetzt erst ist mir klar, dass ich Sprachbarriere hin oder her- von mir aus ein Gespräch mit der Patientin suchen hätte müssen. Nicht um sie umzustimmen, sondern um ihr zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Vielleicht wäre es möglich gewesen, gemeinsam eine Möglichkeit zu finden, wie man ihren Sohn behutsam auf ihren Tod vorbereiten hätte können. Damals habe ich mich nur hilflos und sprachlos gefühlt. Umso mehr freue ich mich, dass ich nun die Gelegenheit habe mir im Rahmen dieser Projektarbeit Wissen im Umgang mit trauernden Kindern anzueignen. Seite 8

10 2. Was verstehen wir unter Trauer von Sonja Moik Trauer ist Ausdruck eines Verlustes. Jeder erlebt und verarbeitet Trauer auf seine eigene Weise. Trauer muss nicht unmittelbar mit Tod zu tun haben. Auch der Verlust von Mobilität kann zum Beispiel zu Trauer führen. In der Literatur finden wir verschiedene Definitionen der Trauer. Sigmund Freud etwa beschrieb 1917 in seinem berühmten Aufsatz Trauer und Melancholie (Ausgabe 1982) Trauer wie folgt: Trauer ist regelmäßig die Reaktion auf den Verlust einer geliebten Person oder einer an ihre Stelle gerückten Abstraktion wie Vaterland, Freiheit, ein Ideal usw. [ ]Es ist auch bemerkenswert, dass es uns niemals einfällt, die Trauer als einen krankhaften Zustand zu betrachten und dem Arzt zur Behandlung zu übergeben, obwohl sie schwere Abweichungen vom normalen Leben mit sich bringt. Wir vertrauen darauf, dass sie nach einem gewissen Zeitraum überwunden sein wird und halten eine Störung derselben für unzweckmäßig, selbst für schädlich. 1 Martin Klumpp beschreibt Trauer als [ ]eine unwillkürliche psychische Reaktion des Menschen auf Verlusterfahrung. Wenn ein Mensch sich einer Operation unterziehen muss und wenn dabei sein Körper verletzt wird, entstehen Schmerzen. Genauso selbstverständlich entstehen nach Verlusten psychische und seelische Schmerzen. Menschen, die sich diese Schmerzen nicht zumuten wollen oder nicht zutrauen, können versuchen, sie zu überspielen, oder sich zu betäuben. Die Verletzung der Seele wird dadurch nicht verhindert. Wir können gewissermaßen gar nicht entscheiden, ob wir trauern wollen oder nicht. Sie sucht uns heim und steckt in uns. 2 1 Husebø,2006, S Klumpp,2006, S. 316 Seite 9

11 Die Trauer ist der gefühlsmäßige Ausdruck für den Verlust von etwas Bedeutsamen in unserem Leben und Trauern ist eine gesunde, lebensnotwendige und kreative Reaktion auf Verlust und Trennungsereignisse. 3 Im Gesundheits - Brockhaus wird Trauer wie folgt definiert: Trauer, das schmerzl. Innewerden eines Verlusts von Personen oder Sachen ( Objektverlust), zu denen ein Sinnbezug bestand; auch nach enttäuschenden Erlebnissen ist T. eine natürliche Reaktion, die sich i.d.r. je nach Veranlagung über einen bestimmten Zeitraum (bis zu 2 Jahren) hinweg mit schwindendem Interesse an der Umwelt, den alltägl. Belangen der eigenen Person (Ernährung, Pflege) und seel. Verstimmung bis zur Depression verbindet. Für die Überwindung der T. die Stress bedeuten kann, ist Trauerarbeit erforderlich. [...] 4 Das Wikipedia Lexikon definiert Trauer als [...] einen emotionalen Zustand ein Gefühl der Niedergeschlagenheit, einen Mangel an Lebensfreude (kurzfristig oder länger andauernd) usw; einen Prozess bei der Bewältigung von Krankheit oder Tod insbes. eines geliebten Menschen, aber auch von einem sonstigen schweren Verlust; eine besondere Art der Kleidung, welche als Ausdruck des Schmerzes über den Verlust einer nahestehenden Person getragen wird ( Trauer tragen ); einen offiziellen Zustand, der von der Regierung bei Unglücksfällen oder nach dem Tod einer hochrangigen Person verordnet werden kann. 5 3 Nagele, 2005, S Der Gesundheits Brockhaus, 1990,S Das Wikipedia Lexikon,2008, S. 867f Seite 10

12 3. Wie geht unsere Gesellschaft mit den Themen Sterben, Tod und Trauer um? von Daniela Jahn-Kuch Sterben und Tod gehören zum Leben wie die Geburt selbst. Jeder Mensch wird geboren und jeder Mensch wird sterben. Zwei elementare Ereignisse im Leben, derer sich kein Mensch entziehen kann. Während die Geburt eines Kindes im Allgemeinen große Freude bei den werdenden Eltern wie auch bei Familie, Freunden und Bekannten auslöst und groß gefeiert wird, verläuft das Sterben eines Menschen vergleichsweise leise ohne große Anteilnahme der Öffentlichkeit. Wenngleich der Beisetzung des Verstorbenen vor allem im ländlichen Bereich weiterhin eine gewisse öffentliche und gemeinschaftliche Aufmerksamkeit mittels über Jahrzehnte tradierter Begräbnisrituale wie dem Aufbahren der Leiche, dem Verschicken von Partezetteln, dem Abhalten eines Kondolenzbesuches etc. zu Teil wird, verläuft das Sterben selbst unabhängig von Ursache und Dauer meist still wenn nicht sogar einsam, bestenfalls unter Begleitung der engsten Vertrauten. Die Geburt als laut gefeierter positiv besetzter Anfang des Lebens auf der einen Seite der Tod als totgeschwiegenes, Sprachlosigkeit hervorrufendes negativ besetztes Ende des Lebens auf der anderen Seite? Warum zählen Sterben, Tod und Trauer zu den großen Tabuthemen unserer modernen aufgeklärten Gesellschaft? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, möchte ich zunächst ein wenig in die Vergangenheit dieser Thematik eintauchen. Seite 11

13 3.1. Ein historischer Rückblick Betrachtet man die 4 Modelle des Systems Tod wie vom französischen Mediävisten und Historiker Philippe Ariès beschrieben, erhält man einen guten Einblick in die Entwicklung des Umgangs der westlichen Gesellschaft mit Sterben und Tod während der letzten Jahrhunderte. [ ]Ariès behauptete, dass die Einstellungen zum Tod im Verlauf der Jahrhunderte Indikatoren für das Bewusstsein des Menschen von sich selbst und seines Grades an Individualität sind 6 Aufgrund der kurzen Lebenserwartung bedingt durch Seuchen, Hungersnöte, Kriege und der hohen Sterblichkeit von Müttern und Kindern waren die Menschen im frühen Mittelalter an den alltäglichen Umgang mit Sterben und Tod gewöhnt. Ariès bezeichnet dieses erste Modell vom Tod als den gezähmten Tod. 7 Die vorherrschenden sozioökonomischen Umstände bedingten zwangsläufig eine hohe Kindersterblichkeit, daher waren Familien um eine möglichst hohe Zahl an Nachwuchs bemüht. Fruchtbarkeit wurde als Schutz der Gesellschaft vor den Verwüstungen des Todes gewertet 8. Eine solche Vertrautheit mit dem Tod bewirkte offensichtlich ein bewussteres Sterben als viele Menschen es heute erleben. Der Tod wurde nicht als irgendeine entfernte Möglichkeit gesehen, sondern als ein integraler Bestandteil des Lebens. Das Sterben war öffentlich; [ ]Die Betreuung des Sterbenden und die Durchführung der Beerdigung waren die Aufgaben der Familie, nicht von Berufsgruppen außerhalb der Familie[ ] Alles in allem stellt diese Einstellung des gezähmten Todes eine Haltung dar, in der die Sterblichkeit als Teil der menschlichen Existenz still akzeptiert wird. 9 Die zweite historische Orientierung ( Jhd) nach Ariès rückt den eigenen Tod in den Mittelpunkt. Die Inszenierung des eigenen Todes, die Hoffnung auf Unsterblichkeit der Seele und die Angst vor der Hölle sind die Eckpfeiler im Umgang mit der eigenen Vergänglichkeit. Es ist auch die Zeit, in der das Verfassen eines Testaments und das Aufstellen von Grabsteinen, die Zeugnis von den Taten des 6 Morgan, 2003, S.21 7 Ariès, 1980, S.42 8 Vgl. Morgan Morgan 2003, S.22 Seite 12

14 eigenen Lebens geben sollten, modern wurden. Während zu jener Zeit eine Beförderung des Seelenheils eines Verstorbenen durch tätige Fürbitten, Ablasskauf und ähnliches durch die Verwandten für möglich gehalten wurde und entsprechende Dienste daher florierten, brachte der im 16. Jahrhundert aufkeimende Protestantismus nicht nur eine Reform der Kirche als solche sondern auch einen gesellschaftlichen Umbruch in Hinblick auf den Umgang mit dem Tod mit sich. So wurden erstmals außerhalb der Stadtgrenzen reguläre Friedhöfe angelegt, die bisher gewohnte Bestattung der Toten in der Kirche oder im Kirchhof zur Beförderung des Seelenheils des Verstorbenen fand ein Ende. Im Protestantismus wurde das Heil der Verstorbenen allein Gott überantwortet. Da das Fegefeuer verworfen wurde, verlor die tätige Fürbitte der Lebenden für die Verstorbenen ihre Bedeutung. Waren noch in der altgläubig-katholischen Welt des Mittelalters die Bereiche der Lebenden und Toten nicht scharf voneinander geschieden, so zog der Protestantismus hier eine deutlichere Grenze und widmete dem diesseitigen, weltlichen Leben stärkere Aufmerksamkeit. 12 Im 19. Jahrhundert bildete sich laut Ariès eine dritte Orientierung heraus: Der Tod des anderen. 13 Man sah das Leben als etwas, das Bedeutung in erster Linie durch Beziehungen hat, und folglich wurde der Tod als der Verlust einer Beziehung verstanden [ ] Sterben wurde nicht betrauert als der Verlust der Gemeinschaft, als das Ende des Lebens oder als Jüngstes Gericht, sondern als körperliche Trennung von geliebten Personen. 14 Auch die Etablierung von professionellen Bestattungsunternehmen ab dem 19. Jahrhundert muss als Mitursache für die zunehmende Entfremdung des Individuums vom Umgang mit dem Tod bzw. Toten angesehen werden. Bestatter übernahmen in weiterer Folge Dienste am Toten wie Waschung und Kleidung und die Organisation der Bestattung, die vormals von der Familie und der Gemeinschaft versehen wurden. Die Errichtung von Krematoriumsbauten primär gegen den Willen der Kirche und die 10 Vgl. Aries, Vgl. Morgan, Fischer 2010, S Aries,1980, S. 519f 14 Morgan 2003, S. 24 Seite 13

15 Einführung der Feuerbestattung ab 1878 trieben die Technisierung des Todes weiter voran Ein Blick auf die gegenwärtige Situation Sterben und Tod sind zu einer an Mediziner, Bestatter, Techniker und Friedhofsverwalter deligierten Angelegenheit geworden Der enteignete Tod wurde zum Signum des 20.Jhs % der Bevölkerung der heutigen westlichen Gesellschaft versterben in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Heimen. Die steigende Lebenserwartung bedingt durch rasante Fortschritte in der Medizin, die zunehmende Institutionalisierung von Kranken und Sterbenden und die Tendenz zur Kleinfamilie haben primäre Todeserfahrungen zu einem seltenen Erlebnis des Einzelnen gemacht. Das 20. Jahrhundert wird denn auch von Ariès im Sinne der vierten historischen Orientierung als Zeit des verborgenen, verneinten Todes gesehen. Nicht im kognitiven aber im psychologischen Sinne verleugnet der Mensch den Tod. Der früher so gegenwärtige und derart vertraute Tod verliert sich und verschwindet. Er wird schamhaft ausgesperrt und zum verbotenen Objekt. 17 Schäfer 18 verweist in ihrer Arbeit über Tod und Trauerrituale in der modernen Gesellschaft auf den Ethnopsychologen Geoffrey Gorer, der als einer der ersten Vertreter der Verdrängungsthese des Todes gilt. Gorer schrieb bereits 1956 in seinem Aufsatz Die Pornographie des Todes 19 von einer Ablösung des Sexualtabus durch das Todestabu. Laut Gorer wurde der Tod zunehmend zu etwas Tabubeladenem, Unaussprechlichem und Abstoßendem. Unterstützung fand diese 15 Vgl. Wittwer, Fischer, 2010, S Ariès, 1995, S Vgl. Schäfer, Vgl. Gorer,1956 Seite 14

16 These durch den Soziologen Jean Baudrillard, der schrieb: Der Sex ist legal, allein der Tod ist pornographisch. 20 In einer Gesellschaft, die den Erhalt von ewiger Jugend und Schönheit bereits zu ihren Grundmaximen zählt, haben Alter, Krankheit und ihre Folgeerscheinungen Sterben und Tod keinen Platz. Gestorben wird im Regelfall nicht mehr zu Hause, sondern fernab der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung in Spitälern und Heimen, somit kann auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit gut verdrängt werden. Das Trauern des Einzelnen um einen Verstorbenen findet als logische Konsequenz dieser gesellschaftlichen Entwicklung weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und wird nur mehr für die Länge des Begräbnisses selbst für die Allgemeinheit sichtbar. Trauernde werden, fast wie Sterbende, oftmals isoliert und gemieden, da kollektive Strategien fehlen, die es ermöglichen würden, auf Trauernde zuzugehen und ihnen zur Seite zu stehen. Dies ist eine eher neue gesellschaftliche Entwicklung, denn bis ins 20. Jahrhundert hinein war die öffentliche Totenklage weit verbreitet. 21 Sichtbare Zeichen der Trauer wie das Tragen von schwarzer Kleidung beschränken sich weitestgehend auf den Zeitraum um das Begräbnis, das rasche Ablegen der Kleidung erleichtert scheinbar eine möglichst rasche Rückkehr in das normale Leben. Es gilt heute als Zeichen der Stärke, nach einem Todesfall möglichst schnell wieder zur Tagesordnung überzugehen. Es gilt als Zeichen der Stärke, sich gut zu fühlen, sich gut zu verkaufen. In einer Welt, in der Eigenlob und Angeber Beifall finden, in der Zurückhaltung und Selbstzweifel nichts zählen, zählt auch die Trauer nichts. Gefühle der Trauer gelten als Zeichen der Schwäche, denn sie offenbaren die Verwundbarkeit des Menschen. 22 Das neuzeitliche Trauerverhalten lässt sich zusammenfassend durch folgende Merkmale charakterisieren: eine Trauerzeit ist nicht mehr festgelegt, öffentliche Trauersignale wie z.b. die Trauerkleidung haben keine Bedeutung mehr, die Trauer findet isoliert, heimlich, in Zurückgezogenheit statt und wird nicht mehr von der Gemeinschaft (mit)getragen[...] Baudrillard 1982, S Weiß, S Scheuring, 2001, S Stubbe, 1985, S.208 Seite 15

17 Mag es unserer Gesellschaft an realen Todeserfahrungen mangeln, an sekundären Todeserfahrungen fehlt es nicht. Der Tod ist in den Medien allgegenwärtig. Über TV, Zeitung und Internet wird eine bisher nicht gekannte Fülle an Todesbildern transportiert. Aufnahmen, die den Tod eines Herrschers wie den von Muammar al- Gaddafi dokumentieren, werden bereits knapp nach dem tatsächlichen Tod des Diktators auf Internetplattformen wie You Tube hunderttausendfach abgerufen. Kriminalserien mit expliziter Darstellung des gewaltsamen Todes und die Obduktion des Mordopfers vollgespickt mit populärwissenschaftlichen Details sind die Quotenrenner schlechthin im TV. Die Konfrontation des Einzelnen mit Sterben und Tod beschränkt sich in zunehmendem Maße auf die Konfrontation mit dem meist gewaltsamen Tod in den Medien. Dieser kann ob seiner Unnatürlichkeit aus sicherer Entfernung beobachtet werden, ohne in den Schambereich der eigenen privaten Gefühle vorzudringen. In der jüngeren Vergangenheit ist mit der Hospizbewegung und der Etablierung von Palliative Care eine Gegenbewegung zum stark pragmatisierten Umgang mit dem Tod 24 entstanden, in deren Focus das würdevolle und humane Sterben steht. Todkranken soll durch eine umfassende medizinische, psychische, soziale und spirituelle Betreuung unter bewusster Miteinbeziehung der Angehörigen ein würdevolles Sterben ermöglicht werden. Eine wichtige Impulsgeberin dieser Strömung war die Ärztin Elisabeth Kübler-Ross, die mit Blick auf das psychische Befinden von Sterbenden einer neuen Kultur des Sterbens getragen von Achtung und wohlmeinender Fürsorge den Weg bereitete. Wenngleich die meisten Menschen in Industrienationen weiterhin in Einrichtungen des Gesundheitswesens sterben, mehren sich in jüngster Zeit die Angebote ambulanter Palliativ- und Hospizdienste, die ein Sterben in der häuslichen Umgebung mit medizinischer Unterstützung, aber außerhalb des institutionalisierten ärztlichen Zugriffs ermöglichen soll. Sie tragen damit dem derzeitigen gesellschaftlichen Trend, den Prozess des Sterbens wieder verstärkt in den privaten Bereich zu überstellen und zu individualisieren, Rechnung Fischer 2010, S Groß/Grande 2010, S. 79 Seite 16

18 Von Laura, 9 Jahre Seite 17

19 4. Modellvorstellungen von Trauer und Verlust von Daniela Jahn-Kuch Die klassische Auffassung der Trauerarbeit beinhaltet die Realitätstestung und somit die Einsicht, dass der geliebte Mensch nicht mehr besteht und unwiederbringlich verloren ist, den Besetzungsabzug und zuletzt die Wiederaufnahme neuer Bindungen. Je inniger und bedeutungsvoller die Bindung an den Verstorbenen war, desto schwieriger ist die Ablösung und desto mehr Zeit erfordert sie. 26 Dabei ist der Trauerprozess so individuell verschieden wie die Menschen selbst. Weder lässt sich die Dauer noch der Ablauf der einzelnen Trauerphasen für den Einzelnen festlegen. Daher sind die verschiedenen existierenden Trauermodelle, die den Trauerprozess in einzelne Phasen ohne Rücksicht auf eine individuelle Variabilität einteilen, auch einiger Kritik ausgesetzt. Die Orientierung an dem stereotypen Modell erzeugt jedoch eine Sichtweise von normaler, gelungener und angemessener Trauer. Hier besteht die Gefahr, eine Grenze zwischen normalen (bzw. normierten ) und pathologischen Trauerverläufen zu ziehen, welche zu Stigmatisierungen führen kann. 27 Die linearen Modellvorstellungen gehen davon aus, dass der Trauerprozess nach Durchleben mehrerer aufeinanderfolgenden Phasen im Idealfall in die Phase von Erholung und Reorganisation einmündet. Den zyklischen Modellen liegt die Idee zugrunde, dass der Trauernde einige Phasen wiederholt durchläuft. Es gibt kein allgemeingültiges Modell, das dem Ablauf der Trauer gerecht wird. Der Versuch, den Trauerprozess dennoch in Phasen aufzuteilen, entspringt dem Bedürfnis, das komplexe Phänomen der Trauer zu systematisieren. 28 Die gegenwärtigen Modelle sind auf die Situation Erwachsener zugeschnitten, Kinder trauern nämlich anders: Zeiten intensiver Trauer wechseln sich mit Zeiten ab, in denen keine Trauer zu beobachten ist 29 In weiterer Folge möchte ich drei der bekannteren Trauermodelle vorstellen. 26 Weiß, 2006, S Schäfer, 2002, S Schäfer, 2002, S Weiß, 2006, S.55 Seite 18

20 4.1 Das Modell nach Yorick Spiegel Der systematische Theologe Yorick Spiegel legt in seiner Arbeit Der Prozess des Trauerns. Analyse und Beratung ein 4-Phasen-Modell der Trauer vor. 30,31,32 Schockphase Diese beginnt mit dem Erhalt der Todesnachricht. Diese erste Phase dauert nur relativ kurz, einige Stunden bis wenige Tage. Vor allem bei unerwartetem Tod (wie z.b. durch Unfall) dominiert Ungläubigkeit das Verhalten des Trauernden. Bei vorangegangener schwerer Erkrankung fällt die Reaktion des Trauernden in der Schockphase bedingt durch die bereits durchlebte antizipatorische Trauer (vorgreifende Trauer vor dem Eintreten des erwarteten Verlustes) gedämpfter aus. Kontrollierte Phase Die Organisation und die Durchführung des Begräbnisses fallen in diese Phase. Bedingt durch die Notwendigkeit, die mit der Beerdigung in Zusammenhang stehenden Aufgaben zu erledigen, ist der Trauernde gezwungen, seine Gefühle und Affekte unter Kontrolle zu halten. Erfährt er dabei eine entsprechende Unterstützung durch Familie und Freunde, kann ein Totalzusammenbruch in dieser Phase abgefangen werden. Der Trauernde empfindet sich selbst als passiv und sieht sich außer Stande, Entscheidungen zu treffen. Durch die starke Selbstkontrolle entsteht ein innerer Abstand zur Realität, Unwirklichkeitsgefühle in Bezug auf äußere Geschehnisse und Distanzgefühle vom eigenen Ich und ein Gefühl der Leere dominieren diese Phase. Die Phase der Kontrolle dauert 3-7 Tage. Phase der Regression Dieser Abschnitt ist von einem weitgehenden Rückzug vom normalen Leben gekennzeichnet. Der Trauernde ist aufgrund seines Verlustes nicht mehr in der Lage, 30 Vgl. Schäfer, Vgl. 32 Vgl.Spiegel, 1973 Seite 19

21 seinen gewohnten psychischen Zustand aufrecht zu erhalten, die mühsam gewahrte Selbstkontrolle weicht Hilflosigkeit und tiefer Verzweiflung. Die Regression ist ein Zeichen der Überforderung; der Belastung durch die Trauer wird durch Rückgriffe auf bereits bekannte Abwehrmechanismen begegnet. 33 Der Trauernde versinkt in einem Gefühlsbad wechselnder Emotionen, die aber durchaus auch aggressiven Charakter haben können. Hilfsangebote von außen können oft nicht angenommen werden. In dieser Phase findet die eigentliche Auseinandersetzung mit der Trauer statt, laut Spiegel ist sie die kritischste Phase, in der der Trauernde weiß, dass er zum Teil die Kontrolle über sich verloren hat und einem Prozess ausgeliefert ist, dessen Ausgang nicht voraussehbar ist. 34 Diese Phase kann 4-10 Wochen oder länger dauern, erst dann entscheidet sich, ob der Trauernde in die nächste Phase der Adaption eintritt oder ob die Regression in einer pathologischen Trauer mündet. Phase der Adaption und Neuorientierung Der Verlust des geliebten Menschen wird akzeptiert, eine Loslösung und Distanzierung vom Verstorbenen findet statt. Der Trauernde kehrt langsam ins normale Leben zurück. Diese Phase dauert oft 6 Monate bis 1 Jahr. 4.2 Das Modell nach Verena Kast Das Trauermodell von Verena Kast umfasst ebenfalls 4 Phasen. Ihr Modell basiert auf dem 1970 von Bowlby und Parkes entworfenen Modell der Trauer und integriert auch die fünf Phasen des Sterbens nach Elisabeth Kübler-Ross. 35,36,37 33 Schäfer, 2002, S Spiegel,1973, S Vgl. Kast, Vgl. Weiß, 2006 Seite 20

22 Phase des Nicht-Wahrhaben-Wollen Gefühle der Starre und Leere dominieren diese erste Schockphase nachdem dem Betroffenen die Todesnachricht überbracht wurde. Empfindungslosigkeit und Nicht- Wahrhaben-Wollen sind dabei nicht als Verdrängungsmechanismus aufzufassen, sondern nur ein Ausdruck der Überwältigung, mit der zu diesem Zeitpunkt nicht umgegangen werden kann. Die erste Phase dauert meist ein paar Tage bis wenige Wochen. Phase der aufbrechenden Emotionen Während dieser Phase treten erste Emotionsausbrüche auf, ein Wechselbad an teils widersprüchlichen Gefühlen wie Traurigkeit, Wut, Angst, Zorn, Schuld und Erleichterung wird durchlebt. Besonders Schuldgefühle können eine Stagnation des Trauerprozesses bewirken, wenn Selbstvorwürfe ein Aufbrechen der Emotionen blockieren oder Schuldzuschreibungen gegenüber dem Verstorbenen ins Leere gehen. Werden die Gefühle zugelassen und durchlebt, tritt die nächste Phase ein. Phase des Suchens, Findens und Sich-Trennens Der Trauernde begibt sich bewusst und unbewusst auf die Suche nach dem Verlorenen. Dem Verstorbenen wird in Träumen nachgespürt, aber auch reale Orte, die in einem starken Bezug mit dem Toten stehen, werden besucht. Das Suchen ermöglicht die Verarbeitung des Verlustes und ein schrittweises Loslösen von dem Verstorbenen. Dieser Abschnitt der Trauerbewältigung kann von einigen Wochen bis zu mehreren Jahren dauern und mündet im besten Falle in die vierte Phase ein. Im schlechtesten Falle stagniert die Verarbeitung in dieser Phase, der Trauernde entfremdet sich zunehmend von den Lebenden, eine Loslösung vom Verstorbenen scheint nicht möglich. Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs Der Verlust wird akzeptiert, ohne dass der Verstorbene in Vergessenheit gerät. Er existiert in Form einer inneren Figur weiter. Der Trauernde wendet sich wieder dem Leben zu, kann sich auf neue Beziehungen einlassen, neue Lebens- und Verhaltensmuster können sich auf Basis eines neuen Selbst- und Weltbezuges entwickeln. Seite 21

23 Am Grab, von Lea, 9 Jahre Seite 22

24 5.Trauer im Kindes- und Jugendalter 5.1 Kinder unter 3 Jahren von Sonja Moik Welche Vorstellungen haben Kinder unter 3 Jahren vom Tod? Die Entwicklung des Todeskonzeptes. Kinder unter drei Jahren werden in der Literatur, welche sich mit Sterben, Tod und Trauer im Kindesalter befasst, nur sehr kurz und knapp erwähnt. Möglicherweise liegt dies daran, dass Kleinkinder den Tod nur sehr schwer begreifen. Es fehlt ihnen an der Vorstellung, was Zukunft oder Vergangenheit bedeutet. Emotional erleben sie eine Entbehrung. Sie setzen Tod mit Trennung gleich und erleben dadurch Verlust. Dieses Verlusterleben kann zu Ängsten führen, wie z.b. wenn die Mama zur Arbeit geht. 38 Diese Verlustangst beginnt im Alter von einem Jahr. Die Wahrnehmung des Todes beginnt etwa ab dem vierten Lebensjahr. Christine Fleck Bohaumilitzky schreibt in ihrem Familienhandbuch: " Schon in den ersten Lebensjahren entwickelt das Kind eigene Vorstellungen von den Begriffen belebt und unbelebt. Es beobachtet das Absterben von Pflanzen und Tieren und versucht, diesen Vorgang mit den bisher gemachten Erfahrungen wie zum Beispiel Schlaf, Trennung, das Fehlen von etwas Gewohntem (z.b. dem Schnuller) oder etwas Notwendigem (z.b. der Nahrung) zu vereinen. Das Interesse an dem Vorgang der Veränderung von Belebtem zu Unbelebtem ist oft sehr stark, wandelt sich aber dann oft sehr plötzlich in Desinteresse, entweder weil das Kind selbst Angst hat oder weil es das Unbehagen in seinem Umfeld spürt. 39 Es wird auch angenommen, dass Säuglinge den Tod (= Verlust) der Mutter intensiver wahrnehmen als jenen von Geschwistern, vom Vater oder anderer Familienmitglieder. In dieser Altersgruppe ist auch eine verbale Vermittlung des 38 Vgl. Nagele, Fleck-Bohaumilitzky,2012, S.1 Seite 23

25 Geschehenen kaum möglich. 40 Specht - Tomann und Tropper meinen dazu: Kann ein Kind erste positive Erfahrungen im Zusammenhang mit Trennungen machen, dann wird in ihm ein Gefühl von Vertrauen - von Urvertrauen- entstehen. Es wird tief in seinem Inneren wissen, dass es bei aller Verlassenheit nicht verlassen wird, dass es bei aller Einsamkeit nicht einsam bleibt, dass es bei aller Trostlosigkeit doch Trost finden kann. 41 Wichtig für Kinder in den ersten Lebensjahren ist ein ständiges hin-und herpendeln zwischen Welteroberung und der Gewissheit, immer in einen sicheren Heimathafen zurückkehren zu können. So lernen sie, dass es immer wieder Trennungen gibt, sie aber auf Rückhalt und Nähe zählen können. Verlust und Loslassen können - dies zu (er)kennen - trägt wichtiges zur Entwicklung des Kindes bei Welche Reaktionen zeigen Kinder unter 3 Jahren in der Trauer? Wichtig ist es zu wissen, dass jedes Alter andere Vorstellungen, Fragen, Wünsche und Bedürfnisse mit sich bringt. Kleine Kinder (unter 3 Jahren) erleben den Tod als Abwesenheit, als Trennung von etwas Liebgewordenem. Ihr großes Bedürfnis nach Nähe führt dazu, dass schon länger anhaltende Trennungen von der geliebten Person als bedrohend erlebt werden. Auch vorübergehende Trennungen werden wie ein kleiner Tod erlebt. Die Kinder protestieren zuerst, dann werden sie traurig, schließlich apathisch.. Das fehlende Zeitverständnis und die emotionale Abhängigkeit löst beim kleinen Kind große Verlustängste aus und all jene Gefühle, die wir als Trauergefühle bzw. Trauerreaktion kennen. Noch ein Punkt ist bei kleinen Kindern besonders zu berücksichtigen. Durch die enge gefühlsmäßige Verbundenheit mit der Mutter oder ihm nahestehender Menschen lebt das Kind gleichsam die Empfindungen dieser Menschen mit. Dies ist zu beachten, wenn beispielsweise der Tod eines Familienmitgliedes die Mutter des Kindes tief 40 Vgl. Hirschberg, Specht - Tomann, 2002,S. 55 Seite 24

26 trifft. Der Säugling empfindet die Trauer mit, er schwingt mit und nimmt Veränderungen in der Umgebung - etwa des gewohnten Tagesrhythmus- war: Berührungen der ihm wichtigen Menschen können plötzlich anders werden.; die Stimmen klingen anders.; andere Menschen übernehmen vielleicht für einige Zeit die Pflege.; anderer Gerüche wirken auf das Kind ein. Die Bedeutung des Todes Der Tod kann nicht begriffen werden. Es fehlen die kognitiven Voraussetzungen abstrakte Begriffe zu begreifen. Tod bedeutet Abwesenheit für kurze Zeit. Endgültigkeit kann nicht verstanden werden. Typische Reaktionen Verhaltensweisen, die Unbehagen ausdrücken: z.b. Änderungen im Ess- und Schlafverhalten, Reizbarkeit, scheinbar grundloses Weinen. Ein konkreter Verlust löst alle Gefühle aus, die auch bei anderen Trennungen auftreten. Wut, Zorn, Frustration, Angst usw. können gezeigt und ausgelebt werden. Warten und Suchen Wie kann ich Kinder unter 3 Jahren im Trauerprozess begleiten? Im Kleinkindalter fehlen bekanntlich alle kognitiven Voraussetzungen, um das abstrakte Phänomen TOD überhaupt begreifen zu können. Daher sprechen diese Kinder von Toten wie von lebenden Menschen und suchen die ihnen vertrauten Personen. 42 Specht-Tomann, S Seite 25

27 Was können wir konkret tun? keine Veränderungen der häuslichen Abläufe und Pflegegewohnheiten Essenszeiten, Spielzeiten, singen, Geschichtenvorlesen alles sollte so, wie immer stattfinden, was für die betroffenen Erwachsenen oft sehr schwer ist. Emotionale Zuwendung: Kleine Kinder können das Geschehen noch nicht verstehen, wohl aber spüren sie die Trauerreaktionen der Erwachsenen um sie herum. Daher brauchen kleine Kinder in dieser Zeit sehr viel Nähe durch Berührungen und Zärtlichkeiten. Auch in dieser Altersgruppe ist es bereits angezeigt, den Tod beim Namen zu nennen und zu sagen: Opa kommt nicht mehr zu dir, er ist gestorben oder er ist tot. Viele Märchen und Geschichten (die vor allem kleine Kinder mögen) beschäftigen sich mit dem Themenkreis Leben- Sterben- Tod- Trauer. Kleine Kinder haben noch keine Angst vor dem Tod, später jedoch eine natürliche Trennungsangst. Da die Anwesenheit einer geliebten Bezugsperson für sie von grundlegender Bedeutung ist, kann leicht die Furcht vor dem Verlassen werden entstehen. Kinder sind sich ihrer Abhängigkeit von den wichtigen Personen ihrer Umgebung bewusst. Bei denjenigen, die früh im Leben ein Verlust-Trauma erlitten haben, kann sich leicht ein Gefühl von Angst einstellen. Oft müssen sie das Trauma wieder und wieder durchleben und lernen, die Panik, den Schmerz, die Furcht und die Wut über das Verlassen sein loszulassen. Besonders heftig brechen diese Gefühle auf, wenn ein geliebter Mensch stirbt und sich das Kind besonders im Stich gelassen fühlt. Solche Kinder sind dann sehr verletzlich und bleiben es oft Zeit ihres Lebens. In ihrem Inneren nistet sich ein allgemeines Misstrauen ein, häufig auch eine Angst vor engen Beziehungen (um nicht wieder jemanden zu verlieren) und tiefe Trauer über die Abwesenheit von Liebe. Nicht selten gipfeln dann Verlusterlebnisse nach weiteren Todesfällen (verstärkt durch vorangegangene, nicht aufgearbeitete Verluste) auch in einer Entfremdung von jener Person, die es in seiner Phantasie und in seiner Überzeugung für den Tod oder für die Trennung verantwortlich macht Specht-Tomann, 2002, S Seite 26

28 Wichtig: jedes Kind, egal welche Altersstufe betreffend, braucht seelische Hilfe und den (ernstgemeinten!) Beistand der ihm nahestehenden Menschen! Zuwendung ist ein wesentlicher Faktor, auch wenn er vielen Erwachsenen in der Situation von Tod und Sterben sehr schwer fällt. Ich möchte noch ein Beispiel aus meiner Familie anführen: Meine Nichte Johanna, 3 Jahre, redet immer mal aus dem Zusammenhang über Tod und Sterben. Eines Tages sagte sie zu ihrer Mama (namens Birgit):" Mama, wenn du einmal gestorben bist, dann muss meine neue Mama aber auch Birgit heißen!" Der schönste Ort, gezeichnet von Laura, 9 Jahre Seite 27

29 5.2. Kinder zwischen 3 und 5 Jahren von Renate Krammer Welche Vorstellungen haben Kinder zwischen 3 und 5 Jahren vom Tod? Die Entwicklung des Todeskonzeptes Kinder ab dem 3. bis 4. Lebensjahr entwickeln eine Vorstellung davon, was sterben und tot sein ist. Sie lernen zwischen sich und den anderen zu unterscheiden (Ich-Entwicklung) und ihr Denk- und Sprachvermögen entwickelt sich weiter. So gelingt es ihnen eigene Gefühle zu erkennen und sie sprachlich zu formulieren. Kinder entdecken, dass es in ihrer Macht liegt, etwas durch Handlungen, Gedanken oder Wünsche zu bewirken, geschehen oder nicht geschehen zu lassen. Es entwickelt sich das magischomnipotente Denken als zentraler Punkt des kindlichen Todeskonzeptes. Dieses Konzept ist jedoch noch sehr unausgereift. In diesem Alter werden unbelebten Gegenständen Eigenschaften von lebenden Objekten zugeschrieben (animistisches Denken), Verstorbenen die Fähigkeiten Lebender zugedacht. Personen können in der Vorstellung ein bisschen tot sein. Die Universalität und Irreversibilität werden noch nicht begriffen. 44 Das Todeskonzept der Kinder hängt sehr stark mit ihrem Entwicklungsstand zusammen, daher werde ich zuerst typische Merkmale und anschließend die Bedeutung des Todes für Vorschulkinder anführen. 44 Vgl. Weiß, 2006 Seite 28

30 Typische Merkmale des Vorschulkindes 45 Bindung an die Mutter ist gefestigt Die Existenz wichtiger Bezugspersonen ist so im Bewusstsein des Kindes eingegraben, dass ihre Abwesenheit eine Weile ohne Protest oder Weinen ertragen wird. Entdeckung der eigenen Person als einzigartiges und von anderen Menschen verschiedenes Wesen ( Ich und Du ) Erweiterung der sozialen Bezüge und Austesten der Grenzen ( Selbst machen, Nein ) Die direkte Beobachtung wird ergänzt, erweitert oder ersetzt durch die Vorstellung von Situationen, Gegenständen und Personen. Unbelebte Dinge werden wie Menschen erlebt ( Animismus ) Verschiedenen Gegenständen werden menschliche Eigenschaften zugeschrieben ( Anthropomorphismus ) Das magische Denken umfasst die Vorstellung, dass alles und jedes von jemandem gemacht ist und einen Zweck erfüllt. Das Kind sieht sich als Dreh- und Angelpunkt der Welt. ( Egozentrismus ) Das kindliche Denken ist von Wenn- dann Schlüssen geprägt. Bedeutung des Todes für Kinder im Vorschulalter 46 Noch immer ist es schwer, den abstrakten Begriff Tod zu verstehen, dennoch entwickeln sich erste vage Vorstellungen. Tod ist ein vorrübergehender Zustand. Tod wird mit Weg-Sein gleichgesetzt. Der Tod ist immer der Tod anderer alter Menschen, kranker Menschen, böser Menschen. Tod wird mit Bewegungslosigkeit und Dunkelheit in Verbindung gebracht. 45 Specht-Tomann,2008, S.38f 46 Specht-Tomann, 2008, S.43 Seite 29

31 Welche Reaktionen zeigen Kinder zwischen 3 und 5 Jahren in der Trauer? 47 Bei schwerwiegenden Verlusten oder beim Erleben von Tod reagieren Kinder verwirrt und zeigen in solchen Situationen ein intensives Suchverhalten. Bereits überwundene Schwierigkeiten können wieder auftreten Entwicklungsrückschritte sind möglich (z.b.: Einschlafschwierigkeiten, Essprobleme, Sauberkeitsprobleme). Verstärkte Ängstlichkeit auch im gewohnten Umfeld. Kinder begeben sich auf die Suche, das Geheimnis des Todes zu erforschen Wie kann ich Kinder zwischen 3 und 5 Jahren im Trauerprozess begleiten? Kinder in die Geschehnisse mit einbeziehen, d.h. Kinder nicht ausgrenzen nach dem Motto: Dafür seid ihr noch zu klein! Stärkung des Selbstwertgefühls durch Lob und Anerkennung. Mut machen, Fragen zu stellen, und Verständnis haben für das Bedürfnis der Kinder, das Geheimnis des Todes zu erforschen. Klare Antworten auf Fragen geben und nur das beantworten, was wirklich gefragt wird. Die Antworten müssen der eigenen Überzeugung entsprechen. Achtsamer Umgang in der Wortwahl: Kinder nehmen in diesem Alter vieles wörtlich (Ein klares Oma ist gestorben z.b. ist besser als Oma ist eingeschlafen oder Oma ist zu Gott gegangen ). Tod als Folge sehr, sehr schwerer Erkrankung oder sehr, sehr schwerer Verletzungen ansprechen (das lindert die Angst vor eigenen Erkrankungen oder Verletzungen). Kreative Möglichkeiten der Auseinandersetzung mit den Ereignissen anbieten (z.b. Malen, Spielen, Musizieren, Grabbeigaben basteln, Kerzen, Blumensträuße) Specht-Tomann, 2008, S Specht-Tomann, 2008, S.76 Seite 30

32 Hinderer und Kroth meinen: 49 Körperliche Zuwendung geben, wenn das Kind möchte Dem Kind Gelegenheit geben sich in den Armen eines Erwachsenen auszuweinen Ausdruck des Kindes für seine Trauer respektieren und nicht unterdrücken, sondern in Bahnen lenken Eigene Trauer ehrlich zeigen und mit dem Kind teilen Kinder glücklich sein lassen, wenn es eine Pause von der Trauer braucht Im Kindergarten Nachricht geben, Kinder und Eltern der Kindergartenkinder informieren, gemeinsame Rituale setzen Besuch im Kindergarten Ich habe das Kindergartenalter gewählt, da mir in diesem Alter die Kontaktaufnahme mit fremden Kindern am schwersten fällt und auch die Bezugspersonen die Kinder in diesem Alter oft von den Ereignissen fernhalten wollen. Im Kindergartenalltag werden rund ums Jahr aktuelle Themen bearbeitet, es liegt allerdings im Kompetenzbereich der Kindergartenpädagoginnen, welche Bereiche gewählt bzw. vermieden werden. Auch hier ist schon ein wichtiger Punkt in der Begleitung von trauernden Kindern erkennbar, nämlich der eigene Umgang und auch die Erfahrungen der Betreuenden mit Sterben, Tod und Trauern. Glücklicherweise fand ich in zwei bekannten Kindergartenpädagoginnen offene Partner in der Kommunikation und Umsetzung meines Projektes. Es wurde nach Information der Eltern kurz nach Allerheiligen ein gemeinsamer Spaziergang zum Friedhof im Ort organisiert. Ein Mädchen wollte unter keine Umständen daran teilnehmen, wie sich später herausstellte, nicht aus Angst vor dem Friedhof oder dem Thema Sterben, sondern aufgrund ihrer Abneigung gegen einen Fußmarsch. Von Seiten der Eltern hat es erfreulicherweise auch keine Einwände gegeben. Eine Mutter, die vor zwei Jahren ihr drittes Kind kurz nach der Geburt verloren hatte, hatte sich schon zu Beginn des Kindergartenjahres vertrauensvoll an die Pädagoginnen gewandt, da dieser Verlust 49 Hinderer, 2005, S.62 Seite 31

33 in der Familie noch immer sehr schmerzlich ist und auch den 4-jährigen Sohn sehr belastet. Das Aufgreifen dieses Themas im Kindergarten hat sie selbst emotional sehr gefordert, sie war zwischen Hoffnung und Angst hin und her gerissen, sie wusste nicht, ob sie ihrem Sohn alleine diesen schweren Schritt zumuten könnte. Den Kindern (außer zwei Kinder aus dem Kosovo) war der Besuch eines Grabes vertraut, da regelmäßig mit der eigenen Familie eine Kerze angezündet, ein Gebet gesprochen oder die Grabpflege durchgeführt wurde. Wenn ein näherer Verwandter verstorben war, haben die Kinder auch am Begräbnis teilgenommen. Unter liebevoller Anleitung durch die Kindergartenpädagogin wurden die Gräber gesucht, eine Kerze angezündet und würdevoll der Verstorbenen gedacht. Jedes Kind hatte die Möglichkeit der Gruppe zu erklären, wer der Verstorbene war, was ihn so besonders machte, weshalb er gestorben ist und wen der Verlust besonders schwer trifft. Im Rahmen eines Gebetes wurde auch für die schönen Erlebnisse dem Verstorbenen gedankt. Die Kinder hörten den anderen sehr aufmerksam zu und es war jedem ein großes Bedürfnis sein Familiengrab zu finden und seine Erfahrungen der Gruppe mitzuteilen. Ich möchte einige Aussagen der Kinder anführen. (Namen geändert) Sebastian (4,5 Jahre): Mein Bruder ist nach der Geburt gestorben. (vor 2 Jahren). Er war mein einziger Bruder. Ich bin noch sehr traurig. Beim Anzünden der Kerze hat S. Tränen in den Augen. (Er erzählt später den anderen Kindern, dass er besonders traurig ist keinen Bruder zum Fußballspielen zu haben.) Hier ist das Grab, hier liegt nur der Körper, seine Seele ist im Himmel bei Gott, sie ist unsichtbar. Dort kann er alles machen was ihm Freude macht. Manuel (4,5 Jahre): Vor einigen Tagen ist mein Uropa gestorben. Er ist einfach umgefallen und war tot. Er war schon alt. Natürlich war ich beim Begräbnis. Alle haben geweint. (zu mir): Da würdest du auch weinen! Wenn jemand stirbt darf man weinen. Alle haben geweint, meine Uroma weint immer noch, jetzt ist sie alleine. Julia (5,5 Jahre): Das ist das Grab meines Opas. Ich habe ihn nicht gekannt. Ich helfe meiner Mama und meiner Oma oft beim Schmücken des Grabes. Seite 32

34 Jan (6 Jahre): (Opa hat sich erschossen) Das ist das Grab meines Opas, mein Papa hat mir erzählt, dass er keine Hände und kein Gesicht mehr gehabt hat. Etwas Schönes weiß ich nicht von ihm. (Die Kindergärtnerin leitet ihn an, seinen Papa nach schönen Erinnerungen mit dem Großvater zu fragen.) Susi (5,5 Jahre): Die Taufpatin meiner Mama ist vor kurzem gestorben. Sie war sehr alt und krank, dann kam sie ins Krankenhaus und ist gestorben. Meine Mama war sehr traurig. Die Patin war immer sehr lieb. Hanna (6 Jahre): Meine Uroma hatte weiße Haare, sie hat uns immer Schoko gegeben. Fabian (4 Jahre): Er zündet die Kerze für jemanden an, der vom Auto totgefahren wurde. (die Katze der Oma) Thomas (4 Jahre): Mein Papa fliegt oft mit dem Flugzeug. Sieht er da die Skelette? Ich war sehr beeindruckt von der Offenheit der Kinder. Am Land ist der Jahreskreis von den religiösen Festen begleitet, die Kinder helfen beim Schmücken der Gräber ihrer verstorbenen Verwandten. In der Regel nehmen sie am Begräbnis von näheren Verwandten teil. Als der 4,5 Jahre alte Sebastian die Kerze für seinen Bruder angezündet hat, hatte er Tränen in den Augen. Sein Verhalten wirkte auf mich insgesamt sehr erwachsen, sodass ich das Gefühl hatte, dass er einen Großteil seiner Trauer von seiner Mutter übernommen hatte. Natürlich weiß ich, dass das meine persönliche Interpretation ist. Mir scheint, wie anschließend erläutert, dass sich einige Probleme aufgrund eines solchen Schicksalsschlages ergeben. Der Tod eines Kindes bzw. eines Geschwisterkindes stellt für jede Familie eine immense Belastung dar. Haben Mütter -manchmal auch Väter- das Gefühl, von ihren verstorbenen Kindern nicht losgelassen zu werden, dann nimmt die Trauer das familiäre Zusammenleben total ein. Ein Teil der Elterntrauer wird dann aus Loyalität auch von den Kindern übernommen. Der Tote bleibt oft lebenslang präsent, aus irrationaler Schuldwiedergutmachung opfern sich viele Eltern in lebenslanger Trauer Seite 33

35 auf. Am schlimmsten ist es für die lebenden Geschwister, wenn sie aufgrund der allumfassenden Trauer der Eltern nicht mehr wahrgenommen werden können. Aber auch unbegründete Schuldgefühle belasten die Kinder oft sehr. Die verstorbenen Kinder sind oft als Phantom ständig gegenwärtig, auch oder gerade, wenn nicht über den Verstorbenen gesprochen werden darf. Das Wichtigste für die lebenden Kinder ist Offenheit der Eltern, ein offenes Gespräch und die sorgsame Wahrnehmung ihrer Kinder, um auch ein eventuelles Übernehmen einer versorgenden Rolle durch das Kind zu erkennen. 50 Von Laura, 9 Jahre 50 Vgl. Ennulat, 2003 Seite 34

36 5.3. Kinder zwischen 6 und 9 Jahren von Annemarie Winkler Welche Vorstellungen haben Kinder zwischen 6 und 9 Jahren vom Tod? Die Entwicklung des Todeskonzeptes Mit etwa 6 Jahren machen Kinder einen großen Entwicklungsschritt. Es wird ihnen bewusst, dass es Regeln, Ordnungssysteme und Gesetze gibt. Dieses Bewusstsein ermöglicht es ihnen zwischen Phantasie und Realität zu unterscheiden, und lässt somit auch den Tod als Tatsache erkennen. 51 Man spricht auch vom naiven Realismus, der sich gegen Ende der Volkschulzeit zum kritischen Realismus entwickelt. Typische Denkformen wie: Wenn-dann werden dann zu Weil-deshalb Gedanken. 52 Wenn auch die Kinder in dieser Altersgruppe den Tod schon als etwas Endgültiges erfassen, so bedeutet dies nicht, dass sie dies auch emotional akzeptieren. Es wird ihnen bewusst, dass auch sie selbst sterblich sind. Sie interessieren sich sehr für Geschichten, Bilder und Erzählungen die das Thema Tod beinhalten. Sie machen sich bereits erste Gedanken zum Leib-Seele-Problem. Unabhängig von der Religion glauben viele Kinder an eine Seelenwanderung. Durch das Bewusstsein zum Tod können Ängste entstehen. Manches wird vielleicht noch nicht richtig verstanden, oder kann noch nicht richtig eingeordnet werden. Typische Wenn-dann Gedanken können sein: 53 Wenn die Frau Gruber sterben kann, dann kann meine Mutter auch sterben. Wenn das Kind vom Nachbarn sterben kann, dann kann ich auch sterben. 54 Bedeutung des Todes Realistischer Zugang wird möglich. Allmähliches Begreifen der Endgültigkeit. Ein konstantes Verständnis über längere Zeit fehlt aber noch. Tod wird oft personifiziert (Sensenmann). 51 Vgl. Specht-Tomann, Vgl. Specht-Tomann, Vgl. Specht-Tomann, Specht-Tomann, 2002, S. 75 Seite 35

37 Tod wird oft als Bestrafung erlebt. Tod kann auch auf die eigene Person bezogen werden Welche Reaktionen zeigen Kinder zwischen 6 und 9 Jahren in der Trauer? Bei einem Volksschulkind kann der Tod eines nahestehenden Menschen verschiedene Ängste auslösen, wie Verlust- und Trennungsängste, die Sorge um die Sicherheit, Geborgenheit, sowie Vertrautes zu verlieren. Die Phasen der Trauer bei Volksschulkindern sind bereits ähnlich den Gefühlen von Erwachsenen, wenn sie sich auch anders ausdrücken. Leugnen: Vermehrte Fröhlichkeit, vermehrtes Spielen, den Schmerz wegspielen. Zorn, Wut, Angst, Schuldgefühle Sehnsucht, suchen in Räumen und in der Phantasie nach dem Verstorbenen. Neuer Selbst- und Weltbezug: den Wunsch viele Eigenschaften des Verstorbenen in sich selbst zu finden. 56 Typische Reaktionsweisen Verlust- und Trennungsängste. Trennungsschmerz und Trauergefühle: Unterschiedliche Vorstellungen wechseln ab (Realität/Phantasie). Interesse an allen Dingen rund um den Tod. Langsames Herauskristallisieren der Begriffe: Endgültigkeit, eigene Endlichkeit, Leib Seele. 57 Unterschiede zwischen Trauer von Kindern und Trauer von Erwachsenen Erwachsene sind oft Augenzeugen oder meist näher am Geschehen. Kinder erfahren dies meist durch Erzählungen oder Berichte. Ihre Vorstellung wird davon abhängig mit welchen Worten ihnen davon berichtet wird. So können Formulierungen wie sie ist eingeschlafen oder Gott hat ihn zu sich geholt zu Verwirrungen, Ängsten oder 55 Specht-Tomann, 2002, S Vgl. Specht-Tomann, Specht-Tomann,2002, S. 77 Seite 36

38 Schlaflosigkeit führen. Den Kindern klare Informationen zu geben, kann den kindlichen Trauerprozess unterstützen. Kinder werden geprägt durch das Verhalten Erwachsener. So können Erwachsene lebenswichtige Vorbilder sein, indem sie den Kindern ihre eigene Trauer und Tränen zeigen, sodass Trauer und Freude im Leben einfach zusammengehören. Kinder leben verstärkt in der Gegenwart, daher sind die Zeiten in denen sie trauern meist kürzer, jedoch sind Gefühlsschwankungen intensiver. Sie wechseln schnell zwischen der belastenden Situation und ihrem Alltag Wie kann ich Kinder zwischen 6 und 9 Jahren im Trauerprozess begleiten? Hilfestellung nach dem Tod: Rituale finden: eigene Rituale Übergangsrituale, auch absurd erscheinende Handlungen können im Gedenken an den Verstorbenen Halt und ein wenig festen Boden geben. Die Kinder aber nicht dazu zwingen. Aktiv werden/mitsprache ermöglichen: Einbeziehen der Kinder bei der Verabschiedung und Begräbnisgestaltung. Erinnerungen: Dinge, die dem Toten gehörten, als Erinnerung behalten, Selbstgebasteltes zum Grab bringen, Plätze schaffen um Fotos, Blumen oder Kerzen aufzustellen, ev. Luftballons mit Briefchen in den Himmel steigen lassen. Kreativ sein/spielen: malen und zeichnen, den Kindern dabei zuhören, was sie dazu erzählen, beim Spielen kann das Kind eigene Ideen entwickeln und ausprobieren. 59 Trost geben: Offen und ehrlich in einer verständlichen Sprache über den Tod sprechen. Die Umstände, die zum Tod geführt haben, vorsichtig erklären. Auf Reaktionen und Gefühle achten. Sich Zeit nehmen. Aktives Zuhören - statt Ratschläge und Belehrungen. Geborgenheit geben, um alles sagen und fragen zu können Vgl. Bojdunyk-Rack, Vgl. Bogyi, Vgl. Specht-Tomann, 2002 Seite 37

39 Wie ein Edelstein ohne Reibung nicht geschliffen wird, kann ein Mensch ohne Prüfungen nicht vollkommen werden. Chinesisches Sprichwort Fallbeispiel meiner Tochter Laura Es beschreibt den plötzlichen Tod vom Opa. Ich bin der starke Bär! Begleitung der Trauerarbeit meiner Tochter. Laura war damals gerade 7 Jahre alt. Wir wohnten mit unseren beiden Kindern (Laura und Julia) gemeinsam mit den Schwiegereltern in einem großen Haus in 2 Wohneinheiten getrennt. Für unsere Kinder war es wie ein großes Zuhause, sie hielten sich gerne bei Oma und Opa auf. Mein Schwiegervater war 67 Jahre alt, hatte zwar schon einen Schlaganfall hinter sich, von dem er sich aber sehr gut erholte, sodass er sogar wieder Arbeiten am Haus machen und mit dem Auto fahren konnte. Laura hatte schon immer ein besonderes Verhältnis zum Opa, sie durfte einfach alles bei ihm tun. Bis zu dem Tag an dem Opa am Morgen nicht mehr aufwachte. In dieser Zeit nahmen wir uns bewusst Zeit mit den Kindern, um über den Opa und das Thema Sterben zu sprechen. Beide Kinder nahmen an der Begräbnisfeier teil, und verabschiedeten sich am Grab mit Briefen und Bildern an den Opa. Laura war immer ein sehr fröhliches, aufgeschlossenes und unbekümmertes Kind gewesen, das sich plötzlich stark veränderte. Sie weinte oft vor dem Einschlafen sie möchte den Opa wieder haben. Julia war in ihrer Art uns gegenüber verschlossener, sie teilte sich eher ihren Freundinnen mit. Seite 38

40 Laura hingegen hatte anfangs vor allem Probleme damit, dass im Alltag eine Person fehlte. Sie sagte auch oft die Oma habe sich so verändert, weil sie natürlich auch traurig war. Nach ca. einem halben Jahr hatte sich die Situation für sie so verschlechtert, dass sie begann über körperliche Symptome wie z.b. Übelkeit, Bauchweh, Essstörungen zu klagen. Sie wollte nicht mehr in die Schule gehen, wollte zu keiner Freundin mehr, war nur noch auf mich fixiert und am liebsten zu Hause. Sie weinte, wenn ich zur Arbeit ging. Ihre verwirrenden Gedankengänge und ihre vielen Fragen über den Sinn des Lebens überforderten mich oft. Vor allem wenn sie nachts nicht einschlafen konnte und ihre Gedanken sich wieder überschlugen und sie sagte: Mama, sag mir was ich denken soll! Dazu kamen allerlei Ängste vor verschiedensten Situationen und ganz besonders vor Hunden. Es waren immer Fragen wie: Was ist, wenn das passiert. Sie brauchte sehr viel Sicherheit im Vorhinein auch in vermeintlich banalen Situationen. Am Erschreckendsten war für mich die Aussage: Mein Leben ist so blöd, ich hasse mein Leben! (Und das von einer Siebenjährigen!) Nach einem Gespräch mit der Lehrerin, und mehreren Untersuchungen beim Kinderarzt zur Abklärung der körperlichen Beschwerden (alles negativ), bekam ich von einer Freundin einen Folder von ARGE Kommunikation. Ich suchte die Psychologin auf, und Laura begann die Therapie die ca. 1 Jahr dauerte. Die Psychologin versuchte die Ursache für Lauras Ängste und Unsicherheiten herauszufinden. Nach mehreren Gesprächen stellte sich heraus, dass Laura über ihren Opa eine gewisse Macht hatte, die ihr die nötige Sicherheit gab. Da diese Person nicht mehr da war, versuchte sie dieses Machtspiel unbewusst auf mich zu übertragen, indem sie körperliche Symptome und seelisches Leiden aufbrachte. Ich machte dies auch einige Zeit mit als Mutter ist man ja immer um sein Kind besorgt. Aber ich hätte es nicht mehr länger durchgehalten, denn diese Mutter Kind Beziehung wurde mir zu eng. Ich hatte keine Geduld und Kraft mehr, dieses Seite 39

41 übersensible und ängstliche Kind durch diese schwierige Zeit zu tragen. Sie zu trösten, zu beruhigen und vor allem, für alles eine Sicherheit zu geben. Mit Hilfe der Psychologin bearbeitete sie ihre Ängste und Unsicherheiten spielerisch und bildnerisch sowie in Gesprächen. Nach und nach konnte sie ihre Ängste abbauen und gewann ihre Selbstsicherheit und ihr Selbstvertrauen wieder zurück. Sie hat sich von ihrem negativen Gedankenmuster abgelöst und sieht das Leben wieder viel positiver. Ich bin meiner Freundin sehr dankbar dafür, dass sie mir diesen Folder gegeben hat. Viele Menschen (Verwandte, Bekannte) hatten mir gesagt, dass diese Phase schon wieder vergehen würde. Doch ich hatte Angst, dass sich dadurch ihr Selbstbewusstsein mindert und es ihr möglicherweise später einmal auf den Kopf fallen könnte. Es werden immer wieder positive und negative Ereignisse im Leben eintreffen, daher war es mir sehr wichtig, dass sie wieder Selbstvertrauen und Selbstsicherheit erhält, und gestärkt ins Leben gehen kann. Daher kommt die Affirmation: Ich bin der starke Bär Ich danke Fr. Dr. Janitschek für diese wertvolle Unterstützung, die wir in ihrer liebevollen Art von ihr erhalten durften, ohne die wir es sicher nicht so gut gemeistert hätten. Seite 40

42 5.4. Kinder zwischen 10 und 14 Jahren von Elke Liebminger Welche Vorstellungen haben Kinder zwischen 10 und 14 Jahren vom Tod? Die Entwicklung des Todeskonzeptes. Wie auch mit Blick auf andere Ängste zeigt die Befundlage, dass die Angst vor Tod, Gefahr und dem Unbekannten zu den zehn häufigsten Ängsten bei Kindern im Alter zwischen 7 und 18 Jahren zählt (z.b. Burnham & Gullone, 1997). Ängste, Besorgnisse und gedankliche Beschäftigungen mit dem Tod machen einen Katalog aus, der Ängste vor dem Verlassensein, vor dem Tod durch äußere Gewalteinwirkungen (z.b. Mord, Unfälle, Krieg, dem Übernatürlichen), vor dem Tod durch innere Kräfte (Krankheit und Altern), die Angst vor dem Verlust geliebter Bezugspersonen, vor dem eigenen Sterben, vor Auflösung und Verfall sowie Ängste vor dem Geschehen nach dem Tod einschließt. 61 Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern da, wo man verstanden wird Christian Morgenstern Das Kind im Alter ab 11 Jahren Das Kind in diesem Altersabschnitt - versteht den Tod als definitiven Abbruch aller gewohnten menschlichen Beziehungen - entwickelt eine individuelle Spiritualität - misst Fragen der Gerechtigkeit eine große Bedeutung zu - entwickelt oft starke Ängste und Verunsicherung - ist oft verschlossen, cool, unnahbar, aggressiv Wittkowski, 2003, S Husebø, 2009, S.449 Seite 41

43 Welche Reaktionen zeigen Kinder zwischen 10 und 14 Jahren in der Trauer? Größere Kinder und später dann Jugendliche begreifen den Tod als unausweichlich und endgültig, auch wenn sie ihn noch nicht akzeptieren können. Einen schweren Verlust in diesem Alter zu erleben bedeutet immer auch absoluten Liebesverlust. [ ] Häufig werden Verlusterlebnisse von körperlichen Symptomen begleitet, die von den Kindern und Jugendlichen auch benannt werden können: Schlafstörungen, Magen- und Darmbeschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelanfälle 63 Jugendliche haben verstandesgemäß dieselben Vorstellungen vom Tod wie Erwachsene. Sie fürchten vor allem die Belastungen des Sterbens, Schmerzen und die Frage, was mit ihnen nach dem Tod geschieht. Besonders häufig sind das Gefühl der Angst, der Unsicherheit und die Schwierigkeit, Gefühle, die den Tod betreffen, auszudrücken. Sie sind in dieser Phase verletzlich, möchten aber keinesfalls mit diesen Gefühlen konfrontiert werden. Wenn Jugendliche einen Elternteil verlieren, kann die Loslösung vom Elternhaus unterbrochen werden, weil sie die Verantwortung des Verstorbenen im Haushalt übernehmen müssen. Das Thema Suizid spielt eine Rolle. Der Tod verstärkt den Druck, dem Teenager sich sowieso schon ausgesetzt fühlen, wenn sie an die Zukunft denken Wie kann ich Kinder zwischen 10 und 14 Jahren im Trauerprozess begleiten? Das Kind im Alter ab 11 Jahren Das Kind in diesem Altersabschnitt benötigt - Gespräche - Akzeptanz seines Kommunikationsstils - Achtung seiner Privatsphäre 63 Tropper, 2003, S Hirschberg, 2010, S.14 Seite 42

44 - eine altersentsprechende Beteiligung an Entscheidungen - die Erlaubnis, auch starke Emotionen zu leben 65 Die schlechteste Hilfe ist nichts zu tun und darauf zu warten, dass es von alleine wieder wird. Daraus resultiert meist ein viel längerer Leidensweg für den Betroffenen. In der heutigen Zeit sollte wohl niemand abgestempelt werden, wenn er professionelle Hilfe benötigt. Sollte es doch passieren, wird diese psychologische Betreuung auch darauf eine Antwort geben können. Weiters muss auf eine altersgerechte Behandlung von Kindern geachtet werden. Ein Kind ist nicht mit einem Jugendlichen zu vergleichen. In der Pubertät sind Jugendliche meist mit sich und ihren Gefühlsschwankungen überfordert. Erwachsene sind generell die schwierigste Spezies auf diesem Planeten. Aus meiner Erfahrung und den Gesprächen, die ich mit jugendlichen Schülern führen durfte (siehe Punkt 5.4.5: Besuch einer Schulklasse) geht hervor, dass Jugendliche besser mit gleichgesinnten, gleichaltrigen Freunden ins Gespräch kommen. Sie fühlen sich besser verstanden und angenommen. Erwachsene und vor allem Elternteile finden keine Gesprächsbasis. Jugendliche unter sich führen teilweise tolle Gespräche auch wenn dies ein Erwachsener nicht glauben kann. Es kommt immer darauf an, wie das Verhältnis generell ist. Kein Elternteil kann erwarten, nur weil die gesamte Familie dasselbe Problem belastet, dass der Jugendliche gesprächsbereit ist (wenn sonst schon die Wogen hochgehen, begegnet man sich nur einmal zu viel am Tag). In solchen Situationen muss man mit Sturheit, Verletzungen, Bockig sein und Abblocken rechnen. Man kann nichts erzwingen und schon gar nicht voraussetzen, dass man der beste Gesprächspartner sein muss. Es ist wie überall im Leben ein Abwarten, denn ist man der oder die Auserwählte kommt der Betroffene ganz von sich aus. Jugendliche erzählen z.b. einer grundsätzlich fremden Person - wie mir in einer Unterrichtseinheit in der Schule - derart persönliche Dinge im Zusammenhang mit Sterben in der eigenen Familie, dass ich es kaum fassen kann. In der Schulklasse weinte ein Jugendlicher, und niemand aus der Klasse hat ihn 65 Husebø, 2009, S.449 Seite 43

45 ausgelacht. Im Gegenteil, alle Jugendlichen hatten Tränen in den Augen, weil sie in diesem Moment alle gespürt haben, jeden kann es als nächstes treffen. Das wertvollste in solchen Momenten ist Empathie und die Gewissheit, dass eine Gruppe, die ansonsten sehr wohl aufeinander verbal ganz grausam einschlagen kann, zusammenhält. Und Jugendliche können grausam sein, um andere bewusst zu verletzen. Nur in solchen Situationen sind sie da, sie sind selbst in einer Schulklasse eine Einheit. Eine Einheit und Gruppe die nichts und niemand umwirft. Sie sind gemeinsam und sie sind gemeinsam stark. Also kann ich persönlich wirklich den Appell an die Erwachsenenwelt da draußen abgegeben: Sollte ein Jugendlicher in der Pubertät zumachen, lassen Sie ihn, er wird Sie niemals akzeptieren! Rückzug und beobachten, Hilfestellung immer wieder anbieten, egal wie das Gegenüber reagiert. Der Jugendliche benötigt den Erwachsenen, auch wenn dies nicht zugegeben werden kann. Jedes Kind braucht die Gewissheit umsorgt zu werden, nur ein Jugendlicher gibt es selten zu. Abstand wahren und trotzdem abrufbar und anwesend bleiben. Denn jede Pubertät hat einmal ein Ende und dann geschehene Dinge Revue passieren lassen, entlockt vielen jungen Erwachsenen ein dankbares Lächeln! Fallbeispiel von einer Palliativstation In Zimmer 611 liegt eine 38-jährige Frau im Endstadium Unterleibskrebs. Die Familie, Vater 40Jahre alt, zwei Kinder, Sohn gerade 6 Jahre geworden, Tochter 12 Jahre alt. Die Zeit, die der Familie noch bleibt, gestaltet sich sehr ruhig und jeder Beteiligte ist sehr einfühlsam. Meist befinden sich die Kinder im Aufenthaltsraum, zeichnen, malen, spielen und sie strahlen ein Gefühl von absoluter Ruhe aus. Der Vater kommt immer wieder aus dem Zimmer um sich nach den Beiden zu erkundigen. Wenn die Kinder zur Mutter wollen, tun sie dies auch und gehen zwischenzeitlich immer wieder kurz in ihr Zimmer. Das Personal wird in diesen engen Familienverband nicht aufgenommen und man hat auch bei den Kindern keine Chance näher zu kommen. Sie sind dankbar über Getränke und Essen welche ihnen gereicht werden, jedoch näher lassen sie niemanden heran. Sie sind freundlich, geben auf Fragen immer Seite 44

46 höflich Antwort. Mehr ist den Kindern nicht zu entlocken, sie sind außerordentlich ruhig. Als das Personal sieht, dass die Frau und Mutter nicht mehr lange leben wird, wird der Vater gefragt, ob man der Familie, vor allem den Kindern, unseren Psychiater zur Seite stellen soll. Dieser Vorschlag wird ruhig und fast belächelnd abgelehnt. Das Team ist begeistert und ängstlich zugleich. Es taucht immer wieder bei den Dienstübergaben die Fragestellung auf: Wo nimmt diese Familie in dieser Konstellation und in solch einer Situation nur diese Kraft und Ruhe her? Aber es gibt keinerlei Grund sich hier einzumischen, oder den Besserwisser zu spielen. Am nächsten Morgen ist die Patientin bereits sehr schwach, will jedoch unbedingt gewaschen werden. Die Pflege wird immer wieder kurz unterbrochen, aber die Patientin besteht auf frische Wäsche und ein gepflegtes Äußeres. Noch am selben Morgen verstirbt die junge Frau und Mutter. Niemand aus der Familie ist anwesend, die Mutter dieser Kinder geht ihren letzten Weg alleine. Anschließend wird sie vom Personal, nach Ritualen der Station, für die Familie vorbereitet und der Ehegatte wird von der Ärztin verständigt. Nach gut eineinhalb Stunden betritt dieser, ein Kind an der linken das Andere an seiner rechten Hand, unsere Station. Ich habe Dienst und wenn ich ehrlich sein darf, mir wird schon bei diesem absolut ruhigen Anblick dieser drei Personen leicht übel. Nach dem Kondolieren spreche ich die Bitte aus, der Vater (Gatte) möchte zuerst alleine das Zimmer der Verstorbenen betreten, dies lehnt dieser dankend ab. Seine Begründung dafür lautet: Ich habe mit den Kindern zuhause gesprochen und wir möchten die letzte Begegnung von Angesicht zu Angesicht mit meiner Frau und Mutter dieser beiden Kindern gemeinsam erleben. Daraufhin betreten wir das Zimmer und es läuft alles aus dem Ruder. Der Mann sieht den Leichnam seiner Frau und wirft sich auf diesen, er hebt sie auf, schreit dabei, rüttelt sie und er weint laut und hemmungslos. Er schreit sie an, ihn und die Kinder alleine und ohne Rücksicht, zurückzulassen. Anschließend ist es eine Mischung zwischen flehen und wimmern. Ist sie doch seine einzige und große Liebe. Die Kinder stehen fassungslos, hilflos und geschockt etwas abseits und in ihren Gesichtern ist Angst, Panik, Verzweiflung und Überforderung zu erkennen. Ich nehme die Kinder an der Hand, um mit ihnen so schnell wie möglich das Zimmer zu verlassen. Unsere Ärztin kümmert sich um den Ehemann und ich versuche gemeinsam mit einer Kollegin mit den Kindern zu sprechen. Diese nehmen unseren Zuspruch an und wir einigen uns darauf, dass das Mädchen der Mama einen Brief Seite 45

47 schreibt, in diesem kann sie alle ihre Gedanken sammeln. Der Junge möchte eine Zeichnung gestalten und diese seiner Mama mitgeben. Als die Kinder damit fertig sind, hat sich auch der Vater wieder beruhigt. Daraufhin können wir das Zimmer wieder betreten, um der Mutter die beiden Briefe in die Hand zu legen. Der Vater ist mittlerweile ruhig, jedoch fast apathisch. Ich verspreche den Kindern, dass ihre Mama diese Briefe mitnehmen darf und bei sich behält. Mein Versprechen kann ich halten, da die Bestattung einwilligt. Nach gut zwei Stunden verlassen alle die Station. Der Vater willigt abermals nicht ein, dass wir den Kindern eine psychologische Hilfestellung anbieten. Dieses Fallbeispiel habe ich gewählt, um aufzuzeigen wie wichtig Ehrlichkeit ist. Unser diensthabendes Team benötigte eine Supervision, um über diesen Fall hinwegzukommen. Nicht das Sterben dieser Patientin ist für unser Team unüberwindbar, sondern die Gewissheit, dass diese Kinder nicht auf den Tod ihrer Mutter vorbereitet worden sind. Selbst der Gatte und Vater war restlos überfordert. Unsere Psychologin versuchte im Vorfeld immer wieder auf die Familie einzuwirken, vergebens. Der Vater sagte, er hätte alles im Griff und er wüsste, dass seine Frau sterben wird. Er wusste es, jedoch hat er in seiner Trauer auf seine eigenen Kinder vergessen. Er war nicht in der Lage eine richtige Stütze zu sein, denn er war selbst in seiner Trauer gefangen. Seine Kinder sahen und spürten, dass ihre Mutter sehr krank war, jedoch das Wort Sterben nahm der Vater ihnen gegenüber nie in den Mund. Dies gab er zwar anschließend zu, jedoch lernte er auch anschließend nichts dazu und lehnte jegliche Hilfestellungen für seine Kinder ab. Sie waren ständig anwesend, jedoch involviert in das tatsächliche Geschehen waren sie nicht. Sie waren mit ihrer verstorbenen Mutter in einem Raum, aber anstatt trauern zu dürfen, mussten sie mitansehen wie hilflos und verzweifelt ihr Vater war. Er durfte all seine Gefühle zum Ausdruck bringen, die Kinder aber wurden nur in einen weiteren Schock versetzt. Ich kann nur hoffen, dass diese Kinder beim Begräbnis die nötige Stütze von einem Erwachsenen oder einer Vertrauensperson hatten, denn ich persönlich bezweifle dass der Vater sich bis dahin soweit gefangen hatte, um sich wirklich um seine Kinder kümmern zu können. Ich persönlich werfe diesem Mann in dieser Ausnahmesituation nichts vor, jedoch werde ich für mich nie mehr still halten, sollte ich jemals wieder in solch eine ähnliche Seite 46

48 Situation kommen. Kinder und Jugendliche brauchen keine Lügen, sondern Ehrlichkeit. Sie benötigen keine Floskeln, sondern Tatsachen. Egal für welches Alter auch immer, es gibt Möglichkeiten darauf einzugehen und Vorkehrungen zu treffen. Meist schafft es die eigene Familie, denn es gibt immer jemanden der der verstorbenen Person nicht so nahe steht. Eine Person, welche mit ein wenig mehr Abstand an Kinder und Jugendliche herangehen kann. Einen anderen Blickwinkel hat Besuch einer Schulklasse Aufgrund meiner derzeitigen Ausbildung Palliativ Care in Graz Mariatrost und im Zusammenhang der daraus resultierenden Projektarbeit mit dem Titel Wie kann ich Kinder und Jugendliche in ihrer Trauer begleiten? durfte ich in der Hauptschule Seckau zu dieser Thematik eine Unterrichtseinheit im Fach Religion abhalten. Dies wurde mir zuteil, da mein jüngerer Sohn diese Klasse besucht und der Lehrplan das Thema Tod und Trauer beinhaltet. Meiner Diskussionsrunde wohnten 10 Schüler der vierten Klasse bei. Die Klassengemeinschaft besteht grundsätzlich aus 17 Jugendlichen, davon waren drei krank und vier Schüler durften von Seiten der Erziehungsberechtigten dieser Diskussion nicht beiwohnen. Die Begründung wurde mir persönlich nicht mitgeteilt, die Lehrerin jedoch teilte mir als Begründung der jeweiligen Schüler mit, dass diese Personen noch nie mit Tod in der Familie zu tun hatten und diesbezüglich keine passenden Gesprächspartner seien. Die verantwortliche Lehrerin verließ daraufhin mit den besagten Schülern den Klassenraum. Mein Grundgedanke zu diesem Erfahrungsaustausch bestand darin, die Jugendlichen zu ermutigen über eigene Erfahrungen frei und offen zu sprechen. Die Altersgruppe der Jugendlichen wählte ich bewusst, da sich meine eigenen Söhne in dieser Altersspanne bewegen. Auch habe ich in meinem privaten Umfeld wenig Kontakt zu jüngeren jugendlichen Personen. Kinder, in meinem Fall Jugendliche, sind nach meinen Erfahrungswerten generell zugänglicher wenn man bei der Wahrheit bleibt. Jugendliche haben ganz feine Antennen oder Fühler, sie bemerken und spüren es sofort, wenn man sie belügt. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sind das Wichtigste. Es ist keinem Betroffenen geholfen Seite 47

49 etwas Schön zu reden. Einzig und allein ein Rückzug kann daraus entstehen. Passiert dies, kann man davon ausgehen, dass der Jugendliche generell das Vertrauen in seinen Gesprächspartner verliert. Seite 48

50 Nachdem ich mich und mein Projekt den Schülern vorgestellt hatte ging es im Klassenzimmer nahtlos in Erzählungen der Jugendlichen über. Ich war erstaunt und konnte es zuerst gar nicht fassen, wie aufrichtig und ehrlich diese gesamte Klasse war. Es wurde erzählt, teilweise geweint, darüber geredet und diskutiert, mitgeweint und emphatisch wurden Mitschüler und Klassenkameraden dabei unterstützt, unausgesprochenen Dingen einen Namen zu geben um sie verarbeiten zu können. Viel zu schnell, wie die Schüler fanden, war diese Unterrichtseinheit zu Ende und sie haben mich eingeladen noch einmal zu kommen, da sie jetzt wissen, dass niemand vor meiner Person Angst zu haben braucht. Nach unserem zweiten Palliativausbildungsblock, wurde ich von den Schülern abermals und auf eigenen Wunsch eingeladen. In dieser Unterrichtseinheit wurde mir dann nach abermals guten Gesprächen mitgeteilt, die Klasse würde gerne einen Mantel des Schweigens über unsere zwei Unterrichtseinheiten legen. Nicht einmal die Lehrerin würde über Gesagtes unterrichtet werden. Und die Jugendlichen haben sich herzlich und aufrichtig bedankt, da sie sehr oft das Gefühl haben alleine gelassen zu werden. An dieses Gelübde halte ich mich selbstverständlich, den davor geschriebenen Text zu meiner Klassenrunde habe ich Vorort vorgetragen und das OK der Klasse erhalten. Ich war generell erstaunt wie offen in dieser Runde gesprochen wurde, ich für meinen Teil kann wieder einmal nur hervorheben, wie weit die Jugend ist und wie engstirnig und verschlossen mancher Erwachsene dieser Thematik gegenübersteht. Es ist gar nicht so leicht über den Tod zu sprechen. Oft versagt die Sprache des Alltags, wenn es darum geht, das Sterben von Tieren, Pflanzen und Menschen in Worte zu fassen. Diese Schwierigkeit zeigt sich vor allem im Umgang mit Kindern. Erwachsene haben eine große Scheu, mit Kindern auf direkte Art und Weise über den Tod zu sprechen. Sie haben Angst, das Urvertrauen, das für die Entwicklung ihres Kindes so wichtig ist, würde dadurch zerstört. Da das Weltbild des Kindes einen Riss erhält, möchten sie es wenigstens sprachlich schützen. Diese Vorsicht ist verständlich, aber wenn sie dazu führt, dass Kinder falsch informiert oder belogen werden, dann schadet sie mehr, als sie nützt Ennulat, 2009, S.11 Seite 49

51 6. Zusammenfassung Abschiednehmen und Loslassen sind Lebensthemen, für deren positive Verarbeitung und Auseinandersetzung bereits in der Kindheit die Grundvoraussetzungen geschaffen werden müssen. Erleben Kinder und Jugendliche Sterben und Tod als große Tabuthemen, die in der Familie oder in Kindergarten und Schule nicht thematisiert werden (dürfen), können Kinder keine Bewältigungsstrategien in Bezug auf Tod und Trauer entwickeln. Wir Erwachsene sind daher angehalten, Kinder in ihrer Trauer aufzufangen, ihnen emotionalen Halt zu bieten und auf ihre Fragen so gut als möglich einzugehen. Die größte Herausforderung besteht dabei wohl darin, Fragen einerseits wahrheitsgemäß und andererseits dennoch so zu beantworten, dass das Kind das Gesagte verarbeiten kann und eine nicht noch größere Verunsicherung erfährt. Grundsätzlich empfiehlt es sich, nur die Fragen zu beantworten, die auch tatsächlich gestellt werden. Da ein Kind nicht nur anders mit dem Tod umgeht als ein Erwachsener, sondern auch anders trauert als ein älteres oder jüngeres Kind, haben wir den Focus dieser Arbeit auf die Herausarbeitung kindlicher Trauerreaktionen in den verschiedenen Altersgruppen und auf die altersadäquaten Möglichkeiten an Hilfestellungen durch betreuende Erwachsene gelegt. Wichtig ist [ ] im allerersten Augenblick präsent zu sein. Egal was geschehen ist und um welchen Traueranlass es sich handelt bzw. wie alt das Kind ist, als erster Schritt und erste Kriseninterventionsmaßnahme gelten die sechs Z : 1. Zugehen auf das Kind. 2. Zeit haben und sich die nötige Zeit nehmen für ein Gespräch mit dem Kind. 3. Zuhören können, nicht unterbrechen oder seine eigene Befindlichkeit einbringen. 4. Zusammenfassen und wiederholen, was das Kind gesagt hat und sich dabei vergewissern, ob man alles richtig verstanden hat. Seite 50

52 5. Zuversicht vermitteln, ohne zu vertrösten oder dem Kind seinen Verlust auszureden. 6. Zeichen der Zärtlichkeit und der nonverbalen Kommunikation setzen: Das Kind in den Arm nehmen, es schweigend an der Hand führen oder liebevoll über die Wangen streichen. 67 Von Laura, 9 Jahre Sonja Moik Die erste Veränderung durch diese Arbeitsgruppe fand in meinem Palliativunterricht statt: Kinder und deren Trauer sind nicht mehr ein "Randgeschehen", sondern werden in den Unterricht eingebaut!! An einer optimalen Umsetzung arbeite ich aber noch. Durch die Auseinandersetzung mit diesem Thema wurde mir bewusst, dass es schon sehr viel Literatur dazu gibt. Ich werde unsere Schulbibliothek mit einigen 67 Tropper, 2003, S Seite 51

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