Systemtherapie Wirkungsweisen und Nebenwirkungen

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1 Systemtherapie Wirkungsweisen und Nebenwirkungen Univ. Prof. Dr. Hellmut Samonigg DONKO Jahreskongress / Patiententag Wien,

2 Therapieplanung Individuell maßgeschneidert Abhängig von Tumorstadium und Tumorbiologie

3 Therapieplanung Individuell maßgeschneidert Abhängig von Tumorstadium und Tumorbiologie

4 Therapieprinzip Ziel: Steigerung der Heilungsrate Lebenszeit Aktivität Toxizität

5 Wann medikamentöse Tumortherapie? Prävention Früherkennung TU TU HEILUNG DIAGNOSE OPERATION REZIDIV/Metastasen

6 Wann medikamentöse Tumortherapie? Prävention neoadj. Therapie Früherkennung TU TU HEILUNG DIAGNOSE OPERATION REZIDIV/Metastasen

7 Wann medikamentöse Tumortherapie? Prävention neoadj. Therapie adjuvante Therapie Früherkennung TU TU HEILUNG DIAGNOSE OPERATION REZIDIV/Metastasen

8 Wann medikamentöse Tumortherapie? Prävention neoadj. Therapie adjuvante Therapie kurative Therapie Früherkennung TU TU HEILUNG DIAGNOSE OPERATION REZIDIV/Metastasen

9 Wann medikamentöse Tumortherapie? Prävention neoadj. Therapie adjuvante Therapie kurative Therapie Früherkennung TU TU HEILUNG DIAGNOSE OPERATION REZIDIV/Metastasen pall. Therapie

10 Medikamentöse Tumortherapie Therapieauswahl abhängig von: Tumorstadium Gewebstyp Rezeptorstatus Patientenalter Begleiterkrankungen Organfunktionen Patientenwunsch Vortherapien Patientencompliance

11 Medikamentöse Therapie: Welche? Endokrine Therapie (Hormontherapie) Zytostatika (Chemotherapie) Antikörpertherapie (Trastuzumab, Bevacizumab) Thyrosinkinaseinhibitoren (Lapatimib, Sunitinib, etc.) Bisphosphonate (Zoledronat)

12 Hormontherapie Wirkung: greift in Regelkreise der Wachstumskontrolle des Tumors ein durch: - Reduktion der endogenen Hormonspiegel - direkt über Hormonrezeptoren

13 Brustkrebs Hormontherapie: Hormontherapie kann nur bei Hormonrezeptor-positiven Tumoren wirken!

14 Hormontherapie: Toxizitäten Nebenwirkungen: Hitzewallungen Trockenheit der Scheide vaginale Blutungen Stimmungsschwankungen Libidoverlust Haarverlust verstärkte Körperbehaarung Kopfschmerzen Gewichtszunahme Abnahme der Knochendichte Endometriumhyperplasie Endometriumneoplasien Ovarialzysten Erhöhung der Leberwerte Akne

15 Chemotherapie - Nebenwirkungen Mukositis Alopezie Nausea/Vomiting Diarrhoe Zystitis Sterilität Myalgien Neuropathie Lungenfibrose Kardiotoxizität Lokale Reaktionen Nierenversagen Myelosuppression Phlebitis

16 Medikamentöse Therapie: Welche? Endokrine Therapie (Hormontherapie) Zytostatika (Chemotherapie) Antikörpertherapie (Trastuzumab, Bevacizumab) Thyrosinkinaseinhibitoren (Lapatimib, Sunitinib, etc.) Bisphosphonate (Zoledronat)

17 Wachstumsregulation der Zelle Zelle ECM Wachstumsfaktoren (z.b. EGF, Amphiregulin TGF a ) GPCR- Liganden Kern receptors (z.b. Oestrogen) Survival- Faktoren (z.b. IGF1) WNT Integrins RTK 7 - TMR E - Cadherin RTK Fyn Shc NF1 Grb2 SOS Abl Frizzled Zytokine (z.b. ILs, IFNs) Disheveled GSK - 3 b APC b - Cutenin CdC42 PI3K Rac Ras PLC Fak Src Cas Crk TCF PKC Mos MKKs JNKs Tubulin Ral MEK MAPK MAPK ELK Max:Max MEKK CdC42 Rac Rho Myc: Max b - Cutenin: TCF JUN G - Prol Ad Cycl PKA CREB PKC P13K Akt Akka IKB? Stat PTEN 3.5 Jaks Cytokine R NF - k B Fos NHR (e.g. ER) Stat 3.5 Bcl XL NF - k B Bad Abnormality sensor p16 Changes in Gene Expression Stat 3.5 Caspase 9 Cytochrome C Mitochondria Bim, etc. Anti- Wachstumsfaktoren (z.b. TGF b ) Cycl D: CDK+ p15 Smads Rb E2Fs HPV E7 ARF p27 Cycl E: CDK2 Cell Proliferation (cell cycle) MDM2 Cell Death (Apoptosis) Caspase 8 Bcl 2 p21 p53 Bid TGF b R DNA damage sensor Fap Bax Mitochondria Decoy R Bcl 2 Surface Ag FADD Fas Apoptosefaktoren (z.b. FasL)

18 Wachstumssignalübertragung in der Zelle HER2- Rezeptor Zelloberfläche Wachstumsfaktoren - Bindungsstelle Zytoplasma Signalübertragung zum Zellkern Zellkern

19 Brustkrebs HERCEPTIN (Trastuzumab) Monoklonaler Antikörper gegen den HER-2- Rezeptor

20 HER2 - Rezeptor: Signaltransduktionsmuster Herceptin Bindungsstelle Plasma - membrane Signal - transduktion zum Nucleus Tyrosinkinase - Aktivität Zytoplasma Nucleus Genaktivierung ZELL - TEILUNG

21 Brustkrebs Medikamentöse Therapie: Welche? Zytostatika (Chemotherapie) Endokrine Therapie (Hormontherapie) Biologika (Trastuzumab, Lapatinib, Bevacizumab, Everolismus) Bisphosphonate, Rankl-Antikörper (Zoledronat, Denosumab)

22 RANK-Ligand, ein essenzieller Mediator für Bildung, Funktion und Überleben der Osteoklasten RANK-Ligand Aktivierte Osteoklasten Osteoblasten Knochenresorption 1. Nach: Boyle WJ, et al. Nature 2003;423:337 42; 2. Roodman GD. N Engl J Med 2004;350:

23 Denosumab hemmt den RANK-Liganden und unterbricht damit den Teufelskreis der Knochenzerstörung RANK-Ligand und an Denosumab gebundener RANK-Ligand Apoptotischer Osteoklast X Knochenresorption Osteoblasten Tumor 1. Nach: Boyle WJ, et al. Nature 2003;423:337 42; 2. McClung MR, et al. New Engl J Med 2006;354:

24 Maßgeschneiderte Therapien Bisphophonate Lapatinib Fulvestrant (reines Antiöstrogen) Capecitabine (oral) Vinorelbine (oral) Gemcitabine Vinorelbine (iv) Trastuzumab Spezielle Aromatasehemmer (Anastrozol, Exemestane, Letrozole) Targeted (zielgerichtete, molekulare) Therapie Chemotherapie Hormontherapie Bisphosphonate Taxane: Paclitaxel Docetaxel Besser verträgliche Anthrazyklinabkömmlinge Tamoxifen LHRH-Analoga Gestagene Unspezifische Aromatasehemmer Anthrazykline Antimetaboliten Brust Entwicklung wichtiger neuer Tumormedikamente seit 1995

25 Wie viel in Krebstherapie investiert wird Was Krebsmedikamente in Österreich kosten Wären die Gesundheitsausgaben Österreichs ein VW Golf, wären Krebsmedikamente ein günstiger Reifen mit Felge.* * VW Golf: ~ , günstiger Reifen: ~ 90, Felge: ~ 110

26 Wie viel in Krebstherapie investiert wird Krebstherapie kostet weniger, als man vielleicht denkt Insgesamt machen Medikamente 5,7 % der gesamten Spitalsausgaben aus. Basis: österreichische Fondsspitäler

27 Zusammenfassung Fortschritte in der Krebsmedizin Seit Krebssterblichkeit um 15% gesunken Seit Jahresüberlebensrate ist von 50% auf 65% angestiegen Die Lebensqualität von Menschen mit Krebs konnte deutlich verbessert werden. Ära der Personalisierten Krebsmedizin ist angebrochen Report der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie

28 Was moderne Medikamente bewirken Österreich im Spitzenfeld In Österreich leben über 60 % der Krebspatienten länger als fünf Jahre.

29

30 Onkologisches Betreuerteam Hausarzt Chirurg Angehörige Internistischer Onkologe Pflegeperson Radiotherapeut Psychoonkologie (Seelsorge)

31 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

32

33 Was moderne Medikamente bewirken Neue Medikamente wirken gezielt Konventionelle Krebsmedikamente (Chemotherapien) greifen häufig auch gesunde Zellen an und verursachen entsprechende Nebenwirkungen. Die neue Generation von Krebsmedikamenten wirkt gezielt gegen Krebszellen und schont gesunde Zellen.

34 Brustkrebs > 40% komplette Rückbildung bis 50 % Reduktion der relativen Rückfallsrate Prävention neoadj. Therapie adjuvante Therapie Früherkennung TU TU HEILUNG DIAGNOSE OPERATION REZIDIV/Metastasen pall. Therapie DIAGNOSE Durch Medikamente: Chronische Erkrankung

35 Medikamentöse Therapie: Welche? (am Beispiel Mammakarzinom) Endokrine Therapie (Hormontherapie) Zytostatika (Chemotherapie) Biologika (Trastuzumab, Lapatinib, Bevacizumab, Everolismus) Bisphosphonate, Rankl-Antikörper (Zoledronat, Denosumab)

36 Brustkrebs Hormontherapie Formen: Ablative Hormontherapie: Ausschaltung des hormonproduzierenden Organs: z.b. Ovarektomie, LHRH-Agonisten Suppression der Hormonproduktion: Aromatasehemmer Kompetitive Hormontherapie: z.b. Antiöstrogen Additive Hormontherapie: z.b. Gestagen

37 Brustkrebs Medikamentöse Therapie: Welche? Endokrine Therapie (Hormontherapie) Zytostatika (Chemotherapie) Biologika (Trastuzumab, Lapatinib, Bevacizumab, Everolismus) Bisphosphonate, Rankl-Antikörper (Zoledronat, Denosumab)

38 Brustkrebs Erfolgsgeschichte der Brustkrebs-Therapie 1970: 3 von 10 Patientinnen geheilt 1990: 5 von 10 Patientinnen geheilt 2010: 8 von 10 Patientinnen geheilt

39 Brustkrebs Maßgeschneiderte Behandlung am Beispiel Brustkrebs Brusterhaltende OP Hormonblocker 3D-Bestrahlung Chemotherapie Bisphosphonate Therapie Immuntherapie RFA

40 Brustkrebs Hormontherapie Wirkung: greift in Regelkreise der Wachstumskontrolle des Tumors ein durch: - Reduktion der endogenen Hormonspiegel - direkt über Hormonrezeptoren

41 Five-Year Breast Cancer Survival

42 Colorectal Cancer Incidence and Mortality,

43 Prostate Cancer Mortality,

44 Im europäischen Vergleich ist Österreich unter den Top 5 Ländern mit den längsten Überlebensraten bei Krebs.

45 Im europäischen Vergleich ist Österreich unter den Top 5 Ländern mit den längsten Überlebensraten bei Krebs. Österreich ist neben Frankreich, der Schweiz und den USA führend in der Anwendung neuester Krebsmedikamente.

46 Im europäischen Vergleich ist Österreich unter den Top 5 Ländern mit den längsten Überlebensraten bei Krebs. Österreich ist neben Frankreich, der Schweiz und den USA führend in der Anwendung neuester Krebsmedikamente. Das relative 5-Jahres-Überleben ist in Österreich signifikant gestiegen: 1983 überlebten 4 von 10 Krebspatienten länger als fünf Jahre, 2003 waren es bereits 6 von 10.

47 Im europäischen Vergleich ist Österreich unter den Top 5 Ländern mit den längsten Überlebensraten bei Krebs. Österreich ist neben Frankreich, der Schweiz und den USA führend in der Anwendung neuester Krebsmedikamente. Das relative 5-Jahres-Überleben ist in Österreich signifikant gestiegen: 1983 überlebten 4 von 10 Krebspatienten länger als fünf Jahre, 2003 waren es bereits 6 von 10. Patienten haben frühen Zugang zu Studien mit modernsten Wirkstoffen: In Österreich sind z.b. 30 % der Brustkrebs-Patientinnen in klinische Studien eingebunden.

48 Im europäischen Vergleich ist Österreich unter den Top 5 Ländern mit den längsten Überlebensraten bei Krebs. Österreich ist neben Frankreich, der Schweiz und den USA führend in der Anwendung neuester Krebsmedikamente. Das relative 5-Jahres-Überleben ist in Österreich signifikant gestiegen: 1983 überlebten 4 von 10 Krebspatienten länger als fünf Jahre, 2003 waren es bereits 6 von 10. Patienten haben frühen Zugang zu Studien mit modernsten Wirkstoffen: In Österreich sind z.b. 30 % der Brustkrebs-Patientinnen in klinische Studien eingebunden. Gute Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Forschung: Österreichische Krebspatienten werden nach aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen ( klinische Relevanz ) therapiert.

49

50 Krebsdiagnostik & Therapie State of the Art von standardisierter zu personalisierter Krebsmedizin Biobank molekulare Diagnostik Molekular zielgerichtete Tumortherapie

51 ASCO Highlight Studie 12 Adjuvant ovarian suppression combined with tamoxifen or anastrozole, alone or in combination with zoledronic acid, in premenopausal women with hormone-responsive, stage I and II breast cancer: First efficacy results from ABCSG-12 M. Gnant et al Unglaubliche Resonanz (zahlreiche Medienberichte, 600 Beiträge in den USA)

52 Belastungen von Partnern Angst den geliebten Menschen zu verlieren Verunsicherung, Kontrollverlust Veränderung der Rolle, als Partner, in der Beziehung Veränderungen des sozialen Lebens Überforderung Veränderung im Sexualleben

53 Brustkrebs Medikamentöse Tumortherapie Therapieauswahl abhängig von: Metastasierungsmuster Tumorlast, Symptomatik Hormonrezeptorstatus Her-2- Status Patientenalter Begleiterkrankungen Organfunktionen Patientenwunsch Vortherapien Patientencompliance Kosten

54 Brustkrebs Adjuvante Therapie Die adjuvante Systemtherapie reduziert die relative Rückfallsrate um bis zu 50 %.

55 Brustkrebs Allgemeines Durch verbesserte Diagnose/ Therapie konnte die Sterblichkeit trotz Zunahme der Neuerkrankungen in den letzten Jahren deutlich gesenkt werden.

56 Wie viel in Krebstherapie investiert wird Entwicklung ist zeit- und kostenintensiv Moleküle 1 Suche nach Angriffsziel Suche nach Wirkstoff Präklinische Phase Phase I Phase II Phase III Zulassung Forschung - 5 Jahre Rund 1/3 aller Investitionen für F&E gehen in di e Forschung Pr odukt ent wi ckl ung - 9 Jahre Rund 2/3 aller Investitionen für F&E gehen in di e Produkt ent wi ckl ung

57 Der Weg zum Erfolg: Interdisziplinarität Chirurgie Chemotherapie Strahlentherapie Endokrinologie Pathologie Selbsthilfegruppen Sozialarbeit Psychologie Gynäkologie Hormontherapie Radiologie Molekularbiologie Ernährungsberatung Immuntherapie Epidemiologie Gentherapie

58 Brustkrebs Supportive Maßnahmen Schmerztherapie Erythropoetintherapie Antiemetische Therapie Psychotherapie Psychopharmakotherapie etc....

59 ABER Krebshäufigkeit (Menschen, die mit Krebs leben) wird sich bis 2020 verdoppeln! Zunehmendes Wissen, dass es sich um 1000ende verschiedene Erkrankungen handelt. Dies erfordert: intensivierte Forschung finanzielle Ressourcen Report der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie 2009

60 Was moderne Medikamente bewirken Neue Medikamente wirken gezielt Konventionelle Krebsmedikamente (Chemotherapien) greifen häufig auch gesunde Zellen an und verursachen entsprechende Nebenwirkungen.

61 Was moderne Medikamente bewirken Neue Medikamente wirken gezielt Konventionelle Krebsmedikamente (Chemotherapien) greifen häufig auch gesunde Zellen an und verursachen entsprechende Nebenwirkungen. Die neue Generation von Krebsmedikamenten wirkt gezielt gegen Krebszellen und schont gesunde Zellen. Neue Krebsmedikamente kommen zunächst nur im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zum Einsatz. Patienten haben in dieser Situation oft schon mehrere erfolglose Therapien hinter sich. Überlebensvorteile mit neuen Medikamenten sollten deshalb nicht unterschätzt werden.

62 Wie viel in Krebstherapie investiert wird Was die Gesellschaft bereit ist zu zahlen Pro Kopf und Jahr 2009/10 wurden in Österreich durchschnittlich 43 für Krebsmedikamente ausgegeben. Ausgaben für Alkohol und Tabak im selben Zeitraum: 373.

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