Mustervortrag Erläuterungen. Alles rund ums Praktikum

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1 Mustervortrag Erläuterungen Alles rund ums Praktikum

2 Der vorliegende Mustervortrag richtet sich an alle Studierenden, die Praktika vor und/ oder während ihres Studiums absolvieren müssen oder möchten. Bei einer Eingrenzung der Zielgruppe auf Praktikantinnen und Praktikanten in einer bestimmten Situation beispielsweise Freiwilliges Praktikum während des Studiums, kann der Foliensatz entsprechend gekürzt werden. Bitte beachtet dabei, dass ein Vortrag auf keinen Fall länger als 45 Minuten dauern sollte. Mit dem Vortrag soll nicht nur eine Dienstleistung erbracht werden, vielmehr sollen die Studierenden ein Gefühl dafür bekommen, wofür Gewerkschaften stehen und welche Bedeutung sie auch für ihr eigenes (Arbeits-)Leben haben. Versucht, die Studierenden dazu zu bringen, aktiv für ihre Interessen einzutreten und das mit gewerkschaftlicher Unterstützung. Im Folgenden findet ihr Erläuterungen zu einigen Folien der Präsentation. Folie 4: Im Frühjahr 2011 erwartet die DGB-Jugend neue Zahlen. Bitte aktualisiert die Folie entsprechend. 2

3 Folie 5: Am Anfang steht die Frage, welche Ziele ihr mit einem Praktikum verfolgt und ob ein Praktikum überhaupt sinnvoll ist. Wir unterscheiden vier Situationen, in denen Praktika absolviert werden. Bei einem Pflichtpraktikum stellt sich die Frage nach dem Ob natürlich nicht. Hier steht das Lernen im Vordergrund. Ein freiwilliges Praktikum im Studium dient der beruflichen Orientierung und der Vertiefung von Kenntnissen. Eine Alternative kann ein einschlägiger Nebenjob in eurem zukünftigen Berufsfeld sein. Dieser wird in den meisten Fällen auch besser vergütet. Ein freiwilliges Praktikum nach dem Studium sollte die Ausnahme sein, denn: Mit einem Hochschulabschluss seid ihr fertig ausgebildet. Zur Einarbeitung dient die Probezeit. Bezahlte Arbeitsverhältnisse und Trainee-Programme sind für den Berufseinstieg der bessere Weg. Wenn ihr erst einmal Geld verdienen müsst, ist ein fair entlohnter einschlägiger Aushilfsjob oft besser als ein schlecht bezahltes Praktikum. In jedem Fall gilt: Kein unbezahltes Praktikum nach dem Studium! Und auf keinen Fall mehr als zwei Praktika nach dem Studium! Kettenpraktika verbessern nicht die beruflichen Aussichten, sondern verschlechtern sie sogar. Darüber hinaus gibt es noch die Möglichkeit eines Auslandspraktikums. Neben der beruflichen Orientierung könnt ihr dabei eure Sprachkenntnisse verbessern und euren Horizont erweitern. 3

4 Folie 7: In Ausnahmefällen: Achtet auf angemessene Vergütung (mindestens 8,50 Euro pro Stunde)! Wenn kein Entgelt gezahlt wird, kann ein ALG II-Anspruch gegeben sein. Allerhöchstens zwei Praktika nach dem Studium mehr wirkt schlecht im Lebenslauf Folie 9: Name und Anschrift: falls es zu Streitigkeiten kommt Dauer: damit der Lerneffekt im Vordergrund steht, höchstens drei Monate Ort des Praktikums: vor allem, wenn das Unternehmen mehrere Betriebsstätten hat. Sonst seid ihr überall einsetzbar! Außerdem: ggf. Hinweise auf Betriebsvereinbarungen oder Ähnliches Folie 10: Praktikumsplan: kann auch Teil des Praktikumsvertrages sein Weitere Ansprechpartner/innen: Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) und Betriebsrat Konsequenzen: besser ein abgebrochenes Praktikum als verschwendete Zeit 4

5 Folie 11: 8,50 Euro entsprechen der Forderung des DGBs für einen gesetzlichen Mindestlohn. Bei regulärer Mitarbeit im Betrieb könnt ihr euch wehren und den gleichen Lohn einfordern, den Kolleginnen und Kollegen mit entsprechender Tätigkeit erhalten. Lasst euch dazu beraten! Folie 14: Aufhebungsvertrag = Vereinbarung, das Praktikumsverhältnis in beidseitigem Einverständnis zu beenden Fristlose Kündigung: wenn es für eine Seite unzumutbar ist, das Praktikumsverhältnis fortzuführen, z.b. bei Mobbing, sexueller Belästigung, Diebstahl etc. Ordentliche Kündigung: bei befristetem Vertrag nur möglich, wenn dies vorher vertraglich vereinbart wurde. 5

6 Folie 17: Da Pflichtpraktika der Studienordnung unterliegen, hast du keinen Anspruch auf alle Arbeitnehmer/innen-Rechte. Viele Schutzregeln für Arbeitnehmer/innen müssen aber auch auf dich angewandt werden: Grenzen der Arbeitszeit Anspruch auf Pausen Ruhetage usw. Pflichtpraktika sind nicht sozialversicherungspflichtig auch wenn ein Entgelt gezahlt wird. Krankenversicherung: Bei über 355 Euro/Monat Einkommen entfällt die Möglichkeit der Familienversicherung bzw. mit 25 Jahren. 6

7 Folie 18: Einkommensgrenze für die Familienversicherung (355 Euro/Monat) gilt auch hier auch hier volle Anrechnung aufs BAföG (Freibetrag für Einkünfte aus Erwerbsarbeit greift hier nicht) Einkommensgrenze Kindergeld: Euro/Jahr (Stand: 2010). Abzugsfähig sind auch die Beiträge zur studentischen Krankenversicherung. Waisenrente wird, soweit eine Ausbildung absolviert wird, auch an volljährige Kinder gezahlt bis zum 27. Geburtstag (plus die Zeit der Pflichtdienste). Wer Waisenrente bezieht, braucht keine extra Krankenversicherung auch keine studentische Krankenversicherung. Die Krankenversicherung wird vom Rententräger finanziert. Allerdings gilt die Hinterbliebenenrente bei der Berechnung des Anspruchs auf Kindergeld, auf Wohngeld und auf BAföG als Einkommen. Außerdem verringert sich der Rentenanspruch, wenn man eigenes Einkommen hat Hierzu zählt u. a. auch Elterngeld von mehr als 300 Euro monatlich, nicht aber Wohngeld oder BAföG. Die Einkommensgrenze liegt seit 01. Juli 2009 bei monatlich 478,72 Euro in Westdeutschland bzw. 424,69 Euro in den neuen Bundesländern. Jeder Euro mehr an Einkommen bedeutet bis zu 40 Cent weniger Rente. Die Einkommensgrenzen für das Wohngeld sind abhängig von der Haushaltsgröße und dem Mietniveau der jeweiligen Gemeinde. Eine Übersicht findet sich auf den Seiten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (www.bmvbs.de). ALG II/Sozialgeld wird Studierenden nur in Ausnahmefällen gewährt. Zur Anrechnung von Einkommen auf das ALG II stellt das BMAS einen Einkommensrechner zur Verfügung: 7

8 Folie 19: Das Praktikum ist rechtlich wie ein studentisches Arbeitsverhältnis zu behandeln. Arbeitnehmer/innen-Rechte, wie zum Beispiel Anspruch auf Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, gelten auch für Studierende. Ein Teil dieser Rechte ist gesetzlich verankert. Selbst wenn man darauf schriftlich vollständig verzichtet, wäre das unzulässig. Du solltest aber sehr vorsichtig sein, wenn du einen Arbeitsvertrag unterschreibst: Viele wichtige Punkte, wie etwa die Arbeitszeit oder die Höhe der Vergütung können frei verhandelt werden, wenn kein Tarifvertrag besteht. Es gibt jedoch Unterschiede zwischen den verschiedenen Beschäftigungsverhältnissen. Sozialversicherung: Studierende Jobber/innen sind von Beiträgen zur Sozialversicherung befreit. Vorsicht: Die Arbeitszeitgrenze für den Studierendenstatus in der Sozialversicherung liegt bei 20 Stunden pro Woche. Ausnahme Rentenversicherung: Regulär studentische Beschäftigte sind rentenversicherungspflichtig. Nicht beitragspflichtig in der Rentenversicherung sind Mini-Jobs und kurzfristige Beschäftigungen (befristet auf zwei Monate bzw. 50 Tage im Jahr). Bei Minijobs besteht die Möglichkeit zur freiwilligen Rentenversicherung. Folie 20: Ohne Immatrikulation ist man regulär beschäftigt. Entsprechend ist man beitragspflichtig in allen Zweigen der Sozialversicherung. Bis 400 Euro/Monat kann es sich um einen Mini-Job handeln. 8

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