Auswahl der Stoffe. aus Sicht des Arbeitsschutzes. Platzhalter Bild. Dr. Aart Rouw Gruppe Gefahrstoffmanagement

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1 Platzhalter Bild Auswahl der Stoffe aus Sicht des Arbeitsschutzes Dr. Aart Rouw Gruppe Gefahrstoffmanagement 1

2 Inhaltsangabe Grundsätze Roadmap Spezifische Arbeitsschutzanliegen Konsequenzen für die Auswahl von Stoffen. Wann ist SVHC/Zulassung wirklich die beste Option Wichtigkeit der Risikobeurteilung am Anfang Beispiele wie sich das auswirkt. 2

3 Idee SVHC Roadmap REACH-IUCLID : Stoffe registriert (>100 t/a + CMR) Filterung durch ECHA mit bestimmten Algorithmen 440 Stoffe Möglich relevant (Schätzung) Kriterien: - CMR 1A oder 1B (Art. 57 a-c) - PBT vpvt (Art. 57d+e) Ähnlich Besorgniserregend : - Endocrine Disruption (57f) - Sensibilisierende Stoffen (Art 57f?) 3

4 Grundsatz SVHC Roadmap Grundsatzentscheidung (ECHA, Mitgliedstaten der EU): Kein Rundumschlag wo alles als SVHC erklärt wird, sondern: ein gezieltes Vorgehen wo diese Stoffe näher angeschaut werden um die relevanten Stoffe auszuwählen um diese in ein entsprechendes Regulierungsverfahren zu führen (oder auch: nichts zu tun) Im Bereich Arbeitsschutz (Verantwortlichkeit BAUA): Relevant ist wo - Der Stoff am Arbeitsplatz eingesetzt wird. - Der Stoff in hohen Mengen verwendet wird und/oder wo viele Arbeitnehmer mit dem Stoff arbeiten. - Tatsächlich Exposition stattfindet (Nachgewiesen, oder Modellberechnungen) - Ein Risiko tatsächlich existiert (oder wo vermutet werden kann dass es existiert) 4

5 Dokumentation der Ergebnisse Verfahren zur Bearbeitung: Roadmap mit RMOA (Risk Management Options Analyse) N.B. RMOA hat sich seit Einführung von REACH als informelles Dokument etabliert im REACh Text nicht genannt! Eigenschaften RMOA: - Standardisiertes Vorgehen von Datensammlung, Analyse und Kommunikation. - Kurz & kompakt (Max. 15 Seiten, wenn es nach uns ginge) - Vergleich Auswirkung verschiedener Risiko Management Optionen - Empfehlung einer Option als bestgeeignet - Kommentiert von anderen Bewertungsstellen und Mitgliedstaaten 5

6 Risk Management & Optionen. JA, es gibt eindeutig ein Risiko. Dieser Weg ist möglich, aber vielleicht nicht die beste Option Eine Kehrtwende war die Option die unser Begleiter empfahl Picture : A. Rouw, private 6

7 Ergebnis RMOA (die Optionen ) Stoff/Dossier Bewertung CLH (Neueinstufung/ Umstufung) RMO Analyse Keine Aktion Andere Maßnahmen (z.b. IOEL) Kandidatenliste Zulassung Beschränkung Picture : coypright Microsoft - Bing 7

8 Arbeitschutz Aspekte Gefahr für Arbeitnehmer? (CMR: Ja, PBT : Nein, Endocrine Disruptoren: Vielleicht) Gibt es Anwendungen wo Exposition von Arbeitnehmern logischerweise zu erwarten ist ( Registrierungsdossiers; Expositionsszenarien, Use Descriptor System mit ERC und PROCs ) Gibt es Daten oder Anweisungen dass sich in der Praxis die Gefahren manifestieren (i.e. gibt es ein Risiko ) Fragen zu beantworten: - Was würden REACH Regulierungsmaßnahmen hier signifikant ändern (wird das Risiko reduziert?) - Was ist die beste Wahl, damit wir das optimale Ergebnis erreichen? 8

9 Der Begriff Risiko im Arbeitsschutz Risiko = f(gefährlichkeit) x f(wahrscheinlichkeit der Exposition) Krankheitszahlen Häufigkeit Eigenschaft (Stoff: CLP) Stoff: Expositionswerte Entscheidend für Analyse kanzerogene Stoffe 9

10 Eine engere Auswahl. Viele Stoffe haben zwar Gefährlichkeitsmerkmale, sind aber aus Sicht des Arbeitsschutzes nicht oder weniger Relevant (weil kein oder nur ein geringes Risiko existiert) Oft treten Probleme nur in wenigen Bereichen auf. Ist hier eine Beschränkung vielleicht besser geeignet als das Zulassungsverfahren? Wir möchten die Kandidatenliste zwingend als Vorstufe zur Zulassung. (Art 55-59) verwenden nicht als Ziel in sich. Stoffe die wir aus Arbeitsschutz-Sicht als SVHC vorschlagen sollten das Potential haben um nach kurz oder lang priorisiert zu werden und in Annex XIV aufgenommen zu werden. 10

11 Kritisch Informationspflicht SVHC im Arbeitsschutz nur sekundär Wir sind uns bewusst das andere MSCAs hier eine andere Meinung haben und werden das dann auch akzeptieren. SVHC ist für uns nicht immer die Standardlösung! Mit-betrachten (so weit bekannt): - Komplexität Lieferkette (Alternative Lieferanten, Perspektiven für Substitution) - Ist Verlagerung der Produktion ins nicht-eu Ausland wahrscheinlich - Löst es das Arbeitsschutzproblem? 11

12 Weitere Überlegungen Wir stellen die Frage nach dem Risiko am Anfang des Verfahrens. Dazu betrachten wir nicht nur Eigenschaften! (RMOA) Wenn ein Stoff in das SVHC/Zulassung-Verfahren kommt, findet bis zum Zulassungsantrag keine grundlegende Risikobetrachtung mehr statt. Wichtig : Treffen der richtigen Optionen am Anfang sonst schwer zu stoppen. Kein Risiko Keine Aktion notwendig (REACH kein Ziel an sich) Konsequenz : Von den 440 Stoffen die potentiell als relevant gelten erweist sich ein großer Teil als für den Arbeitsschutz nicht relevant. 12

13 Beispiel 1 Stoff X (Carc 1B und Chronische Krankheit). RMOA in 2011: SVHC Identifizierung als beste RMO. Industrie Gespräche: Kaum Menschen exponiert - kein Risiko (?). Umarbeitung RMO Stoffbewertung initiiert für mehr Daten 2013: Anfangsbesorgnis bestätigt N(exp) ist nicht niedrig & Exposition ist relativ hoch SVHC+Annex XIV wird als beste RMO empfohlen Auch wenn SVHC Keine Priorisierung in kurzer Zeit zu erwarten, weil Menge niedrig wäre eine andere RMO doch nicht besser? 13

14 Beispiel 2 Manche Stoffe haben Gefahreneigenschaften die erlauben würden den Stoff ohne weiteres als SVHC vorzuschlagen, sie haben aber kein erkennbares Risiko in der Verwendung. Analyse und Empfehlung : keine Aktion Beispiel : Acrylonitrile: (RMOA 2013) Carc 1B, aber nur Zwischenprodukt, kein Restmonomer nachweisbar in Erzeugnissen Kein Risiko für HH oder ENV Keine Aktion notwendig 14

15 Eine erfolgreiche Roadmap... Unterwegs sammelt man nützliche Informationen ein Brussel (EU- CMD / CAD) Helsinki (ECHA- REACh) Dortmund (BAUA) Map : Copyright Googlemaps Picture: Copyright Microsoft-Bing 15

16 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Auf Wiedersehen Dr. Aart Rouw Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Fachbereich 4 - Gefahrstoffe und biologische Arbeitsstoffe Friedrich-Henkel-Weg Dortmund Tel. 0231/ (Sekretariat: -2598) Fax 0231/

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