MBI Stahl Tag Mit einem Einbruch der Stahlpreise ist nicht zu rechnen

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1 Heute mit den Ergebnissen der Stahlpreisumfrage Siehe Seite 9 MÄRKTE PREISE TRENDS Freitag, 5. Oktober 2018 l Nr. 20 MBI Stahl Tag Tata-Steel-Topmanager sieht 2019 keine Abkühlung der Stahlnachfrage Wie geht es auf dem europäischen Stahlmarkt im Jahr 2019 weiter? Eine deutliche Abkühlung ist jedenfalls nicht in Sicht, sagte Henrik Adam, Chief Commercial Officer (CCO) von Tata Steel Europe, auf dem MBI Stahl Tag 2018 in Frankfurt. Der Manager rechnet 2019 mit Stabilität am Markt, aber nicht mehr mit einem Riesenwachstum. Und trotz der zunehmenden Unsicherheit, die aus den eskalierenden Handelskonflikten resultiert: Die Nachfragezahlen leiden aktuell noch nicht darunter, stellte Adam fest. Seite 5 Deutscher Warmbreitbandmarkt Schnelle Preiswende ist nicht in Sicht Das Warten wird dieses Jahr wohl vergebens sein: Wer zum Jahresende hin auf sinkende Preise am deutschen Warmbreitbandmarkt gehofft hatte, dürfte enttäuscht werden. Davon geht die Mehrheit der von uns befragten Einkäufer aus. Seite 2 MBI Stahl Tag Mit einem Einbruch der Stahlpreise ist nicht zu rechnen Die Stahlpreise in Deutschland werden 2019 meist stabil bleiben, lautet die Prognose von MBI-Stahlanalyst Peter Fertig. Bei Warmbreitband rechnet er mit einem mittleren Preis von 550 Euro pro Tonne, für Feinblech mit 625 Euro pro Tonne. Seite 8 Stahlpreisentwicklung Warmbreitband vs. Walzdraht* EUR/t Flachstahl (EUR/t, Spot) Edelstahl (Basispreis) Warmbreitband DD Quartoblech S Feinblech DC Feinblech verzinkt DX51D+Z Langstahl (EUR/t, Spot) Walzdraht C7D Stabstahl S Betonstahl B500N Produktionskosten Flachstahl vs. Langstahl* (EUR) ( = 100) Deutscher Walzdrahtmarkt Stabilität bei den Preisen erwartet Aufregerthemen sind am deutschen Walzdrahtmarkt Anfang Oktober Mangelware: Es herrscht Stabilität auf hohem Niveau. Die Erzeuger befinden sich weiterhin in einer starken Position, da eine deutliche Nachfrageabkühlung nicht in Sicht ist. Seite 3 Markttrends Deutschland Euroblech-Messevorschau online verfügbar Die Euroblech wirft ihre Schatten voraus: Die 25. internationale Technologiemesse für Blechbearbeitung findet vom 23. bis 26. Oktober in Hannover statt. Eine Messevorschau gibt unter einen Überblick über neue Produkte und technologische Innovationen. Seite 4 Erzeuger Knauf Interfer verkauft Teil der Nürtinger Aktiva an Meform Die Knauf Interfer konzentriert die Stahlaktivitäten ihrer Stahl Service Center weiter auf Flachstahl und Anarbeitung und trennt sich in diesem Zusammenhang von der Roll- und Stahlformgebung am Standort Nürtingen. Diese werden an die Meform veräußert. Seite 10 Vormaterialien Im Oktober wohl stabile Preise am Schrottmarkt Im Oktober dürften die Preise am deutschen Schrottmarkt weitgehend stabil tendieren. Davon geht der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung aus. Der Schrottbedarf im Inland, in der EU und auch außerhalb der EU bleibt ungebrochen hoch, schreibt der Verband. Seite 12 Kostenfaktoren Flachstahl (EUR) 84,67 85,02 Langstahl (EUR) 148,26 147,53 Basismetalle Nickel (LME, Kassapreis, USD/t) 12770,00 Zink (LME, Kassapreis, USD/t) 2696, Chrom (USD/t) 11700,00 Ferro-Molybdän 65% w. (USD/kg) 28, Kohle (ICE, Rotterdam, USD/t) 101,65 Schrott (USD/t) HMS 1&2 (80/20), FOB ARA 324,00 318,00 * Bitte Erläuterungen auf der letzten Seite beachten. Redaktion Eva-Maria Vochazer, Christine Büttner, Mark Krieger, Heike Gillis, Peter Fertig Armin Kalbfleisch (verantw.) Telefon: +49 (0) 6196 /

2 Markttrends Deutschland Eisenerz Swaps (CFR China, 62%, FE Fines, in USD/t) 75 69, Quelle: China Coal Report Quelle: Singapore Exchange Kokskohle Hochwertige Qualität Australien FOB Exportpreis Preistendenz in USD/t Deutscher Warmbreitbandmarkt Schnelle Preiswende ist nicht in Sicht Das Warten wird wohl vergebens sein: Wer zum Jahresende auf sinkende Preise am Warmbreitbandmarkt gehofft hatte, dürfte enttäuscht werden. Davon geht die Mehrheit der von uns befragten Einkäufer aus. Denn so lange die Nachfrage trotz aller handelspolitischen Konflikte gut läuft und interessante Importangebote Mangelware sind, ist an einen deutlichen Preisrückgang nicht zu denken. Und selbst wenn Wald- und Wiesenmaterial aus Brasilien oder Südkorea günstig angeboten wird: Angesichts der Lieferzeiten von vier Monaten winken viele Einkäufer dankend ab. Wer auf Quartalsbasis ordert, musste je nach Ausgangsbasis im Q4 kleinere Erhöhungen akzeptieren. Die Stahlerzeuger treten im Vorfeld der Ende des Monats anstehenden Branchenleitmesse Euroblech in Hannover sehr selbstbewusst auf. Gilt es doch, sich für die heiße Phase der Preisgespräche mit der wichtigen Abnehmergruppe Automobil in eine aussichtsreiche Stellung zu bringen. Mit bahnbrechenden Änderungen preislicher Art rechnet man in diesem Jahr nicht mehr. Quelle: MBI Schrott HMS 1&2 (80/20) in USD/t, FOB ARA Quelle: MBI Stahlschrottpreise Deutschland Sorte 4 Schredderschrott / Sorte 2 Neuschrott CIP, in Euro/t Quelle: MBI Die gute Nachricht Anfang Oktober: Die Lieferzeiten bewegen sich nach kleineren Holpereien Im September wieder im grünen Bereich. Die Materialverfügbarkeit ist auskömmlich und ein Engpass nicht in Sicht. Die Hochofenneuzustellung bei der Voestalpine in Linz ist abgeschlossen. Die Österreicher hatten das gut vorbereitet und ausreichend vorproduziert, die Neuzustellung ist relativ geräuschlos für die Abnehmer über die Bühne gegangen, blickt ein Einkäufer zurück. Aufspaltung von Thyssenkrupp ist Thema Nummer eins Gesprächsthema Nummer eins istll die geplante Aufspaltung von Thyssenkrupp. Da stehen viele Veränderungen an, und bei Thyssenkrupp wird man wohl auf absehbare Zeit stark mit sich selbst beschäftigt sein, merkt ein Einkaufsleiter an. Hinzu kommt die geplante Zusammenlegung mit der europäischen Flachstahlsparte von Tata Steel. Bis Ende Oktober will die EU-Kommission mitteilen, ob sie das geplante Joint Venture ohne Auflagen durchwinkt oder eine vertiefte Prüfung anordnet. Sollte letzteres der Fall sein, entsteht der zweitgrößte Stahlkocher auf dem europäischen Mark, mit den entsprechenden Folgen für die Preisfestsetzungsmacht. Richtig bange vor der sich abzeichnenden Konsolidierung ist den Einkäufern aber noch nicht. Das wird wohl noch eine ganze Weile dauern, bis die Folgen wirklich spürbar sind, sagt ein Einkaufsleiter. Zudem stocke derzeit der Arcelormittalllva-Deal, der schon längst über die Bühne hätte gehen sollen und der nun von der neuen italienischen Regierung in Frage gestellt wird. Fest steht für Einkäufer im Vorfeld der Euroblech: Die Erzeuger werden im neuen Jahr bei den Halbjahresverträgen auf Erhöhungen drängen und bei Jahresverträgen sowieso. Ob das alles so durchkommt wie geplant, ist unklar, sagt ein Einkaufsleiter. Denn ein konjunktureller Abschwung dürfte im Jahr 2019 wohl kommen, wenngleich man nicht mit einer harten Landung rechnet. Die Nachfrage dürfte sich wohl etwas abkühlen. Hinzu kommt: Die Unsicherheit hat seit der Zuspitzung im Handelskonflikt deutlich zugenommen. Noch läuft das Geschäft vieler Stahlverarbeiter rund, aber die Mehrheit rechnet im kommenden Jahr mit gewissen Bremsspuren in der Weltwirtschaft. Das Jahr 2018 aber dürfte noch ohne größere Aufregungen zu Ende gehen. Eva-Maria Vochazer 2

3 Markttrends Deutschland Deutscher Walzdrahtmarkt Stabilität bei den Preisen erwartet Aufregerthemen sind am deutschen Walzdrahtmarkt Anfang Oktober weitgehend Mangelware: Es herrscht Stabilität auf hohem Niveau. Die Erzeuger befinden sich weiterhin in einer starken Position, da die viel beschworene Nachfrageabkühlung der wichtigen Abnehmergruppe Automobil noch nicht in Sicht ist. Die Erzeuger versuchen weiterhin, hier und dort noch ein paar Cent draufzuschlagen, aber sie kommen nicht überall damit durch, berichtet ein Einkaufsleiter. Die Mehrheit der befragten Einkäufer geht davon aus, dass sich bis Jahresende preislich nicht mehr viel tun wird. Am Spotmarkt dürfte es zur kälteren Jahreszeit hin wohl etwas nach unten gehen. Ein dramatischer Einbruch ist aber nicht in Sicht. Die Transportprobleme in Folge des Niedrigwassers haben sich zwar etwas entschärft, aber das Thema mangelnde Lkw-Transportkapazitäten ist weiterhin aktuell. Von deftigen Frachtaufschlägen ist inzwischen die Rede Nickel N D J F M A M J J A S O Drei-Monats-Preis, in USD/t (im Jahresverlauf) Quelle: LME Chrom Abgesehen vom aktuellen Engpass am Lkw-Frachtmarkt ist die Materialverfügbarkeit aktuell völlig in Ordnung und die Lieferzeiten bewegen sich im grünen Bereich. Im Handel fließt das Material weiter zügig ab, hören wir. Die Lagerbestände bewegen sich kurz vor Beginn der kälteren Jahreszeit auf einem vernünftigen Niveau. Importmaterial spielt am europäischen Markt weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Europa bleibt angesichts des hohen Preisniveaus am US-Markt als Ziel für Importe weitgehend uninteressant. Und trotz des Preisverfalls der türkischen Lira: Von einer Importschwemme aus der Türkei in Folge der dortigen Wirtschaftskrise kann keine Rede sein. Ich bekomme jedenfalls keine Schnäppchenangebote auf den Tisch, berichtet ein Einkaufsleiter. Brexit bereitet zunehmend Bauchschmerzen Zunehmende Bauchschmerzen bereitet das Thema Brexit, denn ein Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen britischer Regierung und der EU ist weiterhin nicht in Sicht. Langsam rückt die Sache bedrohlich näher, kommentiert ein Einkäufer. Zwar bezieht die Mehrzahl der von uns Befragten keine Riesenmengen von British Steel, aber über die niederländische Akquisition FN Steel ist man letztlich doch betroffen. Wer sich möglichen Ärger ersparen will, müsste sich wohl bereits jetzt prophylaktisch nach neuen Bezugsquellen umsehen, lautet der Rat eines Einkäufers. Allerdings seien die Alternativen auf dem europäischen Markt nicht so hypergroß. Man werde sich im Fall der Fälle wohl vor allem auf dem italienischen Markt umsehen. Kein Druck von der Vormaterialseite Von der Vormaterialseite geht weiterhin kein Druck auf die Walzdrahtpreise aus, sagen Einkäufer. Vor allem die Schrottpreise haben sich zuletzt stabil gezeigt. Eine rasche Veränderung zeichnet sich aktuell nicht ab. Die europäischen Walzdrahtwerke sind nach Einschätzung der befragten Einkäufer weiterhin gut ausgelastet, aber wohl nicht mehr ganz so gut wie vor der Sommerpause. Was die Einschätzung für das kommende Jahr angeht, so rechnen die meisten befragten Einkäufer mit einer leicht rückläufigen Nachfrage und somit auch tendenziell sinkenden Preisen. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die Automobilbranche. Man bezweifelt, dass eine Umtauschprämie für gebrauchte Dieselfahrzeuge die Kunden massenhaft zum Kauf von Neufahrzeugen veranlassen wird. Eva-Maria Vochazer N D J F M A M J J A S O fob Rotterdam, Mittelwert aus Höchst- und Tiefstpreis, in USD/t Quelle: MBI Ferro-Molybdän 65% 20 N D J F M A M J J A S O fob Rotterdam, Mittelwert aus Höchst- und Tiefstpreis, in USD/kg Quelle: MBI Zink 2000 N D J F M A M J J A S O Drei-Monats-Preis, in USD/t (im Jahresverlauf) Quelle: LME 3

4 Markttrends Deutschland Bitkom Datenschutzgrundverordnung noch nicht umgesetzt Vier Monate nach dem regulären Fristablauf hadert die deutsche Wirtschaft weiterhin mit der Umsetzung der EU-Datenschutz- Grundverordnung (DS- GVO). Erst ein Viertel (24 Prozent) der Unternehmen in Deutschland hat die DS-GVO vollständig umgesetzt. Weitere 40 Prozent haben die Regeln größtenteils umgesetzt, drei von zehn (30 Prozent) teilweise. Gerade erst begonnen mit den Anpassungen haben fünf Prozent der Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 500 Unternehmen aus Deutschland, die der Digitalverband Bitkom im Rahmen seiner Privacy Conference vorgestellt hat. MBI/emv BDI Erleichterung über NAFTA-Neuauflage Mit Erleichterung hat die deutsche Wirtschaft auf die Einigung zu einer Neuauflage des Freihandelsabkommens von USA, Kanada und Mexiko reagiert. Allerdings wurde auch Besorgnis laut. Eine genaue Prüfung wird zeigen, ob der Handel auch in Zukunft ungestört ablaufen kann oder neue Handelsbarrieren hochgezogen werden, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang. Ein Abkommen ohne Kanada hätte Wertschöpfungsnetzwerke im gesamten Nafta-Raum beschädigt und deutsche Unternehmen empfindlich getroffen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sprach von Licht und Schatten bei dem Abkommen. Zu den negativen Auswirkungen gehöre, dass das Abkommen höhere Wertschöpfungsanteile in Nordamerika erfordere und somit auch zu Lasten von Produktionsstandorten in Deutschland gehe. MBI/AFP/emv Bundesumweltministerium Verpackungshersteller müssen sich registrieren lassen Hersteller von Verpackungen und Händler, die verpackte Waren verkaufen, sollen sich in Zukunft nicht mehr vor den Kosten für die Entsorgung und das Recycling drücken können. Sie alle müssen sich bis Januar 2019 in ein neues Verpackungsregister eintragen, wie das Bundesumweltministerium mitteilte. Auch Verbraucher können seit Neuestem unter nachschauen, ob ein Unternehmen sich an die Vorschriften hält. Registrieren müssen sich laut aktuellen Angaben des Ministeriums alle, die verpackte Waren für den privaten Endverbraucher in Deutschland erstmalig in Verkehr bringen. Damit werde künftig für jeden erkennbar, ob ein Hersteller die Produktverantwortung für seine Verpackungen ernst nimmt. Hersteller, die nicht registriert sind, dürften ihre verpackte Ware ab Januar nicht mehr verkaufen, mahnte das Ministerium. Das neue Verpackungsregister trage dazu bei, dass die Kosten künftig fair auf alle Verursacher verteilt werden, erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze. Manche Produzenten, die sich bisher vor ihrer Verantwortung gedrückt haben, werden sich dann womöglich zum ersten Mal Gedanken machen müssen, wie sie sparsamer und ökologischer verpacken können, führte die Ministerin weiter aus. Am 1. Januar 2019 tritt das neue Verpackungsgesetz mit höheren Recyclingquoten in Kraft. Wir produzieren in Deutschland zu viel Plastikmüll. Das wollen wir ändern, indem wir überflüssiges Plastik vermeiden und dafür sorgen, dass Verpackungen klüger und ökologischer gestaltet werden, erklärte Schulze. Das, was nicht vermeidbar sei, müsse mehr als bisher recycelt werden. Deutschland ist in Europa der unangefochtene Spitzenreiter beim Verpackungsmüll. 220 Kilogramm davon produziert ein Bundesbürger rechnerisch pro Jahr. MBI/AFP/emv Euroblech 2018 Messevorschau ist online Die Euroblech wirft ihre Schatten voraus: Die 25. internationale Technologiemesse für Blechbearbeitung findet vom 23. bis 26. Oktober in Hannover statt. Insgesamt Aussteller aus 39 Ländern sind auf der Weltleitmesse für die Blechbearbeitungsindustrie vertreten, die in ihrer 2018er-Ausgabe von den Themen Digitalisierung und Industrie 4.0 geprägt wird. Die wichtigsten Ausstellerländer sind Deutschland, Italien, China, die Türkei, die Niederlande, Spanien, die Schweiz, Dänemark, Österreich und die USA. Die umfangreiche Online-Messevorschau gibt unter einen Überblick über die vielen neuen Produkte und technologischen Innovationen, die auf der Messe im Oktober vorgestellt werden, teilte der Veranstalter Mack Brooks Exhibitions mit. Zur Vorbereitung des Messebesuchs können Nutzer die Messevorschau nach Produktkategorien und Hallen sortieren und sich so ihr persönliches Programm zusammenstellen, um ihre Highlights der Messe bereits vorab zu entdecken. Die Euroblech-App ist ebenfalls ab sofort in den App-Stores verfügbar. Bereits vor Eröffnung der Euroblech sind auf der Messe-Website drei verschiedene White Papers verfügbar, die sich mit den Themen Digitalisierung, Leichtbau und E -Mobilität in der Blechbearbeitung beschäftigen, informierte der Veranstalter. MBI/emv Stahlhandel August 2018 Walzstahlfertigerzeugnisse Aug 2018 Veränd. gg. Vorj.-Monat Lagerabsatz ,1% Lagerbestand ,1% Lagerreichweite (Monate) Quelle: BDS 2,6 +14,4% 4

5 MBI Stahl Tag MBI Stahl Tag 2018 CCO von Tata Steel Europe sieht 2019 keine Abkühlung der Stahlnachfrage Wie geht es auf dem europäischen Stahlmarkt im Jahr 2019 weiter? Eine deutliche Abkühlung ist jedenfalls nicht in Sicht, sagte Henrik Adam, Chief Commercial Officer (CCO) von Tata Steel Europe, auf dem MBI Stahl Tag in Frankfurt. Der Manager rechnet in einem Ausblick auf das kommende Jahr mit Stabilität am Markt, aber nicht mehr mit einem Riesenwachstum. Dieses Wachstum konzentriere sich aber nicht allein auf eine Kundengruppe, sondern auf alle Märkte und Branchen. Und trotz der zunehmenden Unsicherheit, die aus den eskalierenden Handelskonflikten resultiert: Die Nachfragezahlen leiden aktuell noch nicht darunter, stellte Adam fest. In den kommenden Jahren will Tata Steel zudem seine Differenzierung weiter vorantreiben. Es geht uns dabei nicht primär um Volumen, sondern um Nachhaltigkeit, erklärte er. Bei den Verhandlungen über die Stahlpreise im Jahr 2019 laufen bereits die ersten Gespräche, berichtete Adam im Gespräch mit MBI Stahl Monitor. Zu den großen Unsicherheitsfaktoren zählt laut Adam die weitere Rohstoffpreisentwicklung. Mit einer Entspannung auf Vormaterialseite rechnet er im kommenden Jahr nicht, sondern eher mit leichten Kostensteigerungen, insbesondere bei Energie, Zink und Zinn. Wer vor diesem Hintergrund auf Preissenkungen hofft, der hofft vergebens, machte Adam auf dem Stahl Tag deutlich. Was das Thema Handelsumleitungen nach Verhängen der US-Strafzölle angeht, so berichtet der Manager aktuell von weiterhin hohen Importen nach Europa. Verändert haben sich seiner Einschätzung nach die Herkunftsländer. Dazu zählen insbesondere Südkorea, aber nach wie vor auch China. Gekoppelt an die Binnennachfrage ist zudem auch damit zu rechnen, Henrik Adam rechnet mit Stabilität, aber keinem Riesenwachstum am europäischen Stahlmarkt. Foto: MBI dass die Importe aus der Türkei künftig zulegen werden, erwartet Adam. Die europäischen Safeguard-Maßnahmen sind aus Sicht von Adam notwendig, um einen fairen Handel zu ermöglichen. In Sachen des geplanten Stahl-Joint-Ventures mit Thyssenkrupp konnte er keine bahnbrechend neuen Nachrichten verkünden. Wir haben einen Vertrag unterschrieben und gehen auf dem entsprechenden Weg voran, sagte er. Neuer Player Liberty House ist keine Konkurrenz Auf den neuen Marktteilnehmer Liberty House angesprochen, der seit einigen Jahren von Großbritannien aus weltweit Stahlwerke zugekauft hat und auf das Konzept Green Steel via Schrottversorgung setzt, reagierte Adam gelassen. Wir verfolgen natürlich genau, was dieser neue Player unternimmt, berichtete der Manager. Eine ernsthafte Konkurrenz sieht man indessen nicht. Liberty House produziert vor allem Commodity-Güten, sagte er. Nachhaltigkeit, Transparenz in der Lieferkette und Verantwortung in der Produktion stehen bei vielen Kunden der Stahlindustrie immer stärker im Fokus, berichtete Adam. Das Thema muss entlang der Lieferkette landen, betonte er. Klar ist für den Manager: Es geht in dieser Sache nur gemeinsam. Denn es erfordert eine branchenübergreifende Zusammenarbeit, um Risiken zu minimieren und Lösungen erarbeiten. Zum Gelingen können aus der Sicht Adams auch digitale Werkzeuge wie etwa die Blockchain- Technologie beitragen. Die Endverbraucher erwarten von uns, dass wir Teil der Lösung sind, nicht des Problems, sagte er. Vordringliche Aufgabe: Die Beschaffung wichtiger Rohstoffe soll transparenter und nachhaltiger werden. Es geht darum, Standards für eine saubere Herkunft zu entwickeln und Transparenz bei der Beschaffung von risikobehafteten Rohstoffen zu schaffen, gab der Manager die Marschrichtung vor. Eva-Maria Vochazer MBI/emv/gil 5

6 MBI Stahl Tag MBI Stahl Tag Arcelormittal setzt auf Responsible Steel Der weltgrößte Stahlkonzern Arcelormittal setzt verstärkt auf Nachhaltigkeit und klimaschonende Technologien und will mit innovativen Produkten punkten. Das Ziel: Die Verringerung des ökologischen Footprints, informierte Jochen Grünewald, Managing Director Flat Products bei Arcelormittal Commercial Germany, auf dem MBI Stahl Tag in Frankfurt. Arcelormittal ist Mitglied der im Jahr 2016 gegründeten Non-Profit-Organisation Responsible Steel : Dies ist eine globale Initiative mit Mitgliedern aus der gesamten Stahlwertschöpfungskette. Die Organisation Responsible Steel will mit einer globalen Multi- Stakeholder-Herangehensweise ein Zertifizierungsprogramm für die gesamte Stahl-Wertschöpfungskette etablieren. Zu den Mitglieder zählen Stahlproduzenten, aber auch NGOs, Gewerkschaften, politische Organisationen und industrielle Nutzer von Stahl. Wir reagieren damit auch auf die Forderungen unserer Kunden, erläuterte Grünewald. E-Services senken Kosten Ein Standardkatalog soll im kommenden Jahr erarbeitet werden. Zudem setzt man künftig auf E-Services, also auf Tools und Apps zur Kostenreduzierung, etwa durch Gewichtseinsparungen. Arcelormittal ist der größte Produzent von Flachstahl in Europa und an mehr als 400 Standorten in elf Ländern aktiv. Die Liefermenge lag im vergangenen Jahr bei rund 41 Millionen Tonnen. 47 Prozent der weltweiten Stahlproduktion des Konzerns werden in Europa erschmolzen. Wichtige Abnehmerbranchen sind die Automobil-, Haushaltsgeräte und Energieindustrie. Eva-Maria Vochazer MBI/emv/gil/ IKB-Experte Büchner Mittelstand von Zuspitzung im Handelskonflikt betroffen Die Folgen des US-Handelsprotektionismus sind heute schon spürbar, einen weitere Zuspitzung ist möglich: So droht eine Ausweitung der Zölle der USA auf dem Automobilmarkt: Ein Absatzrückgang auf dem US-Markt hätte erheblich negative Auswirkungen auf die mittelständischen deutschen Zulieferer, warnte Heinz-Jürgen Büchner, Stahlexperte der IKB Deutsche Industriebank, auf dem MBI Stahl Tag. Insgesamt drohe ein geringeres globales Wachstum. Besonders stark trifft dies die traditionell exportstarken Branchen Maschinenbau, Automobilindustrie und Metallbearbeitung. Gerade im Handelskonflikt der USA mit dem Nachbarland Mexiko besteht aus Sicht Büchners eine erhebliche Gefahr für die Zulieferkette der Autoindustrie in der NAFTA. Denn gerade in Mexiko haben viele Tier1-Zulieferer Standorte für die Versorgung der US- Autoindustrie errichtet. In Folge der US-Strafzölle auf Stahl steht nach Einschätzung Büchners zudem eine Umleitung von Stahl-Handelsströmen im Raum. Beispiel Südkorea: Das südostasiatische Land hat im zweiten Quartal 2018 ein bilaterales Handelsabkommen mit den USA geschlossen. Man einigte sich auf eine jährliche Import-Mengenbeschränkung von 2,68 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr. Dies entspricht einem Rückgang um 30 Prozent zum Vorjahr. Konkret bedeutet das: Eine Million Tonnen südkoreanischer Stahl sucht neue Kunden. Insbesondere Posco ist massiv betroffen, betonte Büchner. Auch türkischer Stahl sucht in Folge der Verschärfung des Handelskonfliktes neue Absatzwege, sagte der Experte. Im Auge behalten sollte man zudem die Entwicklung in Russland: Denn es besteht die Gefahr der Ausweitung der US-Sanktionen auf weitere russische Metallunternehmen, welche zu Versorgungsengpässen auch in der EU führen könnten. Bei Nickel könnte es zu Lieferstörungen kommen, die sich in Folge auch auf die Rostfrei-Industrie auswirken dürften. MBI/emv Rock-Tech-Lithium-Chairman Wenig Transparenz am Lithiummarkt Der Bedarf an Batteriemetallen wird deutlich unterschätzt. Das sagte Dirk Harbecke, Chairman der Rock Tech Lithium Inc., auf dem MBI Stahl Tag. Dies gelte besonders für Lithium. Die globale Nachfrage nach dem Leichtmetall beträgt derzeit jährlich Tonnen, wie Harbecke ausführte. Nehme die Zahl der Pkw, die mit einem Elektromotor oder einem Hybridmotor angetrieben werden, weltweit um eine Million zu, steige der Lithiumbedarf um Tonnen. Allein in den vergangenen sechs Monaten seien rund um den Globus eine Million Elektroautos verkauft worden. In China, wo die meisten elektrischen Fahrzeuge unterwegs sind, sollen im Jahr 2025 drei Viertel der Neuwagen mit einem vollelektrischen oder hybriden Antrieb ausgestattet sein. Das entspricht 15 Millionen Einheiten, so Harbecke. Ein großes Problem sei die geringe Preistransparenz. Es gibt bis zu 16 verschiedene Lithiumpreise, abhängig von der Qualität des Materials und ob es Kontrakt- oder Spotpreise sind, erläuterte Harbecke. Vor allem in China, wo Lithium rege nachgefragt wird, werde Lithium auf dem Spotmarkt gehandelt. Die verschiedenen Preise sorgten immer wieder für Verwirrung: In China ist dieses Jahr ein Lithiumpreis von Dollar auf Dollar gefallen. Westliche Analysten haben sich darauf gestürzt und geschrieben, dass die Lithiumpreise insgesamt fallen. Dabei stimmte das gar nicht, so der Rock-Tech-Chef. Eine Prognose zu den Lithiumpreisen abzugeben ist schwierig, wie Harbeck sagte. Der Markt werde von wenigen Akteuren beherrscht und diese hätten kein Interesse daran, für mehr Transparenz zu sorgen. Auch Produktionsprognosen seien mit einer hohen Fehleranfälligkeit behaftet. Dies liege an den aufwändigen und komplexen Produktionsbedingungen in Südamerika, das für rund 40 Prozent des weltweiten Lithiumangebots steht. Mark Krieger MBI/kri/gil 6

7 MBI Stahl Tag MBI Stahl Tag Big Data im Einkauf: Aus Daten Informationen machen Auch in Zeiten der Digitalisierung kommt es auf den Mensch an. Das sagte Frank Sundermann, Gründer und Geschäftsführer der Unternehmensberatung Durch Denken Vorne, auf dem MBI Stahl Tag 2018 in Frankfurt. Digitale Werkzeuge werden seiner Ansicht nach die Einkäufer künftig noch stärker bei ihrer Arbeit unterstützen, wobei die letzte Entscheidung immer dem Menschen vorbehalten sein werde. Die Kunst ist es, aus der Vielzahl von Daten Informationen zu machen, umschrieb Sundermann die Aufgabe des Einkaufs. Unerlässliche Grundlage für den Einkauf 4.0 ist laut Sundermann ein E-Procurement. Solche Programme seien heute ausgereifter als noch vor einigen Jahren, weil sie im Gegensatz zu früheren Versionen die Systeme der Einkaufsabteilungen und die der Lieferanten enger miteinander verzahnten. Zudem würde die Software bereits Künstliche Intelligenz (KI) nutzen. Beispielhaft sei in diesem Bereich die Firma Netfira. Im ersten Schritt könne sich der Einkauf Google-Alerts einrichten. Damit gelange er an Informationen, die er sonst in der Regel eher nicht bekomme: Der Lieferant wird Ihnen nicht erzählen, dass er gerade Kurzarbeit eingeführt hat oder beabsichtigt, seine Produktion zu verlegen, so Sundermann. Wer mehr wolle, könne etwa auf den Service von Riskmethods zugreifen. Das Softwarehaus scannt für seine Kunden das Internet, um Risiken für die Lieferkette, beispielsweise Naturkatastrophen oder Streiks, zu identifizieren, bevor diese die Versorgung gefährden können. Eine Variante dazu ist Integrity Next: Mit Hilfe der Software können Einkäufer ihre Lieferanten in punkto Nachhaltigkeit kontrollieren. Der Clou dabei: Das Programm wertet soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter E-Procurement ist für den Experten Frank Sundermann die unerlässliche Grundlage für den Einkauf 4.0. Foto: MBI aus. Hochspannend, so etwas gab es bisher nicht, sagte Sundermann. Noch einen Schritt weiter ist Scoutbee. Das Würzburger Startup hat eine Plattform entwickelt, die Millionen von Daten automatisch auswertet. Erstmals kommen hierbei systematisch Zolldaten zum Einsatz, erläuterte der Berater. Scoutbee habe Daten über neun Millionen der weltweit 14 Millionen Unternehmen parat: Damit können Einkäufer zum Beispiel erfahren, wer Tiefziehblech-Lieferant von Benteler ist oder wer Bosch mit Aluminiumprofilen beliefert. Programme zur Kostenanalyse Eine weiteres digitales Hilfsmittel sind nach Sundermanns Worten Programme, die dem Einkäufer bei der Kostenanalyse zur Seite stehen. So habe das Schweizer Unternehmen Shouldcosting eine Software entwickelt, die auf Knopfdruck Daten zu technischen Parametern von Zeichnungsteilen ausspucke. Diese könnten mit kaufmännischen Daten im ERP-System kombiniert werden. Der Einkauf kann dann sehen, ob der vom Lieferanten geforderte Preis gerechtfertigt ist, führte der Berater aus. In diesem Zusammenhang kam er auch auf Celonis zu sprechen - Deutschlands einziges Einhorn. Damit sind Startup-Unternehmen gemeint, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden. Celonis, eine Ausgründung der TU München, wertet Transaktionsdaten aus und visualisiert diese. Der Nutzwert liegt nicht nur im Einkauf, aber eben auch dort. So könne sich ein Unternehmen anzeigen lassen, in welcher Abteilung und zu welchen Zeiten Maverick Buying auftrete - das Einkaufen am Einkauf vorbei. Als Zukunftsmusik bezeichnete Sundermann die automatisierte Warengruppenstrategie, Sprachassistenten im Einkauf und Verhandlungsroboter. Diese Technologien würden derzeit erprobt, es werde aber noch geraume Zeit dauern, bis sie den Praxistest bestanden haben. Mark Krieger MBI/kri/gil 7

8 MBI Stahl Tag MBI Stahl Tag Mit einem Einbruch der Stahlpreise ist nicht zu rechnen Die Stahlpreise in Deutschland werden 2019 weitgehend stabil bleiben. So lautet die Prognose von MBI-Stahlanalyst Peter Fertig, die er auf dem MBI Stahl Tag vorstellte. Bei Warmbreitband rechnet der Experte mit einem mittleren Preis von 550 Euro pro Tonne, während er für Feinblech 625 Euro prognostiziert. Den Durchschnittspreis für eine Tonne Betonstahl sieht Fertig 2019 bei 540 Euro und Walzdraht wird der Prognose zufolge im Mittel 560 Euro pro Tonne kosten. Diese Werte liegen etwas unter den Preisen, die im bisherigen Jahresverlauf bis zur ersten Septemberwoche verzeichnet wurden. Die Preise werden im kommenden Jahr recht stabil bleiben, aber es wird ein etwas höheres Risiko nach unten geben, sagte der Analyst. Unterstützung für die Stahlpreise kommt laut Fertig unter anderem von der Ausfuhrseite - Deutschland wird nach seiner Einschätzung 2019 mehr Stahlprodukte exportieren als importieren. Zudem könnte die Stahlproduktion geringer ausfallen als in diesem Jahr. Mit einem Einbruch ist selbst dann nicht zu rechnen, wenn die Konjunktur weiter nachlassen sollte, sagte der Experte. Bei der Interpretation der Produktionsdaten ist Fertig zufolge aber Vorsicht geboten, weil die Datengrundlage schlechter geworden sei: Die Wirtschaftsvereinigung Stahl veröffentlicht seit einem Jahr keine Zahlen zur Stahlproduktion mehr. Der Analyst greift deshalb auf Daten des Statistischen Bundesamts zurück. Die vom Weltstahlverband Worldsteel veröffentlichten Zahlen für Deutschland seien zu hoch. Mit Blick auf den weltgrößten Stahlmarkt China zeigte sich Fertig optimistisch. Peter Fertig Foto: MBI Die Frühindikatoren sprächen für ein stabiles Wachstum um den von der Regierung vorgegebenen Zielpfad von 6,5 Prozent. Auch bei der Rohstahlproduktion deute der OECD-Frühindikator auf eine Steigerung hin. Die Nachfrage aus dem Baubereich sei robust und die chinesischen Stahlkocher könnten bei Betonstahl immer noch mit Gewinnmargen von über Yuan pro Tonne kalkulieren. Auf der Angebotsseite sei die Geldmenge M2 ein guter Indikator für weiteres Wachstum und diese expandiere derzeit deutlich. Eisenerzpreis bleibt wohl auf hohem Niveau Fertig ging auch auf die wichtigsten Stahlrohstoffe ein. Den Eisenerzpreis sieht er weiter auf einem relativ hohen Niveau, wofür unter anderem die strengere Umweltpolitik in China verantwortlich sei. Chinas Stahlproduzenten würden zunehmend auf qualitativ höherwertiges Eisenerz setzen, das bei der Verarbeitung weniger Schadstoffe ausstoße - und teurer ist. Bei Stahlschrott drücke die Abwertung der türkischen Lira auf die Preise, führte der Analyst weiter aus. Stahlschrott könnte zum Jahresende deutlich niedriger handeln. Bei Kokskohle rechnet Fertig dagegen mit einer Stabilisierung auf relativ hohem Niveau. Mark Krieger MBI/DJN/kri/gil Commerzbank-Analyst Weinberg Erwartungen der Anleger sind guter Kontraindikator Die Zeiten sind so spannend wie nie zuvor. Mit diesen Worten beschrieb Eugen Weinberg auf dem MBI Stahl Tag das Geschehen an den internationalen Kapital- und Rohstoffmärkten. Der Leiter des Rohstoff-Research bei der Commerzbank sieht drei große Einflussfaktoren, die die Entwicklung bei den Rohstoffen bestimmen: die Wirtschafts-, Geld- und Geopolitik. Von der Konjunkturseite würden die Rohstoffpreise gut gestützt, führte Weinberg weiter aus. Insbesondere aus den USA kämen sehr gute Daten. Allerdings sei der bevorstehende Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ein Risikofaktor: Ich rechne damit, dass wir einen harten Brexit bekommen und das haben die Märkte noch nicht eingepreist. In China seien die Anzeichen für Schwäche nicht zu übersehen. Die Gewinne der Industrieunternehmen seien zum vierten Mal in Folge gesunken. Gleichzeitig wüchsen die Schulden der Unternehmen und Privatverbraucher weiter. Dies werde das Wirtschaftswachstum bremsen. Mit Blick auf die kurzfristige Entwicklung der Rohstoffpreise seien die Erwartungen der Großanleger von entscheidender Bedeutung. Und diese sind derzeit in Hochstimmung - ein guter Kontraindikator, denn die Anleger irren sich oft, merkte Weinberg an. Längerfristig müssten Rohstoffeinkäufer auf die Zinskurven achten: Wenn die Zinsen in den USA steigen, wird der Dollar weiter aufwerten und das wird die Rohstoffpreise belasten. Für den Euroraum bedeute das, dass hier höhere Rohstoffpreisanstiege - in Euro gerechnet - zu erwarten seien. In diesem Zusammenhang beurteilte Weinberg die Zinspolitik der EZB kritisch - diese richte sich zunehmend an politischen Erwägungen aus. Dass die Metallpreise auf frühere Tiefstände zurückfallen könnten, schließt er hingegen aus: Wir werden keine Kupferpreise von Dollar und keine Nickelpreise von Dollar mehr sehen. Mark Krieger MBI/kri/gil 8

9 Stahlpreisumfrage/Markttrends International MBI Stahlpreisumfrage Höhere Anteile für fallende Flachund Langstahlpreise Bei der Beteiligung an der Leserumfrage zu den Stahlpreisen im Oktober machten sich wohl der Beginn der Schulferien in einigen Bundesländern sowie der Feiertag am 3. Oktober bemerkbar. Dies ist allerdings nicht der Grund dafür, dass sich die Erwartungen fallender Preise verstärkt haben. Bei allen Sorten außer Stahlschrott wurden hier höhere Anteile verzeichnet. Einen eindeutigen Sieger gibt es dabei nicht, denn sowohl für steigende als auch für stabile Preise wurden vereinzelte Zugewinne verzeichnet. Insgesamt haben aber der Handelskrieg der USA und die befürchtete Abschwächung des globalen Wachstums ihre Spuren hinterlassen. Bei den Flachstählen hat sich der Anteil für steigende Preise bei Feinblech um 3 Punkte auf 13 Prozent reduziert, ist jedoch bei Warmbreitband um einen Punkt auf 16 Prozent gestiegen. Deutlich verloren hat die Kategorie stabiler Preise, aber auf sie entfällt weiterhin der höchste Anteil. Er liegt bei Feinblech aber nur bei 51 (Vormonat 60) Prozent und für Warmbreitband bei 47 (Vormonat 57) Prozent. Zugelegt hat die Quote für fallende Preise bei Feinblech von 24 auf 36 Prozent und bei Warmbreitband von 28 auf 37 Prozent, was allerdings nur für den zweiten Rang reicht. Dies ist jedoch anders bei den Langstählen, denn hier ist nun die Erwartung fallender Preise die vorherrschende Erwartung. Bei Betonstahl stieg die Quote um 26 Punkte auf 50 Prozent und bei Walzdraht gar um 29 Punkte auf 53 Prozent. Die größten Verluste entfallen auf stabile Preise, denn hiervon gehen bei Betonstahl nur noch 33 (Vormonat 44) Prozent und bei Walzdraht 30 (Vormonat 49) Prozent der Teilnehmer aus. Rückläufig waren auch die Anteile für steigende Preise, die bei Betonstahl von 22 auf 17 Prozent und bei Walzdraht von 27 auf ebenfalls 17 Prozent nachgaben. Die Beruhigung bei der türkischen Lira wirkt sich auch auf die Erwartungen bei Stahlschrott aus, denn hier nahm der Anteil für wieder steigende Preise von 13 auf 19 Prozent zu, aber dies reicht unverändert nur für den dritten Rang. Von fallenden Preisen gehen nur noch 34 (Vormonat 47) Prozent aus, während der Anteil unveränderter Preise um 7 Punkte auf 47 Prozent zulegte. Peter Fertig/MBI Research MBI Umfrage zur Stahlpreisentwicklung im Oktober Welche Preisentwicklung erwarten Sie bei... Prozent Worldsteel Weltstahlproduktion steigt im August auf 151,7 Mio t Weltweit sind im August 151,7 Millionen Tonnen Rohstahl erschmolzen worden. Das entsprach einem Plus von 2,6 Prozent zum Vergleichsmonat des Vorjahres, teilte der Weltstahlverband Worldsteel mit. Chinas Rohstahlproduktion stieg im August auf 80,3 Millionen Tonnen. Dies waren 2,7 Prozent mehr als im August In Japan belief sich die Rohstahlproduktion auf 8,8 Millionen Tonnen. Somit lag man leicht um 0,9 Prozent über Vorjahr. In Südkorea erreichte die Rohstahlproduktion 6,1 Millionen Tonnen exakt das Vorjahresniveau. In Indien markierte man mit 8,8 Millionen Tonnen markierte man einen Anstieg um 3,7 Prozent zum Vorjahr. In der EU zeigte Spanien im August eine deutliche Dynamik bei der Stahlproduktion: Mit 1,2 Millionen Tonnen lag man um stolze 6,6 Prozent über dem August Italien erschmolz mit 1,2 Millionen Tonnen 6,0 Prozent mehr als im Vorjahr. In Frankreich sank die Erzeugung um beachtliche 16,8 Prozent auf 0,9 Millionen Tonnen. In Deutschland wurden den Worldsteel- Schätzungen zufolge im August 3,9 Millionen Tonnen Stahl erzeugt und damit 7,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus kartellrechtlichen Gründen veröffentlich Worldsteel ab sofort keine Zahlen zur weltweiten Kapazitätsauslastung der Stahlwerke mehr. MBI/emv... Feinblech... Warmbreitband... Betonstahl Worldsteel: Rohstahlproduktion (in t) Land Aug 2018 Juli 2018 Aug 2017 Deutschland e3.900 e Italien r Walzdraht Frankreich 944 r EU (28) r den Schrottpreisen VR China Japan worldsteel r r: angepasst; e: geschätzt Quelle: MBI Quelle: World Steel Association, Brüssel 9

10 Erzeuger Bewehrungsstahl Sülzle Gruppe übernimmt Biegebetrieb Carl Pfeiffer Die Sülzle Gruppe mit ihrem Unternehmen Sülzle Stahlpartner übernimmt zum 1. Oktober 2018 den Biegebetrieb der Carl Pfeiffer GmbH & Co. KG in Stockach. Das Stahlunternehmen mit Hauptsitz im württembergischen Rosenfeld schafft sich damit ein weiteres Standbein am Bodensee. Sülzle Stahlpartner zählt mit 15 eigenen Standorten und zwei Partnerbetrieben in Aichach und München zu den größten Bewehrungsstahlhändlern und Biegebetrieben Deutschlands. Sülzle und Carl Pfeiffer arbeiten bereits seit Jahren partnerschaftlich zusammen. Den Verkauf des Biegebetriebs in Stockach begründet der technische Fachgroßhändler für Handwerk und Industrie damit, sich künftig wieder verstärkt auf seine Kernkompetenzen fokussieren zu wollen. Das Familienunternehmen Pfeiffer investiere derzeit in ein hochmodernes, vollautomatisches Lagerlogistiksystem, um in den nächsten Jahren nachhaltig wachsen zu können, so die Geschäftsführer Carl Heinz Pfeiffer und Peter Buchbinder. Der Standort Stockach soll als weitere Niederlassung in das Filialnetzwerk von Sülzle Stahlpartner integriert werden. MBI/gil/emv Schmolz + Bickenbach Verwaltungspräsident Eichler tritt ab Veränderung an der Spitze von Schmolz + Bickenbach: Edwin Eichler, Verwaltungspräsident des Spezialstahlkonzerns, wird sich bei der nächsten ordentlichen Generalversammlung am 30. April 2019 nicht zur Wiederwahl stellen. Der Manager will sich nach mehr als fünf Jahren in dieser Funktion nun anderen Projekten zuwenden, teilte das Unternehmen mit. Zwischen 2002 und 2012 war Edwin Eichler Vorstandsmitglied und CEO in verschiedenen Bereichen der ThyssenKrupp AG. MBI/emv Knauf Interfer Teil der Nürtinger Aktiva an Meform verkauft Die Knauf-Interfer-Unternehmensgruppe konzentriert die Stahlaktivitäten ihrer Stahl Service Center weiter auf Flachstahl und Anarbeitung und trennt sich in diesem Zusammenhang von der Roll- und Stahlformgebung am Standort Nürtingen. Diese werden an die Meform veräußert, teilte das Stahl-Distributionsunternehmen mit. Zu finanziellen Details wurden keine Angaben gemacht. Die Meform Components GmbH und die Meform Profiles GmbH werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das operative Geschäft der Roll- und Stahlformgebung in Nürtingen im Rahmen eines Asset Deals übernehmen, hieß es. Die Mitarbeiter des Werksteils der Stahl Service Center seien von der Transaktion nicht betroffen und würden auch weiterhin für die Knauf Interfer Stahl Service Center GmbH im Werk Nürtingen tätig sein. MBI/emv Thyssenkrupp Stahl-Betriebsrat unterstützt Aufspaltungspläne Die Stahlarbeiter von Thyssenkrupp stehen hinter den Aufspaltungsplänen von Konzernchef Guido Kerkhoff. Der Betriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel, Tekin Nasikkol, sagte nach einer Betriebsversammlung, ein Ausverkauf sei mit Hilfe der Mitbestimmung verhindert worden, nach Monaten der Unsicherheit entstünden demnächst zwei starke und mitbestimmte Unternehmen mit einer nachhaltigen industriellen Strategie. Für die Stahlsparte, die mit Tata Steel Europe zusammengeführt werden soll, ändere sich durch die Aufteilung nichts Grundlegendes. Alle Verpflichtungen gegenüber dem JV würden von der geplanten Thyssenkrupp Materials AG wahrgenommen. Nasikkol sieht den auf Wertstoffe spezialisierten Konzern als zukunftsfähig an. TK Materials wird nicht die Bad Bank, sagte er. MBI/DJN/emv/ Vallourec Vallourec.smart will neue End-to-End-Services bieten Der Stahlrohrhersteller Vallourec hat ein neues Konzept entwickelt, um seine physischen Dienstleistungen mit digitalen Technologien zu verbinden. Das Unternehme führt zudem ein neues Markenzeichen namens Vallourec.smart ein, das den Wandel zum Ausdruck bringen soll. Künftig soll ein kooperativer Ansatz den Kundenbedürfnissen entlang der Wertschöpfungskette gerecht werden. Die digitale Rückverfolgbarkeit der Stahlrohre erlaubt es laut Vallourec, die Betriebsabläufe zu optimieren. MBI/gil/emv Wuppermann AG Johannes Nonn erweitert den Vorstand Johannes Nonn wird ab 1. Oktober 2018 neues Vorstandsmitglied der Wuppermann AG. Wie der Leverkusener Stahlverarbeiter mitteilte, übernimmt der 53-Jährige die Verantwortungsbereiche Vertrieb, Einkauf und Supply Chain Management. Damit gehören dem Vorstand künftig vier Mitglieder an. Nonn verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Stahlindustrie. Unter anderem war er Vorstandsmitglied bei der Salzgitter AG und Vorstandsvorsitzender der Schmolz & Bickenbach. MBI/kri/emv Mutares Donges Steel treibt den Gewinn Die Beteiligungsgesellschaft Mutares hat in den ersten sechs Monaten 2018 deutlich besser abgeschnitten. Unter anderem profitierte man von der im Vorjahr gekauften Gesellschaft Donges Steeltec. Das Unternehmen aus Darmstadt fertigt Stahlbau-Produkte in den Bereichen Brückenbau und Stahlhochbau. MBI/DJN/gil/emv 10

11 Erzeuger Thyssenkrupp Was die Pläne zur Aufspaltung bedeuten Mit einem derart radikalen Schnitt hatte bei Thyssenkrupp wohl niemand gerechnet: Guido Kerkhoff, viele Jahre Finanzchef unter dem glücklosen Heinrich Hiesinger, will den deutschen Traditionskonzern am Umsatz gemessen in etwa zwei gleich große Teile zerlegen. Dafür, dass der Interimschef bei Vorlage der Neunmonatszahlen im August noch erklärt hatte, sein Mandat sei nur ausreichend, das Unternehmen entlang der bisherigen Strategie weiterzuentwickeln, traut er sich nun einen ganz großen Schritt zu. Mit Thyssenkrupp Industrials und Thyssenkrupp Materials wird nun ein Strich gezogen zwischen den Guido Kerkhoff qualitativ hochwertigen, wachstumsstarken Industriegütergeschäften und den mehr zyklischen, teils schwächeren Werkstoffgeschäften nebst anderen Operationen. Industrials umfasst das Aufzugsgeschäft, das Geschäft mit Autoteilen und Produktionsstraßen sowie den reinen Anlagenbau und kommt auf eine bereinigte EBIT-Marge von 4 Prozent. Bei Materials sollen der Werkstoffhandel und die Beteiligung am geplanten Stahl-Joint-Venture mit Tata angesiedelt werden, daneben aber auch das schwierige Marinegeschäft mit seinen schwankenden Auftragszahlen und Compliance-Problemen sowie Restbereiche wie Großwälzlager und das Schmiedegeschäft. Die Marge hier liegt bei gerade mal 2 Prozent. Wie profitieren die Aktionäre? Anleger können künftig wählen, ob sie in ein wachstumsorientiertes Geschäft mit stabilem Cashflow investieren wollen oder in ein zyklisches Geschäft, das vom Auf und Ab der Rohstoffmärkte geprägt ist. Die Bewertung der beiden Thyssenkrupp-Aktien wird einfacher, einzeln kommen Analysten auf höhere Bewertungen als zusammen. Konzernchef Kerkhoff verweist auf stille Reserven im Aufzugsgeschäft. Das sei deutlich mehr wert als die Bilanz aktuell zeigen könne. DZ Bank und UBS kommen in Sum-of-the-Parts- Bewertungen für Thyssenkrupp insgesamt auf einen Unternehmenswert von 27,2 und 28,8 Milliarden Euro, das ist locker das Doppelte dessen, was der Konzern aktuell an der Börse auf die Waage bringt. Welche Probleme löst die Zweiteilung? Industrials soll finanziell so aufgestellt sein, das ein Investmentgrade- Rating dabei herauskommt. Damit wird sich dieser Konzernteil günstiger mit Geld am Finanzmarkt versorgen können. Große Investitionen in die Zukunft sind so einfacher. Nach Einschätzung des Vorstands sind hier die Geschäfte gebündelt, die für die Megatrends der Zukunft stehen: Verstädterung und wachsende Mobilität. Wovon beide Schwesterkonzerne profitieren: Sie müssen nicht auf die anderen Geschäftsbereiche Rücksicht nehmen. Welche Probleme löst die Zweiteilung nicht? Die aktuelle Schwäche im Großanlagenbau verschwindet nicht, Umbau und Sanierung bleiben eine Management-Aufgabe so wie zuvor. Thyssen- Chef Kerkhoff betont deshalb auch, bei den schon verordneten Zielsetzungen für Margen und Cashflow in allen Sparten werde es keine Abstriche geben. Cevian und Elliott haben auch den ihrer Meinung nach zu großen Wasserkopf der Verwaltung kritisiert. Bei einer Aufteilung braucht es aber zwei Verwaltungen. Manager Kerkhoff begegnet dem damit verbundenen Risiko mit einem Versprechen. Für die Verwaltung müsse gelten: 1 plus 1 ist weniger als 2. Wie sind die Schwesterkonzerne miteinander verbunden? Materials als der schwächere Teil bekommt als Mitgift einen Anteil an Industrials. Wie hoch der ausfällt, ist offen. Er ist aber kleiner als die Hälfte. Unklar ist auch, unter welchen Bedingungen die Anteile zum Wohle der Kasse von Materials versilbert werden können. Daneben sollen Pensionslasten und Schulden fair zwischen den beiden Schwesterkonzernen verteilt werden. Auch was das bedeutet, wird sich erst in der Umsetzungsphase zeigen. Die Beteiligung von Materials an Industrials dürfte nach Einschätzungen der Analysten von Jefferies und UBS ein Stolperstein für mögliche Verkäufe sein - etwa bei der Aufzugssparte. Wird Thyssenkrupp Materials zu einer Resterampe? Tatsächlich wollen die Marinewerften nicht recht zum übrigen Geschäft passen. Jefferies erwartet über kurz oder lang einen Verkauf. Aber mit der Beteiligung am Stahl-Joint-Venture im Gepäck ist der Werkstoffhandel möglicherweise in einer eigenständigen Gesellschaft sicherer vor einem Ausverkauf als im Großkonzern. Konzernchef Kerkhoff sagt, Thyssenkrupp Materials könne aus einer Position der Stärke heraus Konsolidierungschancen wahrnehmen. Wenn das die Strategie ist, dann dürfte sich Thyssenkrupp auch von seinem Stahlgeschäft nicht komplett verabschieden. MBI/DJN/rid/emv 11

12 Vormaterialien Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung Im Oktober stabile Preise am Schrottmarkt erwartet Im Oktober dürften die Preise am deutschen Schrottmarkt weitgehend stabil tendieren. Davon geht der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) aus. Aufgrund des hohen Schrottbedarfs im Inland, in der EU und auch außerhalb der EU sind aus Sicht der meisten Marktteilnehmer keine rückläufigen Preise zu erwarten. Der Markt gilt zumindest kurzfristig als stabil und robust. Die Akteure am deutschen Schrottmarkt beschäftigt im Moment aber vor allem ein Problem: Die Engpässe bei der Logistik. Mittlerweile haben viele Marktteilnehmer den Eindruck, dass Transporte vom Handel zu den Werken oder von den Werken zu ihren Kunden mehr oder minder Glückssache sind, klagt der Verband. Eine vollbeschäftigte Wirtschaft sieht sich selbstverständlich gewissen logistischen Engpässen gegenüber, aber im Metallschrottverkehr sind die Marktteilnehmer mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, so der bvse. Durch technische, aber vor allem logistische Probleme unterschiedlicher Art konnten einige Werke in den vergangenen beiden Monaten nicht alle bestellten Mengen abnehmen, was zu hohen Nachlaufmengen geführt hat. Verschärfend hinzu kommen zudem die niedrigen Wasserstände auf wichtigen Wasserstraßen. Diese sind zeitweise nicht mehr befahrbar. Das führt dazu, dass die Schiffsfrachten überproportional steigen. Große Probleme mit der Waggonzustellung der Bahn Altbekannt dagegen ist das Faktum, dass die Waggonzustellung der Bahn mancherorts als kritisch zu bezeichnen ist. Es gibt umfangreiche Rückstaus nicht nur in bestimmten Stahlwerken, sondern auch in den Rangierbahnhöfen Mannheim und Nürnberg, die vermutlich auch auf bahninterne Probleme zurückzuführen sind. Im Südwesten reagiert ein betroffenes Stahlwerk seit August mit tageweisen Produktionsstillständen sowie festen An- und Abliefertagen. Lkw-Fahrer sind inzwischen zu einer gesuchten Spezies geworden. Am Ende des zweiten Halbjahres dürften die steigenden Frachtkosten bei den Margen der Schrottwirtschaft deutliche Spuren hinterlassen, warnt der bvse. Die Auslastung der meisten Gießereien ist nach dem Ende der Sommerferien stabil geblieben. Da das Aufkommen an Gießereischrotten zum Teil nicht in dem Maße wie die Nachfrage gestiegen ist, zogen sich die Verhandlungen mit den Lieferanten länger hin. Der Handel berichtete zudem, dass Automobilzulieferer eine gewisse Abschwächung beim Auftragseingang erwarten bzw. bereits spüren, berichtet der Verband. Die türkischen Abnehmer hatten den Preis für die Sorte HMS 1/2 (80:20) CFR Türkei Mitte August auf unter 300 US-Dollar pro Tonne drücken können. Die seit Ende August steigende Schrottnachfrage der türkischen Käufer in Drittlandmärkten hat trotz der starken türkischen Währungsprobleme und Marktzugangsbegrenzungen verschiedener Stahlabnehmerländer zu einer Preisstabilisierung bei rund 320 Dollar pro Tonne CFR Türkei geführt. Gleichzeitig ist die indische Nachfrage nach Spänen und Shredderschrott in den vergangenen vier Wochen deutlich angestiegen. Zudem zeigen Käufer aus Ägypten und Bangladesch ein stärkeres Kaufinteresse, so der bvse. MBI/emv Zink Engere Märkte sollten zu Preiserhöhung führen Die Zinkpreise sollten sich nach einer Einschätzung der Ratingagentur Fitch bis Jahresende erholen. Seit dem bisherigen Höchststand im Februar sind die Zinkpreise um mehr als 30 Prozent gefallen, ausgelöst unter anderem von den Handelsspannungen zwischen den USA und China. Der globale Markt für Zinkraffinade verzeichnete laut Fitch jedoch in den ersten sieben Monaten dieses Jahres ein Angebotsdefizit von Tonnen. Mit neuer Unterstützung Chinas für den Infrastrukturbereich, die die Nachfrage antreibt, wird sich die Versorgungslücke im restlichen Jahr noch ausweiten, erwarten die Analysten. Rund die Hälfte der Zinknachfrage wird für rostfreien Stahl verwendet. Zuletzt wurde Zink an der LME bei US-Dollar pro Tonne gehandelt. MBI/DJN/gil/emv Eisenerz Rio Tinto investiert Milliarden in Australien Der Rohstoffkonzern Rio Tinto hat sich mit zwei japanischen Partnern zusammengetan, um in die Entwicklung zweier Joint-Venture-Eisenerz- Projekte in Westaustralien zu investieren. Die Partner nehmen viel Geld in die Hand: Sie lassen sich die Investition 1,55 Milliarden US-Dollar kosten. Dabei wird ein bestehendes Vorkommen weiter erschlossen sowie das Projekt Robe River angestoßen. Bei den japanischen Partnern handelt es sich um das Handelshaus Mitsui & Co und den Stahlkonzern Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp. Rio Tinto, einer der weltgrößten Eisenerz-Förderer, hält einen Anteil von 53 Prozent an Robe River, während Mitsui 33 Prozent und Nippon Steel die restlichen 14 Prozent besitzt. Vorbehaltlich der Zustimmung von Regierung und Umweltbehörden soll der Bau beider Projekte im nächsten Jahr beginnen. Die erste Erzlieferung wird ab 2021 erwartet. MBI/DJN/emv 12

13 Vormaterialien Nickel Vorräte fallen stärker als Defizitprognosen nahelegen Die Rohstoffanalysten der Commerzbank messen Nickel langfristig gute Chancen zu. Eine große Zukunft wird Nickel der zunehmenden Verwendung bei Elektromotoren zugebilligt, auch wenn noch die Nachfrage aus der stark konjunkturabhängigen Edelstahlindustrie auf absehbare Zeit die wichtigere Rolle für das Metall einnimmt. Vor allem die Sorge über eine unzureichende Kobaltversorgung treibt Batterie- und Autohersteller dazu, seine Verwendung zugunsten von Nickel zu reduzieren, beobachten die Analysten. So werde die NMC 811 Kathode (80 Prozent Nickel, zehn Prozent Mangan, zehn Prozent Kobalt) immer mehr zum neuen Standard, anstelle der NMC 111, 523 und 622 (jeweils das Verhältnis von Nickel, Mangan und Kobalt in der Kathode). Schon heute bestimmen die Erwartungen die Preise. Marktteilnehmer sichern sich durch den Kauf der Terminkontrakte oder den Aufbau physischer Bestände gegen einen drohenden Preisanstieg ab. Das kann aktuell auch erklären, warum die sichtbaren Vorräte schneller abgebaut werden als die Defizitschätzungen nahelegen, vermuten die Commerzbank-Analysten. So seien die Nickel-Lagerbestände an der LME und SHFE zusammen in den ersten sieben Monaten des Jahres um Tonnen gesunken, während das Angebotsdefizit im gleichen Zeitraum laut der International Nickel Study Group (INSG) nur bei Tonnen lag. Seitdem sind die Börsenbestände laut Commerzbank um weitere Tonnen geschrumpft. MBI/gil/emv MEHRFACHNUTZUNG Informieren Sie sich über unsere Mehrfachlizenzen, um Ihren MBI-Fachdienst auch unternehmensintern weiterleiten zu dürfen! Rufen Sie uns an: 0 69/ Metallhandel Chinesisches Brokerhaus Nanhua strebt an die LME Das große chinesische Brokerhaus Nanhua Futures will sich ab der ersten Jahreshälfte 2019 am Metallhandel an der Londoner Metallbörse LME beteiligen. Denn man erwarte dort eine Welle von neuen Interessenten aus China, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf informierte Kreise. Der Schritt von Nanhua sei Folge des Kaufinteresses des chinesischen Mischkonzerns Fosun International an dem Broker Marex Spectron. Nanhua Futures war zuvor bereits in die USA und nach Singapur expandiert. Chinesische Banken und Broker wollen künftig von der immer weiter steigenden Bedeutung Chinas als weltgrößter Metallproduzent und -verbraucher profitieren, verlautete aus Industriekreisen. MBI/crb/emv Luftfracht DIHK bemängelt fehlende Kapazitäten Vor dem Luftfahrtgipfel in Hamburg hat die deutsche Wirtschaft vor Schäden durch ausfallende Flüge und fehlende Flughafenkapazitäten gewarnt. Es gebe immer mehr Flugausfälle und Verspätungen. Personalengpässe und organisatorische Defizite anzugehen werde nicht ausreichen, um die Probleme im Luftverkehr zu lösen. Auch die Themen Flughafenkapazitäten und die Nutzungsbeschränkungen müssten auf die Agenda, forderte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks Denn schon jetzt werde die schnelle weltweite Belieferung der Kunden mit dringend benötigten Ersatzteilen immer schwieriger, kritisierte die Kammer. Ohne pragmatische Lösungen drohten sowohl im Fracht- als auch im Passagierbereich sowie in der Folge bei Produktion und Dienstleistungen deutscher Unternehmen Verlagerungen ins Ausland. MBI/DJN/emv Kokskohle Macquarie hält Preisanstieg für übertrieben Die Kokskohlepreise sind seit Wochenbeginn um fünf Prozent gestiegen. Zu viel, meint Macquarie: Man hält die Reaktion des Marktes auf Produktionsprobleme in der australischen Kohlemine North Goonyella für übertrieben. Die Mine, die dem US-Bergbaukonzern Peabody gehört, stehe nur für ein Prozent des weltweiten Überseehandels mit Kohle. Der Markt leidet derzeit unter rduzierten Eisenbahnkapazitäten in Queensland und einem schwächelnden Kohleabbau in China. MBI/DJN/kri Graphitelektroden Outokumpu behält Zuschlag bei Der finnische Edelstahlproduzent Outokumpu hat seinen Zuschlag in Höhe von 30 Euro pro Tonne für Graphitelektroden auch im Oktober beibehalten. Der Zuschlabg wird weiterhin mit hohen Kosten begründet. MBI/emv Tägliche Daten; Quelle: MBI Graphitelektrode H.P. 400 China Angaben in USD/t Ab sofort aktuelle und historische Graphitdaten in der MBI MetalSource verfügbar Jetzt testen auf 13

14 Branchen ACEA Europas Nutzfahrzeugmarkt wächst weiter Der Markt für Nutzfahrzeuge in der EU und Island, Norwegen sowie der Schweiz befindet sich weiter im Wachstumsmodus. Während die Neuzulassungen im Juli mit 2,4 Prozent auf etwas langsamer als im bisherigen Jahresverlauf zulegten, war das Plus im August mit 6,9 Prozent auf Fahrzeuge überdurchschnittlich hoch, wie der Herstellerverband ACEA mitteilte. Im großen Einzelmarkt Deutschland war die Entwicklung ganz ähnlich: Im Juli lag der Zuwachs nur bei 1,2 Prozent und damit unter dem Schnitt, im August erreichte das Plus 11,7 Prozent. Die mit Abstand beiden größten Märkte der Region waren Deutschland und Frankreich. MBI/DJN/gil/emv VDMA Auftragseingang im August über Vorjahr Der Auftragseingang des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus ist im August gestiegen. Nach Mitteilung des Branchenverbands VDMA lagen die Auftragseingänge um 7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, nachdem im Juli ein Zuwachs von 3 Prozent verzeichnet worden war. Die Inlandsaufträge stiegen um 8 (Juli: 9) Prozent und die Auslandsaufträge um 6 (1) Prozent. Während die Bestellungen aus dem Euroraum auf dem Niveau von August 2017 stagnierten (Juli: plus 9 Prozent), nahmen die von außerhalb des Euroraums um 8 (minus 3) Prozent zu. Im Dreimonatsvergleich Juni bis August 2018 lagen die Bestellungen insgesamt um real 8 Prozent über dem Vorjahreswert. Das Inland verbuchte in diesem Zeitraum einen Auftragszuwachs von 10 Prozent, die Auslandsorders legten um 7 Prozent zu. Die Bestellungen aus dem Euroraum wuchsen um 6 Prozent, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 7 Prozent mehr Aufträge. MBI/DJN/emv Destatis Ordereingang im Bau im Juli zum Vormonat im Plus Die Orderbücher der deutschen Bauunternehmen sind weiter voll: Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe hat im Juli nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) um 1,9 Prozent höher gelegen als im Vormonat. Im Dreimonatsvergleich war das Volumen von Mai 2018 bis Juli 2018 im Vergleich zum Zeitraum von Februar 2018 bis April 2018 allerdings um 2,1 Prozent geringer. Dabei war der Auftragseingang im Februar außergewöhnlich hoch, merkte Destatis an. Im Vorjahresvergleich war der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe im Juli 2018 um 2,7 Prozent höher. In den ersten sieben Monaten im Jahr 2018 stieg der Ordereingang im Bauhauptgewerbe um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe in Betrieben von Unternehmen mit 20 und mehr tätigen Personen lagen im Juli 2018 nominal mit 7,0 Milliarden Euro um 10,1 Prozent höher als im Juli des Vorjahres. Damit ist der höchste jemals gemessene Wert an Aufträgen in einem Juli in Deutschland erreicht worden, hieß es aus Wiesbaden. MBI/emv Autoindustrie Europaparlament für ehrgeizige Klimaziele Das Europaparlament fordert ehrgeizige Klimaziele für die Autoindustrie. Nach dem Votum der Abgeordneten sollen die europäischen Hersteller den durchschnittlichen Kohlendioxidausstoß ihrer Pkw bis 2025 um 20 Prozent und bis 2030 um 40 Prozent senken. Zudem stimmten sie mehrheitlich für eine Quote für emissionsarme Fahrzeuge wie Elektroautos und strengere Tests des tatsächlichen Ausstoßes. Damit die neuen CO2-Ziele Gesetz werden, muss sich das Parlament noch mit dem Rat der Mitgliedsstaaten einigen. MBI/DJN/emv Termine EuroBlech 23. bis 26. Oktober 2018, Hannover Die weltgrößte Messe für die blechbearbeitende Industrie deckt mit Ausstellern in 15 verschiedenen Technologiebereichen die gesamte Prozesskette der Blechbearbeitung ab. Die Messe gilt als Pflichtveranstaltung um die neuesten Trends und Maschinen in der Blechbearbeitung zu entdecken. Die wichtigsten Ausstellerländer sind bislang Deutschland, Italien, die Türkei, China, die Niederlande, Spanien, die Schweiz, Österreich und die USA. Stand Ende Juni ist der größte Teil der Ausstellungsflächen bereits vergebene. Ein Schwerpunkt der EuroBlech 2018 ist die digitale Transformation. Das Motto lautet Am Puls der Digitalisierung. Infos unter: Impressum Herausgeber und Verlag: MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG (MBI), Redaktion: Mergenthalerallee 45-47, Eschborn, Sitz der Gesellschaft: Frankfurt am Main, Amtsgericht Frankfurt HRA Geschäftsführer: Martin Brückner Verantwortlich für den Inhalt: Armin Kalbfleisch, Tel.: +49 (0) 6196 / Fax: - 29, Internet: Abonnenten-Service: oder +49 (0) 69 / Anzeigenverkauf: oder +49 (0) 69 / Marktberichterstattung: MBI stützt seine Marktberichterstattung auf die Befragung eines Kreises von rund 30 Marktteilnehmern. Stahl Monitor ist ein Produkt der MBI Martin Brückner Infosource GmbH & Co. KG. Die Fachpublikationen von MBI stützen sich neben umfangreicher Eigenberichterstattung auf Dow Jones und weitere international tätige Nachrichtenagenturen. Alle Meldungen werden mit journalistischer Sorgfalt erarbeitet. Für Verzögerungen, Irrtümer und Unterlassungen wird jedoch keine Haftung übernommen. Kopien, Nachdrucke oder sonstige Vervielfältigungen nur mit Genehmigung des Herausgebers. Erscheinungsweise: 2-mal monatlich 14

15 Preismonitor Index der Einkaufsmanager deutet auf schwachen Auftragseingang hin CO2-Emissionsrechte treiben Strom- und EAF-Produktionskosten Index Index Einkaufsmanager Eurozone und Auftragseingang Rohstahl Prozent EUR/MWh EEX Phelix Baseload Strompreis und ICE EUA Emission Future EUR/t Index Einkaufmanager Eurozone (l.s.) Auftragseingang Rohstahl in v.h. ggü Vj. (r.s.) EEX Phelix Baseload Future (LS) ICE EUA Emission Future (RS) Quelle: MBI Research Quelle: MBI Research MBI Stahlprognosen CO 2 -Emissionsrechte unterstützen die Stahlpreise Im September erwartete MBI Research, dass die Stahlpreise relativ stabil bleiben würden. Bisher war diese Vorhersage richtig. Seit Ende August stiegen die Preise für Warmbreitband von 564 auf 569 Euro pro Tonne Ende September. Allerdings stieg der Preis für Feinblech Ende August kräftig auf 626 Euro pro Tonne und lag mit 617 Euro einen Monat später immer noch über dem Preisniveau von Mitte August. Die Preisschwankungen im September lagen bei weniger als einem Prozent. Für die nächsten sechs Wochen prognostizieren die quantitativen Modelle stabile Preise für Feinblech, jedoch für Warmbreitband einen Rückgang von 4 Prozent. Flachstahlpreise dürften in enger Spanne schwanken Dennoch geht MBI Research angesichts der nach wie vor zufriedenstellenden wirtschaftlichen Situation davon aus, dass die Flachstahl-Preise in einer engen Bandbreite von plus/minus 1 Prozent schwanken werden. Über längere Zeit hinweg waren die quantitativen Modelle für Langstahlprodukte bearish und prognostizierten einen Preissturz von bis zu 10 Prozent. Diese Situation hat sich geändert. Nun prognostizieren die Modelle nur noch einen Rückgang um 2 Prozent bis Anfang November. In den letzten zwei Wochen handelte der Betonstahl B500N nur 4 Euro niedriger mit 557 Euro pro Tonne, während der Walzdraht auf dem deutschen Markt nur um 1 Euro auf 589 Euro pro Tonne nachgab. Trotz des Rückgangs des Index von MBI Research für die Produktionskosten hielten sich die Preise recht gut. Daher gehen wir davon aus, dass die Preise für Langstahlprodukte in den nächsten vier Wochen weiterhin in einer engen Bandbreite um das aktuelle Niveau liegen werden. China-Stahl nach goldener Woche wohl preislich rückläufig Während der goldenen Woche, die vom 1. bis 5. Oktober dauert, ist der chinesische Stahlmarkt für den Handel geschlossen. Bei der Wiederaufnahme des Handels in der nächsten Woche ist jedoch zu erwarten, dass Stahl niedriger handeln könnte. Die jüngsten Zahlen der Indizes der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe enttäuschten die Erwartungen und fielen deutlich stärker als der Konsens der Bankenökonomen prognostizierte. Der offizielle Index, der vom chinesischen National Bureau of Statistics veröffentlicht wurde, sank von 51,3 auf 50,8 Punkte, während der Caixin PMI von 50,6 auf 50,0 Punkte fiel und sich nun auf dem Niveau befindet, das an den Finanz- und Rohstoffmärkten als Schwelle zwischen Expansion und Kontraktion gilt. Mit einem Wert von etwas unter 50 wird die chinesische Wirtschaft jedoch weiterhin wachsen, wenn auch langsamer. Dennoch ist zu erwarten, dass der Rückgang so interpretiert wird, dass der US-Handelskrieg gegen China das verarbeitende Gewerbe viel stärker abkühlt als angenommen, was für die Stahlnachfrage negativ wäre. Für den chinesischen Stahlsektor könnten negative Nachfrageeffekte jedoch durch Entwicklungen auf der Angebotsseite kompensiert werden. Das chinesische Umweltministerium hat die Entscheidung über Produktionskürzungen an die lokalen Behörden übergeben, da die Politik der einheitlichen Einschränkung des vergangenen Winters auch einige Nachteile hatte. China-Produktionskürzungen hängen von Emissionen ab Die Produktionskürzungen, die bereits Anfang Oktober offiziell gestartet wurden, werden von den Emissionen einzelner Stahlwerke abhängen. So unterliegen Stahlerzeuger, die CO 2 unterhalb der Schwelle emittieren, möglicherweise nicht den Produktionsgrenzen. Allerdings könnten die stark umweltbelastenden Produzenten mit Kürzungen von bis zu 70 Prozent rechnen, was weit über der im vergangenen Winter verhängten 50-prozentigen Einschränkung liegt. 15

16 Preismonitor Viele Analysten und Händler hatten erwartet, dass dies zu geringeren Produktionsrückgängen im Vergleich zur Wintersaison 2017/18 führen würde. Dies kann nicht ausgeschlossen werden, aber das Risiko scheint aus Sicht von MBI Research eher auf höhere Output-Verluste gerichtet zu sein, als es der Konsens eingepreist hat. Für die Industrie im Euroraum und in Deutschland hat sich die Entwicklung der Einkaufsmanagerindizes weiter verschlechtert. Der Index für Deutschland fiel von 55,9 auf 53,7 Punkte, während der Index für die Eurozone von 54,6 auf 53,2 Punkte zurückging. Damit liegen sie immer noch deutlich über der Schwelle von 50 Punkten. Besorgniserregend ist jedoch die Geschwindigkeit des Sturzes. Mit Ausnahme von Stahl und Aluminium unterliegt die EU derzeit nicht den US-Einfuhrzöllen. Auch andere Wirtschaftsräume sind von der US- Handelspolitik nicht betroffen. Trumps Handelskrieg mit negativen Auswirkungen auf Weltwirtschaft Dennoch hat der Handelskrieg von Donald Trump negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Die Verbindung besteht nicht darin, dass niedrigere Importe in die USA das globale Wachstum verlangsamen. Der Übertragungsmechanismus ist das menschliche Verhalten. Unternehmen können nicht sicher sein, ob die US- Politik nicht doch Auswirkungen auf ihr Geschäft haben könnte. Wenn die wirtschaftliche Unsicherheit steigt, werden die Manager vorsichtiger und zögerlicher bei der Entscheidung über die Investitionsausgaben. Dies führt zu niedrigeren Aufträgen. Für Deutschland waren die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe im Juni und Juli überraschend rückläufig. Der Konsens der Bankvolkswirte prognostiziert für August einen Anstieg (die Zahlen werden nach dem Erscheinen dieser Ausgabe veröffentlicht). Der Rückgang der PMIs in der Industrie deutet jedoch auf ein hohes Risiko hin, dass die neuen Auftragsdaten wieder enttäuschen. Während der Konferenz MBI Stahl Tag wies MBI Research darauf hin, dass CO 2 -Emissionsrechte für den EAF-Prozess zu einem relevanten Faktor der Produktionskosten wurden. Bis Anfang dieses Jahres, als die Future auf EU-Zertifikate (EUA) unter 8 Euro pro Tonne notierten, wurde die Preisentwicklung auf dem deutschen Großhandelsmarkt für Strom vor allem durch die Bewegung von API2-Kohle in Häfen der ARA-Region getrieben. Kosten des EAF-Prozesses sind zuletzt gestiegen In den Sommermonaten hat sich die Situation jedoch geändert, da sich der EUA-Future (Fälligkeit Dezember 2018) auf bis zu 25,79 Euro erhöht hat. Dies hat auch die Futures des deutschen Strommarktes für die Lieferung während des gesamten Kalenderjahres 2019 von 32,35 bis 57,55 Euro pro Megawattstunde nach oben gezogen. Obwohl die Preise in der zweiten Septemberhälfte nachgaben, handelt das Cal 19 immer noch auf einem erhöhten Niveau. Damit ist dieser Kostenfaktor für den EAF-Prozess bereits deutlich gestiegen. Die Aussichten für die Großhandelspreise für Strom sind aus zwei Gründen weiterhin nach oben gerichtet. Erstens wird erwartet, dass der Preis für die CO 2 -Emissionsrechte, die Stromerzeuger halten müssen, 2019 voraussichtlich höher notieren wird. Grund ist eine Reform des EU-Emissionshandelssystems, die am 1. Januar nächsten Jahres in Kraft treten wird. Zu Beginn der laufenden Handelsperiode stellte die EU den Unternehmen Emissionsrechte entsprechend des prognostizierten Wirtschaftswachstums zur Verfügung. Nach der Finanzkrise war der Markt jedoch mit kostenlosen Emissionsrechten überversorgt, was die Preise drückte. Anfang 2019 wird das verfügbare Volumen durch die Übertragung von Emissionsrechten in eine Marktstabilisierungsreserve reduziert. Das Angebot wird sinken, die Preise dürften steigen. Der zweite Grund sind die Aussichten für die Preise der fossilen Brennstoffe zur Stromerzeugung. Die US- Sanktion gegen iranisches Öl ist noch nicht in Kraft, aber die Ankündigung hat bereits zu einem deutlichen Rückgang der iranischen Ölexporte geführt, der sich voraussichtlich weiter verschärfen wird. Der Preis von Brent hat die Marke von 80,00 US- Dollar pro Barrel überschritten, und einige Investmentbanken prognostizieren einen Preisanstieg auf 100,00 US-Dollar. Die Energieerzeuger hatten im Sommer in Asien und Europa mehr Kohle verbrannt. So dürfte die Nachfrage für Lageraufstockungen neben einem positiven Impuls des Rohöls auch die Kohlepreise stützen. Die Gaspreise folgen in der Regel auch den Ölpreisen, da der Preis bei langfristigen Lieferverträgen an Rohöl gebunden ist. Sollte sich die Rallye der CO 2 -Emissionsrechte fortsetzen, ist jedoch auch mit einer höheren Nachfrage nach Gas zur Stromerzeugung zu rechnen, da die Umstellung von Kohle auf Gas attraktiver wird. Die Auswirkungen der Preisentwicklung der CO 2 -Emissionsrechte auf die Produktionskosten für den BOF-Prozess sind nicht ganz so eindeutig. Die Stahlerzeuger haben eine bestimmte Menge an Emissionsrechten kostenlos erhalten, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Produzenten außerhalb der EU zu erhalten. Da mehr Rechte als nötig gewährt wurden, könnte die Kostenbelastung sogar null sein, insbesondere wenn die Unternehmen die zugeteilten Emissionszertifikate behalten haben. Da der Grenzanbieter den Preis zumindest nach mikroökonomischer Theorie bestimmt, könnte sich der Anstieg der EUA-Futures jedoch noch auf die Kosten für die Herstellung einer zusätzlichen Tonne Stahl über den BOF-Prozess auswirken. Die Situation ist abhängig vom jeweiligen Hersteller. Eine klare Schlussfolgerung kann daher nicht gezogen werden. Die Stahlproduzenten könnten die Preisentwicklung auf dem CO 2 -Emissionsrechtemarkt jedoch als Argument für die Forderung nach stabilen oder leicht höheren Preisen nicht nur für den EAF, sondern auch für das BOF-Verfahren nutzen. Peter Fertig/MBI Research 16

17 Preismonitor Preisindikatoren für Grundgüten an internationalen Spotmärkten (in EUR/t; >300 t; kein Terminmarkt) Land Deutschland 1) Italien 1) Frankreich 1) Russland 1) 1) 2) China Sorte Flachstahl Warmbreitband DD Warmgewalztes Blech S235 JR Feinblech DC Feinblech verzinkt DX51D+Z Quartoblech S Langstahl Walzdraht C4D/C7D Betonstahl B500N Stabstahl S Profilstahl S235 JR G Rohre Nahtlose Rohre 159x Vormaterialien Schrott (FOB ARA HMS 1&2 (80:20) Europäische Importpreise (FOB, in EUR/t) Güte Größe (mm) China 1) Russland 1) Warmbreitband DD11 4,5-11, Warmgewalztes Blech S235JR Feinblech DC01/SPCC Feinblech, verzinkt DX51D/SGCC 1,0 (Z140) Quartoblech S 185 / St Walzdraht SAE1008 5,5-12 (5,5 20%) Betonstahl BS grade Winkelstahl S235 JR G Profilstahl S235 JR G Halbzeug Warmbreitbandpreise (Europa) in EUR//t Preise im Termin- und Spotmarkt können sich grundsätzlich voneinander unterscheiden. Herrscht eine generelle Materialverknappung am Markt vor, sind Terminmarktpreise wesentlich niedriger als das vorherrschende Spotmarktniveau. Umgekehrt liegen Terminmarktpreise meist weit über dem Preisniveau des Spotmarkts wenn der Markt aussreichend versorgt ist. Die Preisdaten des MBI Market Benchmarking Modell dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie stellen als ökonometrische Wahrscheinlichkeitswerte keinen Ersatz für effektiv erzielte Transaktionspreise am physischen Markt dar. *1) Quelle: MBI Market Benchmarking Modell; 2) inkl. 17% MWSt 17

18 Preismonitor LME-Stahl-Futures USD/t Betonstahl Bezahlt Tief Hoch Vortag Open Interest Oktober 502,00 502,00 504,00 507,00 63 November 486,00 486,00 491,50 494, Dezember 490,50 490,50 490,50 494,00 33 Stahlschrott Bezahlt Tief Hoch Vortag Open Interest Oktober 324,50 317,00 324,50 314, November 315,00 307,50 316,50 307, Dezember 310,50 310,50 310,50 310, Quelle: London Metal Exchange SHFE-Stahl-Futures CNY/t Warmbreitband Bezahlt Tief Hoch Vortag Open Interest Oktober 4232, , , , November 4201, , , , Dezember 4014, , , , Betonstahl Bezahlt Tief Hoch Vortag Open Interest Oktober 4527, , , , November 4372, , , , Dezember 4143, , , , Quelle: Shanghai Futures Exchange LME-Minor Metals Mittag (offiz.) Mittag (offiz.) Kobalt ($/t)...kasse 55000,00/55500, ,00/55000, Monate 55500,00/56000, ,00/55500, Monate 55250,00/56250, ,00/55750,00 Molybdän ($/t)...kasse 24000,00/26000, ,00/26000, Monate 24000,00/26000, ,00/26000, Monate 24955,00/25955, ,00/25960,00 Quelle: London Metal Exchange Kurse und Preise Wismut Neben- 99,9% und Legierungsmetalle (USD/lb) 9,50 (Europäischer Kassamarkt) Ferro-Chrom 62% (USD/lb) 1,31 Ferro-Mangan 70-75% (EUR/t) 985,00 Ferro-Molybdän 60% c. (USD/kg) 28,75 Ferro-Molybdän 65% w. (USD/kg) 28,75 Ferro-Niobium 66% (EUR/t) 43249,00 Ferro-Silizium 75% (EUR/t) 1345,00 Ferro-Titan 70% (USD/kg) 6,00 Ferro-Vanadium 80% (USD/kg) 105,80 Ferro-Wolfram 75% (USD/kg) 35,00 Antimon 99,65% (USD/t) 8500,00 Chrom (USD/t) 11700,00 Gallium 99,9% (USD/kg) 205,00 Indium 99,9% (USD/kg) 235,00 Kadmium 99,9% (USD/lb) 1,45 Kobalt 99,9% (USD/lb) 34,00 Magnesium 99,9% (USD/t) 2645,00 Mangan 99,7% (USD/t) 2620,00 Molybdän Oxid 57% (USD/lb) 11,75 Selen 99,9 (USD/lb) 14,25 Silizium-Mangan 65;17 (EUR/t) 975,00 Tantalum 99,9% (USD/kg) 369,50 Wismut 99,9% (USD/lb) 3,95 Wolfram Metal 99,9% (USD/kg) 39,50 Wolframat (APT) 91,10% (USD/mtu) 277,00 SGX-Eisenerz 1) USD/t Eisenerz Swaps (CFR China, 62% FE Fines) Oktober 69,10 68,94 Q4/18 68,56 68,46 Quelle: Singapore Exchange 1) Beachten Sie bitte den Disclaimer auf der Folgeseite Roheisenpreise Spot, USD/t China Brasilien Schwarzes Meer Quelle: MBI Wolframerz 65 (EUR/t) 12690,00 Strom EEX-Spotmarktindex (EUR/MWh) 60,30 NE-Metalle (London Metal Exchange) Drei-Monats-Preise (USD/t) Nickel 12860,00 Baltic Dry Index , ,00 Zink 2664,50 Kobalt 56000,00 Molybdän 26000,00 MBI EnergySource Belgische Schrottpreise (EUR/t ab Werk; Quelle: L Echo) Die Online-Plattform Schneideabfälle neuer Bleche 177,50 für den Energiemarkt Drehspäne 127,50 > kostenfreier Testzugang Gussbruch 1. Wahl 212,50 Gussbruch 2. Wahl 182,50 Anderer Gussbruch 162,50 18 Schwarzbleche 125,00 xx.xx.

19 Legende Legende Stahlpreisentwicklung (Seite 1) Hierdurch lässt sich die aktuelle Preisentwicklung im deutschen Stahl-Spotmarkt nachvollziehen. MBI veröffentlicht zweiwöchentlich acht Benchmarks für den deutschen Markt: Fünf auf Flachstahlprodukte (Edelstahl, Warmbreitband, Quartoblech, Feinblech, Feinblech verzinkt) und drei auf Langstahlprodukte (Walzdraht, Stabstahl, Betonstahl). Die Ermittlung erfolgt wöchentlich. Grundlage der Stahlpreis-Benchmarks ist ein ökonometrisches Modell, basierend auf historischen Korrelationen zwischen individuellen Stahlexportpreisen und globalen Kostenfaktoren. Die spezifische Wertentwicklung in Deutschland (EXW) wird durch die Verknüpfung von historischen, nationalen Zuschlags,-/ Abschlagsdurchschnittswerten mit dem aktuellen internationalen Preisgefüge synthetisch ermittelt. Stahlkosten-Indizes (Seite 1) Die Erfassung potenzieller Basiskosten der Stahlproduktion ermöglicht einen einfachen Abgleich in Bezug auf die augenblickliche Preis-Kosten-Margen-Entwicklung auf Erzeugerseite. MBI veröffentlicht zweiwöchentlich Stahlkosten-Indizes für die zwei wesentlichen europäischen Stahlproduktkategorien: Flachstahl und Langstahl. Die Ermittlung erfolgt werktäglich. Grundlage der Stahlkosten-Indizes ist die aktuelle Spotpreisentwicklung verschiedener primärer Kostenfaktoren in der Stahlproduktion. MBI aggregiert hierfür folgende Preispositionen auf täglicher Basis: Eisenerz, Kokskohle, Transport, Schrotte, Ferro-Legierungen und Energie. Andere Kostenfaktoren der Stahlherstellung werden nicht zur Ermittlung herangezogen. Leitindikatoren-Stahl Hierdurch lässt sich die bevorstehende Preistendenz im deutschen Stahl- Spotmarkt in Ansätzen antizipieren. MBI veröffentlicht zweiwöchentlich die Leitindikatoren Stahl für Flachund Langstahlprodukte. Die Ermittlung erfolgt werktäglich. Auf der Basis eines ökonometrischen Modells versucht der vorlaufende Indikator, frühzeitig Hinweise auf künftige Wendepunkte im Preisverlauf der einzelnen Stahlproduktkategorien zu liefern. Allgemein: Die Stahlpreis-Benchmarks, Kostenindizes und Leitindikatoren Stahl dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie stellen als ökonometrische Wahrscheinlichkeitswerte keinen Ersatz für effektiv erzielte Transaktionspreise am physischen Markt dar. Als partiell synthetische Annäherungen sind sie somit nicht gleichzusetzen mit direkt messbaren Markttransaktionen (z.b. börsengehandelte Stahlkontrakte). Als fragmentarische und allgemeine Orientierungswerte berücksichtigen sie nicht spezielle Marktstrukturen, individuelle Sachlagen oder besondere Abnahmevereinbarungen einzelner Marktteilnehmer. Die Angaben zur Preis- und Kostenentwicklung erfolgen nach bestem Wissen und Gewissen. 1) Disclaimer Singapore Exchange: This information, including but not limited to the Daily Settlement Prices ( DSP ), is for general information only. It does not constitute any financial advice or recommendation and is not an offer or solicitation to buy or sell any investment product. While SGX and its affiliates have taken reasonable care on the accuracy and completeness of the information provided, they will not be responsible or liable for any loss suffered due to any omission, error, inaccuracy, incompleteness, or otherwise any reliance on such information. SGX and its affiliates may make changes to the information provided from time to time. You may not copy, store, either in hardcopy or in an electronic retrieval system, transmit, transfer, perform, broadcast, publish, reproduce, create a derivative work from, display, distribute, sell, license, rent, lease or otherwise transfer the information provided, including the DSP, to any third person whether for direct commercial or monetary gain or otherwise without the prior written permission of SGX. 19