Technology-Update für IT-Manager 05/2015

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1 ISSN CIOBRIEFING Technology-Update für IT-Manager 05/ Self-Service BI ist eine Frage der Organisation +++ Speichersysteme für große Datenmengen +++ (ISC)² über arbeitet CISSP-Zertifizierung +++ Die IT wirklich Audit-sicher machen +++ Mehr Effizienz durch Netzwerk-Virtualisierung +++ Softwarelizenzierung in der Cloud +++ Das Datacenter als Stromquelle nutzen +++ Apache Pig Datenanalyse für Hadoop +++ Die Storage-Bausteine und Standards sind da es fehlt ein guter Integrator +++ Drei Modelle für Software-Defined Networking +++ Mit Microsoft Azure Remote App Anwendungen in der Cloud bereitstellen +++ Energie-Audits im Datacenter werden Pflicht. Und dann? +++ powered by

2 CIOBRIEFING 05/2015 MANAGEMENT & STRATEGIE Self-Service BI ist eine Frage der Organisation...3 Speichersysteme für große Datenmengen...9 (ISC)² überarbeitet CISSP-Zertifizierung Die IT wirklich Audit-sicher machen...20 Mehr Effizienz durch Netzwerk-Virtualisierung...25 Softwarelizenzierung in der Cloud...32 Das Datacenter als Stromquelle nutzen...35 TECHNOLOGIE & ZUKUNFT Apache Pig Datenanalyse für Hadoop...38 Die Storage-Bausteine und Standards sind da es fehlt ein guter Integrator Drei Modelle für Software-Defined Networking...46 Mit Microsoft Azure Remote App Anwendungen in der Cloud bereitstellen Energie-Audits im Datacenter werden Pflicht. Und dann?...55 IMPRESSUM: Vogel IT-Medien GmbH August-Wessels-Str Augsburg Tel.: +49(0) Fax: +49(0) Internet: Handelsregister Augsburg HRB Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE Geschäftsführer: Werner Nieberle Inhaltlich Verantwortliche gemäß 55 Absatz 2 RStV: Nico Litzel, Florian Karlstetter, Ulrike Ostler, Andreas Donner, Peter Schmitz, Rainer Gra efen (Anschrift siehe Verlag) Vogel IT-Medien Die Vogel IT-Medien GmbH, Augsburg, ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft der Vogel Business Media, Würzburg. Seit 1991 gibt der Verlag Fachmedien für Entscheider heraus, die mit der Produktion, der Beschaffung oder dem Einsatz von Informationstechnologie beruflich befasst sind. Dabei bietet er neben Print- und Online-Medien auch ein breites Veranstaltungsportfolio an. Die wichtigsten Angebote des Verlages sind IT-BUSINESS, egovernment Computing, BigData-Insider.de, CloudComputing-Insider.de, DataCenter-Insider.de, IP-Insider.de, Security-Insider.de, Storage-Insider.de. Vogel Business Media Das Fachmedienhaus Vogel Business Media ist einer der führenden deutschen Fachinformationsanbieter mit rund 100 Fachzeitschriften und 60 Webseiten sowie zahlreichen internationalen Aktivitäten. Hauptsitz ist Würzburg. Die Print- und Online-Medien bedienen vor allem die Branchen Industrie, Automobil, Informationstechnologie und Recht/Wirtschaft/Steuern.

3 Business Intelligence per Selbstbedienung Self-Service BI ist eine Frage der Organisation Facharbeiter erstellen täglich Datenauswertungen, die ihnen Einblicke in ihr Geschäft verschaffen sollen. Aber sie wollen für den Erhalt dieser Analysen nicht auf eine von der IT-Abteilung erstellte Anwendung warten müssen, sondern stellen sich mit geeigneten Werkzeugen ihre Analysen und Visualisierungen selbst zusammen. Diese Self-Service BI muss mehrere Bedingungen erfüllen, um produktiv und effizient zu sein. Die Selbstbedienungs- oder Self-Service Business Intelligence geht nicht nur schneller und leichter als eine von der IT gelieferte Lösung, sondern verhindert auch Missverständnisse, wenn der Mitarbeiter seine Analysen weitergibt: Ein Bild ist eben (meist) eindeutig. Mit Self-Service BI und Ad-hoc-Analysen können auch Missverständnisse zwischen Fachabteilung und IT vermieden werden, denn nicht selten passiert es, dass der IT-Experte eine Anfrage bearbeitet und hinterher feststellt, dass sein Kollege etwas ganz anderes wollte, gibt Andreas Becks, Manager Business Intelligence bei SAS DACH, zu bedenken. Eine wichtige Rolle spielt daher zum einen die Visualisierung von Analyseergebnissen. Die Grafiken sind viel leichter und schneller verständlich als Zahlen. Die Visualisierungen mit Tableau Public sind einfach und anschaulich. Diese zwei Diagramme zeigen die Folgen des Lufthansa-Streiks Bild: Tableau Zum anderen lassen sich die Ergebnisse, Datenmodelle und Templates in einem Business Glossar ablegen, einer Bibliothek der Seite 3

4 Begriffe. Dort stehen sie allen anderen berechtigten Mitarbeitern zur Verfügung. Das steigert wiederum deren Produktivität, aber auch die Einheitlichkeit der in der Bibliothek abgelegten, vom Unternehmen definierten Messgrößen (KPIs), mit denen die Mitarbeiter umgehen. Data Governance ist entscheidend Mit Self-Service BI ist also auch Data Governance realisierbar. Wird aber Selbstbedienung ohne Governance umgesetzt, entsteht wohl Anarchie. Daher ist Self-Service BI stets auch eine Frage der Organisation, gibt der Unternehmensberater Wolfgang Martin zu bedenken. Der Berater hat anhand von Forschungsergebnissen der beiden BI-Experten Claudia Imhoff und Colin White vier Zielsetzungen aufgestellt, die Self-Service BI verfolgen sollte: 1. leichter Zugang zu Daten zur Berichtserstellung und Analyse, 2. benutzerfreundliche BI- und Analyse-Werkzeuge, 3. einfache und anpassbare Oberflächen der Werkzeuge und 4. Data Warehouse-Technologien, die schnell bereitgestellt werden können wie etwa Appliances und Cloud-basierte Systeme. Analysewerkzeuge Die Umsetzung der Technologie, die das selbstständige Anlegen von Analysen, Reports und Dashboards ermöglicht, haben die Hersteller auf unterschiedliche Weise realisiert. Splunk nutzt Pivot-Tabellen, wie man sie aus Excel kennt. SAS hingegen liefert mit Visual Analytics eine gesonderte Anwendung, die sehr umfangreich in der Palette ihrer Funktionen für Visualisierung und Analyse ist. Während die meisten Self-Service-BI-Lösungen einen vorgegebenen Analysepfad haben und ausschließlich Informationen zu Geschehnissen in der Vergangenheit wiedergeben, so Becks, unterstützt SAS Visual Analytics Anwender dabei, den Grund für das Geschehene zu identifizieren sowie künftige Entwicklungen abzuschätzen und das verschafft Unternehmen einen echten Wettbewerbsvorteil. Der Pionier der Datenvisualisierung Tableau Software ermöglicht, ebenso wie Qlik, die Analyse von Daten in direkter Verbindung mit einer Grafik sie sind nahezu untrennbar miteinan- Seite 4

5 Anbieter von Big-Data-Speicherlösungen im Vergleich Speichersysteme für große Datenmengen Große polystrukturierte Datenmengen müssen nicht nur zusammengetragen und analysiert, sondern gegebenenfalls auch gespeichert werden. Daher leisten Speichersysteme einen wichtigen Beitrag für die Umsetzung von Big-Data-Szenarien. Der Big Data Vendor Benchmark liefert Informationen zu den wichtigen Playern im Markt und Anhaltspunkte zum genauen Hinterfragen der Angebote. Big Data heißt schlussendlich auch Big Storage. Daher verdienen Speichersysteme besondere Aufmerksamkeit. Diese wurden im Big Data Vendor Benchmark 2015 der Experton Group in einer eigenständigen Kategorie betrachtet. Lokales gegen hybrides Portfolio Speichersysteme und Storage Appliances, die von den jeweiligen Anbietern spezifisch für den Einsatz im Rahmen von Big-Data- Projekten konzipiert sind, bilden wichtige Bausteine der IT-Infrastrukturen der Anwenderunternehmen. In die Bewertung flossen verschiedene technische Merkmale sowie die Skalierbarkeit der Lösung ein. Viele Anbieter von Storage-Lösungen ergänzen ihr Portfolio um Speicherplatz in Private oder Public Clouds, und dieses Merkmal wurde ergänzend in der Beurteilung berücksichtigt. Reine Cloud- Storage- Angebote wurden jedoch nicht bewertet. Die Anbieter von Big Data Storage. Bild: Experton Group AG Seite 9

6 Einige im Markt etablierte Anbieter treten mit dedizierten Big-Data-Storage-Lösungen aus Hard- und Software sowie mit Storage Appliances im Markt auf. Begleitet und teils stark attackiert werden diese etablierten Anbieter von neu im Big- Data-Umfeld aufgetauchten Herstellern von Speicher-Hard- und Software. Interessant ist hier die Beobachtung, dass die seit geraumer Zeit angekündigten Big-Data-Lösungen einzelner, auch etablierter, Anbieter bislang noch nicht auf den Preislisten oder im deutschen Markt aufgetaucht sind. Die Anwender können also gegenwärtig unter Umständen erst im konkreten Projektgeschäft mit der Parametrisierung der Speicherlösung beginnen. Kriterien für Big Data Storage Speichersysteme für Big-Data-Aufgaben müssen in wenigen Jahren schon im einzelnen Unternehmen Datenvolumina von einigen Dutzend Petabytes stabil und dauerhaft speichern können. Dabei sind neue Speicherarchitekturen notwendig, die auch für einen schnellen Zugriff auf diese Daten sorgen. Ebenfalls spielt es eine Rolle, welche Transportmechanismen innerhalb des Speichersystems und zwischen Speicher und Server verwendet werden. Beurteilt wurde unter den vielen Merkmalen auch der Anteil an Eigenentwicklung an den jeweiligen Lösungen, so dass hier eine Differenzierung entsteht. Weitere Merkmale, die hier stellvertretend genannt sein sollen, sind die Abhängigkeit eines Anbieters von Partnern im Rahmen der Projektausführung sowie der Anteil der ergänzenden Produkte, beispielsweise Software, aus dem jeweiligen Hause. Aus der Technologie-Perspektive wurden die Portfolios hinsichtlich klassischer auf Festplatten basierender und Flash-Speicher basierender Speichersysteme bewertet. Außerdem gehörten das Offering bezüglich mehrstufiger Speicherarchitekturen und die Hochverfügbarkeits- und Disaster-Recovery-Fähigkeiten der Speichersysteme zu den Bewertungsmerkmalen. HANA ist ein wichtiges Element für heutige Big-Data-Lösungen. Daher wurde neben der Eignung des Storage für Big-Data-Lösungen aus dem Open-Source-Bereich und für die kommerziellen Business-Intelligence-, Business-Analytics- und Data-Warehouse-Anwendungen auch die Eignung für SAP HANA beziehungsweise eine Zertifizierung für SAP HANA als Seite 10

7 Standard im Wandel (ISC)² überarbeitet CISSP-Zertifizierung Standards sind aus der IT nicht wegzudenken, müssen aber weiterentwickelt werden. Dies gilt auch für standardisierte Schulungen wie den CISSP von (ISC)². Der Zertifizierungsanbieter überarbeitet deshalb kontinuierlich sein Lehrprogramm, der nächste große Lauf ist für April dieses Jahres geplant. Wer jemals versucht hat, über unterschiedliche Interessen hinweg einheitliche Industriestandards zu entwickeln, kennt diesen Spagat: Einerseits gilt es, mit dem Tempo der Veränderungen Schritt zu halten, und andererseits, die festgelegten Anforderungen zu dokumentieren, zu verifizieren und zu verbreiten, was ganz einfach eine gewisse Zeit dauert. Es liegt in der Natur der Sache, dass Normungsverfahren Gefahr laufen, sich für überholte Anforderungen einzusetzen, während die aktuellen Gegebenheiten sich bereits weiterentwickelt haben. Die Herausforderung besteht darin, die grundlegenden, dauerhaften Prinzipien herauszuarbeiten und dann zu definieren, wie diese Prinzipien in der Praxis anzuwenden sind. Die Pflege akzeptierter Industriestandards im Berufsalltag bildet hier keine Ausnahme. In der Informationssicherheit ist der Wettlauf mit den Entwicklungen denkbar anspruchsvoll. Die Anforderungen steigen kontinuierlich und das Tempo der Veränderungen nimmt zu. Im April 2015 wird (ISC)² die CISSP-Zertifizierung grundlegend überarbeiten. Bild: (ISC)² Seite 15

8 Über die Arbeit von (ISC)² Dieses Bewusstsein steht hinter der Arbeit der (ISC)² zur Zertifizierung von Spezialisten für die Informationssicherheit. Wie wichtig diese Arbeit ist, zeigen die immer häufigeren Hacker-Angriffe auf staatliche Einrichtungen, Unternehmen und die Gesellschaft allgemein, oft mit sehr Cyber-Kriminellen Hintergründen. Als nicht gewinnorientierter Fachverband entwickelt und verwaltet die (ISC)² seit 26 Jahren fachliche Zertifizierungen für verschiedene Berufsfelder im Bereich der Informationssicherheit, die die Anforderungen des ISO/IEC Standards erfüllen. Am bekanntesten sind wir für unsere Zertifizierung zum Certified Information Systems Security Professional (CISSP). weltweit anerkannt als der Standard und sogar Goldstandard für Experten der Informationssicherheit mit mehr als Absolventen, darunter über in der EMEA-Region und in den DACH-Ländern. Der CISSP und unsere Zertifizierung SSCP (Security Systems Certified Professional) für Fachkräfte in betrieblichen Positionen erleben im April dieses Jahres eine umfassende Aktualisierung; dabei werden die Domänen (Themenbereiche) zum Teil überarbeitet oder auch ganz gestrichen. Generell unterliegen die Zertifizierungen des (ISC)² einer kontinuierlichen Überprüfung und Weiterentwicklung. Was zeichnet den CISSP aus? Mit dem CISSP hat die (ISC)² eine anerkannte berufliche Qualifikation entwickelt. Sie wurde 1989 von einer Gruppe von Zertifikatsinhabern etabliert, die beschlossen, eine einheitliche Definition der Informationssicherheit zu dokumentieren damals ein kaum verstandener und sogar mit Misstrauen betrachteter Fachbereich. Mitglieder, die die Prüfungen verfasst haben, gehören mittlerweile auch zu dem Ausschuss, der sie immer auf dem neuesten Stand hält. Hierzu dient ein dreistufiges Verfahren, die sogenannte Job Task Analysis: 1. Alle zertifizierten Mitglieder werden regelmäßig eingeladen, an einer Erhebung aktueller Aufgaben und Verantwortungsbereiche teilzunehmen. Dies bildet die Grundlage des Analyseverfahrens. 2. Mitgliedervertreter aus aller Welt nehmen an einer Reihe von Präsenzworkshops teil, um dieses Feedback zu analysieren und unsere Prüfungen zu aktualisieren. Seite 16

9 CIOBRIEFING Technology-Update für IT-Manager Regelmäßig kostenlos lesen? Die Ausgabe 06/2015 erscheint am Jetzt anmelden auf

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