Schülerleistungen und soziale Herkunft NRW-Befunde aus PISA 2006

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1 Prof. Dr. Gabriele Bellenberg Schülerleistungen und soziale Herkunft NRW-Befunde aus PISA 2006 Vortrag im Rahmen des Wissenschaftssymposiums 2009 Länger gemeinsam lernen! Neue Befunde aus der Forschung 29. Januar 2009, Ruhr-Universität Bochum

2 PISA 2006: Schwerpunkt Naturwissenschaften

3 PISA 2006: Schwerpunkt Naturwissenschaften Kompetenzen

4 Naturwissenschaftliche Kompetenz in PISA 2006 BRD (über OECD-Durchschnitt) Ebenso: SN, BY,TH, ST,RP,MV, BB,SL,SH, BE, HE, NS NRW (auf OECD-Durchschnitt) Quelle: PISA-Konsortium Deutschland: PISA 2006 in Deutschland. Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten Ländervergleich. Zusammenfassung, Online unter: S.7

5 Lesekompetenz in PISA 2006 BRD (auf dem OECD-Durchschnitt) NRW (auf OECD-Durchschnitt) Quelle: PISA-Konsortium Deutschland: PISA 2006 in Deutschland. Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten Ländervergleich. Zusammenfassung, Online unter: S.10

6 PISA 2006 Soziale Herkunft

7 PISA 2006 weist einen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und naturwissenschaftlichen Kompetenzen nach Sozialer Gradient: BRD 40 Punkte Der soziale Gradient ist ein Maß für den Kompetenzzuwachs, der mit einem um eine Standardabweichung höheren sozioökonomischen Status (Berücksichtigung von Bildung, Beruf, Einkommen) einhergeht. Quelle: Deutsches PISA-Konsortium (Hg.): PISA Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten Ländervergleich, Münster 2008, S.326

8 dieser gilt für NRW gleichermaßen Der soziale Gradient NRWs unterscheidet sich nicht signifikant vom deutschen Durchschnittswert Quelle: Deutsches PISA-Konsortium (Hg.): PISA Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten Ländervergleich, 8 Münster 2008, S.327 8

9 Zwischen 2000 und 2006 ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzerwerb in NRW signifikant zurück gegangen Der soziale Gradient (hier: Lesen) NRWs hat signifikant abgenommen Quelle: Deutsches PISA-Konsortium (Hg.): PISA Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten Ländervergleich, 9 Münster 2008, S.332 9

10 Internationale Perspektive: Sozioökonomische Disparitäten haben in Deutschland einen verhältnismäßig starken Einfluss auf die Schülerleistungen * Die Vorhersagbarkeit der Kompetenz durch die soziale Herkunft liegt unter dem OECD Durchschnitt: Wünschenswerter Quadrant Die Vorhersagbarkeit der Kompetenz durch die soziale Herkunft liegt über dem OECD Durchschnitt OECD-Durchschnitt *PISA 2006: Naturwissenschaftliche Kompetenzen für die Welt von Morgen, 2007, Briefing Note für Deutschland. Online unter oecd/19/6/ pdf, S.9-11 Quelle: Deutsches PISA-Konsortium (Hg.): PISA Die Kompetenzen der Jugendlichen im dritten Ländervergleich, Münster 2008, S.331

11 Internationale Perspektive: Eltern in Deutschland können sich wegen der frühen Aufteilung des gegliederten Schulsystems nicht auf hohe und einheitliche Leistungsstandards in allen Schulen verlassen Deutschland weist weit stärkere Unterschiede zwischen den Leistungen verschiedener Schulen auf als der OECD-Durchschnitt. In Deutschland entfallen 66% der Gesamtvarianz der Schülerleistungen auf Unterschiede zwischen den Schulen, was dem Doppelten des OECD-Durchschnitts von 33% entspricht. Dieses Ergebnis wird durch die frühe Aufteilung innerhalb des gegliederten Bildungssystems in Deutschland beeinflusst. In anderen Bildungssystemen, vor allem in Finnland, können sich die Eltern auf hohe und einheitliche Leistungsstandards in allen Schulen verlassen (weniger als 5% der Varianz der Schülerleistungen sind in Finnland auf Differenzen zwischen den Schulen zurückzuführen). Quelle: PISA 2006: Naturwissenschaftliche Kompetenzen für die Welt von Morgen, 2007, Briefing Note für Deutschland. Online unter S

12 Gliederung der Sekundarstufe I

13 Die Aufteilung der Schüler erfolgt nicht leistungsgerecht Quelle: Bos,W. u.a.: Erste Ergebnisse aus IGLU, Münster 2003, S.131

14 Die Aufteilung der Schüler erfolgt nicht leistungsgerecht Schüler mit 550 Punkten: Hauptschule? Realschule? Gymnasium? Quelle: Bos,W. u.a.: Erste Ergebnisse aus IGLU, Münster 2003, S.131

15 Die Schulformen bieten ein unterschiedliches schulisches Anregungspotenzial Entwicklung der Mathematikleistungen von Schülerinnen und Schülern mit gleicher kognitiver Grundfähigkeit und Sozialschichtzugehörigkeit. (Ergebnisse der BIJU-Studie: NRW)

16 Bildungspolitische Aktivitäten zu längerem gemeinsamen Lernen

17 Die individuelle Förderung aller Schülerinnen und Schüler ist zentrale Leitidee des Schulgesetzes (Schulministerium NRW: Chancen. Online unter Die Initiative "Komm Mit! - Fördern statt Sitzenbleiben" startet mit 385 Schulen Mit 85 Schulen mehr als ursprünglich vorgesehen startet die gemeinsame Initiative des Schulministeriums und der nordrheinwestfälischen Lehrerverbände "Komm Mit! Fördern statt Sitzenbleiben". Auf Anhieb hatten sich 385 Schulen (141 Gymnasium, 120 Realschulen, 78 Hauptschulen und 46 Gesamtschulen) um die Teilnahme an der Initiative beworben. ( Bildungsklick vom online unter: 17

18 Länger gemeinsam Lernen in der Praxis

19 Beispiele aus aktueller schulischer Praxis Martin-Luther Schule in Herten Verzicht auf Differenzierung in Typ A (Hauptschulabschluss nach Klasse 10) und Typ B (Fachoberschulreife) in Klasse 10 Gesamtschule Scharnhorst in Dortmund (und andere Gesamtschulen) Verzicht auf Fachleistungsdifferenzierung als Prinzip äußerer Differenzierung zugunsten von Binnendifferenzierung 19

20 Herausforderung: Länger gemeinsam Lernen

21 Herausforderung: Längeres gemeinsames Lernen kann nicht bedeuten: Damit die am meisten Begünstigten und die am meisten Benachteiligten Benachteiligt werden, ist es notwendig und hinreichend, dass die Schule beim vermittelten Unterrichtsstoff, bei den Vermittlungsmethoden und techniken und bei den Beurteilungskriterien die kulturelle Ungleichheit der Kinder der verschiedenen gesellschaftlichen Klassen ignoriert (Pierre Bourdieu: Die konservative Schule, In: ders.: Wie die Kultur zum Bauern kam, Hamburg 2001, S.43) muss berücksichtigt werden - im Unterricht (siehe Bourdieu) - in der Lehrer(aus)bildung - bei der Frage der Struktur des Bildungssystems -.

22 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Prof. Dr. Gabriele Bellenberg Länger gemeinsam lernen! Neue Befunde aus der Forschung 29. Januar 2009, Ruhr-Universität Bochum

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